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Geek-Planet | The Walking Dead: Book 9

Wie jeden Donnerstag werfen wir auch heute einen Blick in die Vergangenheit. Genauer gesagt auf den 09. November 2016. An dem Tag erschien der folgende Text auf meinem ehemaligen Blog »Geek-Planet«. Diesen gibt es allerdings nicht mehr. Trotzdem sollen alle meine alten Texte auffindbar sein. Also suche ich mir jede Woche einen aus und veröffentliche ihn erneut.

Bei der Wiederveröffentlichung der alten Texte zu The Walking Dead habe ich mich an ein einfaches Prinzip gehalten: Comics und Bücher wechseln sich jede Woche ab. Doch scheinbar habe ich Book 9 deutlich vor Staffel 7 gelesen. Aber das soll dem Genuss des Textes oder der Geschichte keinen Abbruch tun. Es ist immer wieder interessant, was in welchem Medium anders gemacht wurde. Wie kommt Carl in die Basis von Negan? Was betont Negan in Bezug auf die Frauen, die er sich hält? Werden manche Dinge in der Serie modernisiert? Es ist immer wieder spannend zu beobachten. Manchmal sind es nur Nuancen, aber diese können einen großen Unterschied machen.


In The Walking Dead ist niemand sicher. Das haben die beiden Handlungsstränge im neunten Buch eindeutig gezeigt. Vor allem kann man sich auf keinen Fall darauf verlassen, dass nur, weil jemand in der Serie überlebt, dies im Comic ebenso ist oder war. So müssen wir uns von zwei Charakteren verabschieden, die durchaus ans Herz gewachsen sind.

  • Creator, Writer: Robert Kirkman
  • Penciler, Inker, Cover: Charlie Adlard
  • Gray Tones: Cliff Rathburn
  • Letterer: Rus Wooton
  • Erstveröffentlichung: 2011
  • Ausgaben: #97 – #108

“Eeny, meeny, miny, moe, Catch a tiger by the toe. If he hollers, let him go, My mother told me to pick the very best one and you are it” – Negan

Das letzte Mal haben ein paar Leute Rick zum Hilltop begleitet, wo er, dank eines Deals mit Gregory, viele Lebensmittel bekommen hat. Auf dem Weg nach Hause werden sie aber von Negans Leuten überfallen. Alle zu Hause sind natürlich froh, dass sie überlebt haben und nehmen dankbar die Waren entgegen. Doch der Deal, den Rick mit Gregory gemacht hat, muss erstmal verdaut werden. Denn für die Hälfte all ihrer Lebensmittel sollen die Bewohner Negan töten. Dieser nimmt den „Anschlag“ auf seine Leute allerdings nicht optimal auf. Als Rache dafür versuchen weitere Leute von ihm, Alexandria zu übernehmen. Dies ist aber ein ziemlich halbherziger Versuch und dank Andrea’s Geschick mit dem Scharfschützengewehr sind die Eindringlinge schnell wieder vertrieben.

An dieser Stelle macht Rick einen Fehler. Er geht davon aus, dass Negan vernünftig bzgl. normal denkt. Da er zu wenig Informationen von ihm hat und später herausfinden muss, dass Gregory ihm nie persönlich begegnet ist, konnte er nicht anders denken. Der Boss von Hilltop wird zu einer noch unsympathischeren Figur. Nicht nur verheimlicht er Informationen, er hat auch wenig Mitleid mit dem, was vorgefallen ist.

Auf dem Weg zurück nach Hilltop, wo sich Rick Unterstützung für einen Primärschlag auf Negan erhofft, werden sie von eben jenem überfallen und es zeigt sich das gleiche Szenario wie in der Serie. Das schöne Kindergedicht „Eeny, meeny, miny, moe“ wird nie mehr das Gleiche sein. Alle unsere Freunde knien in einem Halbkreis vor Negan, während dieser zu entscheiden versucht, wen er nun mit seinem Baseballschläger Lucille töten soll. Kurz gesagt: Es trifft Glenn.

Was sich in den folgenden Panels abspielt, ist abstoßend, erschreckend und an Brutalität kaum zu übertreffen. Die Zeichnungen von Charlie Adlard sind Wahnsinn und das in allen nur möglichen Interpretationen des Wortes. Der erste Schlag tötet Glenn nicht. Man sieht sein Gehirn, ein Auge fällt raus und er kann nicht mehr richtig denken. Man hofft, dass Glenn aus diesem Leid befreit wird. Ich erinnere mich an die Szene in Detective Comics, in der der Joker Jason Todd, den zweiten Robin, mit einer Brechstange zu Tode prügelt. Genau das passiert hier mit Glenn, nur grausamer. Ich musste den Comic kurz weglegen und das Geschehene verarbeiten, bis ich wieder weiterlesen konnte. Das Schlimmste an all dem ist, dass alle anderen – Rick, Andrea, Maggie, Sophia, Carl – einfach zusehen mussten. Negan ist der Herr über dieses Gebiet, das hat er damit eindeutig klargemacht.

Doch damit ist noch lange nicht Schluss mit der ersten Geschichte „something to fear“, denn eine weitere Person verliert dort ihr Leben. Eugene und Abraham machen sich auf den Weg, um einen Ort aufzusuchen, der für die Munitionsherrstellung verwendet werden kann. Negans Leute haben sich allerdings auf den Straßen breit gemacht und töten kurzerhand Abraham. Abraham! Gerade als er begonnen hat, sich mit Eugene zu vertragen. Abraham, der ein großes Standbein für diese neue Gemeinschaft ist. Genauso wie Glenn. Wir haben zwei große Charaktere verloren, die in zukünftigen Geschichten vermisst werden. Glenn war von Anfang an dabei, Abraham ist schnell ans Herz gewachsen. Beide konnten viel mitbringen. Doch ich bin zuversichtlich, dass Rick sie entsprechend rächen wird. Doch um dies zu tun, muss er erst einmal klein beigeben und mit Negan kooperieren.

Damit ist die Schreckensherrschaft von Negan jedoch nicht komplett etabliert. In „what comes after“ holt sich Negan seine erste Opferung von Alexandria persönlich ab. Carl schleicht sich an Bord seines Vans, mit Abrahams Maschinengewehr, und fährt so mit zu dessen Stützpunkt. Dieser stellt sich als wahre Festung heraus. Eine ehemalige Metallfabrik ist dessen Unterschlupf. Umgeben von Zäunen. Dicke Wände sorgen für entsprechenden Schutz. Carl gelingt es überraschenderweise, eine Handvoll von Negans Männern zu erschießen. Wenn er eine Pistole oder zwei mitgenommen hätte, wäre er vielleicht sogar in der Lage gewesen, Negan zu töten, doch für Abrahams Waffe ist er einfach noch zu jung und klein.

Negan hat schon recht, als er sagt, dass Carl richtig dicke Eier hat, um sich mit ihm anzulegen. Überraschenderweise führt er ihn dann in seinem Zuhause herum. Zeigt ihm einiges und führt ihn in seine Suite. Zuerst dachte ich, dass er ihn nun vergewaltigen würde. Zum Glück ist dies nicht der Fall. Was er aber macht, ist, dass er Carl seinen Verband abnehmen lässt, der sein Auge verdeckt. Es sieht zwar schrecklich aus, dieses Loch in seinem Kopf, doch dank Negan bekommt er den Mut, dies nicht mehr zu verstecken, sondern offen zu zeigen.

In der Suite erfahren wir aber noch mehr von diesem neuen Bösewicht. Denn, nachdem er die Kontrolle über alle innehatte, nahm er sich mehrere weibliche Mitbewohner und deklarierte sie als seine Frauen. Und wehe sie betrügen ihn mit ihren ehemaligen Geliebten. Eine tut dies leider und dieser muss dann eine harte Strafe zahlen. Mit einem Bügeleisen ähnlich aussehenden Metallteil, das in flüssigem Stahl erhitzt wurde, brennt er dessen halben Kopf weg. Dies ist eine weitere dieser grausamen Szenen, mit denen Robert Kirkman aufwartet. Da glaubt man, es kann nicht mehr schlimmer werden als mit dem Governor oder Ramsay Bolton aus Game of Thrones. Doch dann kam Negan.

Am Ende offenbart Jesus Rick noch eine dritte Partei, die von einem König mit entsprechendem Tiger angeführt und als Königreich angesehen wird. Gemeinsam beschließen sie, gegen ihren Tyrannen vorzugehen. Ich bin äußerst gespannt, wie sich das entwickelt.

Book Nine hat mir außerordentlich gut gefallen. Es steht wieder einiges auf dem Spiel. Die letzten zwei bis drei Bücher waren zwar unterhaltsam und spannend, doch es wurde wieder Zeit für einen guten Bösewicht. Jemand, der das Leben unserer Protagonisten gefährdet. Jemand, der eine Atmosphäre der Unsicherheit und Anspannung schafft. Dies hat der Autor hiermit wahrlich erreicht. Worauf ich mich in diesem Zuge nicht wirklich freue, ist die TV-Umsetzung der genannten Szenen. Wenn sich die Macher der Serie auch nur annähernd an die Vorlage halten, wird das sehr grausam mit anzusehen sein.

Geek-Planet | The Walking Dead: Book 8

Es ist Donnerstag und das bedeutet, wir sehen uns einen alten Text von mir an. Der folgende erschien am 26. Oktober 2016 auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet«. Ich möchte meine Texte an einem Ort versammelt wissen, deshalb suche ich mir jede Woche zufällig einen aus. Dieser wird redigiert und mit einer kleinen Einleitung versehen, neu veröffentlicht.

Es ist lustig zu lesen, wie ich vor neun Jahren überlegt habe, dass es spannend wäre, die schwarz-weißen Zeichnungen der TWD-Comics in Farbe zu sehen. Seit ein paar Jahren kommen nämlich sogenannte Deluxe Editionen der TWD-Ausgaben heraus. Diese sind nicht nur koloriert, sondern mit einer Einleitung versehen und etwas Bonusmaterial. Ich habe immer mal wieder einen Blick riskiert und war von der Idee ganz angetan. Zwar hat Robert Kirkman gesagt, dass diese Deluxe Editionen in dieser Form nicht als Collected Edition erscheinen, ich habe mich dazu offen gestanden auch nie wirklich informiert, doch cool wäre es auf jeden Fall.


Ist Rick der richtige Anführer der Gemeinde in Alexandria? Diese Frage wird immer wieder angesprochen und recht deutlich in Zweifel gestellt. Es ist schwer, die Grenze zu ziehen und zu beschreiben, ob er die Gefahren unbewusst heraufbeschwört oder doch der Retter ist. In Friedenszeiten, wenn man es so nennen kann, wäre vielleicht ein anderer besser für den Job gemacht, doch so wie es derzeit aussieht, ist Rick der Anführer, den sie verdient haben oder wie es Jim Gordon in »The Dark Knight« sagt:

“He’s the hero Gotham deserves, but not the one it needs right now. So we’ll hunt him. Because he can take it. Because he’s not our hero. He’s a silent guardian, a watchful protector. A dark knight.”

  • Creator, Writer: Robert Kirkman
  • Penciler, Inker, Cover: Charlie Adlard
  • Gray Tones: Cliff Rathburn
  • Letterer: Rus Wooton
  • Erstveröffentlichung: 2011
  • Ausgaben: #85 – #96

“I see a world without roamers… a world where children play in these fields… a world where we don’t have to be scared anymore.” – Rick

Carl liegt mit seiner schweren Schussverletzung noch immer im Krankenhaus der Gemeinde. Rick sitzt neben ihm als Wächter und Beschützer. Doch wie sich herausstellt, sind diese beinahe meditativ anmutenden Stunden nicht nur rein der Trauer, er nutzt sie, um sich über die Zukunft Gedanken zu machen. Er will mehr als nur überleben. Er wünscht sich ein Leben. Damit sie dieses Ziel erreichen können, müssen allerdings einige Vorkehrungen getroffen werden. Die Mauer mit Erde verstärken, die sie aus dem Kanal gewinnen, den sie um die Stadt herum graben. Felder bestellen mit Dingen, die sie hoffentlich finden. Und natürlich sich eine bessere Übersicht der umliegenden Gebiete verschaffen. Es steht damit sehr viel Arbeit an, die nicht allen zusagt.

Nicholas, der im letzten Handlungsbogen von Rick verschont wurde, sorgt in „we find ourselves“ für einige Aufregung, als er versucht, sich mit anderen zu verbünden und den radikalen Plan verfolgt, Rick töten zu wollen. Leider bekommt Glenn das alles mit, aber bevor er zu Tode geprügelt wird, kommt ihm Rick zu Hilfe. Zwei spannende Dinge passieren an dieser Stelle. Zum einen macht er unweigerlich klar, dass seine Gruppe hier das Sagen hat und die Führungspositionen einnimmt:

„You’re taking the community back? Really? From Andrea? From Abraham? From Michonne? From Glenn? From me? Do you have any fucking idea who you’re talking to?“

Verbunden mit den fantastischen Zeichnungen, die jeden einzelnen Charakter zeigen und wie sie ihre eigenen Waffen auf den Verräter Nicholas richten, bekommt man Angst. Doch damit kommen wir zum zweiten Punkt. Denn Rick beschließt, ihn nicht zu töten, zwar knapp, aber er tut es nicht. Stattdessen spricht er ihre Gemeinschaft an und wie wichtig jeder Einzelne ist. Jeder muss etwas beitragen, wenn Alexandria mehr werden soll, als nur eine temporäre Sache. Zugegeben, dass Rick das gesamte Gebiet, das Aaron mit seinem Freund bereits abgesucht hat, noch einmal durchstreift, könnte man als Vertrauensbruch betrachten, doch sie könnten etwas übersehen haben. Die wichtigere Sache ist aber, dass sich alle noch einmal ein besseres Bild des Gebiets machen wollen, damit sie wissen, womit sie es zu tun haben. Welche Ressourcen könnten sie nutzen, nicht nur zur Verteidigung, sondern auch zum Herstellen von Werkzeugen und Waffen, wie es Eugene vorschlägt? Apropos: Im Comic gefällt mir der Charakter um einiges besser als in der Serie. Vielleicht liegt es nur daran, wie der Schauspieler den Charakter interpretiert, aber er hat sich gemausert. Weiter so.

Ich habe mich schon gefragt, wann ein berühmter Charakter auftaucht und in „a larger world“ ist es endlich so weit. Jesus betritt die Bühne. Leider hat er das Pech, dass er, na ja, ungeschickt auf unsere Protagonisten reagiert und diese attackiert. Ansonsten hätte ihm Rick vielleicht schneller vertraut. Aber die Geschichte über seine Gefangennahme und wie Rick mit den anderen das Gebiet nach Angreifern durchstreift, ist spannend zu verfolgen. Was dabei auch gut gefällt, ist die Rolle, die Carl dabei einnimmt. Er unterhält sich mit Jesus und freundet sich mit ihm an.

Aber an dieser Stelle muss man auch gestehen, dass es einfach unglaubwürdig wirkt, wenn plötzlich jemand auftaucht und behauptet, es wären drei andere Gemeinschaften in der Umgebung, wobei eine davon über 200 Personen beherbergt. Doch Hilltown stellt sich als gute Fügung des Schicksals heraus, da sie zufällig genau das haben, was Abraham und Co fehlt: Nahrung und Felder. Schon witzig, dass Ricks erster Eindruck, den er hinterlässt, darin besteht, dass er jemanden von Hilltown tötet. Zwar in reiner Selbstverteidigung, doch er tötet ihn. Bei dieser Szene ist man wieder froh, um die schwarz-weißen Darstellungen, wobei ich es mal cool finden würde, solch einen Vorfall in bunt und Farbe zu sehen. Allein aus dem Interesse heraus, ob das Geschehen dann auch noch so viel Gewicht haben würde oder ob die Zeichnungen hauptsächlich so gut funktionieren, weil sie eben keine Farben enthalten.

Zum Glück sind Jesus und Gregory, der Boss von Hilltown, nicht nachtragend und beginnen, mit Rick zu verhandeln. Da er ihnen nicht sonderlich viel anbieten kann, verspricht Rick ihnen, sie von Negan zu befreien. Einem Tyrannen, der die Hälfte allen Essens bekommt. Selbstverständlich sind die restlichen Bewohner von Alexandria nicht sonderlich von dem Plan begeistert. Wenn man eines nicht behaupten kann, dann, dass Rick nicht selbstsicher sei. Immerhin begreift er alle bisherigen Geschehnisse als Training für das, was ihnen jetzt bevorsteht. Negan steht als Symbol des Teufels, der in dieser Umgebung ausgetrieben werden muss, damit sie wieder ein Leben wie früher führen können. Ob dies allerdings so möglich ist, wird sich in den nächsten Büchern herausstellen.

Noch kurz ein Wort zu zwei Beziehungen, die in beiden Handlungsbögen eine größere Rolle spielen. Zum einen haben wir Maggie und Glenn. Maggie hat schon seit Langem die Gemeinde nicht mehr verlassen und hat die Relationen vergessen, in denen sich Glenn ständig bewegt, wodurch sie übertrieben Angst und Sorge um ihn verspürt. Doch sobald sie einmal gesehen hat, was er kann, geht es ihr besser mit der Situation. So einfach kann es manchmal sein, jemandem ein gutes Gefühl zu verschaffen. Und dann natürlich noch Rick und Andrea. Zwar hätte ich mein Geld auf ihn und Michonne verwettet, doch dass er nun mit Andrea etwas anfängt, ist schön mitzuerleben. Sie sind von ihren Verlusten vorangeschritten und probieren es zumindest. Man kann nur hoffen, dass dies etwas Längerfristiges wird.

Geek-Planet | The Walking Dead: S07E08

Leider habe ich mir das Datum nicht notiert, an dem der folgende Text ursprünglich erschien. Wahrscheinlich irgendwann Ende 2016, wenn ich den ersten Satz richtig deute. Vielleicht aber auch etwas später. Jedenfalls erschien der Text zuerst auf meinem alten Blog »Geek-Planet«, den es heute nicht mehr gibt. Die Texte sollen jedoch trotzdem auffindbar sein.

Mich hat überrascht, dass der Text über das Halbfinale nur halb so lang ist wie der Letzte. Doch das erklärt sich daraus, dass ich das Ende kaum bespreche. Ich übergehe sehr viel. Im Nachhinein wünschte ich fast, ich hätte es genauer durchgenommen. So wirkt der letzte Absatz etwas gehetzt und fast so als wäre mir die Motivation vergangen oder ich hätte keine Lust mehr gehabt, über TWD zu schreiben. Dies ist vorerst auch tatsächlich der letzte Text zur Serie, den ich geschrieben habe. Zumindest zur Hauptserie. Scheinbar habe ich mit Staffel 7 aufgehört, die Serie zu schauen. Aber wer weiß das schon noch so genau. Es ist immerhin neun Jahre her.

Jedenfalls liest sich das Halbfinale der siebten Staffel recht spannend, und es ist etwas traurig, dass unsere TWD-Woche schon wieder vorbei ist. Nächste Woche geht es erst einmal mit der Besprechung der Comics weiter.


Bevor es mit der zweiten Hälfte der siebten Staffel weitergeht, reiche ich euch noch das Review der letzten Folge nach. Darin bricht die Serie etwas mit der bisherigen Konvention und bietet uns verschiedenste Schauplätze. Deshalb ist es mal wieder eine überlange Folge, die eine ganze Stunde dauert. Anfangs noch am Zweifeln, ob dies ein berechtigter Schritt ist, hat es »hearts still beating« als einzige der vier überlangen Folgen tatsächlich verdient. Denn durch die Menge an Schauspielern, Orten und Handlungssträngen benötigt sie mehr Zeit, um die Geschichten entsprechend erzählen zu können.

“Carl, pass the rolls. Please.” – Negan

Maggie rahmt die Episode. Sowohl zu Beginn als auch am Ende sitzt sie neben Glenns Grab, mit seiner Kappe auf ihrem Kopf. Sie trauert um ihren Mann. Anfangs wirkt sie vielleicht etwas paralysiert, nach einem Weg suchend, ihre Trauer in eine Tat zu verwandeln. Doch die letzte Einstellung spricht eher deutliche Worte: Sie weiß, was zu tun ist. Nach beiden Grabbesuchen geht sie zur Aussichtsplattform neben dem Tor des Hilltops. Hier könnten die Stimmungen nicht unterschiedlicher sein. Es ist ein Zeichen dafür, dass sich während der 60 Minuten, die die Episode dauert, viel getan hat und unsere Protagonist*innen sich deutlich weiterentwickelt haben. Die Ohnmacht der brutalen Morde an Glenn und Abraham behindert sie nicht mehr, nein – sie sind ein Antrieb.

Maggie wird von den restlichen Bewohner*innen des Hilltops als ihre Retterin gefeiert, da sie alle vor den Zombies beschützt hat, während Gregory sich in seinem noblen Zimmer versteckte. Gregory ist auch derjenige, der mehr oder weniger offen seine Ablehnung gegen Maggie zeigt. Schön ist dann zu sehen, wie sich andere hinter sie stellen.

Nach dem Intro wachen wir scheinbar in einer Parallelwelt auf. Negan hat sich im Haus Grimes eingelebt, rasiert sich, kümmert sich um Judith und kocht sogar Abendessen für alle. Er spielt Familie. Doch leider lässt Rick auf sich warten und so beginnen sie ohne ihn das Abendessen. Zum einen finde ich an dieser Stelle fantastisch, dass Olivia es sich nicht nehmen lässt, Negan seine Limonade zu bringen. Sie beißt sich durch und stellt sich der Herausforderung. Eine schöne Entwicklung für den Charakter. Zum anderen ist es eine absurde Szenerie, die den Zuschauer*innen geboten wird, da es nicht nur der Persönlichkeit von Negan widerspricht, sondern mit den bisherigen Eindrücken von The Walking Dead bricht.

Bleiben wir gleich bei dem Handlungsstrang, indem wir uns Spencer zuwenden. Nach der Diskussion mit Gabriel in der letzten Folge packt er die Gelegenheit am Schopf und möchte sich mit Negan treffen. Doch zuvor sehen wir, wie er sein Haus aufräumt. Der Shot ist sehr cool gemacht, da es nicht im Zeitraffer passiert, sondern langsam das saubere über das chaotische Haus eingeblendet wird. Außerdem rasiert er sich und übt die Begrüßung vor dem Spiegel. Natürlich darf ein edler Tropfen Whiskey nicht fehlen, womit man sich doch meistens gut einschleimen kann. Interessant an der Begegnung ist, dass sie wie ein kleines Theaterstück inszeniert ist.

Zuerst das kleine Einführungsgespräch auf der Veranda, dann das Poolspiel auf der Straße, da es drinnen dafür zu heiß wäre. Langsam kommen dann immer mehr Menschen zu ihnen und beobachten die angespannte Unterhaltung. Langsam aber sicher durchschaut Negan Spencers Spiel. Denn dieser hat nur darauf gewartet, dass Rick aus Alexandria verschwindet und er hinter seinem Rücken sich bei Negan gut stellen kann. Doch Negans Argumentation ist nicht zu schlagen: Rick hätte immerhin seinen Stolz und seine Wut hinuntergeschluckt und ist nun unterwegs, um dafür zu sorgen, dass seine Leute überleben – er also sein Ende des Deals einhalten kann. Spencer dagegen ist Feige.

Währenddessen versuchen Rick und Aaron, auf das Schiff zu gelangen, wo hoffentlich viel Zeug zu finden ist, das Negan zufrieden stellt. Mit einem durchlöcherten Boot versuchen sie, zum Schiff zu gelangen. Der See ist allerdings mit Zombies gefüllt. Für Aaron gibt es dann einen Fake-out-Tod, so wie wir es letztens schon erlebt haben. Jedoch ist dieser hier gut inszeniert. Eine mysteriöse Nachricht, die später Aaron fast das Leben kostete, verheißt allerdings nichts Gutes. Wer ist der Besitzer des Schiffes? Welche weiteren Fallen hat er bereitgestellt und wie steht er zu den Saviors? Es ist aber schön zu sehen, dass sich Rick und Aaron ein wenig näher kommen und ihre Freundschaft vertiefen können. Den Eindruck hatte ich zumindest, als sie beim Verladen der Güter ein offenes Gespräch führten.

Bevor wir zu Spencer und Negan zurückkommen können, müssen wir noch über Gabriel und Rosita sprechen. Diese sitzt einsam und in Gedanken versunken mit ihrer einen Kugel in der Kirche. Negan ist in Alexandria, das wäre die Gelegenheit, ihn zu erschießen. Es tut richtig gut, zu sehen, wie sich Gabriel in den vergangenen Wochen entwickelt hat. Er steht für Rick ein und nun versucht er Rosita davon zu überzeugen, auf die richtige Gelegenheit zu warten und nicht zu früh zu schießen. Denn richtige Gelegenheiten sind selten und sollten nicht überstürzt werden. Ansonsten passiert nämlich das, was Rosita schließlich auslöst: Ein dummer Fehler führt zu einer Kettenreaktion, die mich durchaus überrascht hat. Vor allem deswegen, weil mit einem Handlungsstrang aus den Comics total gebrochen wird. Ich will jetzt nicht komplett spoilern, was alles geschieht, aber die Gefühle wechseln immer wieder zwischen lächerlich und schockierend. Vor allem, dass Rosita genau Lucille trifft, ist ein besonders ärgerlicher Zufall. Die weitere Umsetzung der Szenerie ist allerdings nicht zu unterschätzen.

Das Ende zeigt alle nach Handlung schreienden Charaktere am Hilltop. Sie planen, sich Negan endgültig zu entledigen. Und dieser Plan wird jetzt geschmiedet. Es ist ein cooler Shot, wie alle dem Haus von Maggie entgegentreten und zur Tat schreiten. Sonntag kann nicht schnell genug kommen.

Geek-Planet | The Walking Dead: S07E07

Der folgende Text erschien zum ersten Mal im Dezember 2016, auf meinem damligen Blog »Geek-Planet«. Diesen gibt es nicht mehr, trotzdem sollen alle meine Texte an einem Ort auffindbar sein. Aus diesem Grund suche ich mir typischerweise einmal die Woche einen alten Text heraus, redigiere diesen und veröffentliche ihn erneut. Doch für die erste Hälfte der siebten Staffel gibt es eine Ausnahme und wir machen eine kleine TWD-Woche.

Eine einzelne Folge mit über 1.700 Wörtern zu besprechen, ist nicht ohne. Doch mir gefällt dieser Text schon sehr viel besser als der, den wir uns gestern angesehen haben. Er wirkt dynamischer und spannender geschrieben. Ich mag die Vergleiche, die ich mit den Comics ziehe, und die immer wieder eingestreuten Kommentare. Ich weiß nicht, ob ich manche heute ebenfalls so geschrieben hätte, aber es ist eine Besprechung von TWD und da kommen nun einmal gewisse Themen auf. Außerdem war oder ist es meine Lesart von den Charakteren und meine Interpretation ihrer Handlungen. Insofern bin ich mit dem Ergebnis ziemlich zufrieden.


Eigentlich könnte man ja Wetten abschließen, welcher Ort jede Woche dran kommt. Denn wer hätte schon gedacht, dass wir diese Woche in Alexandria landen. Das bedeutet wahrscheinlich, dass wir sowohl das Kingdom, die Frauengemeinschaft am Strand und die Saviors erst wieder in der nächsten Hälfte der Staffel sehen werden. Die siebte Episode fühlt sich allerdings eher wie der Auftakt eines Halbfinales an und nicht wie eine komplette Episode, dafür endet sie zu abrupt. Doch dazu komme ich später noch.

“Kid. I ain’t gonna lie. You scare the shit out of me.” – Negan zu Carl

Der kurze Einstieg beginnt mit Michonne, die sich bei den Matratzen wieder findet, die von den Saviors verbrannt wurden. Haben wir sie seither wirklich nicht mehr gesehen? Ist diese Folge daran also direkt anschließend? Ich finde ihre Reaktion ziemlich interessant, aber beunruhigend. Nachdem sie sich einen Zombie geschnappt hat, baut sie einen Haufen damit und fängt später eine Frau der Saviors ein, da diese mit ihrem Auto nicht mehr weiterfahren kann. Michonne will, dass diese sie zu ihrem Hauptquartier führt. Warum handeln plötzlich alle so irrational und impulsiv?

Jeder will sich irgendwie an Negan rächen, doch keiner kommt auf die Idee, sich zu besprechen. Sie haben doch einen gemeinsamen Gegner. Da macht es wenig Sinn, sich in Gruppen von ein bis zwei Personen aufzusplitten. Besonders wenn der Antagonist so übermächtig ist wie Negan mit seinen Männern. Was hoffen sie damit zu erreichen? Besonders bei Michonne ärgert mich dieses Verhalten, da sie bisher eigentlich den Eindruck gemacht hat, etwas überlegter vorzugehen, als der durchschnittliche Alexandrianer. So setzt sie sich etwa im Auto der Entführten direkt neben sie, wo sie angreifbar ist, statt sich dahinter zu positionieren. Immerhin geht die Apokalypse nun doch schon zwei Jahre vor sich, da könnte man erwarten, dass die Lernkurve etwas größer ausfällt.

Arbeiten wir zuerst die kleinen Geschichten ab, die die Folge mal wieder zu einer überlangen machen, bevor wir zur Hauptstory kommen. Die Überlänge ist dabei nicht ganz gerechtfertigt. Zunächst sehen wir Eugene und Rosita. Das ist wohl die bescheuertste Storyline, die man sich hätte ausdenken können. So gehen die beiden in Eugenes „Munitionsfabrik“, wo Rosita von ihm will, dass er ihr eine Kugel bastelt. Diese Bitte ist buchstäblich zu verstehen. Nicht ein Magazin oder eine Handvoll, nein, genau EINE Kugel. Damit geht sie dann wahrscheinlich einfach ins Sanctuary der Saviors rein, grüßt freundlich und erschießt Negan, nachdem sie zu Abend gegessen hat, denn auf einem leeren Magen kann man ja keinen Tyrannen und Serienkiller töten. Zwar bekommen wir von Rosita einen Gefühlsausbruch spendiert, der sich komplett auf Eugene entlädt, doch wirklich spannend ist dieser nicht. In den Comics darf Abraham diesen Part übernehmen und dort wirkt es als eine Art Bonding-Prozess für die beiden, sodass sie sich näher kommen und eine echte Freundschaft beginnen. Wir bekommen nicht einmal eine Montage, wie Eugene die Kugel fertigt.

Dann haben wir Rick und Aaron. Die beiden machen einen Streifzug durch die Umgebung, um für Negans nächste Opferung bereit zu sein. Sie geben ein gutes Team ab und werden fündig. Doch leider bleibt der genaue Prozess, wie sie dorthin gekommen sind, wo sie sich überhaupt befinden und wie lang sie unterwegs sind, komplett außen vor. Stattdessen werden große Schilder vorgelesen. In dieser Handlung passiert also ebenso wenig. Ich habe den starken Eindruck, dass Episode 7 und 8 eigentlich zusammengehört hätten. Ich hätte lieber ein ausgeklügeltes, zweistündiges Finale, als so halbherzig erzählte Geschichten, die vor über einem Monat begonnen haben und nun die Zuschauer*innen fesseln sollen. Anders als bei der Handlung von Rosita und Eugene hilft es allerdings, dass ich Rick und Aaron als Charaktere schätze. Ich sehe ihnen eigentlich gerne zu, wie sie versuchen, in dieser Welt zu überleben. Aber dann soll bitte auch etwas Spannendes passieren oder zumindest gute Dialoge dabei herauskommen.

Die letzte kleine Geschichte ist die von Spencer und Gabriel. Warum genau diese beiden miteinander in einem Auto sitzen und ins Grüne fahren, um nach Nahrung und anderen Dingen zu suchen, ist mir zwar schleierhaft, doch ich bin immer gerne dazu bereit, interessante Team-ups kennenzulernen. Doch die beiden haben so unterschiedliche Ansichten, was Ricks Führung anbelangt, dass sich ihre Wege schnell wieder trennen und Gabriel zu Fuß zurückgeht. Es ist eine interessante und spannende Unterhaltung, die die beiden führen, da deutlich wird, wofür der jeweils andere einsteht. Spencer sucht schließlich alleine weiter und findet zufällig einen Zombie im Baum, der praktischerweise mit einer lateinischen Anleitung ausgestattet ist, wie man zu dessen Versteck kommt. So darf er sich doch noch als der große Retter auftun, indem er mit einer Wagenladung voller Dosenfutter nach Hause kommt.

Zumindest haben wir einen für Rick einstehenden Gabriel gesehen. Auch dieser Charakter gefällt mir immer besser – würden wir ihn doch nur öfter sehen. Ich freue mich schon sehr auf die nächste Episode und hoffe, dass diese so abläuft wie in den Comics. Aber ich verrate an dieser Stelle lieber nicht zu viel. Wenden wir uns stattdessen dem Hauptanteil der Episode zu: Carl und Negan.

Nachdem sich Jesus von Carl hat austricksen lassen und dieser nun alleine ins Sanctuary fährt, nimmt er sich die größte Waffe, die er in dem Wagen finden kann und erschießt damit erstmal zwei von Negans Leuten. Ich bin ja großer Carl-Fan und feiere es ziemlich, wenn er seine Badass-Momente haben darf. Vor allem, weil es dem Schauspieler hervorragend steht und er solche Szenen gut meistern kann. Negan ist von seinem Mut natürlich total begeistert und hätte ihn wahrscheinlich selbst gerne als Sohn. Faszinierend ist, dass er Carl in gewisser Weise dabei hilft, sein Image von ihm aufrechtzuerhalten. Beispielsweise indem er Carl Fragen verbietet wie »was wirst du mit mir anstellen«. Die weitere Entwicklung ihrer Freundschaft, wenn man es so nennen kann, verläuft teilweise Panel für Panel genauso wie in den Comics. Da es oft Abweichungen von diesen gibt, freue ich mich sehr, wenn sich die Macher entscheiden, etwas genauso wie in der genialen Vorlage zu machen. Die Sache mit Daryl haben sie gut gelöst, denn die beiden Alexandrianer dürfen sowieso nicht miteinander sprechen, so ist der Gefangene nichts weiter als ein weiterer Savior.

Zum ersten Mal in der Staffel bekommen wir einen Eindruck von Negans Macht über sein Volk. Alle knien vor ihm und tun das, was er sagt. Er ist zu einer Art Gottheit geworden oder hat sich besser gesagt selbst zu einer gemacht. Sein Penthouse mit mindestens fünf Frauen bekommen wir zu sehen. Sie alle haben sich natürlich „freiwillig“ für ihn entschieden. Deshalb laufen sie auch in engen, kurzen und tief ausgeschnittenen Kleidern herum, da diese so gemütlich sind (Achtung: Sarkasmus). Zwar mag Negan etwas gegen Vergewaltigung und Gewalt gegen Frauen haben, doch sie psychisch unter Druck zu setzen und sie so zu foltern, dagegen hat er scheinbar nichts. Wie es eine von seinen Frauen so schön ausdrückt, gibt es Schlimmeres als Schläge. Sie ist es auch, die sich als einzige gegen Negan zur Wehr setzt und sich nicht völlig unterwirft.

Wie wir aber später erfahren, ist es genau das, was ihn anturnt. Amber, seine neueste Eroberung, hat versucht, ohne Negans Wissen, wieder etwas mit ihrem Freund anzufangen, nur um dabei kläglich zu scheitern. Soviel wir aus dem Kontext schließen können, hat sie sich quasi geopfert, um für ihr beider Überleben zu sorgen. So muss dieser nun eine brutale Strafe über sich ergehen lassen. Mit einem glühenden Bügeleisen wird ihm, wie Dwight, das Gesicht verbrannt. Zuerst hatte ich schon gehofft, die Macher würden es nicht direkt zeigen, doch dann schneiden sie plötzlich hin und man sieht genau, wie die Haut schmilzt und teilweise am Bügeleisen kleben bleibt. Zwar ist es ekelhaft, doch in den Comics war es um einiges brutaler und unangenehmer mit anzusehen. Gewöhnt man sich langsam an die brutalen Darstellungen?

Schließlich haben Carl und Negan ein Zwiegespräch, wo er dem Jungen seine Strafen auferlegt, weil dieser schließlich zwei Männer von ihm umgebracht hat. Dabei fehlt mir an dieser Stelle der sexuelle Aspekt von Negans Bedrohung gegenüber Carl, die in den Comics deutlich wahrnehmbar war. Zwar erwähnt er immer, dass er so etwas niemals machen würde, doch als Zuschauer*in und vor allem die Charaktere können sich da nicht wirklich sicher sein. Es hätte Negan eine neue Art von Bedrohung eingebracht. Stattdessen lässt er ihm seinen Verband abnehmen und macht sich über sein verlorenes Auge lustig. Die Wunde macht visuell einen guten Eindruck – die Art, wie sie dargestellt wird, fand ich überraschend überzeugend. Doch Carl ist nur ein Junge und fängt über die Beleidigungen von Negan an zu weinen. Es tut gut zu sehen, dass doch noch etwas Menschliches in ihm steckt. Als Letztes muss er seinem Peiniger noch ein Lied vorsingen, während dieser mit Lucille übt. Die gesamte Sequenz in Negans Zimmer hat mich sehr positiv überrascht. Die Schauspieler überzeugen auf ganzer Linie, und die Atmosphäre ist dicht und stimmig.

Doch natürlich kann Negan Carl nicht einfach so töten. Nein, besser ist, die beiden machen sich nach Alexandria auf und er sieht Rick leiden. Da dieser aber zurzeit nicht da ist, treffen sie auf Olivia. Auch sie muss sich diverse Kommentare bzgl. ihres Gewichts gefallen lassen (was nicht hätte sein müssen). Anfangs weint sie nur, doch schließlich ohrfeigt sie Negan. Das hat meinem Bild von Olivia richtig gutgetan, da die Geste zeigt, dass sie nicht alles mit sich anstellen lässt, sondern einen gewissen Kampfeswillen in sich hat. Es dauert leider nicht lange, bis Negan Judith findet. Diese ist in den vergangenen Monaten ziemlich groß geworden. Trotzdem gibt es wohl kaum etwas Beunruhigenderes, als Negan mit Ricks Tochter im Arm zu sehen. Vor allem, wenn die drei in der letzten Szene auf der Veranda sitzen und Limonade trinken – ein sehr abstruses Bild.

Die siebte, wieder einmal überlange Episode von The Walking Dead hat viele Stärken, doch bedauerlicherweise genauso viele Schwächen. Vor allem, wenn es um die kleineren Geschichten geht. Ich kann nicht nachvollziehen, warum sie so viele lange Episoden in diese halbe Staffel einbauen, denn bisher gab es eigentlich keinen triftigen Grund dafür. Manches hätte man genauso gut weglassen und dafür das nächste Mal wieder aufgreifen können. Doch die Szenen zwischen Negan und Carl machen einiges wieder wett und durchaus Lust auf mehr. Bleibt nur zu hoffen, dass diese begonnene Handlung das nächste Mal etwas abgeschlossen wird, bevor wir in die Winterpause gehen.

Geek-Planet | The Walking Dead: S07E06

Die Woche voller The Walking Dead schreitet mit großen Schritten voran. Wir sind schon bei Folge 6 »Swear« angelangt. Der folgende Text erschien zum ersten Mal im Dezember 2016 auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet«. Trotzdem möchte ich, dass alle meine alten Texte auffindbar sind. Deshalb suche ich mir typischerweise einmal die Woche zufällig einen aus, redigiere ihn und schreibe eine kleine Einleitung dazu. Doch da ich die siebte Staffel von TWD wöchentlich begleitet habe, dachte ich, es wäre nett, eine kleine TWD-Woche zu veranstalten.

Ich muss gestehen, dass es das erste Mal ist, dass ich mir denke, dass ein Text von mir wirklich nicht gut ist. Klar habe ich bei so manchen Texten Fehler gefunden, Ungereimtheiten oder einfach nur Passagen, die man hätte spannender schreiben können. Doch ich finde, dass die Zusammenfassung der Folge nicht sonderlich gut gelungen ist. Es ist einfach nur eine Zusammenfassung von dem, was passiert ist. Das hätte ich besser machen können. Außerdem habe ich ein paar Stellen gestrichen, die nicht mehr zeitgemäß oder inkonsistent waren.


Diese Woche wartete The Walking Dead mit einer großen Überraschung auf. Wir kehren nämlich nicht zu einer der vier bekannten Communitys zurück, sondern folgen Tara (und ganz, ganz kurz auch Heath), wie sie am Strand eine neue Gruppe entdeckt. Damit wird die Welt von TWD ein weiteres Mal erweitert. Die beiden Charaktere sind wegen zweierlei Dinge äußerst spannend zu beobachten: Zum einen haben wir sie seit Monaten nicht mehr gesehen, nicht einmal im Finale der sechsten Staffel waren sie dabei, wenn ich mich richtig erinnere. Zum anderen haben sie nichts von Negan und seiner Tyrannei mitbekommen. Sie haben keine Ahnung, dass Glenn, Abraham und natürlich Denise gestorben sind.

“None of you had to. You just did it.” –Tara

Die auf einen Charakter bzw. eine Gruppe konzentrierten Episoden von TWD sind zu einem Markenzeichen in dieser Staffel geworden. Zum Glück besitzen die Autor_innen die Fähigkeit, Charaktere, die den geneigten Zuschauer_innen teilweise seit über einem halben Jahr nicht mehr begegnet sind, sofort sympathisch zu machen. Sie schaffen es, dass diese Charaktere wieder wichtig werden und man mit ihnen mitleidet. Das meiste, womit sich Tara bisher in mein Gedächtnis gebrannt hatte, habe ich zum Großteil schon wieder vergessen. Allerdings habe ich doch immer ein gewisses Bild von ihr im Unterbewusstsein. Bei ihr wäre es ihre Beziehung und Liebe zu Denise, die bis zu ihrem Tod in der letzten Staffel eine meiner Lieblingsfiguren war. Tara entwickelt sich für mich nun in dieselbe Richtung (nur hoffentlich ohne einen sinnlosen oder tragischen Tod). Innerhalb dieser einen Episode ist sie eine zentrale Figur und egal, was man vom Rest hält, spielt sich Alanna Masterson in unsere Herzen. Sie kann eben doch eine Folge tragen.

Doch worum geht es eigentlich?

Heath und Tara sind mit dem Van unterwegs, um Lebensmittel und andere Dinge für die Gruppe in Alexandria zu sammeln. Dabei müssen sie an einer Brücke haltmachen. Der Fluss darunter fließt direkt ins Meer, was später noch einmal wichtig wird. Was folgt, ist eine der coolsten Zombieszenen in dieser Staffel. Denn die Straße wurde nicht nur durch Container blockiert, sondern auf der gegenüberliegenden Seite mit einem gewaltigen Sandhaufen. In diesem findet Tara eine schwere Tasche, die potenziell Munition beinhaltet. Doch wie sich herausstellt, ist es eine Falle, denn darunter sind dutzende Zombies eingeschlossen, die die beiden nun angreifen.

Es ist eine sehr stimmungsvolle Szene und meine Komplimente an die Maskenbildner*innen, die sich mit den Sandzombies selbst übertroffen haben. Leider wird Tara von der Menge an Zombies von der Brücke gestürzt und Heath von ihr getrennt. Ich greife jetzt einmal kurz vor, da wir später in einer Szene mit Tara feststellen, dass Heath nicht von den Zombies überwältigt wurde, sondern fliehen konnte. Ich finde es schade, dass zuerst angedeutet wurde, dass Heath gestorben sei und es dann doch jemand anderes ist (also es sich um einen so genannten Fake-out handelt).

Nach dieser Eröffnungsszene begleiten wir erst einmal zwei Mädchen, die am Strand Zombies töten. Rachel, eine vielleicht zehnjährige, die sich durch verstörende Tendenzen hervortut, die sehr an Lizzie erinnern. Irgendwie wäre es schon witzig, wenn auch Rachel schlussendlich von Carol getötet werden würde. Cindy auf der anderen Seite ist älter, zwar widerspenstig und nicht sehr von der Autorität ihrer Großmutter überzeugt, allerdings ist sie sympathisch rebellisch, und zwar nicht auf die Psycho-Weise. Zuerst wollte Rachel Tara töten, doch Cindy überzeugt sie, dass sie Tara helfen – geben ihr sogar etwas zu Essen, Trinken und versorgen sie mit einem Speer. Die Szenerie hat mich sehr an Lost erinnert und einen Bunker hätte man hier ruhig noch einbauen können.

Bereits an dieser Stelle erfährt man, dass es sich bei dieser Gemeinschaft nicht gerade um sympathische Menschen handelt. Immerhin sagt Rachel: „We are supposed to“. Sie sollen also nicht nur Zombies töten, sondern Eindringlinge oder Fremde ebenso, um den Schutz des Lagers zu gewährleisten.

Nachdem sie von den beiden Mädchen versorgt wurde und ihnen erfolgreich vorgespielt hat, sie sei ohnmächtig, schleicht Tara ihnen mit dem Speer bewaffnet nach. Dort macht sie eine äußerst beeindruckende Erkundungstour und beinahe hätte es so ausgesehen, als sei sie unbemerkt durch das Lager gekommen. Die Art, wie ihr die Kamera folgt, ohne Musik, schmale Bäume zwischen ihr und ihren Feinden gehören zu den spannendsten Szenen. Vor allem lernt man selbst ohne Dialog sehr viel über die Community. Ein anschauliches Beispiel der Devise: Show, don’t tell! So besteht diese nur aus Frauen und Kindern. Was ist mit den Männern passiert? Sie scheinen gut organisiert zu sein und wohnen in Containerhütten. Als sie dann Tara entdecken, stellt sich heraus, dass sie äußerst großzügig mit Waffen ausgestattet sind (was für ein Zufall, jetzt, wo Ricks Gruppe alle Waffen an Negan verloren hat). Schließlich haben sie auch noch ein Ablenkungssystem für Zombies, was ihnen ermöglicht, diese in Ruhe abstechen zu können. Alles in allem also eine scheinbar perfekte Einöde, wo man sich durchaus für einige Zeit zur Ruhe setzen könnte.

Tara mausert sich insofern zu einem fantastischen Charakter, als sie jede Menge Witz mitbringt, jedoch trotzdem intelligent und überlegt vorgeht. Sie lässt sich nicht lange täuschen und nimmt die Situationen, vorwiegend ihre spätere Gefangenschaft, nicht sonderlich ernst. Es scheint so, als ob sie mit ihren Peinigern spielen würde. Natürlich kann es sich dabei um Verdrängungsmechanismen handeln, aber die Schauspielerin transportiert es äußerst glaubhaft und lässt es cool, geradezu entspannt wirken. Woran man sich stören könnte, wäre die Unterhaltung zwischen ihr und Nantanja, der Anführerin der Gruppe. Tara denkt sich nämlich eine Geschichte aus und da Nantanja vom Fischen erzählt, nimmt sich unsere Protagonistin dies als Vorbild und behauptet, sie und Heath wären die letzten Monate auf einem Frachter unterwegs gewesen. Dies muss natürlich schnell auffliegen, sie hat ja keinen Plan vom Fischen und definiert auch das Schiff falsch. Da hätte sie sich ruhig etwas Besseres einfallen lassen können. Aber irgendwie erkennt man ihr an, dass sie ihnen gerne die Wahrheit erzählen will.

Dies tut sie später insofern, als sie den Vorfall an der Satellitenstation schildert. Die Gruppe von Nantanja wurde ebenfalls von Negan überfallen und jeder Mann und jeder Junge über einem Alter von 10 Jahren wurde von ihm getötet. Warum er das getan hat, bleibt unklar, allerdings trägt es eindeutig zur Legendenbildung rund um Negan bei. Ein Gedanke, der mir bei der Geschichte von Nantanja gekommen ist, war, dass die Männer in der Station ihre Männer waren und so quasi Ricks Gruppe für ihren Tod verantwortlich sind. Dies würde eine interessante Dynamik in die Serie bringen, vor allem wenn es um den späteren Krieg gegen Negan kommt. Wem werden sie helfen?

Die Frauen sind eine ziemlich hinterhältige Bande. Denn sie entscheiden sich scheinbar, Tara laufen zu lassen. Da sie und Cindy sich etwas näher gekommen sind und ich an dieser Stelle eine zukünftige Beziehung nicht ausschließen möchte, wird sie von der Aktion, Tara ein Stück zu begleiten, ausgeschlossen. Denn sie soll hinterrücks erschossen werden. Dank Cindy gelingt ihr die Flucht. Bedauernswert ist nur, dass Cindy sie nicht begleitet, denn durch den Verrat an ihrer Großmutter wird sie sicher keine schöne Zukunft dort haben.

Ein weiterer Höhepunkt der Folge ist Taras Rückkehr nach Alexandria. Sie findet eine schicke Sonnenbrille und sogar ein Wackelkopf-Geschenk für Denise. Die Szene, wie sie die Straße hochläuft, gut gelaunt und bereit, alles, was ihr in die Quere kommt, tapfer entgegenzutreten, ist sehr inspirierend – Tara in a nutshell. Doch Eugene begrüßt sie wortlos mit der schrecklichen Nachricht.

Die sechste Folge von The Walking Dead hat sicherlich die ein oder andere Schwäche. Allerdings macht Taras Geschichte nicht nur Spaß, sondern ist auch spannend erzählt. Vor allem ihre Erkundungstour durch das fremde Camp und ihre allgemein positive Grundeinstellung stecken an. Hoffentlich dauert es nicht zu lange, bis wir ihr wieder begegnen. Das nächste Mal sollte eigentlich wieder The Kingdom auf dem Plan stehen – wenn ich mich nicht wieder täusche. Interessant wird dann, wie das MidSeason-Finale ausfällt, denn so ein richtiger Konflikt oder ein Punkt, an dem man die Erzählung unterbrechen könnte, ist derzeit nicht in Sicht.

Geek-Planet | The Walking Dead: S07E05

Die Hälfte hätten wir geschafft. Fünfter Tag der The Walking Dead Woche, in der wir uns meine alten wöchentlichen Rezensionen zur ersten Hälfte der siebten Staffel ansehen. Der folgende Text erschien im November 2016 auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet«, den es heute nicht mehr gibt. Ich möchte jedoch alle meine Texte an einem Ort versammelt wissen.

Alte Rezensionen zu lesen, ist wirklich spannend. Ich bin stets überrascht von meinen damaligen Meinungen und Einstellungen. Da würde es mich direkt interessieren, The Walking Dead noch einmal anzuschauen. Immerhin gibt es inzwischen unzählige Spin-offs und dergleichen. Das Universum wird im Serienbereich immer weiter ausgebaut und scheint das neue CSI zu sein. Der Comic war nicht so ausufernd. Es gab vielleicht mal eine Spezialausgabe oder eine Graphic Novel. Trotzdem blieb es weitestgehend bei der Hauptreihe. Es hat seine Faszination und Anziehungskraft. So schlecht kann es auch nicht sein, sonst wäre das Franchise nicht so erfolgreich.


Wie vergangene Woche erwartet, betreten wir diese Woche die Gefilde des Hilltop und bekommen dabei einen Einblick geliefert, was sich dort in den letzten Tagen abgespielt hat. Der Fokus liegt deutlich auf Maggie und überraschenderweise auf Carl, der einen wichtigen und äußerst spannenden Handlungsbogen der Comics in Gang setzt, den ich allerdings nicht weiter spoilern möchte.

“For now, I’m your Negan.” – Simon

Bevor das typische Intro von The Walking Dead anfängt, sehen wir Maggie, wie sie das erste Mal seit dem gewaltsamen Tod von Glenn und Abraham wieder aufwacht und sich von ihrer Krankheit erholt hat. Die Sequenz ist sehr stimmungsvoll gestaltet – wie so oft in letzter Zeit. Sie kommt vollkommen ohne Musik aus, weist hauptsächlich ruhige Momente auf und verlässt sich auf die Talente der Schauspielerin. Das Kunststück gelingt, denn so fragt man sich als Zuschauer*in nicht nur, ob Maggie das Baby verloren hat, sondern verfolgt gespannt, was mit Glenn und Abrahams Leichen passiert ist.

Später in der Sequenz spielt der Chef von Alexandria, Gregory, eine wichtige Rolle und tut sich erneut nicht nur als inkompetenter, arroganter, diebischer Anführer hervor, sondern ebenso als Feigling und vieles mehr. Gregory ist die negativste Figur, die man sich nur vorstellen kann – wer etwas Positives an ihm entdeckt, soll mir bitte schreiben. So will er, dass nicht nur Maggie aus Hilltop verschwindet, sondern auch Sascha, die sie begleitet hat. Was Gregory an dieser Stelle zusätzlich zu einer solch traurigen und unsympathischen Figur macht, ist, dass er nicht einmal erkennt, dass Sascha nicht von Hilltop ist.

Er interessiert sich nicht für die Bewohner*innen und gibt sich keinerlei Mühe, sie kennenzulernen. Dies weist stark darauf hin, dass er kein gewählter Anführer ist, sondern sich selbst gewissermaßen dazu ernannt hat. Im Auftakt der fünften Episode steckt schon viel drin, was in den kommenden 40 Minuten vertieft und weiter ausgebaut wird. So ist es unterhaltsam, den langsamen Zerfall von Gregorys Herrschaft zuzusehen und wie Maggie, nicht nur von Jesus (den wir endlich wieder sehen), in die Position einer Anführerin „gedrängt“ wird.

Nach dem Intro machen wir einen kurzen und in dieser Folge auch einzigen Ausflug nach Alexandria. Rick diskutiert mit Carl, dass er Alexandria für kurze Zeit verlassen muss, um nach Hilltop zu gehen und „Besorgungen“ für die nächste Opferung Negans zu machen – sein Sohn darf allerdings nicht mit und soll sich um seine Schwester kümmern. Die Kamera ist dabei allerdings nicht auf die Charaktere konzentriert, sondern auf eine Dartscheibe, an der Carl gekonnt vorbeischießt und die Mauer malträtiert. Für einen kleinen Augenblick bekommt man die Hoffnung, es gäbe ein Team-up zwischen Carl und Michonne, doch diese setzt sich wenig später ebenfalls ab, um wahrscheinlich ihren Schießübungen nachzugehen.

Nach den traumatischen Erfahrungen, die die ganze Gruppe hat machen müssen, überrascht es, dass Rick Carl alleine lässt und ihm keine Stütze bietet. Auch wenn Carl natürlich eine verdammt starke Persönlichkeit hat, würde ich meinen Sohn in dieser Zeit nicht alleine lassen wollen. Denn wenn er anfängt, sich selbst Wege aus der Trauer und eventuell Überforderung zu suchen, kann dabei nichts Gutes am Ende herauskommen. Ein weiterer Punkt, der mich an Ricks Vorgehen stört, ist seine scheinbare Abhängigkeit vom Hilltop. Natürlich kann er dorthin gehen und versuchen, ein paar Nahrungsmittel zu besorgen, doch hauptsächlich würde ich mehrere Suchtrupps losschicken. Diese sollen die gesamte Umgebung absuchen. In den Comics finde ich dies um einiges besser umgesetzt, als es aktuell die Serie macht. Hoffentlich sehen wir nächstes Mal ein wenig mehr Einsatz – doch ich nehme an, dass wir dann erst einmal zum Kingdom zurückkehren.

Verständlicherweise lässt sich Carl das alles nicht bieten und verlässt Alexandria Richtung Hilltop. Dabei begegnet er am Zaun Init, die er bereits das letzte Mal etwas näher kennengelernt hat. Die beiden bilden ein wunderbares Paar und sind, was die restlichen Ereignisse anbelangt, so etwas wie ein kleiner Hoffnungsschimmer innerhalb der Episode. Immerhin bieten sie eine Art unschuldige Liebe, küssen sich sogar. Bis auf einen Vorfall an einer Tankstelle begegnen sie auch keinem Zombie, was ihnen ermöglicht, einmal in der Apokalypse Kinder sein zu können. Unterstützung erhalten sie von zwei Paar Rollschuhen, die sie zufällig am Straßenrand finden. Es sind tolle Szenen und man merkt den Schauspieler*innen an, dass es Spaß gemacht hat, einmal zwischendurch etwas anderes als Furcht, Mut und Ärger spielen zu müssen. Einzig die Frage, wer sich in Carls Abwesenheit um die kleine Judith kümmert, bleibt unbeantwortet.

Auf dem Hilltop gibt es die Tradition, dass man die Toten verbrennt und nicht beerdigt. Laut Gregory soll dies Fortschritt signalisieren und den Menschen mehr oder weniger traurige Erinnerungen ersparen. Sascha hat dieser Tradition, sie kommt ja aus Alexandria, widersprochen und die beiden Leichen in einer stillen Ecke beerdigt. Es ist eine spannende Frage, wie man mit den Toten einer Gesellschaft umgehen soll. Vor allem, wenn diese Gesellschaft dem Tod so konstant und in so grausamer Weise ausgesetzt ist, wie es in The Walking Dead der Fall ist. Am besten ist es wohl, wenn dies die Angehörigen oder die nächsten Menschen des Toten entscheiden. Aber ein allgemeingültiges Gesetz, wie es Gregory versucht umzusetzen, empfinde ich als wenig sinnvoll.

Ein Element, das in dieser Episode besonders seltsam anmutet, ist die Tatsache, dass es auf dem Hilltop keine Bewohner mehr zu geben scheint. Denn außer den bereits genannten Figuren sehen wir lediglich zwei weitere namenlose Charaktere. Besonders als die Saviors ihr „Signal“ schicken, dass sie bald kommen werden, hätte ich zumindest Schreie oder ein Weinen erwartet. Stattdessen gibt es einen leeren Platz mit einem laut Musik abspielenden Auto und Zombies, die durch das offene Tor kommen. Bewohner sucht man vergebens. Und wer bewacht überhaupt das Tor?

Dafür begegnet man am nächsten Tag umso mehr Saviors, die zu dutzenden die Anlage stürmen und vor allem Gregorys Haus in Beschlag nehmen. Da Ricks Gruppe die bisherigen Verhandlungsführer getötet hat, muss sich Simon neu etablieren und stellt klar, dass er von ähnlichem Kaliber ist, wie Negan – oder zumindest so tut. In der Zwischenzeit versteckt Jesus die beiden Frauen Maggie und Sascha, da die Saviors denken, sie wären zum einen Tod. Außerdem soll klargemacht werden, dass Hilltop nichts mit Alexandria zu tun hat. Auffällig ist dabei die freiwillige und scheinbar kompromisslose Ergebenheit von Gregory. Zugegeben, in dieser Situation bleibt einem nicht viel übrig, allerdings wirken seine Handlungen verstärkt demütig, durch das Vorwissen aus den ersten Szenen. Das Fass zum Überlaufen bringt allerdings, dass er den Saviors verraten hätte, wo sich Maggie und Sascha verstecken, hätte Jesus nicht zwei Schritte weiter gedacht und am vereinbarten Ort nicht wertvollen Alkohol versteckt, den nun Simon stolz Negan präsentieren kann. Diese Handlung war wohl der letzte Nagel in Gregorys Sarg.

Die Folge endet damit, dass sich Carl und Jesus auf einem der Transporter begegnen, mit denen die Saviors gekommen sind. Carl will blutige Rache nehmen und Jesus herausfinden, wo sich deren Hauptquartier befindet. In den Comics, so viel sei verraten, war es nur Carl, der den Weg zu Negans Reich findet – übrigens auf ähnlichem Wege. Wie jetzt Jesus und Daryl in diese Geschichte mit verwoben werden, bleibt abzuwarten.

Nach fünf Episoden kann gesagt werden, dass sich The Walking Dead weiterhin auf einem guten Niveau befindet und ich die wöchentliche Dosis bevorzuge. Ich bin relativ spät auf dem The-Walking-Dead-Zug aufgesprungen (ich glaube, es war bei Staffel 5) und habe die ersten Staffeln alle in einem Rutsch geschaut. Wöchentlich kann man das Geschehene besser reflektieren und verarbeiten. Natürlich spielt die Vorfreude und das Rätselraten, was denn weiter passieren wird, eine wichtige Rolle. Bis zur Weihnachtspause bleiben uns noch drei Episoden, dann hätten wir auch schon wieder die Hälfte der neuen Staffel gesehen.

Geek-Planet | The Walking Dead: S07E04

Der folgende Text erschien zum ersten Mal auf meinem alten Blog »Geek-Planet« im November 2016. Den Blog gibt es allerdings nicht mehr, deshalb suche ich mir immer wieder alte Texte heraus, redigiere diese und versehe sie mit einer kleinen Einleitung.

Was mich immer wieder erstaunt, ist, wie sehr ich vor acht Jahren, als der folgende Text erschien, mit wöchentlichen Texten gekämpft habe. Ich weiß noch, wie ich versucht habe, nicht zu viel auf einmal zu schreiben. Dann gab es Phasen, in denen ich mit mir gerungen habe, überhaupt einen Text pro Woche zu schaffen. Heute denke ich manchmal, ich könnte gelegentlich zwei Texte pro Tag veröffentlichen. Aber so ändern sich die Zeiten, man entwickelt sich weiter.


Nach drei Folgen kehren wir endlich wieder nach Alexandria zurück und Negan lässt nicht lange auf sich warten, um sein Schutzgeld einzusammeln. Dabei spielt diese Episode geschickt mit diversen Charakteren, die die Geschichte interessant und spannend machen.

“Little pig, little pig! Let. Me. In.” – Negan

Das Erste, das wir zu sehen bekommen, sind Rick und Michonne, wie sie zusammen im Bett liegen. Doch Michonne ist bereits wach und macht sich mit einem Scharfschützengewehr, welches sie im Kamin versteckt hat, auf den Weg, um Schießübungen zu machen. Schnell wird klar, dass sie mit dem Katana, das nun nicht mehr an der Wand hängt, um einiges besser umgehen kann als mit der schweren Waffe. In diesem stillen Moment wird die Verzweiflung, mit der sie zu kämpfen hat, deutlich spürbar. In der Zwischenzeit kümmert sich Rick um seine Tochter, die um ein ganzes Stück gewachsen ist. Weiß Negan eigentlich, dass Rick eine Tochter hat? Wenn nicht, findet er es hoffentlich nie heraus.

Als sich Rosita und Spencer auf einen Versorgungstrip machen wollen, werden sie jäh unterbrochen, als ein markanter Schatten am Tor auftaucht und um Einlass bittet – bevor er pustet und prustet. Spencer macht dabei einen entscheidenden Fehler, indem er erst einmal fragt, wer denn hereingelassen werden möchte. Zugegeben, es ist in der Situation für die Zuschauerinnen witzig und in gewisser Weise cool, doch vom Standpunkt der Bewohnerinnen aus einfach nur dumm. Er weiß immerhin, was Negan mit Abraham und Glenn angestellt hat. Er weiß, wozu dieser Mann fähig ist, trotzdem entschließt er sich, Spielchen mit ihm zu spielen. Es bleibt spannend, wohin sich Spencer entwickeln wird. Denn gegen Ende der Episode wird deutlich, dass er Rick für keinen guten Anführer hält. Dieser hätte alles verhindern können und Spencer gibt ihm die Schuld an allem. Überraschenderweise sagt er ihm dies auch ins Gesicht bzw. in den Rücken, was ihm eine äußerst unheimliche Negan-artige Drohung von Rick einbringt.

Am Tor kommt schnell Rick zu Hilfe und lässt die Saviors ein und sofort beginnen die Psychospielchen. Während der gesamten Folge muss Rick Lucille für Negan halten, und etwas Böseres gibt es in dieser Situation wahrscheinlich nicht. DIE Todeswaffe schlechthin in den Händen zu haben, aber nichts damit anstellen zu können. Beeindruckend sind die Szenen, wo Negan ihm den Rücken zukehrt und sich die Kamera komplett auf Ricks Hand an dem Schläger fokussiert. Schlägt er zu? Versucht er es? Für mich sind dies eindeutige Zeichen dafür, dass Rick seinen Kampfeswillen nicht verloren hat und gegenüber Negan und auch den Bewohnern Alexandrias nur eine Show abliefert. Und dies tut er ausgesprochen gut.

Daryl befindet sich währenddessen unter den Männern und Frauen von Negan, eine Kontaktaufnahme vonseiten Ricks wird aber sofort unterbunden. Niemand soll mit dem gebrochenen Mann reden, dieser soll seiner Arbeit nachgehen und den anderen beim Durchsuchen der Häuser helfen. Ist Daryl wirklich gebrochen, oder hält er, ähnlich wie Rick, die Stellung, damit er einen Schwachpunkt in Negans Reihen ausfindig machen kann? Was Dwight anbelangt, der ja immer weiter versucht, wie Daryl zu sein, schickt Rosita und Spencer los, um das Motorrad zu holen, welches Daryl am Rand einer Straße im Graben versteckt hat. Während die Leute von Negan die Häuser durchsuchen und sich unter anderem sämtliche Matratzen aneignen, lernt der Tyrann Olivia kennen. Die Frau, die für das komplette Inventar an Waffen und Nahrungsmitteln zuständig ist.

Viele Szenen, die in dieser Folge vorkommen, sind 1:1 von den Comics übernommen, was ein Fan-Herz wie meines natürlich höher schlagen lässt. In Alexandria befinden sich unzählige Waffen – sie hätten buchstäblich eine Armee ausrüsten können und tun dies unfreiwilliger Weise nun auch, denn Negan nimmt zwar keine Nahrungsmittel mit, doch alle Waffen und Munition. Doch leider fehlen in dem Inventar zwei kleine Handfeuerwaffen, und natürlich kann Negan nicht zulassen, dass diese in Alexandria bleiben. Dies führt zu einem interessanten Treffen der Bewohner in der Kirche, wo Rick darum bittet, die Waffen auszuhändigen – doch es fehlen zwei Leute. Dass Rick die Häuser der beiden persönlich untersucht, zeigt, wie gut er in die Rolle des Untergebenen, ja gebrochenen Ricks fällt. Er tut alles, damit niemand mehr sterben muss. So findet er die beiden Waffen, inklusive Alkohol und versteckte Nahrung, in Spencers Haus und rettet so Olivia das Leben.

Zwei Charaktere haben mich in dieser Folge sehr positiv überrascht. Zum einen, Father Gabriel. So still er in den letzten Folgen war (weil man ihn nicht gesehen hat), um so mehr bekommt er nun zu tun. Ihm fällt es etwa ein, für Maggie ein Grab auszuheben und Negan dadurch vorzumachen, sie wäre gestorben. Außerdem kommt in einem Gespräch mit Rick heraus, wie optimistisch er in die Zukunft blickt. Seinen Glauben an Gott und an Rick hat er nicht verloren. Sehr beeindruckend. Vor allem auch deshalb, weil er keine Scheu hat, vor Negan zu treten und mit dem Mann zu sprechen. Keinerlei Furcht ist in seinem Blick. Einen noch furchtloseren, ja geradezu aggressiven Blick hat allerdings Carl drauf. Er möchte sich nicht gefallen lassen, dass ihnen so viel Medizin genommen wird, dass er kurzerhand nicht nur einen von Negans Männern bedroht, sondern den Anführer selbst. Carls Auftreten ist eindrucksvoll gestaltet und spiegelt zu 100 % die Comics wider, auch wenn der Schauspieler etwas älter ist, als der Carl in den Comics, wodurch es dort noch einmal überraschender ist, wie sehr sich der Junge mit dieser Welt abgefunden hat. Trotzdem eine sehr starke Szene.

Als Negan schließlich wieder von Dannen zieht, sehen wir noch ein schönes Gespräch zwischen Rick und Michonne, wodurch diese Charaktere eine Möglichkeit bekommen, sich weiterzuentwickeln. Denn während Negan in der Stadt ist, scheint dies nicht möglich zu sein. Es bleibt spannend, ob er in der nächsten Episode erneut auftaucht oder wir nun die Möglichkeit bekommen, unsere Protagonisten dabei zu beobachten, wie sie sich auf seinen nächsten Besuch vorbereiten. Dieser Aspekt hat in dieser Folge komplett gefehlt. Zwar taucht Negan vor Ablauf der Frist auf, doch es sind immerhin ein paar Tage vergangen und ich bezweifle, dass Rick einfach nur paralysiert in einer Ecke gekauert ist.

Die vierte Episode von The Walking Dead überzeugt eigentlich auf ganzer Linie. Am Anfang ist die bekannte, ohnmächtige Stimmung, die durch Negans Präsenz ausgestrahlt wird, deutlich zu vernehmen, doch man gewöhnt sich in gewisser Weise daran. Dadurch ist es schließlich doch wieder unterhaltsam, zuzusehen. Vielleicht kehren wir in der nächsten Episode zum Kingdom zurück oder wir kommen zum Hilltop mit Jesus, Gregory und Maggie – den Ort haben wir in dieser Staffel noch gar nicht gesehen.

Geek-Planet | The Walking Dead: S07E03

Weiter geht es mit unserer kleinen Reise durch die erste Hälfte der siebten Staffel von The Walking Dead. Tag 3, Folge 3. Wie schon zuvor erwähnt, handelt es sich hier um einen alten Text aus grauer Vorzeit. Dieser erschien im November 2016 auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet«. Den Blog gibt es allerdings nicht mehr, trotzdem möchte ich alle meine Texte an einem Ort versammelt wissen.

Nachdem ich den Text gelesen habe, ist mir wieder eingefallen, wie der Auftakt der siebten Staffel gestaltet war. Im Nachhinein betrachtet eine gar keine so schlechte Idee. Jede Folge fokussiert sich auf eine Gruppe und stellt deren Leben dar. So schwenkt der Blick weg von Rick und den anderen Charakteren, die wir seit sieben Jahren verfolgen. Es erlaubt Fragen, ob Ricks Weg der Einzige ist oder ob andere bessere Ideen haben. Voraussetzung ist natürlich, dass man genug spannende Dinge zu erzählen hat.


Wir kennen Ricks Gruppe und die Art, wie sie seit fast sieben Jahren in der Apokalypse überleben. Vergangene Woche haben wir Ezekiel und sein Kingdom kennengelernt. Nun dreht sich alles um The Sanctuary: dem Reich Negans. Dabei werden uns zwei Sichtweisen präsentiert: Zum einen die vom entführten Daryl und zum anderen die von Negans rechter Hand Dwight.

“I am everywhere.” – Negan

Der Einstieg in die neueste Episode zeigt, wie es sich im Sanctuary so leben lässt – zumindest wenn man an der Spitze der Nahrungskette ist. Dwight hat es durch viele Schwierigkeiten geschafft, zu Negans rechter Hand zu werden. Er vertraut ihm alles an, was so zu tun ist. Natürlich nutzt Dwight dies aus und nimmt sich, was er bekommen kann – wobei ihm seine Eier-Sandwiches wohl am wichtigsten sind. Es ist schon erstaunlich, was sich diese Gruppe so alles aufgebaut hat. Wie lange wohnen sie wohl schon hier? Immerhin züchten sie ihr eigenes Gemüse, haben Tiere und Brot. Natürlich mag das meiste davon zusammengeklaut sein, doch auch ohne die anderen Gruppen scheint es so, als könnten sie eine Weile überleben.

Daryl hat es indessen nicht so gut erwischt. Er soll gebrochen werden, damit er seinen Platz in den Reihen Negans findet. Als Erstes bekommt er Schlafentzug, indem sie ihm Stunde um Stunde dasselbe Kinderlied in ohrenbetäubender Lautstärke vorspielen. Er bekommt Brot mit Hundefutter zu essen. Seine Zelle misst etwas mehr als einen Quadratmeter und er muss sich nackt darin aufhalten. Ach ja, an Licht gibt es nur, was durch den Spalt unter der Tür scheint. Wie lange diese Folter andauert, vermag man nicht wirklich zu sagen. Aber ein paar Tage werden es wohl schon sein. Die Momentaufnahmen aus Darlys Dasein sind einwandfrei gemacht, vor allem da sie einen extremen Gegensatz zum vorher gezeigten Dwight und dessen Freiheiten darstellen. Dadurch schmerzt es noch einmal mehr, unseren Freund so zu sehen.

Schließlich wird er mit primitiver Kleidung ausgestattet und Dwight zeigt ihm die Umgebung, bringt ihn sogar zum Arzt, der ihn notdürftig untersucht. Dies ist der Zeitpunkt, in dem Daryl die Ex-Frau von Dwight kennenlernt (kennen sich die beiden bereits?). Sie ist nun eine der Frauen von Negan. Wie auch im Comic ist es Negan immer wieder wichtig klarzustellen, dass die Frauen freiwillig mit ihm verheiratet sein müssen und er sie zu nichts zwingen will. Besonders, wenn es um Sex geht, ist ihm dies sehr wichtig. Was allerdings eine „freiwillige“ Heirat unter den gegebenen Umständen tatsächlich ist, sei einmal dahingestellt.

Während Dwight auf einer Mission ist, um einen Geflüchteten zu jagen, wird Darly einem Test unterzogen. Eine der wohl bemerkenswertesten Szenen in dieser Episode ereignet sich, als Dwight jenen Mann einholt und dieser ihn bittet, ihn doch einfach zu töten. Doch leider wird dieser Moment durch einen seltsamen Handgriff der Autor*innen zunichtegemacht. Jedoch ist es ein wichtiges Ereignis, das zeigt, dass Dwight nicht nur ein blinder Gefolgsmann ist, sondern langsam seine Zweifel bekommt, ob Negans Weg der Richtige ist. Daryls Flucht, bei der er vor eine Wahl gestellt wird, ob er nun probiert zu flüchten oder freiwillig in seine Zelle zurückkehrt, endet bedauerlicherweise nicht besonders hübsch für ihn. So bekommt er eine weitere Machtdemonstration von Negan, der ihm klarmacht, dass er alle seine Männer unter absoluter Kontrolle hat. Als jeder einzelne fragt, wer er sei und sie antworten „I am Negan” beeindruckt dies und man weiß, Daryl wird sich darauf wohl nicht einlassen. Also wird er erst einmal ordentlich verprügelt.

Enttäuschenderweise entwickelt sich die restliche Episode dann zu einer reinen Machtdemonstrationsfolge. Bisher hat es gut funktioniert, aber irgendwann reicht es dann auch. Wenngleich Jeffrey Dean Morgan den Tyrannen weiterhin perfekt spielt, bleibt ein fahler Beigeschmack. War es wirklich notwendig, den Fokus von Dwight und Daryl zu Negan zu verlegen? Im Prinzip wird doch nur das wiederholt, was bereits in der ersten Episode gezeigt wird, nur, ohne dass etwas auf dem Spiel steht. Denn nur wenn Daryl in dieser Episode gestorben wäre, hätte es einen Schockmoment gegeben. So verpufft alles zu heißer Luft.

Ab Daryls Fluchtversuch und Dwights Jagd nach dem geflüchteten Mann scheint es eine Füllerepisode zu sein. Denn wenn die Macher der Serie nun dazu übergehen würden, parallel die Geschehnisse in Alexandria zu zeigen, wäre doch alles viel zu schnell vorbei. Sie könnten es nicht so sehr in die Länge ziehen, wie es für eine gesamte Staffel notwendig ist. Dabei bietet der Comic doch wundervolle Vorlage, die in diesem Fall nicht konsequent genug gezeigt wird. Wir wissen bereits, dass Negan ein Monster ist und wenn er immer wieder so gezeigt wird, ohne seine anderen Charaktereigenschaften in den Vordergrund zu rücken, kann es schnell passieren, dass er zu einem generischen Bösewicht wird.

Die dritte Episode von The Walking Dead kann das Niveau der ersten beiden nicht ganz halten, auch wenn es bis zur Hälfte eine gelungene Darstellung zwischen Paradies und Albtraum ist. Es bleibt spannend, welchen Aspekt wir als Nächstes sehen. Langsam müssten wir aber nach Alexandria zurück und Ricks Gruppe dabei beobachten, wie sie diverse Fahrten erledigen, um Negans erster Opferung Genüge zu tun.

Geek-Planet | The Walking Dead: S07E02

Es ist nicht Donnerstag. Trotzdem sehen wir uns einen alten Text von mir an. Denn ich möchte mal etwas anderes versuchen und das bietet sich mit der siebten Staffel von The Walking Dead hervorragend an. Ich habe die Staffel nämlich wöchentlich begleitet und zu jeder Folge eine Rezension geschrieben. Erst dachte ich mir, ich könnte mehrere dieser Texte in einem Text zusammenfassen, aber das wäre zu lange geworden. Stattdessen gibt es nun eine The Walking Dead Woche, fast. 8 Tage mit 8 Texten. Dazu kommt noch, dass ich mir nicht genau notiert habe, wann ich diese Texte geschrieben habe. Aufgrund der Veröffentlichungstermine der siebten Staffel sollte der folgende Text von November 2016 stammen. Wir hatten schon einen X-Men Takeover dieses Jahr, also warum nicht auch eine Woche mit The Walking Dead.


Nach dem Horror aus der letzten Episode geht es diese Woche etwas ruhiger zu. Wir wechseln die Perspektive und setzen uns mit Carol und Morgan auseinander, die, wie bereits im Finale der sechsten Staffel angedeutet, von einer Gruppe Reitern Unterstützung erhalten. Dabei begegnen sie einem abstrusen Charakter und seinem Haustier. Doch in Zeiten der Apokalypse sind alle gleich und jeder hat die Möglichkeit, sich etwas Neues aufzubauen und es nach seinem Willen zu formen.

“People can try and set you in the right direction, but they can’t show you the way.” – Morgan

Es tut der Serie durchaus gut, sich in dieser zweiten Episode dem Horror abzuwenden und sich einem völlig anderen Thema zuzuwenden. Leser*innen der Comics werden sich schon gefreut haben, als Ezekiel in der Vorschau angekündigt wurde. Wie werden sie ihn umsetzen? Aber vor allem, wie wird sein Haustier aussehen?

Doch zuerst muss die verletzte Carol mit Morgan und den Reitern den Weg zum Kingdom finden. Die Verletzung und der damit einhergehende Blutverlust sorgen dafür, dass Carol in ein Delirium fällt und zu halluzinieren beginnt. Während die anderen die Zombies, die sie angreifen, töten, sieht sie an deren statt die Menschen dahinter. Es wirft wieder einmal einen interessanten Aspekt auf und entspricht sehr dem Charakter der Protagonistin und dem, was sie in der Vergangenheit mitgemacht hat. Ihr wurde alles zu viel. Sie konnte nicht mehr einfach so Zombies töten, da sich dahinter Menschen verbergen. Mütter, Väter, Kinder usw. Der Übergang in diesen Szenen zwischen Zombies und Menschen, die Carol sieht, ist wunderbar umgesetzt. Scheinbar haben sich die Macher dafür extra eineiige Zwillinge gesucht, um dies auf diese Weise umsetzen zu können. Ein Aufwand, der sich durchaus gelohnt hat. Trägt er doch zur weiteren Transformation Carols bei.

Angekommen in The Kingdom, wird sie von Morgan erstmal Ezekiel vorgesetzt. Verzeihung, King Ezekiel natürlich. Wenn man sich in der Apokalypse als König ausgibt und seine Reiter als Ritter bezeichnet, darf es natürlich auch sonst nicht an Theatralik fehlen. So sitzt er auf einem Thron in einem Auditorium, mit einem gemalten Schloss als Hintergrund. Es ist ein absurd herrlicher Anblick. Doch das überraschendste ist wohl sein Tiger. Die Befürchtung, dass dieser in der Serie vielleicht nicht so hübsch umgesetzt wird oder nur ein müder Abklatsch des Comics wird, war vollkommen unberechtigt. Bei genauem Hinsehen kann man zwar schon erkennen, dass es sich um ein animiertes Tier handelt, doch meistens sieht er täuschend echt aus. Vor allem was die Bewegungen und das Fell anbelangt. Eine tolle Umsetzung, die auf einem Level ist, wie man es in einer Serie nicht oft zu sehen bekommt.

Wie Carol auf den König reagiert, ist äußerst überraschend. Tut sie doch sehr naiv und unschuldig – spielt ihm etwas vor, so wie sie glaubt, dass er ihnen etwas vorspielt. Dabei ist es durchaus nachvollziehbar, dass sie dies in einer Art macht, die überzogen wirkt. In so einem Setting passt es hervorragend hinein. Ihr kontrolliertes, geradezu kalkulierendes Auftreten über mindestens die Hälfte der Folge ist aber auch beängstigend. Natürlich darf sie Zweifel über die Absichten der Bewohner des Kingdoms haben, doch man kommt nicht darüber hinweg zu denken, dass sie durch ihre Aktion alles zerstören wird. Ricks Leute und die Zuschauer*innen haben sich so sehr daran gewöhnt, dass andere Gruppen stets böse Absichten verfolgen und dementsprechend vernichtet werden müssen. Da tut eine alternative Herangehensweise durchaus gut. Es bleibt spannend, wie sich nun diese vierte Gruppe in den Kontext, der bisher aufgebaut wurde, einfügt.

Während Carol ihre Sachen zusammenklaut, inklusive Waffen, und ihre Flucht plant, ist Morgan bemüht, sich in die Gruppe zu integrieren. Dabei hilft ihm besonders ein Junge, der seine Eltern verloren hat und sich um seinen kleinen Bruder kümmern muss. Er ist intelligent, hat schon alle Bücher der Stadt gelesen (twice!) und seine Neugierde gegenüber Morgan ist erfrischend. Zuerst etwas zurückhaltend, stimmt Morgan schließlich zu, ihn in Aikido auszubilden und ihm beizubringen, wie er mit einem Stab kämpfen kann. Morgan passt perfekt in diese Rolle, ist er doch so etwas wie ein spiritueller Mentor innerhalb der Gruppe. Da er jedoch immer von Rick zu überschattet werden scheint, kommt er nie in die Verlegenheit, dass sich andere Rat suchend an ihn wenden. Dabei hat er durch seine Vergangenheit und seine Verwandlung durchaus bewiesen, verstanden zu haben, worum es in dieser neuen Welt gehen könnte. Er ist jedoch sehr darauf bedacht, kein fertiges Rezept vorzugeben, sondern will eher, dass sein Schüler seinen eigenen Weg geht (wie auch das obige Zitat deutlich macht). Jeder muss selbst erkennen, wie er in dieser Welt nicht nur überleben, sondern vor allem leben möchte.

Von mir aus können wir gerne weiterhin in The Kingdom bleiben und diese wunderbaren Menschen kennenlernen. Zwar sind sie von Negans Männern bedroht, doch da sie ihnen Schweine und andere Lebensmittel zur Verfügung stellen, werden sie von ihnen weitestgehend in Ruhe gelassen. Hoffentlich findet Rick ebenfalls diese Herangehensweise, damit seine Gruppe sicher vor Lucille bleibt.

In einer der letzten Szenen gibt es eine Aussprache zwischen Ezekiel und Carol. Es ist ein gelungener Dialog, der die beiden Charaktere einander näher bringt. Schließlich verlässt Carol The Kingdom, um in ein Haus einzuziehen, das ihnen auf dem Weg dorthin untergekommen ist. Ich weiß nicht, ob ich es gut finden würde, wenn sich zwischen den beiden eine Beziehung ergibt – irgendwie wollen sie für mich nicht so recht zusammenpassen. Aber dies muss sich erst noch zeigen. Es ist allein schon fantastisch und beeindruckend dabei zuzusehen, wie Ezekiel mit seinem Tiger und einem Granatapfel an der Tür klopft und von einer verwunderten Carol begrüßt wird.

Die zweite Episode von The Walking Dead überzeugt auf ganzer Linie und beweist, dass die Serie durchaus mehr zu bieten hat als Mord, Zombies und Horror. Das Zwischenmenschliche steht ebenso im Fokus der Autor*innen. Sie zeigen ausgezeichnet, wie jeder seinen eigenen Weg gehen muss – doch um diesen zu finden, benötigt es manchmal eine lange Reise – buchstäblich und im übertragenen Sinne.

Geek-Planet | The Walking Dead: S07E01

Es ist Donnerstag. Das heißt, wir werfen einen kleinen Blick in die Vergangenheit und schauen uns einen alten Text von mir an. Dieses Mal geht es zurück zum 27. Oktober 2016. Da erschien der folgende Text auf meinem ehemaligen Blog »Geek-Planet«, den es heute allerdings nicht mehr gibt. Trotzdem möchte ich, dass alle meine Texte an einem Ort versammelt sind.

Ich weiß, ich wiederhole mich, doch ich bin immer wieder überrascht, wie gut ich The Walking Dead fand. Unfassbar. Vor allem, so lange. Meine Vermutung war und ich meinte, mich erinnern zu können, dass die Rezension zum Auftakt der siebten Staffel ein regelrechter Verriss war. Weit gefehlt. Die Folge hat mich zwar auf vielen Ebenen schockiert und ich war danach seelisch am Ende, aber schlecht fand ich sie nicht. Ganz und gar nicht. Ich habe sie sogar verteidigt und gelobt. Wer hätte das gedacht? Aber es ist doch schön, wenn man sich selbst überraschen kann.

Den Text, den ich damals geschrieben habe, finde ich an sich okay. Nur manche Formulierungen könnte man besser machen. Das passiert mir aber auch heute noch, wenn ich versuche, zu viele Dinge in einen Satz zu packen. Lange Sätze an sich sind nicht das Problem, nur wenn die Schlussfolgerungen daraus nicht logisch sind. Oder wenn ich ein Wissen der Leser*innen voraussetze, das nicht verfügbar ist, weil ich mir gerade einen bestimmten Kontext zusammen denke, diesen allerdings nicht beschreibe. Das passiert hauptsächlich, wenn ich schnell mit einem Text fertig werden will. Aber an sich passt es, glaube ich, einigermaßen gut.


Nach einer langen Wartezeit geht es nun endlich The Walking Dead weiter. Viele der Protagonisten knieten in der letzten Folge vor Negan (Jeffrey Dean Morgan) und warteten auf sein Urteil. Viele haben gerätselt, wer es denn sein wird, der stirbt – doch wie so oft: Comicleser wissen mehr!

Fangen wir mit der allgemeinen Stimmung und dem Aufbau der Episode an. Wir sehen, wie Negan Rick die blutige Lucille (seinen mit Stacheldraht umwickelten Baseballschläger) vor die Nase hält. Alle sind verstört von dem, was vorgefallen ist. Wer die Comics kennt, weiß, was vorgefallen ist und man ist sowohl erleichtert als auch enttäuscht, die Hauptszene verpasst zu haben. Die Atmosphäre ist angespannt und kurz vor dem Zerreißen. Die Musik, die sehr zurückhaltend eingesetzt wird, trägt ihr Übriges zu einem nervenaufreibenden Auftakt bei. Der einzige Hinweis, den Negan liefert, ist eine Axt. Er deutet an, dass diese dem oder der Toten gehört hat und das Einzige, was ich mich in den nächsten 20 Minuten der Episode frage, ist: Wem gehört diese scheiß Axt?

Sie ist ein äußerst wirkungsmächtiges Plot-Device. Denn natürlich begehrt Rick gegen den Tyrannen auf und muss nun seine Lektion lernen. In so manchen Reviews habe ich gelesen oder gehört, dass manche nicht verstehen, warum Rick, nach allem, was er mitansehen musste, sich noch immer gegen Negan zur Wehr setzen möchte. Doch dies entspricht eben seinem Charakter. Hätte er dies nicht getan, würde dies sehr mit dem brechen, was man bisher in der Serie von ihm gesehen hat. Deshalb machen Negan und Rick einen gemeinsamen Ausflug mit dem Van. Dabei kann Negan auf sehr deutliche Art und Weise zeigen, dass er Rick unter Kontrolle hat. Zwar überlässt er es nicht dem Zufall, was geschieht, doch so wie er die Situation ausspielt, tut es einfach nur weh zuzusehen, wie er Rick zu brechen versucht, während dieser noch dabei ist, das Geschehene zu verarbeiten. Allmählich erfahren wir schließlich, was tatsächlich passiert ist. Zuerst nur in kurzen Rückblenden, wo glaubhaft gezeigt wird: Negan hätte alle oder zumindest einen Großteil der vor ihm Knienden umgebracht.

Ein weiterer Kritikpunkt, der immer wieder aufgeworfen wird, ist die Tatsache, dass es sehr lange dauert, beinahe die Hälfte der Episode, bis der Cliffhanger aufgelöst wird. Ich sehe darin jedoch keine Schwäche der Episode, sondern eine Stärke. Denn hätte man einfach am Anfang gezeigt, wie Negan auf sein Opfer einprügelt und diesen verstümmelt, hätte es nicht diese immense Wirkung gehabt, wie es jetzt nun einmal der Fall ist. Negan ist in den Comics jemand, der sich gerne Reden hört und sich Zeit lässt. Er ist intelligent und weiß, was er tut. Zwar mag er ein Monster sein, doch aus seiner Sicht hat alles einen Grund. Er versucht, Ordnung aufrechtzuerhalten. Deshalb muss er es der Gruppe um Rick langsam beibringen. Er muss sie brechen.

In den Comics ist es Glenn, der das zeitliche segnen muss: Es ist äußerst grausam. Später in der Geschichte stirbt dann auch noch Abraham (auf ähnliche Weise wie die Ärztin Denise in der letzten Staffel). Deshalb waren dies auch meine Favoriten, für diejenigen, die auch in der Serie ihr Ende finden. Was ich nicht erwartet habe, ist, dass die Autor*innen direkt beide opfern. Am heroischsten ist noch der Tod von Abraham. Nach dem ersten Schlag direkt auf den Kopf richtet er sich wieder auf und blickt seinen Peiniger an. Sagt sogar noch etwas zu seiner Freundin. Es spiegelt wunderbar seine Persönlichkeit wider. Der unbezwingbare Krieger. Doch Lucille ist hungrig nach Blut und Negan unerbittlich. Er malträtiert den Kopf von Abraham so lange, bis nichts mehr übrig ist und verspritzt sogar dessen Blut über die anderen.

Es ist eine schockierend brutale und grausame Szene. Meine Hochachtung an dieser Stelle an die Schauspieler. Jeffrey Dean Morgan verkörpert den Charakter des Negan derart glaubwürdig und perfekt, dass ich Angst vor diesem Mann verspüre. Die Macher schaffen es, eine Situation zu konstruieren, die ich noch intensiver erlebt habe als in den Comics. Aus Schock ist man allerdings nicht in der Lage, die Pausetaste zu drücken, sondern ist der Serie hilflos ausgeliefert. Daryl ist derjenige, der die Impulsaktion durchführt, die auch die Zuschauer*innen machen möchten. Doch sie kommt zu einem hohen Preis.

Was anschließend mit Glenn passiert, ist derart nah an den Comics, etwas Böseres hätte man sich nicht wünschen können. Der erste Schlag offenbart Glenns Gehirn, ein Auge fällt fast heraus und trotzdem ist er noch in der Lage, Worte an Maggie zu richten. Doch Negan erlöst sein Opfer nicht gleich. Er redet weiter, weiter und weiter. Nebenbei Glenn leiden zu sehen und ihn stammeln zu hören, war eine der schlimmsten und brutalsten Serienmomente, an die ich mich erinnern kann (und ja, ich habe Game of Thrones bereits gesehen). Die kommenden Schläge, die Glenn schließlich töten, sind sowohl eine Gnade für ihn als auch eine Gnade für den Zuschauer, denn es ist vorbei. Das Schlimmste ist überstanden. Mitgenommen vor dem Bildschirm sitzend, ist man am Ende seiner Kräfte und kann plötzlich nachvollziehen, wie sich die anderen fühlen.

Was diese Episode so unfassbar macht zuzusehen, ist nicht nur die physische Gewalt, die in ähnlicher Weise schon in anderen Serien präsentiert wurde. Was diese Episode über andere hinaushebt, ist der psychische Aspekt und die darstellerische Leistung von Jeffrey Dean Morgan. Dies äußert sich besonders im Finale der ersten Episode, wo sich Rick nach dem Tod von Glenn nicht zu voller Zufriedenheit des Tyrannen unterwirft und so gehen die Psychospielchen noch einmal weiter. Er soll den linken Arm seines eigenen Sohnes abhacken. Er quält sich, Carl sagt, es sei okay, Negan lacht und schreit ihn an – es ist der Höhepunkt (in vielerlei Hinsicht) dieser Episode, die nicht mit einem brutalen Akt endet, sondern mit der vollkommenen Unterwerfung. Rick ist gebrochen.

Der Auftakt zur siebten Staffel raubt dem Zuschauer so einige Nerven. Es ist erstaunlich, wie die Macher es zum einen schaffen, sehr nahe am Comic zu bleiben, sich aber trotzdem etwas Neues einfallen zu lassen. Die Negan-Storyline dauert in den Comics ziemlich lange (ca. 50 Ausgaben, wenn ich mich recht erinnere). So stehen die Chancen nicht schlecht, dass wir Jeffrey Dean Morgan in seiner Rolle über mehrere Staffeln hinweg bewundern und fürchten können. Dass diese brutalste Art der Einführung dem Charakter nicht schadet, sondern ihn heraushebt, sehe ich nicht als Problem. Er muss sich nicht noch einmal übertreffen in seiner Grausamkeit. Nach dieser Demonstration weiß jeder, wozu er in der Lage ist und wird ihn nicht hinterfragen. Ich bin sehr gespannt, wohin uns diese Staffel führen wird und wie die Episoden weiter aufgebaut sind. Doch vorerst muss die Gruppe Vorräte sammeln, denn in einer Woche will Negan die Hälfte davon haben.