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Geek-Planet: Ultimate Spider-Man – Volume 1

Diese Wochen blicken wir zurück auf die frühen Anfänge meines Blogger-Daseins. Meinen ersten Blog »geek-planet« habe ich nämlich eigentlich dafür ins Leben gerufen, um über einen meiner liebsten Comic-Charaktere zu schreiben: Spider-Man. Dazu habe ich mir damals die Ultimate-Reihe vorgenommen und bin auch relativ weit gekommen, über die Jahre. Das erste Review dazu erschien am 08.07.2014. Eine unfassbar lange Zeit ist das her. Und es ist viel passiert in der Zwischenzeit.

Ich wusste gar nicht mehr, wie kurz und knapp ich mich in der Rezension gefasst hatte, aber man muss ja nicht unbedingt jedes Mal über die Stränge schlagen. Außerdem hat sich im Text ein Tippfehler bei der Schreibweise des Namens des Autors eingeschlichen. Das sollte eigentlich nicht passieren und ich habe das in der Überarbeitung selbstverständlich korrigiert.

Da nächste Woche die Artikel enden, die ich damals über The Amazing Spider-Man geschrieben habe, ist es, denke ich, eine wunderbare Gelegenheit, zukünftig die Texte zu Ultimate Spider-Man neu zu veröffentlichen.


Da ich mich schon seit Längerem für die Ultimate Spider-Man-Reihe interessiere und dazu bereits eine Einführung geschrieben habe, werde ich mich nun den eigentlichen Comics widmen. Dazu habe ich begonnen, die Collected Editions zu lesen und werde zu jeder ein kleines Review schreiben. Dabei versuche ich eine Ausgabe pro Monat zu schaffen, möchte an dieser Stelle allerdings nichts versprechen.

  • Ultimate Spider-Man Volume I: Power and Responsibility beinhaltet die Ausgaben #1 bis #7.

Ich hatte zu Beginn die Sorge, dass sich die erste Ausgabe aus zwei Gründen etwas hinziehen könnte. Zum einen musste ich mich mal wieder durch die Origin-Story von Spider-Man »quälen«, welche schon oft genug in diversen Medien immer wieder durchgekaut wurde. Der zweite Grund ist die Tatsache, dass immer wieder von Brian Michael Bendis langsamem Erzählstil die Rede ist. Da stellt sich natürlich die Frage: Wie langsam erzählt er denn die Geschichte? Einen Vorgeschmack bietet hier natürlich die Tatsache, dass er die 11-seitige Originalgeschichte von Stan Lee auf über 180 Seiten erweitert und ausgeschmückt hat.

Daher war ich beim Durchlesen umso positiver überrascht, dass Bendis Erzählstil auf keinen Fall mit langweilig assoziiert werden darf. Es handelt sich hier um eine moderne, durchaus lustige und nachvollziehbare Erzählung eines Teenagers, der durch einen Zufall zu einem der größten Superhelden der Geschichte werden sollte. Auf den ersten paar Seiten wird einem das bisherige Leben von Peter Parker, anhand einiger Anekdoten, geschildert. Er wird von seinen Mitschülern gehänselt und macht für so manche »Freunde« die Hausaufgaben.

Mit diesen Eigenschaften als Grundbaustein wird einem bewusst, wie sehr sich Peter bis zum Ende entwickelt. Dabei spielt natürlich der Tod seines Onkels die größte Rolle. Ebenso bemerkenswert ist, wie viele Figuren, die später noch relevant werden, bereits in den ersten paar Ausgaben auftauchen. Manche bekommen natürlich mehr Zeit eingeräumt als andere, aber ich fühlte mich trotz der Fülle an Charakteren wohl in der Geschichte und es fügt sich alles zu einem logischen Ganzen zusammen.

Die grafische Umsetzung von Mark Bagley passt wunderbar zu diesem Universum. Die unterschiedlichen Blickwinkel, aus denen eine Szene dargestellt wird, lässt den Comic noch viel lebendiger wirken und die Wechsel zwischen Nahaufnahmen und größeren Überblickzeichnungen passt meiner Meinung nach perfekt. Es wirkt auch sehr dynamisch, was bei einem Spider-Man-Comic selbstredend nicht fehlen darf.

Allen, die sich für Spider-Man interessieren, kann ich diese Ausgabe nur ans Herz legen. Besonders diese modernisierte Erzählung des klassischen Spider-Man-Mythos in einem alternativen Ultimate-Universum eignet sich hervorragend für Neueinsteiger*innen. Es bildet eine wunderbare Basis für weitere Geschichten und ich freue mich auf das nächste Heft, das schon bereitliegt.

Geek-Planet: The Amazing Spider-Man – New Ways to Die

Heute sehen wir uns einen Text an, den ich am 01. Juli 2016 auf meiner damaligen Webseite geek-planet zum ersten Mal veröffentlichte. Eigentlich müsste ich mir mal eine komplette Übersicht zusammenstellen, welche Ausgaben von den verschiedenen Spider-Man Comics ich bereits gelesen habe. Denn über die Jahre habe ich immer mal wieder an den unterschiedlichsten Punkten angefangen, mich durch die Comics zu lesen, aber so richtig strategisch, wenn man so will, war ich dabei eigentlich nicht.

Es gibt zwar noch einige Artikel und Texte zu meinem liebsten Marvel-Charakter, die wir uns ansehen können, aber nachdem ich meinen Blog 2019 eingestellt habe und stattdessen für den amerikanischen Blog Rogues Portal zu schreiben begonnen hatte, habe ich nicht mehr darüber geschrieben. Ist vielleicht auch ein nettes kleines Projekt, mal alles an Spider-Man Comics herauszusuchen, was ich so gelesen habe. So aufwendig ist das gar nicht, da ich immer davon Buch geführt habe, welche Comics ich pro Jahr gelesen habe, um nicht den Überblick zu verlieren.

Ja, ich war sehr tief im Comic-Game drin, dass ich sogar ausführliche Numbers-Tabellen (das Apple-Pendant zu Excel) geführt habe und es zum Teil auch heute noch tue. Ich habe gerne Übersichten und einen Überblick. Man kann sich ja nicht immer alles merken.


Neue Charaktere. Großartige Comebacks. Mehr Hintergrundinformation. Der Handlungsbogen New Ways to Die öffnet den Weg für neue Konflikte. Dabei gelingt es dem Autor Dan Slott Gut und Böse neu zu definieren. Wer hat recht? Wer ist auf die schiefe Bahn geraten?

  • Ausgaben: #568-573
  • Writer: Dan Slott
  • Pencils: John Romita Jr.
  • Inks: Klaus Jonson
  • Colors: Dean White
  • Letters: VCs Cory Petit

“You are the thing that led me into darkness! You´re a poison! A disease! And I-I´m the cure!” – Anti-Venom

In dieser Ausgabe haben wir es mit so manchen Konflikten zu tun, die sich wahrscheinlich auch auf zukünftige Storylines auswirken werden. Da hätten wir zum einen ein Duell zweier ungleicher Gegner: The DB vs. Front Line. Klatschblatt trifft auf Qualitätsjournalismus. Als Medienwissenschaftsstudent finde ich die Darstellung dieses Zwists ziemlich gelungen. Dexter Bennets Blatt, das jedem etwas anhängen möchte, um ihn durch den Dreck ziehen zu können und damit Profit zu machen, ist eine äußerst erfolgreiche Zeitung. Front Line von Ben Urich dagegen setzt auf gut recherchierte und handfeste Geschichten. Er möchte Missstände aufklären und die Welt darüber informieren.

Allerdings ist Front Line weit weniger erfolgreich und muss zusehen, dass sie sich über Wasser halten. Deshalb ist es umso erfreulicher, dass immer mehr Leute von The DB zu Front Line wechseln und Bennet damit klarmachen wollen, dass sie seine Methoden alles andere als gutheißen. Es bleibt spannend, wie und ob sich J. Jonah Jameson sein Blatt wieder zurückholen kann und wird. Allerdings könnte er alternativ noch einmal von vorne anfangen. Es könnte aber auch sein, dass bald sein Kampf um die Position des Bürgermeisters von New York beginnt. Denn wie wir wissen, ist er in zukünftigen Ausgaben ebendieser und was würde sich besser als Startpunkt eignen als der Verlust seiner Zeitung?

Der zweite Konflikt ist nicht weniger aufregend, umfasst um einiges mehr Charaktere und ist etwas komplexer. Denn hier kommen nicht nur neue Charaktere zum Vorschein, es gibt auch ein wiedersehen mit Figuren, mit denen man nicht unbedingt gerechnet hat. Im Zentrum stehen Spider-Man und Norman Osborn. Letztgenannter hat mit seinen Thunderbolts eine »Heldentruppe« zusammengestellt, deren offizielle Aufgabe es ist, nicht lizenzierte Helden zu fangen.

Die Thunderbolts setzen sich aus Songbird, Radioactive Man und Venom zusammen. Wobei der Symbiont Venom nicht Eddie Brock als Wirt hat (wie es normalerweise der Fall ist), sondern Gargan. Eddie hingegen taucht in der Suppenküche auf, wo Tante May arbeitet. Diese wird von dem wohlhabenden Mann Martin Li betrieben, der Bennets nächstes auserwähltes Opfer ist. Grund dafür sind Gerüchte, die davon berichten, dass dort Wunderheilungen stattfinden (Li hat tatsächlich besondere Fähigkeiten, die er beeindruckend zu Schau stellt).

Wie ihr seht, entwickelt sich ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Charaktere. Deren Motivation wird in der Geschichte nicht immer komplett geklärt, außerdem bleibt immer offen, wer nun zu den vermeintlich guten gehört und wer nicht. So ist zum Beispiel Li dafür verantwortlich, dass aus Eddie Brock Anti-Venom wird. Was steckt dahinter? Will Li etwa, dass Brock wieder seinen rechtmäßigen Platz als Venom einnimmt?

Dass er es freiwillig macht, ist eher unwahrscheinlich, da in einem Flashback der harte Weg gezeigt wird, den Eddie gegangen ist, nachdem er sich von seinem Symbionten getrennt hat. Darunter der Kampf gegen Krebs. Was auch immer dahinterstecken mag, es tobt ein gewaltiger Kampf zwischen den beiden Symbionten, der sehr beeindruckend dargestellt wird und ich hoffe, dass wir sie in Zukunft öfter sehen werden.

Es mag jetzt so erscheinen, als ob Spider-Man eher in den Hintergrund gerät. Dies ist tatsächlich an manchen Stellen der Fall, jedoch ist er oft genug in die Kampfhandlungen verstrickt, bzw. wird Ziel von Osborns Rachegelüsten. Die einzelnen Handlungsstränge, die aber dann zusammenlaufen, sind jeder für sich sehr spannend und machen Lust auf mehr.

Das Einzige, was an New Ways to Die nicht überzeugt hat, und dies ist jetzt rein subjektiv, sind die Zeichnungen. An die Darstellungen selbst musste ich mich erst gewöhnen, da sie sich doch sehr von den bisherigen unterscheiden. Sie sind weit nicht so kontrastreich und farbenfroh, wie es noch in Brand New Day war. Es kommen viele matte Töne zum Einsatz und manchmal fehlt mir das knallige, das meiner Meinung nach zu Spider-Man gehört. Die ist allerdings ein Preis, den man zahlen muss, wenn man, wie es damals eben war, dreimal im Monat neue Ausgaben veröffentlichen möchte: Man benötigt viele Künstler*innen und vielleicht leidet unter dem Zeitdruck manchmal die Qualität.

Geek-Planet: Deadpool

Da demnächst der lang ersehnte dritte Teil von Deadpool in den Kinos läuft, dachte ich mir, ich suche für diese Woche meine Review zum ersten Teil heraus. Dieses erschien am 28.02.2016 auf meinem damaligen Blog geek-planet, den es heute nicht mehr gibt, aber der als Kategorie auf dieser Webseite weiter existieren darf.

Deadpool hat damals eingeschlagen, wie es wohl kaum jemand erwartet hat. Ich finde auch den zweiten Teil hervorragend gemacht und eine tolle Fortsetzung. Dass Reynolds nun Hugh Jackman überzeugen konnte, ein wirklich letztes Mal in die Rolle von Wolverine zu schlüpfen, ist unfassbar. Ich bin sehr gespannt, wie der Film tatsächlich wird. Allzu lange muss man sich aber nicht mehr gedulden.

Man hat allerdings nicht den Fehler machen dürfen, sich in den vergangenen Jahren weitere Reynolds-Filme angesehen zu haben. Denn seit Deadpool spielt er leider in jedem Film denselben Charakter: eine schlechte Kopie von Deadpool. Das trübt dann natürlich die Erfahrung, wenn er alle paar Jahre in die ikonische Rolle schlüpft. Es fühlt sich dann nicht mehr originell an. Zum Glück oder bedauerlicherweise, je nach Sichtweise, scheinen es aber nicht unbedingt überragende Filme zu sein, die man verpasst. Für mich reichen jedenfalls die Deadpool-Filme allemal. Bevor es also zum großen Finale (?) der Trilogie kommt, blicken wir zurück auf die Anfänge von Deadpools Filmkarriere.


In Zeiten, in denen sogar Actionfilme mit Sylvester Stallone durch niedrigere Alterseinstufungen für ein größeres Publikum zugeschnitten werden, widersetzt sich ein Charakter dem Trend: Deadpool!

„From the studio that inexplicably sewed his f*cking mouth shut the first time, comes… me!“ – Deadpool

Erschaffen von Rob Liefeld, erblickte der Charakter 1991 das Licht der Welt. Wade Wilson, so der bürgerliche Name, ist ein Söldner, der eines Tages tödlichen Krebs diagnostiziert bekommt. Doch er ist ein zu guter Kämpfer, als dass man seine Talente einfach so vergeuden würde, also wird er Teil eines geheimen Experiments. Damit sollen Supersoldaten ähnlich wie Captain America erschaffen werden – nur mit mehr Fähigkeiten. Doch der schmerzvolle Versuch scheint zu scheitern und Wade wird »entsorgt«. Allerdings legten seine Fähigkeiten lediglich eine Spätzündung hin. Ausgestattet mit den wohl besten Selbstheilungskräften, allerdings böse entstellt, macht er sich auf die Suche nach seinen Peinigern.

Eines der wichtigsten Alleinstellungsmerkmale ist, dass Deadpool die vierte Wand durchbricht. Er spricht also direkt mit seinen Leser*innen und ist sich bewusst, dass er in einem Comic steckt. Doch nicht nur das macht ihn zu einem Unikat. Die Geschichten zeichnen sich auch durch die rohe Darstellung an Gewalt und eine vulgäre Sprache aus. Deadpool ist als Charakter zwar relativ unbekannt, hat allerdings eine große und vor allem treue Fangemeinde hinter sich. Dies ist auch der Grund, warum sein erster Kinoauftritt, in dem Film X-Men Origins: Wolverine alles andere als gut aufgenommen wurde. Das Studio beraubte ihn nicht nur seines typischen, rot-schwarzen Anzugs, sondern nähte ihm buchstäblich den Mund zu. Außerdem statteten sie ihn mit irrwitzigen Fähigkeiten aus. Im Prinzip schufen sie eine neue Figur, die nichts mit dem Original zu tun hatte.

Es ist dem Schauspieler Ryan Reynolds und dem Regisseur Tim Miller geschuldet, dass nun endlich eine originalgetreue Version erscheint. Plakate und Trailer haben einen Deadpool versprochen, wie er in den Comics steht, und die Erwartungen waren dementsprechend groß.

Der Film erzählt die oben geschilderte Origin-Story des Charakters bzw. überlässt es diesem selbst. So erzählt Deadpool, wie er zu Deadpool wurde und liefert dabei die bisher wohl schrägste Comic-Verfilmung. Egal, ob Dialoge, One-Liner, Slapstick oder die toll choreografierten Kämpfe – alles setzt sich zu einem fantastischen Gesamteindruck zusammen. Durchgehend erblickt man Popkultur-Referenzen und es wird alles aufs Korn genommen (auch Ryan Reynolds selbst). Der Film bietet sehr kurzweilige Unterhaltung und durch die immense Dichte an einprasselnden Eindrücken möchte man den Film am liebsten gleich nochmal ansehen.

Das Publikum im Saal gab dabei auch des Öfteren Szenenapplaus, was ich bisher nur selten erlebt habe. Dabei galt der größte Applaus der Comic-Legende Stan Lee. Sein Cameo-Auftritt, der bei keinem Marvel-Film fehlen darf, ist bravourös eingebaut.

Die gesamte Inszenierung, darunter auch die tolle Auswahl an Musik der späten 90er-Jahre, rundet das Paket ab. Doch nicht nur Fans werden an diesem Film Gefallen finden. Wer an einem etwas anderen Film Interesse hat und einen Charakter kennenlernen möchte, den es so kein zweites Mal gibt, sollte sich diesen Film definitiv ansehen. Besonders die gerechtfertigte FSK18-Einstufung tut ihm gut. So kann Deadpool seiner Natur freien Lauf lassen. Der Film ist ein Meilenstein – bitte mehr davon!

Geek-Planet: The Amazing Spider-Man – Kravens First Hunt

Diese Woche blicken wir zurück auf den 24. Juni 2016 und sehen uns einen weiteren Artikel zu Spider-Man an, den ich damals veröffentlichte. Auf meinem damaligen Blog geek-planet habe ich mindestens wöchentlich über Spider-Man geschrieben. Ich hatte angefangen mich chronologisch durch die The Amazing Spider-Man Comics zu lesen und musste natürlich darüber berichten. Wenn ich mir die Artikel so durchlesen, bekomme ich Lust erneut in die Welt der Comics einzutauchen.

Außerdem musste ich beim Heraussuchen des folgenden Artikels feststellen, dass ich in all den Jahren, in denen ich über Comics geschrieben habe, nie über Kravens last hunt berichtete. Es ist wohl eine der herausragendsten und vielleicht auch düstersten Geschichten aus dem Spider-Man Kanon, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Vielleicht hole ich es ja noch irgendwann nach, darüber zu schreiben. Heute soll es aber erst einmal um Kravens erste Jagd gehen.


Heute beschäftigen wir uns mit dem Handlungsbogen Kravens first hunt. Dabei bekommt es unser liebster Held mit niemand geringeren als der Tochter von Wes Kraven, dem wohl gefährlichsten Jäger der Welt, zu tun.

  • Ausgaben: #565-567
  • Autor: Marc Guggenheim
  • Zeichner: Phil Jimenez
  • Inker: Andy Lanning
  • Farben: Chris Chucky
  • Letterer: VC´s Cory Petit

„There´s absolutely zero reason to panic. Says the super hero tooling around in borrowed costumes.“ – Devil Man

Ein Konzept, welches sich durch alle drei Ausgaben zieht, ist ziemlich beeindruckend umgesetzt und zeigt Spider-Man in so mancher Szene aus einer anderen Perspektive. Wir bekommen nämlich nicht wie üblich die witzigen inneren Monologe von Peter geliefert, zumindest nicht nur, sondern vorrangig diejenigen seiner Jägerin. Dadurch erhalten die Leser*innen einen Eindruck davon, welche Taktiken sie anwendet und wie gerissen bzw. geduldig sie an die Jagd herangeht. Sie hat wahrlich die Gene von ihrem Vater und ist im Kampf ebenso talentiert.

Bevor sie sich allerdings zu erkennen gibt, nimmt sie sein Leben strategisch auseinander – zumindest etwas. Ihre Drohung macht sie nicht so wirklich wahr, denn mehr als seinen Job in einem Comicbuchladen wegzunehmen, macht sie eigentlich nicht. Richtig, unser Comicheld arbeitet in einem Comicladen und die Autoren lassen es sich nicht nehmen, ein paar gut platzierte Anspielungen einzubauen.

Doch bleiben wir bei der Jägerin; diese macht nämlich einen gewaltigen Fehler. Sie hält fälschlicherweise Vin Gonzales, Peters Mitbewohner, für den maskierten Helden und entführt diesen. Wie sie darauf kommt, dass er es ist, wird nachvollziehbar und logisch in die Handlung eingearbeitet, da sie lediglich sieht, wie er ins Apartment „schwingt“, ihm allerdings nicht wirklich hinein folgt. Jedoch hätte ich von einer Jägerin von solch einem Kaliber mehr erwartet. Ebenso ist bemerkenswert, wie die Autoren auch die Leser*innen für ein paar Seiten hinters Licht führen und wir zuerst annehmen müssen, dass es Peter ist, den sie in ihrer Gewalt hat.

Verwechslung ist ebenfalls ein Thema, dass sich durch die gesamte Storyline zieht. Zum ersten Mal seit Civil War erleben wir Peter in Zusammenarbeit mit Daredevil – die wohl unterschiedlichsten Helden, die man auf einer Straße Manhattans finden kann. Es ist cool, witzig und hätte gerne etwas länger ausfallen können. Im Verlauf der Handlung verliert beispielsweise Peter sein letztes gutes Spidey-Kostüm und Vin landet darin. Somit muss Pete sich eines von Daredevil ausleihen, was das obige Zitat erklärt. Im finalen Schlagabtausch, feiert die Verwechslungskomödie ihren absoluten Höhepunkt.

Als letzten Gegner, der auftaucht, ist dann noch Vermin zu erwähnen. Er lebt in den Abwasserkanälen New Yorks und ist scheinbar ein misslungenes Experiment – zumindest interpretiere ich das in die Figur hinein. Sie ist mir um ehrlich zu sein nicht wirklich bekannt. Jedoch handelt es sich um einen spannenden Charakter und ich hoffe, wir sehen ihn wieder. Er ist äußerst kräftig, schnell und scheint mindestens auf Augenhöhe mit Spider-Man zu sein – dies macht ihn zu einem gefährlichen Gegner. Sein unheimliches Äußeres, dass stark an Man-Bats aus dem DC Universum erinnert und die Tatsache, dass er schon einmal gegen Spidey gewonnen hat, macht den unvergesslichen Auftritt komplett.

„Kravens first hunt“ ist eine ausgesprochen unterhaltsame und kurzweilige Geschichte, die die Welt von Spider-Man ein weiteres Mal um einen Charakter erweitert. Spannende Kämpfe, witzige Dialoge und grandiose Zeichnungen tragen ihr Übriges bei. Was auch gefällt, sind die Konsequenzen bzw. Nachwehen von Brand New Day, wie der Mangel an Kostümen in Peters Schrank. Diese fortwährende Geschichte macht Lust auf die nächste Story.

Geek-Planet: The Beauty #1

Es gibt Geschichten, die einem im Kopf bleiben, egal, wie viele Jahre vergehen mögen. The Beauty ist für mich so eine Geschichte. Für den heutigen wöchentlichen Rückblick auf meine vergangenen Blogger-Jahre habe ich mir die Rezension zu The Beauty #1 herausgesucht. Der Text erschien am 23.09.2015 auf meinem damaligen Blog geek-planet.

Für die Wiederveröffentlichung dieser Texte nehme ich meistens nur kleinere Korrekturen vor. Seien es Formulierungen, die etwas krude waren, Rechtschreibfehler oder andere Kleinigkeiten, die ich verbessern kann. Bis jetzt ist der folgende Text derjenige mit den meisten Anpassungen, Streichungen und Umformulierungen. Wenn man über Jahre hinweg schreibt und sich dann mit diesen Texten erneut auseinandersetzt, kann es ganz witzig oder überraschend sein, die damaligen Ansichten zu lesen. Entweder sie passen noch, oder man hat sich, hoffentlich, doch weiterentwickelt. Meinungen und Einstellungen ändern sich, Erfahrungen prägen, die Welt dreht sich weiter.

Neun Jahre sind eine lange Zeit und mit den damaligen Aussagen konnte ich mich so gar nicht mehr identifizieren. Sie waren mir nicht fremd, aber mussten auch nicht mehr so stehen bleiben. Jedenfalls kann ich The Beauty noch immer empfehlen. Mittlerweile ist die Comic-Reihe schon seit Jahren vollendet und hat einen speziellen Platz in meinem Herzen. Es ist eine wunderbare Geschichte in einem einzigartigen Stil – ein vielfach unterschätzter Comic, wie ich finde. Man kann die Fragen, die die Geschichte aufwirft, natürlich philosophisch sehen und darüber nachdenken, oder man genießt eine ausgesprochen tiefgründige Geschichte für das, was sie ist: eine gute Geschichte. Die Interpretation bleibt wie immer bei den Leser*innen.


Vor zwei Monaten ist eine neue Image-Reihe gestartet, die ich diese Woche erst entdeckt habe. The Beauty bedient sich einer Prämisse, die so genial wie einfach ist und sobald man erst einmal anfängt, darüber nachzudenken, lässt einen das Thema nicht mehr los und es schwebt ununterbrochen eine Frage im Kopf herum: Was würde ich tun?

  • Story: Jeremy Haun, Jason A. Hurley
  • Art: Jeremy Haun
  • Color: John Rauch
  • Lettering & Design: Fonografiks

“I never wanted this. I’m not one of those assholes who went out and got it on purpose. … It’s a fucking disease!” – Vaughn

Sexuell übertragbare Krankheiten gehören als Thema genauso in unsere Gesellschaft wie Smartphones. Sie sind zum Glück nicht so weitverbreitet, doch sie schweben wie ein Damoklesschwert über uns. Auch wenn manche mittlerweile kein größeres Problem mehr darstellen, handelt es sich doch um Krankheiten, die unseren Körper befallen und schädigen. AIDS gehört dabei sicherlich zu den schlimmsten, die man bekommen kann, nicht nur durch eine gewisse Stigmatisierung der Krankheit und der Betroffenen. Etwas Kleines und unscheinbares, wie ein Kondom, kann davor schützen und auch wenn das Thema leider wieder in den Hintergrund rückt, da es sich vermutlich nicht gerade Auflagenweise verkaufen lässt, ist es doch aktueller denn je.

Doch was, wenn einem die Krankheit nicht unbedingt schädigt? Was, wenn die Krankheit eine geradezu positive Auswirkung hat? Körperfett wird in Massen vom Organismus verbrannt, Haare wachsen nach, Haut regeneriert sich, die Gesichtszüge werden ausgeprägter und all das nur durch etwas Sex ohne Kondom. Einzige Nebenwirkung des Ganzen ist ein konstantes leichtes Fieber. Nichts, womit man nicht leben könnte, oder?

Bevor ich mir auf ComiXology die erste Ausgabe gekauft habe, las ich mir die Beschreibung zu The Beauty durch. Dort wird erwähnt, dass die Welt von The Beauty seit ungefähr zwei Jahren von einer Krankheit heimgesucht wird, die sich manche Menschen schon immer gewünscht haben. Eine Krankheit, die einen endlich schön macht. Wie Eingangs erwähnt ist es eine durchaus interessente Frage und man kann nicht umhin, sich selbst zu fragen, was man selbst anstelle der Menschen in dieser Welt tun würde. Das Risiko eingehen oder es sein lassen? Ich habe darauf noch keine abschließende Antwort gefunden und weiß auch nicht, ob es überhaupt eine gibt. Zumindest würde ich nicht wie bei einem neuen iPhone sofort den Kaufen-Button drücken. Davon abgesehen wären natürlich Untersuchungen und eventuelle Langzeitschäden interessant, doch die Frage bleibt unbeantwortet.

Wie alles, was wir erschaffen, uns ausdenken und worüber wir schreiben, löst auch diese Krankheit Befürworter und Gegner auf den Plan. Natürlich kann man darüber diskutieren, die Risiken abschätzen und so weiter, doch schlussendlich muss doch jeder selbst entscheiden, was es ihm oder ihr Wert ist, schön zu sein (mal ganz davon abgesehen, dass jeder den Begriff „Schönheit“ anders definiert). Den Weg über einen Virus zu gehen, ist natürlich einfach und unkompliziert. Ich muss es mir nicht mit anstrengenden Läufen, Radtouren, Krafttraining und so weiter selbst verdienen. Monatelang dafür schuften und diszipliniert sein.

Aber und das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, es ist ein herrliches Gefühl, ein anstrengendes Training absolviert zu haben. Etwas aus eigenem Antrieb zu schaffen, sich etwas zu erarbeiten. Denn es kommt natürlich nicht nur auf die äußere Erscheinung an, sondern wie man selbst damit zurechtkommt. Man kann durch die Krankheit The Beauty es sich einfach machen, über Nacht zu einer „Schönheit“ werden, aber ob man sich selbst dann auch so akzeptieren kann oder immer noch Fehler und Makel findet, wird durch ein Virus mit Sicherheit nicht gelöst.

Die Psyche wird durch einen Virus nicht geändert. Das ist immer noch Arbeit und anstrengend. Der Charakter bleibt der gleiche wie vorher. Es gibt keine Weiterentwicklung, keinen Erkenntnisgewinn. Ein Virus nimmt vielleicht die Entscheidung ab, wie man äußerlich auf andere wirken möchte, aber welches Bild projiziert man damit wirklich? Es ist die Abkürzung, ohne jeden Lerneffekt. Wenn ich nun darüber nachdenke und diese Gedanken aufschreibe, ich würde es vermutlich nicht tun. Auch wenn es vielleicht Zeiten geben mag, wo es verführerisch erscheint. Doch einmal geöffnet, lässt sich die Büchse der Pandora nicht mehr schließen.

The Beauty löst in mir etwas aus, dass ich von einem Comic, Buch oder Film nur selten kenne. Dieses Thema berührt mich auf einer tieferen Ebene. Jeremy Haun und Co. haben einen wunderbaren Comic erschaffen, der es wert ist, gelesen zu werden.

Die Unterhaltungen wirken intim, die Charaktere dreidimensional und echt. Der Stil gefällt ebenfalls ausgezeichnet. Die feinen, detaillierten Zeichnungen, die eine tolle Mimik der Figuren aufweisen, sind mit dunklen Farben ergänzt, wodurch diejenigen, die The Beauty haben noch deutlicher hervorstechen lässt.

Ich bin gefesselt und werde den Comic ab jetzt monatlich weiter verfolgen, sofern die Qualität auf diesem Niveau bleibt.

Geek-Planet: Saga – Book One

Als ich mich durch alte Texte von mir wühlte, um einen davon für diese Woche herauszusuchen, bin ich auf die folgende Rezension des ersten Saga-Buches gestoßen. Wenn ich mich richtig erinnere, war Saga damals schon ein recht erfolgreicher Comic, den ikonischen Status musste es sich aber noch erarbeiten. Mittlerweile gehört Saga zu den besten und erfolgreichsten Comics.

Auch ist es nicht mehr der Autor Brian K. Vaughan der als Erstes mit diesem Meisterwerk identifiziert wird, sondern die Künstlerin Fiona Staples. Die Art und Weise, wie sie diese fantastische Sci-Fi-Geschichte zum Leben erweckt, ist etwas Einzigartiges. Jeder Charakter hat distinktive Eigenschaften; die Kreativität, die von diesen Seiten förmlich zu tropfen scheint, ist unfassbar. Saga gehört zu meinen großen Lieblingscomics. Ich habe die Reihe auch schon des Öfteren und immer wieder gelesen, weil so viel darin steckt; es gibt stets neues zu entdecken.

Deshalb freut es mich umso mehr, dass ich vor fast neun Jahren ähnlich begeistert darüber dachte. Werfen wir heute also einen Blick zurück auf den 26.08.2015, als ich diesen Text auf meiner damaligen Homepage geek-planet veröffentlichte.


Während des Urlaubs ist bei mir das Image-Fieber ausgebrochen und ich habe mir in einem Comic-Book-Store in Dublin den ein oder anderen Trade gekauft. Unter anderem die erste Hardcover-Ausgabe von Saga, der hochgelobten und preisgekrönten Serie, von deren Qualität ich mich endlich mal selbst überzeugen wollte. Book One enthält neben den ersten 19 Ausgaben auch noch viele Extras, die einen tieferen Blick hinter die Kulissen gewähren.

  • Writer: Brian K. Vaughan
  • Artist: Fiona Staples
  • Lettering + Design: Fonografiks
  • Coordinator: Eric Stephenson

“What if the Writer is suggesting that war will never end, that it’s a self-perpetuating cycle of pointless brutality that can only be ‘stopped’ with more war” – Marko

Worum geht es in Saga? Die Geschichte dreht sich um das ungleiche Paar Alana und Marko. Beide sind frisch verliebt, verheiratet und auf den ersten Seiten bekommen sie auch schon ein Baby, dessen Namen ich an dieser Stelle nicht verraten werde, denn den zu entdecken haben die Macher*innen geschickt in die Erzählung eingebunden. Schon die ersten Seiten verraten viel über den Stil und die Aufmachung des Comics. Er ist direkt und versucht nichts zu beschönigen, selbst wenn die Ereignisse verstörend sein mögen oder es manchmal wehtut. Doch wer sind eigentlich die beiden Protagonisten?

Alana stammt vom Planeten Landfall und Marko von dessen Mond Wreath. Beide Parteien stehen seit ewigen Zeiten im Krieg, der mittlerweile die ganze Galaxis mit sich zu reißen scheint, denn die Schauplätze der Schlachten wurden von den Himmelskörpern weg auf andere Territorien verlegt. Denn eines Tages mussten die Völker einsehen, dass Planet und Mond in Koexistenz miteinander leben und die Zerstörung des einen zur unweigerlichen Vernichtung des anderen führt. Man könnte sich zwar dann auch gleich vertragen, aber wer will schon Frieden, wenn man einen schönen Krieg führen kann.

Der Comic beginnt mit einer einfachen Prämisse: Die Familie kämpft auf der Flucht vor beiden Regierungen um ihr Überleben. Doch sie entwickelt sich schnell zu einem packenden Thriller mit komplexen Charakteren, glaubwürdigen Motiven, verzwickten Beziehungen und mehr. Brian K. Vaughan zieht einen förmlich in seine Welt hinein. Die Dialoge sind fantastisch und das von ihm aufgebaute Universum so glaubwürdig, detailliert und liebevoll ausgearbeitet, dass ich fest daran glauben möchte, dass irgendwo, in einem weit entfernten Universum, eine solche Welt existiert. Dabei ergründen wir auf unserer Reise mit Alana und Marko nicht nur ihre Vergangenheit und begegnen verflossenen Geliebten, sondern werden auch Teil des Lebens von vermeintlichen Antagonisten. Was bewegt sie, warum machen sie so erbittert Jagd auf unsere Freunde – diese Fragen werden spannend und facettenreich beantwortet, sodass die Sympathie nicht immer nur auf der Seite des im Zentrum stehenden Paares bleibt.

Doch all das wäre nichts, ohne die grandiosen Zeichnungen von Fiona Staples. Allein der Aufbau der Panels, lässt das Auge auf natürliche, geradezu selbstverständliche Weise über die Seiten fliegen, womit die bunten und farbreichen Darstellungen oft nicht genug Beachtung finden. Saga profitiert sehr von seiner erwachsenen Alterseinstufung, da sich die Künstlerin nicht zurückhalten muss und die Geschichte so wiedergeben kann, wie sie sein muss: brutal, erotisch, ruhig, liebevoll, gefühlvoll, roh – eben genau so, wie es die Szene gerade benötigt. Die Liebe zum Detail, die unterschiedliche Farbauswahl, je nachdem, wo wir uns gerade befinden, alles fügt sich zu einem großen Ganzen zusammen. Dies kennt man nicht nur bei den handelnden Personen und deren Mimik und Gestik, auch die Landschaften und Fahrzeuge, welche für Planetare und Interstellare Reisen verwendet werden, passen sich wundervoll in die Welt ein. Zeichnen von der unvorstellbaren Kreativität, Fiona Staples.

Wenn ich einen Comic lese, bin ich immer versucht, jedem Charakter seine eigene Stimme in meinem Kopf zu geben. So wird es zu einem intensiveren Erlebnis. Wenn dann noch ein Lettering wie bei Saga hinzukommt, das gerade dazu einlädt, mit Dialekten, Betonungen und Aussprachen zu spielen, entsteht ein regelrechter Film.

Das Hardcover selbst macht einen hochwertigen, stabilen Eindruck und am Ende der Geschichte finden sich noch Erläuterungen, Skizzen und Interviews, die ich mir erst zu Gemüte führen muss. Das Buch ist in jedem Fall ein schöner Blickfang und darf in keiner Sammlung fehlen.

Wie ihr seht, bin ich von Saga schlichtweg überwältigt. Ich wusste zu Anfang nicht, was ich von dem Comic halten soll. Lediglich die positiven Kritiken waren mir bekannt, doch dass es so eine emotionale und packende Reise durch ein lebendiges Universum wird, wo nie sicher ist, was hinter der nächsten Ecke lauert, darauf war ich nicht vorbereitet.

In meinem übermäßigen Schwall an Begeisterung, habe ich auch gleich alle weiteren digitalen Ausgaben gekauft, um diese schnell nachlesen zu können, denn ich möchte nicht warten, bis Book Two erscheint (auch wenn ich es mir für meine Sammlung später natürlich zulegen werde).

Lest Saga! Lasst euch auf die Geschichte ein und erlebt ein Abenteuer, das ihr so schnell nicht vergessen werdet.

Geek-Planet: The Amazing Spider-Man – Brand New Day

Ich habe mir vorgenommen, mehr Spider-Man-Artikel für die zukünftigen Donnerstage herauszusuchen. Immerhin war dieser Charakter und die unzähligen Comics, in denen er vorkommt, der Grund, warum ich meinen damaligen Blog »geek-planet« gestartet habe. Also sollen diese Texte auch hier einen entsprechenden Stellenwert einnehmen. Mit Sicherheit nicht jeden Donnerstag, aber ich nehme sie mehr in den Fokus.

Der folgende Text stammt vom 17. Juni 2016 und behandelt einen soften Reboot der Spider-Man-Reihe, nachdem die vorangegangene Geschichte nicht gerade gut aufgenommen wurde. Aber das behandle ich ausführlich im Text.

  • Ausgaben #546-564
  • Autoren: Dan Slott, Marc Guggenheim, Bob Gale, and Zeb Wells
  • Zeichner: Steve McNiven, Salvador Larroca, Phil Jimenez, Chris Bachalo, Marcos Martin, and Barry Kitson
  • Inker: Dexter Vines, Andy Lanning, and Tim Townsend
  • Farben: Morry Hollowell, Dave Stewart, Jason Keith, Jeromy Cox, and Antonio Fabela

Nach dem ziemlich enttäuschenden Ende der letzten Story-Arc (One More Day), scheinen sich die kreativen Köpfe von Marvel etwas Neues überlegt zu haben. Oder es war schon immer ihr Plan, eine so enttäuschende StoryArc zu schreiben, dass das, was folgt, umso besser wirkt. Aber wer weiß das schon? Egal, was sich hinter den Vorhängen abgespielt hat, nach #545 kann es nur mehr Bergauf gehen. Leider müssen wir uns, wie bereits im letzten Artikel erwähnt, von der Idee verabschieden, dass wir es mit einem Spider-Man zu tun bekommen, dessen Identität jeder Person auf der Welt bekannt ist. Stattdessen bekommen wir mit Brand New Day quasi einen frischen, alten, neuen Spider-Man.

Getreu dem Motto: back to the roots, wurde nicht nur das kollektive Gedächtnis aller Menschen gelöscht, was das alter Ego von Peter Parker betrifft, sondern auch die Beziehung mit Mary-Jane ist nichtig geworden. Es hätte nur noch gefehlt, dass Peter zurück in die Highschool muss und wir wären wieder am Startpunkt angelangt. Natürlich ist nicht alles hinfällig geworden, denn der Registration Act, um den es im Civil-War-Event ging, ist immer noch aktuell. Da Peter sich eines besseren besinnt hat und sich nicht wie zuvor registrieren lässt, ist er ein gesuchter Superheld geworden. Diese Tatsache ist ziemlich gut in die Geschichten eingewoben und unser Held macht natürlich jede Menge Sprüche darüber, besonders wenn ihm eine gewisse Anfängerin namens »Jackpot« begegnet. Sie ist neu im Superheldengeschäft und ließ sich selbstverständlich brav registrieren. Leider begeht sie aber einen Anfängerfehler, der dazu führt, dass eine Stadträtin ums Leben kommt. Dies nagt natürlich an beiden.

Es ist etwas, was im Laufe der Geschichte immer wieder aufgegriffen wird: Konsequenzen. Vergangene Ereignisse, die nicht unbedingt nur in Brand New Day stattgefunden haben, zollen ihren Tribut und Spidey muss einen Weg aus dem Schlamassel finden. Überhaupt haben wir es hier wieder mit einem Spider-Man zu tun, den wir kennen. Er macht einen Spruch nach dem anderen, redet pausenlos und kommt in Situationen, in die nur er gelangen kann. Dabei »verliert« (wenn man es so sagen möchte) er gleich am Anfang einen seiner Web-Shooter und im weiteren Verlauf auch ein Kostüm nach dem anderen. Humor wird nach den letzten beiden StoryArcs wieder großgeschrieben und tut der Geschichte richtig gut.

Den verschiedenen Autoren und Künstlern gelingt es herrlich, das Privatleben und Superhelden-Dasein miteinander zu verknüpfen und beiden genug Raum zur Entfaltung zu bieten. Brand New Day wird gleich von einer Handvoll verschiedener Teams betreut, die jede ihre eigene kleine Geschichte präsentieren darf. Damals erschien The Amazing Spider-Man dreimal im Monat und pro Monat gab es einen Handlungsbogen.

Im Allgemeinen sind die Zeichnungen wirklich fantastisch. Die Bewegungen unseres Helden im Kampf und bei seinen Reisen durch die Stadt wirken dynamisch. Zusammen mit den bunten, unverkennbaren Farben wird der Comic zu einem wahren Augenschmaus. Jedoch, und dies muss hier kurz erwähnt werden, sind nicht alle Stile immer gleich gut. Das ist natürlich sehr subjektiv, doch an der ein oder anderen Stelle haben mir die Darstellungen nicht so zugesagt, auch wenn die verschiedenen Künstler sich um einen ähnlichen Look bemühen.

Die Bösewichte sind abwechslungsreich. Angefangen von Mr. Negativ, Manace und einem sich sehr schnell entwickelnden Freak, hin zu einem Maya-Gott und natürlich Paper Doll. Alle stellen auf ihre eigene Art und Weise eine Herausforderung für Spider-Man dar und bringen ihre eigenen Motive und Hintergründe mit. Dies gefällt besonders gut, da diese klar dargebracht und deshalb nachvollziehbar werden. Es sind nicht immer nur Gegner, die er so schnell wie möglich besiegen muss; es ist Zeit, dass sich in gewisser Weise Mitgefühl entwickelt.

Doch es gibt genauso viele eigene Herausforderungen, die Peter Parker in den Griff bekommen muss. Seine typischen Geldprobleme, eine Wohnungssuche und sein neuer Job beim DB, der sich auch auf seine Beziehungen auswirkt, sind nur die Spitze des Eisbergs. Ihr denkt jetzt sicher, DB steht für Daily Bugle. Leider nicht mehr. Denn unser cholerischer J. Jonah Jameson hat es endlich zu einem Herzinfarkt geschafft; so wie er sich immer aufführt, wundert es ja schließlich niemanden, warum das nicht schon früher passiert ist. Seine Frau hat sich dann kurzerhand dazu entschlossen, die Zeitung an einen gewissen Dexter Bennett zu verkaufen.

Dieser macht zwar noch mehr Jagd auf Spider-Man, als JJJ das jemals gemacht hat und biegt auch gerne mal ein paar Geschichten zurecht, doch zumindest bezahlt er Peter anständig für seine Fotos. So kann er sich nicht nur eine eigene Wohnung, sondern neue Netzflüssigkeit leisten, genauer gesagt, die Inhaltsstoffe, damit er diese zusammenbrauen kann.

Brand New Day ist eine Spider-Man-Geschichte, wie ich sie mir gewünscht habe, seit ich den Film Civil War gesehen habe. Immer lässige Sprüche auf den Lippen und eine gute Mischung aus verschiedensten Problemen, die er mit seiner lockeren Attitüde zu bewältigen versucht. Die Zeichnungen, die wie bereits erwähnt von den unterschiedlichsten Künstlern stammen, sind zum überwiegenden Teil unfassbar gut gemacht und tragen ihr Übriges zu einer unterhaltsamen Lesestunde bei. Unerwähnt lassen darf ich auch nicht die unterhaltsamen Editor-Notes, die sich über die gesamten Ausgaben hinweg finden. Sie zeugen von einer, wie ich finde, guten Zusammenarbeit des Teams und haben großen Unterhaltungswert.

Zwar hätte es mich interessiert, wie die Geschichte von Back in Black sich ohne One More Day fortgesetzt hätte, aber dieser kleine Neuanfang ist wirklich gut gelungen. Ich freue mich auf die kommenden Abenteuer. Vielleicht lese ich zwischendurch ein paar »Ultimate Spider-Man« Geschichten, denn immerhin sind sie der Grund, warum ich diesen Blog überhaupt gestartet habe.

Throwback Thursday: The Last of Us (remastered)

Ich hatte schon ganz vergessen, dass ich mir die Playstation 4 damals mit The Last of Us im Bundle gekauft hatte. 8 Jahre sind also vergangen, bis ich mir das Bundle mit PS5 und Final Fantasy XVI 2023 zugelegt habe. Beide Male habe ich es nicht bereut, gleich diese fantastischen Spiele mit erworben zu haben. Allein schon für diese kleinen Erkenntnisse mag ich es, mich mit Texten und Artikeln auseinanderzusetzen, die ich vor Jahren geschrieben habe. Den Folgenden habe ich am 28.02.2015 auf meinem damaligen Blog geek-planet veröffentlicht.

Ich dachte mir, dass dieser Text hervorragend zu meiner aktuell wieder aufkeimenden Liebe für Videospiele passt. The Last of Us ist ein Meilenstein in der Geschichte für Videospiele und vor Kurzem habe ich von TheRadBrad das Walkthrough von The Last of Us – Part II angesehen. Genauer gesagt bin ich noch dabei. Da ist es natürlich umso interessanter, diesen Artikel noch einmal auszugraben.


Ich habe mich aus Gründen, die sich nun nicht mehr nachvollziehen lassen, davor gesträubt, The Last Of Us zu spielen. Zombies begegnen einem ja förmlich überall in TV-, Film- und Buchform, aber da ich mir eine PS4 zulegen wollte und das Bundle, welches im Angebot war, dieses Spiel enthielt, versuchte ich mich daran.

“I’ve struggled a long time with survivin’, but no matter what, you have to find something to fight for.” – Joel

Ich war doch sehr davon überrascht, wie außerordentlich mich dieses Spiel gepackt und gefesselt hat. Es ist schon länger her, dass ich überhaupt ein Spiel gespielt habe, da ist es umso erfreulicher, dass es mit diesem hier so gut funktioniert hat. Es ist atemberaubend, wie schnell mich The Last Of Us in seinen Bann zog und mich nicht mehr losgelassen hat, bis ich durch war – was keine ganze Woche gedauert hat. Beinahe sofort fühlte ich mich mit den Figuren verbunden: Joel, der einsame Mann, der nach dem Verlust seiner Tochter einen Grund zum Weitermachen sucht und ihn schließlich in Ellie findet.

Deren beiden Kampf ums nackte Überleben ist eine bewegende und mitreißende Geschichte und die Entwicklung der einzelnen Protagonisten muss sich vor Hollywood-Produktionen keinesfalls verstecken. Stattdessen sollten sich manche Filmschaffende lieber eine Scheibe von den Entwickler*innen abschneiden und sie als Beispiel verwenden. Hoffentlich fangen jetzt allerdings nicht alle an, das Spiel zu kopieren, was ja eine Gefahr ist. Aber dafür ist es zu gut, als dass sich diese Magie einfach so abermals einfangen lassen würde.

Die Entwickler*innen haben es tatsächlich geschafft, dass ich mir immer wieder Sorgen um Ellie machte – auch wenn sie eine der beiden Protagonisten ist. Jedes Mal, wenn sie nicht in Sichtweite war oder die beiden getrennt wurden, hatte ich ein seltsames Gefühl und wollte so schnell wie möglich wieder zu ihr. Ihre Sicherheit und ihr Überleben waren mir wichtig geworden, da ist es schließlich auch egal, wenn der Rest der Menschheit elendig verrecken muss – Hauptsache Ellie befindet sich in Sicherheit. Diese Verbundenheit bei einer Spieldauer von ca. 12 Stunden zu schaffen und das von Anfang an, ist bemerkenswert und hängt nicht nur mit den fantastischen Animationen zusammen.

Es sind die kleinen Dinge, die dieses Spiel so unglaublich gut machen. Die Leidenschaft von Ellie für Comics, die kleinen Unterhaltungen zwischen ihr und Joel, sowie die Mimik und Gestik machen sie zu real wirkenden Personen. Wenn man sich unter anderem hinter einer Kiste versteckt und Ellie vor einem kniet, legt Joel seine Hand schützend über sie – allein dies ist herzzerreißend. Wie es beispielsweise in einem herrlichen Honest-Game-Trailer angedeutet wird, muss man die ein oder andere Träne vergießen, wenn die beiden die Giraffen entdecken und ihnen nachjagen, um sie weiter beobachten zu können.

All dies sind Beispiele, das Spiel zu lieben, aber die beiden allein wären nichts, ohne die dystopische Atmosphäre. Hinter jeder Ecke könnten sich diese Zombie-ähnlichen Monster verstecken, überall Jäger lauern. The Last Of Us bietet grandiose Abwechslung zwischen Schleich- und Kampfszenen, was ich sehr begrüßenswert finde.

Als Nächstes steht für mich noch das Add-on Left Behind auf der To-do-Liste. Dort schlüpft man in die Rolle von Ellie, bevor sie Joel begegnet. Ich bin schon gespannt darauf und freue mich, neue Seiten an ihr zu entdecken. Außerdem ist noch der Plus-Modus offen, denn ein paar Trophäen möchte ich mir noch holen.

Throwback Thursday: Batman v Superman

Ach, Batman v Superman. Das waren noch Zeiten, als nur DC überteuerte Filme herausgebracht hat, die weit hinter den Erwartungen zurückliegen. Heute macht da Marvel ebenfalls mit. Und damit willkommen zu einer neuen Ausgabe meines wöchentlichen Rückblicks auf meine vergangenen Blogger-Tage. Am 26.03.2016 habe ich die folgende Rezension zu Batman v Superman auf meiner damaligen Webseite geek-planet veröffentlicht. Der Film hat mich so sehr beschäftigt, damals, dass er insgesamt drei Artikel inspiriert hat, die ich im Laufe der nächsten Monate ebenfalls wiederveröffentlichen möchte.

Der Hauptartikel über den Film, um den es heute gehen soll, ist etwas all-over-the-place, wie man im Englischen so schön sagt. Ich habe viele unterschiedliche Aspekte des Films aufgegriffen, aber gehe selten tiefgreifender darauf ein. Vielleicht hätte ich mir mehr Zeit lassen sollen und den Text dafür etwas ausführlicher gestalten. Dann wäre es allerdings ein über 2000 Worte umfassendes Monster geworden.

Ich hätte mir noch gewünscht, aus heutiger Sicht, mehr auf die philosophische Frage einzugehen, die mit dem Titel Batman v Superman einhergeht. Die Frage des David gegen Goliath oder Mensch gegen Gott, wie es im Film heißt. Was der Film, ob seiner pessimistischen und nicht gerade tiefgründigen Charakterzeichnung von Superman nämlich völlig versäumt darzustellen, ist, dass sich dieser immer im Zaum halten muss. Er hält sich in jedem Kampf zurück. In den Comics wird es (auch bei Spider-Man, übrigens) gelegentlich ausgearbeitet, dass die schiere, übermenschliche Kraft von Superman immer gezügelt werden muss. Dass er immer die Kontrolle haben muss. Es ist ein Aspekt des Charakters, der zu oft übersehen wird.

Ich habe den Film schon lange nicht mehr gesehen und offen gesagt auch keine Lust darauf. Snyders neue Version des Justice League Films, ein paar Jahre später, war ein interessantes Experiment und ich mochte den Film sehr gerne. Er ist so komplett anders, dass er eigentlich einwandfrei funktioniert. Batman v Superman allerdings ist chaotisch und es fehlt ein gewisser Fokus. Es sind doch oft die einfacheren Geschichten, die uns am meisten beeindrucken, solange sie gut umgesetzt sind.

Was ich bei Comic-Verfilmungen nie ganz verstehen werde, ist, dass man sich nicht näher an die Vorlagen hält. Teilweise werden in zweieinhalb Stunden Film, dutzende, wenn nicht Hunderte an Comics gepresst, was am Ende natürlich nur schiefgehen kann. Figuren und Momente benötigen Zeit zum Atmen – sie müssen auf die Zuschauer*innen wirken können. Aber wenn eben die Substanz im Drehbuch fehlt, dann versuchen das so manche mit Lärm und Slow Motion zu überspielen. Am Ende ist niemand so richtig zufrieden.


Man nehme eine große Portion The Dark Knight Returns, mische es mit The Death and Return of Superman und gebe eine Handvoll Justice League Comics hinzu. Zum Abschmecken dann noch eine Prise Batman Year One und ein beliebiger Darkseid-Prequel-Comic, je nach Geschmack. Was natürlich bei so einem Schmankerl auch nicht fehlen darf, ist Zack Snyders Geheimzutat und Masturbationsvorlage: Slow Motion!

Die Geschichte von Batman v Superman basiert auf so allerlei Comics. Der größte Einfluss ist allerdings der 1986 erschienene The Dark Knight Returns von Frank Miller. Es gilt bis heute als eines der großen Meisterwerke in Batmans langer Publikationshistorie und prägte lange Zeit den dunklen Detektiv. Worum geht es? Ein alter und eigentlich in Rente gegangener Bruce Wayne macht sich dort noch einmal auf, um gegen das Kriminelle in Gotham vorzugehen und endet schließlich mit einer großartigen Auseinandersetzung mit Superman. Allein dies in einem Live-Action-Film umgesetzt zu sehen, wäre fantastisch. Doch es kam anders.

Immerhin soll der Film nichts weniger als das gesamte Cinematic-Universe von Warner Bros. starten. Eine gewaltige Aufgabe. Und so hat man sich wohl gezwungenermaßen dazu entschlossen, sehr viel, zu viel, in diesen einen Film zu stecken. Doch alles der Reihe nach.

“And now, you will fly to him, and you will battle him to the death. Black and blue. Fight night. The greatest gladiator match in the history of the world. God versus man. Day versus night! Son of Krypton versus Bat of Gotham!” – Lex Luthor

Machen wir eine kurze Reise zurück ins Jahr 2005. Vor zehn Jahren hat uns Christopher Nolan Batman Begins geschenkt. Dieser Film erzählt wie kein anderer zuvor eine perfekte Origin-Story für den dunklen Ritter. Alle wichtigen Elemente werden aufgegriffen, die Charaktere werden super entwickelt, die Gegner sind klasse gestaltet und Gotham wirkt zum Greifen nahe. Später wurde die Geschichte in der Serie Gotham noch einmal aufgewärmt und ebenfalls gut erzählt. Sie bildete einen Startschuss für eine etwas andere Batman-Serie. Mittlerweile sollte also jeder die Geschichte, wie Bruce Wayne zur Fledermaus wurde, kennen und in allen Farben des Spektrums rekonstruieren können – besonders diejenigen, die sich Batman v Superman ansehen, kann man wohl zu dieser Gruppe zählen. Zack Snyder hat sich trotzdem dazu entschlossen, der Ermordung von Bruce Eltern seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Gleich die erste Sequenz beschäftigt sich mit unfassbar langsamer und lang gezogener Slow Motion diesem schrecklichen und zugleich prägenden Ereignis. Die Sequenz zeigt aber auch, dass sich eine Art Spider-Man-Effekt einstellt: Die Origin-Story wurde einmal zu oft erzählt. Es werden keine neuen Aspekte hinzugefügt; es fehlt der emotionale Kontakt zu den Protagonisten und als Zuschauer hofft man nur, dass es bald vorüber ist.

Was als Nächstes folgt, ist dafür die wohl beste Einführung eines erwachsenen und erfahrenen Bruce Wayne: Wir steigen direkt in den finalen Kampf von Man of Steel ein und Bruce fährt mit seinem Wagen durch Metropolis. Es herrscht Chaos. Wolkenkratzer stürzen ein. Zwei Götter prügeln sich durch die Stadt. Bruce Wayne jedoch läuft direkt in die Staub- und Schuttwolken der Zerstörung hinein, um zu helfen. Er wirkt heroisch, selbstlos und am Ende, als er ein kleines Mädchen vor dem sicheren Tod rettet und es in den Armen hält, sieht man den Zorn und die Wut in seinen Augen. Sein nächstes Ziel steht fest: Superman neutralisieren.

Eine stringente, gut erzählte Geschichte, die den Zuschauer mit den Charakteren mitfühlen lässt und die einzelnen Schritte logisch miteinander verknüpft, sucht man in den ersten 60 bis 75 Minuten jedoch vergeblich – vielleicht sogar den ganzen Film über. Vielmehr ist es eine Art Best-of von Bruce Waynes nächtlichen Albträumen und einem verbitterten, seltsamen Superman, sowie Abenteuer von Lois Lane. Als es dann schließlich langsam darauf hinausläuft, dass Superman gegen Batman antreten soll, um seine Mutter vor Lex Luthor zu retten, nimmt die Geschichte endlich etwas an Fahrt und Spannung auf. Auch wenn meiner Meinung nach eine vielversprechende Möglichkeit verschenkt wurde, um Aquaman zumindest einen kurzen Auftritt zu schenken, verläuft der Film ab der Hälfte deutlich besser.

“Twenty years in Gotham. How many good guys are left? How many stayed that way? He has the power to wipe out the entire human race. I have to destroy him.” – Bruce Wayne

Zu der besten und von mir persönlich am meisten ersehnte Szene ist der Kampf zwischen Batman und Superman. Dieser geht eine Trainingsmontage von Bruce Wayne voraus, in der Ben Affleck deutlich zeigt, dass er es sich nicht nur verdient hat, den Charakter darzustellen; man sollte sich ihm schon gar nicht in die Quere stellen. Gewichte werden gestemmt, geschoben, geworfen und Dinge geschlagen und geboxt, was das Zeug hält. Es ist ein brachialer Zusammenschnitt aus purem Willen, Superman zu besiegen. Dieser weiß noch nichts von seinem Glück, bald sehr viel Kryptonit in verschiedenen Formen verabreicht zu bekommen. Auch wenn der Man of Steel den dunklen Ritter mit einem Fingerschnippen vernichten könnte, unterschätzt er dessen Kalkül deutlich und steckt dafür eine Menge Prügel ein. Es ist eine fantastisch gemachte Sequenz, denn dieser Superman hat nichts anderes verdient.

Es ist ein Superman, der zwischen depressiv und verbittert zu schwanken scheint. Die Beweggründe dafür sind mir offen gestanden nicht ganz klar. Ist es wegen des Kampfes mit Zod und dass er ihn töten „musste“? Ist es wegen der Ablehnung von so vielen Menschen? Ist er einfach nur mit der Gesamtsituation unzufrieden und weiß nicht, was er will? Es wird nicht deutlich und er spricht auch nicht sehr viel. Diese Version von Superman ist noch enttäuschender als diejenige aus Man of Steel. Somit war es dann ganz gut, dass ihm Batman eine Lektion erteilt.

Den Batman, den wir hier erleben, ist seit 20 Jahren im Dienst. Er hat schon einiges mitgemacht und verlor den ein oder anderen Verbündeten an verrückte Clowns und andere Schurken. Er scheint seinen ursprünglichen Antrieb, in der Welt etwas ändern zu wollen, verloren zu haben, kann aber doch nicht aufhören. Die Dialoge mit Alfred (Jeremy Irons) sind bewegend und toll geschrieben. Außerdem sind die Kämpfe und Einsätze, die er im Laufe des Films absolviert, angsteinflößend dargestellt und vermitteln einen gespenstischen Eindruck von einem Batman, der tut, was immer notwendig ist, um sein Ziel zu erreichen. Dabei ist es gewöhnungsbedürftig zu sehen, wie diese Inkarnation vor Folter und Mord nicht zurückschreckt. Allerdings passt es zum Gesamteindruck. Es ist ein stimmiges Konzept und Ben Affleck verkörpert diese innere Zerrissenheit bravourös; ein eigenständiger Batman-Film mit ihm kann nicht früh genug kommen.

Sprechen wir nun über andere Charaktere, die ebenfalls im Film auftauchen: Lois Lane (Amy Adams) ist eigentlich nichts anderes, als eine immer wieder auftauchende Deus-Ex-Machina. Zu dieser Welt würde es eigentlich besser passen, wenn sie statt Zod in Man of Steel gestorben wäre und sich Zack Znyders Universum als Injustice-Verfilmung herausstellte. Dann würde alles etwas mehr Sinn ergeben. Perry White (Laurence Fishburne) auf der anderen Seite hätte mehr Screentime bekommen können. Er ist witzig, lockert das ganze düstere Desaster etwas auf und versprüht sehr viel Charme. Eine willkommene kleine Anti-These zum Rest des Films.

Lex Luthor ist ein Charakter, der sich bisher nicht gut einschätzen lässt. Er wirkt wie eine Light-Version des Jokers, nur mit mehr Geld und anderen Zielen. Jedoch stellt ihn Jesse Eisenberg sehr wirr da, was aber wiederum zum Film passt. Die Cameo-Auftritte von Flash, Cyborg und Aquaman sind eigentlich nicht der Rede wert und so unnütz wie die erste Sequenz des Films. Wonder Woman hingegen ist wirklich fantastisch. Ihr erster Auftritt auf der großen Leinwand meistert sie bravourös und mit Gal Gadot hat das Studio eine Schauspielerin engagiert, die perfekt zum Charakter passt. Dafür hat sie sich dann in der Vorstellung auch den ein oder anderen Szenenapplaus verdient. Richtig Gänsehaut hat die Stelle beschert, wo sie mit Superman und Batman im Bild zu sehen ist und gemeinsam gegen Doomsday kämpfen. Wirklich fantastisch.

“That’s how it starts. The fever, the rage, the feeling of powerlessness that turns good men… cruel.” – Alfred

Kommen wir etwas zur Aufmachung und Technik des Films. Der durchgehende Sepia-Filter, den Zack Snyder wohl besonders lieb hat, ist nach einer Stunde wirklich anstrengend zum Zusehen und man wünscht sich Farben zurück. Sei es ein saftiges Grün für das Gras oder auch nur ein schönes helles Blau für den Himmel. Doch irgendwann akzeptiert man den Eindruck, den dieser Filter vermittelt, und beginnt langsam zu verstehen, warum alle Menschen in dieser Welt so schlecht gelaunt sind.

Hans Zimmer trägt dann den Rest dazu bei, dass die Stimmung weiter gedrückt wird und sich wirklich keine gute Laune ausbreitet. Die Musik ist zu laut, zu dominant, zu episch und einfach nur zu viel da. Sie schürt Erwartungen, die nicht eingelöst werden, drückt die Stimmung, wo es nicht notwendig wäre und man möchte sie gemeinsam mit dem Filter einfach nur abschalten. Wenn man als Zuschauer erleichtert ist, jedes Mal wenn die Musik leiser wird oder ganz aufhört, dann ist etwas falsch gelaufen und man muss es sich wirklich noch einmal überlegen, den Film später auf Blu-Ray anzusehen. Besonders, wenn Snyder seine Drohung wahr macht und einen über drei Stunden dauernden Director’s Cut beifügt.

Dahingegen sehen die Effekte an sich beeindruckend aus, aber dies gehört ja mittlerweile zum Standard. Wenn ein Film an die 250 Millionen Dollar kostet und dann keine guten Effekte aufweisen kann, ist etwas ziemlich falsch gelaufen. Allerdings können gute Effekte nicht über die restlichen Schwachpunkte hinwegtäuschen.

“Tell me. Do you bleed?” … “You will.” – Batman

Soll man sich nun Batman v Superman ansehen oder nicht? Diese Frage lässt sich abschließend nicht so einfach beantworten. Zum einen gibt es einen wirklich gut dargestellten Batman, den man sich in einem eigenen Abenteuer wünscht – vielleicht etwas weniger blutrünstig. Zum Anderen gibt es einen derart verunstalteten Superman, dass man froh ist, wenn er vom dunklen Ritter verprügelt wird. Der Film ist eine konstante Abwechslung zwischen stark inszenierten Szenen, die die Charaktere strahlen lassen und enttäuschenden Momenten, in denen man nur den Kopf schütteln oder ihn besser gegen die Wand schlagen möchte.

Ich bin an dem Punkt angelangt, an dem ich hoffe, dass das Studio jemand anderen an die restlichen Filme ran lässt und Zack Snyder ersetzt. Seine Filter, Slow Motion und teilweise seltsamen Inszenierungen passen für mich nicht mehr zu dieser Welt. Außerdem muss das Studio einsehen, dass sie sich mit dem Zwang, unbedingt Marvel Konkurrenz machen zu wollen, nur selbst schaden.

Als sehenswert kann man den Film auf jeden Fall einschätzen, da er interessante Aspekte anspricht und am Ende zumindest dazu führt, dass man sich die ganzen Comic-Vorlagen bestellt. Denn man sollte auf jeden Fall die echten, originalen und fantastisch geschriebenen bzw. gezeichneten Geschichten lesen.

Als Nächstes steht Suicide Squad auf dem Plan. Auch wenn die Erwartungen nun etwas vorsichtiger geworden sind, sollte dieser Film erfrischend anders sein. Es bleibt in jedem Fall spannend, wie es weiter geht mit dem Cinematic Universe von DC.

Throwback Thursday: Call Me By Your Name von André Aciman

Letzten Donnerstag haben wir uns an dieser Stelle einen alten Text von mir angeschaut, in dem es um das Buch Der Tod in Venedig geht. Heute blicken wir zurück auf den 21. März 2018. An dem Tag habe ich auf meinem damaligen Blog geek-planet eine Rezension zu Call Me By Your Name von André Aciman veröffentlicht. Darin referenziere ich Thomas Manns Buch, da es durchaus gewisse Parallelen gibt, die ich im Text anspreche.

Außerdem ist seit Ende Februar der zweite Teil von Dune in den Kinos, wo Timothée Chalamet die Hauptrolle spielt. Auch in der Verfilmung von Call Me By Your Name spielt er neben Armie Hammer eine der beiden Hauptrollen. Also gleich noch ein Grund, sich wiederholt mit dem Buch zu beschäftigen.

Die Ansichten, die ich zu dem Buch beschreibe, sind heute noch genauso wahr wie damals. Dazu hat sich meine Einstellung nicht geändert. Eher das Gegenteil. Ich mag es heute noch queere coming-of-age Geschichten zu lesen, wo ich mich selbst und meine Lebensrealität wiederfinde. Repräsentation ist wichtig. Diversität ist wichtig. Wo die Homosexualität der Charaktere als etwas Normales dargestellt wird und nicht unbedingt ins Zentrum der Geschichte und deren Konflikte gerät. Sondern, wo es um komplexe Charaktere geht, die mehr sind, als nur diese eine Eigenschaft. Es ist ein feiner, aber bedeutsamer Unterschied. Bei coming-of-age Geschichten ist das vielleicht schwieriger darzustellen oder seltener anzutreffen. Call Me By Your Name bekommt den Spagat allerdings hervorragend hin.


Buchverfilmungen bieten ein breites Spektrum an Qualität, unabhängig, wie gut die Vorlage sein mag. Deshalb lese ich vor deren Sichtung gerne das dazugehörige Buch oder den Comic. Zum einen, weil ich dadurch mehr von den Charakteren, ihren Handlungen und Motiven erfahre und sich die geneigten Leser*innen so besser in diese hineinversetzen können. Zum anderen, weil es interessant ist zu sehen, welchen Kern sich die Macher für den Film herausgepickt haben. Bücher sind ein fantastisches Medium, aber meist nicht dazu geeignet, nur einen Film daraus zu machen. Es passiert entweder zu viel darin oder, wie im Falle von Call Me By Your Name, werden die Gedanken und Gefühle des Protagonisten sehr detailliert wiedergegeben. Wenn der Film nicht gerade mit permanentem Voice Over experimentieren will, ist solch eine Tiefe für einen Film fast nicht zu schaffen. Die Schauspieler*innen müssen es schaffen, die inneren Konflikte und Gedanken dem Publikum über Mimik und Gestik mitzuteilen.

Was beim aktuellen Beispiel dann noch hinzukommt, ist die Wahl der Perspektive. Denn Call Me By Your Name ist aus der Ich-Perspektive des 17-jährigen Elio erzählt. Er und seine Familie wohnen in Italien. Sie verbringen jeden Sommer dort und nehmen für sechs Wochen einen Sommergast auf. Diese genießen das abgeschottete Dasein und nutzen die Ruhe, an ihren künstlerischen, kreativen Projekten zu arbeiten. Die Italienischkenntnisse können natürlich ebenso vertieft werden. So kommt es, dass der 24-jährige Oliver Elios Welt auf den Kopf stellen sollte.

Wo genau die Handlung sich abspielt, wird nie so ganz klar, genauso das Jahr. Nur an einer Stelle wird es nebenbei angedeutet. Ansonsten ist es eine zeitlose Geschichte, die sich voll und ganz auf die Charaktere konzentriert. Sie und ihre Erlebnisse, ihre Gefühlswelten und wachsende Liebe stehen im Vordergrund. Natürlich wissen wir nur, was Elio wirklich empfindet. Von ihm bekommen wir erzählt, was er denkt, dass Oliver wohlfühlen mag und empfindet. Sein Verhalten bekommen wir ebenfalls nur über die Sichtweise des Erzählers mit, wie Oliver zu den anderen steht und mit welchen (Neben)Charakteren er sich umgibt. Lange habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie ich die Einzigartigkeit beschreiben soll, die Call Me By Your Name ausmacht, und bin, denke ich, auf einen Vergleich gestoßen, der den Roman gut einordnet.

In gewisser Weise ist Call Me By Your Name die Anti-These zu Ein Tod in Venedig, welches ich Anfang des Jahres gelesen habe. Darin ist der Protagonist, der sein Leben lang versteckt gelebt hat und seinen Gefühlen nicht nachgeben wollte/konnte, dazu verdammt, passiv einem Jungen nachzustellen, der ihn in den Wahnsinn treibt. Wie die tragische Geschichte interpretiert werden könnte, habe ich in einem eigenen Review genauer beschrieben. Elio dagegen ist jung, bekommt eine ähnliche Möglichkeit geboten, wie Aschenbach in Manns Erzählung; weiß damit zwar auch nicht so recht umzugehen, doch wagt schließlich den ersten Schritt, auf den Älteren zuzugehen.

Doch zwischen der ersten Begegnung und dem ersten Kuss vergeht so einige Zeit. Denn Elio macht sich sehr, sehr viele Gedanken über sein Ziel der Begierde. Mehr als ihm guttut. Allein darin steckt schon so viel Weisheit und so viele Lektionen, die man sich zu Herzen nehmen sollte. Elio leitet aus dem Verhalten eines für ihn völlig Unbekannten ab, wie sich dieser fühlt und was dieser empfindet. Dabei stellt sich oft heraus, dass er einfach falschliegt. Ohne Oliver zu fragen, weiß er einfach nicht, was in diesem vorgeht. Interpretationen sind immer von Ängsten und Sorgen, Hoffnungen und Sehnsüchten verfälscht. Darin liegt der große Spannungsbogen des ersten Teils, denn Elio steigert sich selbst so sehr in seine Interpretationen und Wahrnehmungen hinein, dass man als Leser*in einfach mitgerissen wird. Man kann nichts dagegen machen. Dafür sind die Formulierungen und Metaphern, Anspielungen und Referenzen zu gut umgesetzt, als dass man sich ihnen erwehren könnte.

Oft hat mich überrascht, in welchem Detail der Autor André Aciman die Beziehung zwischen Oliver und Elio beschreibt. Damit habe ich einfach nicht gerechnet. Es ist aber eine schöne Abwechslung. Doch dies unterstreicht teils die verwirrte Gefühlswelt von Elio und zu welchen Taten er sich selbst hinreißen lässt. Wie sehr er sich von diesem einen Mann vereinnahmen lässt. Seine Besessenheit ist manchmal nur schwer von seiner Liebe zu trennen.

Ähnlich zu Der Tod in Venedig hatte ich beim Lesen oft das Gefühl etwas zu verpassen, weil einfach so viel in den Szenenbeschreibungen steckt – in den Bildern, die vermittelt werden und in den Gefühlen, die die Protagonisten zeigen. Es werden so viele Bücher, Gedichte und klassische Musikstücke referenziert, dass man diese lesen müsste, um sich danach nochmals Call Me By Your Name zu widmen, damit dieses Buch seine emotionale Wucht vollends ausschöpfen kann. Doch selbst dann bleibt vieles ungeklärt und der Interpretation der Leser*innen überlassen. Es ist erfrischend, dass Aciman nicht alles erklärt und jedem einzelnen Gefühl auf den Grund geht. So bleibt es nahbar und man muss sich selbst Gedanken dazu machen.

Call Me By Your Name ist nicht nur eine Geschichte über die Liebe zwischen zwei Männern, sondern geht weit darüber hinaus. Das Setting, die Charaktere und die Zeitlosigkeit greifen wie Zahnräder perfekt ineinander und ziehen einen in diese außergewöhnliche Welt hinein. Klare Leseempfehlung.