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Everything X-Men | Primer

In den vergangenen zwei Jahren erschien jeden Donnerstag ein alter Text von mir. Mein erster Blog, geek-planet, lief einige Jahre lang und wurde von mir regelmäßig mit Texten befüllt. Hauptsächlich habe ich Rezensionen zu Comics, Filmen und Serien geschrieben, aber auch Bücher und so manches Essay fanden ihren Platz unter den Texten. Über die Jahre ist einiges zusammengekommen. »Geek-Planet« gibt es aber schon seit einigen Jahren nicht mehr. Deshalb dachte ich mir, es wäre doch nett, wenn die alten Texte weiterhin auffindbar wären. Aber einfach nur noch einmal veröffentlichen wäre mir zu einfach.

Ich suche mir also jede Woche einen alten Text von mir heraus, redigiere diesen und versehe ihn mit einer Einleitung, bevor ich ihn erneut präsentiere. Es ist ein spannendes Unterfangen, teils 10 Jahre alte Texte von einem selbst noch einmal zu lesen. Das mache ich allerdings nicht in chronologischer Reihenfolge, sondern eher zufällig. Natürlich ergeben sich diverse kontinuierliche Themen. Im ersten Jahr habe ich viele der Spider-Man-Texte herausgesucht, und im zweiten Jahr habe ich alle meine Texte zu »The Walking Dead« veröffentlicht.

Das war der Gedankenanstoß, dass ich auch im dritten Jahr meines täglichen Blogs etwas Besonderes machen möchte. Wir sehen uns weiterhin alte Texte von mir an, allerdings eine ganz bestimmte Sorte. Denn während meines Medienwissenschaftsstudiums war es notwendig, ein so genanntes Projektstudium zu schreiben. Dabei soll es sich um ein praktisches Projekt handeln. Man konzentriert sich auf ein Thema und behandelt es aus wissenschaftlicher Sicht oder sollte diesen immer im Hinterkopf behalten. Wichtig ist, etwas Eigenes zu schaffen. Wie konnte ich als langjähriger Blogger keinen neuen Blog oder eine Reihe von Texten schreiben? Mir waren die Hände gebunden.

Wie konnte ich zudem, als Comic-Fan und Verehrer der X-Men, mich nicht auf ebendiese Charaktere konzentrieren? Also habe ich angefangen, die alten Comics zu lesen. Sehr viele der alten Comics. Ich habe mir Notizen gemacht, Bücher über die X-Men gelesen, wissenschaftliche Arbeiten herausgesucht und auch sonst viel recherchiert. Vielleicht habe ich mir sehr viel mehr Arbeit angetan, als es für ein Projektstudium notwendig gewesen wäre. Aber es hat mir Freude bereitet und das Thema hat eine Leidenschaft in mir geweckt. Ich habe mich über Monate damit auseinandergesetzt. Am Ende hatte ich eine Reihe an Texten und habe über das Projektstudium hinaus noch weitere über die X-Men geschrieben.

Diese Texte möchte ich also im dritten Jahr des Blogs jeden Donnerstag hier präsentieren. Die ersten beiden sind noch eher theoretischer Natur. Sie erklären noch einmal, was das Projektstudium ist und worum es genau geht, was der Plan ist. Außerdem habe ich damals auch einen Text über Comics an sich geschrieben. Danach geht es aber wirklich mit den X-Men los. Ich hoffe, ihr seid dabei. Mir hat es damals sehr viel Freude bereitet, diese Texte zu schreiben. Genauso spannend ist es, sie heute noch einmal zu lesen, zu übersetzen, zu redigieren und erneut zu veröffentlichen.

Ja, richtig gelesen: übersetzen. Denn ich habe die Texte damals auf Englisch verfasst, weil sie nicht nur auf einer eigenen Webseite veröffentlicht wurden, sondern parallel noch auf einem amerikanischen Blog erschienen sind, bei dem ich damals mitwirkte (Rogues Portal). Für die initiale Übersetzung verwende ich DeepL, gehe die Texte aber selbstverständlich noch einmal durch und sehe zu, dass alles Sinn ergibt. Ich hoffe, das wird mir einigermaßen gelingen. Das sollte aber als Primer erst einmal reichen. In einer Woche geht es also los mit: Everything X-Men.

Geek-Planet | Multiversity: Pax Americana

Wie jeden Donnerstag sehen wir uns auch heute einen alten Text von mir an. Der folgende stammt vom 13. Januar 2015 und wurde damals auf meinem Blog »geek-planet« veröffentlicht. Diesen gibt es allerdings nicht mehr. Deshalb veröffentliche ich die alten Texte nach und nach auch hier. Damit sie auffindbar sind. Und wir gemeinsam eine kleine Zeitreise machen können.

Ich habe noch sehr gute Erinnerungen an Pax Americana und eigentlich die gesamte Multiversity-Reihe. Sie war pur »Grant Morrison« und hat mit vielen philosophischen und metaphysischen Aspekten gespielt. Schade ist nur, dass ich in der Rezension von damals zu sehr darauf herumreite, wie kompliziert und überfordernd der Comic ist. Natürlich ist die Geschichte komplex und wird nicht linear erzählt. Das ist aber auch das Reizvolle an einem Grant-Morrison-Comic. Man muss sich hineindenken. Aber man kann Morrison als Autor auch vertrauen, dass es am Ende doch alles Sinn ergibt. Er wirft nicht nur Dinge an die Wand und hofft, dass etwas kleben bleibt. Seine Konzepte sind (meistens) durchdacht und belohnen die Leser*innen mit etwas Einzigartigem. Ich sollte wirklich mal wieder etwas von Grant Morrison lesen.


Multiversity gehört für mich zu einer der schwierigsten Comicserien, die DC Comics herausbringt. Die erste Ausgabe fand ich noch spannend, gut erzählt und eine interessante Herangehensweise an die Erläuterung des Multiversums. Die zweite Ausgabe hat mich dann schon verwirrt zurückgelassen. Und dann kam Pax Americana.

“The characters remain unaware of my scrutiny, but their thoughts are transparent, weightless in little clouds. This is how a 2-dimensional continuum looks to you. Imagine how your 3-D world appears to me.” – Captain Atom

Als Autor der Serie ist Grant Morrison verantwortlich und Frank Quitely kümmert sich um die Zeichnungen. Nathan Fairbain hat das hervorragende Cover gestaltet.

Selten hat mich ein Comic so verwirrt und unbefriedigt zurückgelassen wie Pax Americana. Am Anfang dachte ich noch, wie cool und selten die Technik ist, mit der Grant Morrison die Geschichte erzählt, aber je weiter diese voranschreitet, desto weniger hatte ich eine Ahnung, was eigentlich genau vor sich geht und wer wie mit wem im Zusammenhang steht. Sehen wir uns die einzelnen Punkte mal genauer an.

Als Erstes hätten wir den eigenartigen Erzählstil und dies ist bei weitem nicht negativ gemeint. Alles beginnt mit der Ermordung des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Diese Sequenz spielt sich rückwärts ab und ohne Sprechblase oder Erzähler. Dies hätte der Intensität der Szene wohl auch geschadet. Allein dieser Auftakt ist schon gewaltig und macht Lust auf mehr von der Geschichte. Diese ist im Übrigen nicht linear erzählt, sondern man muss sich selbst zusammenreimen, wann was stattfindet, und teilweise ist dies schwer einzuordnen. Pax Americana ist aber ohnedies ein Heft, welches man öfters lesen muss, um es gänzlich zu verstehen und alle Anspielungen und Handlungen nachvollziehen zu können.

Das Zweite, was auffällig ist, sind die grandiosen Zeichnungen von Frank Quitely. Er setzt die Geschichte Morrisons gekonnt in Szene und verleiht den einzelnen Sequenzen eine Dynamik, die man nur selten zu Gesicht bekommt. Die grafische Umsetzung zählt für mich zu den Highlights des Comics.

Dann sind da natürlich noch die Parallelen zu »Watchmen«, an denen es wirklich nicht fehlt. Für mich macht es den Anschein, als hätte die gesamte Geschichte auf mehrere Hefte aufgeteilt werden müssen, um ihre gesamte Stärke ausspielen zu können, denn durch die dichtgepackte Story, die Erzählweise und die Anzahl der handelnden Personen wird so manche Leser*in überfordert sein.

Der Comic ist weit davon entfernt, schlecht zu sein. Er ist gut gemacht und man muss ihn wirklich des Öfteren lesen, um alle Aspekte verstanden und aufgenommen zu haben. Ich werde ihn jedenfalls auf dem iPad behalten und ab und zu mal wieder reinschauen. Vielleicht geht mir ja irgendwann das Licht auf und ich kann ihn wie Bobby vom Talking-Comics-Podcast als den besten 2014 bezeichnen.

Geek-Planet | Fear The Walking Dead: S02E01

Wie jeden Donnerstag sehen wir uns auch heute einen alten Text von mir an. Der folgende erschien am 15. April 2016 auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet«. Diesen gibt es allerdings nicht mehr. Trotzdem möchte ich, dass alle meine alten Texte an einem Ort versammelt sind.

Ach, Fear The Walking Dead. Eine wirklich großartige Serie, die ich noch länger verfolgt habe. Mindestens bis Staffel vier, wenn ich mich richtig erinnere. Ich spekuliere im Text bereits, dass jede Staffel einem Thema gewidmet sein könnte und damit sollte ich recht behalten. Jede Staffel hatte tatsächlich etwas Eigenes an sich. Sei es der Stil, die Umgebung oder die Art, wie die Geschichte erzählt wird. Das hat mir stets hervorragend gefallen. Es war erfrischend abwechslungsreich und ein netter kontrast zur Hauptserie. Auch hier würde mich interessieren, wie es weitergegangen ist. Weshalb ich einen Rewatch ein weiteres Mal nicht ausschließen möchte.

Da dies vorerst der letzte Text zu TWD ist, weil ich keine weiteren damals geschrieben habe, möchte ich noch einen Podcast erwähnen: Serienjunkies. Diesen habe ich lange Zeit gerne verfolgt. Besonders die Serienbesprechungen haben mir immer gut gefallen. Sie haben mir viele Serien nahe gebracht und dafür gesorgt, dass ich mich intensiver damit auseinandersetze. Beispielweise eben Fear The Walking Dead. Bei einem Rewatch wäre es also nicht ausgeschlossen, dass ich ebenfalls in die Podcasts reinhöre. Es war eine tolle Konstellation an Personen beteiligt, es ergaben sich Running Gags und es war wirklich unterhaltsam. Wahrscheinlich hätte ich Fear The Walking Dead nicht so lange verfolgt, hätte es diesen Podcast nicht gegeben. Was schade gewesen wäre, denn ab Staffel zwei und drei nimmt die Serie richtig fahrt auf.


Fear the Walking Dead ist zurück. Die zweite Staffel umfasst 15 Episoden und wird exklusiv auf Amazon Prime ausgestrahlt. Haben die Autor*innen die Pause genutzt, um die Fehler und Ungereimtheiten der ersten Staffel auszubügeln? Werden die Charaktere interessanter und deren Handlungsentscheidungen nachvollziehbarer? Und natürlich die wichtigste Frage: Bekommt Nick endlich was Vernünftiges zum Anziehen?

“Rule number one: It’s my boat. Rule number two: It’s my boat. If there remains any confusion about rules one and two, I offer rule number three: It’s my goddamn boat!” – Strand

Der Einstieg in die erste Episode lässt gemischte Gefühle aufkommen. Zum einen wirkt die Welt mit den Explosionen im Hintergrund und der brennenden Stadt sehr apokalyptisch. Der letzte Shot sieht fantastisch aus und die Grundstimmung für den weiteren Verlauf der Staffel ist gesetzt. Wobei dies ein gutes Finale abgegeben hätte: Das Feuer der ersten Staffel weicht dem unendlichen Wasser der zweiten. Dadurch hätte man den Staffeln Themen zuschreiben können. Gleichwohl ist es ein gelungener Start. In dieser Umgebung müssen sich unsere Protagonisten in zwei Gruppen aufgeteilt zum Boot von Victor Strand retten, während die ersten Zombies den Weg zum Strand finden. Nick erweist sich als überraschend kompetent, während Chris sein Äquivalent darstellt. Durch seine verständliche Trauer um seine Mutter werden sein Vater und Madison beinahe von Zombies gebissen.

Allerdings muss erwähnt werden, dass es so scheint, als wäre zwischen den beiden Staffeln etwas Interessantes geschehen. Die Kollegen von Gizmodo fassen diese Szenerie gut zusammen: „It feels like between season, something really epic and interesting happened.“ Es wird leider nicht ganz klar, was genau passiert und wie viel Zeit seit dem Finale der letzten Staffel vergangen ist. Zwar wird klar, dass es sich um Bomben des Militärs handelt und der Gedanke, dass jede größere Stadt dermaßen zerstört wird, ist durchaus verstörend. Doch dieses überhastete Ende von Los Angeles wirkt gezwungen, damit die Handlung schnell auf das Boot verlegt werden kann. Es wäre spannend gewesen, noch ein paar Episoden in der Stadt zu verbringen. Immerhin müsste das Boot vorbereitet und ein paar Dinge besorgt werden. Nichts Wichtiges, nur Essen, Wasser und so weiter. Dies bleibt uns jedoch verwehrt und so müssen wir mit anderen Dingen vorliebnehmen.

Im weiteren Verlauf der Folge werden dann durchaus interessante Fragen der Moral und Ethik gestellt, die man sich als Zuschauer*in etwas länger durch den Kopf gehen lassen kann. Zum Beispiel als ein kleines Boot voll mit Menschen nach Hilfe ruft: Wie hätte man selbst in dieser Situation reagiert? Wie sieht die neue Weltordnung aus? Leider werden aber keine wirklichen Dialoge darauf verschwendet. Es bleibt sehr oberflächlich und diese Themen werden schnell abgehandelt. Dabei hätte sich hier die Möglichkeit geboten, den Charakteren mehr Tiefgang zu verleihen. Es wird zwar klar, dass die meisten von ihnen nicht gerade begeistert davon sind, mehr Menschen auf das Boot zu lassen, doch es ist ihnen auch nicht egal. Stattdessen wird schnell zum Tagesgeschäft zurückgekehrt. Entscheidungen bringen immer Konsequenzen mit sich. Doch davon ist hier nichts zu spüren.

Ausnahme bildet die unfassbare Naivität von Alicia. Über ein Funkgerät lernt sie einen scheinbar netten jungen Mann kennen, der Musik abspielt und nach Hilfe ruft. Anfangs wirkt es noch sehr unschuldig und interessant, dass sie ausgerechnet über ein Funkgerät jemanden kennenlernt und dann auch noch mittels Musik. Captain Jack gewinnt schnell ihr Vertrauen und bringt sie dazu, ihm zu verraten, wo sie sich ungefähr befinden. Die Dummheit, mit der Alicia hier vorgeht, tut förmlich weh. Wie kann sie nur diesem Unbekannten so sehr vertrauen? Es ist eine Sache, das hübsche Schiff zu erwähnen und die nützlichen Funktionen, doch auch noch den Ort zu verraten, geht zu weit. Die Vorhersehbarkeit der Handlung macht dies nur noch frustrierender.

Ein weiteres Thema, das angesprochen wird, ist der Umgang mit dem Tod von geliebten Menschen. Chris’Mutter haben sie auf das Schiff mitgenommen, um ihr zu gegebener Zeit eine anständige Seebestattung geben zu können. Nachdem sein Vater sie erschossen hat, bereitet es ihm verständlicherweise Probleme, einfach weiterzumachen. Dies ist interessant dargestellt. Genauso wie die schöne Unterhaltung zwischen Chris und Daniel beim Fischen und die Abgrenzung gegenüber seinem Vater. Allerdings sind seine Handlungen oft zu übertrieben, impulsiv und statt emotionaler Momente erhält man gute Comedy. Daniel hält sich in der Episode sehr zurück. Es bleibt spannend, welche Rolle er in Zukunft spielen wird. Durch seine Lebenserfahrung stellt er ein wichtiges Mitglied in der Gruppe dar, was ihn gleichzeitig zu einem großen Ziel macht, bald zu sterben.

Insgesamt ist die Episode zwar nicht schlecht, doch weiterhin werden Gelegenheiten verschenkt, um die Charaktere besser kennenzulernen. Erst am Ende wird es mit den Wasserzombies spannend, und dass Nick auf einem sinkenden Boot ein Logbuch findet, trägt unter anderem dazu bei, dass ich definitiv weiter schauen werde. Apropos Nick: Ja, er trägt weiterhin seine alten, unfassbar hässlichen Sachen. Sogar die mit Blut bespritzte Jacke behält er. Kann er sich nichts von Chris’ Sachen nehmen? Die haben mehrere Koffer mitgenommen (keiner davon scheint was Essbares enthalten zu haben), da wird doch wohl etwas Anständiges für ihn dabei sein. Vielleicht kann er ja den potenziellen Angreifern etwas Besseres klauen, die Alicia eingeladen hat.

Geek-Planet | The Walking Dead: #164 – a fallen house

Es ist Donnerstag. Werfen wir also einen Blick in die Vergangenheit. Genau genommen auf den März 2017. Da erschien der folgende Text auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet«, den es heute allerdings nicht mehr gibt. Trotzdem möchte ich, dass alle meine Texte an einem Ort versammelt sind. Deshalb suche ich mir jede Woche einen heraus, redigiere ihn etwas und schreibe eine kleine Einleitung dazu.

In meiner Rezension zur 164. Ausgabe von TWD spekuliere ich über einen möglichen Handlungsstrang, der sich mit der 200. ergeben könnte. Die 200. Ausgabe sollte es allerdings nie geben. Denn Robert Kirkman hat das scheinbar unmögliche geschafft und TWD spontan und zu aller Fans Überraschung mit der 193. Ausgabe beendet. Ich mochte das Ende sehr gerne. Die Landung ist ihm quasi bravourös gelungen. Ein seltenes Kunststück, das gewürdigt werden muss.

Doch zu dem Ende kommen wir in diesem Rahmen nicht mehr. Denn dies ist der letzte Text, den ich zu den TWD-Comics verfasst habe. Wir haben es also geschafft. Nächste Woche habe ich noch eine kleine Bonus-Rezension, aber dann war es das erst einmal mit The Walking Dead. Meine alten Texte zu den Serien und den Comics verfolgen uns nun schon eine Weile. Ab übernächster Woche können wir uns also wieder anderen Texten zuwenden. Mal sehen, was ich in den Archiven finde.


  • Creator, Writer: Robert Kirkman
  • Penciler: Charlie Adlard
  • Inker: Stefano Gaudiano
  • Gray Tones: Cliff Rathburn
  • Letterer: Rus Wooton

Wie bereits im letzten Review angekündigt, müssen Rick und Negan zusammenarbeiten, um überleben zu können. Dies trifft vor allem jetzt zu, da sie von den anderen abgeschottet in einem Haus festsitzen. Es kommt sogar zu einem kleinen Bonding Moment zwischen den beiden, als Negan in seiner typisch charmanten Art fragt, was das Schlimmste ist, was Rick bislang gemacht hat. Wir lernen über beide Charaktere etwas und ich möchte meinen, Rick muss widerstrebend feststellen, dass er sich langsam wohl doch für Negan erwärmen kann. Doch die beiden haben noch ein bisschen was zu überstehen, bevor sie sich zurücklehnen können. Ob sie dann wohl nette Nachbarn in Alexandria werden?

In der Zwischenzeit macht Carl einen auf Anführer und führt diverse Gruppen an, die sich daran machen, die ausgedünnte restliche Herde zu erledigen. Man kann schon erkennen, dass Robert Kirkman ihn als eventuellen Nachfolger von Rick in Stellung bringt. Zwar erkennt er es selbst bislang nicht, doch zumindest seine quasi-Freundin wirft ihm einen vielsagenden Blick zu. Werden wir uns bald von Rick verabschieden müssen? Ich denke nicht, dass es innerhalb der nächsten Ausgaben dazu kommen wird. Doch vielleicht sollte zur 200. Jubiläumsausgabe langsam daran gedacht werden, denn Kirkman hat schon an diversen Stellen behauptet, wenn ich mich richtig erinnere, dass auch ein Rick nicht vom Tod gefeit ist. Hoffentlich wird es ein heroischer Tod in den Armen Negans.

Die Reiter der Stadt machen sich in der Zwischenzeit daran, die Walker weiterzutreiben, und haben dabei überraschend schnell Erfolg. Auch wenn es schön ist, dass sie es geschafft haben, hatte ich doch irgendwie erhofft, dass es etwas länger dauert, bis die Luft rein ist. Zwar ist weiterhin nicht alles überstanden, aber #164 zeugt von einer Stimmung, die darauf schließen lässt, dass die Bewohner bald wieder einziehen wollen. Es scheint nichts mehr aus der Gefahr von der letzten Ausgabe übrig zu sein, was ich schade finde. Wir befinden uns jetzt schon so lange in Alexandria, es wäre interessant gewesen, was passiert, wenn die Stadt nicht mehr bewohnbar ist, weil die Zombies alles umgerissen haben und es einfach zu viele sind. Würde sich Rick das Kingdom aneignen oder unter Maggies Fittiche auf dem Hilltop einziehen – ein interessantes Gedankenspiel.

Zu guter Letzt scheint noch Eugenes Geheimnis in Gefahr zu sein. Denn zwei bekannte Bewohner haben dort in seinem Haus Zuflucht gesucht und seine Apparatur im Wohnzimmer entdeckt, wo er immer die Gespräche mit der Unbekannten führt.

Auch wenn die Walker schon wieder vorüber sind, bleiben noch ein paar offene Punkte: So müssen sich Ricks Leute bald um die restlichen Whisperer kümmern und die Savior wollten doch eine Revolution ausrufen – um nur zwei Handlungsstränge zu nennen, die mich zeitnah besonders interessieren würden. Bei den einzelnen Ausgaben merke ich schon, dass ich etwas ungeduldig werde, doch es macht Spaß zu spekulieren, was geschehen könnte, und die Letter-Pages allein sind den Kauf der einzelnen Ausgaben wert.

Geek-Planet | The Walking Dead: #163 – conquered

Es ist Donnerstag und das heißt wir werfen einen Blick in die Vergangenheit. Leider habe ich mir das genaue Datum nicht aufgeschrieben. Aber die Ausgabe #163 erschien im Februar 2017, also dürfte der folgende Text in etwa zu dem Zeitpunkt auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet« erschienen sein. Diesen gibt es allerdings nicht mehr. Ich möchte aber trotzdem alle meine Texte an einem Ort versammelt wissen.

Ich kann mich noch dunkel an die Zeichnungen der Horden an Walker erinnern. Es waren gewaltige Bilder, doppelseitige Meisterwerke von Charlie Adlard. Aber immer wieder einen Monat warten zu müssen, bis es weitergeht, war nicht einfach. Vor allem mit solchen Cliffhangern. Robert Kirkman hat eine interessante Technik bei TWD angewandt. Die Geschichte geht stets nahtlos weiter. Manch andere Comics mögen die Charaktere etwas Revue passieren lassen oder einen leichteren Einstieg wagen. Doch TWD ist eine immer weiterführende Geschichte gewesen. Der Fokus liegt auf der Erzählung. Deshalb kann man die dicken Compendium-Bücher so toll lesen. Das macht es zwar manchmal nicht so leicht, nach einem Monat Pause den Einstieg wiederzufinden, doch das lädt nur dazu ein, die Ausgaben immer wieder in die Hand zu nehmen.


Nach dem Ende des „Whisperer War“ wurde bereits spektakulär angedeutet, welche Unbequemlichkeiten unsere Protagonisten als Nächstes überstehen müssen: tausende von Walkern sind auf direktem Weg nach Alexandria und reißen alles mit sich, was sich ihnen in den Weg stellt.

  • Creator, Writer: Robert Kirkman
  • Penciler: Charlie Adlard
  • Inker: Stefano Gaudiano
  • Gray Tones: Cliff Rathburn
  • Letterer: Rus Wooton

“An ocean of the dead” – Rick

Es ist das erste Mal, dass ich „The Walking Dead“ als monatlichen Comic lese und nicht ein Hardcover-Buch in der Hand halte. Oder zumindest einen Handlungsbogen in einem Rutsch lese. Ich bin gespannt, wie sich diese Umstellung auf die Erfahrung der Geschichte auswirken wird. Die Umstellung wird mir allerdings etwas leichter gemacht, da es sich bei der Nummer 163 um eine überlange Ausgabe handelt. Zum 25. Jubiläum von Image Comics gibt es ein paar Comics günstiger – so bekommt man diesen für mickrige 0,25 Dollar.

Es ist schon erstaunlich, wie lange sich The Walking Dead bereits auf dem Comicmarkt behauptet und die Crew es trotzdem schafft, weiterhin eine konstant spannende Geschichte zu erzählen. Es wird weder langweilig noch scheinen Robert Kirkman die Ideen auszugehen. Ich bin sehr gespannt, wo die Reise weiter hingehen wird und welche Orte und Bekanntschaften die Protagonisten in den nächsten Ausgaben besuchen und meistern müssen. Doch erst einmal sehen wir uns den Marsch der Walker etwas genauer an.

Die Walker bestimmen diese Ausgabe wie keine andere zuvor. Sie wurden in den letzten Geschichten immer weiter in den Hintergrund gedrängt. Der Fokus lag auf den zwischenmenschlichen Beziehungen und Problemen (allen voran natürlich Negan). Außerdem konnten es sich unsere Protagonisten in den vergangenen Jahren wirklich gut gehen lassen. Die Whisperer haben dies produktiv genutzt und eine unvorstellbare Menge an Walkern angesammelt – wo sie diese wohl alle gefunden haben? Jedenfalls haben sie sie nach Alexandria geschickt, um sich nicht selbst die Finger schmutzig machen zu müssen. Doch was können Rick und Co. wirklich gegen sie ausrichten?

Zwar werden zwischendurch immer mal wieder die Walker gezeigt, doch erst am Ende sieht man die gewaltige Menge, die sich auf Alexandria zubewegt. Zuvor wird von den Charakteren immer wieder angesprochen, wie sich die Walker anhören. Es sind so viele, man hört sie meilenweit. Wie ein unaufhaltsames Meer strömen sie durch das Land. Eine unaufhaltsame Macht. Faszinierend ist, wie Charlie Adlard den Walkern eine eigene Physik zu geben scheint. Dies ist nicht als Kritik gemeint, sondern soll hervorheben, wie einzigartig die Welle agiert. Durch Straßenschluchten hindurch, auf den Graben vor den Mauern Alexandrias zu – sie quetschen sich sogar durch das Tor (ein grausam herrlicher Anblick, den man sich nicht entgehen lassen sollte).

Wie sieht aber nun die Abwehrstrategie aus? Gibt es überhaupt eine? Erst einmal heißt es, Schadensbegrenzung zu betreiben. Immerhin hat die Gruppe schon Erfahrungen darin gemacht, große Walker-Herden durch die Gegend zu navigieren – vielleicht gelingt es ihnen auch dieses Mal, genug von ihnen wegzulocken. Außerdem steht Rick eine nicht sehr angenehme Erkenntnis bevor: Er muss sich mit Negan verbünden. Ansonsten scheint ein Überleben aussichtslos.

Mit den Walkern überall in Alexandria verteilt, kommt es zu ein paar herausragenden Konfrontationen, ungewöhnlichen Team-Ups, und wir dürfen uns demnächst auf eine große Offenbarung gefasst machen.

Geek-Planet | The Walking Dead: The Whisperer War

Wie jeden Donnerstag werfen wir auch heute wieder einen Blick in die Vergangenheit. Genauer gesagt auf den 15. Februar 2017. Damals erschien der folgende Text auf meinem Blog »Geek-Planet«. Diesen gibt es allerdings nicht mehr. Trotzdem sollen alle meine Texte an einem Ort versammelt sein.

Ein Aspekt, der verloren geht, wenn man Comics wie TWD in Collected Editions liest und nicht als Einzelausgaben, sind die Leserbriefe. TWD war da stets bemüht, viele der Briefe abzudrucken und eine echte Konversation mit den Leser*innen zu führen. Wer die Möglichkeit hat, digital die einzelnen Ausgaben zu lesen, sollte dies nutzen. Ich kann es nur empfehlen. Es eröffnet zum Teil vollkommen neue Aspekte. Man kommt vielleicht auf Techniken oder Themen, die einem zuvor nicht bewusst waren. Saga ist auch ein solcher Comic, der viel Wert auf Leserbriefe legt. Es stärkt den Community-Aspekt.


Negans Absichten sind immer von sehr schwammiger Natur. Welches Ziel verfolgt er tatsächlich? Was ist sein Plan? Wie wir im Handlungsbogen „The Whisperer War“ erfahren, saß er nicht nur ein paar Monate in Alexandria in Haft, sondern mehrere Jahre. Die Frage, ob er sich schließlich geändert hat und nun an Rick glaubt, wird am Ende beantwortet. Beim letzten Mal hat er in einem höchst dramatischen Akt gegen die Anführerin der Whisperers aufbegehrt und Alpha getötet. Jetzt ist er auf dem Weg zurück, um Rick den Kopf von ihr zu bringen.

  • The Walking Dead #157 bis #162
  • Creator, Writer: Robert Kirkman
  • Penciler: Charlie Adlard
  • Inker: Stefano Gaudiano
  • Gray Tones: Cliff Rathburn
  • Letterer: Rus Wooton

„The Wisperer War“ ist eine dicht gepackte Geschichte und es passiert sehr viel in jeder einzelnen Ausgabe. Um diesen Workload, um einen hübschen neudeutschen Begriff zu benutzen, zu schaffen, sind die einzelnen Ausgaben in einem 16er-Panel-Raster aufgebaut. Ich muss allerdings zugeben, dass mir dies nur unbewusst aufgefallen ist und erst als das Thema in den Letter-Pages angesprochen wurde, konnte ich die Vorzüge dieser Technik rundum genießen. Als Leser*in bekommt man mehr geboten – es wird bewusst das Tempo gedrosselt und man muss sich für das Lesen mehr Zeit lassen. Interessant, welche Auswirkungen unterschiedliche Panel-Strukturen haben. Nur weil man ein 4 × 4 Raster verwendet, bedeutet dies nicht, dass nicht manche Panels zu einem zusammengefasst werden, oder zwischendurch beeindruckende doppelseitige Zeichnungen das Geschehen einfangen. Mehr Panels bedeuten jedoch mehr Zeichnungen und damit mehr Aufwand für Charlie Adlard und seine Kollegen. Trotzdem sehen die Darstellungen wie gewohnt fantastisch aus und lassen keine Wünsche offen.

Nun aber genug Comic-Theorie für heute. Kommen wir zum tatsächlichen Inhalt: Nach Alphas Tod herrscht ein gewisses Machtvakuum in den Reihen der Whisperer und die Frage nach einem Nachfolger wird laut. Zum Glück hat Alpha selbst bereits Beta in Stellung gebracht, der als Nummer 2 ein gutes Leben hatte. Er wird in die Führungsrolle gezwungen. Im Laufe der Geschichte und vor allem beim ersten Aufeinandertreffen mit Ricks Gruppe kommt immer mal wieder die Diskussion auf, wer sich eigentlich unter der Maske versteckt. Warum macht er darum ein solch großes Geheimnis? Niemand der Whisperer scheint jemals sein Gesicht gesehen zu haben. Was ist passiert? Hat er eine schreckliche Verletzung, die er nicht zeigen möchte? Dies halte ich eher für unwahrscheinlich, da er mir nicht der Typ zu sein scheint, der sich so etwas zu sehr zu Herzen nimmt. Vielmehr wird es wohl tatsächlich darum gehen, wer er ist? War er eine berühmte Persönlichkeit? Oder ist er jemand, den wir kennen und Vendetta-mäßig gegen Rick und seine Gruppe vorgehen will.

Nach dem letzten Kampf und großen Verlusten, darunter Ezekiel, herrschen in Ricks Bündnis gewisse Spannungen. Die Saviors wollen sich mal wieder alle untertan machen und das Kingdom ist sich uneins, wer der neue Anführer werden soll. An dieser Stelle finde ich es erstaunlich, dass Rick nicht als Ratgeber eingesetzt wird und sich darum gekümmert hat, dass eine qualifizierte und angesehene Person die Rolle übernimmt. Doch er ist eher damit beschäftigt, herauszufinden, was mit Negan passiert ist, bis dieser schließlich wieder vor der Tür steht. Die Dynamik zwischen beiden Charakteren, die sowohl in der Serie als auch im Comic hervorragend funktioniert, ist jedes Mal ein kleiner Höhepunkt. Immer wieder umkreisen sie sich, wagen sich ein Stück näher an den anderen heran. Können sie sich vertrauen, oder nicht? In diesen wenigen Ausgaben, die die Geschichte einnimmt, lernen wir mehr über Negan als in den gesamten Ausgaben davor. Wir lernen unter anderem die Bedeutung von Lucille kennen.

Auch wenn der Kriegsaspekt sehr gut rüberkommt, ist es „a different kind of war“. Sie müssen nicht nur gegen die Whisperer vorgehen, sondern auch gegen ihre Heerscharen von Walkern, unter denen sie sich verstecken. Doch die Anführer, die Rick auserkoren hat, um sie zurückzuschlagen, darunter Dwight und Jesus, machen einen herausragenden Job und schrecken vor keiner Technik zurück, um ihre Reihen zu beschützen. Es entstehen gewaltige Bilder, die das Meer an Untoten perfekt in Szene setzen. Der Kontrast zur teils poetischen Sprache in den Dialogen trägt sein übriges zur spannenden Atmosphäre bei.

Als Letztes möchte ich schließlich noch Eugene erwähnen, der ebenfalls sehr beeindruckend seine Hingabe für die Sache zeigt. Er kommt sich interessanterweise immer noch so vor, als würde er keinen oder einen zu geringen Beitrag leisten. Zwischendurch setzt er die Konversation mit seiner Funkgeräte-Bekanntschaft fort. Dieser Subplot dauert noch schon eine Weile an und ich bin sehr gespannt, wie die Auflösung dazu aussieht. Und vor allem, wann wir sie zu sehen bekommen. Hilft die Unbekannte gegen die Whisperer oder handelt es sich um die nächste Bedrohung, die Rick und Co. überstehen müssen?

Geek-Planet | The Walking Dead: Book 13

Es ist Donnerstag. Wir schauen uns also einen alten Text von mir an. Der folgende erschien am 4. Jänner 2017 auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet«. Diesen gibt es allerdings nicht mehr. Ich möchte aber trotzdem, dass alle meine alten Texte an einem Ort versammelt sind. Deshalb suche ich mir jede Woche einen heraus, redigiere ihn und schreibe eine kleine Einleitung dazu.

Ich finde es tatsächlich äußerst spannend, meine alten Rezensionen zu lesen. Offen gestanden redigiere ich gerade sehr viele TWD-Texte und bereite sie für die Veröffentlichung vor. Gerade bin ich einige Monate voraus. Einen Puffer zu haben, ist natürlich nicht schlecht. Und ein kleines Projekt, wie die TWD-Texte fertig aufzubereiten, abschließen zu können, ist immer gut. Doch ich will wirklich wissen, wie es weitergeht, wie ich die Geschichten fand und worüber ich so schreibe. Hätte ich mir nicht gedacht. Deshalb will ich nicht weiter Worte verlieren. Steigen wir direkt ein.


Die Nachwirkungen von Alphas letzter Tat sind deutlich zu spüren und sorgen für einiges an Unruhe im stillen Alexandria. Rick muss seine Anführerrolle diverse Male verteidigen, sich mit Maggies „Konfliktlösung“ auseinandersetzen und natürlich sorgt Negan für Aufregung.

  • Creator, Writer: Robert Kirkman
  • Penciler, Cover: Charlie Adlard
  • Inker: Stefano Gaudiano
  • Gray Tones: Cliff Rathburn
  • Letterer: Rus Wooton
  • Erstveröffentlichung: 2015
  • Ausgaben: #145 – #156

“So I find myself in the position to lead you… and in this position I have learned my most important job… is to keep us from returning to those days. Not to keep you happy. Not to make you like me… Priority number one. Move forward. Don´t go back.” – Rick

„No turning back“, die erste Geschichte im aktuellsten dreizehnten Buch von The Walking Dead, dreht sich um die Konsequenzen, die unsere Protagonisten aus dem Angriff durch die Whisperer ziehen. Natürlich reagieren alle geschockt darauf, aber wie sie sich gegenüber Rick verhalten und welche Reaktion sie von ihm erwarten, ist sehr unverständlich. Sie wissen, was Rick alles durchgemacht hat, wohin er sie gebracht hat. Und doch halten sie ihm vor, nichts gegen die Whisperer auszurichten. Zwar vergraben sie die Köpfe der zwölf Getöteten und halten einen Gottesdienst ab, um gemeinsam trauern zu können, doch schon kurze Zeit darauf besteht höchste Gefahr, dass alles zusammenbricht, was sie sich in den vergangenen Monaten aufgebaut haben. Die Trauerphase ist übrigens äußerst kunstvoll und schlicht in den Zeichnungen umgesetzt. Ein paar Seiten sind den Trauernden gewidmet – Zeichnungen, ohne Dialoge oder sonstige Informationen. Die Bilder sprechen für sich. Außerdem erfahren wir, dass seit dem Krieg mit Negan mindestens ein Jahr vergangen sein muss, wenn nicht noch mehr.

In dieser Zeit scheinen alle vergessen zu haben, wie das Leben außerhalb der Communitys aussieht und dass sie sich eigentlich mitten in der Apokalypse befinden. Daran kann ihre ruhige Insel nichts ändern und keine Mauer kann sie vor den Schrecken schützen. Zwei Männer planen sogar einen Angriff auf Rick, den er nur knapp überlebt, indem er seinen coolsten Move einsetzt: Die Hauptschlagader am Hals durchbeißen.

Was ich mir schon beim letzten Mal gedacht habe, ist ebenfalls eingetroffen. Rick benötigt Unterstützung, und zwar in Form von Negan. Er hat seine Leute über ein Jahr am Leben erhalten. Er wurde gehasst und gefürchtet, aber er hat sie die ganze Zeit über beschützt und zusammengehalten. Im Moment reden die beiden nur und man könnte beinahe vergessen, was Negan getan hat, so überzeugend spielt er seine Beraterrolle. Ich bin sehr gespannt, wie das mit ihnen weiter geht und ob er Negan zum Zeitpunkt des Krieges aus der Zelle lässt. Doch nicht nur zwischen Rick und Negan gibt es ein klärendes Gespräch, er und Michonne kommen sich wieder näher und setzen ihre frühere gute Freundschaft fort, indem sie über ihre Trauer sprechen – wie sie damit umgehen. Zwei äußerst packende Szenen.

In der Zwischenzeit flüchtet Andrea mit Carl und Lydia aus Alexandria und geht nach Hilltop. Denn ein Teil des Hasses, der sich nicht gegen Rick richtet, konzentriert sich auf Lydia. Sie kommt von den Whisperern und wird beschuldigt. Eugene ist sogar derjenige, der vorschlägt, dass man sie doch als Strafe für Alpha foltern könnte. Ich fasse es einfach nicht, wozu diese Menschen so plötzlich in der Lage sind. Eigentlich müsste man die alle mit Negan in eine Zelle sperren.

Als Resultat des Gesprächs mit Negan entscheidet Rick, ein Militär aufzubauen und seine Leute damit im Glauben zu lassen, sie würden sich auf einen Krieg vorbereiten. Doch im Moment liegt sein Fokus eher darauf, sie beschäftigt zu halten, damit sie sich nicht gegenseitig die Köpfe einschlagen. „no turning back“ konzentriert sich sehr darauf, dass die Communitys nicht zurück zu den alten Gewohnheiten fallen, sondern weiterhin daran arbeiten, eine Zukunft aufzubauen. Denn wenn sie es sich mit den Whisperern verscherzen und diese mit ihren Walker-Horden angreifen, bleibt nicht mehr viel von ihnen übrig und sie müssen sich wieder auf der Straße durchschlagen.

“Please forgive me, Lord. I have killed… I am a killer… a good one.” – Father Gabriel

Die zweite Storyline im dreizehnten Buch ist „call to arms“. Darin werden die Vorbereitungen für ein unausweichliches Aufeinandertreffen der beiden Seiten getroffen. Alle, die sich freiwillig für das Militär von Alexandria gemeldet haben, werden für den Ernstfall trainiert. Welch bessere Möglichkeit gibt es dafür, als sich von Walkern umzingeln zu lassen und zu hoffen, dass alle fähig genug sind, um zu überleben. An dieser Stelle wird Gabriels Rolle wieder etwas mehr aufgegriffen. Er will nicht nur in der Kirche sitzen und für das Überleben beten, sondern dafür kämpfen. Der Charakter wurde mir in letzter Zeit etwas zu stiefmütterlich behandelt und es tut gut, ihn wieder öfter zu sehen – außerhalb von Trauerfeiern und Gebetsstunden. Es bleibt nur zu hoffen, dass er nicht reaktiviert wird, um im kommenden Krieg gleich wieder zu sterben.

Eugene verarbeitet langsam das Geschehene und konzentriert sich auf ein neues Projekt: Er repariert ein Funkgerät. Eigentlich ziemlich banal. Es überrascht mich, dass sie das nicht schon viel früher gemacht haben. Nicht unbedingt um neue Leute zu rekrutieren, das kann schnell gefährlich werden, aber zumindest um zu hören, ob da draußen jemand ist, der sich mit Hilfe solcher Geräte verständigt. Natürlich empfängt Eugene eine Nachricht und kommt sofort ins Gespräch mit der Dame am anderen Ende. Ich bin äußerst gespannt, wie sich das Ganze entwickeln wird. In der Serie Fear The Walking Dead endete die Funkgerätegeschichte nicht besonders positiv.

Der Hass auf Rick ist bei den meisten Leuten schon wieder abgeflacht und es lassen sich viele vom Militär ablenken. Doch Brandon, der Junge, der Carl mit dem Backstein geschlagen hat und dessen Vater von Rick getötet wurde, lässt sich sehr von seinem Hass leiten („Und Hass führt zur dunklen Seite …“), was ihn sogar dazu bringt, Rick anzugreifen. Er lässt sich das Ganze nicht mehr gefallen und in einer Nacht-und-Nebel-Aktion befreit er Negan. Es hat mich schon ziemlich überrascht, wie einfach jeder an die Schlüssel ran kommt. Die hätte man doch einschließen sollen oder Rick trägt sie um den Hals, aber sie einfach in einem Haus aufbewahren finde ich nicht gut. Haben sie keinen Polizei-ähnlichen Dienst, der für solche Dinge verantwortlich ist?

Jedenfalls gelingt ihnen die Flucht und natürlich gehen sie Richtung Whisperer. Doch Brandon ist ein Vollidiot und glaubt, Negan manipulieren zu können, was ihm schließlich das Leben kostet. Ich finde es äußerst spannend, wie Negan später mit den Whisperern umgeht. Er nimmt sich nicht zurück, sondern redet wie ein Wasserfall, reißt seine Witze, flucht und macht sich über ihre Aufmachung lustig. Außerdem bricht er wieder einmal Rekorde für die meisten Varianten von „Fuck“. Immerhin gelingt es ihm aber, sie so weit zu manipulieren, dass sie ihn zu Alpha bringen, mit der er schamlos „flirtet“ und sie anmacht. Meiner Auffassung nach hatte er tatsächlich vor, sich mit diesen Leuten gut zu stellen, damit er mit ihnen leben kann. Doch dann passiert etwas, wo er nicht einfach zusehen kann: Eine Frau wird beinahe vergewaltigt. Und wir erinnern uns, dass es dies bei den Whisperern nicht gibt. Wenn die Frau nicht stark genug ist, sich zu wehren, ist sie selbst schuld. Alpha wollte, dass ihre Tochter durch die Misshandlungen, die ihr mehr als nur einmal zugefügt wurden, stärker wird. Ist doch eine ganz selbstverständliche Methode, oder nicht? (Achtung: Sarkasmus!)

Doch diesen Bullshit lässt sich Negan nicht gefallen, und er bekommt Ähnlichkeiten mit Rick. Klar, er hat sehr schlimme Dinge getan, doch diese waren immer begründet und zum Schutz seiner Gruppe. Die Herrschaft durch Furcht hat ihm Respekt eingebracht und dafür gesorgt, dass er in Kontrolle blieb und dies bedeutete Sicherheit und Überleben. Die Linie, die er zieht, zum Beispiel Vergewaltigung und sinnlose Gewalt verabscheut, macht ihn doch wieder irgendwie sympathisch. In einem ruhigen Moment tötet er schließlich Alpha und hat vor ihren Kopf zu Rick zu bringen. Ich kann gar nicht klar genug ausdrücken, wie sehr ich mich auf dieses Aufeinandertreffen freue. Ich hoffe, die beiden machen gemeinsame Sache gegen die Whisperer, denn diese werden sich mit Sicherheit furchtbar rächen wollen.

„Call to arms“ setzt die Grundlagen für den bevorstehenden Konflikt gekonnt fort und es wird so mancher Charakter, der im Hintergrund blieb, ins Zentrum gerückt. Es wäre schön, wenn wir zwischendurch die anderen Communitys wie The Sanctuary (Negans früheres Territorium) und The Kingdom öfter sehen würden. Die Geschichte konzentriert sich doch sehr auf Alexandria und Hilltop. Aber das würde wahrscheinlich den Rahmen des Comics sprengen oder die einzelnen Geschichten um ein Vielfaches weiter ausdehnen.

Nun, da ich alle Comics nachgeholt habe, werde ich noch die nächste Geschichte „the whisperer war“ in einem Aufwasch besprechen und mich danach monatlich um die Comics kümmern. Ich freue mich schon darauf, die Reihe so zu verfolgen, wie sie veröffentlicht wird.

Geek-Planet | The Walking Dead: Book 12

Wie jeden Donnerstag sehen wir uns auch heute wieder einen alten Text von mir an. Der folgende erschien am 21. Dezember 2016 auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet«. Diesen gibt es allerdings nicht mehr. Trotzdem möchte ich, dass alle meine Texte an einem Ort versammelt sind.

Mir fällt immer wieder auf, dass ich eigentlich nur über die Geschichte an sich schreibe, aber wenig über das Wesen des Comics. Es ist mir schon immer schwergefallen, die Zeichnungen zu beschreiben, auf das Panel-Layout einzugehen oder gewisse Szenen hervorzuheben. Es ist wie der Score eines Films. Wenn es gut gemacht ist, nimmt man es kaum mehr wahr. So ist es mir bei TWD ergangen. Die Zeichnungen sind auf einem so hohen Level, der Fluss der Geschichte und Zeichnungen natürlich und das Auge wird mühelos geführt. Man versinkt förmlich in der Welt. Das ist etwas wirklich Großartiges. Das verdanken wir Charlie Adlard und seinen Kollegen, die etwas wirklich Einzigartiges schufen. Wirklich meisterhaft. Ich hätte öfter darüber schreiben und die Qualität hervorheben sollen.


Es war einmal ein kleiner Junge. Dieser Junge war der Sohn eines stolzen Königs. Er verliebte sich in eine junge Prinzessin. Sie war die hübscheste und liebevollste von allen Mädchen, die der Junge jemals gesehen hatte. Die beiden mochten sich so gern, dass sie gleich miteinander ins Bett hüpften. Das fand der Junge so toll, dass er ganz wütend wurde, nachdem die Prinzessin zu ihrer Königin-Mutter zurückgehen musste. Doch der Junge ließ sich das natürlich nicht gefallen und rannte ihr mit fliegenden Füßen nach. Hals über Kopf stürze er sich in das Abenteuer und dachte sich: „Scheiß auf die Konsequenzen“. Das fand die Königin gar nicht nett und zeigte dem Vater des Jungen ihre Horde an hässlichen Monstern. Es gab so viele von ihnen, dass sie bis zum Horizont zu reichen schienen. Doch das war nicht das Einzige, was die Königin-Mutter getan hatte. Denn sie besaß die Gabe des „House of black and white“ und konnte in einer Menge von Menschen untertauchen und sich als eine von ihnen ausgeben. Ganz verdutzt musste der König feststellen, dass seine Gattin mit diesem Theater viele seiner Freunde getötet und gepfählt hatte. Das fanden die Bewohner des Reiches vom gütigen König gar nicht gut. So verbreitete sich Zorn und Missgunst im Königreich. Die Rufe nach einer Schlacht wurden immer lauter.

  • Creator, Writer: Robert Kirkman
  • Penciler, Cover: Charlie Adlard
  • Inker: Stefano Gaudiano
  • Gray Tones: Cliff Rathburn
  • Letterer: Rus Wooton
  • Erstveröffentlichung: 2015
  • Ausgaben: #133 – #144

“Listen Maggie… don’t cross these people. We need to be really careful. I couldn’t see much… but I heard them… There were so many. It sounded like thousands.“

Im ersten Handlungsbogen in Book Twelve „whispers into screams“ steht Carl im Zentrum des Geschehens und darf sich für vieles verantwortlich Zeichnen. Rick hat sich dazu entschieden, ihn persönlich nach Hilltop zu bringen, damit er dort seine langersehnte Ausbildung zum Schmied beginnen kann. Anna, ein Mädchen aus Alexandria in seinem Alter, hat ihm einen Brief mitgegeben und man könnte erwarten, dass aus diesen beiden ein Paar werden könnte. Doch dann ist da natürlich noch Sophia, die Carl, seit sie aus Atlanta geflüchtet sind, kennt. Die beiden verbringen eigentlich viel Zeit miteinander. Auch wenn es manchmal etwas Spannungen gibt, könnte ich mir die beiden zusammen vorstellen. Doch natürlich musste es anders kommen.

Eine Patrouille, die nach zwei Vermissten sucht, wird von den Whisperern angegriffen und nur knapp kommt Jesus mit dem Leben davon. Doch es gibt eine überlebende. Zu diesem Zeitpunkt realisiert er, dass es nicht die Toten sind, die gelernt haben zu sprechen, sondern dass es sich dabei um eine etwas eigenartige Weise handelt, sich zu tarnen. Die Whisperer häuten die Toten und tragen diese als zweite Haut, um von diesen nicht angegriffen zu werden. Sie verhalten sich wie sie und reden nur im Flüsterton miteinander. Jesus schnappt sich die überlebende und bringt sie zurück nach Hilltop.

Carl zieht ärger an, wie Licht Motten. So gerät er in eine Schlägerei mit zwei Typen, die Sophia wehtun und ich glaube sogar vergewaltigen wollten. Dabei schlägt er sie halb tot. Das kann Maggie, so dankbar sie für die Rettung ihrer Ziehtochter ist, nicht ungestraft lassen und sperrt ihn erst einmal in eine Zelle ein, bis sich die Tatsachen geklärt haben. Zufällig kommt er in die Nachbarzelle, wo die überlebende der Whisperer steckt. Dabei handelt es sich um ein junges Mädchen, das so alt ist wie Carl und die beiden freunden sich an. Sie erzählt ihm alles, was sie so erlebt hat in den vergangenen Wochen und Monaten und wie es ihnen gelungen ist zu überleben. Dazu später mehr.

Widerstrebend lassen sie die beiden zusammen frei, damit ihr Carl zeigen kann, dass es eine bessere Art gibt zu leben, und zwar ähnlich, wie es früher vor den Walkern gewesen ist. Sie mögen sich wirklich sehr, die beiden und haben relativ schnell Sex, womit Carl seine Jungfräulichkeit verliert. Sehr romantisch tun sie es auf einem Feld neben dem Hühnerstall. Sehr klischeehaft.

Doch nicht alles ist gut, da sich die Eltern der beiden halb toten Jungen eine härtere Strafe für Carl wünschen und gemeinsam mit Gregory (ja, den gibt es noch immer) einen Putsch auf Maggie planen. Hierbei zeigt sich, wie unfähig, feige und hinterlistig Gregory ist. Denn er will sie gleich töten, aber statt es offen auszukämpfen, versucht er sie zu vergiften. Blöd nur, dass er eine zu geringe Dosis verwendet hat und Jesus im richtigen Zeitpunkt zur Tür hereinkommt. Gregory ist das typische Arschloch der Geschichte, das man mit jeder Faser seines Körpers verachten kann. Keine Spur von Integrität oder Autorität, aber trotzdem Anführer sein wollen. Einfach lächerlich.

Wenig später erscheint eine große Gruppe der Whisperer vor den Toren und fordert ihr Mitglied zurück, im Austausch gegen die beiden vermissten von zuvor. Um Schlimmeres zu vermeiden, geht Maggie auf den Handel ein. Doch sie hat nicht mit der Zuneigung zwischen Carl und Lydia gerechnet. Also bricht er mitten in der Nacht auf, um den Whisperern zu folgen.

“I have marked our border… you will know it when you see it. Take my daughter across it… and see that you never return. If you cross onto our land… my horde will cross onto yours.” – Alpha

In der zweiten Storyline „life and death“ wird Carl rasch von den Whisperern entdeckt und von ihrer Anführerin Alpha zu ihrem Lager gebracht. Dort erfahren wir, wie sie wirklich leben. Sie sind immer auf den Beinen und nie lange an einem Ort. Sie jagen, was sie zum Essen benötigen, oder essen Beeren und Früchte, die sie auf dem Weg finden. Und wenn es einmal einen Tag oder zwei nichts gibt, gehört das zum Leben dazu. Das Prinzip dahinter ist, dass sie so leben wollen wie Tiere. Sie verzichten sogar auf Namen. Es ist eine ziemlich spannende Strategie, wenn man genauer darüber nachdenkt. Denn so kann man mit den Walkern in einer Welt leben, ohne sie dauernd bekämpfen zu müssen. Später erfahren wir, dass sie mit ihrer Lebensweise in der Lage sind, Tausende von Walkern zu kontrollieren und navigieren. Sie halten die Horden an einem Ort mehr oder weniger fest, um sich gegen größere Gruppen verteidigen zu können.

Den einzigen Makel, den diese Gruppe und ihre Lebensweise hat, ist, dass sie alles so machen wie Tiere. Lydia, als attraktives junges Mädchen, ist natürlich Ziel von so manchen begierigen Männern und da sie wie Tiere leben, lehnen sie das Konzept von Vergewaltigung ab. Wenn jemand Lust verspürt, sie sich einfach zu schnappen und mit ihr zu tun, was er möchte, dann ist es nun einmal so. Sie sind schließlich Tiere und haben sich von dem Konzept der Zivilisation abgewandt. Bestialisch, unverständlich. Da überrascht es nicht, dass sie gern Zeit mit Carl verbringt, der sie gut behandelt und sie beschützen möchte.

Parallel zu diesen Ereignissen startet die Fair, die in Alexandria abgehalten wird und alle Gemeinden zusammenbringt. Dort erzählt Maggie, dass Carl abgehauen ist. Allerdings verschweigt sie, dass sie Gregory als Strafe erhängt hat. Nicht nur zum Schutz ihrer Position als Anführerin, sondern um ein Exempel zu statuieren. Damit verstößt sie gegen alles, was Rick in den vergangenen Monaten hat aufbauen wollen. Natürlich zögert Rick nicht lange und mit Michonne und ein paar anderen macht er sich auf den Weg, um die Gruppe an Whisperern aufzuspüren.

Apropos Michonne. Diese haben wir seit dem Ende des Krieges gegen Negan nicht mehr gesehen. Ihr erster Auftritt nach so langer Zeit ist sehr cool. Denn Rick hat am Tag zuvor einen Weg zur Küste gemacht, wo sie sich mit ihr treffen wollen. Dort segelt sie gerade mit ihrer Mannschaft in den Hafen der kleinen Stadt ein. Es ist ein Bild wie Johnny Depp in Pirates of the Caribbean.

Es dauert nicht lange, bis Rick und seine Truppe die Whisperer ausfindig machen, immerhin wollen diese gefunden werden und Alpha redet eine Weile mit Rick. Während Rick mit Carl redet, schleicht sich Alpha davon und taucht in der Fair unter. Das gelingt ihr relativ einfach, da Carl und Rick sich streiten. Rick will verschwinden, solange sie die Möglichkeit dazu haben, Carl weigert sich aber, da er Lydia nicht diesen Bestien überlassen will. So kann sich Alpha einen guten Überblick über ihre Gegner verschaffen. Überraschenderweise sieht sie nach ihrer Rückkehr ein, dass ihre Tochter nicht in diese Welt passt und Rick und Carl sie mit in ihre Welt nehmen sollen. Allerdings sollten sie nicht die von ihr markierte Grenze überschreiten. Dankbar für diese Möglichkeit machen sie sich auf den Rückweg, nur um festzustellen, was diese Markierung ist: Alpha hat zwölf Mitglieder aus den Communitys getötet und ihre Köpfe auf Pfähle gesteckt – dies ist die Grenze. Unter den Opfern ist Ezekiel, Rosita (die schwanger war) und andere bekannte Gesichter.

Im zwölften Buch von The Walking Dead wird immer mehr von den Whisperern ans Licht gebracht, bis wir schließlich mehr oder weniger alles über sie wissen. Doch so wie die Unwissenheit bei Negan das unheimlich war, so ist es bei Alphas Gruppe das Gegenteil. Wir wissen, wozu sie in der Lage sind, wie viele sie sind und dass sie die Walker mehr oder weniger unter Kontrolle haben. Wie üblich sind die Zeichnungen von bester Qualität. Besonders die Masken der Whisperer kommen hervorragend zur Geltung.

Geek-Planet | The Walking Dead: Book 11

Es ist Donnerstag. Das heißt, wir sehen uns einen alten Text von mir an. Der folgende erschien am 7. Dezember 2016 auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet«. Diesen gibt es allerdings nicht mehr. Trotzdem möchte ich, dass meine alten Texte auffindbar sind. Deshalb suche ich mir jede Woche einen aus meinem Archiv, redigiere diesen und versehe ihn mit einer kleinen Einleitung.

Nachdem ich die Comics von TWD erst spät angefangen habe zu lesen, bin ich nie so wirklich in den Genuss der Marketing-Kampagnen gekommen. Natürlich bekommt man diese am Rande mit. Zu der Zeit habe ich besonders intensiv Comics verfolgt und noch mehr gelesen. Außerdem habe ich Podcasts zum Thema gehört. Doch erst, wenn man die entsprechenden Geschichten verfolgt, kann man diese Kampagnen, solange sie gut gemacht sind, genießen. Deshalb hat es mich damals umso mehr gefreut, dass die Hardcover-Edition ein paar Ausschnitte davon enthalten hat.

Bonusmaterial war und ist vielleicht noch immer eher selten anzutreffen. Doch ich mag es, wenn die Autor*innen oder Künstler*innen zumindest etwas über ihren Prozess schreiben. Was haben sie sich dabei gedacht? Gibt es Anlehnung an reale Ereignisse? Was inspiriert sie? Was denken sie über Thema x? Manche machen das ausführlicher, manche weniger. Viele haben allerdings eigene Newsletter, die man abonnieren kann. So bleibt man nicht nur auf dem Laufenden, sondern kann einen Blick hinter die Kulissen werfen.


Der Krieg gegen Negan geht weiter und kann mit diversen Showdowns aufwarten, die es in sich haben. Das überraschende Ende dieses Krieges setzt jedoch ein Zeichen für eine neue Zivilisation. Fortschritt und Weiterentwicklung sind die Stichpunkte, unter denen die beiden Story-Arc festzulegen sind.

  • Creator, Writer: Robert Kirkman
  • Penciler, Cover: Charlie Adlard
  • Inker: Stefano Gaudiano
  • Gray Tones: Cliff Rathburn
  • Letterer: Rus Wooton
  • Erstveröffentlichung: 2015
  • Ausgaben: #121 – #132

“Someone is going to tell you to get used to this. That feeling of being scared and sad. They’re going to say it’ll be better when you learn to ignore it. Don’t listen to them. Hold onto it, remember it… don’t let yourself forget it. It’s too easy to lose.” – Carl

Nachdem Rick beim letzten Mal einfach ohnmächtig wurde, starten wir den zweiten Teil von „all out war“ aus seiner Perspektive. Er war zwar lediglich eine Stunde ausgeknockt, doch diese kurze Zeit reicht schon aus, damit sich Alexandria in ein Kriegsgebiet verwandeln konnte. Der Staub hat sich gelichtet, Negan ist mit seinen Männern abgezogen und unsere Protagonisten sind damit beschäftigt, nicht von Walkern angegriffen zu werden, die durch das beschädigte Tor eingedrungen sind. Die Zeichnungen vermitteln einen wahrlich katastrophalen Eindruck. Mindestens jedes zweite Haus hat Schäden davongetragen, die Straßen sind von den Granaten zerstört und von den Gefallenen möchte ich gar nicht erst anfangen.

Doch schnell ist Rick wieder bei Sinnen und ordert alle an, sich am Tor zu versammeln. Sie fahren nach Hilltop, um sich dort neu zu gruppieren und einen eventuellen Gegenschlag auf Negan auszuführen. Ein Thema, welches dort angesprochen und bei The Walking Dead immer wieder aufgegriffen wird, ist die Nahrung, die ihnen zur Verfügung steht. Besonders im Vergleich zur Ablegerserie Fear the Walking Dead, wo dies unglaublicherweise kaum ein Problem zu sein scheint, reden sie im Comic oft davon und dass sie bald rationieren müssen. Wenn man viele TWD-Comics innerhalb kurzer Zeit liest, kann das Thema zwar schon teilweise ermüdend sein, doch es ist eine ständige Sorge, die einen begleitet. Was für die Nahrung gilt, gilt allerdings auch für Munition, die sie seit geraumer Zeit selbst produzieren können oder konnten. Negan hat nämlich das Produktionsteam entführt.

Apropos: Es ist erstaunlich, wie viele Menschen in den drei Orten unterkommen. Immer wieder strömen Leute durch das Tor von Hilltop. Während sie dabei sind, neue Pläne zu schmieden und ihre Wunden zu versorgen, stellt sich heraus, dass Jesus schwul ist. Zumindest deutet sich das sehr stark an. Nachdem Aaron und sein Partner immer darüber gewitzelt haben, dass sie die letzten Homosexuellen auf der Welt wären, ist diese Entwicklung eine schöne positive Entwicklung.

Aber zurück zum Krieg: Negans Grausamkeit ist nicht zu übertreffen und er hat den gleichen Plan wie Rick – so schnell wie möglich zurückschlagen, während die andere Seite geschwächt ist. Doch zuvor kontaminieren sie ihre Nahkampfwaffen wie Äxte, Messer und Pfeile mit dem Blut von Walkern, womit sie ihre Gegner nicht direkt töten müssen, da diese, sobald sie mit dem Waffen verwundet werden, sowieso langsam verenden und durch das Fieber sterben. Immer wieder kommt der Gedanke hoch, warum Dwight, unser Überläufer und heimlicher Rick-Befürworter, nicht endlich Negan ausschaltet. Immerhin hätte er genug Gelegenheiten dazu gehabt.

Doch wenn er es getan hätte, kämen wir nicht in den Genuss eines nächtlichen Angriffs von Negan. Er und seine Männer brechen mit einem großen Militärtruck durch die Wände. Anfangs sieht es so aus, als ob sie nun doch gewinnen würden, doch Rick hat einen Hinterhalt im Ärmel. Seine Leute haben sich in den Autos versteckt und schalten zum richtigen Zeitpunkt die Scheinwerfer ein, womit sie die Leute von Negan blenden und so einfacher dezimieren können. Schließlich sieht sich der Tyrann gezwungen, sich mit seinen Männern zurückzuziehen.

Kurz darauf kommt es endlich zum großen Showdown zwischen den beiden Anführern: Rick vs. Negan. Die beiden liefern sich einen ziemlich guten Kampf. Dwight nutzt die Gelegenheit, sobald Rick seinen Gegner überwältigt hat, um die neue Führung zu übernehmen. Hier kommt etwas Erstaunliches zum Tragen, was sich in der nächsten Story-Arc fortsetzt: Fortschritt. Rick entwickelt sich weiter und ist über das Töten hinaus. Er lässt Negan leben und beschließt stattdessen, ihn einzusperren. Sie planen eine neue Zivilisation aufzubauen und jemanden umzubringen ist kein guter Start dafür.

“There were times that boy was… he was all I was living for. He was my life. Now I have to figure out a way to let him go? But that’s parenting right? You have to let them go eventually.” – Rick

Der zweite Handlungsstrang „a new beginning“ startet ein paar Wochen später, vielleicht sogar Monate, wenn man sich die Umgebung ansieht und was unsere Freunde alles aufgebaut haben. Rick hat sich weiterentwickelt. Nicht nur optisch, sondern vor allem mental hat er Erstaunliches durchgemacht. Er ist nicht mehr der wilde Anführer, sondern ist so etwas wie der weise alte Mann geworden, der unter den einzelnen Kommunen wie eine Legende gefeiert wird. Dies zeigt sich hauptsächlich dann, als er Carl von Alexandria zum Hilltop bringt. Ja, er hat sich mit Andrea und seinem Sohn wieder in Alexandria ein Leben aufgebaut. Es gibt Farmen, verschiedene Tiere, eine Mühle und mehr. Alles, was man für ein gutes Leben benötigt.

Am meisten überrascht war ich aber von Carl. Nicht nur nennt er Andrea „Mom“, was ich äußerst süß finde, er will auch zu Earl nach Hilltop, um dort zu lernen, wie man Schmied wird. Ich hätte ihn bisher eher so eingeschätzt, dass er zur Garde der Ritter möchte, die die Hauptstraße zwischen den beiden Städten bewachen. Doch schon seine Schnitzereien, die er einem Freund zeigt, zeugen von einem ruhigen und gefestigten jungen Mann.

Überhaupt sehen alle Charaktere anders aus. Dies mag an der neuen Umgebung liegen, doch sie handeln nicht mehr gehetzt, sondern lassen sich Zeit für die Dinge. Beim letzten Mal hatte ich geschrieben, dass es cool wäre, wenn The Walking Dead wieder etwas zu seinen Wurzeln zurückfinden würde, doch diese Einstellung hat sich nach der Lektüre des elften Bandes geändert. Die Geschichte und ihre Protagonisten müssen sich weiterentwickeln. Quasi auf zu neuen Ufern segeln. Dies ist wichtig, damit der Comic interessant bleibt.

Diese Einstellung findet sich ebenso im Bonusmaterial des Buches wieder. Die Kampagne zu „a new beginning“ war davon geprägt, etwas Neues zu präsentieren. Es ist den Machern gelungen. Doch die Action kommt nicht zu kurz. Bereits am Anfang locken ein paar Männer und Frauen unter der Leitung von Eugene hunderte, wenn nicht sogar tausende Zombies weg von den drei Niederlassungen. Dabei entdecken sie auch eine Gruppe von „Gestrandeten“. Blöderweise sind diese im Weg der Herde. Nachdem sich aber herausgestellt hat, dass sie mehr oder weniger friedlich unterwegs sind, nehmen sie Rick und Andrea in ihre kleine Stadt mit auf. Ich bin, was diese Gruppe anbelangt, noch äußerst skeptisch, mal sehen, was sich daraus entwickelt.

Doch Probleme lassen nicht lange auf sich warten. Es wird eine neue Gruppe von Gegnern etabliert, die eine ziemlich raffinierte Art haben, sich unter den Walkern zu verstecken. Wären ihre Absichten nur ebenso gut. Sie werden im Laufe der Geschichte als Whisperers bezeichnet und wirken sehr beängstigend. Es ist gut, nun eine andere Art von Gegnern zu haben. Der Gouverneur und Negan, der im neuen Gefängnis von Alexandria seine Strafe absitzt, waren doch sehr forsche Typen. Da tut die angedeutete, kommende Abwechslung richtig gut.

Book Eleven beendet zum einen den fantastisch inszenierten, dreiteiligen Krieg gegen Negan. Zugleich setzt er viele schöne Zeichen, dass die Geschichte bereit ist, eine neue Ära anzufangen.

Geek-Planet | The Walking Dead: Book 10

Es ist Donnerstag. Das heißt, wir sehen uns einen alten Text von mir an. Der folgende stammt vom 23. November 2016 und erschien auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet«. Da es diesen nicht mehr gibt, suche ich mir jeden Monat einen alten Text von mir aus, redigiere diesen und versehe ihn mit einer kleinen Einleitung.

Die Einführung von Kingdom ging in den Comics wohl relativ schnell. Hat sich Staffel sieben Zeit gelassen und jeder Partei im kommenden Konflikt eine volle Episode gewidmet, so geht es in den Comics relativ schnell. Zumindest kommt das in meinem Text so rüber. An die Geschichte an sich kann ich mich nicht mehr im Detail erinnern. Neun Jahre sind eine lange Zeit. Auch wenn die schönen Hardcover-Editionen von TWD weiterhin im Regal stehen. Sie sehen wirklich toll aus. Das physische Medium hat eben doch nichts an seinem Reiz verloren.


In einer Welt voller Zombies bricht ein Krieg zwischen den Menschen aus. Denn warum sollte man versuchen, friedlich zusammenzuarbeiten und die Zivilisation wieder aufzubauen, wenn man als Tyrann herrschen und andere Unterdrücken kann, ohne dass einem jemand etwas anhaben kann. Außer natürlich man trifft auf Rick Grimes. Den letzten Polizisten auf diesem gottverdammten Planeten. Der Letzte, der versucht, etwas Großes und Dauerhaftes aufzubauen. Und dieser Cop will nun Krieg, also wird es auch Krieg geben. Blutig, brutal und erbarmungslos.

  • Creator, Writer: Robert Kirkman
  • Penciler, Inker, Cover: Charlie Adlard
  • Gray Tones: Cliff Rathburn
  • Letterer: Rus Wooton
  • Erstveröffentlichung: 2014
  • Ausgaben: #109 – #120

“We’re starting down a path… and I don’t know how long it is, or where it goes along the way… but I know it ends in a good place.” – Rick

Nach der Vorstellung von Ezekiel keimt Hoffnung auf in unserem rechtschaffenen Polizisten. Er lässt die fähigsten Leute aus Alexandria, The Kingdom und Hilltop zusammenkommen, um für den bevorstehenden Krieg zu trainieren. Er muss nicht nur herausfinden, wen es sich lohnt mitzunehmen, sondern auch eine Strategie festlegen, die am besten zur Truppe passt, die ihm zur Verfügung steht. Dabei hat er wirklich Glück, denn Ezekiel hat eine fantastische Mannschaft zusammengestellt, auch wenn seine Anführerqualitäten etwas zu Wünschen übrig lassen. Wie wir in der zweiten Story-Arc des Buches sehen werden.

Es stimmt sehr zuversichtlich, dass so viele Männer und Frauen zusammengekommen sind, um der tyrannischen Herrschaft von Negan ein Ende zu bereiten und dass diese auch gut trainiert sind. Dies kombiniert mit der Munitionsfabrik von Eugene und einem erfolgreichen Erstschlag sollte einem Erfolg eigentlich nichts mehr im Weg stehen. Wäre da nicht Ricks impulsive Ader.

Worin Rick ziemlich gut ist und in den vergangenen Tagen oder Wochen auch war, ist die Tatsache, dass es ihm tatsächlich gelungen ist, die meisten davon zu überzeugen, er würde gemeinsame Sache mit Negan machen. Als wäre er davon überzeugt, dass es das Beste ist, sich nicht mit ihm anzulegen. Dass er ihn quasi gebrochen hat. Darin ist er so gut, dass Spencer, der Sohn des ehemaligen Alexandria Chefs, einen Versuch unternimmt, die Führung Rick abzunehmen – hinter dessen Rücken. Denn Negan macht mal wieder einen seiner Opferungsbesuche persönlich. Doch Rick ist noch nicht von dem Lebensmittel-Trip zurück. Die Unterhaltung, die sich zwischen Spencer und Negan entfaltet, ist ziemlich interessant und man kann nicht wirklich einschätzen, wie diese enden wird. Jedenfalls wird es nicht schön.

Als Rick dann schließlich zurückkommt und darüber informiert wird, was vorgefallen ist, spielt er kurze Zeit noch mit, bevor er spontan beschließt, Negan auf dem Weg nach Hause zu überfallen. Direkt vor den Toren Alexandrias. Dies ist die wohl dümmste Entscheidung, die er seit langem getroffen hat. Nicht nur unterschätzt er Negan gewaltig und denkt nicht einmal daran, dass dieser eventuell irgendwo Verstärkung versteckt hält, er wirft damit ihren bisherigen Plan über den Haufen. Mit viel Glück kommen sie relativ glimpflich aus dieser Sache wieder heraus und sind nun gezwungen, schnell zu handeln.

Der eigentliche Krieg wird überraschenderweise in zwei Teile aufgeteilt, so umfangreich ist der Schauplatz, indem sich das alles abspielt. „all out war (Part 1)“ beginnt mit einer frontalen Gegenüberstellung und damit einer Machtdemonstration vonseiten Ricks. Er stellt seine gesamte Armee gegenüber den Eingangstoren Negans auf. Erst war ich mir nicht sicher, was sie sich dabei gedacht haben, doch eigentlich ist es ziemlich clever. Sie schießen, was das Zeug hält, und wenn sie dabei noch ein paar Männer ausschalten können, umso besser. Doch primär geht es darum, Fester einzuschießen und einfach viel Lärm zu veranstalten, um damit Walker anzulocken, mit denen sie Negan in seine Fabrik einsperren. Doch jemand muss sich opfern, um den Zaun niederzureißen. Es fällt auf Abrahams ehemalige Freundin zurück, die sich für diese Mission freiwillig meldet, da sie glaubt, nichts mehr verlieren zu können.

Als Nächstes sind die Außenposten an der Reihe und diese fallen sehr unterschiedlich aus, was deren Übernahme anbelangt. Während Rick relativ erfolgreich ist und nur wenige Männer verliert, büßt Ezikiel seine gesamte Belegschaft ein und kommt nur knapp mit dem Leben davon. Leider wird aus den dargestellten Ereignissen nicht ganz klar, was der Grund für seine Niederlage ist. Allerdings schätze ich eher, dass er die falsche Strategie gewählt und sich zu sehr auf den Überraschungseffekt verlassen hat.

Diese Niederlage bekommen sie dann noch ziemlich stark zu spüren, da die Mannschaft aus dem Stützpunkt Negan dabei hilft, die Zombies vor seiner Tür zu vertreiben und einen harten Gegenschlag auf Alexandria durchführt.

Es war irgendwie klar, dass Negan doch Waffen versteckt hält. Bedauerlicherweise sind darunter viele Granaten, die gut dazu geeignet sind, die Häuser niederzureißen. Aarons langjähriger Freund verliert dabei sein Leben, was ich ziemlich schade finde, da die beiden ein gutes Paar abgegeben haben. Ganz knapp entrinnen sie dem Untergang, da es Maggie in Hilltop gelingt, die Kontrolle von Gregory an sich zu reißen. Mit einer Mannschaft eilt sie den Bewohnern von Alexandria zu Hilfe. Außerdem erweist sich ihr Maulwurf unter Negans Reihen, Dwight, als äußerst nützlich.

Im Prinzip hat der erste Teil des Krieges zwischen den vier Parteien niemand gewonnen. Auf allen Seiten wurden schwere Verluste und Schäden erlitten. Das Einzige, was nun zwischen Sieg und totaler Niederlage steht, ist die Frage, wer sich am schnellsten erholen kann und einen Gegenschlag ausführt. The Walking Dead entwickelte sich in den letzten drei großen Story-Arc zu einem Kriegsschauplatz und drehte sich weniger um das Überleben in der Zombieapokalypse. Ich finde diesen Aspekt der Erzählung grundsätzlich spannend. Zu sehen, wie sich solche Konflikte lösen könnten. Vor allem liegt es aber auch an der atemberaubenden Umsetzung, dass die Story-Arcs so mitreißend sind. Doch ich freue mich auch wieder auf die einfacheren Aspekte. Quasi ein bisschen back to the roots.

Eine große Frage, die schon länger in mir herumgeistert, ist, ob wir noch länger in Alexandria bleiben oder ob Rick und Co. dieses Gebiet verlassen. Immerhin haben sie noch Hilltop und The Kingdom als alternative Möglichkeiten übrig. Außer natürlich, wenn sie im zweiten Teil von „all out war“ vernichtet werden.

Schade, dass nur mehr drei Bücher übrig sind, die ich lesen kann (11 bis 13). Aber das Positive ist, dass ich die Reihe dann monatlich verfolge und in einen dauerhaften Genuss von Cliffhangern komme. Doch erst einmal ist Book Eleven an der Reihe.