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Trügerische Erinnerung

Mich beschäftigt weiterhin das Thema, wie man Spiele erneut zum ersten Mal erleben kann. Ob es überhaupt etwas Gutes ist, etwas Erstrebenswertes und was das mit den Erinnerungen an die Spiele der Kindheit zu tun hat. Ich habe dazu vor ein paar Wochen bereits einen Text geschrieben und ein tolles Video zu dem Thema verlinkt (Der Zauber des ersten Mals).

Fangen wir mit den Spielen an, die wir in unserer Jugend gerne gespielt haben. Wer mehr oder weniger ein Leben lang an Videospielen interessiert ist, wird es sicherlich kennen. Man verklärt die Spiele von damals. Nehmen wir beispielsweise Driver 2 oder Fighting Force. Diese Spiele habe ich geliebt und stundenlang auf meiner PS One gesuchtet. In meiner Erinnerung sahen die Spiele toll aus, spielten sich flüssig und boten actiongeladene Unterhaltung.

Ich weiß aber, dass dies nicht der Fall ist, weil ich mir Videos und Screenshots zu den Spielen angesehen habe. Die Grafik sieht aus, wie von vor 30 Jahren (weil es eben so ist) und die Action ist alles andere als schnell oder flüssig. Trotzdem sind die Spiele in meinem Gedächtnis mit mir gealtert und wurden immer wieder modernisiert, wenn man so will. Die Grafik der Erinnerungen erneuert sich immer wieder auf den aktuellen Stand der Technik. Retro, eben.

Ein anderes Beispiel wäre Assassin’s Creed II und die beiden Fortsetzungen Brotherhood und Revelations. Für mich und viele andere der Gipfel von Assassin’s Creed Spielen. Ubisoft nahm das, was in Teil 1 funktionierte, und baute es weiter aus. Sie erzählten eine fantastische Geschichte. Ezio Auditore da Firenze begleiten wir buchstäblich von der Geburt bis zu seinem Tod. Es war großartig. Die beiden Fortsetzungen habe ich jeweils an einem Wochenende durchgespielt und jede Minute war fantastisch. Die Technik der Spiele war genial, das Parkour-System kein Problem und die Grafik sowieso top notch.

Doch war es wirklich so? Eher nicht. Ich habe vor ein paar Jahren nochmal reingespielt und die Parkour-Elemente sind nicht so ganz präzise; die Remastered-Version sieht zwar toll aus, aber die ursprüngliche Version hat nun auch schon 15 Jahre auf dem Buckel. In meiner Erinnerung jedoch verkläre ich viel, weil ich mich natürlich nur an die guten Dinge erinnern will. Wer will sich schon hauptsächlich daran erinnern, dass ich gefühlt Stunden damit zugebracht habe einen seltsamen Hindernislauf zu schaffen, aber immer an der einen Stelle runtergefallen und von vorne habe anfangen müssen.

Aber auch das gehört zu Spielen: das Scheitern und erneut versuchen. Das habe ich mit der Entdeckung von soulslike Spielen wie Elden Ring und Lies of P gelernt. Gerade das Scheitern macht es interessant. Weil man irgendwann so weit ist und vorankommt. Diese Hürde zu überwinden, macht Spiele aus. Bei Assassin’s Creed II waren es die Parkour-Einlagen, die mich manchmal wahnsinnig gemacht haben. Umso mehr habe ich mich gefreut, wenn ich es dann doch geschafft habe. Trotz allem verkläre ich die drei Teile der AC-Reihe zu den besten jemals dagewesenen. Auch wenn ich mit Odyssey sehr viel Freude hatte und unfassbar viele Stunden darin versenkte, kommt es in der Erinnerung nicht an II heran.

Und genau das ist es, was wir vielleicht damit erreichen wollen, wenn wir sagen, wir wollen Spiele noch einmal von Neuem erleben. Erneut diesen Zauber eines Spiels haben. Wir möchten uns die Erinnerungen ins Gedächtnis rufen, die epischen Schlachten, die fantastischen Kämpfe, die Sprünge über Häuserschluchten – alles, was diese tollen Spiele eben zu bieten haben. Aber will ich wirklich erneut stundenlang bei einem Gegner stecken bleiben, wie in Elden Ring oder Lies of P? Verzweifelt den Weg suchen, wie es weitergeht, bis ich frustriert danach google? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht.

Als ich vor ein paar Wochen Lies of P nach über zwei Monaten Pause erneut durchgespielt habe, hatte ich meine helle Freude daran. Ich sah meinen Fortschritt, wurde besser und kam flüssiger durch das Spiel. Es war fantastisch. Irgendwann, wenn genug Zeit vergangen ist, mache ich das sicher auch noch einmal mit Elden Ring. Wenn ich erneut Lust habe, mich durch die Dungeons zu prügeln und 130 Stunden investieren will.

In der Zwischenzeit will ich allerdings die tollen Erinnerungen aufrechterhalten, die ich mit dem Spiel hatte, ohne großartig viele Stunden zu investieren. Dabei helfen Videos auf YouTube, wie beispielsweise »It’s just a video game« oder »The Grace of Elden Ring«. Videos, die die besten Szenen und Sequenzen zusammenschneiden, die tollen Landschaften und Architekturen hervorheben und die besten Zitate der Bosse einblenden. Sie feiern die Höhepunkte und machen sich Mods zunutze, um diese Szenen besonders gut einfangen zu können.

Manchmal lassen sie die aus meiner Sicht besten Dinge aus, aber das ist nur verständlich, da jede*r andere Höhepunkte hat. Doch es ist eine tolle Möglichkeit, sich die Magie ins Gedächtnis zu rufen, ohne hundert Stunden hineinstecken zu müssen. Deshalb schaue ich auch gerne Let’s Plays und erfreue mich der Reaktionen der Spieler*innen.

Aber wie auch schon beim letzten Mal festgestellt, ist das beste Rezept, ein Spiel erneut zu erleben, einfach ein neues auszuprobieren. Es gibt so viele Spiele mit tollen Mechaniken und Ideen, man muss nicht immer einem alten nachtrauern. Blasphemous 2 und Prince of Persia: The Lost Crown habe ich nur gespielt, weil mir ein Let’s Play von TheRadBrad gefallen hat und ich diese spannenden Welten selbst erleben wollte. Ihnen ihre Geheimnisse entlocken. Es sind beides fantastische Spiele, mit einer jeweils eigenen Atmosphäre und tollen Boss-Kämpfen.

Nostalgie ist ganz nett, manchmal und manche Spiele, wie Lies of P bieten genug Möglichkeiten, sie immer wieder anders zu erleben, aufgrund der Vielfalt an Ausrüstungsgegenständen und unterschiedlichen Enden. Aber man muss auch in die Zukunft blicken und sich auf Neues einlassen, denn Erinnerungen an sich sind trügerisch und nicht immer verlässlich.

Lizenz zum Unterhalten

Als ich letztens den ersten Teil von Mission Impossible: Dead Reckoning auf Amazon geschaut hatte, ist mir etwas Großartiges untergekommen. Ich war gerade dabei, die Prime Video App auf dem Apple TV zu beenden, da tauchte die Bond-Filmsammlung auf. Ein großartiges schwarz-weißes Bild aller bisherigen James-Bond-Darsteller zierte die Ankündigung, dass nun alle Filme des Franchises bei Amazon Prime inkludiert sind.

Seit Amazon das Filmstudio MGM gekauft hat, welches hinter den Bond-Filmen steckt, habe ich schon darauf gewartet, dass die Filme bei Prime landen. Viele Inhalte von MGM sind nur in dem entsprechenden Channel verfügbar. Vereinzelt findet man allerdings doch Inhalte bei Prime. Das ist mir vor ein paar Monaten bei Stargate SG-1 aufgefallen, die man direkt bei Amazon schauen kann, inzwischen ist James Bond ebenfalls mit von der Partie.

Vor einigen Jahren, es müsste drei oder vier Jahre her sein, habe ich einen Re-Watch aller James-Bond-Filme gemacht. Damals, als man noch Twitter verwenden konnte, habe ich sogar live, während ich die Filme geschaut habe, meine Gedanken dazu getwittert. Es war eine unterhaltsame und kurzweilige Angelegenheit. Bevor ich meinen Twitter-Account vor ein paar Jahren löschte, habe ich mir mein Archiv gezogen. Leider finde ich die entsprechenden Einträge nicht mehr. Wäre ein lustiges Experiment gewesen, die Filme nochmal anzusehen und dann Revue passieren zu lassen, was ich damals so über die Filme gedacht und geschrieben habe.

Bis der Nachfolger von Daniel Craig vorgestellt wird, was hoffentlich nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt, wäre es durchaus interessant, nochmal die Filme durchzuschauen. Auch wenn sie dieses Jahr eventuell noch einen Schauspieler vorstellen, wird es sicherlich noch zwei Jahre dauern, bis ein Film in die Kinos kommt. Es ist schon erstaunlich, dass sie sich so lange dafür Zeit lassen. No Time to Die kam immerhin 2021 in die Kinos.

Mal sehen, ob ich mir die komplette Reihe nochmal antue. Auch wenn die Qualität der Filme ein paar Schwankungen unterliegt, so sind sie doch immer wieder unterhaltsam. Vielleicht ist das ein Projekt für nächstes Jahr. Alles zwei Wochen oder so ein Film, dann kommt man gut über das Jahr. Mein Prime-Abo benötige dafür allerdings nicht unbedingt, immerhin habe ich schon seit langem die Blu-Ray-Box zu Hause stehen. Wäre nur interessant, wie die 4k-Version der Filme aussieht und ob man bei den alten Filmen durch das neue Einscannen und Aufhübschen des Filmmaterials einen Unterschied zur normalen Blu-Ray-Version kennt.

Es freut mich allerdings, dass es die Filme endlich ins normale Prime-Video geschafft haben, sodass man dafür kein extra Abo für den MGM-Channel mehr benötigt.

Twitter Erfahrungen

In einem kürzlichen Newsletter von Falter-Journalist Florian Klenk hat dieser von seiner Twitter-Erfahrung der vergangenen Monate und Jahre berichtet. Die paar Absätze waren sehr erfrischend zu lesen, da ich bisher dachte, dass es vielleicht an mir liegen könnte, was mir so alles in die Timeline gespült wird. Ich wusste natürlich, dass es nicht so war, sondern sich die Plattform immer weiter in einen Strudel des Hasses hineinmanövriert. Und das ganz bewusst. Doch es blieb immer der Zweifel zurück.

Denn um ehrlich zu sein, habe ich mir vor etlichen Monaten einen neuen Twitter-Account zugelegt. Mit einer wegwerf-E-Mail-Adresse und einem zufälligen, von Twitter generiertem Benutzernamen. Zwar habe ich mein eigenes, über Jahre gepflegtes Profil gelöscht, nachdem Twitter gekauft wurde, aber manchmal ist es doch notwendig oder interessant, Zugriff auf einen Account zu haben. Ich verwende diesen Fake-Account nicht oft, aber gelegentlich will ich doch sehen, was Menschen, denen ich anderswo folge, twittern oder wenn jemand etwas empfiehlt, das man sich ansehen sollte.

Normalerweise bewege ich mich dann rein auf dem »Following«-Reiter. Also jenem Reiter, auf dem nur diejenigen Inhalte angezeigt werden, denen man aktiv folgt. Das ist so weit auch in Ordnung. Doch sobald ich mich von dieser kleinen Insel der Seligen wegbewege und den anderen Reiter »For you« öffne, geht alles rasant den Bach runter.

Es werden einem Dinge angezeigt, die man nicht sehen sollte. Bilder, Videos und Schnipsel voller Gewalt, Hass und unfassbar grausiger Dinge. »All das schafft Übermüdung, schlechte Laune und ein finsteres Bild von der Welt«, schreibt Klenk im Newsletter. Doch nicht nur das. Es prägt ein Bild der Welt, das nicht wahr ist. Natürlich passieren diese Dinge auf der Welt. Doch üblicherweise sollten wir davon in der Zeitung lesen oder in den Nachrichten erfahren. Diese Geschehnisse sollten eingeordnet und kommentiert werden. Wenn ich mich jeden Tag von diesen Videos und Bildern, ohne jeglichen Kontext, voll müllen lasse, prägt das selbstverständlich meine Sicht auf alles um mich herum.

Meine subjektive Erfahrung, die (hoffentlich) gewaltfrei ist, wird beschmutzt und verfälscht, weil ich diese Dinge über soziale Medien erfahre und wahrnehme. Meine Umgebung wirkt plötzlich gefährlicher, böser und gewalttätiger, als sie tatsächlich ist. Ich habe das Gefühl, dass wir im Begriff sind, die Unterscheidung zwischen diesen beiden Welten zu verlieren, wenn wir sie nicht schon verloren haben. Natürlich existeren diese beiden Welten, doch nur eine davon ist meine tatsächliche Erfahrung. Die andere basiert auf einem Algorithmus, der möchte, dass ich so viel Zeit wie möglich auf einer Plattform verbringe, der es egal ist, wie ich sie wieder verlasse. Hauptsache, es ist emotional und wühlt mich auf. Es ist »wie bei einem Verkehrsunfall: Man kann nicht wegsehen und scrollt stundenlang.«, so Klenk.

Ich verlasse kaum mehr den »Following« Bereich auf Twitter und öffne die Webseite nur am Rechner und das nicht mehr als maximal einmal die Woche. Ein paar Minuten bin ich auf der Webseite, sehe mir an, was mir von vertrauenswürdigen Quellen empfohlen wurde und schließe die Webseite so schnell es geht wieder. Ich lasse mich nicht von diesen Videos ablenken oder verbringe Stunden auf Twitter, weil ich weiß, es manipuliert mich.

Vor der Übernahme einer gewissen Person war Twitter ein fantastischer Ort im Internet. Ich bin Künstlerinnen von Comics gefolgt, Autorinnen, Journalistinnen, Bloggerinnen, Podcaster*innen oder einfach nur Accounts, die lustige Inhalte gepostet haben. Zwar schrieb ich selbst wenig, doch habe umso mehr gelesen. Mir wurden tolle Comics empfohlen und ich habe Essays entdeckt, die mir heute noch im Gedächtnis sind. Twitter, so wie ich es für mich eingerichtet habe, war ein Garant für originelle Ideen und immenser Kreativität. Und all das an einem Ort versammelt.

All die Menschen, denen ich gefolgt bin, sind nun über andere Plattformen verteilt. Sei es Mastodon, Threads oder die ganzen Twitter-Klone, die manchmal längere, manchmal kürzere Zeit überleben. Ich finde es schade, dass diese Plattform nun zerstört daliegt, ein düsterer Schatten seiner selbst. Twitter ist der Beweis, dass ohne Kontrolle, Moderation und Engagement ein soziales Netzwerk nicht existieren sollte. Es ist ein Mahnmal, der wahr gewordene Abgrund, der einem tief in die Seele blickt und sie versucht herauszureißen. Ich erinnere mich lieber an das alte Twitter und meide das Neue so viel und so oft es geht.

Unartiges Püppchen

Vor kurzem gab es neue Lebenszeichen zum DLC von Lies of P. Leider noch kein Veröffentlichungsdatum, aber dafür ein neues Musikstück und ein Artwork. Beides macht Lust auf mehr Lies of P. Das Artwork zeigt P, wie er scheinbar an einem Hafen steht. Es ist Winter, Schnee liegt auf den hölzernen Ständen des Hafens und in der Ferne sieht man einen Leuchtturm. Ich freue mich schon sehr auf die Erweiterung und hoffe, die Entwickler können ihren Plan, dass das DLC noch dieses Jahr erscheint, umsetzen.

In der Zwischenzeit vertreibe ich mir die Zeit nicht nur mit weiteren Durchläufen des Spiels (ich habe immer noch nicht alle Enden freigeschaltet), sondern auch mit der Vorlage. Ich habe mir den Roman »Pinocchio« von Carlo Collodi für den Kindle gekauft und gelesen. Ich wollte wissen, welche Elemente der Vorlage die Entwickler genommen haben, welche Teile der Geschichte sie wie umsetzten.

Zwar kennt man Pinocchio aus der eigenen Kindheit. Es gibt und gab diverse Umsetzungen als Animationsserien und -filme. Genauso gibt es unzählige Kinderbücher mit Illustrationen und dergleichen. Doch ob ich jemals das Original gelesen habe, weiß ich nicht. Deshalb wurde es an der Zeit sich diesen Klassiker ins Gedächtnis zu rufen.

Wie zu erwarten war, ist es ein fantastisches Buch. Überraschend brutal und gnadenlos an gewissen Stellen. So findet sich Pinocchio nicht nur für einige Monate im Gefängnis wieder, er wird übergangen, gehänselt, entführt, reingelegt, als Wachhund missbraucht, ausgeraubt und aufgehängt – nur um ein paar der Dinge zu nennen, die ihm widerfahren. Doch stets tänzelt das Buch mit einer gewissen Leichtigkeit vor sich hin. Damit wirken die durchaus düsteren, teils traurigen Momente nicht ganz so schrecklich. Das liegt aber auch daran, dass das Erzähltempo sehr hoch ist.

Die Monate im Gefängnis oder wenn Pinocchio mal für einige Wochen unterwegs ist, werden stets mit einem oder zwei Sätzen abgehandelt. Schon befindet man sich bereits wieder auf dem Weg zum nächsten Abschnitt, zum nächsten Teil des Abenteuers. Doch man fiebert mit Pinocchio mit und wünscht ihm, zu lernen, wem er vertrauen kann und wem nicht. Zu lernen, wie man sich durch die Welt bewegt und auf welche Qualitäten es ankommt. Von dieser Warte aus gesehen ist es eine wirklich tolle Geschichte, die allerdings sehr abrupt endet. Auch damit hatte ich nicht gerechnet.

Man findet so einige parallelen zum Spiel und welche Inspirationen als Vorlage für diverse Charaktere im Spiel dienten. Allen voran natürlich die Katze und der Fuchs, die immer wieder im Spiel auftauchen und P zu schaffen machen. Die Ambiguität zwischen Freund und Feind, die bereits im Buch zu spüren ist, wird in Lies of P noch einmal mehr ausgebaut und verfeinert. Ebenso die verschiedenen anthropomorphisierten Tiere, die immer wieder vorkommen, und die »black rabbit brotherhood«. Auch diverse Bosse, denen man im Spiel begegnet, findet man im Buch wieder.

Es ist toll, die Vorlage des Spiels zu lesen. Es zeigt einmal mehr die Brillanz der Entwickler*innen, aus einem ausgezeichneten, aber doch unscheinbaren Buch ein hartes soulslike Spiel zu machen und ein eigenes Universum dahinter aufzubauen. »Der Zauberer von Oz« wird voraussichtlich das nächste Buch, welches das Studio umsetzt, und ich bin sehr gespannt, wie sie die Verbindung zu Lies of P herstellen. Vor allem, ob man weiterhin P spielt oder doch Dorothy. Ich habe mir auch schon »Oz: The Complete Collection« und »Alice in Wonderland: The Complete Collection« für den Kindle besorgt, um diese Bücher ebenfalls zu lesen. Für knapp 3,50 € für alle drei (inklusive Pinocchio), macht man nichts falsch.

Zu guter Letzt noch die Empfehlung, sich nach der Lektüre zumindest die Wikipedia-Seite des Buches durchzulesen. Je nachdem, welche deutsche Übersetzung man liest, werden manche Namen einem unbekannt sein oder überraschen. Beispielsweise heißt Geppetto in der Übersetzung, die ich habe, Meister Seppel. Aber man erfährt auch andere wissenswerte Dinge und den Werdegang des Buches. Überhaupt finde ich es interessant, sich mit Übersetzungen auseinanderzusetzen. Vor allem bringen mich seltsame Übersetzungen von Namen immer wieder dazu, die Originale zu lesen, so sie denn in Englisch geschrieben wurden – des Italienischen bin ich leider nicht mächtig.

Trotzdem war es interessant, weiter in die Welt von Pinocchio einzutauchen und mehr über diese fantastische, kreative Welt zu erfahren. Es strotzt nur so von Kreativität. Vielleicht zeigt sich so auch schon, welche Teile des Buches dem DLC des Spiels als Inspiration dienen könnten.

Der erste Teil des unmöglichen Endes?

Am Wochenende habe ich endlich Mission Impossible: Dead Reckoning (Part 1) nachgeholt – den siebten Teil der Reihe. Als dieser 2023 ins Kino kam, habe ich den Film aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen verpasst. Wahrscheinlich hatte ich keine Lust, ins Kino zu gehen. Diesen Trend bemerke ich schon seit Corona. Ich bin zwar gerne als Hobby-Restaurant-Tester in Salzburg unterwegs und probiere jede Weinbar sowie andere Lokalitäten, aber das Kino hat mich etwas verloren. Das hat unter anderem auch damit zu tun, dass ich in den vergangenen Monaten vermehrt zu Spielen gewechselt bin (sowohl selbst Hand anzulegen, als auch via Let’s Plays).

Als ich allerdings vergangene Woche auf einen guten Deal bei Amazon gestoßen bin, habe ich mir den Film geshoppt. Für 6 oder 7 € konnte man sich den Film kaufen. Bei Mission Impossible zahlt sich das auf jeden Fall aus, da ich diese Filme immer wieder gerne anschaue. Es sind fantastisch gemachte Action-Blockbuster-Filme, und Tom Cruise geht sowieso immer. Seine Stunts, die er stets selbst macht, sind inzwischen legendär und eigentlich geht es nur mehr darum, wie er sich als Ethan Hunt immer wieder selbst übertreffen kann.

Wobei das nicht ganz stimmt. Denn bei Mission Impossible kommt eine durchaus interessante Geschichte dazu. Zwar ist eine gewisse Kontinuität schon immer gegeben, doch besonders seit Teil 4 scheint die Geschichte stringenter, durchdachter und mehr eine fortlaufende Erzählung zu sein, als es davor noch der Fall war. Die Intrigen und wer, wen hintergeht, sind spannend gemacht; die Bösewichte und „Nebencharakter“ von coolen und talentierten Schauspieler*innen dargestellt. Nicht zuletzt seien hier unter anderem Henry Cavill, Sean Harris, Venessa Kirby, Simon Pegg, Rebecca Ferguson, Ving Rhames und Hayley Atwell erwähnt.

Der erste Teil von Dead Reckoning kann sich durchaus sehen lassen. Wobei mir im Nachhinein eher die Geschichte im Kopf geblieben ist. Mir kommt es so vor, als seien die Action-Sequenzen nicht der Hauptfokus gewesen, selbst wenn diese selbstverständlich gewaltig ausfallen. Es sind auch Hommagen an vergangene Filme untergebracht, die ich zu schätzen wusste und nicht zu aufdringlich sind. Das Einzige, was ein bisschen untergegangen ist, ist der größte Stunt des Films. Tom Cruise stürzt sich hier mit einem Motorrad von einer Klippe und segelt dann mit einem Fallschirm weiter. Das Making-of dazu ist um ein Vielfaches beeindruckender, als es im Film wirkt.

Die Rampe, die gebaut werden musste, muss natürlich per CGI versteckt werden. Zwar ist das CGI hervorragend gemacht, aber es verleiht der gesamten Szene etwas Unwirkliches. Ich kann nur empfehlen, das Making-of anzusehen. Erst da wird einem der Aufwand und die Vorbereitung, die in diesem Sprung geflossen sind, so wirklich bewusst. Gleichwohl ist die Action- und Stunt-Arbeit herausragend. So etwas sieht man mittlerweile leider viel zu selten in Blockbuster-Filmen.

Tatsächlich mag ich auch den Gegner, den sie sich dieses Mal für Ethan Hunt ausgesucht haben. Zwar spielt KI eine enorme und zentrale Rolle in dieser Geschichte, aber die Art und Weise, wie sie eingesetzt und umgesetzt wird, ist nachvollziehbar. Es wirkt nicht kitschig, übertrieben oder over-the-top, wie man es bei schlechteren Filmen sehen würde. Vor allem durch die menschlichen Handlanger erhält die Bedrohung einen intimeren und persönlicheren Aspekt. Esai Morales und Pom Klementieff sind tolle Gegenspieler für Tom Cruise. Jede*r von ihnen hat eine einzigartige Präsenz und ihre Bedrohung hat Platz, sich zu entfalten.

Ob es wirklich zwei Teile für das große Finale von Mission Impossible benötigt, wird sich nächstes Jahr zeigen. Und ob es tatsächlich die letzten Einträge in dieser fantastischen Filmreihe sind. Dead Reckoning hat mich auf jeden Fall überzeugt.

Snoopy snackt

Ich habe mal wieder eines von den Snoopy-Sets gebaut, die ich mir über die vergangenen Wochen besorgt hatte. Es handelt sich um ein kleines 5-Euro-Set, das sich angenehm und schnell nebenbei bauen lässt. Weiterhin bin ich sehr begeistert von diesen kleinen Dioramen, die BlueBrixx hier umsetzt.

Trotz der kleinen Größe merkt man, dass sie mit Liebe zum Detail gestaltet sind. In der Picknick-Szene gibt es nicht nur eine Bank, sondern ebenso eine ausgebreitete Decke mit den Leckereien. Die Laterne und der gedruckte Hintergrund tragen noch den Rest zu einem gelungenen Set bei. Das Einzige, was ich mir noch wünschen würde, ist, dass das Baguette und die Breze aufgenoppt werden könnten, aber aufgrund der Größe dieser Teile wahrscheinlich nicht wirklich umzusetzen. Die Snoopy-Sets sind hervorragend und eine klare Empfehlung. Vielleicht schaue ich mir nächste Woche das Camping-Set an.

AirPods 4 mit Noise-Canceling

Seit ein paar Wochen habe ich die neuen AirPods 4 mit Active-Noise-Canceling im Einsatz. Von den 3ern war ich zwar audiotechnisch sehr angetan, doch die Passform war für meine Ohren nicht ganz optimal. Es fühlte sich immer so an, als würde ich sie verlieren. Zwar sind sie mir nie wirklich aus den Ohren gefallen, selbst beim Sport nicht, doch die 2er hatten einen besseren Sitz. Deshalb war ich neugierig, ob nun die Änderungen der 4er für mich passen würden.

Die AirPods Pro waren keine Option, da ich die Gummi-Nubsis nicht ertrage. Das Tragegefühl ist für mich alles andere als angenehm und ich komme mir zu abgeschottet vor. Deshalb bin ich sehr froh darüber, dass Apple weiterhin diese Variante an Kopfhörern produziert und versucht, die Technologien der Pro-Geräte ebenso in die normalen AirPods zu bringen. Wirkliche Alternativen hätte ich noch nicht gefunden, vor allem, was den Funktionsumfang und die Qualität von den AirPods erreicht.

Was die Form und den Sitz anbelangt, bin ich von den AirPods 4 positiv überrascht. Sie passen für meine Ohren perfekt und dichten recht gut ab. Also eine gute Mischung aus den vergangenen Generationen. Ich habe mich für die ANC-Variante entschieden, da es doch manchmal angenehm sein kann, die Umgebungsgeräusche zu reduzieren und auszublenden.

Doch wie gut ist das ANC nun? Natürlich wird es nicht die Qualität von Over-Ear-Kopfhörern erreichen oder die der AirPods Pro. Aber man kann neben einer gut befahrenen Straße spazieren oder nebenbei Staubsaugen und trotzdem Podcasts hören. Meine letzten ANC-Kopfhörer-Tests sind schon eine Weile her, aber die AirPods 4 erreichen durchaus eine erstaunlich gute Qualität, was das ANC betrifft. Es ist noch etwas gewöhnungsbedürftig, da der Druckausgleich (oder wie man es auch nennen will), nicht zu 100 % funktioniert und etwas unangenehm ist. Es kann aber auch sein, dass es einer Gewöhnung bedarf. Das muss ich noch weiter testen.

Eine Funktion, mit der ich nicht gerechnet hatte, ist die automatische Lautstärke-Anpassung. Je nachdem, was gerade neben einem passiert, wird die Lautstärke automatisch nach oben oder unten korrigiert. Das geschieht relativ flott und fühlt sich instantan an. Draußen ist natürlich noch der Wind ein Faktor. Wenn der stärker weht und genau die Mikrofone der AirPods trifft, dann regeln diese natürlich etwas rauf. Aber selbst wenn ein Auto vorbeifährt oder andere kurzfristige, lautere Geräusche zu hören sind, wird die Lautstärke angenehm rauf und runter reguliert. Sie werden auch erstaunlich leise, wenn man sich in einer ruhigen Umgebung befindet und trotzdem sind die Stimmen noch deutlich zu hören.

Das Case ist leider etwas kleiner geworden im Vergleich zu den AirPods 3. Ich sage »leider«, weil sich das Herausnehmen der AirPods deshalb etwas frickelig anfühlt, so als ob sie gleich aus der Hand fallen würden. Aber die richtigen Handgriffe werde ich noch herausfinden. Außerdem hätte man die Größe des Cases beibehalten können, da man dann mehr Akku mit sich herumtragen könnte. Aber das ist ja eine gängige Kritik bei Apple, dass die Dünne und Größe eines Gerätes über der Akkukapazität steht.

Im Großen und Ganzen bin ich aber sehr begeistert von den neuen AirPods 4 mit ANC. Eine gute Weiterentwicklung der Reihe. Wenn im Laufe der Zeit noch mehr Features der Pro-Variante in die normalen AirPods wandern, bin ich schon sehr gespannt, was die nächste Generation zu bieten haben wird. Aber darauf werden wir wohl noch etwas warten müssen. Zwischen den AirPods 3 und 4 lagen immerhin auch 3 Jahre.

Die Meinung anderer

Es ist manchmal wirklich nicht leicht, die Meinung anderer auszublenden. Von überall prallen die Ansichten, Meinungen und Weltanschauungen auf uns ein. Da kann es manchmal ganz hilfreich sein, die eigenen Gedanken zu ordnen und zu hinterfragen, ob die aktuelle Einstellung wirklich meinen Überzeugungen entspricht oder ob ich mich nur von den lautesten Stimmen beeinflussen lasse. Das kann in trivialen Dingen ebenso passieren wie in weitreichenden oder politischen.

Diese extrinsische Beeinflussung der eigenen Ansichten, die natürlich immer gegeben ist, kann uns auf unterschiedliche Arten beeinflussen. Manchmal ist unser Verhalten betroffen, manchmal aber einfach nur die Freude an gewissen Dingen. Das zu hinterfragen und sich dagegenzustemmen ist nicht immer einfach, aber notwendig. Denn mitlaufen und sich der Entrüstung zu beteiligen, mit den lauten Stimmen mitzuschwimmen, weil es gerade ein auserkorenes Opfer gibt, welches sich besonders anbietet, bedarf keiner großen Überlegung. Ob es allerdings förderlich ist, sei dahingestellt.

Nehmen wir ein einfaches Beispiel aus dem Serienbereich. The Acolyte ist eine Serie im Star Wars Universum und scheint alles andere als gut zu sein. Allein die Interviews des Casts haben mir ausgereicht, um mir zu verraten, dass hinter dieser Serie keine Leidenschaft oder ein respektvoller Umgang mit dem Material steht. Stattdessen ist es ein Sammelsurium aus seltsamen Ideen und Ereignissen, die nichts mit der ursprünglichen Idee von der Ära The High Republic zu tun haben. Aber darüber habe ich bereits geschrieben (Wie man eine IP zerstört).

Mit meinem Text von damals bin ich etwas auf den Zug aufgesprungen und habe mich vielleicht daran beteiligt, die Serie extra schlechtzureden. Bei mir ging die Motivation für den Text von einer Art Frust aus, der sich seit der Übernahme von Lucasfilm durch Disney abzeichnete. Wenn es eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem Thema ist, welche Probleme es gibt und was man besser machen soll und kann, ist es eine fruchtbare Diskussion. Aber wenn es nur darum geht, draufzuhauen, um eben draufzuhauen, entstehen Texte und Videos, die ich seit Jahren versuche zu vermeiden.

Immerhin sind Serien ebenso nur ein Hobby. Hobbys sollen Freude bereiten und Spaß machen. Wenn sie das nicht mehr tun, dann wende ich mich eben anderen Dingen zu. Oder wenn die Fan-Gemeinde zu toxisch wird, dann setze ich mich mit dieser so wenig wie möglich auseinander, suche mir die Ecken des Internets, in denen die Freude am Thema noch vorhanden ist, wo respektvoll miteinander umgegangen wird. Alles andere sollte man ignorieren und den toxischen Stimmen keine Plattform bieten.

Bewusstgeworden ist mir das erst so richtig anhand von der Amazon-Serie Die Ringe der Macht. Aktuell läuft die zweite Staffel, genauer gesagt, geht sie zu Ende. Die Serie wird viel gescholten und sich über alles Mögliche lustig gemacht. Auf YouTube flog sogar ein Video an mir vorbei, wo der Serie der Status einer Fantasy-Serie abgesprochen wird. Ich habe es mir natürlich nicht angesehen. Statt sich darauf zu konzentrieren, was schlecht ist, fokussiere ich mich lieber auf die guten Dinge.

Dazu muss man die anderen Stimmen, die sich vielleicht schon im Hinterkopf versuchen einzunisten, ignorieren und aktiv hinterfragen. Bei einer Serie wie Ringe der Macht ist die Frage allerdings relativ einfach: Macht mir die Serie Freude? Und bei mir ist die Antwort eindeutig, ja. Besonders die Folgen 5 bis 7, welche ich in einem Rutsch geschaut habe, waren fantastisch.

Wie ich bereits in der Vergangenheit festgehalten habe (Ringe an die Macht) gefällt mir die Storyline um die Zwerge am meisten. Durin und Disa haben eine ausgezeichnete Dynamik und funktionieren wunderbar miteinander. Die Elben rund um Galadriel und Elrond, mit ihren internen Streitigkeiten und den Gefahren, denen sie sich gegenübersehen, sind ebenso überzeugend. Mittlerweile habe ich mich auch an Saurons Darstellung gewöhnt. Seine Manipulation von Celebrimbor (dem Schmied der Ringe) gehört für mich zu den Höhepunkten der zweiten Staffel.

Ich schreibe diesen Text, bevor ich das Finale gesehen habe, freue mich aber sehr darauf. Die Schlacht in der vergangenen Episode war zerstörerisch und tragisch, von heldenhaften Momenten ebenso gespickt wie von coolen Action-Einlagen. Das Einzige, was ich weiterhin nicht ganz nachvollziehen kann, ist das Geschehen in Númenor, aber das dortige Chaos wird mit der Zeit vielleicht auch Sinn ergeben. Und wenn nicht, dann ist es eben so.

Die Meinung von anderen ignorieren oder zumindest zu hinterfragen ist nicht nur hilfreich, sondern notwendig. Bin ich wirklich der Meinung, dass x so schlecht ist oder fühle ich mich nur dazu verpflichtet mitzuschwimmen, weil es einfach ist. Sich das bewusst zu machen, ist wichtig. Das fängt bei kleinen Dingen wie eben Serien an, kann aber große Auswirkungen haben, wenn wir das weiterführen und weiterdenken. Lassen wir uns nicht von den lautesten Stimmen beeinflussen. Bilden wir unsere eigene Meinung und hinterfragen sie. Ständig und immer wieder.

Der Zauber des ersten Mals

Es gibt Spiele, die einem für immer im Gedächtnis bleiben. Sei es ob der Entscheidungen, die man treffen muss, der faszinierenden Welt, in der man sich bewegt, oder der interessanten, mitreißenden Geschichte, die erzählt wird. Die Gründe sind mannigfaltig, wie die Genres, in denen sich das alles abspielen kann. Doch Spiele erneut zum ersten Mal zu erleben ist leider etwas schwierig. Wir haben kein Blitzdings, wie in Men in Black. Ein paar Einstellungen, ein Knopfdruck und die Erinnerung ist weg. Schon kann man von Neuem beginnen.

Doch vielleicht gibt es Alternativen. Ein YouTuber (Daryl Talks Games), den ich schon seit ein paar Jahren verfolge, hat zu diesem Thema vor Kurzem ein Video gemacht – Link ist unten. Auch er kommt zu keinem guten, machbaren Ergebnis.

Was helfen würde, ist Folgendes: Das Spiel so schnell wie möglich durchspielen; dann beiseitelegen. Für mindestens ein Jahr das Spiel nicht anfassen, keine Videos dazu ansehen, gar nichts. Im Idealfall aber etwas länger. Wenn man dann das Spiel nochmal einlegt, hat man die Chance, das meiste oder zumindest die Details vergessen zu haben und das erste Spielgefühl noch einmal nachspüren zu können. Aber ist es dann wirklich so großartig, wenn man durch hetzt und sich dann nie wieder damit beschäftigen darf?

Sein Tipp am Ende, den ich sehr schön finde, ist, dass man das alles nicht machen sollte. Die Spiele genießen, sich damit auseinandersetzen und eine schöne Zeit damit verbringen. Genau dann werden sie ja zu den großen Titeln in unserem Leben, die uns lange Zeit begleiten. Weil wir uns damit beschäftigen. Mit den verschiedenen Aspekten eines Spiels. Sei es die Entstehungsgeschichte, die Lore im Spiel, die verschiedenen Mechaniken, die Mythologie, die darin aufgebaut wird, Stärken und Schwächen von Gegnern. Es gibt so viele Facetten, die einen beschäftigen können.

Ich muss mal wieder Elden Ring als Beispiel nehmen. Aus meiner Vergangenheit gäbe es sicher noch andere, wie Assassins Creed II, oder die alten Mario-Titel auf dem SNES von Nintendo. Aber Elden Ring ist aktueller und daher vielleicht nachvollziehbarer.

Ich habe das Spiel auf verschiedenen Ebenen erlebt. Das erste Mal war das Let’s Play von TheRadBrad, als das Spiel herauskam. Dann habe ich es eineinhalb Jahre später selbst gespielt und mich intensiv damit beschäftigt. Anschließend erschien das DLC, welches ich ohne Vorwissen und sonstiges komplett neu und selbst erlebt habe. Für das DLC habe ich mir außerdem das Blind Playthrough von Jokerface angesehen. Schlussendlich habe ich mir noch sein Blind Playthrough vom ursprünglichen Elden Ring angesehen.

Let’s Plays anzusehen ist für mich, als würde man das Spiel noch einmal neu erleben. Ich mag die Reaktionen der Spielenden. Besonders wenn man diese schon länger verfolgt und weiß, dass diese Reaktionen authentisch sind. Es ist nichts aufgesetzt oder übertrieben, sondern sie interessieren sich für das Spiel, das Genre und wollen, dass auch ihre Zuschauer ein entsprechendes Erlebnis haben.

Ich mag zum Beispiel die Herangehensweise von TheRadBrad. Er spielt unter anderem Spiele, weil er sie Menschen zur Verfügung stellen will, die es sich nicht leisten können. Oder die selbst gewisse Spiele nicht spielen wollen oder die Horror-Spiele nicht allein spielen können. Zu letzterem würde ich mich zählen. Das finde ich eine großartige Einstellung.

Wenn man ein oder zwei Streamer für sich gefunden hat, deren Art zu spielen und deren Präsentation einem zusagen, ist schon viel gewonnen. Dann kann man sowohl ein Spiel selbst spielen als auch deren Reaktionen genießen. Für Elden Ring hat das für mich einwandfrei funktioniert. Aber es gibt ja genug andere Spiele und Herausforderungen, die gemeistert werden wollen. Von daher ist es vielleicht gar nicht nötig, diesem melancholischen Gefühl der initialen Erfahrung hinterherzujagen. Vielleicht ist es besser, in die Zukunft zu schauen und sich dem nächsten Abenteuer zu widmen. Man weiß ja nie, welchen Schatz man findet.

Kursbuch zum Thema Exil

Nachdem ich den Newsletter von Kursbuch-online schon seit einigen Monaten abonniert habe, wurde es an der Zeit, eine Text-Sammlung zu testen. Ich mag den Montagsnewsletter, den sich drei Autor*innen in abwechselnder Reihenfolge teilen, sehr gerne lesen. Es wird über aktuelle Themen nachgedacht, sich Zeit gelassen und von einer bestimmten Perspektive aus beobachtet. Ähnliches erwartete ich von den gedruckten Kursbüchern.

Jedes Kursbuch widmet sich einem bestimmten Thema. Vor Kurzem erschien das Kursbuch 219 zum Thema Exil, das ich auch gleich bestellt habe. Verschiedenste Autor*innen widmen sich diesem Thema aus ihrer ganz spezifischen Perspektive. Es können philosophische oder soziologische Essays sein. Aber auch Gedichte und Textpassagen aus Berichten bzw. Büchern finden Platz. Ebenso kommt ein Interview mit zwei Regisseurinnen vor, die einen Dokumentarfilm gedreht haben, der sich auf ganz spezielle Weise dem Thema annähert.

Der Begriff Exil wird durch diese unterschiedlichen Herangehensweisen aufgebrochen und es erschließt sich einem eine völlig neue Definition. Exil ist etwas sehr Vielfältiges und Vielschichtiges; kann auf Situationen angewendet werden, die man zuvor vielleicht nicht bedacht hat. Es kann sowohl etwas Örtliches als auch etwas Geistiges sein. Ich war wirklich sehr angetan und begeistert von den Texten.

Jedoch sind manche davon unnötig komplex geschrieben. Besonders ein Text Wie der Fisch an Land, aber auch Babylonien, Marburg, Kleinarmenien und anderswo, sind mir negativ aufgefallen. Erst genannter verwendet beispielsweise Zwischenüberschriften, was dem Zweiten nicht geschadet hätte. So behält man besser den Überblick und weiß, wann der Autor endlich zum Thema kommt und wie lange die Einleitung noch dauert.

Ich mag ausschweifende philosophische Texte. Sie dürfen mich gerne intellektuell fordern oder gerne auch mal überfordern. Es ist wie beim ersten Buch von Thomas Mann, das man liest. Man muss sich erst einmal an die Schachtelsätze gewöhnen. Aber wenn man ruhig und konzentriert weiterliest, erschließt sich der Sinn und die Bedeutung dahinter. Aber Thomas Mann schrieb eben großartige Romane und keine unnötig komplexen Philosophietexte (meines Wissens zumindest).

Wie der Fisch an Land dürfte gerne ein paar Seiten länger sein, dafür aber etwas einfacher zu lesen. Schachtelsätze bekommen hier eine neue Definition, wenn nicht nur mit Kommata, sondern auch mit ineinander verschachtelten Gedankenstrichen gearbeitet wird. Es wird davon ausgegangen, dass ich gewisse philosophische Ansätze kenne und mit Fachbegriffen vertraut bin.

Seit ich mich vor ein paar Monaten etwas mit einfacher Sprache beschäftigt habe, fällt mir so etwas besonders negativ auf. Aber unnötig komplex geschriebene wissenschaftliche Texte sind sowieso ein allgemeines Problem von vielen deutschsprachigen Autor*innen. Im Englischen tue ich mir vergleichsweise leicht, einen Text zu einem ähnlichen Thema zu verstehen. Sie sind eingängiger und einfacher geschrieben. Ich weiß nicht, warum sich philosophische und/oder wissenschaftliche Abhandlungen im Deutschen über Komplexität profilieren müssen. Es geht auch anders. Und würde zudem mehr Menschen erreichen.

Dazu ist nicht einmal viel nötig. Streicht die Schachtelsätze und erklärt mehr Begrifflichkeiten durch entsprechende Fußnoten. Allein diese beiden Dinge würden so manche Texte um einiges verständlicher machen. Aber außer dieser Kritik hat mich das Kursbuch 219 durchaus überzeugt. Es sind tolle Perspektiven auf ein Thema, über das ich mir eigentlich noch nie wirklich Gedanken gemacht habe. Es regt zum Nachdenken an.