Browsing Category Blog

Your blog category

Spoiler und Shadow of the Erdtree

Im April habe ich einen Text über Spoiler-Warnungen geschrieben (Spoiler-Warnungen). Darin habe ich die regelrechte Angst vor Spoilern kritisiert. Eine gute Geschichte könne durch Spoiler nicht wirklich ruiniert werden. Es kann natürlich das Erlebnis ein bisschen trügen, wenn man in einem Krimi von vorneherein den Täter kennt, aber Columbo hat über viele Jahre und viele Episoden gezeigt, dass es auch anders geht. Wie es scheint, bestätigen Ausnahmen die Regel. Denn in zwei Wochen erscheint das Elden Ring DLC Shadow of the Erdtree. Am liebsten würde ich einen Zeitsprung in die Zukunft machen, um so neutral wie möglich in diese Erweiterung einsteigen zu können.

Die ersten YouTuber und Spiele-Webseiten konnten scheinbar schon die ersten drei Stunden des Spiels testen. Den Thumbnails auf YouTube nach zu urteilen, ist es ein fantastisches Spiel. Genau das, was man sich erwartet hat. Eine Erweiterung zu Elden Ring, die auf den etablierten Systemen und Mechaniken aufbaut. Zwar gibt es ein neues Level-System, aber das dient lediglich als Ergänzung zum bestehenden. Es soll verhindern, dass Level 250 Charaktere einfach nur durchspazieren können. Es sollen alle erneut gefordert werden. Das freut mich.

Zu oft erlebt man es, dass Spieleentwickler unbedingt mit einer Fotsetzung oder dergleichen etwas Neues machen wollen. Unbedingt muss sich das Neue vom Alten unterscheiden, weil man nicht zweimal das Gleiche machen kann. In manchen Franchise mag das so sein, aber meistens wollen die Fans doch mehr vom Gleichen. Etwas, das auf dem bekannten aufbaut, aber ein neues Erlebnis als Ganzes liefert. Genau diesen Spagat scheint Shadow of the Erdtree hinzubekommen.

Nur sind die Berichte und Thumbnails schon dermaßen überbordend mit Superlativen, dass ich mich bemühen muss, meine Erwartung bewusst niedrig zu halten. Oder zumindest auf einem guten Mittelmaß. Denn wenn die Erwartungen zu hoch werden, ist das niemandem gegenüber fair. Außerdem frage ich mich, wie zuverlässig es wirklich ist, ein Spiel nach drei Stunden in solchem Maße zu loben. Vielleicht verschießt FromSoftware ihr ganzes Pulver bereits am Anfang. Unwahrscheinlich, aber es könnte sein.

Ich hätte es besser gefunden, wenn niemand vorab einen Blick auf das DLC bekommt. Elden Ring war ein überraschender Erfolg, mit dem wohl niemand so gerechnet hat. Das DLC wird seit Monaten gehypt, es wird darüber spekuliert und jede Sekunde der Trailer analysiert. Da braucht es diese vorab Tests meiner Meinung nach nicht. Viel lieber hätte ich gesehen, wie sich diese spezielle Community als ganzes am 21. Juni hinsetzt und das Spiel quasi gemeinsam erlebt. Ich freue mich schon sehr darauf und will mit so wenig Wissen wie möglich hineingehen.

Immerhin habe ich fast zwei Jahre gebraucht, bis ich Elden Ring angefangen habe. Ich hatte den Luxus von Einsteigerguides, Walkthroughs, Let’s Plays und einem umfangreichen Wiki, sowie zwei dicken Hardcover Büchern, die die Welt und alles darin erklären. Und auch wenn das Let’s Play mit TheRadBrad damals wirklich beeindruckend war beim Zuschauen und ich mitgefiebert habe, so freue ich mich darauf, es dieses Mal komplett selbst zu erleben. Durch ein Nebeltor zu gehen, ohne zu wissen, welcher Boss mich erwartet. Herauszufinden, wie man sie besiegt, welche Taktiken und Strategien man anwenden muss. Und einfach nur die fantastischen Kulissen entdecken, die einen erwarten. Ein wahrhaftiges Elden Ring Erlebnis eben.

Bewältigungsstrategien

Es gibt Menschen, die immer in Kontrolle zu sein scheinen. Sie sind ruhig, bedacht, ärgern sich über nichts. Wenn, dann diskutieren sie vielleicht angeregt über das Thema oder eine Situation, aber das war es dann. Ich versuche selbst, diese Zen-Mentalität aufrechtzuerhalten. Wobei für mich hinter diesem Begriff oder dieser Philosophie ebenfalls eine allgemeine, optimistische Einstellung steckt. Etwas Hoffnungsvolles, wenn man so will. Ich nehme lieber in Kauf, bisweilen enttäuscht zu werden, als durchweg mit einer negativen, pessimistischen Einstellung durchs Leben zu gehen.

Manche Menschen scheinen von Natur aus eine solche Zen-Mentalität zu haben (ich verwende den Begriff ab hier als Abkürzung für die oben beschriebenen Eigenschaften). Ich kaufe ihnen das nicht so recht ab. Zumindest nicht auf den ersten Blick. Denn wenn wir ehrlich sind, steckt mit Sicherheit viel Arbeit dahinter. Wie auch immer diese Arbeit definiert sein mag. Es kann auf Erfahrung beruhen oder Training, mit erlittenen Fehlschlägen zusammenhängen oder einer gesunden, mentalen Stabilität, die man sich hart erkämpft hat. Oder aber alles auf einmal, was mir mehr einleuchtet, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann.

Es gibt nicht das eine Rezept, die Super-Strategie, für eine solche Einstellung. Genauso wenig, wie es die einfache Methode gibt, abzuspecken. Es steckt Arbeit, Kraft und Aufwand dahinter – ein Wille. Zu oft erlebe ich es, wie sich Menschen gütlich damit tun, sich in ihrem Schicksal zu suhlen. Zu jammern, sich aufzuregen, zu schimpfen, Schuldige zu suchen – was auch immer. Sich passiv und reaktiv zu zeigen einer Situation gegenüber oder etwas, das passiert ist, statt einen Weg zu suchen, wie man aus dieser Situation wieder herauskommt.

Dabei muss es nicht um irgendwelche großen Schicksalsschläge gehen. Es reichen die alltäglichen Umstände und Situationen aus. Wie gehe ich mit dem täglichen Wahnsinn um? Nur um es etwas überspitzt zu formulieren. Natürlich kann es gut sein, sich den Frust von der Seele zu jammern. Das kenne ich von mir selbst. Nur sollte man es nicht damit verwechseln, sich in Rage zu reden. Sich immer weiter hineinzusteigern, bis es kaum mehr einen Ausweg zu geben scheint, als sich der Situation zu ergeben und sich noch mehr aufzuregen. Dafür ist mir die Lebenszeit zu schade.

Was ich selbst beispielsweise auch gerne mache, ist, mit anderen darüber zu reden. Mich, wie gesagt, erstmal über die Situation aufregen, wenn es mich wirklich belastet, um den Frust loszuwerden. Wobei ich das mittlerweile eher mache, um die Reaktion und Einschätzung des Gegenübers zu bekommen. Also zu erfahren, ob meine intuitive Reaktion der Situation gegenüber überhaupt gerechtfertigt ist. Oder kann man es vielleicht anders sehen. Einen Perspektivwechsel vornehmen. Manchmal steht man sich dafür selbst im Weg und braucht erst einmal den Input Dritter, um eine andere Sichtweise überhaupt erst in Betracht ziehen zu können.

Ich kann mich auch fragen, ob ich etwas machen kann, damit die Situation besser wird. Oder kann ich sowieso nichts machen, außer abzuwarten? Beispielsweise wenn die Straße zum Haus für ein paar Wochen kaum benutzbar ist, weil diese neu gemacht wird und man deshalb mit Bestellung wartet, bis diese wieder befahrbar ist, weil selbst die Post kaum bis keinen Platz hat, um zum Haus zu gelangen, oder man den Zug zur Arbeit nimmt, um das eigene Auto zu schonen, weil man sich bereits einen Reifen kaputt gefahren hat – nur um ein völlig hypothetisches Beispiel zu nennen. Man kann auch versuchen, es mit etwas Humor zu nehmen, das hilft ja meistens. Oder einen Blog-Beitrag darüber schreiben.

Jedenfalls gibt es verschiedenste Möglichkeiten, damit umzugehen. Ich verliere mich beispielsweise auch gerne im Training. Eine 45-minütige Session mit den Apple Fitness Plus Trainern Dice, Jessica oder Jonelle und schon geht es mir besser. Ich fokussiere mich voll und ganz auf das Workout und vergesse ein bisschen die Welt um mich herum. Anschließend eine kalte Dusche und man fühlt sich wie neu geboren. Auf dem Weg in die Arbeit, den ich mittlerweile lieber mit dem Zug bestreite, genieße ich nicht nur die Entschleunigung zur Arbeit und wieder nach Hause, sondern die frische Luft und die zusätzliche Bewegung. Außerdem habe ich mehr Zeit, um meine liebsten Podcasts zu hören. Die Einkäufe erledige ich am Wochenende, weil da die Straße befahrbar ist.

Zu jeder Situation, die überwunden werden möchte, gehört eben auch eine gewisse Portion Flexibilität. Ich kann nicht erwarten, stur auf meine bisherigen Tagesabläufe zu bestehen, wenn dies den Umständen entsprechend nicht möglich ist. Ich muss mich anpassen, aktiv nach Möglichkeiten suchen, wie ich es besser machen kann. Vielleicht sogar etwas Positives darin zu finden. Ich sage nicht, dass es leicht wäre. Trotzdem versuche ich es jeden Tag aufs Neue besser zu machen und Wege zu finden, meine optimistische Zen-Mentalität aufrechtzuerhalten. Man sollte es nur nicht mit erzwungener Ruhe verwechseln, während innerlich ein Sturm brodelt – das ist wiederum nicht gesund – für niemanden.

Für mich gehört ebenfalls dazu, sich um den Körper zu kümmern. Wie vielleicht schon deutlich wurde. Denn wenn ich Junkfood fressend stundenlang YouTube-Videos schaue und dann schlecht, wenige Stunden schlafe, trägt dies nicht gerade zur (mentalen) Belastbarkeit bei. Ausgeglichenheit ist stets eine Balance zwischen Körper und Geist – was mir zwar etwas zu esoterisch klingt, aber es ist eben auch etwas Wahres dran. Man muss nur aktiv etwas dafür tun wollen. Jedes Mal aufs Neue und mit Zeit wird es immer einfacher.

Fokus auf das Wesentliche

In der Psychotherapie gibt es eine Methode, die dazu dient, sich auf die wesentlichen, tatsächlichen Dinge zu konzentrieren, die einem gerade wichtig sind. Besonders hilfreich ist diese Methode, wenn man die Tendenz dazu hat, zu viel nachzudenken oder sich in Dinge hineinzusteigern. Es soll damit unterschieden werden, zwischen denjenigen Gedanken und Vorhaben, die in der Realität verankert sind und denjenigen, die man sich vielleicht nur einreden will. Ohne spezifische Gewichtung, ob das nun gute oder schlechte Dinge sind. Es geht nur darum, sich darüber im Klaren zu sein, was man möchte.

Im Grunde ist es eine ganz einfache Technik. Man bildet Sätze mit »Ich bin …«, »Ich soll …« und »Ich möchte …«. Es ist eine konkretisierte Variante der Meditationstechnik, in der man einfach nur aufkommende Gedanken mit »thinking« betitelt und dann wieder davonschweben lässt, um sich weiter auf die Meditation konzentrieren zu können. Beide haben ihre jeweilige Daseinsberechtigung und können in unterschiedlichen Situationen helfen. Aber besonders die Ausformulierung in Sätzen mit »Ich bin …«, »Ich soll …« und »Ich möchte …« kann sehr mächtig sein. Sie zwingt zur Reflexion und zum Nachdenken.

Es wird bei den Formulierungen schon klar, dass es als Erstes um die Gegenwart geht. Um das, was sich vor einem befindet und was sich gerade in dem Moment abspielt. Wer man ist. Als Zweites wird mit der soll-Formulierung alles abgedeckt, was man sich einredet, tun zu müssen. Da können sowohl intrinsische Motivationen dahinterstecken als auch extrinsische. Erneut ohne jedwede Gewichtung. Einfach nur festhalten. Schließlich macht man sich Gedanken darüber, was man tatsächlich möchte. Stimmen die soll-Themen mit den möchte-Zielen überein, dann ist alles okay. Ist das nicht der Fall, lohnt es sich, vielleicht nochmal darüber nachzudenken. Warum verfolgt man die Themen trotzdem weiter? Sind sie wirklich wichtig oder kann man sie loslassen? Ist die Energie, die man dafür aufwendet, eventuell besser in den Zielen aufgehoben, die man tatsächlich erreichen möchte?

Warum schreibe ich darüber? Weil ich mir in letzter Zeit Gedanken darüber mache, welche Hobbys für mich wirklich wichtig sind. Ich habe die Tendenz, viele Projekte auf einmal zu verfolgen und anzufangen. Über die vergangenen Jahre habe ich so einige Tätigkeiten wieder aufgenommen, beispielsweise Warhammer-Figuren zu bemalen. Das Problem ist nur, dass irgendwann nicht viel Zeit für die einzelnen Themen übrig bleibt, wenn man zu viele anfängt. Außerdem sind Hobbys auch immer mit Geld verbunden. Sind sie es mir also finanziell wert, sie weiterzuverfolgen oder stecke ich das Geld vielleicht lieber in ein anderes Hobby, das mir wichtiger ist?

Über die nächsten Wochen und Monate werde ich so einige Dinge, die sich angesammelt haben, zu verkaufen versuchen. Allein schon die Wohnung etwas auszumisten, aufzuräumen und den Platz von Kram zu befreien, kann eine Wohltat an sich sein. Schließlich ist das Ausmisten stets mit Aufwand verbunden und dabei kann man sich wunderbar Gedanken darüber machen, ob man das jeweilige Ding wirklich benötigt oder nicht. Mal sehen, was bei mir so alles unter den sprichwörtlichen Hammer kommt.

Aber die Methode mit den Formulierungen »Ich bin …«, »Ich soll …« und »Ich möchte …« kann für viele Lebensbereiche eingesetzt werden. Das oben beschriebene Szenario ist lediglich ein aktuelles Beispiel von mir. Es ist eine gute Übung zur Reflexion und sich Gedanken darüber zu machen, was wirklich wichtig ist.

Gut Beraten

Am Wochenende war ich spontan mit der Family im Forum 1 in Salzburg unterwegs. Alle brauchten neue Brillen und/oder Sonnenbrillen. Da kam mir die Gelegenheit, mitzufahren und ebenfalls nach neuen Sonnenbrillen zu schauen, ganz gelegen. Vor ein paar Wochen hatte ich meine verspiegelte Sonnenbrille leider kaputt gemacht. Geheimtipp: Verschmutzungen nicht mit dem Fingernagel entfernen. Lieber die Brille mit Wasser und einem Tuch säubern. Bei meinem Fingernagel-Versuch kratzte ich nämlich nicht nur den Schmutz weg, sondern auch die verspiegelte Schicht. Nun habe ich einen gut sichtbaren Kratzer in der Brille, der mitten im Sichtfeld ist und stört.

Meine andere Sonnenbrille, eine Fliegerbrille, wenn man so will, ist ebenfalls schon zerkratzt. Nicht so schlimm, aber man sieht es trotzdem bereits im Sichtfeld, wenn ich die Brille trage. Wenn ich unterwegs bin, habe ich meist eine kleine Umhängetasche bei mir, die man sich quer über den Rücken hängt. Ein Brillenetui hat es da allerdings noch nicht reingeschafft. Deshalb ist der Fehler allein bei mir, dass auch diese Sonnenbrille früher als notwendig ihr Lebensende erreicht hat.

Zum Glück gibt es im Forum nicht nur ein Geschäft, in dem man Sonnenbrillen findet. Es ist immer eine kleine Herausforderung, die passende zu finden. Vor allem sehen irgendwann alle Formen gleich aus. Man sieht keinen Unterschied mehr und es drücken alle Bügel gleichermaßen. Aber eine nette Beraterin beim Hartlauer hat mir zu zwei tollen Exemplaren verholfen.

Eine ist eine typische, sportlichere Sonnenbrille. Bei der anderen bin ich ein kleines Wagnis eingegangen und versuche etwas Neues. Es ist nämlich eine Sonnenbrille, die sich mit dem UV-Licht automatisch verdunkelt. So passt sich die Dimmung der Gläser quasi dem Lichtverhältnis draußen an. Im Geschäft hat sie das kurz mit einem Gerät simuliert und das Ergebnis war durchaus zufriedenstellend. Wie es sich aber im Alltag schlägt, muss sich erst noch zeigen. Ich stelle es mir aber praktisch vor, da man die Brille dann nicht auf- und absetzen muss. Das Aufhellen der Gläser dauert zwar etwas länger als das Verdunkeln, aber wenn es halbwegs zuverlässig funktioniert, hat sich der kleine Aufpreis gelohnt.

Jedenfalls bin ich, was Sonnenbrillen anbelangt, wieder gut ausgestattet und habe weniger Geld benötigt als gedacht. Bisher hatte ich nur Ray Ban Sonnenbrillen und habe mich schon auf das Schlimmste vorbereitet, aber diese sportlichen Varianten sind auf der preiswerten Seite angesiedelt. Und das praktische ist, es sind kleine, flexible Stoff-Etuis dabei, die ich mit Sicherheit in meine Umhängetasche tun werde, damit mir diese Brillen längere Zeit gute Gesellschaft leisten können.

Die Suche nach einem Gaming-Podcast

Ich höre sehr gerne Podcasts. Am besten zu allen möglichen Themen. Sei es Geschichte, Wissenschaft, Technik, Politik, Tagesaktuelles oder einfach nur eine Gruppe von Menschen, die sich über Gott und die Welt unterhalten – solange es interessante Gespräche sind, höre ich allem zu. In den vergangenen Wochen war ich auf der Suche nach einem Podcast mit dem Schwerpunkt Videospiele und Gaming. Dabei war mir wichtig, dass es nicht nur um Berichte zu konkreten Spielen geht, sondern durchaus um Meta-Diskussionen. Also das Thema Spiele im Allgemeinen, dass sich ein Aspekt oder ein Thema herausgesucht wird, über das dann ausführlich geredet und philosophiert wird.

Nachdem ich in ein paar hinein gehört habe, bin ich recht schnell bei The Pod gelandet. Einem der bekanntesten und erfolgreichsten Spiele-Podcasts im deutschsprachigen Raum, wenn ich das richtig mitbekommen habe. The Pod ist komplett von den Hörer*innen finanziert und hat ein sehr breites Programm. Es geht sowohl um spezifische Spiele, die dann tiefgreifend auseinandergenommen werden, als auch um das große Ganze. Ich habe mich ziemlich schnell dazu entschlossen, ein Abo abzuschließen, da mich die weiteren Sendungen interessieren und ich das Projekt für unterstützenswert halte.

Beispielsweise höre ich aktuell sehr gerne die Poké-Diaries. Zwar bin ich selbst kein Pokémon-Spieler oder -Fan, aber diese Podcast-Reihe von The Pod hat es mir angetan. Darin spielen ein kompletter Noob und ein Pokémon-Profi Pokémon Schild aus dem Jahr 2019 und berichten über ihre Erfahrungen. Daraus entstehen spannende Gespräche über das Franchise, aber auch über die Geschichte des Gaming.

Die Suche nach neuen Podcasts ist immer interessant, weil es für mich dann meistens auf ein längeres Commitment hinaus läuft. Denn, wenn mir der Podcast gefällt, möchte ich so viele Sendungen wie möglich davon hören und immer auf dem Laufenden bleiben. Ein Beispiel ist etwa Talking Comics, in dem es, wie der Titel schon verrät, um Comics geht. Diesen habe ich relativ schnell zu hören begonnen, nachdem meine Leidenschaft für Comics um 2010 herum wieder aufgeflammt ist. Den Podcast habe ich dann über 10 Jahre regelmäßig gehört. Oder Bitsundso, einer meiner ersten Podcasts, den ich heute immer noch mit großer Leidenschaft höre. Man lernt ja auch die Menschen dahinter besser kennen, was für mich einen Teil der Podcast-Experience ausmacht – aber dazu kann ich mal extra einen Text verfassen. The Pod scheint jedenfalls das Potenzial zu haben, mich ebenfalls für viele Jahre zu begleiten. Wir werden sehen. Empfehlen kann ich ihn auf jeden Fall.

Benehmen in der Öffentlichkeit

Es ist aktuell das letzte verlängerte Wochenende im Mai und natürlich habe ich den freien Donnerstag genutzt, um am Mittwoch die Stammweinbar mit Freund J. aufzusuchen. Das Wetter war wunderbar, die Aussicht vom Mönchsberg fantastisch – wieder einmal kam es uns so vor, wie ein Urlaub. Natürlich sind die größeren Urlaube und Ausflüge ebenso reizvoll und haben ihren Platz, doch für eine regelmäßige, kleine Auszeit liebe ich diese großartigen Nachmittage und Abende in Salzburg. Sei es nur ein Bierchen im Stieglkeller, das beste Essen der Stadt in der Weinbar, ein Besuch in einem noblen Restaurant oder Theater- bzw. Musicalbesuche. Die Möglichkeiten sind endlos und es gibt immer wieder Neues zu entdecken.

Was mir allerdings in den vergangenen Wochen immer wieder aufgefallen ist, sind Menschen (meistens sind es Männer), die zu viel getrunken haben und sich dann nicht mehr zu benehmen wissen. Natürlich kann man in einer Gruppe unterwegs sein, seinen Spaß haben und dann wird es auch mal etwas lauter, damit habe ich kein Problem. Doch über schlechte Smartphone-Lautsprecher noch schlechtere Techno-Musik zu spielen ist unnötig und belästigt sämtliche Menschen im Zug. Es ging sogar so weit, dass sich manche umgesetzt haben.

Dabei geht es mir primär nicht einmal um die anderen Menschen, die ebenfalls auf dem Weg nach Hause sind. Mir geht es vor allem um die armen Schaffner*innen, die sich mit diesen Männern auseinandersetzen müssen. Sie wollen doch auch nur so gut es geht ihrem Job nachgehen und im besten Fall sich nicht auch noch Sorgen um betrunkene Menschen im Zug machen müssen. Vielleicht noch darüber diskutieren, dass sie doch bitte die Musik ausmachen möchten oder gar nicht für die Fahrt bezahlen wollen.

Letzten kam es vor, dass sich zwei Männer in der Weinbar nicht zu benehmen wussten und eine etwas aggressivere Ausstrahlung und ein aufdringliches Verhalten an den Tag legten. Dankenswerterweise kümmerte sich der Türsteher von nebenan darum.

Man hört ja immer wieder, wie sich über die heutige Jugend beschwert wird. Übrigens etwas, worüber sich selbst schon griechische Philosophen vor ein paar Tausend Jahren ausgelassen haben – manche Dinge ändern sich eben doch nicht. Doch in allen Fällen, deren Zeuge ich in den vergangenen Monaten und Jahren war, haben sich stets erwachsene Männer danebenbenommen.

Nicht, dass dies nun ständig und immer vorfallen würde, aber wenn man eben häufiger in der Salzburg unterwegs ist und auch mal zu späterer Stunde, bekommt man das ein oder andere mit. Natürlich kann es mal lustiger werden und man trinkt vielleicht ein Glas zu viel, doch die Kontrolle sollte man immer haben. Es gibt kaum etwas Peinlicheres und Ekelhafteres als Menschen, die sich aufgrund von Alkohol nicht mehr unter Kontrolle haben. Besonders in unserer Gesellschaft, in der Alkohol ein fast schon glorifiziertes Suchtmittel ist und man sich direkt rechtfertigen muss, wenn man bei Feiern oder ähnlichem nichts trinkt, ist Vorsicht geboten.

Bessere Wahlplakate

Es ist wieder die Zeit der Wahlplakate. Und alle scheinen gleich zu sein. Auf gefühlt jedem grinsen mehr oder weniger freundliche Gesichter vor einem neutralen Hintergrund den Menschen entgegen. Selbstverständlich begleitet von einem nichtssagenden Spruch. Auf den meisten könnte genauso gut »Schnitzel, Strudel und Sachertorte« stehen – was die Personen auf dem Plakat von einem wollen, erfährt man dadurch eher nicht. Ich würde mir wünschen, dass etwas mehr Kreativität mit in den Wahlkampf einzieht.

Warum nicht Künstler*innen suchen, die coole Poster und Plakate erstellen. Motive, die den Menschen die Ziele und Vorhaben näher bringen. Etwas mehr mit Symbolen, Metaphern, Bildern und so weiter arbeiten. Es gibt so viele bessere Möglichkeiten, ein Wahlplakat zu entwerfen, als Personen darauf abzubilden, mit denen ich nichts anfangen kann. Selbst wenn ich bei den bekannten KI-Bildgeneratoren die Wahlsprüche eingeben würde, kämen interessantere Grafiken und Bilder heraus. Die Personen könnte man dann immer noch irgendwo abbilden, wenn man denn unbedingt möchte.

Es sollte doch um die Idee der Partei gehen, oder etwa nicht? Die Botschaft, die sie vermitteln wollen, ein Gefühl soll transportiert werden. Im besten Fall sind mir die aktuellen Wahlplakate gleichgültig. Im schlechtesten Fall ärgere ich mich über die nichtssagenden Sprüche darauf. Wir haben doch ausreichend Künstler*innen in Österreich, die sich der ein oder anderen Partei zugehörig fühlen oder Marketingunternehmen, die sich dieser Sache kreativer annehmen könnten. So schwer kann es doch nicht sein.

Es muss auch nicht immer so ernst dabei zugehen. Einen Schmäh in die Sache zu bringen und dabei immer noch die eigene Botschaft mit der notwendigen Ernsthaftigkeit vermitteln zu können, dem Kernthema treu zu bleiben, das wäre die wahre Kunst von moderneren Wahlplakaten, wie ich finde. Natürlich geht es um viel bei der kommenden Wahl, aber man muss die Menschen dazu motivieren, tatsächlich wählen zu gehen und nicht nur auf Social Media irgendwelche Posts zu liken und zu teilen, die am Ende wenig bis keine Auswirkungen haben. Aufmerksamkeit erregen, auf eine positive Art und Weise. Mich würde sehr interessieren, wie so ein Wahlkampf aussehen würde.

Verständliche Sprache

Wer schon länger meinen Blog verfolgt oder mich kennt, weiß vielleicht, dass ich einen Hang zu langen Sätzen habe. Woran das liegt, kann ich nicht so genau sagen. Wahrscheinlich ist es Faulheit. Es scheint sehr einfach für mich zu sein, komplizierte Gedankengänge in langen Sätzen zu formulieren. Oder die Punkte, auf die ich hinaus will, mit langen Sätzen möglichst schnell erklären zu können. Es bringt mich schneller zum Ziel. Die SEO-Software, die ich verwende, sagt mir regelmäßig, dass meine Sätze zu lang sind. SEO steht für Search Engine Optimization. Es ist ein Tool, mit dem sich Webseiten für Suchmaschinen einfacher auffindbar machen. Dabei geben sie unter anderem Tipps, wie man die eigenen Texte verbessern kann. Kurze Sätze verwenden hilft beispielsweise.

Ich bin mir dessen durchaus bewusst. Manchmal will ich mich allerdings auch austoben, was die Formulierung von Texten anbelangt. Da nehme ich in Kauf, dass manches vielleicht komplizierter ausgedrückt ist, als es unbedingt notwendig ist. Ich arbeite seit insgesamt über 10 Jahren als technischer Redakteur. Habe Hunderte Blogartikel geschrieben. Ich beschäftige mich gerne mit Erzählstrukturen und anderen Themen, die mit den oben genannten Tätigkeiten zusammenhängen. Kurz: ich bin mir dessen bewusst. Außerdem ist es ein interessantes Thema, Sprache. Und es gibt stets etwas Neues zu lernen. Neue Perspektiven zu betrachten.

Deshalb bin ich sehr froh, diese Woche über die Webseite des Netzwerks für leichte Sprache gestoßen zu sein. Ich kannte dieses Prinzip beispielsweise von orf.at, die ebenfalls anbietet, Nachrichten in leichter Sprache darzustellen. Was steckt allerdings genau dahinter? Damit habe ich mich noch nicht auseinandergesetzt. Auf der Webseite des Netzwerks findet sich ein frei zugänglicher Leitfaden. Dieser ist als PDF-Datei verfügbar. In den vergangenen Tagen habe ich immer wieder einen Blick reingeworfen und war erstaunt, wie schwierig es tatsächlich sein kann, in einfacher Sprache Texte zu verfassen.

So manche Prinzipien waren mir natürlich bekannt, unter anderem aus beruflichem Kontext. Beim Überfliegen des Leitfadens musste ich an meinen letzten Text Politisches Potpourri denken. Dieser ist ebenfalls mit langen Sätzen, komplexen Themen, Fremdwörtern und so weiter ausgestattet. Außerdem setzt er Wissen für ein Thema voraus, welches ich selbst noch nicht zu hundert Prozent durchdacht oder verstanden habe. Auch ein Grund, warum ich diesen Blog hier betreibe. Als Werkzeug für mich zum Nachdenken.

Jedenfalls hat mir der Leitfaden mal wieder nahe gelegt, dass es manchmal ganz gut ist, sich beim Schreiben etwas mehr anzustrengen. Begriffe zu erklären oder gar in eigenen Texten den Leser*innen näherzubringen. Denn seien wir mal ehrlich: verstehen wir wirklich alle Begriffe und Wörter, die wir in unserem Alltag verwenden? Seien es politische Fachbegriffe, Fremdwörter oder sonstige spezielle Benennungen? Oder hoffen wir nur, dass niemand allzu genau nachfragt? Ein interessantes Gedankenexperiment. Und nochmal ein Grund, warum ich es gutheißen würde, wenn Zeitungen und Nachrichtenportal mehr Hintergrundinformationen liefern. Dinge einfach(er) erklären. Am Ende können wir nur alle davon profitieren.

Link: Leifaden für leichte Sprache

Politisches Potpourri

Seit ich die Salzburger Nachrichten wieder abonniert habe, fühle ich mich um einiges informierter. Zwar hatte ich in der Zwischenzeit und lese noch immer, die Newsletter, die ich abonniert habe, aber die SN hat etwas an sich. Ich lese sie gerne und die Artikel haben interessante Perspektiven, zum Teil zumindest. Denn manchmal könnten sie durchaus mehr Hintergrundinformationen liefern, wo sie Themen lediglich anschneiden oder tieferes Basiswissen voraussetzen. Es ist natürlich ein schwieriges Abwiegen, welche Themen man nun tiefgehender behandelt und welche nur anschneidet; außerdem ist der Platz sicherlich begrenzt, den man pro Thema nutzen kann. Verbesserungspotenzial ist immer da.

Ich komme darauf, weil mir ein Artikel von letzter Woche im Gedächtnis geblieben ist – ich glaube, es war in der Wochenendausgabe. Das Thema war natürlich die anstehende EU-Wahl. Zum einen ging es konkret um das Thema rund um die Person Schilling und wie das Privatleben der Person ins Politische getragen wird, wenn diese beiden Aspekte doch eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Zumindest in diesem Fall sollte es vielleicht eher eine untergeordnete Rolle spielen. Nicht nur sind diverse Vorfälle und Aussagen Jahre her (Meinungen und Standpunkte ändern sich nunmal; wie ich bereits des Öfteren betont habe), ebenso darf man das Alter nicht außer Acht lassen. Ich bin davon überzeugt, dass niemand gut wegkommen würde, wenn man alle unsere privat getätigten Aussagen, die wir in im Alter von 15 bis 23 Jahren getätigt haben, auf die goldene Waagschale legen würde.

Ausschlaggebend ist eher, wie die Personen heute noch darüber denken, welche Meinungen sie heute haben und wie sie zu den damaligen Aussagen stehen. Klar kann man sich zu einer pauschalen Aussage und Meinung über diese Personen hinreißen lassen und alles in die Kategorien schwarz/weiß einteilen; fair ist das allerdings nicht. Wie so oft gilt es, die eigene Ambiguitätstoleranz nicht nur zu akzeptieren, sondern überhaupt einmal anzuerkennen, dass es so etwas gibt. Die Welt und die Menschen darin sind nun einmal komplex.

Was mich zum nächsten Punkt bringt. Demokratie ist ein Privileg, genauso ist zur Wahl gehen zu können ein Privileg, welches erhalten bleiben muss. Manche scheinen es nämlich mit einem Naturgesetz zu verwechseln oder etwas, das einem zusteht, doch das ist es nicht. Es ist ein Privileg, für das es sich lohnt, zu kämpfen. Das einfachste Mittel dafür ist der Gang zur Wahlurne. Besonders, wenn so viel auf dem Spiel zu stehen scheint, wie in diesem Jahr. Aussagen, wie man würde ja in jeder Partei Punkte finden, mit denen man sich identifizieren oder dass man sich gar nicht entscheiden kann, weil alle bescheuert sind, lasse ich nicht gelten. Denn auch das gehört zur Demokratie: Kompromisse. Es geht um das große Ganze und nicht mein spezifisches Problem, dass ich aktuell habe.

Mir ist grundsätzlich egal, was jemand wählt, solange die Person wählen geht. Es sollte im Idealfall nur keine Partei sein, die durch Hass, Hetze und das Untergraben des demokratischen Systems besticht. Einem System übrigens, dem sie sich bedienen, um überhaupt Einfluss zu haben oder zu bekommen, aber manchen scheint der Sinn für Ironie irgendwo auf dem Weg abhanden gekommen zu sein.

Geht wählen und gesteht Personen ein, Fehler zu machen und daraus lernen zu können.

Master of the Universe

Vor einigen Jahren habe ich ein faszinierendes Spiel entdeckt, das mich für ein paar Tage sehr gefesselt hat. Es trägt den einfachen Namen Paperclips und kann auf jedem Computer mit Browser gespielt werden. Das Spielprinzip ist super einfach, kommt (fast) ohne jedwede Grafikelemente aus und am Ende steht nichts Geringeres als die Herrschaft über das Universum an. Es erstaunt mich immer wieder, wie es die einfachsten, aber gut konzipierten Spiele schaffen, mich so sehr in den Bann zu ziehen.

In Paperclips beginnt alles damit, dass man, wie der Name schon sagt, Büroklammern herstellt. Erst geschieht das manuell durch Mausklicks, bis man in der Lage ist, gewisse Prozesse automatisch ablaufen zu lassen. Man kann den Preis regulieren, später noch in Aktienmärkte investieren und baut immer weiter seine Fabriken aus. Der Zähler an produzierten Büroklammern läuft damit immer schneller hoch und mit jedem erreichten Meilenstein schaltet man neue Dinge frei. Es startet unscheinbar, wird aber im Laufe des Spiels immer absurder und kurioser. Ich will an dieser Stelle nicht zu viel verraten, kann aber wärmstens empfehlen, Paperclips mal eine Chance zu geben.

Wie bereits erwähnt, kann man es in jedem Browser spielen, auf Smartphones ist es sogar als kleine App erhältlich. Es ist fast rein textbasiert, was es sehr zugänglich macht. Man sollte allerdings des Englischen mächtig sein, da es keine Lokalisierungen gibt. Wer ein paar Stunden viel Spaß mit einem einzigartigen Spiel haben möchte, sollte einen Blick riskieren. Ich hatte damals sehr viel Spaß und im Hintergrund läuft gerade eine neue Session.

Link: Paperclips