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Schwemmholz

Mit dem vielen Regen und den stürmischen Tagen vor Weihnachten war es natürlich absehbar, dass entsprechend viel Schwemmholz an den Ufern der Salzach landet. So musste natürlich am wunderbaren Auerlebnisweg in Weitwörth entsprechendes erkundet werden.

Nicht zuletzt auch deshalb, weil es nach den trüben, regnerischen Tagen sehr angenehm war, mal wieder ein paar Sonnenstrahlen abzubekommen. Die Wege in der Weitwörther Au sind immer wieder toll zu gehen, vor allem da sie weiterhin ausgebaut und gepflegt werden. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich die Au in Anthering in das Ganze eingliedern wird, aber das wird noch ein paar Jahre dauern, bis die Wege entsprechend aufbereitet sind.

Das Einzige, was dieses Mal gefehlt hat, waren die Schwäne. Normalerweise sieht man doch eine Handvoll oder so auf dem kleinen See herumschwimmen. Doch die scheinen sich gute Verstecke vor dem Sturm gesucht zu haben, so sah man nur jede Menge Enten, die es sich mitten am See in der Sonne gemütlich gemacht haben.

Was das Schwemmholz angeht, so war die Auswahl dort doch recht groß und es geht natürlich gar nicht, dass auf dem Rückweg nicht das ein oder andere Stück Holz mitgeht. Selbst wenn das bedeutet, dass die Stücke den ganzen Weg zurück zum Auto getragen werden müssen. Aber das ist ja der halbe Spaß daran. Ein bisschen über die Steine klettern, ergründen, wie kalt das Wasser ist (Spoiler: sehr frisch) und die schönsten bzw. skurrilsten Stücke Holz aussuchen.

Stürmische Zeiten

Die Tage vor Weihnachten waren durch heftige Stürme in ganz Österreich gekennzeichnet. Wir hatten Glück, da es in Salzburg bzw. an dem Ort, wo ich wohne, nicht allzu heftig wurde, was die Böen anging. Zwar waren auch hier viele Einsatzkräfte unterwegs, vor denen ich nur immer wieder meinen Hut ziehen kann, ob der Gefahren, denen sich diese oft freiwilligen Menschen aussetzen, um anderen zu helfen. Es ist bewundernswert und man kann einfach nur dankbar sein, dass es diese Menschen gibt.

Bis auf ein paar verbogene Zäune und weggeblasene Dinge blieb am Haus allerdings alles unversehrt. Bei mir ist es allerdings so, dass solche Stürme mit der Zeit vor allem auch psychisch anstrengend werden, da ich immer etwas nervös bin. Kann natürlich auch daran liegen, dass sich meine Wohnung im Dachgeschoss befindet und ich daher nochmal mehr von den Windböen mitbekomme. Es macht mich unruhig – das dann über mehrere Tage zu haben, ist dann doch anstrengend.

Was mich aber im Nachgang interessiert, sind die Schäden, die der Sturm in den umliegenden Wäldern angerichtet hat. Meine typische Spazierrunde führt durch zwei Wälder und natürlich musste ich diese abgehen, sobald dies wieder gefahrlos möglich war.

Dort sah ich, zu welchen gewaltigen Kräften ein Sturm fähig ist. Dutzende Bäume wurden umgehauen und geradezu entwurzelt. Ich musste mich über und unter umgefallene Bäume hindurchkämpfen, um mir einen Weg durch den Wald zu bahnen. Ein abenteuerliches Unterfangen.

Die Arbeiten, die im Nachgang des Sturms noch notwendig sind, um ein halbwegs normales Bild wiederzubekommen, werden sicherlich noch einiges an Zeit in Anspruch nehmen. Nicht nur in den umliegenden Wäldern, sondern auch die persönlichen Schicksale, die sich in diesen stürmischen Tagen ereignet haben.

Schienenersatzverkehr

Normalerweise ist dieses Wort eines, das man nicht gerne zu hören bekommt oder liest, da es bedeutet, etwas ist nicht in Ordnung und man muss einige Mühen auf sich nehmen, um von Punkt A zu Punkt B zu kommen.

Vor allem bei der Lokalbahn in Salzburg und Umgebung war es in den letzten eineinhalb Jahren immer wieder der Fall – besonders aber in den vergangenen Monaten. Irgendwann hat man genug von Ausfällen, Verspätungen und dergleichen. Aber langsam neigt sich die umfangreiche Modernisierung und der Umbau dem Ende zu. Da kam es gerade passend, dass der Sturm der letzten Tage die Strecke gleich nochmal in Mitleidenschaft gezogen hat und wieder Busse als Ersatz dienen mussten.

Doch so sehr man sich darüber ärgern kann und beschweren, wurde mir letztens bewusst, dass es durchaus etwas Gutes an sich hat. Denn egal wann und wieso die Züge ausfallen, es stehen immer genügend Busse und Busfahrer zur Verfügung, um dies auszugleichen. Natürlich dauert die Reise dann etwas länger, aber der SEV ist meist zügig eingerichtet.

Nicht alle Schienen-Transport-Institutionen bekommen das hin. Da muss man nur nach Deutschland blicken. Egal, warum ein Zug dort ausfällt, du bist auf dich alleine gestellt, eine Lösung zu finden. Ersatzbusse oder Ähnliches habe ich noch nicht erlebt. Da bevorzuge ich doch die Lokalbahn, die das optimal auf die Reihe bekommt.

Glitzerndes Geschenkpapier

Ich scheine ein bisher verborgenes Talent zu haben. Ein Talent, das mich einmal im Jahr beglückt. Das mich nachhaltig verfolgt und letztes Jahr seinen Anfang nahm: unweigerlich, glitzerndes Geschenkpapier zu kaufen.

Ist es nicht toll, wenn etwas glitzert? Vor allem zu Weihnachten und wenn die Geschenke, die man anderen überreicht, etwas Besonderes an sich haben? Ich mag das. Deshalb habe ich letztes Jahr den vermeintlichen Fehler gemacht und mit goldenem Glitzerstaub bestücktes Geschenkpapier gekauft. Das hat sich nicht nur beim Einpacken in der gesamten Wohnung verteilt, sondern beim Auspacken bei den Beschenkten nochmal. So hatte jeder wirklich lange etwas davon.

Dieses Jahr wollte ich es besser machen. Aber ein bisschen glitzern musste es schon. So griff ich zu einem Geschenkpapier mit goldenen Hirschen darauf. Konnte ich ahnen, dass sich diese in kleinste Teile auflösen, sobald die schützende Plastikfolie weg war?

Aber jetzt hatte ich immerhin schon angefangen mit dem Einpacken und wollte es durchziehen. Ich versuchte Schadensbegrenzung, sodass nur der Esstisch mit Gold gesprenkelt wurde, nicht aber der Rest der Wohnung. Es gelang einigermaßen okay. Die gute Nachricht: auch dieses Jahr haben die Beschenkten wieder mehr, als sie eigentlich wollten. Und zwar, wenn sich beim Auspacken die restlichen goldenen Hirsche lösen.

Vielleicht klappt es im nächsten Jahr besser. Oder ich ergebe mich meinem Talent und streue gleich selbst etwas Glitter in die Geschenke hinein.

Abschlussängste?

Unentspannt. So würde ich den allgemeinen Gemütszustand von Leuten in dieser Woche beschreiben. Tiefe Seufzer, Beschwerden und Aufregungen über Dinge und Prozesse, die man sowieso nicht ändern kann, und dann gibt es natürlich noch diejenigen, die halb krank in der Arbeit erscheinen. Am Ende war es schon sehr anstrengend, um es gelinde auszudrücken.

Dabei unterscheiden sich die nächsten beiden Wochen nicht unbedingt von den Sommerwochen, in denen ebenfalls viele Urlaub haben – nur dass eben ein paar mehr Feiertage sind. Aber grundsätzlich scheint es Menschen zu stressen, dass das Jahr endet. Als müsste unbedingt noch alles erledigt werden. Die Bedeutung von Silvester wird meiner Meinung nach überbewertet – zugegeben, ich mag die Idee eines “frischen” Jahres, aber das war es dann auch schon.

Diese Woche allerdings hat direkt an meinem sonst entspannten Gemüt und meiner Psyche gezerrt. Da war die etwas größere Einkaufsrunde am Mittwoch durch verschiedene Geschäfte im Ort angenehmer. Nicht zu vergessen, ein zuvor sehr entspannender Friseurbesuch. An dem Tag habe ich mich auf dem Weg nach Hause zudem noch spontan – oder unterbewusst – entschieden, einen anderen Weg zu fahren, der mich an dem Haus vorbeiführt, in dem ich üblicherweise die Physiotherapie habe. Kaum hatte ich das Haus gesehen, fiel mir ein, dass ich ja Tags davor mein Handtuch vergaß. Kurz geparkt und reingesprungen, lugte auch schon mein Physiotherapeut aus einer Tür und reichte mir kurze Zeit später das sicher verwahrte Handtuch. Ich war begeistert. Ein Nachmittag bzw. Abend voller kleiner Erfolgserlebnisse.

Und dann kam auch noch die 40th Anniversary Merch Box von Warhammer an, mit perfekt sitzenden Pullovern und einer coolen Tasse. Ich bin begeistert.

Dieses künstlich herbei gedachte Ende eines Jahres scheint Menschen nicht nur zu stressen, sondern immer wieder zu überraschen. Es muss nicht alles vor Weihnachten abgeschlossen sein. Ich freue mich auf ein paar Aufgaben, die ich mir für zwischen die Feiertage vorgenommen habe und ein paar Dinge, die im neuen Jahr auf mich warten. Ich entscheide mich im Zweifel stets für Optimismus, auch wenn es manchmal anstrengend sein kann.

Kein Podcast im Ohr

Normalerweise stecke ich mir immer gleich die AirPods ins Ohr, sobald ich aus dem Haus gehe und in irgendeiner Art und Weise einen Spaziergang unternehme. Dieses Mal hatte ich einen Termin in Oberndorf, es war ein sonniger Tag, warum also nicht zu Fuß gehen – vor allem, wenn das Weihnachtswochenende wirklich so stürmisch und regnerisch werden soll.

Heute allerdings öffnete ich die Akkuschale, setzte beide ein und … nichts. Der Akku war leer. Nicht zum ersten Mal habe ich es vollkommen übersehen, dass die AirPods zwischendurch geladen werden wollen. Mit einer einzigen Ladung kommt man wirklich lange aus, aber irgendwann ist eben Schluss.

Kurzzeitig machte sich etwas Ärger in mir breit, da für den Rückweg zur Wohnung keine Zeit mehr blieb und ich mich auf die restliche Folge von WRINT Nummer 1549 freute. Doch am Ende war ich ganz froh, mal nichts anzuhören. Es gab mir die Möglichkeit, meine Umgebung genauer zu beobachten, den Leuten, denen man begegnet, etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken und die Gedanken schweifen zu lassen.

Ich begrüße solche spontanen Momente ganz gerne, wenn manchmal auch erst im Nachhinein betrachtet. Zu oft steckt man in einem Trott fest, da kommt ein leerer Akku bisweilen ganz gelegen.

Den inneren Saboteur gibt es nicht

Vor einiger Zeit habe ich das Buch Machen Sie doch, was Sie wollen von Maja Storch gelesen. Darin geht es um das Konzept des Strudelwurms, der als Sinnbild für das Bauchgefühl oder die (manchmal vielleicht fehlgeleitete) Intuition steht. Sie beschreibt, wie man die Vorhaben und Ideen des Verstandes mit den Vorstellungen und Entscheidungen, die der Strudelwurm treffen will, in Einklang bringt. Und zwar ohne sich durch selbst geißelnde Zwangskontrolle zu einer bestimmten Verhaltensweise zu zwingen – was der eigenen Psyche auf lange Sicht nicht guttut.

Es ist ein kompaktes, doch dicht gefülltes Buch. Storch schafft es darin, komplexe psychologische Zusammenhänge auf ihre grundsätzlichsten Prinzipien herunterzubrechen. Außerdem ist jedes Kapitel mit Beispielen angereichert, die die erklärten Konzepte verdeutlichen und nachvollziehbar machen.

Was ich besonders an der Autorin schätze, ist, dass sie nicht lange um den heißen Brei herum redet und auch deutliche Formulierungen und Worte findet, wenn es darum geht, mit im Volksglauben verbreiteten, teils falschen Konzepten aufzuräumen.

Beispielsweise hört man des Öfteren Aussagen, dass man den eigenen, inneren Saboteur bezwingen muss. Diesen überwinden, nicht auf ihn hören oder was auch immer. Unzählige Apps, Bücher und sonstige Selbsthilfe- und Motivationsschleudern wollen aufzeigen, wie man sich selbst manipuliert, austrickst oder sonstige hinterlistigen Dinge anstellt, um unseren ach so dummen Körper/Verstand/Geist zu einem „richtigen“ Verhalten zu bringen.

Das war mir alles schon immer sehr suspekt. Es hat einen negativen Hauch an sich, der mir nicht gefällt. Sich selbst manipulieren oder durch irgendwelche künstlich erzeugten Reize zu etwas überreden. Die eigene Produktivität erhöhen. Herr über die Zeit (sprich: den Kalender) zu werden. Und sonstige Unfassbarkeiten.

Da scheint mir das Konzept, meinen Strudelwurm (mein Bauchgefühl) und meinen Verstand in Einklang zu bringen, doch sehr viel sympathischer.

Denn dies führt im Grunde dazu, dass man sich selbst besser versteht – ja sogar besser verstehen muss, wenn man sich wirklich verändern will oder begreifen, warum man sich in gewissen Situationen so und nicht anders verhält. Denn das Bauchgefühl ist genau das: ein Gefühl. Etwas, das sich oft nur schwer in Worte fassen lässt, eine mag ich/mag ich nicht Bewertung (wie Storch im Buch schreibt). Es zwingt mich (im positiven Sinne) zu hinterfragen, Antworten zu finden auf Fragen, die ich mir vorher vielleicht noch nie gestellt habe oder gar zu stellen traute.

Es gibt keinen inneren Saboteur.

Werfen wir doch bitte diese irrsinnige Idee über Bord.

Oft ist es schwierig, herauszufinden, was man wirklich will. Dauernd sind wir fremden Ideen, Lebensentwürfen und Vorstellungen ausgeliefert. Dinge, die man tun sollte. Filme/Serien, die man schauen muss. Bücher, die man gelesen haben sollte. Länder, die man besuchen muss. Und wenn man x oder y nicht bis maximal Ende 20 gemacht hat, ist es ohnehin schon zu spät. Nicht zu vergessen, die tausenden möglichen Morgen-Routinen, die man jeden Tag machen sollte, 2–3 Stunden dauern und ganz sicher in den Alltag der meisten Leute passen.

Wenn es einen Saboteur gibt, dann ist dieses Monster extern zu finden. Wir selbst sind es uns nur schuldig, diese äußeren Einflüsse auszublenden. Raum und Zeit zu schaffen, in denen wir in Ruhe reflektieren können, nachdenken. Alles andere sind nur „Influencer“, die ihr Zeug verkaufen wollen.

Tatsächlich sind es drei Bücher, die ich kürzlich dicht hintereinander gelesen habe und in dieselbe Kerbe schlagen. Ich kann sie nur wärmstens empfehlen: storyworthy von Matthew Dicks, Machen Sie doch, was Sie wollen von Maja Storch und Be Useful von Arnold Schwarzenegger. Ich werde sicherlich noch öfter über diese Bücher berichten, vor allem auch da ich sie noch ein zweites Mal lesen will und mich wirklich mit den Konzepten auseinandersetzen.

Aber das Konzept, die Idee, einen inneren Saboteur überwinden zu müssen, das können wir gleich ad acta legen.

Weihnachtsmarktwahnsinn

Der ganze Schnee von Anfang Dezember war relativ rasch wieder weg, dem warmen Wetter und mehreren Tagen Regen geschuldet. Damit verschwand auch meine Weihnachts- und Adventstimmung. Bei sieben oder acht Grad, mehr oder weniger schönem Wetter und grünen Wiesen ist es nicht so einfach, sich auf Weihnachten einzustellen, was ja bereits am kommenden Sonntag stattfindet.

Dem hat allerdings ein Besuch des Salzburger Christkindlmarkts etwas entgegengewirkt. Zuerst Glühwein bei den Franziskanern, wo beim Vorbeigehen zufälligerweise die Tore offen standen und freundliche Menschen Glühwein zu einem angemessenen Preis ausschenkten. Anschließend ein bisschen über den eigentlichen Christkindlmarkt schieben lassen, ein Raclette-Speck-Brötchen genießen und etwas von dem hervorragenden Ausseer-Lebkuchen kaufen – so stellt sich dann durchaus etwas winterliche Stimmung ein.

Es war verrückt, wie viele Menschen am Samstagabend auf dem Markt waren oder allgemein in Salzburg unterwegs. Sei es in der Linzer- oder Getreidegasse oder, offen gestanden, auch überall sonst – gefühlt war die gesamte Stadt und Umgebung draußen und wollte den herrlich sonnigen Tag mit einem Glühwein oder ähnlichen Heißgetränken ausklingen lassen. Aber irgendwie gehört dies auch dazu, ein wenig Chaos.

Was mir einfach besonders gefällt zur Weihnachtszeit, ist auf Märkten oder in Geschäften unterwegs zu sein und nicht unbedingt dem Kapitalismus zu frönen (wobei ich das durchaus auch tat), sondern die Dekorationen und Beleuchtungen zu bewundern. Ich selbst habe in der Wohnung einen schlichten Adventkranz und ein paar saisonale Servietten, aber das war es dann auch schon. Da begrüße ich die Extravaganz und das überbordende, was die Geschäfte an den Tag legen.

Deshalb wollte ich auch unbedingt noch in den Europark, was ich am Wochenende ebenfalls geschafft habe. Sei es der überdimensionierte Weihnachtsbaum, die viel zu großen golden-glitzernden Würfel mit riesigen Christbaumkugeln, die Kränze oder all das (künstliche?) Grünzeug, sowie die geschmückten Läden und der Weihnachtsmarkt. Es ist einfach toll, ein bisschen durchzuschlendern und alles auf sich wirken zu lassen.

Das Einzige, was ich nicht unbedingt brauche, sind rücksichtslose und zum Teil offen respektlose Menschen. Selbst in einem Chaos und wenn die halbe Bevölkerung des Bundeslandes sich durch Ikea und Einkaufszentren schiebt, kann man trotzdem aufeinander achtgeben und entspannt einkaufen. Doch viele scheinen dies verlernt zu haben. Sei es an der Supermarktkasse, wo ich noch nicht einmal gezahlt hatte und sich die nächsten bereits mit ihren Einkaufswagen und -taschen hinter und neben mir breit machten. Oder Leute, die mitten am Weg stehen bleiben, um etwas verwackelt und mit maximalem digitalem Zoom zu fotografieren, was am Ende ohnehin niemand mehr identifizieren kann.

Wir leben immerhin in einer Gesellschaft des Überflusses, in einem wohlhabenden Land, da sind ein paar Sekunden, die ich vielleicht später ins Geschäft komme, nicht so ausschlaggebend, als das ich sämtliche Rücksicht und jedweden Respekt ablege, ob der irrsinnigen Idee, sinnlose materielle Dinge etwas früher kaufen zu können, als die anderen. Es ist mehr als genug da. Für jeden und jede. Wir wollen doch alle nur eine halbwegs schöne Zeit verbringen, das Jahr gut abschließen und mit frischem Elan in das neue Jahr starten.

Da wäre es nicht zu viel verlangt, sich selbst etwas zurückzunehmen und auf die Menschen im Umfeld zu achten. Denn eigentlich geht es zu Weihnachten nicht darum, wer die besten, meisten Geschenke bekommt, sondern darum, eine schöne Zeit mit den liebsten Menschen im Leben zu verbringen. Und wenn man dann noch gute Ideen und Inspirationen für gute Geschenke hat, ist das ein willkommener Bonus obendrauf. Aber eben nicht der Kern. Die Winterzeit im Allgemeinen ist doch eine Zeit, in der die Natur zurückschaltet und eine Ruhe einkehrt, die wir manchmal zu vergessen scheinen. Viele Termine zu haben, Besorgungen machen zu müssen und dorthin bzw. hierhin zu müssen – all das muss nicht gleich Stress bedeuten. Man kann sich auch entscheiden, alles mit einer gewissen inneren Ruhe anzugehen, sich nicht anstecken zu lassen von der Hektik der anderen. Es mag etwas Kraft oder bewusstes Handeln erfordern, doch was man dadurch gewinnt, ist so viel mehr wert.

Zwischen Hobby und Impulskontrolle

Manchmal bin ich leicht beeinflussbar. Sei es, dass mir Freunde etwas empfehlen, das genau in eine Hobby-Kerbe schlägt oder ein YouTuber nebenbei erwähnt, dass gerade Hero Quest preiswert zu haben ist. So geschah es diese Woche, dass ich mir ein Video von Midwinter Minis angeschaut habe, wie man einfach aber gut Skelette bemalen kann und Guy eben jenen Fakt erwähnt.

Kurz auf Amazon geschaut und Vergleichsportale befragt und schon war festgestellt, dass es tatsächlich keine 60 € kosten würde, sich das Basisset zu besorgen. 40 % gespart. Da ist es doch nur sinnvoll, gleich eine der Erweiterungen mitzubestellen, die ebenfalls coole und interessante Miniaturen enthalten. Wie das Foto unten beweist, dauerte es also nicht lange und die beiden Boxen kamen bei mir an.

Die Boxen kamen in einem mit Kartonverstrebungen stabilisierten Umkarton an, was ich bisher auch noch nicht oft gesehen habe. Die Inhalte des Basissets und der Erweiterung sind ebenfalls wunderbar angeordnet. Eine Plastikhülle dient als Unterbringung für die Miniaturen, sodass diesen nichts passieren kann. Die Karten und Anleitungen sind auf hochwertigem Papier gedruckt, und das Spielfeld macht einen stabilen Eindruck. Auch die Details an den Miniaturen und die allgemeine Qualität sind ansprechend und brauchen sich vor Warhammer Figuren nicht zu verstecken.

Ich freue mich schon darauf, die ersten Figuren zu bemalen, aber erst einmal wollen andere, bereits angefangene Projekte, fertiggestellt werden. Aber sobald die Ersten fertig sind, werde ich auf jeden Fall davon berichten.

Nun muss man allerdings wissen, dass das Warhammer-Hobby, zumindest was das Bemalen von Figuren angeht, meist nur theoretisch bei mir stattfindet. Heißt: Ich kaufe gerne coole Figuren und Boxsets und nutze gerne Angebote, doch tatsächlich bemalen tue ich sie relativ selten. Das ist auch ein Grund, warum ich in den vergangenen Monaten immer wieder durch kleine Kniffs versucht habe, Barrieren zu entfernen, die mir eventuell einen Strich durch die Rechnung machen könnten.

Sei es eine Mal-Station zu besorgen, die man komfortabel verstauen kann, die aber alle notwendigen Farben, Pinsel und Zubehör in sich aufnehmen kann. Dadurch dauert es nur ein paar Minuten, um diese aufzubauen und zum Malen anzufangen. Aber der Esstisch in der Küche ist nur eine suboptimale Lösung für solch ein Hobby. Es kann durchaus vorkommen, dass dieser mit Zeug vollgeräumt ist, doch ein Dauerzustand soll es auch nicht gerade sein. Immerhin muss er auch als Büroalternative herhalten, wo ich beispielsweise die Blog-Artikel schreibe.

Also habe ich mir am Wochenende einen großen Eckschreibtisch bei Ikea besorgt, wo ich nicht nur malen kann, sondern auch noch meine Burg Blaustein unterbringe (inkl. zukünftiger Erweiterungen – hoffe ich zumindest). Dies war auch eine gute Gelegenheit, um mal wieder die Wohnung etwas neu zu gestalten. Besonders zum Jahreswechsel hin bekomme ich immer wieder den Drang, etwas neu gestalten oder einrichten zu müssen.

Aber was das Malen als Hobby angeht, muss ich erst noch herausstellen, ob der neue Arbeitsplatz dafür auch die Regelmäßigkeit erhöht, mit der ich einen Pinsel in die Hand nehme. Zumindest freue ich mich schon darauf, diesen neuen Arbeitsplatz nutzen zu können. Jetzt muss ich nur noch die Zeit dazu finden. Ungünstigerweise wurde diese Woche der erste DLC zu Final Fantasy XVI veröffentlicht. Aber dazu später einmal mehr.

Weihnachtliche Keks-Vorbereitungen

Das Mehl steht bereit. Die Eier sind geschlagen. Die Butter leicht erwärmt. Zucker verteilt sich über die Arbeitsplatte. Die Küchenmaschine quält sich an der übervollen Schüssel an Teig ab. An jedem Finger kleben Teigreste. Aber irgendwann ist die Masse angerührt und sie durfte noch etwas ruhen, bevor man sich an den Tisch setzt und beginnt den Teig auszurollen. Es beginnt das große Kekse-Auszustechen. Legt diese anschließend behutsam auf ein Blatt Backpapier und befördert dieses mitsamt Backblech in einen Ofen. Langsam aber sicher füllt sich die Wohnung mit einem angenehmen süßen Geruch. Nach der ersten Ladung geht es dann Schlag auf Schlag. Vanillekipferl. Mit Schokolade überzogen. Mit Marmelade gefüllt. Mit Mandeln getoppt. Geschnittene und getunkte Nussecken. Aus einer alten Maschine von Oma gepresste Kekse. Lebkuchen. Es füllen sich die vorbereiteten Keksdosen langsam aber sicher.

Am Ende des Tages sitzt man schließlich zufrieden, ob der getanen Arbeit auf dem Sofa und genießt die ersten Kekse des Jahres. Selbstgemacht, schön. Stolz, aber auch müde legt man sich später ins Bett und freut sich auf den erholsamen Schlaf.

So, oder so ähnlich hätte es dieses Jahr aussehen können. Stattdessen habe ich mich von verschiedenen Bäckern in der Umgebung bedient und mir dort die “selbst gemachten” Kekse gekauft. In die eigene Keksdose habe ich sie dennoch gelegt und man könnte fast meinen, sie stammen aus dem hauseigenen Ofen und wurden von den eigenen Händen geformt. Tja, dieses Jahr nicht.

Ein bis zwei Sorten habe ich die letzten Jahre immer gemacht, primär freue ich mich jedes Jahr auf Lebkuchenkekse. Mit einem Teig vom Bäcker ausgestattet. Die fertigen Kekse reifen dann im Idealfall ein bis zwei Wochen in der Keksdose, damit sie schön weich werden. Sie gehören durchaus zu meinen Favoriten. Dicht gefolgt von Nussecken (die sehr einfach und schnell gemacht sind, da man quasi nur Teig auf ein Blech schüttet und in den Ofen steckt).

Der diesjährige Dezember fühlt sich allerdings irgendwie anders an. Zum einen ist er mit mehr Terminen und Aufgaben gefüllt als üblich. Zum anderen macht es auch Spaß, sich durch die örtlich ansässigen Bäcker zu probieren. Es macht doch jeder die Kekse auf eigene Art und Weise. Mal größer, mal kleiner, verschiedene Sorten und natürlich auch unterschiedliche Preise gehören dazu. Aber auch alle durchaus gut und empfehlenswert.

Wer weiß, vielleicht bewahrheitet sich die oben geschilderte Szene im nächsten Jahr. Wir lassen uns überraschen.