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Kundendiensterfahrungen

Mir scheint es so zu sein, dass es eine Diskrepanz gibt zwischen den Erwartungen, wenn man einen Kundendienst kontaktieren muss oder will, und der Realität. Denn die Erwartung ist meist pessimistisch. Lange Wartezeiten, einem wird nur in den seltensten Fällen wirklich geholfen und das Problem oder die Frage besteht am Ende weiterhin. Dieser voreingenommenen Einstellung möchte ich heute etwas entgegenwirken. Denn auch wenn es natürlich vereinzelt vorkommen kann, dass man schlecht behandelt wird, so sind meine Erfahrungen eigentlich äußerst positiv. Und seien wir mal ehrlich: Es kann jede*r einmal einen schlechten Tag haben. Besonders wenn man es den ganzen Tag mit teils sehr schwierigen Kund*innen zu tun hat, kann irgendwann der Geduldsfaden reißen.

Bei den großen Firmen, wie Microsoft, Apple oder Amazon hatte ich bisher eigentlich nie Probleme. Die von mir erwartete Lösung entsprach vielleicht nicht immer dem, was ich am Ende bekommen habe, aber auch dann haben die Personen am anderen Ende der Leitung es immer nachvollziehbar erklären können. Seien es irgendwelche Gratis-Zeiträume, die doch nicht mehr zur Verfügung stehen oder eine Stornierung, die nicht mehr durchgeführt werden kann.

Wenn es um Microsoft geht, oder auch andere amerikanische Firmen, kann ich übrigens empfehlen, den dortigen Kundendienst zu kontaktieren, wenn man des Englischen mächtig ist. Denn vor einigen Jahren hatte ich auf dem Mac eine Parallel-Installation von Windows installiert und hatte Probleme mit der Aktivierung. Besonders nach einem neuen Aufsetzen des Rechners konnte dies schon mal vorkommen. Beim deutschsprachigen Kundendienst bin ich aber nicht durchgekommen; da hatte ich ein Forum entdeckt, wo jemand genau das empfahl. Also habe ich quasi beim englischsprachigen Original angerufen und kam nach wenigen Augenblicken auch schon dran. Funktioniert sicher auch bei anderen Firmen.

Diese Woche hatte ich eine ausgesprochen positive Erfahrung mit dem Kundendienst von A1. Die nette Dame am Telefon war nie ungeduldig oder genervt, immerhin dauerte das Telefonat insgesamt etwa eine halbe Stunde. So hat sie mir nicht nur geholfen, den aktuellen Vertrag zu aktualisieren, sondern ich konnte am Ende auch noch Geld sparen. Sehr zuvorkommend und professionell durchgeführt. Das Einzige, was mich etwas stört, aber da kann der Kundendienst nichts dafür: man muss den Vertrag, den man per E-Mail bekommt, ausdrucken, unterschreiben und per Post (oder Fax – da musste ich kurz lachen) an A1 zurückschicken. Das sollte doch in der heutigen Zeit, wenn schon nicht per E-Mail, doch aber online über mein Kunden-Portal möglich sein.

Sogar bei der Bank erhält man sämtliche Versicherungsdokumente mittlerweile digital, kann neue Verträge digital unterzeichnen und sie werden in meinem Konto hinterlegt. Selbst den Führerschein habe ich am iPhone immer dabei. Da sollte es für einen Internet- und Mobilfunkanbieter doch auch möglich sein, entsprechendes einzurichten. Aber gut, manche Dinge ändern sich eben nur sehr langsam.

Jedenfalls wollte ich nach diesen durchaus positiven Erfahrungen einmal eine Lanze für den Kundendienst brechen. Wobei ich auch noch keine wirklich schlechten Erfahrungen mit Technikern hatte, die bei einem vorbeikommen.

Außer vielleicht das eine mal, wo zwei Herren meinen Kühlschrank lieferten und diesen dann im Treppenhaus haben stehen lassen, weil er nicht durch die Tür passte. War vielleicht auch nicht ihre Zuständigkeit, den unbedingt bis in die Wohnung zu liefern, aber es hatte schon etwas Absurdes, dass sie gefahren sind und der Kühlschrank noch im Treppenhaus stand. Inklusive Verpackung und auf der kleinen Palette, natürlich. Es war eine unglückliche Verkettung an Treppengeländern und Dachschräge, die es scheinbar unmöglich machte, ihn die letzten paar Meter in die Wohnung zu transportieren. Aber nachdem die Türen abmontiert, alle Schubladen und Ebenen herausgenommen und alles Sonstige, was abgeschraubt werden konnte, entfernt war, passte er auf den Millimeter durch die Tür. Ein paar Kratzer an der Dachschräge zeugen heute noch von diesem irrwitzigen Unterfangen, an dem am Ende dann auch noch sechs Personen beteiligt waren.

Manchmal sollte man eben vielleicht doch zur Sicherheit nachmessen. Aber so ist es nun einmal, wenn man sich einen alleinstehenden, Edelstahl-verkleideten, 2 Meter großen Kühlschrank, inklusive Gefrierfächer, einbildet. Bisher hat er aber hervorragende Dienste geleistet und tut das hoffentlich noch viele Jahre lang. In diesem Sinne, ein Hoch auf den Kundendienst.

Ein blasser, blauer Punkt

Eigentlich wollte ich schon vor ein paar Wochen über dieses Thema schreiben, aber der Gravitas, mit dem ich es besprechen wollte, hat mich einfach zu sehr abgeschreckt. Ich habe mir selbst eingeredet, dass das Thema oder genauer gesagt, das Bild, über das ich sprechen möchte, den besten Text verdient hat. Das führt wiederum zu sehr hohen Erwartungen an sich selbst, die man natürlich niemals einlösen kann. Je länger man schließlich noch wartet, um das Thema endlich anzugehen, desto höher werden die Erwartungen und der Druck. Deshalb dachte ich mir, einfach mal mit dem Schreiben anzufangen. Bisher war das doch auch keine so schlechte Strategie.

Worum soll es also gehen? Um das berühmte Bild von Voyager-1, welches aus einer unvorstellbaren Entfernung von 6 Milliarden Kilometern entstanden ist. Ich hatte es mit Sicherheit schon einmal gesehen, aber irgendwie wieder vergessen. Bis es mir bei einem Video des fantastischen YouTube-Kanals Veritasium wieder begegnet ist. Dabei handelt es sich um einen tollen Kanal, der wissenschaftliche Themen und alltägliche Phänomene anschaulich und unterhaltsam erklärt.

Bei dem Video ging es um die Dimensionen des Universums. Wissen Menschen, wie unfassbar groß es ist? Wie viele Galaxien gibt es? Wie viele Planeten? Wie ordnet man Monde, Planeten, Sterne und so weiter, der Größe nach? Wenn man sich nicht gerade mit dem Thema Astronomie auseinandersetzt, liegen die Schätzungen teilweise ganz schön daneben. Es ist dann immer wieder schön, die Reaktionen zu sehen, wenn sie gesagt bekommen, dass es allein in der Milchstraße etwa 200 Milliarden Sterne und 50 Milliarden Planeten gibt. Wenn man dann berücksichtigt, dass wir gerade einmal 100 Milliarden Galaxien beobachten können, es aber noch mehr außerhalb dieses beobachtbaren Bereichs geben kann, verliert man schnell jedwede Relationen.

Aber zurück zu dem, worüber ich eigentlich schreiben will: das Bild, welches die Voyager-1 Sonde im Jahr 1990 gemacht hat. Wobei es nicht schadet, die Dimensionen des Universums im Hinterkopf zu behalten. Denn das Bild zeigt auf beeindruckende Weise, wie klein und zerbrechlich die Erde ist. Es zeigt aber auch, dass die Erde etwas Besonderes ist, das wir schützen müssen. Oft wird über andere Planeten, wie den Mars, Terraforming, Raumbasen und dergleichen philosophiert, aber außerhalb der Science-Fiction sind das noch lange keine Alternativen, die wir in Erwägung ziehen könnten. Wir müssen auf unser zu Hause aufpassen und darauf achtgeben.

Wir leben alle auf diesem kleinen, zerbrechlichen Planeten und sollten gemeinsam daran arbeiten, diesen zu schützen. Alles, worüber man sich streiten kann, von Religion, über Weltanschauungen, Nationen und Lebensstilen verblasst im Angesicht dieses Bildes, wie ich finde. Denn genau das ist die Erde darauf auch: ein blasser, blauer Planet.

Es gibt auch eine überarbeitete Version, welche ich unten verlinken werde, aber ich mag das Original eigentlich am liebsten. Die bunten Sonnenstrahlen, die sich an der Linse brechen und im rechten, orangefarbenem Strahl, winzigst klein, sieht man einen hellen Punkt: die Erde. Wie Carl Sagan gesagt hat: „Look again at that dot. That’s here. That’s home. That’s us.“ („[…]wenn man es betrachtet, sieht man einen Punkt. [Dieser Punkt] ist hier. Er ist unser Zuhause. Wir sind das.“)

Ich betrachte dieses Bild sehr gerne, immer wieder. Ich habe es mir in meiner Photobibliothek gespeichert, um es jederzeit betrachten zu können. Man muss sich nur jedes Mal erneut bewusst machen und sich daran erinnern, welche technische Meisterleistung es war, dass dieses Bild überhaupt entstehen konnte. Und dass es aus 6 Milliarden Kilometern Entfernung entstanden ist. Ehrfurcht trifft es vielleicht am besten und klingt gleichzeitig wie die größte Untertreibung.

Vielleicht sollten wir alle des Öfteren dieses Bild betrachten.

Pale Blue Dot ©NASA/JPL-Caltech

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Ein musikalischer Nachtrag

Vor wenigen Wochen habe ich über meinen Musikgeschmack geschrieben (Musikalische Entdeckungsreisen). Besser gesagt, von meinem sehr weit gefassten Musikgeschmack, der mir grotesker Weise trotzdem äußerst eingeschränkt vorkommt. Im Eifer des Gefechts fällt einem ja meist nichts Originelles ein. Seitdem habe ich mich allerdings immer wieder dabei erwischt, über das Thema nachzudenken oder mich etwas mehr damit zu beschäftigen.

Das ist auch etwas, was ich nach fast einhundert Texten, die ich mittlerweile für meinen Blog geschrieben habe, sehr zu schätzen weiß. Es kommt mir eine Idee für ein Thema, über das ich schreiben möchte und ich verfasse dann ein paar (hoffentlich unterhaltsame) Absätze darüber. Manchmal beginne ich auch über etwas zu schreiben, worüber ich mir noch keine ausgeprägte Meinung gebildet habe oder was mir so im Kopf herumschwirrt. Das Schreiben darüber dient dann unter anderem dazu, dieses Chaos zu ordnen und in ein kohärentes Ganzes zusammenzufügen.

Wie es genau bei dem Text über Musik war, weiß ich offen gestanden nicht mehr. Aber was bisweilen passiert, nachdem ich einen Text verfasst und veröffentlicht habe, ist ein tieferes Beschäftigen mit dem Thema. Es wurde unbewusst die Aufmerksamkeit darauf gelegt. Ähnlich, wie wenn jemand sagt, man solle nicht an einen pinken Elefanten denken.

So habe ich in den vergangenen Wochen durch diverse Unterhaltungen mit Menschen diverse Künstler*innen wieder entdeckt. Durch die Newsletter, die ich abonniert habe, entdecke ich mittlerweile auch völlig neue Künstler*innen, die ich allein nie gefunden hätte. Schon interessant, das mitzuverfolgen. Zu den neuen, die mir sehr gefallen, zählt unter anderem Yazmin Lacey, die eine hervorragende Stimme hat und einen einzigartigen Sound in ihren Liedern. Zu den Wiederentdeckten gehören nicht nur Adele oder Falco, sondern auch Tracy Chapman.

Vielleicht nicht immer die Originellsten oder Neuesten, aber durchaus Personen, die ich aus den Augen verloren habe. Ich denke einfach im Moment dann nicht daran, diese Sänger*innen, Gruppen oder was auch immer in YouTube-Music herauszusuchen. Manchmal verlasse ich mich vielleicht auch zu sehr auf die automatisch zusammengestellten Playlisten oder auf diejenigen, die auf einem Song basieren und dann vermeintlich ähnliche Songs abspielen. Ein Algorithmus weiß eben doch nicht alles über die User vor dem Gerät. Und die persönlichen Mix-Playlisten, die es auf diversen Musikstreaming-Plattformen gibt basieren meist nur auf den bisher gehörten Sachen. Da ist es natürlich schwierig, Neues zu entdecken.

Aber meine Experimentierfreude wurde auf jeden Fall vermehrt geweckt. Außerdem ist mein pinker Elefant darauf getrimmt, bei Gesprächen und Texten, die mir begegnen, vermehrt auf musikalische Inspiration zu achten. Und ich nutze wieder vermehrt die Abo-Funktion auf YouTube-Music, um diese entdeckten Künstler*innen im Auge zu behalten.

Der Blick zurück

Ich hätte mir ja nie vorstellen können, dass ich jemand bin, der sich Biografien von Menschen durchliest. Gut, es gibt wenige Biografien von Tieren oder anderen Lebewesen, wobei ich das auch nicht unbedingt ausschließen möchte, aber ich schweife ab. Jedenfalls habe ich mich bis vor Kurzem nur mit zwei Biografien auseinandergesetzt. Beides Personen, die ich da über viele Jahre verfolgt und gefeiert hatte: Michael Jackson und Steve Jobs. Sehr unterschiedliche Charaktere, aber die Biografien habe ich durchaus gerne gelesen.

Nun habe ich in den vergangenen Monaten diverse Bücher in der Hand gehabt, die eben unter jene Kategorie fallen. Manche nennen es Memoiren, andere Autobiografien – fällt aber alles unter die gleiche Kategorie. Ganz nebenbei googelte ich den Unterschied zwischen den beiden Begriffen, und man hätte es sich denken können: Memoiren erzählen Geschichten aus einem Leben, die Autobiografie will über ein gesamtes Leben berichten. Wäre das also schon mal geklärt.

Was mir nun aufgefallen ist, sind die unterschiedlichen Herangehensweisen, wie sich die Personen entscheiden, über ihr Leben zu berichten. Patrick Stewart fokussiert sich beispielsweise sehr stark auf seine professionelle Laufbahn. Was natürlich verständlich ist, aber er klammert dabei natürlich viele Dinge aus, die in seinem Privatleben passiert sind oder erwähnt diese nur hier und da in einem Halbsatz. Seine Kindheit, bis er in die Schauspielerei einsteigt, stellt er sehr ausführlich dar, mit all seinen (teils unangenehmen) Aspekten. Ich mochte überraschenderweise seine Berichte und Beschreibungen der unterschiedlichen Shakespeare-Aufführungen sehr gerne, an denen er mitgewirkt hat.

Vor kurzem beendete ich die Memoiren von Peter Falk. Er erzählt, anders zu Patrick Stewart, sehr episodisch und in kurzen Geschichten. Manche umfassen nur wenige Absätze, die längsten sind gerade mal ein paar Seiten lang. Eine durchaus spannende und interessante Herangehensweise. So kann er sich auf die aus seiner Sicht wichtigsten Ereignisse, Begegnungen und teils sehr lustigen Geschichten aus seinem Leben konzentrieren, ohne dabei allzu sehr ins Detail zu gehen. Trotzdem lernt man Peter Falk etwas besser kennen, vor allem, dass er durchaus viel zu Drehbüchern und Charakteren beigetragen hat, indem er Teile umgeschrieben oder ergänzt hat. Es sind auch viele Fotos enthalten und seine künstlerische Seite wird mit diversen Abbildungen der Kunstwerke untermalt.

Vergangenes Jahr habe ich Pageboy von Elliot Page gelesen. Ich kannte ihn bereits von den X-Men-Filmen und natürlich von der fantastisch, verrückten Netflix-Serie Umbrella Academy. Ich wollte mich (und will natürlich weiterhin) mehr mit der LGBTQIA+-Community auseinandersetzen. Als queere Person will ich einfach mehr über meine Community wissen und sie besser verstehen. Da ich über Trans-Menschen noch nicht viel wusste und mehr über deren Lebensrealität erfahren wollte, habe ich zum Buch von Elliot Page gegriffen. Es ist ein mitreißendes, teils beklemmendes und schwieriges Buch, aber auch eines der wichtigsten, die in letzter Zeit erschienen sind.

Ähnlich war es beispielsweise auch mit Asexualität. Ich wusste nicht viel darüber, wenn nur Halbwahrheiten, also habe ich zum Buch A.C.E. von Angela Chen gegriffen. Es ist wichtig, wenn man nichts oder wenig über gewisse Lebensrealitäten weiß, sich erst mal ein Bild davon zu machen. Es bringt einem die Menschen näher und man versteht sich gegenseitig besser. Vor allem, wenn es um Gruppen geht, die in der Gesellschaft wenig Beachtung oder gar Verachtung erfahren, sollte man sich besonders damit auseinandersetzen.

Eine Biografie, die mir aktuell noch bevorsteht und schon auf dem Lese-Stapel liegt, ist This Much is True von Miriam Margolyes. Ich habe zwar noch nichts mit ihr gesehen, wenn ich mich richtig entsinne, wurde auf sie aber durch die Talkshow von Graham Norton aufmerksam. Eine fantastische, offene und lustige Persönlichkeit und ich freue mich schon, sie durch das Buch näher kennen zu lernen.

Biografien sind etwas Wunderbares. Ich bin sehr froh, nun auch diese Bücherkategorie mehr zu erkunden. Ich kann es nur empfehlen.

Die beste Mahlzeit des Tages

Es mag vielleicht nicht die wichtigste Mahlzeit des Tages sein, aber für mich gibt es kaum etwas Besseres als ein ausführliches Frühstück. Unter der Woche esse ich meistens am Vormittag etwas Cottage Cheese mit Gemüse und einem Vollkornbrot, da ich da nicht großartig etwas vorbereiten möchte. Ich brauche etwas Einfaches, das ich im Büro essen kann und einfach zu transportieren ist.

Einmal die Woche allerdings, meistens samstags, genieße ich es mir Zeit zu lassen, etwas Kaffee zu trinken, die Wochenendzeitung zu lesen (aktuell den Standard) und anschließend zu frühstücken. Das besteht dann aus guten Weckerl oder Schwarzbrot (am liebsten allerdings den sogenannten Halbweißen vom örtlichen Bäcker). Was nicht fehlen darf, ist Butter und Marmelade. Wobei ich mittlerweile zu den Fruchtaufstrichen greife, da diese mehr Fruchtanteil haben. Die normalen Marmeladen sind mir zu süß und geschmacklich uninteressant. In Salzburg gibt es den Laden Azwanger, der die Marke JamSession vertreibt. Deren Fruchtaufstriche sind zwar nicht gerade günstig, aber gelegentlich sich ein Birnen- oder Pfirsichglas zu gönnen ist schon was Feines.

Dazu natürlich noch eine ordentliche Portion Rührei – man braucht schließlich auch Proteine. Das hält dann den Tag über satt und man ist für allerlei Schabernack gewappnet. Einmal die Woche brauche ich das einfach, mir ein gutes Frühstück zu gönnen. Mit den verschiedenen Fruchtaufstrichen, es müssen ja nicht immer dieselben sein, ist dann durchaus auch geschmacklich eine gewisse Abwechslung dabei. Die verschiedenen Konsistenzen und Zusammensetzungen der Speisen machen es zu einem kulinarischen Erlebnis.

Ich bin großer Frühstücksfan, wie man vielleicht merkt, und probiere durchaus gerne mal etwas Neues, so wie letztens einen Lachsbagel, der mit einem weichen Spiegelei ausgestattet war. Es war hervorragend – vielleicht etwas zu viel Lachs – aber im Großen und Ganzen eine wunderbare Speise. Fisch zum Frühstück, wie eben in Form von geräuchertem Lachs, beispielsweise, ist sowieso etwas unterschätzt. Zumindest bei mir. Vielleicht sollte ich den bei meinem nächsten Samstagsfrühstück einbauen. Nur die Fruchtaufstriche passen dann eher weniger dazu.

Was ich allerdings nie ganz verstanden habe, sind Menschen, die über Stunden frühstücken können. Das sind wahrscheinlich die gleichen Leute, die auch über Stunden am Raclette sitzen. Ich bin nicht dafür geeignet oder eingestellt, mir so viel Zeit beim Essen zu lassen und dazwischen groß Unterhaltungen zu führen. Wenn ich esse, esse ich. Ich lasse mir gerne Zeit und genieße es natürlich, aber das über die Maße künstlich zu strecken, hat sich mir noch nie erschlossen.

Stadt, Land, Fluß

04.02.2024

Bei meinem letzten Besuch in Stuttgart hat mir Freund T. das Hermann Hesse Buch Peter Camenzind ausgeliehen. Im Studium habe ich schon sein Buch Siddhartha außerordentlich genossen. Die buddhistische Geschichte und Herangehensweise dieser Neuinterpretation, wenn man so will, hat mich fasziniert und begeistert mich noch heute. Es ist ein Buch, das in Erinnerung bleibt. Die Sprache und der Schreibstil begeistern, und die Charaktere, die Hesse entwirft, sind fesselnd. So war es also nur eine Frage der Zeit, bis ich ein weiteres seiner Bücher in Händen halten würde.

Es hat zwar etwas länger gedauert, aber nun hielte ich also Peter Camenzind in Händen. Anfangs war ich etwas skeptisch, als ich zu lesen anfing, da die Beschreibungen des Protagonisten doch sehr auf die Natur abgezielt haben. Nicht, dass ich das nicht mochte, aber ich hatte etwas Sorge, dass es das ganze Buch über so weitergehen würde. Zum Teil tut es das zwar, doch die Reisen, die der titelgebende Charakter unternimmt und dessen Einstellung zum Leben haben mich doch recht schnell in den Bann gezogen.

Im ersten Drittel des Buches kommen immer wieder absurde Situationen vor, die ich so nicht erwartet hätte. Es sind alltägliche Situationen, die beinahe jeder im Leben durchmacht (oder irgendwann durchmachen muss), aber der menschenscheue und zu sozial noch unbeholfene Peter Camenzind beschreibt diese auf eine einzigartige Art und Weise. Ich sollte vielleicht erwähnen, dass er in einem kleinen Bergdorf in der Schweiz aufwächst, wo jeder zweite den Namen Camenzind trägt und sich nicht viel Spannendes ergibt. So werden die umher liegenden Berge und Wälder, aber vor allem auch die Wolken zu seinen besten Kameraden. Bis ihn ein Angebot erreicht, das ihn in die Welt hinaus treibt und er in Europa herumreisen kann.

Sein großer Traum ist die Schriftstellerei, der er sich irgendwann voll und ganz widmen möchte. Ob ihm das gelingt, will ich an dieser Stelle nicht verraten. Aber im Allgemeinen mag ich an dem Buch, dass es kein Ziel per se gibt. Es ist ein leicht tänzelndes Buch, in dem Peter Camenzind von seinem Leben berichtet. Von daher hat es auch ein etwas offenes Ende, das dem oder der geneigten Leser*in vorbehalten ist, zu interpretieren.

Die Geschichte an sich ist mal lebensfroh, mal melancholisch, aber der grundlegende Optimismus des Protagonisten geht doch nie so ganz verloren. Auch ein paar Liebeleien kommen vor und innige Freundschaften. Eine davon, so viel sei verraten, ist so sehr voller wunderbarer, liebkosender Formulierungen und überbordender Hingabe beschrieben, dass ich nicht umhin kann, darin etwas mehr hineinzuinterpretieren. Das mag meine queere, LGBTQ+-Sichtweise sein, aber die Freundschaft mit Richard, die er beschreibt, könnte durchaus einen romantischen Aspekt innehaben.

Es ist zwar ein recht kurzes Buch, aber trotzdem steckt so viel Leben darin, dass es mich sicher noch eine Weile beschäftigen wird. Peter Camenzinds Reisen und Berichte, Freundschaften, Affären und Abenteuer sind mitreißend und laden durchaus auch zum Träumen ein – zum Reflektieren und Sinnieren über das eigene Leben. Ich bin froh, es gelesen zu haben und bin motiviert, mir sicherlich noch weitere Hermann Hesse Werke zuzulegen.

Künstliche Bilder

Seit ein paar Jahren entwickeln sich künstliche Intelligenzen, die als spezifisches Werkzeug für Bilder und Texte dienen, in einer wirklich beeindruckenden Geschwindigkeit weiter. Man kann sich von ChatGPT Rezepte geben oder Programme schreiben lassen, sogar ganze Texte werden in einem bestimmten Stil ausformuliert ausgegeben. Deren Korrektheit ist zwar nicht immer gewährleistet, aber die Treffsicherheit doch erstaunlich.

Mir kommt es allerdings so vor, als wären besonders die bildgebenden KIs diejenigen, die am schnellsten verteufelt werden. Besonders wenn man Künstlern beispielsweise auf Instagram oder YouTube folgt, haben diese einstweilen keine guten Worte für diese Werkzeuge übrig. Zu einem gewissen Grad kann ich das sehr gut nachvollziehen.

Meine Arbeit als technischer Redakteur kann irgendwann mit Sicherheit, zu einem gewissen Teil, von einer KI erledigt werden und mir so die Arbeit erleichtern. Solange es keine Arbeitsplätze ersetzt und niemandem etwas wegnimmt, sondern als unterstützendes Werkzeug eingesetzt wird, sehe ich kein Problem darin, diese zu verwenden. Und meist, so kommt es mir jedenfalls vor, kommt diese grundlegende Abneigung aus einer tief sitzenden Angst hervor, ersetzt zu werden. Deshalb waren die Autor*innen- und Schauspieler*innen-Streiks in Amerika so wichtig, da es genau darum ging, eben nicht ersetzt zu werden, so wie die Studios das wollten, um Geld zu sparen. Ich weiß nicht, welche Rahmenbedingungen dort nun verhandelt wurden, aber was man aus diversen Berichten entnehmen konnte, gehe ich davon aus, dass es durchaus im Sinne der Streikenden zu Ende gegangen ist.

Aber zurück zu den KIs, die der breiten Masse zur Verfügung stehen. Ich selbst verwende Midjourney ganz gerne, um Bilder zu erstellen. Ich bin kein begnadeter Zeichner und Künstler, aber manchmal würde man trotzdem gerne die eigenen Ideen als Bilder umgesetzt sehen. In Software wie Midjourney gebe ich diese Ideen als Text ein, inklusive von ein paar Parametern, und ich erhalte Bildideen dazu. Natürlich entsprechen diese nicht immer meinen ursprünglichen Ideen, aber es kommen immer wieder interessante Konzepte dabei heraus. Ein paar davon habe ich in einer eigenen Galerie zusammengefasst, die unten verlinkt ist.

Die Texteingaben zu machen, also die so genannten Prompts zu schreiben, ist eine eigene Kunstfertigkeit, die man können muss. Dabei geht es nicht nur um die Parameter, die man einstellen kann, sondern auch, welche Formulierungen gewählt und wie diese gewichtet werden. Es ist durchaus spannend, damit zu experimentieren und der Fantasie freien Lauf zu lassen. Diese Art von Software wird sicher immer mehr Einsätze finden und sich damit ein wenig auseinanderzusetzen, kann nicht schaden.

Und, was auch wichtig ist, ich nehme ja niemandem etwas weg. Ich würde mir sicherlich niemanden engagieren, der meine Ideen in Bilder umsetzt. Das wäre nicht nur kostspielig, sondern auch unpraktikabel und eine unnötige Spielerei. Aber eine Software heranzuziehen, mit der ich mich beschäftigen, verschiedene Szenarien ausprobieren und interessante Ergebnisse erzielen kann, lasse ich mir einreden.

Ich buche mir Midjourney auch nicht jeden Monat, da es mit 30 € auf der eher teureren Seite ist. Aber ich mag die Art und Weise, wie die Prompts eingegeben werden, und die Parameter habe ich halbwegs verstanden. Ein oder zweimal im Jahr buche ich mir die Software für jeweils einen Monat und lasse mich überraschen, was Midjourney aus meinen Ideen macht.

Man darf sich nur nicht zu sehr von den Ergebnissen beeinflussen lassen, sondern muss manchmal auf seine eigenen Konzepte im Kopf bestehen. Software kann immerhin keine Gedanken lesen und wenn ich beispielsweise einen bestimmten Charakter für eine Geschichte im Kopf habe, kann ich mich vielleicht durch die abweichenden Ergebnisse von Midjourney inspirieren lassen, aber muss eventuell auch einfach an meinen Ideen festhalten. Es ist eine Gratwanderung und wie so oft sollte man gewisse Vorsicht walten lassen. Es sollte ja ein Tool, ein Werkzeug bleiben. Aber das ist mit allen KIs so – es kommt immer darauf an, wofür man sie verwendet.

Hier nun der Link zu meiner Midjourney-Collage

Von Büchern und der Kunst, Dinge zu Ende zu bringen

Es heißt doch so schön, dass aller Anfang schwer wäre, aber manchmal ist es das zu Ende bringen von gewissen Dingen, was im Wege steht. Man rappelt sich auf oder nimmt sich etwas vor und fängt voller Elan an, nur um dann, wie eine Katze, von etwas anderem, scheinbar viel Schönerem, Neuerem und Glitzernden abgelenkt zu werden. Das ursprüngliche Vorhaben wird aufgeschoben, mit dem festen Vorsatz, es bestimmt später zu Ende zu bringen. Wer kennt es nicht? Es braucht dabei nicht nur Disziplin, sondern auch Durchhaltevermögen.

Man muss den inneren Strudelwurm, wie es Maja Storch benennt, davon überzeugen, dass es eine gute Sache ist, einen selbst voranbringt und es sich auszahlt „durchzubeißen“ oder durchzuhalten, was eine nettere Formulierung ist. Dabei kann es sich um alles Mögliche handeln: Haushaltstätigkeiten, die man vor sich her schiebt, die Verkleidung im Bad, die seit Monaten locker ist, mit einem einfachen doppelseitigen Klebeband und ein paar Minuten erübrigter Zeit, aber einfach festzumachen wäre. Oder aber die Warhammer-Figuren, die angefangen in einer Box liegen und still auf die Fertigstellung warten. Alles rein fiktive Beispiele, natürlich.

Im Januar habe ich mir vorgenommen, dass ich abends, statt Serien oder Filme zu schauen oder das kürzlich erworbene, hervorragende Spiel Prince of Persia zu spielen, Bücher lese. Und zwar nicht irgendwelche Bücher, sondern die, die ich vergangenes Jahr angefangen, aber nie zu Ende gelesen habe. Einfach als Experiment, mit diesem Vorhaben starten und sehen, wie es sich anfühlt. Ist es eher eine Plackerei und lag ich richtig darin, diese Bücher zu überspringen bzw. liegenzulassen oder hätte ich etwas verpasst, wenn ich sie nicht gelesen hätte?

Ich kann schon mal vorwegnehmen, dass ich von jedem der sechs Bücher begeistert war (ob man den Ernährungskompass komplett zählen will, sei mal dahingestellt, da ich nur mehr wenige Kapitel übrig hatte). Alle Bücher hatten etwas anderes zu bieten und haben mich in eine fantastische Welt entführt oder mir eine bisher unbekannte näher gebracht. Aber bevor ich auf Details eingehe, hier die Liste der Bücher:

  1. Bas Kast: Der Ernährungskompass
  2. Charles Soule: Das Licht der Jedi
  3. Erzählungen des Verrats (Buch 10 der Horus Heresy)
  4. Mike Lee: Gefallene Engel (Buch 11 der Horus Heresy)
  5. Stephen King: Fairy Tale
  6. Patrick Stewart: Making it so

Über den Ernährungskompass habe ich schon des Öfteren geschrieben und Das Licht der Jedi, ebenfalls in einem eigenen Text besprochen (Aufbruch in eine neue Ära). Die Warhammer-Bücher werde ich gleichsam im Detail einmal durchnehmen, wenn ich mit dem Sammelband durch bin.

Stephen Kings Fairy Tale hat mich durchweg begeistert, und ich weiß nicht, warum ich es nicht gleich beim ersten Mal fertig gelesen habe. Die Geschichte mit der Kombination von verschiedenen Märchen und zweier Parallelwelten ist schön erzählt und entführt in eine wahrlich fantastische Welt. Ein großartiger Roman mit viel Herz. Es ist teilweise eine tragische Erzählung, teils eine Abenteuergeschichte, in die man selbst gerne hineinstolpern möchte. Es hat sehr viel zu bieten, und ich werde sicherlich noch gesondert darüber schreiben müssen.

Making it so, die Memoiren von Patrick Stewart haben mich ebenso fasziniert. Man mag vielleicht tagträumen, wie es ist, ein Schauspieler zu sein, in diesem Buch erfährt man, welch ein Kampf es sein kann. Kompromissbereitschaft, Engagement und Durchhaltevermögen gehören natürlich dazu. Seine Lebensgeschichte so dargestellt zu lesen und auch seine schwierige Kindheit hier aufgearbeitet zu sehen hat mich mitgerissen. Und er nimmt einen mit in die verschiedenen Zeiten, die er durchlebt, und wie sich das auf das Theater ausgewirkt hat.

Ich habe verschiedene Kommentare gesehen, wo er kritisiert wird, zu viele Namen zu nennen und damit zu prahlen, aber ich finde, das macht die Geschichten greifbarer. Er hat in hunderten Theateraufführungen mitgewirkt, bevor er mit Mitte vierzig der Captain der Enterprise geworden ist, da haben sich eben so manche Geschichten und Begegnungen angesammelt. Seine Erzählung seiner beruflichen Laufbahn ist spannend und man fiebert durchaus mit ihm mit, wenn ich ehrlich bin. Man spürt seine Leidenschaft für diesen Beruf auf jeder Seite.

Was ich mir vielleicht mehr gewünscht hatte, wäre ein etwas tieferer Einblick in das Privatleben, das parallel dazu natürlich ebenfalls stattgefunden hat. Beispielsweise berichtet er kaum über seinen Part als Vater zweier Kinder. Der Fokus liegt eindeutig auf der beruflichen Laufbahn. Seine Kindheit und frühen Jahre als Schauspieler sind ausgeglichener dargestellt, mit einer Mischung aus beiden Welten. In einem Nebensatz erwähnt Patrick Stewart einmal, dass er als Vater kaum anwesend war, weil er viel gearbeitet hat und damit auch viele Reisen einhergingen. Der Wechsel zwischen Hollywood-Produktionen, UK-Filmen und Serien, und Theatern war sicherlich keine einfache Aufgabe. In dem einen Nebensatz steckt viel drin und ich hätte mir gewünscht, dass er näher darauf eingegangen wäre.

Worüber er durchaus schreibt, sind seine Ehen, aber meist auch nur vage. Zum Schluss hin wird er offener, wenn er auf Sunny trifft, mit der er noch heute verheiratet ist. Überraschenderweise schreibt er wenig über die X-Men Filme. Star Trek findet regelmäßig Erwähnung, und er scheint darüber eher aus dem Nähkästchen zu plaudern. Da hätte ich mir ebenfalls gewünscht, etwas mehr zu erfahren. Aber abgesehen davon ist es ein hervorragendes Buch, welches ich gerne gelesen habe. Es bringt einem nicht nur das Leben von Patrick Stewart näher, sondern auch die Welt des Theaters, die Magie Shakespeares und das Handwerk des Schauspielens.

Die Laufsaison kann beginnen

Am Montag kam ich etwas später nach Hause als üblich, da wollte ich unbedingt noch ein wenig raus. Podcast hören und spazieren gehen hat mich allerdings nicht gereizt, stattdessen habe ich mir die Laufschuhe angezogen und bin dieses Jahr meine erste Runde gelaufen. Es heißt ja so schön, dass Athleten im Winter gemacht werden, aber wenn es kalt ist und schneit, ist es drinnen dann doch etwas angenehmer. Aber ich habe mich durch Krafttraining und diverse HIIT-Sessions versucht, auf einem halbwegs guten Level zu halten.

Erstaunlicherweise hat das funktioniert. Denn die Laufrunde in der Sonne bei guten 10 Grad war einfach fantastisch. Zwischendurch ein paar Sprints, um sich wirklich auszupowern und das gute Gefühl des Laufens so richtig auszukosten.

Das habe ich dann gleich am Mittwoch nochmal gemacht und bin wieder richtig motiviert, regelmäßig zu laufen. Ich mache das gerne ohne AirPods im Ohr, also ohne Musik oder Podcasts als Ablenkung bzw. Ergänzung. Das Laufen nutze ich gerne, um Gedanken schweifen zu lassen, abzuschalten und mich mit Zeit immer mehr auf das Training zu konzentrieren. Die Atmung, die Schritte, die Herzfrequenz und einfach die Tätigkeit an sich genießen.

Klar funktioniert das nicht immer zu hundert Prozent, aber mit der Zeit und Routine natürlich immer öfter. Besonders als Ausgleich fürs Sitzen im Büro und als Ergänzung zu meinen sonstigen sportlichen Tätigkeiten ist Laufen etwas Wunderbares. Ich mag die Einfachheit dahinter. Ein paar Sportsachen, Laufschuhe von Asics und schon kann man los.

Asics, muss man wissen, hat sich über die Jahre zu meiner absoluten Lieblingsmarke entwickelt und ich besitze entschieden zu viele Schuhe davon. Ich nutze diese nicht nur zum Sport, sondern auch als Freizeitschuhe, für Gartenarbeit und alles, was sonst noch so ansteht. Ich trage sie unfassbar gerne.

Natürlich kann man, wie bei jedem Sport und Hobby, auch das Laufen immer wieder mit allem möglichen aufwerten. Sei es ein Brustgurt zur Herzfrequenzmessung, etwas bessere Sportkleidung, besonders für den Winter oder diverse andere Dinge, aber sie sind eben kein muss. Laufen kann man immer und überall, die Sachen haben in fast jedem Koffer Platz und das Einzige, was eine oder einen davon abhält, ist die eigene Motivation.

Zwar würde es mich auch wieder reizen, mehr Rad zu fahren, aber dafür würde ich erst mal ein neues Rad benötigen, da das alte doch ausgedient hat. Dann ist natürlich die Frage, ob E-Bike oder nicht. Es macht Spaß, keine Frage, aber ist eben auch ein bisschen aufwendiger, als einfach nur gute Laufschuhe zu kaufen und zu starten.

In diesem Sinne hoffe ich, dass die diese Woche offiziell für mich gestartete Laufsaison konstant weitergeht. Auch, wenn mal schlechteres Wetter herrschen sollte. Offen gestanden laufe ich durchaus gerne im Regen, besonders wenn es wieder wärme wird. Und sich im Finstern mit Stirnlampe durch einen Schneefall zu plagen, hat immer wieder etwas Besonderes an sich. Insbesondere dann, wenn man im Wald nach links oder rechts blickt und einem zwei leuchtende Augen entgegen blicken. Es sind in den meisten Fällen eher Katzen und ähnliches Kleinvieh, aber trotzdem hat es auch immer etwas leicht unheimliches an sich.

Laufen macht einfach nur Spaß und ist ein toller, abwechslungsreicher Sport.

Zwischen den Welten

Was mich schon immer fasziniert hat, besonders wenn das Wetter so ist, wie gerade, sind die dünnen Frostschichten, die sich am Waldrand im Schatten bilden. Oder besser gesagt, die nicht verschwinden, sondern immer schön mit den Schatten mitzuwandern scheinen. Wenn es nachts unter null Grad sind, am Tag allerdings die Sonne scheint und es ein paar Grad Plus bekommt, kann man das besonders gut beobachten.

So war es, als ich letztens am Sonntag, recht früh am Vormittag, unterwegs war. Es ist an sich nichts Besonderes, im Schatten und am Waldrand bleibt es natürlich besonders kühl. Trotzdem ist es immer wieder interessant zu beobachten.

Zwei Welten, die nur ein paar Zentimeter voneinander entfernt sind, aber dennoch sehr unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Vielleicht auch mit verschiedenen Gefühlen verbunden sind. Die eine Seite in der warmen Sonne und auf der anderen im kalten Winter festsitzen – es hat etwas Magisches an sich.

Ich habe erst vor Kurzem das großartige Stephen King Buch Fairy Tale zu Ende gelesen, was meine Affinität zu diesem Thema und meine Gedanken daran vielleicht etwas manipuliert. In dem Buch geht es genauso um zwei Welten, die durch eine einfache Treppe miteinander verbunden sind, aber vollkommen unterschiedlich funktionieren. Vielleicht muss ich darüber auch mal gesondert berichten. Aber zwei Welten, die nur durch eine dünne Schicht voneinander getrennt sind, findet man ja vielleicht öfter. Man muss nur die Augen offen halten.