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Throwback Thursday: The Walking Dead Book 1

Wie jeden Donnerstag suche ich mir einen Artikel aus längst vergangener Zeit heraus, als ich noch den Blog geek-planet betrieb. Der heutige Text handelt vom ersten Hardcover-Buch des Comics The Walking Dead.

The Walking Dead war nicht nur als Serie ein gewaltiges Phänomen. Bevor es den Weg in unsere Wohnzimmer fand, war es bereits als Comic ein Hit und hat jeden Monat die Charts gestürmt und war in aller Munde. Natürlich musste ich auch in meinem alten Blog die Comics Besprechen und habe mir dafür die Hardcover-Bücher nach und nach besorgt. Parallel dazu habe ich mir dann die Serie (bis zu einem gewissen Zeitpunkt, bis dann die Qualität doch stark nachließ) angeschaut und ebenfalls besprochen. Beides parallel zu machen, also den Comics zu lesen und die Serie zu schauen, war vielleicht nicht ganz so clever. In meinem Kopf bringe ich nun immer wieder Dinge durcheinander und bin mir manchmal unsicher, was wo passiert ist. Aber das ist nun einmal so und damals hat es mir große Freude bereitet, mich mit beiden Medien auseinanderzusetzen.

Aus der heutigen Sicht das Ganze zu betrachten, als die ersten Staffeln der Serie anliefen, ist schon interessant. Mittlerweile gibt es ja einige Ableger der Serie. Ganz im Gegensatz zum Comic, der ohne große Ankündigung eines Tages, mit Ausgabe 194, einfach endete. Schauen wir also neun Jahre zurück, denn der ursprüngliche Text erschien am 12.10.2015.


Bevor ich überhaupt mit der Serie „The Walking Dead“ anfange, will ich mich mit der Vorlage beschäftigen. Mir war gar nicht bewusst, dass es inzwischen schon über 140 Ausgaben des hochgelobten Comics von Robert Kirkman gibt. Es wurde also höchste Zeit für eine kleine Aufholjagd.

  • Autor: Robert Kirkman
  • Künstler: Tony Moore, Charlie Adlard
  • Gray Tones: Cliff Rathburn
  • Erstveröffentlichung: 2006

„Don’t hurt my Daddy again!“ – Carl

Ich habe mir gedacht, wenn ich schon anfange, „The Walking Dead“ zu lesen, dann mache ich es auch richtig und sammle gleich die Hardcover-Versionen. Im ersten Buch sind die Ausgaben #1 bis #12 enthalten.

Was mir besonders gut gefällt, ist die Tatsache, dass das Buch mit wenig Schnickschnack auskommt. Eine Seite mit dem Titel des folgenden Kapitels und schon geht es los. Auch wird die Geschichte nicht durch Nummerierungen oder Cover unterbrochen, die aufzeigen sollen, wann und wo welche Ausgabe beginnt bzw. endet. Dies ist sehr erfrischend, da man bis zum nächsten Kapitel, und davon gibt es im Buch gerade einmal zwei, ununterbrochen in der Welt bleiben kann. Die Qualität der Seiten und des Hardcovers an sich ist wie immer vom Image-Verlag ausgezeichnet. Es fühlt sich hochwertig und stabil an.

Aufgrund dessen, dass manche meiner Freunde bereits seit längerem die Serie schauen und am Ende des Buches das Gefängnis angeteasert wird, kann ich ungefähr abschätzen, dass die ersten drei Staffeln der Serie dem ersten Buch entsprechen. Wenn es so weiter geht und die Serie auf den bisherigen Erfolgen aufbauen kann, stehen uns noch sehr viele weitere Staffeln bevor. Die Verantwortlichen selbst haben bereits in einem Interview bestätigt, dass sie schon für die nächsten Staffeln vorausgeplant haben. Lust weiterzumachen haben sie also allemal.

Zur Handlung selbst muss ich, glaube ich, nicht viel sagen. Nur so viel: Wir starten mit Rick, einem Polizisten, der seit einem Monat im Koma liegt, nachdem er bei einer Schießerei übel erwischt wurde. Er erwacht in einem düsteren, chaotisch hinterlassenen Krankenhaus und muss feststellen, dass er weit und breit der einzige lebende Mensch ist. Er lernt ziemlich bald die neue Weltordnung kennen, in der die Zombies die Oberhand haben. Zwar sind diese Kreaturen nicht gerade von Intelligenz und Schnelligkeit geprägt, doch ihre schiere Menge macht sie zu einem gefährlichen Gegner. Bald findet er seine Familie in einem nahegelegenen Camp und zukünftig stellt sich die Gruppe gemeinsam der Herausforderung, in dieser Welt zu überleben.

Mich hat besonders die Gruppendynamik überrascht. Normalerweise gibt es immer den ein oder anderen Quertreiber, die unsympathisch sind und für Unruhe sorgen, doch hier sind Streits die Ausnahme und alle helfen immer gut zusammen. Egal, ob bei der Durchsuchung von Häusern, dem Retten von Fremden oder beim Kampf gegen die Zombies, die hier auch deutlich so genannt werden, sie ziehen meist an einem Strang. Auch wenn nicht immer mit voller Überzeugung und wenn jeder seine eigene Agenda verfolgt. Denn sie wissen, dass das Überleben der Gruppe von jedem einzelnen von ihnen abhängt.

Dazu passt auch der gesamte Stil des Comics. Angefangen bei den Schwarz/Weiß-Darstellungen, die wahrscheinlich verhindern sollen, dass einem zu übel wird beim Lesen oder dem Fehlen von einem Erzähler oder Zeitangaben. Man muss alles aus dem Kontext von Unterhaltungen und den fantastischen Zeichnungen schließen. Robert Kirkman liefert mit seinem Team einen großartigen Comic ab. Was mir aufgefallen ist, ist die Entwicklung der Zeichnungen. Zu Anfang sind es oft noch überzogene Mimik und Gestik, wenn sich Rick zum Beispiel im Krankenhaus erschreckt oder überrascht blickt, doch nach und nach werden diese subtiler, realer. Dieser Fortschritt gefällt mir ausgesprochen gut, da es zeigt, dass sich der Künstler mit der Materie auseinandersetzt und sich weiterentwickelt.

„The Walking Dead“ ist deutlich besser, als ich erwartet hatte. Ich habe eher eine typische Zombiegeschichte erwartet, die auf schockierende Brutalität und Grausamkeit, sowie stereotypische Charaktere setzt. Bei den Protagonist*innen ist dies zwar manchmal der Fall, doch sie entwickeln sich und wachsen über sich hinaus. Ein gewisser grad an Gewalt ist bei so einer Geschichte nicht zu verhindern und das „Mature“ Rating ist zweifelsohne angebracht, doch es geht hauptsächlich um das Überleben der Gruppe – das Zwischenmenschliche steht im Vordergrund.

Throwback Thursday: Star Wars – The Force Awakens

Meine Rezension zu The Force Awakens zu lesen, ist schon etwas surreal. Vor allem aus der heutigen Sicht und mit den ganzen Serien, Filmen und sonstigen Dingen, die sich in den vergangenen Jahren bei Star Wars ereignet haben. Außerdem war ich doch viel positiver und hoffnungsvoller, als ich eigentlich erwartet hatte. Aber irgendwie ist es auch erfrischend.

Ich meine, wenn man die neue Trilogie als Ganzes sieht, ist es natürlich eine vertane Chance und einfach nur schade, dass Disney und Lucasfilm nicht mit mehr Plan und Fürsorge daran herangetreten sind. Für sich allein genommen jedoch hat der siebte Film der Reihe genau das erfüllt, was er sollte. Er hat neue Charaktere eingeführt, sich stark an der Geschichte der alten orientiert und sich mit allzu viel Neuem zurückgehalten. Wie ich damals geschrieben habe, musste man erst einmal das Vertrauen der Fans wieder gewinnen und das hatte man, denke ich, erreicht. Leider wurde dieses schnell wieder verspielt, aber die initiale Zündung war gelungen.

Im Allgemeinen würde ich im Nachhinein betrachtet vielleicht ein paar Formulierungen ändern und manches umschreiben, in meiner Rezension, aber alles in allem bin ich auch heute noch zufrieden damit. Nur die letzte Zeile ist schwierig gealtert und würde ich so heute auf keinen Fall mehr schreiben. Aber der Vollständigkeit halber und unter dem Motto, dass ich die alten Artikel in nicht editierter Form hier veröffentliche, bleibt sie eben drin. Der Artikel stammt vom 05.01.2016.


17.12.2015 00:01 Uhr, Reutlingen, Deutschland: Das Kino ist wie erwartet äußerst voll mit Menschen, die einen magischen Abend erleben wollen – hier ein Stormtrooper, dort eine Prinzessin Leia und trotz der vielen Lichtschwerter hat niemand eine Hand verloren. Ich hole mir mein Mineralwasser und die M&M’s, gehe in den Kinosaal und suche mir meinen Platz. Bereits den ganzen Tag stieg die Vorfreude immer weiter an und jetzt ist es endlich so weit: Die Lichter im Saal erlöschen, es wird dunkel – schließlich erscheint der “Lucasfilm” Schriftzug auf der Leinwand und ich habe das Gefühl, dass alles gut wird.

Das folgende Review von “The Force Awakens” teilt sich in zwei Teile. Als erstes gebe ich einen kurzen Überblick, was ich von dem Film erwarte – diese Gedanken habe ich direkt vor dem Film geschrieben – anschließend folgt das spoilerhaltige Review.

Die Erwartungen

1983 erscheint das große Finale einer Trilogie, die eine Mythologie und Fanbase nach sich ziehen wird, wie es wohl keiner erwartet hätte. Damit ist es mittlerweile 32 Jahre her, seit wir den letzten (guten) Star Wars Film bekommen haben. Es mag Stellen in den Prequels geben, die man gut finden kann, wie das Podracer Rennen, der Kampf zwischen Obi-Wan, Qui-Gon und Darth Maul, ja, das war’s eigentlich auch schon, doch im Prinzip wurde der Mythos um Darth Vader eher zerstört, als weiter ausgebaut – doch lassen wir dieses Fach zu Sicherheit mal zu.

Mit einer emotionalen und viel debattierten Vergangenheit wie Star Wars ist man schnell verleitet seine ganze Hoffnung in diesen, von JJ Abrams inszenierten, Film zu setzen – dazu zähle ich mich übrigens auch. Hinzu kommt noch, dass dieser für Disney nichts weniger als eine völlig neuartige und moderne Wiederbelebung eines Franchises darstellen soll, dem genauso viele entgegenfiebern, wie sie gefürchtet wird. Ist es also gerechtfertigt, so viel von Abrams und seinem Team zu verlangen? Eigentlich sollte man vorsichtiger an die Sache herangehen, aber das Marketing um Episode VII war so geschickt gemacht, es wurde nichts essentielles verraten und das was gezeigt wurde, strahlte so viel Hoffnung aus, da kann man eigentlich nichts anderes, als das Beste erwarten.

Aber was genau wollen wir – respektive ich – von diesem Film?

  • Keine Jar-Jar-Artige Witzfigur, die den Film “leichter” gestalten soll.
  • Keine langen, langweiligen Senats-Verhandlungen
  • Eine Kombination aus praktischen Effekten und CGI.
  • Atemberaubende Lichtschwert-Kämpfe
  • Gute Charaktere, die sich glaubwürdig weiterentwickeln
  • Ein breites Kaleidoskop verschiedener Charaktere
  • Die Figuren aus den früheren Filmen (Han, Leia, Luke,…) sollen in Ehre gehalten werden.
  • Einen klassischen Einstieg: Logo des Studios, Fanfare, Lauftext usw.

Es wird in diesem Film keine großen Experimente geben. Für solcherlei Dinge gibt es die Anthology-Filme. Hier wird man sich eher an die Basics halten und diese entsprechend gut umsetzen, damit das Vertrauen der Fans wieder gewonnen wird. Ich freue mich auf den Film heute Abend. Es sind noch genau zweieinhalb Stunden bis zur Premiere, das Ticket liegt seit Wochen bereit, der Vorhang kann sich öffnen. May the Force be with us.

Das Review

Erst einmal vorweg: Ich habe mir den Film mittlerweile 4x angesehen – alles natürlich rein zur Recherche, damit ich auch nichts übersehen habe. Bevor ich auf die einzelnen Dinge eingehe, möchte ich euch versichern, dass der Film wirklich gut ist. Wie erwartet hat sich JJ Abrams an bekannten Mustern, vor allem aus denen der Original-Trilogie bedient und diese entsprechend modernisiert und neu aufgearbeitet. Dabei gelingt ihm der Spagat zwischen einem kleinen Remake und einer Fortsetzung des vorhandenen Universums ziemlich gut.

Fangen wir bei einem sehr heiklen Thema an: CGI. Ich weiß nicht genau warum, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass wenn man das Kürzel CGI verwendet, um die Effekte in einem Film zu beschreiben, ist diese Bezeichnung negativ behaftet. Vor kurzem habe ich ein Video auf YouTube entdeckt, welches sehr anschaulich darstellt, dass CGI nicht das Böse etwas ist, dass unsere heutigen Filme zerstört. Ganz im Gegenteil hilft es sogar, die Film so darzustellen, wie es die Visionäre es sich immer geträumt haben. Dabei muss man immer im Auge behalten, welche Art von Film gezeigt werden soll. Bei einem Film wie Avatar rechnet man nicht mit großen real gebauten Sets, die Welt ist einfach zu fantastisch und unterscheidet sich von unserer so sehr, dass es sich nicht anders umsetzen ließe (James Cameron hat dafür eigens diverse Technologien mitentwickelt, um den Film überhaupt machen zu können). Auf der anderen Seite haben mir Mad Max, den alle für seine bodenständige und handgemachte Action loben. Doch dieser würde ohne CGI auch nicht so aussehen, wie er es nun einmal tut. Klar die Autos funktionieren und die feuerspeiende Gitarre gibt es wirklich, doch der tief orange Look und der klare blaue Himmel wurden nachträglich so “eingefärbt”. Bei Star Wars ist es wiederum anders. Hier will man diese Kombination aus praktischen Effekten und CGI haben, damit wir mehr an diese Welt glauben können. JJ hat dies wirklich wunderbar in diesem Film umgesetzt. Doch was nützt es uns nun tatsächlich?

Werden wir etwas konkreter: Rey, unsere Heldin, auf die ich später noch einmal zu sprechen komme, lebt auf dem Planeten Jakku. Dort sammelt sie Schrott, putzt diesen und verkauft ihn für Nahrung weiter. Das kleine Dorf, in welchem sie lebt steht bzw. stand tatsächlich so in einer Wüste. Kreaturen wurden mit Kostümen und Mechaniken zum Leben erweckt. Dies macht die Welt greifbar und wirklich real. Es entsteht sofort eine Atmosphäre, die mit reinem CGI so nicht entstanden wäre (vgl. Prequels). Andererseits ermöglichen die heutigen Computereffekte, dass wir Luftkämpfe direkt über dem Boden sehen können, direkt in der Atmosphäre eines Planeten. Früher wäre so etwas nicht möglich gewesen. Die Animateure haben hier eine wirklich fantastische Arbeit geleistet, denn so etwas, hat man in einem Star Wars Film noch nicht gesehen. Hier gibt es gleich zwei tolle Beispiel. Zum einen die Flucht von Rey, Finn und BB-8 von Jakku und später im Film, sehen wir auch aus der Perspektive Finns, der sich auf dem Boden befindet, Poe diverse T-Fighter und Bodentruppen besiegen. Der letztgenannte Panorama-Shot ist fantastisch gemacht und den könnte ich mir immer wieder ansehen.

Da wir nun in einer Welt sind, die wir nachvollziehen können und die immer wieder beeindruckend aussieht, benötigen wir noch Charaktere, die uns durch die Geschichte führen. Rey ist eindeutig die Heldin des Filmes und auch wenn sie, so wird sie zumindest dargestellt, schon beinahe alles kann (Schiffe fliegen, Dinge reparieren, mit dem Lichtschwert kämpfen usw.), kaufe ich ihr das alles ab. Die Schauspielerin Daisy Ridley verkörpert diese starke, selbstständige Frau, was besonders am Anfang in einer emotionalen, aber auch teils witzigen Sequenzen verdeutlicht wird, hervorragend. Sie ist ein guter Bezugspunkt für den Zuschauer und ich freue mich schon auf die Bücher oder Comics, die ihre Vorgeschichte erzählen und wie sie zu den Fähigkeiten, die sie kann, gekommen ist (diese sind zwar noch nicht bestätigt, doch es ist nur eine Frage der Zeit).

Dann haben wir Finn, den rebellischen First-Order-Soldaten. Anfangs hatte ich so meine Schwierigkeiten mit ihm, da er bis zur hälfte des Film eigentlich nicht viel anderes tut, als schwer zu atmen und den Feigling vom Dienst zu spielen. Bis zum Ende hin wird er aber sympathischer und ich bin gespannt, was seine Reise ist. Den Rebellen-Piloten Poe Dameron bekommen wir leider nur sehr kurz zu sehen, wenn er aber auf der Bildfläche erscheint, räumt er sämtliche Sympathiepunkte ab. Der Schauspieler Oscar Isaac ist sehr charismatisch und perfekt für die Rolle.

Bevor ich dann zur alten Garde komme, möchte ich noch ein paar Worte zu meinem absoluten Favoriten verlieren: Kylo Ren. Er wird zu Beginn des Film als der harte Führer von der First Order dargestellt. Er ist bewandert in der Macht, hat ein nie da gewesenes Lichtschwert und eine auftreten, welches man fürchten kann. Doch nach und nach realisiert man, dass er noch in der Ausbildung seines Meisters Snoke steht und darum kämpf, ob die dunkle Seite tatsächlich die Richtige ist. Als er dann auch noch seine Maske abnimmt und man sein Gesicht sieht, erkennt man wie jung er ist. Wie ist Darth Vader zu seinem Vorbild geworden? Was ist in der Ausbildung mit Luke schief gelaufen? Diese Fragen möchte ich auch gerne in dem ein oder anderen Medium beantwortet haben. Ihm und seinem Vater Han Solo, gehört dann auch der tragischste Moment des ganzen Filmes, den ich hier nicht verraten möchte. Nur so viel: Dieser Moment ist so fantastisch Inszeniert, mit so viel Liebe für’s Detail, Hingabe und Symbolik, man kann nicht anders als schockiert in dem Sessel zu sitzen. Doch die tatsächlichen Auswirkungen dieser Szene, werden erst mit den nächsten Filmen spürbar. Als letztes haben wir dann noch die bereits erwähnte klassische Riege: Han Solo und Chewbacca bekommen dabei die meiste Screentime und das ist auch gut so. Sie sind tolle Begleiter für die neuen Charaktere und bestehen ihre Aufgabe, den Stab an die nächste Generation an Helden weiter zu geben mit Bravour. General Leia ist nicht ganz so oft zu sehen, doch dafür wird sie toll eingesetzt und hat bewegende Momente. C-3PO und R2D2 sind ein schwieriger Fall. Der erstgenannte Droide ist noch gut in die Geschichte eingearbeitet und erfüllt einen Zweck. Andererseits ist R2 so gezwungen in die Handlung integriert, dass ich mich frage, warum sie ihn nicht einfach weggelassen haben. Warum ist er nicht zusammen mit Luke verschwunden und taucht im nächsten Film wieder auf? Immerhin haben wir in diesem Film BB-8, den wohl sympathischsten, witzigsten und best ausgearbeiteten Droiden der Filmgeschichte, da benötige ich nicht auch noch R2, der diese Rolle in sechs Filmen hervorragend erfüllt hat. Er hat mehr verdient, als ein reiner Deus-Ex-Machina zu sein. Doch genug der Charaktere. Was ist noch mit Star Wars verbunden, was nicht fehlen darf? Richtig, die Musik. John Williams, der in bisher allen Filmen den Soundtrack geliefert hat, beweist wieder einmal, dass Star Wars, zumindest was die Musik anbelangt, ihm gehört. Es ist sein Baby und dies kann ihm so leicht niemand wegnehmen. Es gelingt ihm sehr gut, alte Themen aufzugreifen und doch neu zu präsentieren. Die Klänge fügen sich so natürlich in die Geschichte ein und schafft damit ein Gesamtprodukt, welches für sehr viele Gänsehaut-Momente sorgt.Es gibt ja kaum noch große Filmproduktionen, die nicht in 3D auf die Leinwand projiziert werden. Selten hat es wirklich ästhetische Gründe, als viel mehr finanzielle. Bei Star Wars ist es für mich weder Fisch noch Fleisch. Zum Teil funktioniert das 3D wirklich gut und die Konvertierung verleiht dem Film mehr Tiefe (ja, ich weiß, der war billig). Doch zum anderen habe ich es in den vier Besuchen, nur zwei Mal erlebt, dass kein Schatten oder Ghosting, wie es so schon heißt, ersichtlich war. An dieser Stelle muss ich dann wirklich die IMAX Kinosäle loben, da das Bild hier perfekt war. Überhaupt mag ich IMAX sehr gerne. Es verleiht der Präsentation einfach noch das gewisse etwas, das in einem normalen Kinosaal fehlt – vor allem was den Sound anbelangt. Bevor ich jetzt aber schon zum Ende komme, sind ja erst 1800 Wörter, muss ich mich noch etwas über den tatsächlichen Inhalt des Films auslassen: Zum einen die Technologien. Diese bauen meist logisch auf die vorherigen Filme auf, allerdings wird nicht viel neues Präsentiert. Es sind kleinere Designänderungen bei den Raumschiffen und den Stormtroopern (Spezialeinheiten bekommen zum Beispiel eine Waffe mitgeliefert, die den Lichtschwertern etwas entgegen zu setzen haben – ebenfalls ein sehr cooler Moment), doch tatsächlich neues behält man sich noch für später auf. Was dem Zuschauer wirklich auf’s Auge gedrückt wird, ist die “Starkiller Base”. Hier handelt es sich um eine Weiterentwicklung des “Death Star” und ist auch dementsprechend größer. Die First Order hat hier einfach mal den Death Star in einen Planeten integriert und somit eine art Todesplanet erschaffen, der mehrere Ziele auf einmal ausschalten kann und durch einen nahen Stern mit Energie versorgt wird. Es sieht wirklich beeindruckend aus und ich habe nichts dagegen, dass diese Idee hier wieder aufgegriffen wurde. Für die nächsten Filme aber dann bitte keine solchen Dinger mehr – vorerst reicht es. Auch die Lichtschwerter gefallen mir gut. Zugegeben, wir sehen hier nur zwei: Lukes altes Lichtschwert, welches toll eingeführt wird und diese Aura ausstrahlt, wie sie nur eine Jedi-Waffe haben kann und auf der anderen Seite Kylo Rens neues Design. Dieses ist visuell sehr beeindruckend, da die Klinge nicht so geradlinig ist wie bei Lukes, sondern es scheint zu zittern und zu wabern, ganz so als würde die Energie gleich losbrechen und alles in seiner Nähe vernichten. Diese Bedrohlichkeit ist wirklich beeindruckend und über den ganzen Film über spürbar, sobald Kylo es aktiviert.

Der Gesamteindruck des Films ist sehr positiv. Er zeigt viel gut pointierten Humor, sympathische Charaktere, tolle Musik und eine vollgestopfte Geschichte. Ich finde es gut, dass JJ und sein Team auf bekannte Elemente setzen und so einen Film präsentieren, der eine stimmungsvolle Symbiose aus alt und neu darstellt. Wie bereits geschrieben, muss sich Disney erst das Vertrauen der Zuschauer verdienen und zeigen, dass es möglich ist gute Star Wars Filme zu machen. Erst wenn dies erfüllt ist, kann man mit wirklich neuen Ideen die Geschichte auf ein neues Level heben. So wie es derzeit aussieht ist die Mission gelungen, denn “The Force Awakens” nähert sich mit großen Schritten der zwei Milliarden Dollar Marke und ich hoffe er übertrifft diese noch, denn es wird Zeit das James Cameron vom Thron verwiesen wir, immerhin ist er schon lange genug an der Spitze der Box-Office-Charts. Somit blicken wir in eine Zukunft mit vielen neuen Star Wars Abenteuern, die nicht nur diese Geschichte weiter spinnt, sondern auch abseits der Hauptfilme das Universum erweitert, genau wie es bisher die Comics, Bücher und Spiele gemacht haben. Danke JJ, für eine neue Hoffnung.

Throwback Thursday: Death of Wolverine

Diese Woche habe ich drei Reviews herausgesucht. Ende 2014 habe ich das Mini-Event Death of Wolverine verfolgt und mich mit den einzelnen Ausgaben eingehender beschäftigt. Als ich mir die Rezensionen nach so vielen Jahren mal wieder durchgelesen habe, war ich eigentlich recht positiv überrascht. Ich besprach nicht nur die Geschichte, sondern bin auch auf den Zeichenstil eingegangen und wie dieser zur Atmosphäre beiträgt.

Eine Sache, bei der ich mir bis heute etwas unsicher bin, wenn ich Bücher, Comics, Filme oder dergleichen textuell bespreche, ist, wie viel ich verraten soll. Eigentlich mag ich das Ganze vorsichtige Getue um Spoiler nicht. Natürlich gibt es Geschichten, die, sobald der Twist verraten wird, nicht mehr ganz so gut funktionieren. Dennoch sollte die Kenntnis darüber, wie etwas endet, die Reise dorthin nicht zunichtemachen können. Das macht gute Erzählungen aus. Und wenn ich wirklich gar nichts wissen möchte, kann ich die Rezension immer noch im Nachhinein lesen und die Meinung mit der Autor*in des Artikels vergleichen.

Womit ich allerdings nicht mehr ganz mit meinem vergangenen Ich übereinstimme, ist die Conclusio der Geschichte, was das Opfer von Wolverine betrifft. Aber so ändern sich eben Meinungen über die Zeit. Gerade deshalb empfinde ich es als interessant, alte Artikel Revue passieren zu lassen.

Wie immer werden die Texte in nicht editierter Originalform wiedergegeben. Das Erscheinungsdatum steht bei der jeweiligen Rezension dabei.


Death of Wolverine #1

Veröffentlicht am 12.10.2014

Dieses Jahr scheint geradezu in Events zu ersticken! Bei DC Comics laufen parallel mehrere Events, bei Marvel ebenso. Würde ein normalsterblicher alle Events verfolgen wollen, müsste er wahrscheinlich seinen Job kündigen und sehr viel Geld und Zeit investieren…

Ich habe für mich den Entschluss gefasst, Death of Wolverine ist das letzte Event, welches ich mit einzelnen Comicheften verfolgen werde. Früher oder später erscheint sowieso eine Collected Edition oder eine Omnibus Version, mit deren Hilfe nicht nur Geld gespart, sondern das Event auch in kürzerer Zeit gelesen werden kann.

Dies ist auch der Grund, warum ich vom Spider-Verse Event nurmehr die Hefte Reviewn werde, die ich zu Hause liegen habe. In ein paar Monate erscheint nämlich bereits ein Hardcover Buch mit allen wichtigen Heften. Death of Wolverine besteht lediglich aus vier Heften und seit den X-Men Filmen, in denen Hugh Jackmann den Mann mit Adamantium-Skelett, Selbsheilungskräften und Krallen hervorragend in Szene setzt, wie es kein zweiter schaffen wird, bin ich ein großer Fan des Charakters. Also lasst uns beginnen und erforschen, wie Wolverine stirbt.

“Half those guys took each other out trying to get at me. And the rest … decided they’d rather fight than have a conversation.” – Logan

Das Heft beginnt mit den in großen Buchstaben gedruckten Worten “THE END” und das ist es auch, was die gesamte Ausgabe hindurch spürbar ist – es gibt kein zurück, kein Happy End. Dies ist die Geschichte vom Tod von Wolverine. Auch wenn in Comics natürlich nie jemand wirklich für immer stirbt (Ausnahmen bestätigen die Regel), ist die Atmosphäre die hier aufgebaut wird besonders.

Wir erfahren, das sich Logan bereits an einige der größten Genies gewendet hat, die ihm eventuell helfen können und Reed Richards ist der letzte auf seiner Liste. Doch auch er kann nur diagnostizieren, was Logan bereits wusste: Seine Selbstheilungskräfte funktionieren nicht mehr. Seine Krallen sollte er nun besser nicht mehr verwenden, denn jedes mal, wenn er diese wieder einfährt, fluten Bakterien seinen Körper. Dies ist ein Aspekt, an den ich bisher nicht gedacht hatte. Wolverine wird plötzlich menschlicher, verwundbarer und er muss sich an Dinge gewöhnen, an die er vorher wahrscheinlich nie gedacht hat.

Aber gleichzeitig mit der Diagnose ist ihm auch deutlich bewusst, dass er sich ein ruhiges Leben abschminken kann. Wenn der große Wolverine verwundbar ist, wird sich das herumsprechen und es werden Leute Jagd auf ihn machen. Er zieht sich auf eine Insel zurück. Diese ist bereits gespickt von den Leichen derer, die ihn töten wollten und vom Jäger Nuke, dessen Jagd Teil dieser Ausgabe ist, erfährt er, dass es eine Frau namens Viper ist, die ein Lösegeld auf ihn ausgesetzt hat.

Mich hat diese Ausgabe sehr begeistert. Die Geschichte von Charles Soule, gekoppelt mit den Illustrationen von Steve McNiven, Jay Leisten und Justin Ponsor, machen diese Ausgabe zu einem Genuss. Die Zeichnungen machen das Ende geradezu spürbar, denn sie sind schonungslos ehrlich, dreckig, roh, blutig und brutal. Es gibt hier keine Kompromisse und freue mich schon auf die Ausgabe.

Das besondere an dieser Ausgabe ist aber auch das Bonusmaterial. Es gibt ein ausführliches Interview über die Anfänge von Wolverine, einen Directors Cut und Kommentare zu verschiedenen Skizzen. Der Leser kann sich dadurch noch intensiver mit der Thematik auseinandersetzen und bekommt gleichzeitig einen kleinen Einblick, wie Comics entstehen.

Death of Wolverine #2

Veröffentlicht am 01.11.2014

Da mich die erste Ausgabe sehr begeistert hat, konnte ich es kaum erwarten die nächste in Händen zu halten und ich muss sagen die Autoren leisten eine hervorragende Arbeit. Es ist leider zu oft der Fall, dass solche Events bzw. Miniserien an sich, an Qualität verlieren. Dies ist hier allerdings nicht der Fall. Das Tempo wird etwas gedrosselt und das Team konzentriert sich auf eine Handvoll Charaktere, was der Geschichte eine andere dynamik verleiht…

“Hey, Darling” – Logan

Seit dem Handlungsbogen aus der vorherigen Ausgabe ist nicht viel Zeit vergangen. Es hat sich im letzten Panel bereits angedeutet, dass Viper einer der Drahtzieher zu sein scheint, die das Lösegeld auf Wolverine ausgesetzt hat und Logan macht sich natürlich auf den Weg zu ihr. Hier setzt die Geschichte nun auch an – er reist nach Madripoor, um durch das Einfädeln eines Deals (er möchte ihr einen Iron Man Helm verkaufen) an Viper heran zu kommen.

Wie gesagt, ist mir als erstes das Erzähltempo aufgefallen. Das Ganze scheint ruhiger abzulaufen und den wenigen Charakteren, die eine Rolle spielen, wird mehr Raum zugesprochen. Durch die hervorragenden, detaillierten Zeichnungen von Steve McNiven, Jey Leisten und Justin Ponsor ändert sich die Atmosphäre, so als sei dies die letzte Ruhe vor dem Sturm.

Natürlich kommt die Action auch nicht zu kurz. Es gibt einen wunderbaren Kampf zwischen Wolverine und Vipers Sklaven Sabretooth. Das Panel in dem er eingeführt wirkt strotzt nur so von Zeichen der Bedrohung. Dunkle Farben, eine aggressive, angriffslustige Haltung und die Tatsache, dass er aus dem Panel zu quillen scheint, treiben die Vorfreude auf die Spitze. Selbstverständlich gibts es zum Schluss noch einen Twist, den ich schon überraschend gefunden habe, außerdem weckt er das Interesse auf den dritten Teil.

Im Anhang finden sich auch wieder ein paar Bonusseiten. Auch wenn es diesmal nicht so ausführliches Material ist, wie im letzten Heft, bekommt man wieder einen netten Einblick in die Entstehungsgeschichte präsentiert.

Death of Wolverine #3 & #4

Veröffentlicht am 05.12.2014

Wie endet das Leben eines unsterblichen Mutanten, der seine Heilungskräfte verloren hat und auf dessen Kopf ein verlockend hohes Lösegeld ausgesetzt ist? In einem spektakulären Kampf? Still und Emotional? Diese Fragen habe ich mir oft gestellt, als ich die letzten beiden Teile gelesen habe und die Antwort war verblüffend…

“Sometimes I wonder if it might be better to find some place where I can watch the sun set, then just…” – Logan

Leider habe ich die X-Men Comics nie wirklich verfolgt, da ich es immer sehr schwierig fand, einen geeigneten Zugang zu finden. Erst die Filme haben mir diese Welt etwas eröffnet und Wolverine zu einem meiner Lieblingscharaktere gemacht. Deshalb finde ich es etwas schade, die Antagonisten nicht zu kennen und ihre gemeinsame Geschichte mit Logan verpasst zu haben. Als erstes hatten Viper, die anscheinend mehr als nur eine Freundin war, dann kommt in der dritten Ausgabe ein körperloses Wesen namens Ogun hinzu. Von dem was ich aus der Geschichte ableiten kann, handelt es sich wahrscheinlich um einen ehemaligen Samurai, der Logan und Kitty Pryde trainiert hat. Vor langer Zeit wird er gestorben sein und muss sich nun Wirte suchen, von denen er Besitz ergreifen kann. Als Drahtzieher entpuppt sich schließlich ein Doktor namens Abraham Cornelius. Dieser ist für Logans Adamantium Skelett verantwortlich und ist nun etwas größenwahnsinnig geworden.

Sein Ziel ist es eine Armee von Wolverines zu kreieren. Aus diesem Grund möchte er Logan auch lebend haben. Seine Heilungskräfte sollen dafür sorge tragen, dass die unfreiwilligen Patienten, die das Adamantium “verabreicht” bekommen, während der Operation nicht sterben.

Das Labor in dem Logan den Doktor schließlich findet, habe ich als sehr unheimlich und erschreckend empfunden. In der Mitte liegen drei Personen auf hochmodernen Operationstischen, umgeben von automatisch gesteuerten Roboterarmen. Später werden sie dann bei vollem Bewusstsein aufgeschnitten und operiert. Bei manchen Panels sieht man sogar Tränen, die ihnen aus den Augenwinkeln laufen – wie gesagt, sehr beängstigend, wenn man sich in die Personen hineinversetzt.

Nach einem Kampf mit einem gewissen “Sharp”, den Logan mit Leichtigkeit besiegt, kann Cornelius flüchten und die einzige Möglichkeit, die Logan sieht, um die Opfer zu retten besteht darin, den Behälter mit Adamantium zu zerstören. Dabei wird allerdings er mit dem Metall übergossen und während dieses langsam aushärtet, verfolgt er den Drahtzieher und tötet ihn.

Alles was schließlich von Logan übrig bleibt, ist eine Statue aus Adamantium, die den Sonnenuntergang kniend beobachtet.

Auch wenn ich das Finale etwas unspektakulär und seltsam finde, gefällt mir der Gedanke, dass Logan eben doch nicht wirklich stirbt, sondern eben “nur” mit Adamantium übergossen wurde. Anders als wenn er tatsächlich getötet worden wäre, kann er aus dieser Situation vergleichsweise simpel wieder befreit werden. Versteht mich nicht falsch, er muss immer noch irgendwie wiederbelebt werden, allerdings existiert sein Körper noch innerhalb einer Adamantiumschicht und wahrscheinlich halten ihn seine eventuell wiedergekehrten Selbstheilungskräfte am Leben. Drastischere Maßnahmen, bei denen er tatsächlich von jemand anderes getötet wird und nicht sich selbst opfert, hätte ich persönlich favorisiert. Aber alles in allem ist es eine gute Geschichte, mit einem überraschendem Ende. Bleibt nur noch die Frage: Wie lange wird Logan tot sein und wie wird er gerettet?

Throwback Thursday: Eine Welt ohne Superman

Dieser Artikel wurde von der Eröffnungsszene von Justice League (der schlechten Version und nicht dem späteren Snyder-Cut) inspiriert. Der Titelsong und die trostlosen Bilder gingen mir nicht mehr aus dem Kopf. Diese dystopische Stimmung benötigte einen Kanal. Daraus entstand dieser Text. Wenn ich ihn heute lese, muss ich schon beinahe lachen, ob der Naivität und was seither alles auf der Welt passiert ist. Mir ist der Text und auch die Eröffnungsszene des Films, wenn ich so zurückblicke und wirklich darüber nachdenke, viel zu negativ.

Es zeichnet ein Bild einer Menschheit, die nicht in der Lage ist, ohne einen Superman zu überleben, der sie schützt und behütet. Dass, sobald Superman gestorben ist, Chaos ausbricht, und die Hoffnung mit ihm verschwunden ist. Aber warum sollte man sich nicht von seinem Vorbild stattdessen inspirieren lassen? Seine Taten als Motivation und Anregung sehen, selbst Gutes zu tun? Dafür braucht es keine Superkräfte, wie Millionen von Menschen jeden Tag aufs neue beweisen. Man muss es nur wollen und das Gute in der Menschheit sehen.

Der folgende Text mag das Gegenteil sagen, allerdings habe ich meine Einstellung geändert. Und gerade deswegen habe ich mich entschlossen, auch diesen Text in einen Throwback Thursday aufzunehmen. Denn ich bin nicht dieselbe Person wie damals, ich habe mich weiter entwickelt, neue Erfahrungen gemacht, meine Meinung zu diversen Themen geändert – so auch zu diesem Text. Manchmal scheinen wir das zu vergessen: Menschen können ihre Meinungen und Einstellungen ändern. So bin ich jetzt optimistischer und will an eine positive Zukunft glauben. Und auf der Leinwand hätte ich gerne mal einen Superman, der der Comic-Version näher ist: eine leuchtende Figur, die inspiriert und farbenfroh daher kommt, die lacht und motiviert.

Der Text wurde am 06.12.2017 erstveröffentlicht und wird in nicht editierter Originalform wiedergegeben.


Seit ich Justice League gesehen habe, liegt mir das Lied “Everybody Knows” von Sigrid im Ohr. In den ersten Minuten des Films wird uns in einer gekonnt inszenierten Szene gezeigt, wie sich eine Welt ohne Superman anfühlt. Es mag zwar keine Apokalypse ausbrechen, doch die Menschen haben alle Hoffnung ad acta gelegt. Gewaltverbrechen und Raube übernehmen die Straßen, gegen die die Behörden nur all zu machtlos erscheinen. Mütter stellen sich schützend vor ihre Kinder, um sie vor den Gefahren der Welt abzuschirmen. Es ist eine düstere Atmosphäre der Angst. Wer wird die Welt nun behüten, jetzt, wo sie ihren Gott verloren hat? Doch um sich eine Welt ohne Superman vorstellen zu können, muss man sich erst einmal Gedanken darüber machen, was es bedeutet in einer Welt MIT Superman zu leben. Einem Wesen, das wie ein Mensch spricht und aussieht. Jemand, der in einem zweiten Leben eine Familie hat, einem Job nachgeht und Steuern bezahlt. Doch er ist kein Mensch. Ganz und gar nicht. Seine Welt wurde zerstört. Vernichtet durch ihre eigene Gier. Doch Zorn und Trauer haben dieses Wesen nicht übernommen oder dessen Sinne benebelt. Er ist gütig. Er ist hilfsbereit. Ein barmherziger Gott.

In Comics und Filmen werden verständlicherweise immer nur Ausschnitte gezeigt. Doch was wäre, wenn tatsächlich ein quasi-unsterbliches Wesen auftaucht. Mit Fähigkeiten, von denen wir nur Träumen können. Batman v Superman, mit all seinen Schwächen, hat zumindest die richtige Frage gestellt, auch wenn sich der Film nie die Mühe gegeben hat sie auch nur im Ansatz zu beantworten: “The world has been so caught up with what Superman can do that no one has asked what he should do.”

Superman ist so schnell wie The Flash, stärker als Wonder Woman, kugelsicherer als Batman und ausgestattet mit Laseraugen, eisigem Atem und so manch anderen Fähigkeiten. Soll er sie anwenden? Aus einer Haltung heraus, die besagt, dass Fähigkeiten nicht nur aus Jux und Tollerei verteilt werden, sondern einem Zweck dienen, muss man nicht eher Fragen: Kann es sich Superman erlauben, seine Fähigkeiten nicht für andere einzusetzen? Sie als Geschenke zu betrachten, die einem Auserwählten in die Wiege gelegt wurden; auserkoren, die Erde unter dem Deckmantel eines Capes zu beschützen? Oder werden wir durch ihre Anwendung zu abhängig davon. Wie ein Junky immer auf der Suche nach dem nächsten Schuss in die Venen giert, gieren wir danach, ihn zu Gesicht zu bekommen. Ihn tatsächlich mit unseren eigenen Augen zu sehen, nur als Beweis dessen, dass er tatsächlich existiert und nicht bloß eine Vorstellung, ja eine künstlich personifizierte Idee ist, konstruiert um uns ruhig zu stellen wie Patienten an einem Tropf.

Doch was bedeutet es wirklich, solch unvorstellbare Fähigkeiten anzuwenden, die in den Geschichten, ja geradezu in allen Geschichten stets unbefriedigend dargestellt werden. Seien wir mal ehrlich. Lassen wir alle subjektiven Aspekte außen vor und betrachten die Batterie an eingebauten Fähigkeiten für sich, können Kämpfe mit Superman nur auf eine Weise Enden. Mit dem unweigerlichen Tod des Antagonisten. Gebrochen, pulverisiert, gefroren, ins All geworfen, im Boden versengt oder buchstäblich auseinandergerissen, es gibt kein anderes Ende. Doch dieses barmherzige Wesen, dieser Gott, hält sich zurück. Sich selbstkasteiend an eine Leine bindend, widersteht er jeder Versuchung in Konfrontationen mit niederen Wesen, seinen Fähigkeiten freien Lauf zu lassen. In unserer Welt könnte er Verbrechen bekämpfen bevor sie passieren oder vollendet werden können, Terroranschläge eindämmen oder vereiteln – in einem informationstechnologischen Netz, wie wir es heute kennen, und der Fähigkeit, alles im Bruchteil einer Sekunden aufzunehmen, zu verarbeiten und entsprechend zu handeln, scheint es unmöglich ein Verbrechen zu begehen, ohne das Superman davon erfährt.

Der zentrale Aspekt ist das Handeln. Wir haben die Kenntnisse, das Wissen, doch was wir missen ist das Handeln. Überall sein zu können. Ohne Aufwand, mit verschwindend geringer Verzögerung. Diese Art von Hoffnung auf eine bessere Welt, die von einer Instanz, die unabhängig von Staaten und anderen Autoritäten agiert, inne gehalten wird, kann man sich nicht vorstellen. Was wir uns vorstellen können ist eine Welt ohne Superman. Immerhin leben wir in ihr. Und das meine ich nicht einmal ironisch. Ich meine damit nicht den Alltag, den wir jeden Tag aufs neue beschreiten: zur Arbeit zu fahren, einzukaufen oder Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen.

Ich meine damit die immer stärkere Präsenz einer Angst. Einer gesellschaftlich anerkannten Angst, die uns durchdringt, uns umgibt und die man aktiv bekämpfen muss. Vielleicht können wir nicht wie Superman alle Informationen blitzschnell aufnehmen und verarbeiten, wir sind ihnen nichts desto trotz hilflos ausgeliefert. Wie in Platos Höhlengleichnis. Auch wenn wir es nicht wollen, entdecken wir, bewusst oder unbewusst, die Schlagzeilen und Titel von Zeitungen und Zeitschriften, die nur danach lechzen vom nächsten Blutbad zu berichten und ihren Profit zu erhöhen – man kann förmlich den Speichel auf den Seiten fühlen oder von der Höhlenwand tropfen sehen, um bei einem Bild zu bleiben. Doch Verallgemeinerungen, von welcher Seite sie auch kommen mögen, sind ungerecht. Denn es gibt sie noch, die anderen. Diejenigen, die auf der Suche nach der Wahrheit durch jedweden Dreck wühlen. Unterbezahlt, überarbeitet und meist wenig beachtet sind sie stets bemüht, der gesellschaftlichen Verwirrung Abhilfe zu schaffen. Einer Wand mit Schattenwesen, erleuchtet mit Angst gefüttertem Feuer, lässt sich jedoch nicht so einfach entkommen. Nicht, wenn man sich an diese wärmenden Hände gewöhnt und sich eingeredet hat, ihre Krallen seien weiches, wohliges Fell.

Wir leben in einer Welt ohne Superman. Und wenn wir uns nicht vorsehen und uns einmal zu oft wegdrehen, statt Paroli zu bieten und der Angst ins Gesicht zu spucken, werden wir von ihr verspeist, verdaut und am andere Ende kraftlos ausgeschieden und zum Verrotten zurück gelassen, dazu verdammt, die Ewigkeit damit zu verbringen, einer Höhlenwand unsere vollkommene Aufmerksamkeit zu bieten. Dann ist es soweit, die Irrationalität übernimmt das Steuer. Andere diktieren wovor wir uns fürchten. Hinterfragen ist gegen die Etikette, aus der Mode gekommen, und all zu kurzfristige Pläne übernehmen jedweden Aspekt des Lebens. Wir leben in einer Welt ohne Superman.

Throwback Thursday: Low #1

Heute gibt es gleich zwei alte Artikel auf einmal, genauer gesagt einen Artikel, aber in zwei unterschiedlichen Ausführungen. Es geht um ein Review zur ersten Ausgabe des Comic Low.

Wie ich in der Einleitung der zweiten Version des Reviews schreibe, entstand dieser im Zuge eines Schreibwettbewerbs auf scienceblogs. Ich habe ihn kreativer Weise mit “Science Edition” betitelt. Darin verwende ich außerdem den Ausdruck wissenschaftliche Analyse – was ich im Nachhinein betrachtet sehr lustig finde. Wie analysiert man einen Comic wissenschaftlich? Klar kann man sich einem Comic aus einer medienwissenschaftlichen Perspektive nähern, was ich später bei meiner Bachelorarbeit getan habe. Zu dem Zeitpunkt wusste ich das aber nicht, noch habe ich es ordentlich recherchiert.

Wenn ich heute so etwas schreiben müsste oder würde, nähme ich den Comic als Aufhänger und näherte mich dem Thema von dieser Seite, bevor ich mich voll auf das wissenschaftliche Thema stürze. Am Ende sollte dann ein Bogen zum Comic und der Geschichte gemacht werden. Zwar habe ich das hier versucht, doch mit den strikt getrennten Überschriften geschieht dies meiner Ansicht nach etwas holprig.

Es ist schwierig, einen bereits vorhandenen Artikel umzuschreiben oder ein komplett anderes Thema darin einzuarbeiten. Wenn, dann müsste es von Anfang an in die Betrachtung hinein. In die Outline, wenn man so will.

Gleichwohl finde ich die Kombination aus einer Comic-Rezension und einem darin vorkommenden Thema wissenschaftlich zugrunde zu gehen oder es zumindest nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu diskutieren, durchaus interessant.

Die Artikel wurden zum ersten Mal 2014 veröffentlicht. Der Erste am 31.08. und die Science Edition am 21.09. Wie immer werden hier die nicht editierten Originalformen wiedergegeben.


Low #1

Die neueste Comic-Reihe aus dem Hause Image trägt den Titel Low. Ich bin durch den wunderbaren Podcast Talking Comics darauf aufmerksam geworden, als bei der neuesten Episode (zu dem Zeitpunkt wo ich das schreibe Nr. 146) der Rezensent Justin meinte, es sei seine absolute Nummer Eins 2014. Da musste ich natürlich zuschlagen.

Der Inhalt

Low ist ein Science-Fiction-Comic, der besonderen Art. Als Autor fungiert Rick Remender, der zuvor unter anderem bei Black Science tätig war. Die Geschichte spielt in der Zukunft. Die Sonne beginnt gerade sich zu einem roten Riesen aufzublähen und die auf der Erde lebenden Menschen haben sich auf den Grund der Ozeane zurückgezogen, um der lebensfeindlichen Planetenoberfläche zu entkommen. Während die Menschheit versucht unter Wasser zu überleben, machen sich Sonden auf die Suche nach bewohnbaren Planeten, die die Zukunft der Menschheit sichern sollen.

Die Geschichte dreht sich um die Familie von Johl Caine, einer Art Techniker mit spezieller Begabung. Dieser lebt mit seiner Frau Stel und seinen drei Kindern (Tajo, Della und Marik) zusammen. Remender schafft es mit Leichtigkeit, dass ich die einzelnen Mitglieder sympathisch finde und Mitgefühl für diese entwickle, auch wenn ich sie gerade erst kennen gelernt habe. Was die Erzählgeschwindigkeit angeht, passiert in der 30 Seiten umfassenden, ersten Ausgabe sehr viel. Die Familie startet einen gemeinsamen Ausflug mit ihrem U-Boot ähnlichen Schiff, bei dem den Kindern ihre künftigen Aufgaben vorgestellt werden sollen. Da kommen auch schon die Antagonisten ins Spiel. Hier handelt es sich um so etwas wie Piraten, die es nicht nur auf die Ressourcen des Schiffes abgesehen haben…

Durch die voll gepackte Geschichte, wird die Vorstellung der Zukunft kurzweilig und interessant und am liebsten würde ich gleich noch mehr Zeit in dieser Welt verbringen – dies liegt aber natürlich auch an markantesten Teil des Comics:

Der Stil

Der Artist Greg Tocchini schafft es, diese faszinierende Welt so zu gestalten, wie ich persönlich es noch in keinem Comic-Heft gesehen habe. Ich muss zugeben, dass ich gerade einmal ein paar Jahre Erfahrung habe und deshalb wahrscheinlich erst an der Oberfläche des zu lesenden Stoffes gekratzt habe, aber schon ein Blick auf die Titelseite genügt um zu wissen, dass Tocchini etwas besonderes geschaffen hat. Ich würde seinen Stil als schematisch, aber doch detailliert beschreiben. Jeder Raum, jede Technologie und jede Umgebung scheinen in ihren eigenen Grundfarben eingetaucht worden zu sein. Von einem Orangen Farbton für die Personen, über einen grünlich-türkisen Ton für Unterwasserdarstellungen, bis hin zu tiefem Rot als Zeichen der Bedrohung.

Ich habe früher schon einmal geschrieben, dass Comic-Hefte allein wegen der Zeichnungen gekauft werden müssten, diese allerdings verblassen im Vergleich mit dieser Ausgabe. Ob diese Qualität monatlich gehalten werden kann, muss sich erst noch erweisen, aber dieser Einblick in die Zukunft hat mich vollkommen begeistert und ich werde die Serie definitiv weiter verfolgen.


Low #1 (Science Edition)

Im Zuge eines Schreibwettbewerbs auf scienceblogs.de, der von Florian Freistetter organisiert wurde, sollte man einen Blog-Artikel über ein wissenschaftliches Thema schreiben. Lange habe ich nach einer guten Kombination von meinen favorisierten Themen – Comics und Astronomie – gesucht. Mit Low ergab sich nun eine einzigartige Gelegenheit, die ich natürlich ergreifen musste. Hier also meine erste wissenschaftliche Analyse eines Comics – der Artikel ist eine erweiterte Version meines zuvor veröffentlichten Reviews von Low:

Die neueste Comic-Reihe aus dem Hause Image trägt den Titel Low. Ich bin durch den wunderbaren Podcast Talking Comics darauf aufmerksam geworden, als bei der neuesten Episode (zu dem Zeitpunkt wo ich das schreibe Nr. 146) der Rezensent Justin meinte, es sei seine absolute Nummer Eins 2014. Da musste ich natürlich zuschlagen.

Der Inhalt

Low ist ein Science-Fiction Comic, der besonderen Art. Als Autor fungiert Rick Remender, der zuvor unter anderem bei Black Science tätig war. Die Geschichte spielt in der Zukunft. Die Sonne beginnt gerade sich zu einem roten Riesen aufzublähen und die auf der Erde lebenden Menschen haben sich auf den Grund der Ozeane zurückgezogen, um der lebensfeindlichen Planetenoberfläche zu entkommen. Während die Menschheit versucht unter Wasser zu überleben, machen sich Sonden auf die Suche nach bewohnbaren Planeten, die die Zukunft der Menschheit sichern sollen.

Die Geschichte dreht sich um die Familie von Johl Caine, einer Art Techniker mit spezieller Begabung. Dieser lebt mit seiner Frau Stel und seinen drei Kindern (Tajo, Della und Marik) zusammen. Remender schafft es mit Leichtigkeit, dass ich die einzelnen Mitglieder sympathisch finde und Mitgefühl für diese entwickle, auch wenn ich sie gerade erst kennen gelernt habe. Was die Erzählgeschwindigkeit angeht, passiert in der 30 Seiten umfassenden, ersten Ausgabe sehr viel. Die Familie startet einen gemeinsamen Ausflug mit ihrem U-Boot ähnlichen Schiff, bei dem den Kindern ihre künftigen Aufgaben vorgestellt werden

sollen. Da kommen auch schon die Antagonisten ins Spiel. Hier handelt es sich um so etwas wie Piraten, die es nicht nur auf die Ressourcen des Schiffes abgesehen haben…

Durch die voll gepackte Geschichte, wird die Vorstellung der Zukunft kurzweilig und interessant und am liebsten würde ich gleich noch mehr Zeit in dieser Welt verbringen – dies liegt aber natürlich auch an markantesten Teil des Comics:

Der Stil

Der Artist Greg Tocchini schafft es, diese faszinierende Welt so zu gestalten, wie ich persönlich es noch in keinem Comic-Heft gesehen habe. Ich muss zugeben, dass ich gerade einmal ein paar Jahre Erfahrung habe und deshalb wahrscheinlich erst an der Oberfläche des zu lesenden Stoffes gekratzt habe, aber schon ein Blick auf die Titelseite genügt um zu wissen, dass Tocchini etwas besonderes geschaffen hat. Ich würde seinen Stil als schematisch, aber doch detailliert beschreiben. Jeder Raum, jede Technologie und jede Umgebung scheinen in ihren eigenen Grundfarben eingetaucht worden zu sein. Von einem Orangen Farbton für die Personen, über einen grünlich-türkisen Ton für Unterwasserdarstellungen, bis hin zu tiefem Rot als Zeichen der Bedrohung.

Ich habe früher schon einmal geschrieben, dass Comic-Hefte allein wegen der Zeichnungen gekauft werden müssten, diese allerdings verblassen im Vergleich mit dieser Ausgabe. Ob diese Qualität monatlich gehalten werden kann, muss sich erst noch erweisen, aber dieser Einblick in die Zukunft hat mich vollkommen begeistert und ich werde die Serie definitiv weiter verfolgen. Kommen wir nun zum wissenschaftlichen Teil…

Die Sonne

Vor über vier Milliarden Jahren war unser Sonnensystem nichts weiter als ein kalter Nebel aus Gas und Staub. Hauptsächlich bestand dieser aus Wasserstoff und Helium. Vermutlich wurde dieser Nebel durch die gravitative Einwirkung eines vorbeiziehenden Objektes durcheinander gewirbelt und so die “friedliche Ruhe” gestört. Dadurch konnten sich erste Haufen aus Atomen und Gesteinen bilden. Über mehrere 100.000 bis Millionen Jahre dauerte diese Phase an, bis die Ansammlung groß genug war um in ein thermisches Glühen überzugehen. Zu diesem Zeitpunkt findet allerdings noch keine Fusion statt. Jupiter zum Beispiel hat ebenso ein thermisches Glühen, weshalb er, würde die Sonne weggenommen werden, immer noch Licht abgeben würde.

Unser glühender Haufen ist allerdings mit dieser Phase nicht zufrieden und sammelt noch mehr Gas ein. An einem bestimmten Punkt, wenn im Kern genug Druck und eine Temperatur von etwa zehn Millionen Grad Celsius herrscht, beginnen die einzelnen Wasserstoffatome sich zu verbinden und es entsteht Helium. Im Zuge dessen wird auch Deuterium gebildet, aber das macht nur einen verschwindend geringen Teil aus. In der frühen Sonne wirken zwei Kräfte: Zum einen der nach Innen gerichtete Druck der Gravitation und zum anderen eine nach außen gerichtete Kraft, die durch die Kernfusion entsteht (Strahlungsdruck) – Lichtteilchen, so genannte Photonen, kämpfen sich ihren Weg vom Zentrum der Sonne, nach außen. Sind diese Kräfte gleich groß hat sich der Stern stabilisiert und geht in seine Hauptphase über.

Die Hauptphase eines Stern dauert am längsten – bei der Sonne ist diese ca. zehn Milliarden Jahre lang. Hier ändert sich vergleichsweise wenig. Im Kern herrschen durch die Kernfusion Temperaturen von ungefähr 16 Millionen Grad Celsius, wogegen auf der Oberfläche nur mehr eine Temperatur von knapp über 5.500 °C ist. Die Oberflächentemperatur war allerdings nicht immer konstant. Zu Anfang der Hauptphase war diese deutlich höher und ist im Laufe der Zeit leicht gesunken. Da die Temperatur aber immer wieder Schwankungen unterliegt, steigt diese auch wieder an. Manche Theorien gehen davon aus, dass die abgegebene Energie in ca. einer Milliarde Jahre den Punkt überschreiten wird, an dem auch die Erde signifikant davon betroffen ist und sich so sehr erwärmt, dass sogar die Venus neidisch wird:

Es beginnen die Ozeane zu verdampfen, womit der Treibhauseffekt größer wird und die Erde immer heißer. Das Gute daran ist, dass wenn sich die Sonne später zu einem roten Riesen aufbläht und vielleicht sogar die Erde verschluckt, wir längst nicht mehr hier sind…

Aber wie entsteht dieser rote Riese? Wenn der Wasserstoff im Zentrum der Sonne aufgebraucht ist, kann keine Fusion mehr stattfinden und der Strahlungsdruck wird schwächer. Somit gewinnt die Gravitation die Oberhand und die Sonne beginnt zu kontrahieren. Im Zentrum erhöht sich der Druck und die Temperatur bis zu dem Punkt, an dem die Heliumatome beginnen zu fusionieren und es bilden sich Kohlenstoff und Sauerstoff. Durch die Fusion steigt der Strahlungsdruck so sehr an, dass dieser die Gravitation wieder übertrifft und die Sonne beginnt sich auszudehnen. Da durch die Fusion von Helium mehr Energie freisetzt als zuvor bei Wasserstoff, bläht sich die Sonne weiter auf und erreicht eine Ausdehnung von ungefähr dem 200-fachen ihrer derzeitigen Größe. Da der rote Riese eine sehr viel größere Oberfläche hat als zuvor, ist der Stern zwar kühler, allerdings verlassen ihn viel mehr Photonen wodurch er umso heller strahlt.

Die Astronomen sind sich allerdings noch nicht sicher, wie genau das Schicksal der Erde aussehen wird – denn je nachdem, wie sehr sich die Sonne aufbläht wird die Erde von ihr absorbiert oder auch nicht.

Die Phase als roter Riese dauert ein paar Millionen Jahre, in dessen Verlauf die Sonne die äußeren Schichten abstoßt und somit deutlich an Masse verliert. Das Helium geht zur neige und der Strahlungsdruck verringert sich. Wiederholt kontrahiert die Sonne. Ihre Energie reicht nicht mehr aus, um weitere Fusionen in Gang zu setzen und über Millionen von Jahren kühlt sie langsam ab und wird so zu einem weißen Zwerg. In diesem Stadium bleibt sie dann für weitere, viele Billionen Jahre…

Die Analyse

So sieht also das Leben unserer Sonne aus. Da habe ich mich natürlich gefragt, wie sehr ist Low nun Science Fiction und was könnte tatsächlich eintreten? Ich bitte darum die folgenden Worte nicht auf die goldene Waage zu legen, denn manchmal ist mein Drang zu Science Fiction doch zu optimistisch und mein Wissen bei weitem nicht ausreichend, diese detaillierter durchzuführen – aber ich finde es trotzdem interessant sich seine Gedanken darüber zu machen, was wohl möglich wäre:

Wie ich oben geschrieben habe ist es sehr wahrscheinlich, dass wir es nicht erleben werden, bis sich die Sonne zu einem roten Riesen aufbläht – obwohl dies natürlich ein Naturschauspiel wird, dass ihres gleichen sucht. Versetzen wir die Handlung also ein paar Milliarden Jahre weiter nach vorne. Die Erde heizt sich auf, Ozeane verdampfen usw.

Durch diese dramatischen Entwicklungen werden wir also gezwungen, unsere Behausungen auf den Grund der Meere zu errichten. So fantastisch wie bei Low werden sie aber vermutlich nicht aussehen. Vom heutigen Standpunkt aus betrachtet, sind es wohl eher riesige, untereinander verbundene Metallcontainer, die in der Lage sind dem Druck der Wassermassen zu widerstehen. Ich würde uns durchaus zutrauen, ein ähnliches Konstrukt von kleinerem Ausmaße auch heute schon bewerkstelligen zu können. Die Wasserversorgung lässt sich dabei aus dem Meer speisen. Sauerstoff gewinnen wir aus diversen Grünanlagen, die über die Unterwasserstadt verteilt sind, außerdem nehmen sie die CO2 Emissionen auf. Die Pflanzen müssen natürlich mit entsprechendem Licht versorgt werden, damit die Photosynthese stattfinden kann. Weiters kann Luft von der Oberfläche nach unten gesaugt, abgekühlt und danach in die Stadt befördert werden. Ich denke so weit in der Zukunft, ist das zur Verfügung stellen von Energie, Sauerstoff, Wasser und Nahrung kein Problem. In so einem geschlossenem Ökosystem muss natürlich alles perfekt aufeinander abgestimmt sein. So könnte ich mir vorstellen, dass es statt ein oder zwei großer Kolonien, viele kleine Dörfer gibt, die die überlebenden Menschen beherbergen.

Es ist zwar eine interessante Möglichkeit, auf den Boden der Meere auszuweichen, jedoch finde ich persönlich den Gedanken, den Weltraum zu erobern, um einiges interessanter. Wir wissen heute schon, dass es mit der bewohnbaren Erde in ein paar Millionen Jahre vorbei ist (vermutlich noch viel früher, wenn wir so weiter machen wie bisher, aber das ist eine andere Geschichte). Man könnte also beginnen, die Entwicklung der Technologie, die zum betreiben eines Weltraumlifts benötigt wird, voranzutreiben und diesen in den nächsten Jahren auf die Beine stellen. Somit lässt sich Material viel leichter in den Weltraum transportieren. Von da aus ist es nur mehr ein Katzensprung bis zum Mond oder zum Mars, wo weitere Stationen und Kolonien errichtet werden können.

Natürlich könnte man nebenbei die Entwicklung und den Bau von Generationenschiffen starten. Wie wahrscheinlich dieses Transportmittel allerdings ist, kann ich nicht beantworten.

Wie ihr seht, ist der Vorstellungskraft, was dieses Thema betrifft, keine Grenzen gesetzt und vieles davon wird in Zukunft sicher zu realisieren sein. Was denkt ihr über dieses Thema und meine Theorien? Habt ihr alternative Vorschläge zur Rettung der Menschheit?

Throwback Thursday: Disney, Star Wars und die Konkurrenz 

Für diese Woche habe ich einen Artikel ausgegraben, der einen fantastischen Einblick in die naive Vorstellung der Vergangenheit gewährt. Eine Zeit, in der sich die Idee breit machte, Marvel und im größeren Sinne Disney, wären unfehlbar und Maschinerien an Unterhaltung, die uns mit großartigen neuen Star Wars Filmen und dergleichen beglücken würden. Auch die Avatar-Fortsetzungen waren noch für 2017 geplant, die mittlerweile ebenfalls dem Disney-Konzern gehören. Wie schon beim Throwback-Artikel von letzter Woche fehlt natürlich jede Angabe an Quellen. Damals hatte ich es wohl nicht so sehr damit. Für die Zukunft gelobe ich Besserung.

Der Artikel stammt vom 15.11.2015 und wird in nicht editierter Originalform reproduziert.


In letzter Zeit habe ich mich immer mehr mit der Frage auseinandergesetzt, warum mich Star Wars so sehr begeistert. Woran liegt das? Ist das Alter eventuell ein erster Anhaltspunkt? Warum erscheint für einen Nerd ausgerechnet das Universum von Star Wars so faszinierend und nicht ein anderes? Klar spielt die persönliche Präferenz eine zentrale Rolle, doch wenn man sich genauer mit diesem omnipräsenten Thema beschäftigt, kommt man nicht an der faszinierenden Geschichte von Disney vorbei. Ich kann hier nur einen kleinen Auszug liefern, man könnte Bücher damit füllen und es wurden auch genügend geschrieben. Ich wollte nur noch einmal die spannendsten Stationen zusammenfassen… 

Disney im Kaufrausch 

Ohne jeden Zweifel gehört die von Walt und Roy Disney gegründete Firma zu den wohl einflussreichsten der Welt. Kaum ein Kind aus den 70er, 80er und 90er Jahren kam an deren Filme vorbei. Angefangen bei den Klassikern um Mickey, Donald und co. fanden auch Helden wie Aladdin, Arielle und natürlich Simba Platz in unseren Herzen. Der Erfolg währte lange, doch in den 90er Jahren stürzte der Konzern in eine Krise. Nicht nur blieben die Erfolge an den Kinokassen aus, auch im TV Geschäft lief es alles andere als gut. Als folge dessen gingen auch die Besucherzahlen der Parks immer weiter zurück. Klar, wenn man keine Figuren in den Medien präsentiert und bewirbt, haben Eltern auch wenig Sinn darin gesehen, ihre Kinder in die teuren Parks zu bringen. Was tut man also, wenn man es nicht selbst schafft, wieder auf die Füße zu kommen? Richtig, man kauft sich externe Kräfte ein. Den Anfang bildete Pixar. Das von Apple-Visionär Steve Jobs gegründete Unternehmen hatte bereits eine langjährige Partnerschaft mit Disney, als es schließlich 2006 für 7,4 Mrd. Dollar übernommen wurde. Ausgezahlt wurde diese Summe in Aktien und da Steve Jobs die meisten Aktien bei Pixar hatte, wurde er auch bei Disney zum größten Einzelaktionär und ist dies bis zu seinem Tod geblieben. Die Kreativen Köpfe vom Konzern, der hinter “Toy Story”, “Findet Nemo” und anderen Erfolgsgeschichten stand, übernahmen teilweise auch Führungspositionen beim neuen Mutterkonzern – die Filme wurden besser und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. 

Drei Jahre später, 2009, verkündete Marvel, dass es für 4,3 Mrd. Dollar von Disney übernommen werde. Auch wenn dies etwas überraschend kam, so war es doch ein logischer Schritt, einen im Comic-Bereich äußerst erfolgreichen Konzern zu übernehmen (Marvel und DC sind in Sachen Comics die beiden größten Konzerne, Image ist allerdings seit Jahren auf der Aufholjagd und präsentiert ebenso faszinierende Geschichten, die sich nicht nur um Superhelden drehen – aber das ist eine andere Geschichte). Es ist eine symbiotische Beziehung, denn auch Marvel konnte die Unterstützung gebrauchen, da doch das eigens Gegründete “Marvel Entertainment” Studio die Produktion von Filmen vorantreiben wollte (der erste Iron-Man Film erschien 2008). Man muss aber dazu sagen, dass sich das Studio die Filme selbst finanziert hat, zumindest soweit ich das verstanden habe, denn für den ersten Film wurden so viele Filmrechte an Figuren verkauft, bis man genug Geld beisammen hatte, um sich diesen leisten zu können. Ironie der Geschichte ist, dass auch wenn die größten Zugpferde verkauft wurden, es an Marvel blieb, eines der erfolgreichsten und umfassendste Franchises zu schaffen, die – nur die Mutanten tanzen etwas aus der Reihe (eine weitere Ironie der Geschichte). Schließlich schreiben wir das Jahr 2012 und LucasFilm, geht für ebenfalls 4 Mrd. Dollar an den Disney Konzern – die hälfte wurde in bar bezahlt (man kann es sich ja wieder leisten). Es hat auch nicht lange gedauert, bis die Verlautbarung kam, mehr Star Wars Filme produzieren zu wollen und glaubt man den Analysten und den bisher veröffentlichten Trailern von Episode VII, so hat dieser Potential, der erfolgreichste Film der Geschichte zu werden – ich würde es ihm gönnen und werde meinen Teil dazu beitragen. Das bringt mich dann auch schon zum nächsten Thema: 

Star Wars: Im Kanon der Geschichte 

Die Meldung machte wohl aus guten Gründen Schlagzeilen: Alles was vor dem 25.4.2014 unter dem Star Wars Banner veröffentlicht wurde, wird als nicht mehr zum offiziellen Kanon dazugehörig gezählt – quasi degradiert auf die billigen Plätze. Mit einem Schlag wurde die Fundgrube an Geschichte, welche über zahllose Medien verstreut geschrieben und erzählt wurden, welche epische 36.000 Jahre umspannt und Charaktere hervorbrachte, die ihresgleichen suchen, nichtig. Für Fans ein Schlag in die Magengrube. Hat doch dieses reichhaltige, von Fans und Verantwortlichen erschaffene Universum, doch schon sechs Monate vor dem eigentlichen Beginn des Star Wars Wahns, mit einem Buch zum Film “A New Hope”, begonnen.
Allerdings muss man auch gestehen, dass es nach der Übernahme nur ein logischer Schritt zu sein schien. Mit einem neuen Konzern an der Spitze, wollte man etwas Ordnung in den angestaubten, wuchernden Wulst an Geschichten bringen. So blieben also nur mehr die sechs Filme (manche hatten sich wohl gewünscht nur drei) und die Serie “The Clone Wars” übrig. Von da an, hatten Menschen bei Disney und LucasFilm die sprichwörtliche Macht über die Geschichte. Ihr Ziel ist es, dass alles in sich konsistent und logisch aufgebaut ist. Ein großes Unterfangen, welches mit verschiedensten Comic-Reihen, Büchern, Spielen usw. sicher nicht einfach wird über die Jahre aufrecht zu erhalten. 

Für mich ergibt es ehrlich gesagt wenig Sinn, sich weiterhin mit dem alten, nun unter dem Banner “Star Wars Legends” stehenden Kanon zu beschäftigen. Der Neue ist schon umfangreich genug und ich starte meine Aufholjagd wohl gleich, bevor es in einem Jahr unmöglich scheint. Dazu habe ich hier eine übersichtliche Grafik gefunden, die einen guten Überblick darüber gibt, wann welche Handlung stattfindet. Bei den Comics bin ich eigentlich auf dem laufenden, nur die Bücher, die ich mir in Form von Hörbüchern gönnen werde, stellen eine größere Herausforderung dar. Diese nehme ich allerdings sehr gerne an. Nur um euch einen kleinen Überblick zu geben – ich werde mit diesen Büchern anfangen, nicht unbedingt in der Reihenfolge, aber höchst wahrscheinlich: Lords of the Sith, Tarkin, Heir to the Jedi, Dark Disciple, Aftermath. 

Bis Disney vermeldet hat, dass Star Wars nun doch (hoffentlich ehrenvoll und qualitativ hochwertig) fortgesetzt wird, dachte ich ja, dass ein anderes Sci-Fi / Fantasy Universum das Potential hätte, eine Art modernes Star Wars zu werden. 

Avatar: Eine unendliche Geschichte 

Wir schreiben erneut das Jahr 2009, genauer gesagt Dezember und gerade ist Avatar in den Kinos erschienen. Der Film wird einschlagen wie eine Bombe, die wohl niemand erwartet hätte. Klar stellte dieser animationstechnisch eine gewaltige Herausforderung dar und James Cameron hat extra dafür Techniken entwickelt und entwickeln lassen, damit er ihn so machen kann, wie er ihn sich vorgestellt hat. Für die Sequels, die ab 2016 oder 2017 in die Kinos kommen, ist er sogar mit einem eigenen U-Boot den Marianengraben hinunter getaucht. 

Die Welt, welche sich Cameron ausgedacht hat, ist so unendlich und reichhaltig, wie das Universum selbst. Es stellte für mich lange ein modernes Star Wars da, auch wenn es weniger Sci-Fi-lastig ist, aufgrund der nicht vorhandenen bzw. anders aufgebauten Raumschiffe – doch das ist gut so. Wir brauchen keine Kopien, sondern originelle Originale. Deshalb hat es mich umso mehr gefreut, als er auch angekündigt hat, Bücher dazu zu veröffentlichen, welche die Geschichte weiterführen sollen. Es war 2013, als er dafür den Autor Steven C. Gould engagiert hat und seither ist es leider recht still um das Projekt geworden. Kein Veröffentlichungsplan. Nichts. Nur die Hoffnung auf vier Romane. 

Nun hat Cameron erneut etwas versprochen: Comics. Dessen Geschichte soll vor, während und nach dem ersten Film Platz finden und noch vor dem ersten Sequel erscheinen. Ich habe so meine Zweifel daran. Es scheint so, als hätte sich Cameron mit diesem Mammutprojekt “Avatar” übernommen und kann versprechen nicht so richtig einhalten. Alles verschiebt sich immer weiter nach hinten oder es wird vollkommen Still um die Projekte. Ich hoffe sehr, dass wir bald Lebenszeichen hören, den faszinierend ist diese Welt auf jeden Fall. Es kann natürlich sein, dass ich viel zu ungeduldig bin und teilweise trifft dies mit Sicherheit zu, doch ab und an mal ein Lebenszeichen wahrzunehmen würde schon helfen, die doch lange Wartezeit zu überbrücken. Solche Filme sind ein großer Aufwand, vor allem in der Post-Production, da muss man Wege finden, das Publikum noch für das Thema zu interessieren. Ein Blog oder Twitter-Account, der in unregelmäßigen Abständen News veröffentlicht, würde schon helfen – falls jemand einen kennt, bitte ich um Empfehlungen. 

Damit habe ich meinem Drang, etwas Klarheit in meinem Kopf zu schaffen etwas genüge getan und konnte euch hoffentlich auch helfen, Fragen rund um Disney, Star Wars und Avatar zu beantworten – drei Themen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, aber bei genauerem hinsehen eine Welt eröffnen, die man ein Leben lang studieren kann, sind faszinierend und es auf jeden Fall wert, genauer betrachtet zu werden. 


Gute Star Wars Filme, Avatar Bücher und ein florierendes Marvel-Universum – alles Dinge, auf die ich heute noch warte oder die ich mir (zurück)wünschen würde. Mit The Way of Water hat James Cameron tatsächlich eine gewaltige filmische Fortsetzung geliefert, doch der Rest sieht etwas bescheiden aus. Das einzige Gute, was an Star Wars herauskam, war The Mandalorian und Andor (mal von den Büchern und Comics abgesehen), und Marvel befindet sich gerade auch eher am absteigenden Ast. Dafür ist natürlich die Wokeness und „The Message“ dafür verantwortlich, was auch immer das genau heißen soll.

Ich fand es einen interessanten Blick in die Vergangenheit und es gab mir Ideen für zukünftige Themen, über die ich berichten und schreiben will.

Throwback Thursday: Ultimate Spider-Man – Eine Einführung

Eigentlich hatte ich meinen ersten Blog (geek-planet) mit der Absicht erstellt, mich eingehender mit Spider-Man zu beschäftigen. Mich durch die verschiedenen Comic-Iterationen, Autoren und Künstler, die den Charakter über die letzten Jahrzehnte geprägt haben, zu arbeiten und darüber zu schreiben. Es kamen am Ende auch sehr viele Artikel über Spider-Man zustande, aber den Anfang bildete die folgende Einführung. Wenn man ehrlich ist, vielleicht ein überflüssiger Artikel, da es immerhin Wikipedia für solche Sachen gibt, aber ich wollte es mir damals einfach nicht entgehen lassen, eine kleine Einführung zu schreiben. Danach ging es mit den Rezensionen zu diversen Comics weiter. Aber hier erst einmal meine Einführung zu Ultimate Spider-Man.

Der Artikel wurde zum ersten Mal am 01.06.2014 veröffentlicht und wird hier in nicht editierter Originalform wiedergegeben.


Nicht nur durch The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro hat der Marvel-Superheld in letzter Zeit wieder an Beliebtheit und Nachfrage gewonnen. Auch der Neustart der Amazing Spider-Man Comic-Reihe hat das Interesse gesteigert (Mit über 500k Bestellungen einer der erfolgreichsten Comic-Hefte). Ich habe mich zum Einstieg etwas intensiver mit dem Ultimate Universum von Spider-Man auseinandergesetzt und möchte hier die Ergebnisse meiner Recherchen zusammenfassen. Achtung: Spoilers! 

Faktencheck 

Ultimate Spider-Man ist eine von Marvel Comics monatlich, seit Oktober 2000 erscheinende Comic Serie, welche ein alternatives Universum zu dem “gewöhnlichen” Marvel-Kosmos (auch bekannt als Earth-616) darstellt. Seit dem ersten Heft zeigt sich Brian Michael Bendis als Writer verantwortlich. Als Artists seien hier Mark Bagley (#1 – #111, #156 – #160), Stuart Immonen (#111 bis #133), David Lafuente (#134 bis #155) und Sara Pichelli (Ultimate Comics: Spider-Man) genannt. 

“I was into Comics because these were my real male role models, even though at the time, I didn’t know it.” B.M. Bendis 

Mit großer Macht… 

Bevor Brian Michael Bendis mit seiner Arbeit bei Marvel begann, war er bei Image Comics tätig. Der Verlag ist unter anderem für die Veröffentlichung der Spawn Comics verantwortlich. Hier hat Bendis das Spin-off Sam and Twitch betreut. Im Jahr 2000 bat ihn ein Freund (David Mack) für die Marvel Knights Reihe um Rat. Daraufhin wurde er vom Chefredakteur Joe Quesada empfohlen, um Ultimate Spider-Man einzuführen und in weiterer Hinsicht das gesamte Ultimate Universum auszubauen. Für diese Aufgabe tat er sich mit Mark Bagley zusammen. Dieser hatte bereits Erfahrung mit Spider-Man sammeln können, da er für das große Zugpferd Amazing Spider-Man als Artist gearbeitet hatte. 

Mit der ersten Ausgabe von Ultimate Spider-Man, die im Oktober 2000 erschien, begann die Geschichte des kompletten Ultimate Universums, das auch als Earth-1610 bekannt ist. Marvel wollte das neue Universum einführen, um den Einstieg für neue Leser zu vereinfachen und den Helden eine Frischzellenkur zu verpassen und so in das moderne Zeitalter zu holen. Daher folgten dem Wandkrabbler noch weitere Helden, wie die Fantastic Four, Avengers und X-Men mit eigenen Serien. Da es sich um ein alternatives Universum handelt hatten Bendis und Bagley die Möglichkeit, den Charakteren ihren eigenen Stempel aufzudrücken. So ist der Mann unter dem Kostüm zwar immer noch Peter Parker, doch dieser wird nicht von einer radioaktiven, sondern einer genetisch veränderten Spinne gebissen. Ferner sind manche Origin-Stories, Charaktereigenschaften und Kostüme von Antagonisten different zu Earth-616. Dies machte die Serie nicht nur für Comic-Neueinsteiger interessant, sondern auch für Profis, da es spannend ist die beiden Spider-Man Welten zu vergleichen und zu analysieren. Es wird auch der ein oder andere Charakter genauer unter die Lupe genommen, als in bisher veröffentlichten Geschichten bzw. sind deren Intentionen andere.
Das bringt mich gleich auf die eigentliche Entstehungsgeschichte von Spider-Man. Stan Lee hatte bei dessen ersten Auftritt in Amazing Fantasy #15 gerade einmal 11 Seiten benötigt, um aus dem jungen Parker unseren rot-blau kostümierten Helden zu machen. Bendis, bereits bekannt für seinen langsameren Erzählstil, fügte einige Details hinzu und so kam seine Version auf 180 Seiten. Bei späteren Story-Arcs ließ sich der Autor ebenso mehr Zeit und man findet in den Ultimate Spider-Man Comics nur Geschichten, die sich über mehrere Ausgaben erstrecken.
Bendis und Bagley haben bis zur Ausgabe #111 zusammengearbeitet. Bei Marvel ist dies die längste Zusammenarbeit eines Kreativ-Teams. Stan Lee und Jack Kirby waren bis zu diesem Zeitpunkt die Rekordhalter, mit ihrer Kooperation bei den Fantastic Four. Die #111 hat Bagley gemeinsam mit seinem Nachfolger Stuart Immonen entworfen. Sie haben sich die Ausgabe geteilt: den ersten Akt übernahm Bagley, den Zweiten Immonen. Dieser hat die Serie dann bis zu Ihrem ersten Relaunch begleitet. Wobei weiterhin Bendis als Writer fungierte. 

Relaunch 

Im Laufe der Zeit hat es nicht nur einen Relaunch der Serie gegeben. Der erste Versuch eines solchen wurde nach der 133. Ausgabe unternommen. Um diesen Neustart zu verdeutlichen wurde auch der Artist gewechselt und so übernahm David Lafuente den Part. Der Neustart war jedoch nicht sehr erfolgreich und Marvel hat sich entschlossen die Nummerierung der ursprünglichen Serie, mit der #16 des Relaunch, wieder aufzunehmen. Ultimate Spider-Man ging dann weiter bis zur 160. Ausgabe. Für das Finale hat sich Bendis ein einzigartiges, fulminantes Story-Arc überlegt. Mark Bagley kehrte für das Finale als Artist zurück und so wurden die letzten fünf Ausgaben von demjenigen gezeichnet, der vor fast elf Jahren das Ultimate Universum begründete.
Genauere Details zum Ende kann und möchte ich hier nicht verraten. 

Doch schon im September 2011 trat der junge Schüler Miles Morales das Erbe von Peter Parker an. Im Zuge dessen wurde auch der Name der Comic-Reihe angepasst in Ultimate Comics: Spider-Man. Bendis, inspiriert durch die Wahl Barack Obamas als den ersten afroamerikanischen Präsidenten, entschied sich, dass es Zeit für einen großen Schritt war und so führte er mit Miles den ersten afroamerikanischen Spider-Man ein. Auch dieser wurde von einer genetisch veränderten Spinne gebissen und erhielt so ähnliche Fähigkeiten wie Peter Parker. Zwei Jahre später, mit den Ereignissen des so genannten Cataclysm Story-Arcs, wurde die Serie um Miles beendet. Sie brachte es auf 28 Ausgaben. 

2014 begann eine neue Serie mit einem älteren Miles. Seit Mai nennt sie sich Miles Morales: Ultimate Spider-Man. 

Bilanz 

Das Ultimate Universum von Spider-Man bietet einiges zum entdecken. Ich werde demnächst mit der ersten Collected Edition (Volume 1: Power and Responsibility) starten und Reviews zu einigen Ausgaben schreiben. Ich denke, ich habe in der Zusammenfassung alle wichtigen Punkte aufgelistet, die einem die Entscheidung erleichtern sollen, ob es sich lohnt mit dem Lesen zu beginnen.


Was ich mir bis heute noch nicht angeeignet habe und auch ein Kaufgrund für die Premiumversion von LanguageTool war: die Regeln der Beistrichsetzung. Entweder ich setze zu wenige oder zu viele – meine Intuition lässt mich hier im Stich. Rechtschreibung war manchmal auch optional, wie mir scheint. Und Terminologie war mir damals ohnehin ein Fremdwort, da ich die Englischen und Deutschen Begriffe unregelmäßig und ohne Konzept gemischt und durcheinander geworfen habe. Mal ganz davon abgesehen, dass ich nicht eine einzige Quelle angegeben habe, für die Informationen, die ich hier präsentiere. Habe ich mir das ausgedacht, aus Büchern entnommen oder nur Wikipedia zusammengefasst? Who knows.

Auch die sogenannte Bilanz ist etwas nichtssagend und könnte man getrost weglassen. Heute würde ich so einen Einführungsartikel sehr viel kürzer halten und eher meine Absichten und Intentionen beschreiben, sowie meine persönliche Geschichte mit dem Charakter erzählen. Dies baut eventuell eine bessere Beziehung mit meiner Leserschaft auf und macht auch klar, warum ich das mache. Vielleicht sollte ich das in Zukunft mal nachholen.

Throwback Thursday: Scott McCloud – Comics Richtig Lesen

Testen wir mal etwas. Eine vielleicht lustige Idee, die mir durchaus schnell peinlich oder unangenehm werden könnte: alte Artikel von mir kommentiert, annotiert oder einfach so hier aufzubereiten – nicht editiert, versteht sich. Artikel, die ich entweder für eine meiner ersten Webseiten geschrieben habe, die es mittlerweile nicht mehr gibt (geek-planet) oder Beiträge, die ich für Rogues Portal ausgearbeitet habe. Rogues Portal operiert heute unter einem anderen Namen: geekd-out. Mal sehen, wie es sich entwickelt und wie sehr es mir zuwider ist, meine alten Sachen zu lesen. Allerdings kann das auch von Vorteil sein, da ich so sehe, wie ich mich verbessert habe, was ich heute anders machen würde und so weiter.

Den Anfang macht mein wahrscheinlich erster Artikel und behandelt das Buch Comics richtig lesen von Scott McCloud. Das Review wurde zum ersten Mal veröffentlicht am 17.05.2014 und wird hier in Originalform wiedergegeben. Viel Spaß.


Faktencheck

Das Buch “Comics richtig lesen” von Scott McCloud erschien erstmals 1993 beim Carlsen Verlag. Seither gilt es als eines der Standardwerke über Comics und deren Verständnis und Geschichte. Die hier besprochene, deutsche Ausgabe ist von 2001 und umfasst 224 Seiten.

Über den Autor

McCloud wurde 1960 in Boston, Massachusetts geboren. Bereits mit 15 Jahren hatte er den Entschluss gefasst sein zukünftiges Leben als Comic-Zeichner zu verbringen. Später, 1984, begann er mit der Veröffentlichung seiner ersten Comicbuch-Serie “Zot!”, die es auf 36 Ausgaben schaffte und später als beste neue Serie ausgezeichnet wurde. Daraufhin folgten Graphic Novels und eine Beschäftigung bei DC Comics. Schon lange beschäftigt er sich auch mit der Theorie der Comics und hat dazu bis jetzt drei Bücher publiziert.

“Today, comics is one of the very few forms of mass communication in which individual voices still have a chance to be heard.” – S. McCloud

Das Buch

Comics richtig lesen ist im Prinzip ein Comic über Comics. Scott McCloud stellt sich selbst als Cartoon dar und führt einen durch das gesamte Buch. Dadurch wird es zu einem amüsanten, kurzweiligen Vortrag über Theorie und Praxis der verschiedenen Comic-Genres und -Ausprägungen. Auch die Aufbereitung der Kapitel ist klasse gewählt. Zum Beispiel beginnt das erste Kapitel mit einer Einführung in die Geschichte und Entstehung der Comics und macht einen deutlich wie alt diese Kunst bereits ist. Weiter geht es mit den verschiedenen Stilen, mit denen man Comics zeichnen kann und macht einem deutlich, welch kleinen Bereich, im Verhältnis zur gesamten Ausprägung, die so genannten Mainstream-Comics rund um Superman, Batman, Spawn und dergleichen einnehmen.

Die Leichtigkeit mit der der Autor an die verschiedenen Themen herangeht und zum Beispiel den Cartoon herleitet und seine verschiedenen Gruppierungen darstellt, faszinieren und machen Lust darauf, Comics der verschiedenen Stile selbst zu lesen, zu vergleichen und zu analysieren. Ich zum Beispiel habe mich noch nie besonders für die japanische Comic-Kunst interessiert, allerdings hat es McCloud geschafft, dass ich sehr neugierig darauf geworden bin.

Der Detailgrad, mit der er die Kunst der Comics zerlegt ist bemerkenswert. Er verdeutlicht, dass hinter den so genannten Rinnsteinen zwischen den Panels mehr steckt, als nur ein weißer streifen. Die Zeit, die darin vergeht ist ein ebenso komplexes Thema, wie die Emotionen die durch die Panels veranschaulicht werden oder die Farbe die in ihnen steckt.

Fazit

Jedem, der sich gerne mit Comics auseinandersetzen möchte oder dies bereits tut, kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Der Autor, Scott McCloud, hat einen wunderbaren Erzählstil, der einem die Theorie des Comics näher bringt. So können nicht nur Anfänger, die gerade begonnen haben eine leider oft unterschätzte Kunst kennenzulernen, etwas mitnehmen, sondern auch langjährige Leser werden Punkte finden, die sie unter solchen Aspekten noch nicht betrachtet haben.


Beim Durchlesen fallen einem schnell so einige Wortphrasen und Begrifflichkeiten auf, die sich oft wiederholen, etwas, womit ich heute auch noch so meine Probleme habe, dem man aber mit ein wenig Übung schnell wieder entgegensteuern kann. Füllworte verwende ich auch gerne. Die Unterteilung in Mini-Abschnitte würde ich heute ebenfalls weglassen, genauso wie die Abhandlung über den Autor – dafür gibt es Wikipedia. Vielleicht hätte ich auch etwas detaillierter über den Inhalt schreiben können. Mir mehr Zeit lassen. Aber grundsätzlich, für den Anfang, ganz in Ordnung.

Mal sehen, was ich für nächste Woche ausgrabe.