Browsing Category Blog

Your blog category

Es geht nicht um mich

Manchmal begegnet einem immer wieder dasselbe Thema innerhalb kürzester Zeit. Durch ein Ereignis wird man vielleicht auf dieses spezifische Thema aufmerksam und sieht es dann an jeder Straßenecke, sozusagen – plötzlich sieht man überall kastanienbraune Opel Astra. Für mich war es im Groben ein Thema, über das ich schon des Öfteren geschrieben habe. Und zwar, dass man selbst vielleicht das Zentrum des eigenen Universums ist, aber eben nicht das Zentrum des gesamten Universums. Ein Unterschied, der vielen nicht immer klar zu sein scheint, weil es die geistige Größe erfordert, sich selbst gelegentlich aus der Gleichung zu nehmen, sich in andere hineinzuversetzen, Empathie zu zeigen, die Perspektive zu wechseln.

Im normalen Alltag, wenn alles mehr oder weniger gewohnt dahin geht, mag das theoretisch einfach sein, aber wenn man vor eine Herausforderung gestellt wird oder dieser Glaube auf dem Prüfstand steht, ist es gar nicht mehr so leicht, an diesem scheinbar simplen Prinzip festzuhalten. Deshalb tausche ich mich so gerne mit anderen aus, rede über die Themen, die mich beschäftigen, um immer wieder mein eigenes Verhalten, meine Standardreaktionen sozusagen, auf den Prüfstand stellen zu können. Eine neue Perspektive zu erhalten, diese zu evaluieren und sich vielleicht zukünftig daran zu orientieren.

Ich glaube, Matthew Dicks hat in einem seiner letzten Newsletter über etwas Ähnliches geschrieben – wie bereits erwähnt, begegnete mir das Thema vergangene Woche häufiger. Dabei ging es darum, wer im Rahmen von Freundschaften und Bekanntschaften, wen, wie oft kontaktiert. Durchaus etwas, worüber ich mir auch bisweilen Gedanken mache, aber zu denjenigen Dingen gehört, die man schnell zu sehr verkopfen kann. Denn eigentlich ist es vollkommen egal, wer wen kontaktiert und wie oft. Wenn ich gerne Zeit mit einer Person verbringe, schreibe ich dieser eben, egal ob dieser Kontakt nun meist von mir ausgeht oder nicht. Manche sind organisierter oder haben das eher am Schirm als andere. Es ist einfach egal und nicht wert, einen Gedanken darüber zu verschwenden.

Genauso wie wenn mir Dinge zustoßen und die erste Frage, die sich im Kopf breit macht, ist: »Warum immer ich?« Wie ein enger Freund letztens meinte, darf man sich diese Frage gar nicht erst stellen. Sie am besten aus dem eigenen Repertoire verbannen und nie wieder erwähnen. Denn wenn man sich diese Frage öfter stellt, ist die Gefahr groß, in einer gefährlichen Spirale zu landen. Sich selbst immer als das Opfer sehen, in eine defensive Rolle zu versetzen, immer wieder, bis es sich so weit im eigenen Gedächtnis verankert hat, dass man es wirklich glaubt. Es ist ein verzerrtes Weltbild, das man nur schwer wieder los wird.

Das kann dazu führen, dass man schnell dem Glauben anheimfällt, es stünden einem Dinge zu. Es ist ein Weg abseits von Demut und Dankbarkeit, den ich auf keinen Fall gehen will. Ein Weg, der kaum von Empathie gesäumt ist. Deshalb ist es egal, wie man es nennt oder in welcher Lebenssituation man es anwendet. Sei es mein von David Foster Wallace geklautes Mantra »This is water«, das Verbannen von »warum immer ich« aus dem Wortschatz, dem eigenen Ego den Weg aus dem Zentrum des Universums zeigen oder ob man immer der- oder diejenige ist, die Freunde kontaktiert – es ist egal. Wichtig ist, wie man mit der jeweiligen Situation umgeht.

Erfahrungspunkte und Diskussionskultur

Auf meiner Suche nach einem guten Gaming-Podcast bin ich endlich fündig geworden. Dabei war die Suche danach gar nicht so einfach, weil ich nicht so genau wusste, was eigentlich meine Erwartungen an einen Gaming-Podcast sind. Ich habe also tatsächlich relativ offen in diejenigen Podcasts hineingehört, die ich mir heruntergeladen habe.

Die meisten fokussieren sich zumeist auf aktuelle Spiele, was nur verständlich ist. Leider haben sie eher selten allgemeinere Themen im Fokus. Dabei interessieren mich stundenlange Diskussionen über ein spezifisches Spiel kaum bis gar nicht. Ich habe festgestellt, dass ich eher Diskussionen zu Meta-Themen interessanter finde. Also Sendungen, in denen ein bestimmtes Thema von Spielen diskutiert und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wird.

Wie wunderbar so etwas funktionieren kann, wurde mir bei einer der letzten Episoden des Podcasts Auf ein Bier von gamespodcast.de bewusst. Dabei ging es um das Thema XP, also Erfahrungspunkte in Videospielen. Ausführlichst wurde dabei deren Ursprung erkundet, welche Vergleiche sich zum realen Leben ziehen lassen, ob man diese als Motivation in Videospielen überhaupt benötigt und so vieles mehr. Der Podcast wird von ehemaligen Gamestar-Redakteur*innen auf die Beine gestellt und es sind nicht immer dieselben Leute in allen Episoden dabei, was es nochmal abwechslungsreicher macht.

Ich habe über die Jahre schon sehr viele Podcasts gehört und wenn man dann mal etwas wirklich Großartiges mitbekommt, sticht das auf jeden Fall hervor. So war es bei der Walter Ulbricht Sendung von WRINT mit Holger Klein, so ist es nun mit dieser XP Sendung von Auf ein Bier. Beide bestechen natürlich aus komplett unterschiedlichen Gründen, doch es haben beide sehr viel Spaß gemacht beim Zuhören. Sie hatten dieses besondere Etwas, dass sich nur schlecht in Worte fassen lässt. Deshalb ist es auch immer wieder schön, neue Podcasts auszuprobieren. Das tue ich zwar nicht oft, aber wenn, dann sollten es schon interessante Gespräche sein.

Ein Brief von drei Präsidenten

In der Wochenendausgabe der Salzburger Nachrichten war ein gemeinsamer Brief dreier europäischer Präsidenten abgedruckt. Er wird in vielen Zeitungen zu finden sein und stammt von Sergio Mattarella (Staatspräsident der Republik Italien), Frank-Walter Steinmeier (Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland) und Alexander Van der Bellen (Bundespräsident der Republik Österreich). Es ist ein Aufruf, wählen zu gehen, die Macht der Demokratie zu nutzen, um diese aufrechtzuerhalten. Es beeindruckender und zugleich mahnender Brief, den jede*r lesen sollte. Hoffentlich zeigt er entsprechende Wirkung.

»Gemeinsamer Brief der Präsidenten Deutschlands, Italiens und Österreichs an die Wählerinnen und Wähler der Europawahl 2024.« (https://www.bundespraesident.at/aktuelles/detail/gemeinsamer-brief-steinmeier-mattarella-vanderbellen)

Vorbereitungen auf ein DLC

Nachdem Elden Ring nach 100 Stunden durchgespielt war, wollte ich eigentlich eine kleine Pause einlegen. Diese Pause hat genau einen Tag lang gehalten, dann bin ich schon ein paar unerledigte Aufgaben nachgegangen. Die Woche darauf begann ich sogar mit einem völlig neuen Durchlauf – also kein New Game Plus oder so, sondern begann komplett von vorne. Mit einem Charakter, der nichts hatte; keine Ausrüstung, keine Talismane, keine Waffe – nur ein Hauch von Lendenschurz und eine Keule. Ich wollte mich quasi von einem Bettler zum Elden Lord hocharbeiten und bisher läuft es relativ gut.

Zwischendurch habe ich sogar Bloodborne, welches glücklicherweise im PS Plus Abo enthalten ist, angespielt und mir Lords of the Fallen während der Amazon Gaming Week zu einem günstigen Preis besorgt. Beiden konnten meine anhaltende Begeisterung für Elden Ring jedoch nicht bremsen. Stand heute, wo ich diese Zeilen schreibe, sind es noch 43 Tage, bis das DLC erscheint. Woher ich das so genau weiß? Nun, ich habe mir ein Countdown-Widget auf dem iPhone installiert, um das immer im Blick zu haben. Die Collectors Edition von Shadow of the Erdtree ist schon seit einer Weile vorbestellt. Kurz: Ich bin bereit für das DLC.

Nun ja, fast. In meinem neuen Durchlauf muss ich mich noch bis zu der Stelle durchkämpfen, an der das DLC dann vermutlich auch starten wird. Dazu muss man nämlich Mohg, den Lord of Blood, besiegen. Dieser bewacht die Überreste von Miquella, der es sich in einem Ei »bequem« gemacht hat und dessen Hand, die aus dem Ei herausragt, die Spieler*innen in das Gebiet des DLC entführen wird. Ich bin schon sehr gespannt, was uns da alles erwartet und wie schwer es tatsächlich werden wird. Aber etwas Vorbereitungszeit ist ja noch, bis dahin.

Ein New Game Plus des ersten Durchlaufs habe ich ebenfalls parallel gestartet, da ich wissen wollte, wie es ist, mit Magie zu spielen und mein Level ausgereicht hat, um die Punkte entsprechend zu verteilen. Nach ein paar Stunden kann ich sagen, dass Magie wohl eher nichts für mich ist, zumindest nicht als primäre Waffe. Als Ergänzung kann ich es mir durchaus vorstellen, aber für einen reinen Magie-Build ist mir das alles zu träge und speziell. Da hau ich lieber mit einer gut gelevelten Waffe drauf und probiere mich durch das ganze Arsenal an Schwertern, Äxten, Speeren, Degen, Ankern, Fäustlingen und was es nicht noch alles gibt.

Immer wieder fasziniert mich, wie mich dieses Spiel selbst nach über 130 Stunden weiterhin so sehr begeistern kann. Ein wahrlich hervorragendes Spiel und eine fesselnde Spielwelt, die immer wieder etwas zum Entdecken bietet. Ganz zu schweigen von der komplexen und tiefgründigen Geschichte hinter dieser Welt und ihren Charakteren.

Reifenwechsel auf der Autobahn

Bereits zum zweiten Mal in meinem Leben musste ich einen ungeplanten Reifenwechsel durchführen. Das erste Mal war ich einfach nur unvorsichtig und bin an der Ausfahrt aus der Europark-Tiefgarage in die Kante des Bordsteins gefahren. Dabei wurde der Reifen teilweise ziemlich aufgerissen und musste gewechselt werden. Es war eine ziemliche Herausforderung, die Muttern zu lösen, da diese sehr fest saßen und ich musste mich erst einmal wieder mit einem Wagenheber auseinandersetzen. Am Ende hat es aber einwandfrei funktioniert und die Fahrt konnte weitergehen.

Dazu muss man wissen, dass ich meine Reifen normalerweise in der Werkstatt wechseln lasse. Dort lagern die jeweiligen nicht-Saison-Reifen ein, werden gewaschen, gewuchtet und ich habe keinen Aufwand damit. Es ist ein Luxus, den ich mir gerne gönne, da ich mich darauf verlassen kann, dass alles seine Richtigkeit hat und passt. Es ist ein peace-of-mind, der es mir wert ist.

Dieses Mal habe ich es erst spät gemerkt, dass bei meinem Reifen etwas nicht in Ordnung ist. Bei uns ist gerade einiges los an Baustellen; unter anderem wird die Straße zum Haus erweitert und der Kanal ausgebaut. Da passieren natürlich viele Bagger-Arbeiten, es ist eine provisorische Schotterstraße aufgeschüttet und manchmal muss man etwas warten, bis Platz zum Durchfahren ist. Gestern bin ich allerdings scheinbar etwas zu nah am Bagger vorbeigefahren und habe mir an dessen Schutzblech den halben Reifen aufgeschlitzt. Ich hatte mich schon gewundert, warum jemand der Bauarbeiter gepfiffen hat.

Aber zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nichts von meinem Glück; bin also normal weitergefahren bis zum Europark. Die Fahrgeräusche waren zwar durchaus anders, aber ich habe das auf den Schlamm und Schotter zurückgeführt und dass sich etwas irgendwo verfangen hat – außerdem legten sich die Geräusche nach ein paar Minuten wieder. Im Europark, ja der scheint bei meinen Reifenwechsel-Manövern eine zentrale Rolle zu spielen, habe ich nicht mehr daran gedacht und eine schöne Zeit mit netten Menschen verbracht.

Aber auf dem Weg aus der Tiefgarage heraus wusste ich bereits, dass etwas nicht stimmt; die Luft war nun endgültig entwichen und ich hörte deutlich, dass der Reifen nicht in Ordnung ist. Ich rettete mich noch zum Messezentrum und habe dort eine Parkbucht gefunden, wo ich den Reifen wechseln konnte. Zum Glück habe ich noch einen Ersatzreifen im Kofferraum – das ist ja mittlerweile auch nicht mehr wirklich Standard. Mit dem Prozedere bereits von vor ein paar Jahren vertraut, zwar mit einem anderen Auto, aber trotzdem, war der Reifen schnell gewechselt.

Ich bin sehr froh, heil sowohl zum Europark als auch dann zum Parkplatz vor dem Messezentrum gekommen zu sein, ohne dass sich Teile des Reifens von der Felge gelöst haben oder sonst etwas Schlimmeres passiert ist. Zum Glück müssen sowieso die Sommerreifen drauf, von daher verschieben sich die Kosten in den Herbst, was mir aktuell ganz recht ist. Zwar musste ich mich ziemlich ärgern über den ganzen Vorfall, aber schlussendlich hat keiner daran Schuld. Die erste Reaktion ist zumeist, einen Schuldigen zu finden und dafür verantwortlich zu machen, doch solche Sachen passieren nun mal.

Aber es hat mir gezeigt, dass es wichtig ist, gewisse Fertigkeiten zu haben oder zumindest zu wissen, wie man bei manchen Dingen vorgehen muss. Und wenn es nur ein Reifenwechsel am Straßenrand ist.

Lokale und globale Nachrichten

Seit ein paar Monaten habe ich kein Abo der Salzburger Nachrichten mehr. Auch wenn ich es Anfangs selten genutzt habe, so bin ich im Laufe der Zeit doch auf den Geschmack gekommen. Vor allem die Nachrichten rund um Salzburg und was sich in der unmittelbaren Umgebung so tut, haben es mir angetan. Zwar habe ich in letzter Zeit viele tolle Alternativen dazu entdeckt, besonders im Hinblick auf geopolitische Themen und was sich im Globalen Süden abspielt, doch der lokale Aspekt fehlt in diesen Angeboten natürlich völlig.

Falls jemand ebenfalls einen Blick in mein Potpourri an journalistischen Anbieter*innen werfen möchte, folgt hierzu ein kleiner Überblick. Etwas, das ich schon seit geraumer Zeit nutze, ist das Angebot der Krautreporter. Es sind toll recherchierte Artikel zu allen möglichen Themen, die man vielleicht gar nicht am Schirm hat. Es dreht sich viel um soziale Aspekte und der tägliche Newsletter gibt eine Übersicht über die aktuellen Geschehnisse. Riffreporter und Correctiv sind noch recht frisch in meinem E-Mail-Postfach, da kann ich noch nicht allzu viel dazu sagen. Aber von Correctiv bin ich schon recht begeistert. Außerdem nutze ich den Newsletter von Sham Jaff. Sie widmet sich Themen aus dem Globalen Süden und bereitet diese einmal die Woche wunderbar auf.

Das Charmante an all diesen Angeboten ist, dass man sie kostenlos testen und abonnieren kann. So ist es möglich, erst ein Gefühl zu bekommen, ob das Format, die Themen und Angebote etwas sind und ob sie interessieren. Bei den Krautreportern werfe ich mittlerweile etwas Geld ein, da mich, wie zuvor erwähnt, die Artikel sehr begeistern. Auch bei Sham Jaff überlege ich, ob ich das Abo nicht zumindest einmal teste. Die Kosten für beide sind überschaubar, von daher durchaus einen Blick wert.

Weiterhin nutze ich verschiedene themenspezifische Newsletter vom Falter, habe aber kein Abo, da mir hier das Angebot und die Themen der Newsletter völlig ausreichen. Der New Yorker hatte letztens ein gutes Angebot für drei Monate Testzeitraum und bereitet teils wieder völlig andere Themen auf als die mitteleuropäischen Journalist*innen. Und zu guter Letzt habe ich wieder ein Abo bei den Salzburger Nachrichten abgeschlossen, da es ebenfalls ein attraktives Angebot gab. Für alle unter 39 kostet das digitale Abo gerade einmal 20,90 €/Monat. Als junger, dynamischer Typ, der selbstverständlich im Digitalen zu Hause ist und noch ein paar Jahre zur 39 hat, konnte ich dieses Angebot nicht ablehnen.

Das wäre ein kleines Update zu den Nachrichten-Angeboten, die ich aktuell in Verwendung habe. Was mir dabei wichtig ist, ist, dass zum einen natürlich die Kosten nicht explodieren sollen und die Newsletter der jeweiligen Verlage und Organisationen gut aufbereitet sind. Zu oft habe ich schon gesehen, dass Newsletter als reine Linksammlung verwendet werden, die nicht gut aufbereitet oder designt sind. Zumindest sollte eine Einleitung in die Themen stattfinden, wenn man schon nicht die vollständigen Artikel darin abdrucken möchte. Die oben genannten Newsletter erfüllen diesen Standard bisher relativ gut. Wie praktikabel sie schlussendlich sind, muss sich noch zeigen. Vor allem benötigt man auch etwas Zeit, um das alles zu lesen und es sollte nicht überfordern. Aber auch das ist ein Abwägen und Ausprobieren.

Die Jagd kann beginnen

Über die vergangene Woche habe ich mir die YouTube-Playliste von Jokerface angeschaut, in der er einen Bloodborne Lore Run macht. Das bedeutet, dass in dem Spieldurchlauf alle Items eingesammelt werden, um deren Beschreibung zu lesen und alle Dialogoptionen sämtlicher NPCs ausgenutzt werden, um ein möglichst vollständiges Bild der Geschichte zu bekommen. Doch Hidetaka Miyazaki baut seine Geschichten immer so auf, dass fast immer Lücken bleiben, die die Spieler*innen selbst füllen müssen. So haben alle ein etwas anderes Bild von Spielen wie Bloodborne.

Als ich mir das Let’s Play angesehen habe, wurde mir erst bewusst, wie großartig das Design des Spiels ist. Aber vor allem auch, wie fantastisch der Soundtrack ist. Ich höre auch immer wieder rein und habe mir in meiner Musik-App der Wahl eine Playlist davon gespeichert. Die Epik, die Spannung und dazu die Chöre vermitteln eine einmalige Atmosphäre, wie ich es so nur selten in Spielen erlebe.

Was die Geschichte von Bloodborne selbst betrifft, so basiert diese stark oder wurde inspiriert durch Lovecraft. Die Bosse, Monster und Umgebungen erinnern immer wieder an die Geschichten und Motive von Lovecraft. Wobei ich mich hier an der Meinung anderer orientieren muss, da ich zugeben muss, nur sehr wenig von H. P. Lovecraft gelesen zu haben.

Es gibt allerdings ein recht günstiges E-Book mit seinen sämtlichen Werken, welches ich mir zugelegt habe und das ich mir über die nächsten Wochen zu Gemüte führen möchte. Er hat vorwiegend Kurzgeschichten geschrieben und das ist, wie ich finde, ein sehr angenehmes Format, da man immer wieder reinlesen kann und eine schöne, abgeschlossene Geschichte erlebt. Ich bin schon sehr gespannt, was mich da alles erwartet.

Bloodborne hat es mir auf jeden Fall angetan und vielleicht tue ich mir das Spiel auch einmal selbst an. Installiert auf der PS5 ist es bereits, da es zum Glück bei PS Plus enthalten ist. Parallel dazu dann noch die Geschichten von Lovecraft zu lesen, ist sicherlich eine interessante Horror-Erfahrung. Außerdem bin ich auf ein Fan-Projekt aufmerksam geworden, das man sich ansehen sollte, wenn man in die Geschichte rund um Bloodborne interessiert ist.

Das Projekt nennt sich Paleblood hunt. Einfach danach googeln und man findet das entsprechende Reddit-Forum und das Google-Docs-Dokument. Hier handelt es sich um ein über 100-seitiges Dokument, welches die komplette Geschichte von Bloodborne aufbereitet und versucht sie so vollständig wie möglich darzustellen. Wobei die verwendeten Informationen und die Interpretationen dahinter nur auf Dingen basiert, die man im Spiel selbst geliefert bekommt. Ich hatte leider noch keine Gelegenheit tiefer reinzulesen, aber es klingt nach einem spannenden Unterfangen und einen Blick wert ist es mit Sicherheit. Ich bin ja immer wieder erstaunt, mit welcher Leidenschaft Fans sich einem Thema widmen und welche Projekte daraus entstehen können. Wirklich großartig.

Spontaner Konzertbesuch

Urlaub ist für mich ein schwieriges Konzept. Man gibt zu viel Geld aus, damit man sich eine Woche oder zwei an einem anderen Ort als zu Hause befindet, um sich eine schöne Zeit zu machen und zu entspannen. Dann fährt man wieder nach Hause und nach drei Tagen ist alles wie vorher, nur dass man eben wesentlich weniger Geld am Konto hat und sich sehnlichst den nächsten Urlaub herbeiwünscht. Zumindest ist das mein Vorurteil, das ich den meisten Urlaubenden unterstelle.

Wenn ich schon wo hinfahre, dann will ich eher einen Abenteuerurlaub. Roadtrips oder Wanderungen; Neues sehen und erleben, nicht faul am Strand oder Pool herumliegen für mehrere Tage, sondern Abwechslung. Deshalb fahre ich ja weg. Faul herumliegen und lesen oder dergleichen kann ich genauso gut zu Hause. Am Ende eines solchen Roadtrips kann man gerne ein paar schöne Tage im Hotel verbringen, aber der Großteil eines idealen Urlaubs findet immer wieder woanders statt, in neuen Gegenden. Island steht beispielsweise sehr weit oben auf meiner Reiseliste.

Aber ich bin jetzt nicht so eingestellt, dass ich das unbedingt benötigen will, irgendwo hinzufahren, um mich zu entspannen oder etwas zu erleben. Ich möchte mir zu Hause, in meiner Umgebung, eine schöne Zeit machen. Jedes Wochenende kann ein kleiner Urlaub sein, wenn man so will; jeder Abend kann zu etwas Besonderem werden. Deshalb bin ich immer wieder gerne in Salzburg unterwegs. Es gibt immer neue Lokale zu entdecken, neue Konzerte zu besuchen und es ist für mich eine der schönsten Städte. Es erstaunt mich immer wieder, wie anders jeder Besuch dort ist. Wenngleich man die gleichen Lokale aufsucht, ist es doch jedes Mal ein klein wenig anders.

Am Samstag war ich mit Freund J. spontan in einem Konzert der Philharmonie Salzburg. Sie spielten A Symphonic Tribute to Queen und es war atemberaubend. Ein knapp 200-stimmiger Chor, ein 80-köpfiges Orchester, 2 fantastische Sänger*innen und eine Tänzerin / Akrobatin haben die größten Hits der Band rund um Freddie Mercury performt. Sie haben auch immer wieder etwas zu den Songs gesasgt, Hintergründe erklärt und es war einfach nur eine großartige Show. Und wenn über 2.000 Gäste zu We will rock you stampfen und klatschen, kann man nur mit Gänsehaut dabei sein. Ich bin froh, dass wir uns spontan entschlossen haben hinzugehen und noch ein paar der letzten Karten ergattern konnten. So etwas darf man sich nicht entgehen lassen.

Das ist für mich ein kleiner Urlaub. Anschließend noch gut Essen und den Abend in der Stamm-Weinbar ausklingen lassen. Da brauche ich nicht irgendwo teuer hinfahren oder -fliegen, sondern mache mir stattdessen immer wieder wunderbare Tage in der Stadt. Sei es eine Wanderung über die Stadtberge, ein einfacher Spaziergang, ein gutes Essen, der Ausblick von der Burg oder ein spontanes Konzert – der Alltag kann voller schöner Überraschungen und Momente stecken, man muss nur gewillt sein hinzusehen.

Chat-Verhalten

In letzter Zeit schaue ich gerne Livestreams auf Twitch. Vorrangig diejenigen von Jokerface, der jeden Freitagabend für 2 Stunden streamt. Davor habe ich bereits gerne die YouTube-Livestreams vom Held der Steine angesehen oder die Q&A-Runden von BlueBrixx – in die ich weiterhin gerne reinschaue. Dabei wird mir immer wieder bewusst, wie seltsam sich manche Menschen in einem Chat verhalten. Vielleicht liegt es daran, dass man das Gegenüber nicht sieht, oder man mit einem selbst gewählten Benutzernamen unterwegs ist und dadurch mehr oder weniger anonym auftreten kann. Aber ich denke mir immer wieder, dass sich diese Leute (hoffentlich) im echten Leben so nicht verhalten würden.

Beispielsweise wenn der Streamer nicht auf eine Frage eingeht, weil es die gefühlt Hundertste ist, die nach einem Favoriten- oder Lieblings-etwas fragt. Sei es Schauspieler, CEOs, Filme, Serien, Game Bosse und so weiter. Teilweise kommen da sehr merkwürdige Dinge zum Vorschein. Lustig ist ebenfalls, wenn Fragen immer wieder gestellt werden. Natürlich kann es vorkommen, dass der Streamer mal eine Frage übersieht und dann stelle ich sie vielleicht ein zweites Mal, aber wiederholt darauf bestehen muss nicht unbedingt sein.

Apropos bestehen, manche scheinen davon auszugehen, dass etwas nur für sie da ist – das fällt mir besonders bei BlueBrixx-Chats auf. Dort scheinen manche die Einstellung zu vertreten, dass dieses Unternehmen ihnen persönlich etwas Böses will und deshalb die nächste Erweiterung von Burg Blaustein noch nicht vorgestellt hat – um ein rein zufälliges Beispiel zu wählen. Die Tonart, wie diese Kommentare geschrieben werden, sollte mich vielleicht nicht überraschen, aber es sticht trotzdem immer wieder hervor. Als würde ihnen ein Recht zustehen, mehr zu wissen. Geduld ist dabei oft ein Fremdwort, wie mir scheint.

Das wäre ja das Äquivalent, wenn ich jemanden in einem Gespräch immer wieder wahllos irgendwelche Dinge fragen würde. Am besten noch dabei mit einem Stock piksen, um ja die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Abrupte Themenwechsel sind ebenso eine seltsame Vorgehensweise von manchen, aber das lasse ich mir noch einreden, da ein wirkliches Gespräch natürlich schwierig ist, wenn sich der oder diejenige auf das konzentrieren muss oder soll, über das gerade gestreamt wird.

Ich muss natürlich auch betonen, dass diese seltsame Art des Chat-Verhaltens eine Ausnahme ist. Zumindest in den Streams, die ich gerne schaue. Zum Großteil handelt es sich um eine positive Community und einen guten Austausch, der in den Chats stattfindet. Was natürlich auch an den oben genannten Personen liegt, die es schaffen, eine solch positive Atmosphäre aufzubauen und an den fantastischen Moderator*innen, die diese haben.

Das Internet muss eben nicht immer dieses mit Hass und bösem Blut gefüllte Etwas sein. Man kann diese Ebenen ignorieren und sich die guten Seiten heraussuchen. Ich tue mir da natürlich nochmal leichter, weil ich weder Twitter, Facebook, Instagram, TikTok noch sonstige Social Media Dinge verwende. Mein YouTube-Account ist gut gepflegt, auf Twitch schaue ich nur das, was mich wirklich interessiert, und fange bei beiden nur selten an, ungezielt nach etwas zu suchen, was mich am Ende eh nicht interessiert, sondern nur meine Zeit stiehlt. Damit kann man schon mal vieles umgehen, was in seltsame Richtungen abdriften würde.

Verbindungslos unterwegs

Ich hatte mir Donnerstag und Freitag Urlaub genommen. Denn was ist besser als ein Feiertag mitten in der Woche? Richtig, ein fünftägiges Wochenende. Den ersten Urlaubstag habe ich gleich gut genutzt, um Vormittag einige Erledigungen zu machen und mich ab Mittag mit Freund J. in Salzburg zu treffen und den ein oder anderen Stadtberg zu erkunden. Es war warm, sonnig – nichts sollte einem wunderbaren Tag im Wege stehen. Doch auf dem Weg zum Zug bin ich auf einen fatalen Fehler in meinem Plan aufmerksam geworden: Mein iPhone lag daheim am Ladekabel angesteckt und hatte beim Verlassen des Hauses nicht den Weg in meine Hosentasche gefunden.

Ich war allerdings schon sehr pünktlich in Richtung Zug unterwegs und wollte nicht mehr umdrehen und riskieren, zu spät zu kommen. Also war ich die nächsten 8 Stunden ohne Smartphone unterwegs. Das Einzige war die Apple Watch am Handgelenk, aber die hat keine Mobilfunkverbindung nach draußen, von daher war ich seit langem mal wieder ohne Handy außer Haus. Ich weiß nicht, wann mir das letzte Mal so etwas passiert ist, aber es ist sicherlich schon ewig her. Was ich regelmäßig mache, hauptsächlich im Sommer, ist, meine Spaziergänge ohne iPhone zu bewältigen, da die Watch sowieso meine Podcasts gespeichert hat, von daher brauche ich da sonst nichts. Denn die grundlegende Frage ist ja, hat ein Workout wirklich stattgefunden, wenn es nicht auch aufgezeichnet wurde?

Jedenfalls war es durchaus eine interessante Erfahrung, einen ganzen Tag ohne Smartphone zu verbringen. Zwischendurch hat es mir schon gefehlt, muss ich sagen, und man hat immer wieder das Gefühl, etwas verpasst zu haben oder wichtige Nachrichten nicht zu bekommen. Außerdem hätte ich gerne ein paar Fotos gemacht, da die Kulisse am Kapuzinerberg atemberaubend schön war und wir mal wieder ein neues Lokal entdeckt haben. Doch dieses Gefühl legte sich aber so allmählich und ich werde mich auch so an diese Dinge erinnern und ein iPhone in der Hand zu haben, hätte die Erfahrung vielleicht ein klein wenig getrübt.

Was ich allerdings auch sagen muss, ist, dass es jetzt keine quasi-religiöse Erfahrung war, so wie es vielleicht manche berichten, die gezwungen sind, mal einen Tag ohne Smartphone auszukommen. Dafür nutze ich es einfach von vornherein zu wenig. Ich habe es weder ständig in der Hand, noch bin ich in sozialen Netzwerken unterwegs. Es hat allerdings mal wieder gezeigt, dass man sich auf manche Menschen verlassen kann. Denn wenn etwas ausgemacht ist, dass man sich zum Zeitpunkt x an Ort y trifft, dann wird das auch so gemacht und nicht noch irgendwie kurzfristig verschoben – außer es träte ein Notfall ein. Eine schöne Bestätigung.

Schließlich bin ich am Abend zu Hause angekommen und es kam die Ernüchterung, dass ich nichts verpasst habe. Das Haus stand noch, es gab keine dringenden Nachrichten – ein ganz normaler Tag. Aber es hat mir gezeigt, wie oft man zwischendurch kurz zum Smartphone greift, nur um etwas zu tun oder sich kurz abzulenken, ohne dass man wirklich etwas Konkretes macht; sei es einen Artikel lesen oder den nächsten Podcast aussuchen. Es gilt manchmal, die kleinen langweiligen Momente zwischendurch auszuhalten, denn das sind vielleicht genau diejenigen Momente, in denen man Ideen hat oder zur Ruhe kommen könnte und sich entspannen. Ich habe für mich entdeckt, dass nun öfter zu versuchen, wer weiß, was man findet.