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Handschriftlich

Gedanken handschriftlich festzuhalten, ist für mich fast schon eine Notwendigkeit. Es hilft beim Nachdenken. Anders als beim Tippen am Computer, wo die Finger über die Tasten fliegen, verlangsamt sich die Welt durch das handschriftliche Schreiben; die Gedanken werden klarer. Ich mag das. Es hilft mir aber auch, einen Überblick über meine Aufgaben in der Arbeit zu behalten. Dafür habe ich dieses Jahr ein Bullet Journal für die Arbeit gestartet und bin weiterhin sehr begeistert, diese tolle Technik dort verwenden zu können. Doch habe ich dieses Jahr noch ein weiteres Anwendungsgebiet für Handschriftliches gefunden, was ich zuvor stets unterschätzt habe.

Zu Anlässen wie Geburtstagen, aber auch in Bezug auf Weihnachten habe ich dieses Jahr vermehrt Karten geschrieben. Lange Zeit hatte ich nicht wirklich einen Grund gesehen, warum man Glückwunschkarten schreiben soll. Meist steht sowieso nur ein Spruch eines Autors oder einer Autorin oder von Philosoph*innen darin, von denen man zuvor noch nie etwas gelesen hat. Ein paar Floskeln runden das Ganze dann noch ab, bevor man unterschreibt und die lästige Pflicht erfüllt ist. So in etwa war meine Herangehensweise an diese Karten. Doch meine Meinung darüber musste ich in den vergangenen Monaten ändern.

Wenn man sich etwas Mühe gibt und Zeit lässt, dann kann eine solche Karte durchaus etwas Besonderes sein. Natürlich kann man sich weiterhin Zitate heraussuchen. Dann aber doch eher von etwas, das man selbst kennt. Den persönlichen Touch sollte ein Eintrag nicht verlieren. Wenn man dann noch ein paar Worte an die Empfänger*innen richtet, die man vielleicht schon lange sagen wollte, aber noch nie die Gelegenheit oder den Mut dazu hatte, erhält ein einfaches Stück Papier sehr viel mehr Bedeutung. Ich mache das nicht immer oder zu jedem Anlass, aber mittlerweile doch häufig. Ich bin sogar dazu übergegangen, Karten zu verschiedenen Anlässen auf Reserve zu Hause zu lagern, für den Fall, dass ich spontan eine benötige.

Briefe zu schreiben, hat mir noch nie wirklich gelegen. Zumindest habe ich es noch nie wirklich ausprobiert. Laut Matthew Dicks ist es die beste Form, mit jemandem in Kontakt zu bleiben. Seither ist mir aufgefallen, wie wenig Adressen ich überhaupt habe. Auch von Menschen, die eine wichtige Rolle in meinem Leben spielen. Man weiß, wo sie wohnen und wie man dorthin kommt, aber wirklich dazu übergegangen, Adressen auszutauschen – dazu ist es nie gekommen. Dieses Versäumnis versuche ich nachzuholen. Manchmal ist es zwar seltsam, nach einer Adresse zu fragen, obwohl man sich schon Jahre kennt, aber über diesen metaphorischen Schatten zu springen ist nicht allzu schwierig. Vielleicht entwickelt sich meine neu gefundene Affinität des Kartenschreibens zu einer Leidenschaft für Briefe. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Red Shirts

Ich schaue im Moment gerne »Star Trek: The Next Generation«. Ich lasse es nebenbei laufen. Beispielsweise während ich mich durch eine anstrengende Passage in Silksong kämpfe oder Hindernisse überwinden muss. Es lenkt etwas ab. Was vielleicht auch nicht gerade gut ist, aber ich schaue es eben gerne. TNG ist eine zeitlose Serie, die man sich auch heute noch ansehen kann. Oft kommt es vor, dass ich problematische Stellen identifiziere, diese aber später von den Charakteren direkt angesprochen werden. Das ist äußerst erfrischend. Und bedenkt man, dass die Serie Ende der 80er angefangen hat, ein Qualitätsmerkmal, das ich heute manchmal vermisse.

Was mir auch aufgefallen ist: Die Charaktere nehmen einander ernst und ziehen sich nicht gleich auf oder machen sich lustig. Aus der heutigen Mediensicht hatte ich das an manchen Stellen befürchtet, es trat jedoch nicht ein. In einer Episode in der vierten Staffel verschwinden Personen etwa spurlos von der Enterprise. Niemand kann sich an sie erinnern, und ihre digitalen Fußabdrücke sind verschwunden. Nur Dr. Crusher scheint sich an diese Verschwundenen erinnern zu können. Die Crew nimmt das allerdings ernst, schickt Suchtrupps los und versucht, das Mysterium zu lösen. Natürlich nur bis zu einem gewissen Grad. Doch Dr. Crusher hat ihr Vertrauen. Warum sollten sie sie also nicht ernst nehmen? Alles andere wäre völlig fehl am Platz gewesen.

Eine zweite Beobachtung, die ich gemacht habe, betrifft all die zusätzlichen Leute, die entweder auf der Enterprise vorkommen oder kurze Gastauftritte haben. Sei es als eine Alien-Rasse oder als menschenähnliche Wesen. Die Maskenbildner und Make-up-Artists haben ganze Arbeit geleistet. Die „Nähte“ muss man schon suchen und das selbst, nachdem die Serie noch einmal neu und hochauflösend eingescannt wurde. Es ist erstaunlich. Daran erkennt man die Hingabe und Leidenschaft, die die Leute hatten. Sie standen für die Serie, ihre Prinzipien und die Welt.

Zu den Gastauftritten gehören aber auch die schauspielerischen Leistungen. Das sind zum einen die Crewmitglieder, die einfach nur im Hintergrund Dinge machen oder in den Korridoren am Hauptcast vorbeigehen. Es wirkt stets natürlich und passend für die Welt. Sie beleben die Enterprise buchstäblich. Diejenigen mit Sprechrollen oder größeren Gastauftritten machen ebenso eine gute Figur.

All diese Menschen machen »Star Trek: The Next Generation« zu dem, was es ist. Sie sorgen dafür, dass die Enterprise und die Welt dieser Zukunft lebendig wirken. Ohne Sie würde der Hauptcast nicht so gut aussehen. Seien es die Statisten oder Nebenrollen, die Make-up-Artists im Hintergrund oder all die anderen, die an der Serie mitgearbeitet haben. Man entdeckt immer wieder mit Freude neue Details. So macht es heute, 40 Jahre nach der Erstausstrahlung, immer noch Spaß, die Serie anzuschauen.

Früher war mehr Weltuntergang

Wann hatten wir das letzte Mal eigentlich einen richtig schönen, zünftigen Weltuntergang? Nicht in dem Sinne, wie es aktuell immer wieder zu lesen ist, dass der Klimawandel es auf der Erde ungemütlich für uns machen könnte. Oder dass wir uns mit unseren Atomwaffen oder was auch immer selbst vernichten. Oder KI und Roboter uns überrennen werden. Nichts von diesen trostlosen, depressiv machenden, düsteren Szenarien. Ich meine eher die amüsierenden Gute-Laune-Weltuntergänge, auf die man sich freuen kann.

Wir hatten den Übergang ins neue Jahrtausend, bei dem vorausgesagt wurde, dass die Computer eingehen würden. Oder 2012, als der Maya-Kalender endete und das ultimative Ende bevorstand. Es sind Filme über diese Themen gedreht worden, Bücher geschrieben und die Wissenschaft hat sich damit auseinandergesetzt. Aber seit 2012 spurlos an uns vorbeiging, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen – der Film und das Jahr vielleicht auch –, gab es kein solches Datum mehr. Ich kann mich irren, aber mir fällt nichts ein.

Es wäre doch eigentlich mal wieder ganz nett, sich auf einen gepflegten Weltuntergang freuen zu können. Vielleicht brauchen wir das als Gesellschaft? Etwas, worauf wir uns fokussieren können. Wo wir unsere kreative und geistige Energie verschwenden können. Ansonsten ging es doch einfach nur bergab, seit 2012 an uns vorbeiging. Natürlich haben wir es ein paar Jahre ohne Untergangsszenario ausgehalten, aber spätestens Corona hat uns gezeigt, dass solche Szenarien durchaus Realität werden können. Seitdem drehen wir völlig am Rad.

Ich hätte gerne einen abstrakten Weltuntergang. Sei es ein Kalender, der endet, oder Aliens, die sich in irgendwelchen Hieroglyphen angekündigt haben. Wo bleiben die düsteren Prophezeiungen von Nostradamus? Der hat auch schon lange nichts mehr von sich hören lassen. Manche von uns haben diese Dinge ernster genommen als andere, aber ich meine doch, dass wir uns im Grunde einig waren, dass das alles eher nicht in der Realität verankerte Möglichkeiten sind. Heute schafft sich jeder und jede ihre eigene Realität und Fakten sind längst nicht mehr so fix wie vor ein paar Jahren noch.

Vielleicht findet sich demnächst eine Prophezeiung oder eine These, die den Weltuntergang vorhersagen möchte. Ich fände es nicht nur an sich spannend. Ich empfände es als interessant, ob ein solch kollektives Ereignis etwas mit uns machen würde. Früher war nicht alles besser, aber zumindest konnte man sich auf den nächsten Weltuntergang freuen. Wir hatten ja sonst nichts.

The Old Guard 2

»The Old Guard« von 2020 gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen auf Netflix. Ich kannte die Comicvorlage nicht. Ich wusste nur, dass Charlize Theron mitspielt und es ein gut gemachter Actionfilm sein soll. Deshalb hatte ich keinerlei Erwartungen. Das ist manchmal gar nicht schlecht. So hat mich »The Old Guard« von Anfang an in seinen Bann gezogen. Die Geschichte, die Charaktere, die Mythologie, die darin aufgebaut wird, alles ist faszinierend und wirkt durchdacht. Gekoppelt mit Schauspieler*innen, die förmlich in ihren Charakteren aufzugehen scheinen, und einem gekonnt geschriebenen Drehbuch, hat der erste Teil dieser Reihe einen festen Platz in meinem Herzen.

Der Film schien auch erfolgreich zu sein. Schnell wurde eine Fortsetzung angekündigt. Doch dann wurde es ruhig um den Film. Durch Theron erfuhr man schließlich, dass 2022 die Dreharbeiten abgeschlossen waren und der Film kurz nach dem Start der Postproduktion abgesagt wurde. Warum man die Fortsetzung eines erfolgreichen Films einfach so stoppt, ist mir ein Rätsel. Doch zum Glück wurden die Arbeiten doch noch fortgesetzt und beendet. Im Sommer 2025 erschien dann endlich »The Old Guard 2«.

Trotzdem hat es bis jetzt gedauert, dass ich mir den Film anschaue. Ich hatte einfach lange Zeit keinen Netflix-Account mehr. Zufällig bin ich letztens über den Film gestolpert und habe ihn endlich nachgeholt. Eigentlich kann man den Film an sich gar nicht bewerten. Mit nicht einmal zwei Stunden ist der zweite Teil erstaunlich kurz. Es ist auch nur ein halber Film. Denn kurz bevor das eigentliche Finale losgeht und man bereit ist für mehr, rollen schon die Credits über den Bildschirm. Natürlich ist es gut, wenn man mehr von etwas möchte, aber »The Old Guard 2« ließ mich äußerst unbefriedigt zurück.

Dabei ist der Film an sich gar nicht schlecht. Es geht nahtlos dort weiter, wo der erste Teil aufgehört hat. Vielleicht hätte ich mir tatsächlich den Ersten nochmal anschauen sollen, da ich anfangs etwas verloren war. So hat es etwas gedauert, bis ich mich auf die Geschichte einlassen konnte. Vielleicht muss ich mir die beiden nochmal an einem Abend gemeinsam anschauen. Alles, was der Vorgänger gut gemacht hat, wird in der Fortsetzung jedoch gekonnt weitergedacht. Die Mythologie der Unsterblichen erhält mehr Raum und wir verstehen mehr die Zusammenhänge.

Erneut ist Einsamkeit ein Thema und wie sie sich über die Zeit gefunden haben. Und wenn sie schließlich jemanden gefunden haben, der oder die so ist wie sie, bleiben sie meist auch zusammen. Ein Menschenleben ist nur ein Wimpernschlag im Vergleich zu den hunderten oder tausenden Jahren, die die Unsterblichen existieren. Doch sind sie wirklich unsterblich? Woher kommen sie? »The Old Guard 2« wirft interessante Fragen auf, die gerne näher ausgearbeitet werden dürften. Dazwischen gibt es erneut beeindruckende Kulissen und gut gemachte Actionsequenzen. Mit Uma Thurman hat man sich auch eine perfekte Gegenspielerin für die Truppe rund um Charlize Theron ausgesucht.

»The Old Guard 2« ist eine würdige Fortsetzung. Nur das abrupte Ende lässt einen unangenehmen Beigeschmack zurück. Es fühlt sich nicht rund an. Um einen dritten Teil ist es verdächtig ruhig. Wer weiß, ob wir je den Abschluss der Trilogie sehen werden. Die Reihe hätte ein würdiges Finale auf jeden Fall verdient.

Schwierigkeitsgrad

Letztens habe ich noch davon berichtet, wie sehr mir »Silksong« gefällt. Der Nachfolger von »Hollow Knight« ist so erfrischend anders, doch zugleich so ähnlich. Artdesign und Animationen erinnern stark an den Vorgänger, sind aber doch feiner, detaillierter und noch durchdachter. Die Welt wirkt optimistischer, die Charaktere knuffiger, und das Sounddesign sowie der Soundtrack heben die Spielerfahrung auf ein neues Niveau. Wenn da nicht die Sache mit dem Schwierigkeitsgrad wäre.

Noch beim letzten Mal habe ich davon geschrieben, wie es mir gefällt, den Bewohner*innen von Pharloom und den Pilgern zu helfen. Ich habe mir ein sicheres Zuhause erarbeitet, wo sich unsere Protagonistin Hornet zum ersten Mal so richtig entspannen kann. Das sind alles tolle Erfahrungen. Doch seit dem letzten Mal bin ich ein paar optionale Gebiete angegangen und meine Frustresistenz wird gehörig auf die Probe gestellt. Natürlich muss man die optionalen Gebiete nicht machen, doch sie gehören für mich zur Spielerfahrung dazu. Außerdem möchte ich die Upgrades für die Waffe haben, die Maskenfragmente, um mehr Leben zu haben, und mir noch so ein paar andere Dinge erspielen. Das Spiel macht es mir aber nicht gerade leicht.

Ich mag herausfordernde Kämpfe. Durchdachte Bosse, die gut gemacht sind, bekämpfe ich gerne eine Stunde lang oder noch länger, bis ich sie gelernt und verinnerlicht habe. Doch die optionalen Bosse, die mir in den vergangenen Spielstunden begegnet sind, wirken nicht durchdacht. Denn man kämpft nicht nur gegen den Boss selbst, nein, dieser ruft noch Schergen zur Unterstützung heran. Das macht die Kämpfe nicht nur zu einer Sache des Könnens, sondern auch noch zu einer Glückssache. Wenn dann noch Umgebungen hinzukommen, die ebenfalls Schaden verursachen, sobald man einen Fehler macht, wirkt es übertrieben.

Für mich trübt das die Spielerfahrung ungemein. Manche essenziellen Story-Elemente sind dann noch hinter Parkoureinlagen verborgen, die es in sich haben. Es ist ja schön, wenn die Entwickler Spaß am Design der Level haben. Nur in »Hollow Knight« gab es einen »Path of Pain«. Die anderen waren auch fordernd, aber nicht so perfektionsgetrieben, wie es in »Silksong« den Anschein hat. No-Hit-Runs sind für YouTuber ein toller Content, doch ich möchte diese nicht zu Hause nachstellen wollen, vor allem wenn es sich um einen ersten Playthrough handelt und ich die Welt noch nicht kenne. Jeder Meter muss hart erarbeitet werden. Die Umgebungen bestrafen jeden Fehler und Bosse sind so designt, dass sie nicht mehr allein funktionieren, sondern nur mithilfe ihrer Schergen.

Das alles ist eine Kombination, die ich äußerst frustrierend finde. Ich brauche erst einmal etwas Abstand von »Silksong«. Es ist nicht gerade bezeichnend für ein Spiel, wenn man sich darauf freut, damit durch zu sein, nur um wieder mit dem Vorgänger Zeit zu verbringen. Ich werde auch die optionalen Sachen erst einmal liegen lassen und mich später darum kümmern. Vielleicht sind es ja nur diese Levelabschnitte, die derart unfair designt sind. Denn so fühlt es sich mittlerweile an. Nicht wie eine gefährliche Welt, durch die ich mich mit Bedacht kämpfen muss, sondern wie ein unfair designtes Spiel, das aktiv gegen mich ankämpft. Das passt zwar auch zur Geschichte des Spiels, doch es ist ein feiner Grat und ich bin mir nicht sicher, ob die Entwickler es hier nicht etwas übertrieben haben.

Jeder Baum braucht einen Freund

Manchmal benötigt man einen Stups in die richtige Richtung. In meinem Fall war es ein Fernseher in einem Hotelzimmer. Mit Freund C. war ich für ein Konzert in München. Wie man es eben so macht, zappt man am Abend vor dem Zubettgehen noch etwas durch die Kanäle. Besonders da ich zu Hause kein lineares Fernsehen mehr habe, ist es interessant, in das Angebot zu schnuppern. Das meiste kann man natürlich geflissentlich ignorieren. Auf einem Sender lief Hannibal, aber das war mir zu dieser Stunde zu düster. Dann blieb ich bei Bob Ross hängen.

Seine Sendung war damals eigentlich als Tutorial gedacht. Menschen sollen mit ihm malen und dadurch lernen. Damals mögen das viele gemacht haben oder auch heute noch so nutzen, doch ich denke, mittlerweile ist das etwas anders. Kultstatus hatte er sicherlich damals auch schon, sonst hätte es nicht so viele Sendungen gegeben. Doch mittlerweile hat Bob Ross einen Kultstatus und eine Anhängerschaft, die man nicht unterschätzen sollte. Er ist heute wahrscheinlich berühmter denn je. Und das mit eigentlich sehr wenig.

Schwarzer Hintergrund, eine Staffelei, seine Pinsel und Farben. Mehr braucht es nicht. Sein Erscheinen ist überwiegend dasselbe. Und doch haben die Videos eine Faszination, die ihresgleichen sucht.

Das liegt natürlich an der Art von Bob Ross. Das Unaufgeregte, seine ruhige Art und wie er zu seinen Zuschauer*innen spricht. All das wirkt irgendwie aus der Zeit gefallen und doch ist es etwas, das man heute mehr denn je sucht. Unsere heutige Welt ist furchtbar aufgeregt, hektisch; die sozialen Medien liefern einen unaufhaltsamen Strom an Eindrücken und Informationen. Bob Ross und »The Joy of Painting« sind die Antithese zu all dem.

Auch die Bilder und Szenerien, die er malt, sind zeitlos. Es handelt sich stets um Darstellungen der Natur. Die berühmten Bäume spielen immer wieder eine Rolle. Die Bilder stellen keine Personen dar, sind keine Porträts oder moderne Kunst oder experimentelle Darstellungen von irgendetwas. Wie die Person strahlen auch die Bilder selbst Ruhe und Gemütlichkeit aus. Und er erschafft Welten, ermöglicht seinen Zuschauer*innen, ihre eigene zu erschaffen, etwas aus dem Alltag auszubrechen. Seine Versionen sind nur Möglichkeiten, die er anbietet.

Ich habe immer mal wieder die Videos von Bob Ross geschaut. Doch seit dem Abend im Hotel habe ich mir nicht nur die Playlist seiner Sendungen gespeichert, sondern auch den Kanal abonniert. Es entspannt, ihm beim Malen seiner Welten zuzuschauen. Ich hoffe, er hat noch zu Lebzeiten mitbekommen, wie sehr er den Menschen geholfen hat. Man muss sich nur die Kommentare unter den Videos anschauen, um einen Eindruck davon zu bekommen.

Die Erfindung der Dampfmaschine

Ich bin mittlerweile ein großer Fan des Steam Decks. Es ist eine nahezu perfekte Handheld-Konsole, die es mir erlaubt, meine Steam-Bibliothek nach und nach abzuarbeiten. Ohne Gaming-PC habe ich gar keinen Zugriff auf diese Spiele. Das Steam Deck erlaubt es mir allerdings, diese endlich zu erleben. Besonders Metroidvania-Spiele oder Sidescroller, kleinere Indie-Titel und dergleichen profitieren hervorragend vom Formfaktor des Steam Decks. Ich bin gespannt, wie lange eine zweite Generation auf sich warten lässt, und wäre wahrscheinlich geneigt, zuzuschlagen. Doch erst einmal hat Valve die Steam Machine überraschenderweise fürs Frühjahr 2026 angekündigt.

Die Steam Machine ist ein Fertig-PC. Ein Low-Budget-, einsteigerfreundlicher Gaming-PC mit einer Leistung, die etwa dem 6-Fachen des Steam Decks entsprechen soll. Es ist eine PC-Konsole (Konsolen-PC?), gewissermaßen. Es läuft SteamOS darauf und alles, was das Steam Deck kann, soll auch darauf funktionieren. Zwar ist noch kein Preis bekannt, aber es wird (wahrscheinlich) nicht mehr als ein Steam Deck sein und mit Sicherheit mit den Konsolen von Sony und Microsoft konkurrieren können. Gerüchte sagen aktuell etwas anderes, aber wer weiß, was es am Ende wirklich kosten wird. Ich bin sehr gespannt, was die ersten Tests verraten und wie gut größere Spiele darauf wirklich laufen. Anfangs war ich äußerst begeistert von der Ankündigung. Doch mittlerweile hat sich die Euphorie gelegt und ich bin realistischer in meinen Erwartungen geworden.

Mitnichten wird die Steam Machine mit einem High-End-Gaming-PC mithalten können. Dafür ist sie zu günstig, die Komponenten zu alt und wahrscheinlich auch der Formfaktor zu klein. Ich habe mir extra die PS5 Pro gekauft, damit ich mehr (Bild-)Qualität aus meinen Spielen herausholen kann. Ich bin mir nicht sicher, ob die Steam Machine überhaupt damit mithalten kann. Spiele wie Elden Ring oder The Witcher 3 sind zwar prinzipiell auf dem Steam Deck möglich, aber nur mit qualitativen Einschränkungen. Dreht man die Grafikeinstellungen hoch, leidet die Framerate. Will man mehr Framerate, leidet die Grafik und das zum Teil nicht wenig. Deshalb mag ich es so gerne, kleinere Titel auf dem Steam Deck zu spielen. Sofern man Spiele wie »Silksong« als kleinere Spiele bezeichnen kann.

Wenn ich also logisch an die Sache herangehe, ist die Steam Machine wohl eher nichts für mich. Immerhin habe ich einen großen 4k-OLED-Fernseher. Ich will darauf eine grafische Wucht erleben. Keine verschwommenen Pixelbatzen. Der logische Schluss ist also, erst einmal darauf zu verzichten und Tests abzuwarten. Und schon mal auf einen richtigen Gaming-PC sparen. Der kostet zwar entsprechend mehr, hat aber dann auch ausreichend Leistung, um alle Spiele zu bewältigen. Und auf längere Sicht spare ich mir vielleicht sogar die Konsolen.

Steam-Deck-Aufnahmen

Das Steam-Deck ist ein fantastisches Gerät. Es hat bei mir zwar zwei Anläufe gebraucht, bis ich den Sinn dieser Handheld-Konsole so richtig verstanden habe, aber dafür verwende ich es im Moment sogar mehr als meine PS5 Pro. Das Steam-Deck hat ausreichend Leistung, um mit den meisten Spielen zurechtzukommen. Sicher spielt man »Elden Ring« oder »Cyberpunk 2077« nicht auf maximalen Einstellungen. Aber das sind auch nicht die Spiele, die ich auf dem Steam-Deck spielen möchte. Es sind eher kleinere Titel, wenn man diese überhaupt so bezeichnen kann. Besonders Metroidvania-Titel und Sidescroller wie »Hollow Knight«, »Silksong« oder »Blasphemous 2« sind auf dem Steam Deck perfekt zu spielen. Und so kann ich endlich meine Steam-Bibliothek abarbeiten.

Nur manchmal merkt man doch, dass das zugrunde liegende Betriebssystem noch Arbeit benötigt. Dabei spreche ich nicht von der Kompatibilität der Spiele. Ich bin bisher kaum in Probleme hineingerannt. Die Spiele, die ich spielen möchte, sind ein Traum und laufen schön flüssig. Ich spreche eher von den Quality-of-Life-Features, die noch ein wenig Nacharbeit benötigen. Es gibt beispielsweise ein Feature, das konstant eine Bildschirmaufnahme mitlaufen lässt. Dieses speichert immer die letzten zwei Stunden in einem Spiel. Wenn man also gerade einen Boss erledigt hat, ein besonders schöner Moment war oder man einfach das Gameplay festhalten möchte, ist das damit möglich. Entweder man speichert sich immer die kompletten zwei Stunden oder aber nur eine ausgewählte Szene. Der Export stellt sich allerdings als Problem dar.

Man kann im Gaming-Modus des Steam-Decks diese längeren Aufnahmen nicht exportieren oder auf der SD-Karte speichern. Zunächst muss man in den Desktop-Modus wechseln, dort Steam öffnen und das Menü für Screenshots und Aufnahmen aufrufen. Hier hat man schließlich die Möglichkeit, die Videos zu exportieren. Da diese aber erst konvertiert werden müssen, ist das ein ziemlicher Aufwand und dauert sehr lange. Warum die Konvertierung in ein anständiges Format nicht im Hintergrund passieren kann, verstehe ich nicht. Das Steam-Deck weiß doch sicherlich, wie viel Leistung ein Spiel benötigt. Wenn noch Ressourcen übrig sind, können diese doch dafür verwendet werden. Oder wenn gerade kein Spiel läuft, könnte man ebenso die Konvertierung starten. Ich hoffe, das wird noch entsprechend nachgebessert.

Grundsätzlich ist es super, Aufnahmen von meinen Spielerlebnissen zu haben. Man kann Clips teilen, sich Kämpfe noch einmal anschauen und so weiter. Nur mache ich das natürlich erst, wenn ich die entsprechenden Clips und Videos konvertiert, exportiert und am Mac habe. Das ist umständlich. Wie gesagt, gutes Feature, jetzt aber bitte noch verfeinern, damit es etwas besser zu handhaben ist. Ich musste erst einmal googeln und diverse Reddit-Einträge lesen, bevor ich überhaupt herausgefunden habe, dass ich in den Desktop-Modus wechseln muss, da die dortige Version von Steam mehr Features freigeschaltet hat als der Gaming-Modus. Auch eine seltsame Entscheidung.

Pendlerbekanntschaften

Es gibt Menschen, die im eigenen Leben eigentlich keine Rolle spielen. Trotzdem sieht man sie fast jeden Tag. Man begrüßt sich, nickt sich zu. Irgendwie kann man sich darauf verlassen, dass sie da sind. Oder man kann sich konkret auf sie verlassen. Wenn ich beispielsweise frühmorgens zum Zug gehe und beim Bahnhof ankomme, steht meist schon ein Mann mit Fahrrad da. Ich weiß, er hat den Knopf bereits gedrückt, sodass der Zug auch stehen bleibt. Bei der Lokalbahn muss man bei den kleineren Bahnhöfen drücken, sonst fährt er durch. Aber ich kann mich darauf verlassen, dass das der Fall ist, wenn ich am Bahnhof ankomme und er mit dem Fahrrad dasteht.

Oder im Zug selbst. Man sieht immer wieder dieselben Menschen. Manche allein, manche in Gesellschaft, manchmal Paare. Wo fahren sie hin, was treibt sie an und wo kommen sie her? Manchmal stelle ich mir solche Fragen und mehr. Wieso trägt diese Person scheinbar immer dieselben Klamotten? Was ist in dem Koffer drin? Wo fährt er mit seinem Fahrrad hin? Pendlerbekanntschaften sind etwas Besonderes. Auf ihre ganz eigene Art spielen diese Menschen zugleich eine zentrale Rolle in meinem Leben und gleichzeitig haben sie gar nichts damit zu tun. Doch wenn sie plötzlich nicht mehr da sind, vermisse ich sie oder frage mich zumindest, ob ihnen etwas passiert ist.

Selbst die Ausstrahlung finde ich spannend. Viele Menschen sind natürlich am Morgen müde und strahlen eine Ruhe aus. Manche wirken hektisch oder nervös. Andere lesen in einem Buch. Viele haben Kopfhörer drin. Menschen im eigenen Alltag zu beobachten und wahrzunehmen, finde ich immer wieder faszinierend.

Game Awards 2025

Vergangene Woche fanden die Game-Awards statt. Leider hat »Silksong« nicht Game of the Year abgeräumt. »Clair Obscure: Expedition 33« hat aber auch verdient gewonnen. Ich habe es zwar noch nicht selbst gespielt, aber in ein paar Let’s-plays hineingeschaut und den Soundtrack angehört. Irgendwann werde ich das wohl auch noch nachholen müssen. Mit den Awards kamen natürlich auch eine Menge Ankündigungen.

Bereits bekannte Spiele haben neue Trailer bekommen. Beispielsweise das kommende James-Bond-Spiel, Total War: Warhammer 40k und ein paar andere. Unter den Ankündigungen neuer Spiele waren gleich zwei »Tomb Raider« dabei. Zwei Spiele auf einmal anzukündigen ist zwar etwas seltsam, aber das Franchise hat schon länger keinen neuen Eintrag mehr bekommen. Einer der coolsten Trailer, von der Atmosphäre her, war »Star Wars: Fate of the Old Republic«. Wobei sich die Kommentare einig zu sein scheinen, dass dieses Spiel wahrscheinlich nie erscheinen wird. Man wurde zu oft enttäuscht, als dass man an dieses Spiel glauben mag. Sehr cool und actionreich sah auch »No Law« aus. »Magnum P. I.« trifft Cyberpunk. Dabei handelt es sich zwar um ein First-Person-Spiel, aber es sieht sehr kurzweilig und unterhaltsam aus.

Ein Spiel, das mich aber am meisten abgeholt hat, war ein anderes. Und dann auch noch ein Rennspiel. »Star Wars: Galactic Racer« ist ein Spiel, von dem ich nicht wusste, dass ich es wollte. Ich kann mich noch gut an ein Pod-Racing-Spiel zu Episode I erinnern, welches ich in meiner Kindheit äußerst gerne gespielt habe. In diesem Trailer das alte Sounddesign zu hören, war ein schöner, nostalgischer Ausflug. Und irgendwie juckt es mich tatsächlich in den Fingern, mal wieder in ein gutes Racing-Spiel einzutauchen. Das letzte »Need for Speed« hat mich nicht abgeholt und ansonsten hat nichts wirklich mein Interesse geweckt. Meine Hoffnung beruht jetzt auf »Galactic Racer«. Mal sehen, ob es den Erwartungen gerecht wird.

  • YouTube | IGN | Star Wars: Galactic Racer – Official Reveal Trailer | The Game Awards 2025