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Geek-Planet: Ultimate Spider-Man – Volume 16

In der heutigen Ausgabe von Geek-Planet geht es weiter mit der Ultimate Spider-Man Reihe. Wie jeden Donnerstag sehen wir uns einen alten Text von mir an, der damals auf dem gleichnamigen Blog erschien. Den Blog gibt es heute allerdings nicht mehr, deshalb bereite ich die Texte an dieser Stelle wieder auf. Der folgende Text stammt vom 14. April 2017.

Heute gibt es keine großen einleitenden Worte, da der Text an sich schon lang genug ist. Nur so viel sei gesagt: Die Darstellung von Polizisten in den Spider-Man-Comics ist aus heutiger Sicht leider sehr realistisch. Habe ich mich damals noch darüber aufgeregt, dass es unglaubwürdig sei, so ist heute doch traurige Realität. Deshalb habe ich das Ende des Textes leicht modifiziert, dass es ebendieser moderneren Sichtweise entspricht. Wobei es damals sicherlich schon genauso war, nur mein Blick noch nicht so sehr darauf gerichtet oder sensibilisiert auf diese Berichterstattung.


Das sechzehnte Volume von Ultimate Spider-Man trägt den Titel Deadpool und wir bekommen gleich drei spannende Geschichten geliefert. Darunter ein X-Men-Crossover, eine Vampirgeschichte und der Status quo mit Detective DeWolff wird über den Haufen geworfen.

  • Ausgaben: #91-96, Annual #2
  • Erscheinungsdatum: 2006
  • Autor: Brian Michael Bendis
  • Künstler: Mark Bagley
  • Inks: Scott Hanna, John Dell
  • Colors: Justin Ponsor
  • Letters: Chris Eliopoulus

„Hola-hoop-man is running that way. Web the crap out of him.“ – Kitty Pryde

Fangen wir mit der längsten der drei Geschichten an: Deadpool. Diese beginnt damit, dass sich Peter und Kitty wieder einmal am Ende eines Dates befinden. Ein wiederkehrendes Element ihrer bisherigen Gespräche ist die Geheimhaltung ihrer Beziehung. Immerhin weiß Tante May nicht, dass Peter Spider-Man ist, und hoffentlich auch sonst niemand. Würde also rauskommen, dass Peter eine Beziehung mit Kitty hat, wäre der Schluss schnell gezogen: Peter ist Spider-Man. So zumindest Peters Überlegungen, die sich später noch erhärten sollten.

Wie so oft schafft es Brian Michael Bendis ein Thema, welches er zu Beginn einer Geschichte einführt und nicht weiter vertieft, später zu einem großen Ding zu machen. Das führt dazu, dass aktuelle Beziehungen infrage gestellt werden (dies meine ich im absolut positivsten Sinne). So sind die X-Men und Spider-Man später unfreiwillig Teil einer live im Fernsehen übertragenen Jagd auf sie. Dabei wird die Beziehung zwischen Kitty Pryde und Spider-Man öffentlich gemacht.

Somit hat sich das Thema, dass sie sich öffentlich mit Peter sehen lassen kann, auch erledigt und die beiden müssen sich weiterhin heimlich treffen. Es ist schon schwer mit anzusehen, wie es die beiden mitnimmt, da sie einfach eine normale Beziehung führen und dabei auch einmal Hände-haltend durch die Mall gehen wollen. Besonders der letzte Dialog ist herzzerreißend, als sich beide beim jeweils anderen versichern, dass alles in Ordnung zwischen ihnen ist.

Beziehungen sind eine große Stärke der Ultimate Spider-Man-Reihe. Wenn Personen, Freundschaften und Beziehungen besser ausgearbeitet sind, dann fühlen sich auch Action-Sequenzen komplett anders an. Als Leserin ist man deutlich mehr investiert in die Charaktere und sorgt sich um sie. Immerhin sind dann nicht mehr nur die Heldinnen betroffen, sondern wichtige Menschen in ihrem Leben. Die Einsätze und Risiken sind um ein Vielfaches höher.

Dies macht sich auch bei MJ bemerkbar. Sie liest in einem Zeitungsbericht von der Beziehung zwischen Spider-Man und Kitty und fragt sich berechtigterweise, warum er mit der Mutantin eine Beziehung eingehen kann, aber nicht mit ihr. Eine berührende Szene, wobei ich mich gefragt habe, ob wir uns jetzt zehn Ausgaben wieder mit der Reparatur dieser geschädigten Freundschaft auseinandersetzen müssen. Doch Bendis zeigt deutlich, dass, wenn Peter MJ braucht, sie immer für ihn da ist. Besonders nach dem Vampir-Angriff aus der zweiten Geschichte ist dies deutlich zu erkennen.

Kommen wir aber nach dem ganzen Beziehungsgerede wieder zurück zur ersten Geschichte. Darin werden die X-Men entführt und, weil Kitty den Robo-Jet zu Peter schickt, auch Spider-Man mit in den Schlamassel hineingezogen. Sie befinden sich auf Krakoa, der Gefängnisinsel von Genosa, wo Mutanten zur Unterhaltung gejagt und getötet werden. Hier wird deutlich gezeigt, was einige Personen von diesen Kreaturen halten. Es sind Tiere, abartige Geschöpfe, wider die Natur und ihr Leben hat keinen Wert.

Besonders in Ausgabe 93 wird dies deutlich gemacht. Das Geschehen wird durch die Augen der Fernsehzuschauer gezeigt, inklusive Kommentator, Interviews und Berichten. Ein grausames Schauspiel.

Was auf dieser Insel geschieht, ist nicht einfach zu verarbeiten. Dies wird besonders an Spider-Man gezeigt. Man wird daran erinnert, dass sich unter der Maske doch nur ein junger Mensch verbirgt. Er dreht beinahe durch, will nach Hause und seine Sprüche zeigen deutlich, dass er mit der Situation überfordert ist. Wir lernen eine neue Seite von Spider-Man kennen. Zwar war er schon zuvor mit Situationen konfrontiert, die ihn überfordert haben, aber dies war bei ihm zu Hause in New York. Eine Umgebung, die erkennt und nicht ein Jungle voller Kameras und Zuschauern, die alles verfolgen. Außerdem ist alles dort dafür geschaffen worden, um ihn zu töten. Deadpool, der engagiert wurde, um mit seinem Trupp die Entführten zu jagen, wird von einer Seite gezeigt, die ich so noch nicht kannte. Eine beeindruckende Geschichte, die sicher Spuren hinterlassen wird.

Als Nächstes haben wir die zweiteilige Story über Morbius und andere Vampire. Darin lernen wir, dass es durchaus Unterschiede zwischen Vampiren gibt. So lassen sich nicht alle von ihrem Fluch in Besitz nehmen und weigern sich, Menschen das Blut auszusaugen. In Morbius, dessen Vater übrigens Dracul ist, findet Spider-Man einen neuen Verbündeten. Der Morbius-Zweiteiler ist besonders stilistisch überzeugend. Unter anderem spielt Ben Urich, der Journalist, eine zentrale Rolle. Er macht Peter durch seine Recherchen auf die Vampire aufmerksam. Der Artikel, den Urich geschrieben hat, wird durch schwarz-weiße Panels untermalt und erhält dadurch den Flair eines alten Vampirfilms. Sehr cool gemacht und ein guter Einstieg in die Geschichte.

Als Letztes haben wir dann noch das zweite Annual. Hierbei erhalten wir wieder einmal eine Geschichte mit DeWolff und anderen Helden, wie Daredevil und Moon Knight. Wir haben diese bereits in früheren Erzählungen kennengelernt und in kurzen Abschnitten wird gezeigt, was diese in der Zwischenzeit getrieben haben. Außerdem wird die Beziehung zwischen Detective DeWolff und dem Kingpin weiter ausgebaut und in gewisser Weise zu einem Ende gebracht. Der Kingpin baut sein Netzwerk weiter aus und nutzt alles und jeden darin zu seinem Vorteil. Er ist nicht darauf aus, klassische Bandenkriege zu führen. Nein, durch seine Beziehungen kann er kreativere Möglichkeiten finden, sich seinen Gegnern zu stellen.

Doch nicht nur für diese Momente, in denen Wilson Fisk glänzen darf, lohnt sich ein Blick in das Annual; auch wie andere Charaktere Spider-Man wahrnehmen, wird deutlich gezeigt. So sind sowohl Moon Knight, als auch Daredevil davon überzeugt, dass der Held zu jung und unerfahren ist, um sich mit so jemandem wie dem Kingpin auseinanderzusetzen. Dies muss durchaus frustrierend für Peter sein, immerhin hat er sich schon des Öfteren bewiesen.

Etwas, das mich schon bei der letzten Konfrontation mit DeWolff (von der Peter erst nach ihrem Tod erfährt, dass sie für den Kingpin gearbeitet und Spider-Man für dessen Zwecke manipuliert hat) massiv gestört hat, ist der Umgang der Polizisten mit Spider-Man. Sie sind dermaßen schnell ihre Waffen auf ihn zu richten, dass es an ein Wunder grenzt, dass er noch nicht aussieht wie Schweizer Käse. Besonders auffällig ist dies, als DeWolff erschossen wird, Spider-Man unbewaffnet neben ihr steht und sie trotzdem erstmal auf ihn zielen. Aber wenn man sich die Berichte aus den USA so ansieht, ist dies nicht einmal so eine abwegige Darstellung.

Ansonsten überzeugt das sechzehnte Volume aber mit neuen Einsichten, fantastischen Zeichnungen und abwechslungsreichen Geschichten.

Geek-Planet: The Walking Dead – Staffel 1

Heute geht es in Geek-Planet um den Beginn einer Serie, die bis heute ihre Spuren hinterlassen hat und deren Spin-offs weiterhin produziert werden. Der Text stammt vom 08. Oktober 2015. Er ist auf meinem damaligen Blog erschienen, den es heute so nicht mehr gibt.

Es ist schon interessant, auf den Beginn von etwas zurückzublicken. Fast neun Jahre ist es her, als The Walking Dead als Serie seinen Anfang nahm. Etwaige Staffeln, Spin-offs, Prequels und Fortsetzungen später hat man das Gefühl, als hätte es nie eine Zeit ohne diese Serien gegeben. Ich verfolge dieses Universum aber schon lange nicht mehr. Die Hauptserie hat mich irgendwann verloren. Fear of the Walking Dead begeisterte anfangs noch, hat aber dann ebenso nachgelassen.

Den Comic habe ich allerdings tatsächlich monatlich verfolgt, bis dieser sein natürliches Ende fand. Es kam überraschend und hat alles mehr oder weniger gut abgeschlossen. Ein durchaus positives Ende für eine tolle Geschichte, die über viele Jahre erzählt wurde. Mal sehen, ob das die Serien auch irgendwann schaffen.


Es ist schon erstaunlich, wie die beiden Medien Fernsehen und Comic miteinander korrelieren und welche unterschiedlichen Herangehensweisen Anwendung finden. So gibt es manchmal nur Details, die sich unterscheiden, und dann fügen die Autor*innen ganze Abschnitte ein, die es nie in den Comic geschafft haben. All das und mehr, bei gerade einmal sechs Episoden der ersten Staffel.

  • Developed by Frank Darabont
  • Cast: Andrew Lincoln, Jon Bernthal, Sarah Wayne Callies, Laurie Holden, Jeffrey DeMunn, Steven Yeun
  • Musik: Bear McCreary
  • Executive producers: Frank Darabont, Gale Anne Hurd, David Alpert, Robert Kirkman
  • Erstausstrahlung: 31. Oktober 2010 auf AMC

“We don’t kill the living.” – Rick

Zuerst einmal muss ich mit dem Casting anfangen. Ich bin begeistert von den Schauspieler*innen, die ausgewählt wurden. Teilweise passen sie fast zu hundert Prozent zu ihren Pendants im Comic. Bei den darstellerischen Leistungen würde ich mir zwar manchmal mehr Hingabe erwarten und die Chemie passt nicht immer, doch im Großen und Ganzen sind sie überzeugend. Immerhin muss sich nicht nur die fiktive Gruppe im The Walking Dead-Universum erst einmal kennenlernen, sondern auch die Schauspieler untereinander.

Am seltsamsten finde ich zur Zeit Ricks Frau Lori. Im Comic wirkt sie zwar auch nicht gerade wie der Badass à la Sigourney Weaver, allerdings zeichnen die Autor*innen ein klares Bild von ihr. In der Serie schwankt sie mir noch zu stark zwischen unsicherer Liebhaberin, selbstbewusster Frau und seltsamer Mutter. Was mich genau stört, kann ich nicht benennen, allerdings entwickelt sie sich gut in den ersten Folgen. Aber vielleicht ist es genau dieses wandelbare, unsichere, dass sie glaubhaft macht. Wir werden sehen. Für ein endgültiges Urteil ist es ohnehin noch zu früh.

Die Unterschiede zum Comic halten sich am Anfang noch in Grenzen. Hier wird ein Zombie mehr erschossen, dort erhält jemand seine Uniform später. Allerdings driften die beiden Medien immer weiter auseinander. Mir sind besonders drei Dinge aufgefallen, die grundlegend anders sind und auf die ich genauer eingehen möchte.

  1. Shane und Lori: Die beiden hatten im Comic einmal Sex, führen eher eine Freundschaft Plus, statt eine als echtes Paar durchzugehen. Lori hält es außerdem für einen Fehler und trauert weiterhin um ihren Mann. Doch in der Serie könnte man meinen, die beiden seien schon ewig zusammen. Nur versuchen sie es vor den anderen und besonders vor Carl, der Sohn von Lori und Rick, zu verstecken. Hier bietet sich natürlich ein großes Konfliktpotenzial und soll wahrscheinlich zur Spannung beitragen. Ich finde, dies hätte man auch mit dem einen Ausrutscher und ein paar subtilen Anspielungen geschafft. Besonders die provokante Anmache im C.D.C. hätte man Shane abgekauft, ohne dass sie zuvor eine längere, heimliche Affäre gehabt haben. Es deutet sich schon an, dass der Konflikt zwischen ihm und Rick immer weiter anwächst und es kann nicht mehr lange dauern, bis dieser den Höhepunkt erreicht. Ich bin gespannt, ob er sich genauso auflöst, wie im Comic vorgegeben.
  2. Merle und Daryl: Die beiden gibt es im Comic gar nicht und sind repräsentativ für den ein oder andere Person, die in der Vorlage anders charakterisiert wird. Denn in der Serie ist die Quote an dedizierten Vollidioten definitiv höher. Diese handeln meist aus primitiven Instinkten und wollen sich nicht in die Gruppe einpassen, weil ihr Ego zu groß ist oder etwas anderes zu klein. Doch sind sie geistesgegenwärtig genug, um festzustellen, dass ihre Chancen alleine zu überleben gegen null gehen. Nur fürs Protokoll, Daryl mag ich von allen unliebsamen Charakteren noch am meisten und er macht sicher noch eine interessante Entwicklung durch, sofern er es verhindern kann, von einem Walkern gefressen zu werden.
    Es spielt natürlich wieder das Konfliktpotenzial und die mögliche Eskalation von Situationen eine große Rolle. Es bleibt immer spannend, wie der- oder diejenige reagiert.
  3. C.D.C.: Was im Comic bisher noch gar nicht aufgetaucht ist, ist das CDC. In den letzten beiden Episoden spielt diese eine größere Rolle. Vor allem deswegen, weil ein Mann in der Gruppe gebissen wurde und sie eine Heilung finden möchten. Dieser stirbt zwar auf dem Weg dorthin, doch man kann es doch auf jeden Fall versuchen.
    In der Niederlassung können sie sich erstmal stärken, bevor sie weiterziehen müssen, da der psychisch angeknackste Doktor sie alle „dekontaminieren“ möchte. Es entwickelt sich eine interessante und spannende Atmosphäre und zeigt teilweise das wahre Gesicht eines Charakters, besonders natürlich, wer für wen Gefühle hat und wer wirklich leben möchte. Schade ist, dass am Ende Jacqui stirbt. Doch in Serien ist es meistens so, dass Protagonisten, die ich ins Herz geschlossen habe, als Erstes sterben. Wie dem auch sei, am Ende stehen sie wieder auf der Straße und müssen überlegen, wie es weitergehen soll.

Ich bin noch am Anfang der Serie und mir ist bewusst, dass sich manche Dinge erst entwickeln müssen. Besonders die Gruppendynamik. Sie müssen sich erst alle richtig kennenlernen, damit sie sich blind vertrauen können. Die Gruppe wurde immer weiter dezimiert. Dies ist vorwiegend deshalb möglich, da um einiges mehr Menschen in der Gruppe sind, als es in der Vorlage der Fall ist. Auch dies spielt natürlich mit den Erwartungen der Zuschauer*innen. So kann man überrascht jemanden sterben lassen, ohne dass es die gute Vorlage beeinträchtigt und man wertvolle Charaktere opfern müsste. Es wäre auch langweilig, wenn man alles anhand des Comics vorhersagen könnte. Ich habe Vertrauen in die Macher, auch deshalb, weil Robert Kirkman an der Serie beteiligt ist.

Man kann eben nicht die gleichen Geschichten erzählen wie im Comic. Sie müssen dem Medium Fernsehen angepasst werden. Ich bin jedenfalls angefixt und sehr gespannt auf Staffel zwei. Die Welt der Walker hat mich packt.

Geek-Planet: Wochenrückblick 27/2015

In der dieswöchigen Ausgabe von Geek-Planet habe ich mir einen Artikel herausgesucht, der spannende Einblicke bietet. Wie jede Woche sehen wir uns einen alten Text von mir an, den ich auf meinem damaligen Blog, den es heute nicht mehr gibt, veröffentlicht habe. Der folgende Text stammt vom 23. August 2015.

Ich habe meine erneute Begeisterung für die Power Rangers Comics von Boom!Studios zum Anlass genommen und die alten Texte nach diesem Schlagwort durchsucht. Gestoßen bin ich auf eine Wochenrückschau. Diese habe ich besonders 2015 lange Zeit wöchentlich geschrieben, da ich den Wunsch hegte, über mehr Dinge schreiben zu können, die keine Rezensionen sind. Ich griff News auf, Ankündigungen, Trailer und so weiter.

Heute würde ich einfach einen Text dazu schreiben und fertig. Egal, wie lang oder kurz dieser am Ende ausfällt. Damals allerdings hatte ich das Gefühl, einen gewissen Rhythmus einhalten zu müssen, einen Veröffentlichungsplan. In dieser speziellen Ausgabe geht es unter anderem um besagten Power Rangers Film, der angekündigt wurde. Ich müsste ihn mir nochmal ansehen, um beurteilen zu können, ob der wirklich so mies war, wie ich ihn in Erinnerung habe.

Deadpool ist auch im Mix dabei. Sehr faszinierend, wenn man bedenkt, dass gerade der dritte Deadpool-Film in den Kinos läuft. Leider habe ich die Bilder und Links nicht mehr, die in dem Text erwähnt werden. Teilweise habe ich den Text leicht geändert, damit der Lesefluss nicht allzu sehr gestört wird.


Es ist schon wieder eine Woche vorbei und in meinem heutigen Repertoire befinden sich zwei schöne Kindheitserinnerungen. Die Erste wird wahrscheinlich bald von Hollywood zerstört (so wie die Turtles), allerdings von Boom!Studios richtig gut in Comics-Form umgesetzt. Die Zweite zeigt eine coole, brutale Version eines sonst freundlichen Charakters. Außerdem ruiniert mich das neue Marvel-Line-up und als Abschluss gibt es noch ein Foto.

Power Rangers

Falls ihr den Fan-Film zu den Power Rangers noch nicht gesehen habt, solltet ihr dies dringend nachholen. Mit James van der Beek und Katee Sackhoff spielen nicht nur zwei großartige Stars mit, er zeigt auch eine erwachsene Version einer Serie, die mich in meiner Kindheit begeistert hat. Es wäre schön, wenn die Verfilmung, welche aktuell geplant wird, auch in diese Richtung tendieren würde. So hätten vermutlich viele das Gefühl, die Serie sei mit ihnen gereift. Aber vermutlich wird es ein auf PG-13 getrimmter, schlecht umgesetzter und das Original missachtender Film.

Anders sieht es da schon mit dem vor der Tür stehenden Comic von Boom!Studios aus. Diese haben vor ein paar Tagen Bilder präsentiert, die diverse Power Rangers zeigen. Da werde ich sicher einen Blick riskieren. Comics sind ein tolles Format und eignen sich besonders gut für Stoffe wie diese. Serien und Filme benötigen große Budgets um ein Material wie Power Rangers gut umzusetzen, Comics nicht. So wirkt es mit Sicherheit konsistenter und glaubhafter.

Aus meiner Kindheit habe ich eigentlich nur gute Erinnerungen an die Figuren, deren große fantastische Roboter, die Explosionen aus dem Nichts, wenn sie gegen ihre Gegner kämpfen. Es war oder ist zwar meist das gleiche Schema, doch als Kind fühlt man sich gut unterhalten. Wenn wir ehrlich sind, ist die erwachsene Version von Power Rangers der Guillermo del Toro Film Pacific Rim. Hier kämpfen auch gewaltige Roboter gegen noch größere Monster.

Ich freue mich jedenfalls auf den Comic und bin skeptisch gegenüber dem Film. Allerdings bin ich gerne bereit, mich positiv überraschen zu lassen.

Santa Claus

Was ist das Erste, das euch einfällt, wenn ihr an Santa denkt? Klar, es ist ein amerikanischer Brauch (der durch unzählige Filme und Serien zu uns herüberschwappte), doch irgendwie erinnert er mich doch sehr stark an den Nikolaus. Der dickliche, nette, in rot gekleidete Mann strahlt doch immer etwas Friedliches aus. Man kann ihm vertrauen, erzählt ihm von den eigenen Wünschen und bekommt diese dann eventuell sogar erfüllt.

Grant Morrison erzählt jetzt so etwas wie die Ursprungsgeschichte dieses Mannes und wenn man sich das Cover ansieht, wirkt er gar nicht mehr so nett. Wie es die Seite comicsalliance.com so schön ausdrückt, ist es die »HOT, BRUTAL … SEXY, VIOLENT«-Variante von Santa. Meine Neugierde ist mehr als geweckt und ich kann es kaum erwarten, welche gefährlichen Abenteuer dieser Mann erlebt und was ihn dann eventuell zu der Figur macht, die wir kennen. Vor allem aber interessiert mich die Frage: Hat er spezielle Fähigkeiten oder ist er nur ein einfacher Mann?

All-New All-Different Marvel Line-up

Ich verzichte einfach mal darauf, die ganzen Titel mit den Covern abzubilden und schicke euch dafür auf die großartige Seite von Talking Comics. Hier findet ihr das komplette 45 Comics umfassende Line-up, welches nach Secret Wars übrig bleibt. Überraschenderweise ist es an Diversität und Repräsentation eher schwach besetz, aber andere haben dazu schon tiefer in das Line-Up geblickt. Aber wenn man diesen Makel beiseitelässt, bietet Marvel schon sehr viele gute Comics an, die mich interessieren. Ich werde versuchen, mich auf wenige zu beschränken. Auf jeden Fall werde ich aber folgende testen:

  • All-New All Different Avengers #1
  • All-New X-Men #1
  • Amazing Spider-Man #1
  • Carnage #1
  • Doctor Strange #1
  • Extraordinary X-Men #1
  • Spider-Man #1
  • Spider-Man 2099 #1
  • The Vision #1
  • Venom: Spaceknight #1
  • Web Warriors #1

Aufgrund dessen, dass irgendwann mein monatliches Budget für Comics ausgereizt ist, wird es wohl darauf hinauslaufen müssen, dass bei vielen dieser Comics erst einmal bei der ersten Ausgabe bleibe. Marvel ist mit der Veröffentlichung von Trades immer recht zügig, von daher ist das Warten darauf überschaubar. Nur diejenigen, die mich wirklich begeistern, werden es dann in meine Pull-List schaffen. Immerhin ist diese schon ziemlich mit DC gefüllt und dann gibt’s ja noch Star Wars und Image und – ach, so viele Comics, so wenig Zeit.

Deadpool

Bevor ich euch in die neue Woche entlasse, hier noch ein offizielles Bild vom Set des Deadpool Films, welcher mit Ryan Reynolds in der Hauptrolle nächstes Jahr in die Kinos kommt. Durch sein R-Rating erhoffe ich mir sehr viel von dem Film. Den Look haben sie auf jeden Fall schon super getroffen.

Ich wünsche euch eine angenehme Woche und bis demnächst.

Geek-Planet: Ultimate Spider-Man – Volume 15

In der dieswöchigen Ausgabe von Geek-Planet widmen wir uns erneut einer Geschichte von Ultimate Spider-Man. Wie jede Woche habe ich einen alten Text von mir hervorgekramt, der auf meinem früheren, gleichnamigen Blog veröffentlicht wurde. Der Text stammt vom 07. April 2017.

An sich habe ich die Rezension dieses fünfzehnten Volumes gerne gelesen, doch so manche Dinge hätte ich doch gerne mehr beleuchtet gesehen. Zum Beispiel das Thema rund um die Demaskierung von Superhelden. Ich schneide es am Ende nur an und vielleicht ist eine Rezension eines Spider-Man-Comics der falsche Platz für eine ausführliche Auseinandersetzung. Aber etwas tiefer hätte ich damals durchaus gehen können.

Was mir außerdem aufgefallen ist, sind die englischen Begriffe. Es ist gar nicht mal so einfach, gewisse englische Benennungen ins Deutsche zu übertragen. Dazu gehören Volume, Annual und dergleichen. Wenn dann noch die Namen von Charakteren im Satz vorkommen, ist der Text für manche Leser*innen vielleicht gar nicht mehr so einfach zu lesen. Ich selbst musste schon stellenweise kurz überlegen, was nun genau gemeint ist. Deshalb habe ich den Text teilweise umformuliert.

Seitdem ich den Leitfaden für verständliche und einfache Sprache gelesen habe, denke ich des Öfteren darüber nach, wie lange ein Satz wirklich sein muss. Ist meine Argumentation schlüssig? Springe ich zu sehr von einem Thema zum nächsten? Sind die Begriffe, die ich verwende, verständlich? Alles Fragen und Überlegungen, die mich zukünftig hoffentlich zu einem besseren Autor und Blogger machen.


Im fünfzehnten Volume von Ultimate Spider-Man wird unter anderem ein Service eingeführt, den wir in dieser Form noch nicht gesehen haben. Außerdem ist der Bösewicht dieser Storyline eigentlich kein wirklicher Gegner, sondern vielmehr ein verwöhnter Bastard mit schlechten Manieren. Dazwischen gibt es die typischen Elemente, die bei einer Ultimate Spider-Man-Geschichte mittlerweile nicht mehr fehlen dürfen: eine Liebesgeschichte, S.H.I.E.L.D.-Angelegenheiten und andere Probleme für Peter Parker.

  • Ausgaben: #86-90, Annual #1
  • Erscheinungsdatum: 2006
  • Autor: Brian Michael Bendis
  • Künstler: Mark Bagley
  • Inks: Scott Hanna, John Dell
  • Colors: Justin Ponsor
  • Letters: Chris Eliopoulus

“I know I’ve only been a super hero for a relatively short time… but you’re a bad guy, right?” – Spider-Man

Fangen wir mit der Annual Ausgabe an, da diese viel Hintergrundwissen liefert, das für die spätere Geschichte rund um Silver Sable wichtig wird. Wie ihr euch sicher erinnert, hat Peter das letzte Mal mit MJ Schluss gemacht, weil er sie nicht in Gefahr bringen möchte. Sie habe keine Chance, sich gegen Supervillains durchzusetzen. Diese Bürde möchte sich Peter nicht aufhalsen; dazu hat er einfach schon zu viele Menschen verloren, die ihm nahestehen. Allerdings ist es später schön mit anzusehen, wie sich die beiden trotzdem noch miteinander unterhalten können – ein wenig zumindest.

Das Annual erzählt zwei sich parallel entwickelnde Geschichten, die Brian Michael Bendis schließlich gekonnt kollidieren lässt, um gemeinsam stärker voranzuschreiten. Zum einen haben wir Peter, der einsam sein Leben beschreitet und sich als Außenseiter fühlt, trotz seiner ganzen Heldentaten. Vielleicht auch gerade deswegen. Auf der anderen Seite haben wir Kitty Pride, die sich ähnlich fühlt unter ihren X-Men-Kollegen. Dies liegt vor allem daran, dass sie sich erst kürzlich von Bobby getrennt hat. Es ist herrlich mit anzusehen, wie sich diese beiden Charaktere (Peter und Kitty), die so viel gemeinsam haben, schließlich begegnen und tolle Dates miteinander verbringen. Vor allem der gemeinsame Kampf gegen eine Verbrecherbande und ihr erster Kuss sind perfekt in Szene gesetzt. Beide sind schüchtern und wissen anfangs nicht so recht mit der Situation umzugehen. Man kann nicht anders, als die Geschichte mit einem Lächeln zu lesen und sich für die beiden zu freuen.

Ich habe Mark Bagleys Zeichnungen und die fantastischen Farben vermisst. Er bringt eine Dynamik in die Charaktere, die perfekt für das Spider-Man-Universum passt. Es ist eine tolle Welt, in die wir hier entführt werden. An den Ultimate Spider-Man Comics gefällt mir besonders, dass ich diese von Anfang an lesen kann. Es ist keine unmögliche Aufgabe, sich durch alle Ausgaben zu kämpfen und die gesamte Geschichte in ihrer Pracht zu erleben, wie es bei Amazing Spider-Man der Fall wäre. Ich liebe die Charaktere und die Erzählweise von Brian Michael Bendis, der sich für alles Zeit nimmt. Verbunden mit den bereits genannten Zeichnungen von Mark Bagley gehört Ultimate Spider-Man mittlerweile zu meinen All-Time-Favorites.

Was die aktuelle Geschichte anbelangt, bleibt es spannend zu sehen, in welche Richtung sich Peter und Kitty entwickeln. In der Hauptstory haben sie zwar auch ein Date, ganz zum Unwohl von MJ, aber ob sich etwas Längerfristiges entwickelt, muss sich erst noch herausstellen. Immerhin haben beide einen ziemlich vollen Terminplan.

Beruhigend für Peter sind auf alle Fälle Kittys Fähigkeiten, die man nicht unterschätzen darf. Anders als MJ ist sie durchaus in der Lage, sich auch gegen diverse Supervillains durchzusetzen. Damit will ich MJ nicht unterminieren oder ihre Durchsetzungsfähigkeit bestreiten. Doch aus Peters Sicht ergibt seine neue Beziehung mehr Sinn als die mit MJ. Dass er nun Kitty so kurz nach der Trennung von MJ kennengelernt hat, schmerzt diese natürlich sichtlich und trifft auf Unverständnis. Doch wenn man sie gemeinsam kämpfen sieht, erkennt man, wie gut Peter und Kitty zueinanderpassen.

Die Hauptstory dreht sich primär darum, dass Spider-Man in der Vergangenheit scheinbar immer wieder Roxxon Gebäude, Schiffe und andere Besitztümer der Firma vor Bösewichten gerettet hat. Der Boss, Roxxon höchstpersönlich, sieht dabei eine Art Verschwörungstheorie und engagiert Silver Sable, die den Helden fangen und zu ihm bringen soll. Natürlich nur, um sich mit dem jungen Mann zu unterhalten.

Macht man doch immer so, wenn man mit jemandem reden will, dass man eine Auftragsmörderin und ihr Killer-Kommando engagiert. Die weitere Entwicklung der Geschichte finde ich zwar an sich gelungen. Die Motivationen der einzelnen Charaktere sind nachvollziehbar und fühle mit so manchen mit; bin also in der Geschichte an sich drin. Gleichzeitig treffen so manche der Entscheidungen bei mir auf völliges Unverständnis. Vor allem, was Roxxon betrifft.

An dieser Stelle hilft es deutlich weiter, dass sowohl er als auch Silver Sable eine kleine Origin-Story geliefert bekommen. So begreift man besser, woher die Charaktere kommen und warum sie die Entscheidungen treffen, die sie treffen. An den Origin-Storys gefällt besonders, dass sie anders koloriert sind als die übrige Geschichte. Außerdem gibt es lediglich einen Erzähler und keine Dialoge, womit sich eine fast märchenhafte Atmosphäre bildet. Gefällt Silver Sable danach besser und erscheint deutlich mehr als eigenständiger Charakter als nur ein Handlanger von Roxxon, so wirkt dieser für mich anschließend nur noch unfähiger. Auch wenn sich zu diesem Gefühl noch etwas Mitleid mischt, ist das Hauptgefühl, das ich ihm entgegenbringe, Verachtung.

Unterm Strich ist Roxxon ein verwöhntes Gör, welches keine eigenständigen Entscheidungen fällen kann und wie so eine Person die Leitung einer Firma bekommen hat, bleibt für mich nicht nachvollziehbar. Am Ende bekommt man als Leser*in allerdings eine gewisse Genugtuung, die ich an dieser Stelle nicht spoilern möchte.

Kommen wir zu einem Thema, welches mich in letzter Zeit des Öfteren beschäftigt hat: die Demaskierung von Superhelden. Wenn sich ein Superheld einem Bösewicht geschlagen geben muss oder von diesem überwältigt wird, ist es durchaus klar, dass dieser dann die Maske des Helden abstreift. Doch wenn jemand wie Roxxon mit Spider-Man sprechen möchte und immer wieder betont, sich nur mit ihm unterhalten zu wollen, dann ist es doch absolut unnötig, ihm die Maske vom Kopf zu reißen.

Zudem lässt er den Helden fesseln, was eine tolle Basis für ein gutes Gespräch ist. Will ich mich mal wieder tiefgehender mit Freunden unterhalten, dann fessle und kneble ich sie auch immer, da sofort eine vertrauensvolle Atmosphäre aufkommt. Als sie dann auch noch Fingerabdrücke nehmen und ihn identifizieren wollen, war ich sehr froh darüber, dass S.H.I.E.L.D. ein paar Stolpersteine vorbereitet hat, um Peters Identität zu schützen. Eine beeindruckende Szene, die man sich nicht entgehen lassen sollte. S.H.I.E.L.D. wird in einem völlig neuen Licht gezeigt und man bekommt einmal mit, wie die Organisation von anderen wahrgenommen wird.

Auch wenn die letzten Ereignisse der Geschichte etwas überstürzt erscheinen, so finde ich den finalen Kampf gut und spannend dargestellt. Außerdem bekommen wir so die Gelegenheit, schon einmal etwas in die Spieltruhe von jemandem zu blicken, der sicherlich bald eine größere Rolle einnehmen wird.

Geek-Planet: Ultimate Spider-Man – Volume 14

Warriors ist die nächste Geschichte von Ultimate Spider-Man, die wir uns ansehen. Mein ursprünglicher Text dazu erschien am 09. Dezember 2016 auf meinem damaligen Blog Geek-Planet, den es heute nicht mehr gibt. Auf meiner neuen Webseite sollen diese Texte allerdings ebenfalls ihren angestammten Platz finden.

Eine durchaus beeindruckende Szene in dieser Geschichte ist das Aufeinandertreffen zwischen Spider-Man und dem King Pin. Kein Kampf, kein Handgemenge oder sonst etwas in der Art. Einfach nur ein fantastisch geschriebener, spannungsgeladener Dialog zwischen Held und Bösewicht. Ich mag sowas.

Es kommt in solchen Geschichten vielleicht zu selten vor. Klar sind die Kämpfe, egal ob in Filmen, Serien oder Comics, wenn sie gut inszeniert und geschrieben sind, toll anzusehen und gehören dazu. Jedoch ist es oft spannender, die Charaktere auf einer intellektuellen Ebene zu konfrontieren. Was sind ihre jeweiligen Ansichten und Philosophien? Wie sehen sie die Welt? Was ist ihre Geschichte und wie stehen sie zueinander wirklich? Denn dadurch können die dann folgenden Kämpfe erst so richtig ihre volle Wucht entfalten. Dann wissen wir, was wirklich auf dem Spiel steht.


In der nächsten Storyline von Ultimate Spider-Man kommt es zu einer Art Klassentreffen. Nicht nur diversen Superhelden nehmen daran teil, sondern ebenso Anti-Helden und andere Gäste, die wir bisher in dieser Reihe kennengelernt haben. Unfreiwilliger Gastgeber ist Hammerhead, dem seine aktuellste Tat über den Kopf zu wachsen scheint.

  • Ausgaben: #79 bis #85
  • Erscheinungsdatum: August 2005 bis Januar 2006
  • Autor: Brian Michael Bendis
  • Zeichner: Mark Bagley
  • Inker: Art Thibert
  • Colorer: Transparency Digital
  • Letterer: Chris Eliopoulus

“Did you set a perimeter?!! Did you call in for emergency services? No! No?? There’s a live crime scene in there and you’re busy cuffing the only damn person who’s doing the damn job you’re supposed to!! Go be cops before someone else gets hurt!!!“ – Police Captain de Wolfe

Da der Kingpin gerade nicht besonders aktiv sein kann, da er unter Beobachtung steht, nutzt Hammerhead die Gelegenheit, sich einige von dessen Territorien zu eigen zu machen. So etwa ein Lagerhaus am Hafen. Doch Spider-Man kommt ihm dazwischen. Allerdings explodiert das Ganze schließlich doch und der junge Held muss sich mit einem neuen Anti-Helden auseinandersetzen, der in der Ultimate Reihe sein Debut feiert: Moon Knight. Die beiden halten einen ziemlich beeindruckenden Kampf ab, bevor Peter realisiert, dass er einfach abhauten könnte.

Während der Kingpin Elektra engagiert und Peter ein paar Tage später durch die Stadt schwingt, kommt Peter auf die glorreiche Idee, wieso er nicht einfach bei dem Verbrecherboss vorbeischauen sollte. Entgegen aller Erwartungen entfacht sich aber kein harter Kampf, sondern sie setzen sich an einen Tisch und unterhalten sich. Die seltsame Szene wird nur mehr dadurch getoppt, dass ihm Wilson Fisk ein Stück Pizza anbietet und er sie akzeptiert. Es ist ein Gespräch über Ziele im Leben und was sie nicht alles gemeinsam haben. Eigentlich ziemlich cool und Bendis Verständnis für Dialoge kommt wieder perfekt zur Geltung. Das Aufeinandertreffen endet schließlich damit, dass Spider-Man von Fisk die Adresse von Hammerhead bekommt, damit er diesen ausschalten kann.

Rat suchend flieht er zur Polizeichefin de Wolfe, die wir auch schon aus ein oder zwei vorherigen Geschichten kennen. Es ist fantastisch, wie sich immer wieder die konstant fortgesetzte Geschichte bezahlt macht, da Referenzen auf Ereignisse und Personen aus der Vergangenheit aufgegriffen werden können. Die beiden haben schon ein gewisses Vertrauen zueinander aufgebaut und an mehr als nur einer Stelle zeigt de Wolfe, dass sie an die guten Dinge glaubt, die Spider-Man macht. Dies kommt besonders dann gut zur Geltung, wenn sie wieder einmal ihre Männer zusammenstaucht, weil sie einfach so ohne irgendwelche guten Gründe auf Spider-Man schießen. Manchmal werden die Polizisten in diesen Geschichten schon absurd dämlich dargestellt.

Parallel zu diesen Ereignissen kehrt Danny Rand nach New York zurück. Bei ihm handelt es sich um Iron Fist. Er besucht seinen Kumpel Shang-Chi. Scheinbar haben sie lange Zeit zusammen trainiert und gekämpft. Doch sie werden von Hammerhead überrumpelt, was zu einer kleinen Straßenschlacht ausartet. Hammerhead versteht es wirklich, sich viele Feinde zu machen. Als Abrundung des Ganzen kommt dann noch Black Cat in die Geschichte mit rein, die Hammerhead eigentlich helfen möchte, da er Fisk ausschalten will. Und da Fisk Felicias Vater getötet hat, spielt ihr das nur allzu gut in die Hände.

Durch viele verschiedene Nebenhandlungen und kleine Meinungsverschiedenheiten kommt es dazu, dass sich alle in Hammerheads Wohnung einfinden. Moon Knight, Elektra, Spider-Man, Black Cat, Danny Rand, Shang-Chi und ein paar Handlanger von Heammerhead machen bei der Party mit. Es ist ziemlich unterhaltsam, dem Metallkopf dabei zuzusehen, wie er, bevor die Schlägerei losgeht, versucht, diverse Charaktere auf seine Seite zu ziehen. Da erkennt man auch, wo die Loyalitäten liegen. Wenn überhaupt welche vorhanden sind, denn manchmal bedarf es nur einer Menge Geld.

Die Kunstfertigkeit von Mark Bagley auf diesen Seiten zu beobachten, ist fantastisch. Ich weiß nicht wie er es schafft, dass man als Leser*in stets den Überblick über das Geschehen behält. Alles greift flüssig ineinander über, die Bewegungen wirken dynamisch und mit keinem Mal wird es langweilig oder wirkt überborden. Es ist ein spektakulärer Kampf zwischen unterschiedlichsten Helden, Anti-Helden und Bösewichten. Der Kampf endet damit, dass Spider-Man alle mit seinem Netz irgendwo festhält.

Zu guter Letzt kommt auch noch de Wolfe zur Party dazu und nimmt diejenigen Fest, denen die Flucht nicht gelungen ist. Warriors ist eine unterhaltsame Geschichte, bei der Bendis Talent, viele kleine Schauplätze auf einmal zu bedienen und dann wie selbstverständlich zusammenzuführen, hervorragend zur Geltung kommt.

Geek-Planet: Ultimate Spider-Man – Volume 13

In der heutigen Ausgabe von Geek-Planet sehen wir uns die nächste Collected Edition von Ultimate Spider-Man an. Sie trägt den prägnanten Titel Hobgoblin und enthält so einige spannende Themen. Der Text erschien ursprünglich am 02. Dezember 2016 auf meinem damaligen Blog, den es heute nicht mehr gibt.

Ich bin mir nicht sicher, wie ich die ganze Familiendynamik der Osborns finde. Wenn die Geschichten, wie hier, gut geschrieben sind, dann machen sie durchaus Freude beim Lesen. Sie können spannend sein und die unterschiedlichen Goblins sind eine echte, gespenstische Bedrohung für Spider-Man.

Doch schnell kann es in Geschichten sein, dass diese Charaktere übermäßig viel verwendet werden. Das over-acting, wenn man so will, dieser Figuren wirkt dann eher fehl am Platz oder ihre Kräfte scheinen zufällig. Je nachdem, was die Situation eben gerade benötigt. Es muss konsistent sein, innerhalb der Geschichte und glaubhaft dargestellt werden. Dann entsteht ein interessanter Konflikt, der sich auf die Beziehung zwischen den Charakteren fokussieren kann und eine nachvollziehbare Herausforderung für Peter Parker.


Peter befindet sich nach dem Tod von Gwen weiterhin in einem absoluten Tief. Er stellt sich andauernd die Frage, ob er weiterhin als Spider-Man in der Lage ist, Gutes zu tun. Bei diesem Prozess distanziert er sich immer weiter von MJ. Außerdem kehrt Harry Osborn nach Hause zurück. Keine leichten Zeiten für den jungen Helden.

  • Ausgaben: #72 bis #78
  • Erscheinungsdatum: April 2005 bis Juli 2005
  • Autor: Brian Michael Bendis
  • Zeichner: Mark Bagley
  • Inker: Art Thibert
  • Colorer: Transparency Digital
  • Letterer: Chris Eliopoulus

“I… can´t… breath. My hands. My hands are frozen cold.” – Spider-Man

Es ist schon etwas her, seit wir dem jungen Osborn das letzte Mal begegnet sind. Damals stand er seinem Vater, dem Goblin gegenüber und hat ihm die Stirn geboten, als dieser das weiße Haus angriff (siehe Ultimate Six). Harry hat die letzten Monate in der Obhut von SHIELD Chef Nick Fury verbracht und wurde scheinbar unter Beobachtung gestellt, um sicherzugehen, dass er sich nicht ebenfalls in einen Goblin verwandelt. Doch von psychologischer Betreuung hat man bei der Geheimorganisation wohl noch nichts gehört.

Kaum zurück, ist er nicht nur in der Schule Gesprächsthema Nummer Eins und bereitet Peter jede Menge Sorgen, nein, er wird auch noch mitten in der Nacht von einem mysteriösen Mann abgeholt. Dieser behauptet, für seinen Vater zu arbeiten. Der Mann bringt ihn in einen Wald, wo sich ein Labor von Norman befindet. Die Szenerie ist sehr unheimlich gestaltet und hätte Fury nicht zuvor bestätigt, dass Norman im Gefängnis sitzt, hätte ich darauf gewettet, dass dieser jeden Moment aus den Schatten emporsteigt. Doch stattdessen sehen wir das Labor, indem Norman am Goblin-Serum geforscht und einige neue Technologien entwickelt hat.

Harry, seit seiner Kindheit von einem Hypnotherapeuten behandelt, der dafür sorgen soll, dass alles Schlimme, was sein Vater in der Firma angestellt hat, hinter einer Wand verborgen bleibt, verarbeitet das Ganze, gelinde gesagt, nicht so gut. Der mysteriöse Mann namens Shaw sorgt zusätzlich dafür, dass genau diese Wand zu bröckeln beginnt und Harry verliert immer mehr die Kontrolle über sich. Es scheint beinahe so, als würde er vollkommen in einer Psychose aufgehen und dabei seinen Hass gegen Peter Parker wenden.

Er weiß, dass er Spider-Man ist und schließlich bricht doch das Goblin-Serum durch. Er transformiert sich in den Hobgoblin und sucht den Kampf in New York. Auf der einen Seite steht Peter, der seinem Freund zu helfen versucht und ihm nicht schaden möchte. Auf der anderen Seite haben wir den vor Wut kochenden und furiosen Harry, der den jungen Helden töten möchte. Die Inszenierung ist, wie von Bagley gewohnt, außergewöhnlich und alles, was auf dem Spiel steht, wird greifbar.

Während des Kampfes erfahren wir noch so einige andere Dinge. Beispielsweise, dass, bevor Harry vor neun Monaten verschwunden ist und nachdem Peter von der Spinne gebissen wurde, sich eine Beziehung zwischen MJ und Harry abgezeichnet hat. Kaum, dass Harry Peter sieht, bringt er dies zur Sprache. Das ist ein weiterer Grund, warum Peter mit ihr Schluss macht und sie von sich weg stößt; ein anderer ist, dass er sie in Sicherheit wissen möchte.

Dass MJ hier zwischen die Fronten gerät, ist spannend zu beobachten. Sie lässt sich nicht, wie man bei geringeren Autor*innen erwarten würde, von einem der beiden manipulieren. Es zeigt sich hier klar ihre Stärke, ihre Durchsetzungsfähigkeit und ihr Selbstvertrauen. Dies lässt sie auch Harry gegenüber raushängen. Sie will nicht mit ihm zusammen sein, sondern mit Peter. Es ist ihre Entscheidung. Peter bedeutet ihr so viel, dass sie es nicht in Worte zu fassen vermag und dies wird bei ihrer Gestik deutlich, als sie diese Worte ausspricht. Sie wird nicht aufgeben und sich von Peter nicht so einfach wegdrängen lassen. Bendis und Bagley haben mit ihr einen wirklich starken Charakter aufgebaut, den man gerne weiter verfolgt.

In der Collected Edition ist ebenfalls eine Ausgabe enthalten, die sich rein um MJ dreht – dies könnte Bendis gerne öfter machen. Hobgoblin ist eine tolle Geschichte, die den Fokus auf die Freundschaften rund um Peter setzt. Durch Gwens Tod und das, was er in Doctor Stranges Haus erlebt hat, drängt er sie alle von sich weg. Dabei muss er lernen, MJ mehr zuzutrauen und sich ihr zu öffnen. Er ist nicht so allein, wie er glaubt.

Geek-Planet: Ultimate Spider-Man – Volume 12

Wie jede Woche schauen wir uns auch heute einen alten Text von mir an. Wir machen weiter mit unserer Reise durch die Ultimate Spider-Man-Reihe und der 12. Collected Edition. Der Text erschien zum ersten Mal am 25. November 2016 auf meinem damaligen Blog Geek-Planet.

Kurzgeschichten haben ihre eigene Magie. Die Autor*innen müssen innherhalb kurzer Zeit viel machen und es schaffen, die Leser*innen in den Bann zu ziehen. Eine der besten Beispiele aus dem Filmbereich sind wohl die ersten 10 Minuten von Up (Oben). Sie führen einen der Protagonisten ein und zeigen sein bisheriges Leben und wie er in die aktuelle Situation gekommen ist. Jahrzehnte werden dargestellt, ohne auch nur ein einziges Wort. Trotzdem ist es eine emotionale Achterbahnfahrt sondergleichen. Wer da keine Träne vergießt, sollte sich Gedanken machen.

Aber heute geht es um Spider-Man und Comics. So sehr ich die längeren Geschichten schätze und mag, so sehr mag ich auch die Kürzeren. Leider sind sie eher selten zu finden, im Comic Bereich. Wenn, dann sind es Limited Runs, mit sechs oder zwölf Ausgaben, aber wirkliche Kurzgeschichten muss man bewusst suchen. Deshalb ist diese Collected Edition eine willkommene Abwechslung. Vor allem nachdem, was alles in den vorangegangenen Geschichten passiert ist.


Der Handlungsbogen namens Superstars beherbergt drei Zweiteiler, die alle mit tollen Gaststars aus dem Marvel-Universum aufwarten können. So weitet sich die Welt des jungen Peter Parker erneut. Was bei den Geschichten auffällt, ist, dass diese immer düsterer und dramatischer für unseren Helden werden. Es wird sicher noch eine Weile dauern, bis er sich von den buchstäblichen Albträumen erholt hat.

  • Ausgaben: #66 bis #71
  • Erscheinungsdatum: Dezember 2004 bis März 2005
  • Autor: Brian Michael Bendis
  • Künstler: Mark Bagley
  • Inks: Art Thibert
  • Colors: Transparency Digital
  • Letters: Chris Eliopoulus

„This is the last part of this story, I promise. (I mean, even I couldn’t milk three issues out of this.)“ – Brian Michael Bendis

Der erste Zweiteiler beginnt mit einer kleinen Vorrede von Brian Michael Bendis, der von Mark Bagley in Szene gesetzt wird und sich direkt an die Leser*innen richtet. Er spricht davon, dass es Geschichten im Leben eines Autors gibt, die einfach erzählt werden müssen. Man will sie nicht nur erzählen, man muss. Sie müssen raus und in die Welt gebracht werden. Die folgende Geschichte zählt nicht zu dieser Kategorie. Dieses kleine Intermezzo wird schließlich im zweiten Teil fortgesetzt, wo er seinem Editor die Schuld für diese Geschichte gibt und ihn sogar würgt. Eine ziemlich lustige Einleitung für eine der wohl verrücktesten Geschichten, die ich bisher von der Ultimate Spider-Man-Reihe gelesen habe.

Wir steigen mit einem äußerst übellaunigen Peter Parker in die Handlung ein, der nicht nur Tante May, sondern auch MJ geradezu anschnauzt und eigentlich nichts mit ihnen zu tun haben möchte. Doch kurze Zeit später sehen wir Wolverine, wie er in einem dreckigen, kleinen Apartment aufwacht und sich über den abstrusen Gestank beschwert. Geschockt blickt er in den Spiegel und wundert sich, was mit ihm passiert ist. Peter und Wolverine haben aus unerfindlichen Gründen die Körper getauscht und bis das Schlamassel wieder in Ordnung gebracht ist, müsste der Mutant für Peter in die Schule gehen, da dieser ansonsten suspendiert würde. Sagen wir einfach, es läuft nicht ganz so gut.

Die Auflösung der Geschichte finde ich nicht so gelungen, da es sehr einfach und geradezu billig wirkt. Da kann man schon etwas nachvollziehen, dass Bendis klarstellt, dass es sich um die Idee von jemand anderen handelt und er sie nur in die Tat umgesetzt hat. Aber die Geschichte selbst ist unterhaltsam und manche Abschnitte lustig. Körpertauschgeschichten à la Freaky Friday haben immer das Potenzial, große Freude zu bereiten und Charaktere in Situationen zu stecken, wo man sie normalerweise nicht antrifft. Aber das nächste Mal bitte etwas besser ins Universum eingepasst und nicht so gezwungen.

Die zweite ist die beste der drei Geschichten. Die Fantastic Four werden in dieses Universum eingeführt und halten ihre Identität noch von der Öffentlichkeit fern, da sie selbst noch herausfinden müssen, wie sie mit ihren neuen Fähigkeiten umgehen. Vor allem beschäftigt sie die Frage, was sie mit diesen Fähigkeiten anstellen wollen. Johnny Storm auch bekannt als die menschliche Fackel rebelliert natürlich anfangs, spielt aber dann doch mit. Er geht wieder auf die Highschool, um seinen Abschluss zu machen. Natürlich landet er in derselben Schule, in der auch Peter Parker ist.

Die Freunde rund um MJ und Peter laden ihn dann relativ schnell ein und sie gehen auch gemeinsam zum Strand, wo sich Johnny aus Versehen selbst anzündet und somit seine Fähigkeiten offenbart. Später trifft sich dann, aus reinem Zufall natürlich, Spider-Man mit ihm und die beiden unterhalten sich. Spidey möchte nicht nur herausfinden, was er genau kann und ob er gute Absichten hat; primär geht es ihm darum, einem Freund beizustehen. Später retten sie sogar gemeinsam Menschen aus einem brennenden Haus. Es ist eine schöne Geschichte zwischen zwei Helden, die sich kennenlernen und Gutes tun wollen. Spider-Man und Johnny sind immer wieder ein tolles Team-up.

Schließlich haben wir die dritte Geschichte. Hierin wird Peter mit Ben Urich losgeschickt, um eine Story um den Magier Doctor Strange zu schreiben. Allerdings nicht vom Sorcerer Supreme selbst, sondern von dessen Kind. Durch unglückliche Geschehnisse gerät Peter als Spider-Man zwischen dem jungen Zauberer und dessen Lehrmeister. Ein Dämon oder eine unheimliche Entität nimmt von ihm Besitz und zeigt ihm seine schlimmsten Albträume. Er sieht, wie ihm seine Liebsten Vorwürfe machen und sie auch von anderen getötet werden. Alles, keine schönen Bilder.

Ich hoffe, Peter erholt sich schnell von diesen Erfahrungen und schließt MJ nicht aus seinem Leben aus. Allerdings haben die beiden schon schlimmeres überstanden. Obwohl die einzelnen Geschichten Unterhaltungswert hatten, besonders die Episode mit Johnny Storm, so wirken sie wie Platzhalter. Zu gezwungen starten die einzelnen Geschichten und sind schnell wieder vorbei. Wobei so kurze Geschichten ebenso ihren Charme haben können. Es können auf kurze und prägnante Weise zukünftige Handlungsbögen angedeutet und gestartet werden, ohne dass man fünf bis sechs Ausgaben dafür benötigt.

Künstlerisch sind die Ausgaben wie immer ein Schmaus. Die Zeichnungen von Mark Bagley sind auf dem üblich hohen Niveau und allein visuell zahlt es sich aus, diese Geschichten zu lesen. Ich freue mich nun allerdings wieder auf eine etwas längere Geschichte »Hobgoblin«.

Geek-Planet: Ultimate Spider-Man – Volume 11

Wie jeden Donnerstag sehen wir uns auch heute einen alten Text von mir an. Dieser stammt vom 11. November 2016 und bespricht die 11. Collected Edition von Ultimate Spider-Man. Er erschien damals auf meinem Blog Geek-Planet, den es heute nicht mehr gibt.

Tode von wichtigen oder zentralen Charakteren gut zu inszenieren ist schwierig. Game of Thrones ist dafür bekannt geworden, in den frühen Staffeln und den dazugehörigen Büchern, Charaktere einfach so mal zu töten. Und vielleicht ist das die schockierendste Variante, die man wählen kann. Durchaus einen heroischen Tod, aber einen plötzlichen, unerwarteten, den man nicht vorhersehen kann. Der, in moderneren Erzählungen, quasi im Alltag der Personen passiert.

Gwens Tod im Film The Amazing Spider-Man war fantastisch umgesetzt und ein emotionaler Faustschlag. Hier, im Ultimate Spider-Man Comic, plötzlich und spontan – so wirkt es zumindest. Es ging mir damals schon fast zu schnell. Sie hat erst vor Kurzem von Peters Geheimnis erfahren und hätte zu einer tollen Kameradin und Unterstützerin werden können. Aber auch das zeugt von einem guten Charakter und einer guten Geschichte – wenn man sich fragt: „Was wäre, wenn …“


Seit ich die Liste der Story-Arcs von Ultimate Spider-Man überflogen habe, freue ich mich auf die von Carnage. Er und Venom gehören zu den wohl zu den ikonischsten Spider-Man-Gegnern, neben Doc Ock und Vulture. Welche Interpretation des Charakters hat Brian Michael Bendis für uns vorbereitet?

  • Ausgaben: #60 bis #65
  • Erscheinungsdatum: August bis November 2004
  • Autor: Brian Michael Bendis
  • Künstler: Mark Bagley
  • Inks: Art Thibert
  • Colors: Transparency Digital
  • Letters: Chris Eliopoulus

„You mixed my genetically altered DNA with your genetically altered DNA using my father’s stolen work. To see what would happen. This is the most disgusting thing I could ever imagine …“ – Peter Parker

Es ist eine traurige Woche. Gerade erst habe ich das 9. und 10. Buch von The Walking Dead beendet und die darin vorkommenden Tode verarbeitet. Da kommt mir nichts, dir nichts, die Carnage Story-Arc um die Ecke und beschließt einen der besten Protagonisten zu töten, von der ich mir noch viel versprochen hatte. Aber dazu später mehr.

Was mich an dieser Reihe immer wieder begeistert, ist, wie viel Zeit Bendis der Geschichte gibt, sich zu entfalten. Es werden nicht einfach so Gegner und Ideen eingeworfen, sondern er investiert zwei Ausgaben darauf, die Grundlagen für die Entstehung von Carnage zu legen. Das Einzige, was mich etwas überrascht hat, ist, dass Peter sich bei Verletzungen plötzlich an Doctor Connors wendet. Diesen hat er in den letzten drei bis vier Geschichten nicht ein einziges Mal erwähnt. Aber darüber kann man hinwegsehen.

Jedenfalls fängt sich Peter eine Erkältung ein, wodurch er etwas geschwächt ist und sich so gegen einen Riesen durchsetzen muss, der ein Museum in Angst und Schrecken versetzt. Knapp gelingt es ihm, dieses Monster von einem Mann zu überwältigen, wird allerdings verletzt. Er schwingt sich, bevor er endgültig zusammenbricht, noch in das Labor von Connors und lässt sich dort von ihm wieder zusammenflicken. Die beiden haben eine tolle Chemie miteinander und ich hätte es willkommen geheißen, hätte ihn Bendis das ein oder andere Mal erwähnt. Er hätte zu einer Art Vertrauten für Peter werden können, indem er gelegentlich bei ihm vorbei schwingt. So hätte diese Beziehung noch mehr Gewicht.

Wenn man eine Lektion aus dieser Geschichte lernen kann, dann dass man niemals sein Blut einfach so irgendwo „herumliegen“ lassen sollte. Besonders wenn man in die Verlegenheit kommt, Fähigkeiten durch eine genetische Veränderung zu entwickeln. Vor allem sollte man sein Blut nicht bei einem Genie in Bezug auf Genetik, wie es Connors einer ist, liegen lassen. Denn dieser entdeckt Großes in Peters Blut und fängt, metaphorisch gesprochen, schon einmal an, seine Dankesrede für den Nobelpreis zu schreiben. Er holt sich zwar die Erlaubnis von Peter, an seinem Blut forschen zu dürfen, doch wie das oben genannte Zitat zeigt, geht er sehr unklug dabei vor.

Eines stört mich hier gewaltig: Connors ist ein Wissenschaftler; er hat, gelinde gesagt, schlechte Erfahrungen damit gemacht, einfach so mit mutierter DNA herumzupfuschen. Wieso geht er dann nicht in kleinen Schritten vor? Stattdessen wirft er alles, was sein Labor hergibt, in einen Topf und lässt sich überraschen, was dabei herauskommen mag. Natürlich entsteht nichts Gutes daraus und dieses Etwas, was hier heranwächst, ist natürlich Carnage.

Dieses Wesen saugt Blut und was weiß ich nicht alles aus den Menschen, denen seine eigene DNA am nächsten kommt, aus, um zu überleben. Aus einem unbekannten Grund hat es auch vage Erinnerungen von Peter übernommen, was es zu dessen Haus führt. Leider findet er dort nicht ihn vor, sondern seine Mitbewohnerin: Gwen Stacy.

Am liebsten hätte ich zu diesem Zeitpunkt den Comic und Bendis angeschrien. Wie kann man Gwen Stacy nur so sterben lassen? Ich war fassungslos. Einfach so. Weg. Da ist man dann sehr dankbar um Peters Reaktion, der Connors sämtliche Vorwürfe macht und am liebsten ordentlich verprügeln würde.

Hier macht der Autor einen interessanten Schritt, der in diesem Zusammenhang reibungslos funktioniert. Denn wir erleben den finalen Kampf zwischen Peter und Carnage gewissermaßen nicht live, sondern Peter erzählt Connors später, wie er es getan hat. Das Schreckliche an diesem Bild ist, dass er dabei nicht sein Kostüm anhat, sondern nur seine Pyjamahosen. Er ist verschwitzt, dreckig und sowohl traurig als auch immens wütend. Der Kampf an sich, so gut er auch visuell dargestellt ist, fällt leider etwas kurz aus und auch wenn wir weiterhin nicht das Letzte von Carnage gesehen haben, hätte ich mir etwas mehr erwartet. Allerdings muss man zugeben, dass es in dieser Geschichte primär nicht um die beiden geht, sondern um die ethische Verantwortung, die Connors in dieser Situation hatte und natürlich die Freundschaft zwischen Gwen, Peter und MJ.

Eine sehr bewegende und tiefsinnige Geschichte, die Peter daran zweifeln lässt, ob er als Spider-Man überhaupt einen Unterschied macht. Dies wird im Epilog der Geschichte noch einmal wunderbar aufgegriffen. Er befindet sich zufällig auf einem Dach eines Gebäudes und in der Zwischenstraße darunter wird gerade eine Frau überfallen. Peter kann gar nicht anders als zu helfen. Selbst wenn er noch so stark versucht, diesen Drang zu unterdrücken, es geht nicht. Menschen in Not beizustehen und zu unterstützen, ist tief in seiner DNA verankert.

Peter Parker ist Spider-Man. Daran kann nichts und niemand etwas ändern. Und statt sich durch den Verlust von Gwen schwächen zu lassen, wird er einen Weg finden, diesen Vorfall zu nutzen, um dafür zu sorgen, dass sich dies nicht wiederholt. Ähnlich wie beim Tod seines Onkels Ben. Aber Gwen wird in der folgenden Geschichte sicherlich fehlen. Schade, dass sie so früh gehen musste.

Geek-Planet: Ultimate Spider-Man – Volume 10

In der heutigen Ausgabe von Geek-Planet sehen wir uns die 10. Collected Edition von Ultimate Spider-Man an. Der Text ist ursprünglich am 28. Oktober 2016 auf meinem ehemaligen Blog erschienen, den es heute nicht mehr gibt.

Beim erneuten Lesen und Redigieren des Textes ist mir aufgefallen, dass es sich eher um eine Zusammenfassung des Inhalts handelt, als um eine Rezension. Ich bewerte das Gesehene nur zum Teil. Es ist mir aus heutiger Sicht zu wenig. Besonders den Teil mit der Folter und dem Flug überspringe ich zügig. Vielleicht auch deshalb, weil es eine äußerst unangenehme Szene ist und ich so etwas eigentlich nicht mag, in meinen Spider-Man-Geschichten. Doch besonders modernere Autoren (ich verwende hier bewusst die männliche Form) scheinen ihren Gefallen daran zu haben, den Charakter leiden zu sehen.

Am sauersten ist mir das bei dem Run von Nick Spencer aufgestoßen, der vor ein paar Jahren endete. Am Anfang machte der Comic noch richtig Spaß, fühlte sich frisch und voller Energie an. Doch dann hat er sich in seiner Haupterzählung, wenn man so will, verloren. Am schlimmsten war es, wo Spider-Man mehrere Male qualvoll getötet wurde, nur um dazwischen reanimiert und gefoltert zu werden. Von mir aus kann man das alle paar Jahrzehnte mal machen, aber dann sollte der nächste Story-Arc doch bitte mit den Konsequenzen davon umgehen und Peters Trauma aufarbeiten. Vielleicht ist das zu viel verlangt von einem Superhelden-Comic, aber wenn man schon die tiefsten Tiefen herbeischreibt, dann muss man die Geschichte auch zu Ende bringen (die erwähnten Konsequenzen) und nicht einfach abbrechen und »Ende« auf die letzte Seite schreiben.

Immerhin sollen diese Geschichten am Ende des Tages inspirieren. Und was ist inspirierender als ein gefallener Held, der seinen Dämonen ins Gesicht spuckt und sich wieder aufrichtet? Nur muss man das eben auch zeigen, erzählen und den Leser*innen vermitteln. Qualen nur wegen der Qualen zu erzählen ist sinnlos und einfach nur monströs, da kann man sich genauso gut Saw anschauen.


Die Hollywood-Storyline ist sowohl tragisch als auch eine große Werbung für den ersten Spider-Man-Film mit Tobey Maguire in der Hauptrolle. Als Gegner darf Otto Octavius wieder zeigen, was er drauf hat. Es ist gerade etwas viel Otto, da ich parallel die Superior Spider-Man-Reihe genauer unter die Lupe nehme. Aber solange die Qualität der Comics so weitergeht, habe ich nichts dagegen.

  • Ausgaben: #54 bis #59
  • Erscheinungsdatum: Mai bis Juli 2004
  • Autor: Brian Michael Bendis
  • Künstler: Mark Bagley
  • Inks: Art Thibert
  • Colors: Transparency Digital
  • Letters: Chris Eliopoulus

„Please believe me, I’ll tell you everything but believe me – – I did not kill your father.“ – Peter Parker

Gwen und Peter sind allein zu Hause, da sich Tante May etwas Urlaub gönnt, also der perfekte Zeitpunkt, dass einiges schiefgeht. Zum einen haben wir den titelgebenden Film. In der Schule ist dieser natürlich Thema Nummer Eins, was nicht unbedingt auf Gegenliebe bei Peter stößt, da sie seine Geschichte nicht sehr wahrheitsgemäß wiedergeben. Es ist ziemlich witzig, dass die gleichen Namen auftauchen, die auch tatsächlich beim Spider-Man-Film mitgewirkt haben. Von Avi Arad, über Sam Raimi, hin zu Tobey Maguire. Schöne Easter Eggs. Kong, ein Mitschüler von Peter, bewirbt sich schließlich auch noch für eine Statistenrolle und wird überraschenderweise gecastet, womit das Thema endgültig in den täglichen Gesprächen eingemeißelt ist.

Am meisten schockiert hat mich Gwens Reaktion. Sie steht kurz vor einem Nervenzusammenbruch, weil sie nicht glauben kann, dass es einen Film über den Mörder ihres Vaters geben soll. Unterbewusst weiß sie zwar, dass es nur ein Typ in einem Spider-Man-Kostüm war und nicht der echte, aber im Moment spielt dies keine Rolle. Sie will nur jemanden in einem Kostüm leiden sehen, ihn sogar töten. Dazu hat sie später sogar die Möglichkeit. Während Peter mit Octavius beschäftigt ist, schnüffelt sie in seinen Sachen herum und findet eines seiner Kostüme. Dies führt zu einer Konfrontation, die es in sich hat. Sie richtet eine Waffe auf ihn.

Besonders in dieser Szene erkennt man wieder die Talente von Bendis und Bagley. Peter redet auf sie ein, während er sie überrumpelt und ihr den Mund zuhält. Denn zufällig kommt zur selben Zeit Tante May nach Hause. Die Gesichtsausdrücke der beiden sind fantastisch umgesetzt. Peters verzweifelter Blick, dass Gwen ihm doch bitte glauben mag und ihr trauriger, nicht minder verzweifelte Miene. Die Auflösung dieses Konflikts folgt wenig später in der Geschichte und ist äußerst überraschend. Gwen ist dankbar für das, was Peter und May für sie getan haben und akzeptiert nicht nur die Tatsache, dass er Spider-Man ist, sondern schwört sogar, das Geheimnis mit ins Grab zu nehmen.

Die drei (Peter, MJ und Gwen) in einem Raum zu sehen und über die Spider-Man-Sache diskutieren und lachen zu sehen, ist eine der schönsten Szenen der Story-Arc. Sie sind Freunde, die sich nicht nur ein großes Geheimnis teilen, sondern auch auf der gleichen Seite stehen. An einem Strang ziehen. Und dass MJs Mutter ihren tyrannischen Vater endlich rausgeworfen hat, ist die Kirsche auf der Sahne.

Der Kampf zwischen Octavius und Peter ist sehr cool gestaltet und führt gefühlt durch die halbe Stadt. Jedes Mal, wenn Peter von einem seiner Metallarme getroffen wird, zucke ich zusammen, weil es so schmerzhaft und endgültig aussieht. Er teilt zwar auch gut aus, wird aber schließlich K. O. geschlagen. Daraufhin findet er sich in einem Flugzeug wieder, wo er von Otto gefoltert wird. So talentiert die beiden Künstler der Reihe mit emotionalen Szenen sind, so geschickt sind sie auch mit solch grausamen Abschnitten. Am liebsten würde man den Comic anschreien, er soll aufhören, aber es hilft nichts – da muss man durch. Schließlich landen sie in Brasilien und Peter gewinnt doch noch die Oberhand. Doch wie soll er jetzt bloß nach Hause kommen? Was das anbelangt, wird er ziemlich kreativ.

Die letzte Szene von „Hollywood“ ist eine echte Befreiung, da sie zeigt, wie Nick Fury, vor den Augen von Octavius, dessen Arme in ein flüssiges, heißes Metallbad wirft und diese somit endgültig vernichtet. Ob sich Otto davon erholt?

Geek-Planet: Ultimate Spider-Man – Volume 8

Heute schauen wir uns gleich zwei Texte an. Auf meinem ehemaligen Blog Geek-Planet habe ich damals die achte Collected Edition von Ultimate Spider-Man in zwei getrennten Texten diskutiert. Ich dachte mir wohl, dass der Inhalt es hergeben würde und die 50. Jubiläumsausgabe die beiden kürzeren, doch irgendwie zusammenhängenden Handlungsstränge »Cats« und »Kings« trennt. Heute würde ich das wahrscheinlich nicht mehr so machen. Vor allem der zweiwöchige Abstand hat mich sehr überrascht. Auf zwei Tage kann man das gerne aufteilen (das habe ich mit Büchern an dieser Stelle bereits gemacht), doch zwei Wochen sind eindeutig zu viel.

Die beiden Texte erschienen damals am 30. September und 14. Oktober 2016.


Alle hassen Spider-Man. J. Jonah Jameson lässt sich zu sehr von seinen Gefühlen leiten. Peter Parker legt sich mit einer Lehrerin an. Dies alles und mehr können wir in »Volume 8 – Cats & Kings« erleben. Es geschieht äußerst viel in dieser Collected Edition, deshalb teile ich das Review in zwei Hälften – den zweiten Teil gibt es in zwei Wochen.

  • Ausgaben: #47 bis #53
  • Erscheinungsdatum: November bis April 2004
  • Autor: Brian Michael Bendis
  • Zeichner: Mark Bagley, Art Thibert
  • Colorist: Transparency Digital
  • Letterer: Chris Eliopoulus

“The guy murdered someone on videotape and now he’s all like walking around free … and when I ask about it, when I just ask someone about it, everyone just basically tells me to shut up…” – Peter Parker

Die ersten drei Ausgaben dieses Handlungsbogens konzentrieren sich auf die Frage, wie es sein kann, dass so viel offensichtlich Falsches in der Stadt vor sich geht und doch jeder wegschauen kann.

Natürlich geht es um Wilson Fisk. Vor vielen Monden wurde ein Video von ihm veröffentlicht, indem eindeutig gezeigt wird, dass er jemanden umgebracht hat. Allerdings hat dieser Mann so viel Einfluß und Macht, dass er nicht nur den Richter „überzeugt“ hat, diesen Beweis nicht zuzulassen; er darf auch wieder nach Amerika kommen, nachdem er nach dem Vorfall ins Exil musste.

Was mir an der ganzen Sache sauer aufstößt, ist nicht die Öffentlichkeit, die einfach darüber hinwegsieht. Es ist diese Selbstverständlichkeit, mit der alles unhinterfragt hingenommen wird. Sobald der Bugle schreibt, dass es sich bei Spider-Man um den Teufel persönlich handelt, steigen sie auf die Barrikaden. Gleichzeitig akzeptieren sie, wie mit Fisk aka The Kingpin verfahren wird. Statt offensichtlich falsches blind zu glauben, sollte man in solch einem Fall etwas dem Instinkt vertrauen. Immerhin rettet der Junge in blau-roten Pyjamas alle Tage Menschen in Not. Also kann er so böse doch nicht sein, außerdem wurde er von der Schuld des angeblichen Mordes befreit. Umso ärgerlicher ist es, als Peter in der Schule seine Lehrerin danach fragt, wie es recht sein kann, dass Fisk frei herumläuft und bekommt dafür eine Suspendierung vor die Nase geknallt.

J. Jonah Jameson dient in dieser Geschichte und eigentlich überhaupt in den Spider-Man-Comics, wenn ich es mir recht überlege, als eine Art Stellvertreter für die genannte öffentliche Meinung. Immerhin ist er es, der die Jagd auf Spider-Man losgetreten hat. Er mag oft ein Idiot sein, doch normalerweise ist er trotzdem in erster Linie Journalist und wenn eine Geschichte wichtig ist, erzählt zu werden, wie eben jene von Fisk, dann ist er Feuer und Flamme dafür. Leider benötigt es aber einige Anläufe, bis ihm seine eigenen Fehler in dieser Sache klar werden. Umso erlösender ist es schließlich, wenn dann endlich der erlösende Moment kommt.

Die Ausgaben 47 bis 49, mögen zwar erst die Hälfte der Story-Arc Cats & Kings sein, doch bereits hier entfaltet sich eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Sie treiben Korruption auf die Spitze und gehen vielleicht über das realistische, besser gesagt glaubhafte, hinaus. Dies erlaubt Brian Michael Bendis allerdings eine fesselnde Geschichte zu erzählen, in der man ständig hofft, alles möge doch bitte gut ausgehen.

So viel wie Peter durchmachen muss, so gern würde man ihn einfach nur in den Arm nehmen und ihn trösten, da er tatsächlich ein paar wirklich schlimme Tage hinter sich bringen muss, bevor es wieder bergauf geht. Manchmal ist es zum Verzweifeln, wenn man zu Menschen nicht durchdringt. Doch genauso erlösend sind die Momente, in denen Peter seinen Gefühlen freien Lauf lässt und auf ein Ziel zu marschiert.

Sei es Fisk-Tower als Spider-Man oder die angesprochene Geschichte mit der Lehrerin. Ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte weitergehen wird. Selbst wenn es am Ende eine positive Wendung geben sollte, wird Fisk einen Weg herausfinden. Außerdem kommt als Nächstes die 50. Jubiläumsausgabe der Reihe dran. Mal sehen, was Bendis und Bagley für uns bereithalten.


Im ersten Teil der Geschichte haben wir den Kings-Aspekt betrachtet, der sich mit dem Einfluss und der Macht des Kingpins beschäftigt hat. Es ging darum, wen er alles in der Tasche hat und wie J.J.J. seine Integrität als Journalist wieder entdeckt. Nun wenden wir uns den Katzen zu. Black Cat, darf ihr Debüt in der Ultimate-Reihe feiern.

“Crossed a black cat… Seven years bad luck.” – Felicia

Die 50. Ausgabe konzentriert sich sehr auf Black Cat und ist darauf fokussiert, ihr ein entsprechendes Willkommen in der Reihe zu verschaffen. Dies gelingt außerordentlich gut. Wir begleiten sie auf ihrem Streifzug durch New York und wie sie in ein Bürogebäude einbricht, um etwas zu stehlen. Sie stiehlt ausgerechnet etwas Wertvolles vom Kingpin.

Das Markante an diesen Szenen ist, dass sie fast komplett ohne Dialog auskommen. Lediglich die Wachleute des Wolkenkratzers, wo unsere Diebin einbricht, unterhalten sich. Doch Black Cat sieht man nur dabei zu, wie sie ihrem Handwerk nachgeht. Hier erkennt man, wie wundervoll die Zeichnungen von Mark Bagley zu dieser Welt passen. Sie können komplett für sich stehen. Wir können den Charakter danach schon etwas einschätzen:
Sie macht das nicht zum ersten Mal und ist ein Profi auf diesem Gebiet. Zwar spielt an einer Stelle auch Glück bzw. Zufall eine Rolle, doch ansonsten stehen ihre Fähigkeiten im Zentrum. Kurz darauf begegnet sie das erste Mal der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft. Sie ist schweigsam und redet nur am Ende, wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt. Sie kann, was den Kampfstil angeht, mit Peter mithalten und landet den ein oder anderen Schlag. Peter steht mit seinen ständigen Kommentaren und Sprüchen komplett auf der anderen Seite der Skala. Spider-Man ist intuitiv unterwegs, sie versucht ihre Talente zu perfektionieren und trainieren.

Später erkennen wir, warum der Gegenstand so wichtig ist für Wilson Fisk. Trotz der Blamage bzw. der Beschuldigung durch Jamesons letzten Artikel ist er immer noch in New York und wirkt niedergeschlagen. Dies ist der Kingpin, den wir in der Daredevil-Serie auf Netflix gesehen haben. Den introvertierten Bären von einem Mann, der aus Liebe handelt. Seine Frau Vanessa ist krank und die Ärzte wissen nicht, was ihr fehlt. Doch auf der Steinplatte, die Black Cat gestohlen hat, könnte sich die Lösung für das Problem befinden. Scheinbar steckt eine mystische Macht darin. Mal sehen, wann dieser Aspekt wieder aufgegriffen wird und wer ihn dabei unterstützt.

Eine dritte Frau darf ebenfalls ihr Debüt in der Reihe feiern. Neben Felicia Hardy aka Black Cat und Vanessa, sehen wir auch Elektra. Sie jagt im Auftrag vom Kingpin die schwarze Katze. Es entwickelt sich ein interessanter und spannender Kampf zwischen den beiden Damen, bei dem Spider-Man mehr oder weniger hilflos daneben steht.

Da in der ersten Hälfte der Geschichte unser Held im Zentrum stand, ist es jetzt angenehm, dass sich der Fokus etwas verschiebt und auf Felicia und ihre Beziehung zum Kingpin im Vordergrund steht. Die beiden, genauer gesagt ihr Vater, hat eine bewegende Vergangenheit mit dem Verbrecherkönig.

Doch natürlich kommt Peter nicht zu kurz. Er muss sich um MJ kümmern, da ihr Vater sich äußerst danebenbenimmt. Würde mich nicht wundern, wenn er demnächst anfängt, sie und ihre Mutter zu misshandeln, so wie der Charakter von Bendis hier beschrieben wird. Die Aggression, die ihm im Gesicht steht, ist sehr beängstigend – eine tolle Leistung von Bagley. Im Gegensatz dazu steht die Liebe von Peter und MJ (die ebenso gut in Szene gesetzt ist – vor allem die Mimik der beiden sei bei ihrer emotionalen Unterhaltung nochmal besonders erwähnt). Die Gespräche der beiden sind großartig und sie beschließen sogar schon jetzt, irgendwann in Zukunft zu heiraten. Man drückt den beiden wirklich die Daumen und hofft, dass sie heil durch alles durchkommen.

An dieser Stelle möchte ich noch anmerken, dass ich es ausgezeichnet finde, dass nicht künstlich eine Dreiecksbeziehung zwischen Peter, MJ und Gwen angedeutet wird. Gwen lebt zwar seit einigen Ausgaben bei den Parkers, doch sie ist nur eine wunderbare Freundin und nicht mehr. Dies wird sich zwar zeitnah ändern, aber für den Moment genieße ich, wie frei der Comic von Klischees ist – zumindest in diesem Aspekt.