Was esse ich da eigentlich?

Am 1. Januar dieses Jahres habe ich ein Jahresabo von MyFitnessPal abgeschlossen. Nicht unbedingt, um ein gewisses Abnehmziel oder Gewichtsziel zu erreichen (wobei das ganz nett wäre), sondern um immer mal wieder ohne Einschränkungen meine Ernährung tracken zu können. Ich mache das nicht seit einem Jahr durchgehend, sondern immer mal wieder für ein paar Tage oder manchmal auch Wochen. Es gibt mir eine Übersicht über das, was ich mir jeden Tag in den Mund stopfe. Außerdem bekommt man eine gute Zusammenstellung über die Makro- und Mikronährstoffe.

Beim Tracken des täglichen Essens geht es mir nicht nur um die reine kcal-Zahl, sondern auch darum, was konkret in dem Essen drin ist, das ich zu mir nehme. Enthält es genügend Eiweiß? Esse ich zu fettig oder kohlenhydratreich? Wie sieht es mit Ballaststoffen aus? Zudem weist die App immer wieder darauf hin, wenn ein Lebensmittel gut, mittel oder schlecht ist, was die eingetragenen Ziele an Nährstoffen betrifft. So kann man mit dem Wissen entweder etwas nachjustieren oder auch nicht. Was man mit den Informationen macht, bleibt wie immer einem selbst überlassen. Das ist das Schöne an Apps wie MyFitnessPal: Man wird nicht beschimpft und es werden keine Vorwürfe gemacht. Neutrale Informationen werden präsentiert. Der Rest liegt an mir.

Eine Sache, bei der ich mir weiterhin sehr unsicher bin, sind die verbrannten Kalorien beim Sport. Die Apple-eigene Fitness-App gibt immer wieder Zahlen aus, bei denen ich mir durchaus vorstellen kann, dass sie korrekt sind. Manchmal sind es aber auch astronomisch hohe Angaben oder welche, die mir zu niedrig erscheinen. Dadurch bin ich dazu übergegangen, die verbrannten Kalorien nicht in das tägliche Ziel einzubeziehen. Ich denke, und habe das auch schon von mehreren Fitness- und Sport-YouTubern gehört, dass die Anzahl konsequent überschätzt wird. Ich fahre bisher damit sehr gut und fühle mich wohl. Aber je nachdem, welchen Sport man treibt und wie intensiv, und auch welche Ziele man hat, kann es natürlich sinnvoll sein, die Zahlen entsprechend anzupassen.

Ernährung ist und bleibt eine äußerst individuelle Sache. Jede und jeder muss für sich herausfinden, was am nachhaltigsten funktioniert. Es gibt unzählige Ernährungsweisen, von denen man sich inspirieren lassen kann. Wichtig ist, dass man experimentierfreudig an die Sache herangeht. Neue Gerichte auszuprobieren kann ein spannendes Hobby sein. Vor allem, wenn man unterwegs in Restaurants oder anderen Lokalitäten isst und Speisen entdeckt, die man sich nicht unbedingt selbst machen würde. Immer nur dasselbe zu essen, ist doch langweilig.

Lily Banse | Unsplash

Streamer als Entertainment (2/2)

Gestern habe ich darüber philosophiert, wie sich in so manchen Bereichen über den Verdienst von Streamer*innen aufgeregt wird. Zurecht, wenn sie ihre Mitarbeiter*innen nur mit einem Bruchteil ihres tatsächlichen Einkommens abspeisen. Nicht darüber aufregen sollte man sich allerdings, dass sie das einnehmen, was sie eben einnehmen. Immerhin erreichen Streamer*innen (zum Teil) ein Millionenpublikum. Dazu habe ich mich um einen Vergleich mit Schauspieler*innen in Hollywood bemüht.

Ein Thema, das ich aber noch ausgelassen habe, ist, wie diese Einnahmen zusammenkommen. Ich habe natürlich keinen Einblick, wie die genauen Zusammensetzungen sind. Leider (oder zum Glück) bin ich kein Streamer mit entsprechendem Publikum. Jedoch kann man spekulieren und sich an allgemein bekannten Dingen orientieren. Außerdem darf natürlich die eigene Erfahrung nicht außer Acht gelassen werden, wenn es um die Unterstützung solcher Personen geht.

Ein großer Teil der Einnahmen kommt sicherlich aus der geschalteten Werbung. Besonders YouTube-Videos sind hiervon betroffen. Dazu kommen spezielle Werbedeals mit Partnern. Jede*r hat sicherlich schon entsprechende Videos gesehen, in denen Produkte und Leistungen von den Creatorn angepriesen werden. Bei Twitch, was ich so gelesen habe, spielen Werbeeinnahmen weniger eine Rolle. Hier geht es eher um die Abos, die von Zuschauer*innen abgeschlossen werden. Und hier grätscht auch die Kritik rein, die mir in den vergangenen Wochen aufgefallen ist.

Denn wie kann es sein, dass Zuschauer*innen für die Streamer*innen „spenden“? Besonders an dem Begriff „spenden“ störe ich mich hier. Es ist schon interessant zu beobachten, wie es selbstverständlich ist, für Filme und Serien Geld zu bezahlen (entweder direkt oder per Abo eines Streaming-Services). Wenn man bei einem Streamer Geld einwirft, ist das allerdings verwerflich und wird als „Spende“ bezeichnet.

Wir wurden (leider) über die vergangenen Jahre immer mehr dazu erzogen, dass Software- und Video-Angebote gratis sein sollten. Wer bezahlt schon für einen E-Mail-Dienst oder dergleichen? Für eine App bezahlen? Wo kommen wir denn da hin? Dabei unterstütze ich gerne (kleinere) Podcastprojekte, bezahle für Software, die ich regelmäßig nutze, oder werfe für den einen oder anderen YouTuber etwas Geld ein. Meist sind es nur ein oder zwei Euro. Oder aber ich werfe einmal etwas in den Hut. Viele YouTuber haben Patreon oder Steady nebenher laufen, womit sie einen Großteil ihres Lebensunterhalts verdienen.

Mein YouTube-Premium-Abo kommt ebenso den Creatorn zugute, wenn ich das richtig verstanden habe. Zumindest rede ich mir das gerne ein. Jedenfalls sollte es selbstverständlich sein, dass ich für einen Dienst bezahle, wenn ich diesen mehrmals im Monat oder in der Woche oder gar täglich nutze. Alles natürlich hier auf freiwilliger Basis und solange man es sich leisten kann und will.

Diese Freiwilligkeit ist auch das Schöne daran. Denn dadurch, dass ein Teil der Zuschauerschaft Geld einwirft, Werbedeals vorhanden sind und dergleichen, kann der Rest, der es sich vielleicht nicht leisten kann, gratis zuschauen. Ich finde das großartig. Oder wenn man jemanden schon Jahre verfolgt und miterlebt, wie er oder sie erfolgreicher wird und irgendwann davon leben kann. Warum ist das etwas Verwerfliches?

Ich habe in einem Kommentar den Vergleich mit dem Rundfunkbeitrag gelesen. Dieser ist recht zutreffend. Ich nutze auch nicht alles, was das Öffentlich-Rechtliche zur Verfügung stellt. Könnte ich gar nicht. Wir leben eben in einer Demokratie, in einer Zivilgesellschaft. Alle bezahlen für etwas. Was ich nutze, steht mir frei. Genauso mit der Sozialversicherung. Diese Vergleiche sind vielleicht etwas hochgegriffen, aber das macht eine Community, egal wie groß oder klein sie sein mag, aus. Man ist Teil eines größeren Ganzen.

Solange sich die Creator nichts zuschulden kommen lassen, irgendwelchen Eso-Schwurblern sind oder rechten, diskriminierenden Scheiß verbreiten, ist es doch in Ordnung. Und selbst das muss man zu einem gewissen Grad akzeptieren. Auch das ist Teil von Demokratie und muss man als plurale Gesellschaft aushalten können. Unsere Demokratie ist stark genug, hoffe ich zumindest.

Streamer als Entertainment (1/2)

Mir kommt es so vor, als ob in den vergangenen Wochen und Monaten immer häufiger über den Verdienst von Streamer*innen und YouTuber*innen geredet bzw. geschrieben wird. Auslöser dieser größeren Debatte war der Fall, dass manche ihre Cutter nicht entsprechend für ihre Arbeit entlohnen.

Natürlich ist die Person vor der Kamera oder die Stimme (manche zeigen sich nie vor der Kamera) das Aushängeschild eines Kanals. Viele kleinere Creator schneiden ihre Videos auch selbst. Doch wenn man es sich leisten kann, ist es nachvollziehbar, gewisse Arbeiten abzugeben. Wie das Schneiden der Videos. Hier kommen die Cutter ins Spiel. Doch auch sie sind, meiner Meinung nach, maßgeblich für den Erfolg eines Kanals verantwortlich.

Vieles kann in das Look & Feel eines YouTube-Kanals hineinfließen. Es geht über den reinen Zusammenschnitt des Videos hinaus. Teils müssen aus zig Stunden dauernden Livestreams die besten Szenen und Momente ausgewählt werden. Manche haben sogar Zweit- oder gar Drittkanäle, auf denen sie unterschiedliche Längen an Videos anbieten. Das ist viel Arbeit. Dass eine entsprechende Entlohnung nicht immer selbstverständlich ist oder es als Nebensache abgetan wird, finde ich äußerst bedauerlich.

Berechtigterweise regt man sich also darüber auf, wenn manche Cutter nur mit Mindestlohn oder einem Bruchteil dessen abgegolten werden, was der Creator mit den Videos verdient. Ich finde es sogar befremdlich, wenn manche immer wieder ihre Cutter wechseln. Was ich an der Debatte aber nicht sonderlich verstehe, ist, dass sich über die Summen aufgeregt wird, die manche Streamer*innen mit ihrem Job verdienen. Die erfolgreichsten erreichen Hunderttausende, wenn nicht Millionen Zuschauer. Doch selbst mit „nur“ wenigen Tausend lässt es sich bestimmt nicht allzu schlecht leben.

Man muss eben damit zurechtkommen, stets vor der Kamera zu sitzen, zu unterhalten und teils sehr viel mehr als nur 40 Stunden pro Woche zu arbeiten. Regt man sich im Vergleich dazu auch auf, wenn Schauspieler*innen zwei- bis dreistellige Millionensummen verdienen? Besonders, wenn sie an den Einspielergebnissen beteiligt sind? Wahrscheinlich schon, aber weniger, weil Schauspieler*innen ein öffentlicheres Leben führen oder besser gesagt der breiteren Öffentlichkeit bekannt sind. Es ist akzeptierter oder wird schlichtweg hingenommen.

Zwar kennt in ihren Kreisen auch ein Millionenpublikum die Streamer*innen oder hat zumindest von einigen gehört, aber sie stehen eben nicht oder nur selten in Boulevardzeitschriften. Und sie sitzen ja nur den ganzen Tag in ihrem Zimmer herum und spielen Videospiele. Es wird nicht als Arbeit angesehen. Aber dass wir in einer Zeit leben, in der das Wort »Arbeit« sehr viele Facetten annehmen kann, ist wohl noch nicht zu allen durchgedrungen.

Ein anderes Thema ist dann noch, wie die Einnahmen zustande kommen. Aber das schauen wir uns morgen an. Für heute soll es das erst einmal gewesen sein.

Soundtracks

Wenn ich zu Hause im Homeoffice arbeite, am Abend oder am Wochenende an Texten schreibe, lasse ich im Hintergrund normalerweise nichts laufen. Keine Musik, kein Podcast und keine YouTube-Videos. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Aber ich mag es, mich in Stille in die Sachen zu vertiefen und jedwedes Zeitgefühl zu verlieren. Das ist großartig und wenn man aus dieser Trance wieder erwacht, hat es etwas Surreales an sich. Vielleicht kennt das ja der ein oder die andere. Seit kurzem allerdings bemühe ich immer öfter mein liebstes Musik-Genre – der Titel des Textes hat es bereits verraten: Soundtracks.

Auslöser war ein Podcast über Silksong. Wie sollte es anders sein? Der Hype um das Metroidvania mit Soulslike-Elementen beeinflusst also nicht nur meinen YouTube-Konsum und meine Spieleauswahl, sondern auch noch, wie und welche Musik ich höre. Letztens hatte ich vor, mir den Soundtrack zum neuen Tron-Film anzuhören. Der Film an sich bekommt äußerst gemischte Kritiken, der Soundtrack wird allerdings durch die Bank gelobt. Nach wenigen Tracks stellte ich aber schon fest, dass es nicht die Art von Soundtrack ist, die ich erwartet habe oder die ich im Hintergrund laufen lassen kann. Also mussten Alternativen her.

Überraschenderweise funktioniert die Musik von »Hollow Knight« als auch »Hollow Knight: Silksong« erstaunlich gut. Selbst wenn die Spiele zum Teil alles andere als entspannend sind, ist die Musik ruhig und eignet sich hervorragend als Hintergrundmusik. Das sollte nicht so überraschen, wenn man genauer darüber nachdenkt. Bei einem teils stressigen, fordernden Spiel, wie es die Hollow-Knight-Spiele sind, passt es perfekt, wenn die Soundtracks nicht nur zur melancholischen Stimmung beitragen, sondern auch eine beruhigende Wirkung haben.

Nun bin ich also dazu übergegangen, wieder vermehrt Soundtracks zu hören. Natürlich dürfen bei dieser Auswahl »Elden Ring«, »Witcher 3« oder »Clair Obscure: Expedition 33« nicht fehlen. Ich freue mich schon darauf, weitere Soundtracks zu entdecken. Vielleicht auch von Spielen, die ich noch nicht gespielt habe, wie Expedition 33. Es kann ja sein, dass mich mal ein Soundtrack dazu bewegt, ein Spiel endlich anzugehen oder überhaupt fertigzuspielen, das schon viel zu lange in der Schublade liegt. Und mal ehrlich: Wer würde im November schon in ein Witcher-3-Konzert gehen, ohne das Spiel jemals komplett durchgespielt zu haben? Ich bestimmt nicht, niemals. Wie viele Stunden benötigt man nochmal für einen Durchgang?

Everything X-Men | Primer

In den vergangenen zwei Jahren erschien jeden Donnerstag ein alter Text von mir. Mein erster Blog, geek-planet, lief einige Jahre lang und wurde von mir regelmäßig mit Texten befüllt. Hauptsächlich habe ich Rezensionen zu Comics, Filmen und Serien geschrieben, aber auch Bücher und so manches Essay fanden ihren Platz unter den Texten. Über die Jahre ist einiges zusammengekommen. »Geek-Planet« gibt es aber schon seit einigen Jahren nicht mehr. Deshalb dachte ich mir, es wäre doch nett, wenn die alten Texte weiterhin auffindbar wären. Aber einfach nur noch einmal veröffentlichen wäre mir zu einfach.

Ich suche mir also jede Woche einen alten Text von mir heraus, redigiere diesen und versehe ihn mit einer Einleitung, bevor ich ihn erneut präsentiere. Es ist ein spannendes Unterfangen, teils 10 Jahre alte Texte von einem selbst noch einmal zu lesen. Das mache ich allerdings nicht in chronologischer Reihenfolge, sondern eher zufällig. Natürlich ergeben sich diverse kontinuierliche Themen. Im ersten Jahr habe ich viele der Spider-Man-Texte herausgesucht, und im zweiten Jahr habe ich alle meine Texte zu »The Walking Dead« veröffentlicht.

Das war der Gedankenanstoß, dass ich auch im dritten Jahr meines täglichen Blogs etwas Besonderes machen möchte. Wir sehen uns weiterhin alte Texte von mir an, allerdings eine ganz bestimmte Sorte. Denn während meines Medienwissenschaftsstudiums war es notwendig, ein so genanntes Projektstudium zu schreiben. Dabei soll es sich um ein praktisches Projekt handeln. Man konzentriert sich auf ein Thema und behandelt es aus wissenschaftlicher Sicht oder sollte diesen immer im Hinterkopf behalten. Wichtig ist, etwas Eigenes zu schaffen. Wie konnte ich als langjähriger Blogger keinen neuen Blog oder eine Reihe von Texten schreiben? Mir waren die Hände gebunden.

Wie konnte ich zudem, als Comic-Fan und Verehrer der X-Men, mich nicht auf ebendiese Charaktere konzentrieren? Also habe ich angefangen, die alten Comics zu lesen. Sehr viele der alten Comics. Ich habe mir Notizen gemacht, Bücher über die X-Men gelesen, wissenschaftliche Arbeiten herausgesucht und auch sonst viel recherchiert. Vielleicht habe ich mir sehr viel mehr Arbeit angetan, als es für ein Projektstudium notwendig gewesen wäre. Aber es hat mir Freude bereitet und das Thema hat eine Leidenschaft in mir geweckt. Ich habe mich über Monate damit auseinandergesetzt. Am Ende hatte ich eine Reihe an Texten und habe über das Projektstudium hinaus noch weitere über die X-Men geschrieben.

Diese Texte möchte ich also im dritten Jahr des Blogs jeden Donnerstag hier präsentieren. Die ersten beiden sind noch eher theoretischer Natur. Sie erklären noch einmal, was das Projektstudium ist und worum es genau geht, was der Plan ist. Außerdem habe ich damals auch einen Text über Comics an sich geschrieben. Danach geht es aber wirklich mit den X-Men los. Ich hoffe, ihr seid dabei. Mir hat es damals sehr viel Freude bereitet, diese Texte zu schreiben. Genauso spannend ist es, sie heute noch einmal zu lesen, zu übersetzen, zu redigieren und erneut zu veröffentlichen.

Ja, richtig gelesen: übersetzen. Denn ich habe die Texte damals auf Englisch verfasst, weil sie nicht nur auf einer eigenen Webseite veröffentlicht wurden, sondern parallel noch auf einem amerikanischen Blog erschienen sind, bei dem ich damals mitwirkte (Rogues Portal). Für die initiale Übersetzung verwende ich DeepL, gehe die Texte aber selbstverständlich noch einmal durch und sehe zu, dass alles Sinn ergibt. Ich hoffe, das wird mir einigermaßen gelingen. Das sollte aber als Primer erst einmal reichen. In einer Woche geht es also los mit: Everything X-Men.

Mönchsberg

Ende Oktober habe ich mit Freund J. endlich mal wieder eine Führung in Salzburg gemacht. Die letzte konnte leider krankheitsbedingt nicht besucht werden. Ansonsten waren keine allzu spannenden dabei. Aber die Flaute fand ihr Ende mit einer Führung über den Mönchsberg. Unser Guide war wieder einmal die wunderbare Irene Gramel. Ich mag ihre Art, Führungen zu gestalten, sehr gerne. Es wirkt ungezwungen und ihr Wissen über die Personen, Geschehnisse, Anekdoten und Gerüchte aus der Geschichte scheint keine Grenzen zu kennen.

Gestartet sind wir vor dem Museum der Moderne. Bereits hier haben wir wieder neue Dinge gelernt. Denn meist geht man vom Museum aus nach links in Richtung Festung. Doch dass man auch rechts um das Gebäude gehen kann und sich dort weitere Wege, Aussichtspunkte und Kunstwerke verstecken, war mir nicht bewusst. Das muss auf jeden Fall in Eigenregie weiter erkundet werden. Ebenfalls unbekannt war mir eine Funktion eines Kunstwerks, das gleich neben dem Museum zu finden ist. Das hohe, spitz zulaufende Häuschen (wenn ich das so bezeichnen darf) aus Metall legt sich nämlich schlafen, wenn das Museum geschlossen hat. Ich habe das noch nie gesehen. Ebenfalls etwas, das beizeiten nachgeholt und überprüft werden muss.

Weiter ging es über die Verteidigungsmauern, vorbei an der Stadtalm, durch den Wald und hin zur Burg, bevor wir kurz vor der Festung eine Abzweigung nahmen und den Abstieg wagten. Dazwischen gab es immer mal wieder nette Kleinigkeiten zu entdecken. Seien es kleine Kunstwerke, die in Mauern versteckt sind, oder erstaunliche Erkenntnisse, wann die Gebäude errichtet wurden. Manche davon sind moderner, als man ihnen zutrauen würde. Man orientierte sich an alter Architektur, sodass sie hervorragend in das Festungsbild passen. Knapp über zwei Stunden waren wir unterwegs. Mal wieder waren es spannende und mehr als genug Informationen. Doch das mag ich an solchen Führungen. Und mit der Zeit zieht man dann doch Querverbindungen, lernt die Personen Jahreszahlen zuzuordnen. Im Salzburg-Buch müsste ich auch mal wieder weiterlesen, um das Wissen noch einmal zu festigen und zu vertiefen.

Eine süße Begegnung gab es auf dem Weg auch noch. Überall am Mönchsberg sieht man Eichhörnchen. Diese sind gerade erstaunlich aktiv und bereiten sich wahrscheinlich auf den Winter vor. Wenn man vom Museum der Moderne in Richtung Festung geht, hat man kurz vor der Festung einen wunderbaren Ausblick auf die Landschaft. Genau hier stand ein etwas karg aussehender, einsamer Baum. Er hatte schon die meisten Blätter verloren, wirkte aber stabil. In der untersten Astgabel baute gerade ein Eichhörnchen seinen Kobel. Aus Blättern, Ästen und sonstigem Zeugs baute es seine kleine Behausung. Ich konnte es sogar dabei beobachten, wie es mit den Vorderpfoten einen langen, dünnen Ast festhielt, mit den Zähnen durchbiss und dann zum Kobel hochtrug. Wirklich erstaunlich. Wer also Eichhörnchen beobachten möchte, wird im Herbst am Mönchsberg sicherlich fündig.

Eine geballte Ladung Kindheit

Es erstaunt mich immer wieder, was ich nicht alles in meiner Steam-Bibliothek entdecke. Das Steam Deck macht es möglich. So bin ich letztens über die Crash-Bandicoot-Trilogie gestoßen bzw. deren Remaster. Ich konnte nicht anders, als es einmal anzuspielen. Nur hätte ich es bei diesem einen Mal belassen sollen. Dazu aber später mehr.

Begrüßt wird man von der bekannten Stimme des Sprechers. Bandicoot war früher schon immer sehr selbstironisch und das hat sich auch mit dieser Neuauflage nicht geändert. Bevor man das Spiel tatsächlich beginnen kann, sieht man außerdem eine kleine Introsequenz. Darin werden ein paar der zu sammelnden Gegenstände in eine Maschine geworfen. Diese Maschine macht aus den alten Renderings der Kisten neue hochauflösende Gegenstände. Selbst Crash Bandicoot selbst wird in die Maschine geworfen. Eine nette Idee, die alteingesessene Spieler*innen abholt.

Schlussendlich kann man sich noch entscheiden, welches der Spiele man dann starten möchte. Ich habe mich einfach für das erste entschieden. Meine erste Session dauerte knapp eine Stunde und war ein purer Trip in meine Kindheit. Vom Sounddesign, den Welten und der Steuerung unseres Helden konnte ich mich noch an erstaunlich viele Details erinnern. Aber besonders die Musik und der Sound haben tief schlummernde Erinnerungen hervorgebracht. Ich schätze es, dass es die Möglichkeit gibt, alte Spiele noch einmal zu entdecken. Doch leider wurde eben nicht alles verbessert.

Die Steuerung ist genauso bescheuert und ungenau wie damals. Ein kleiner Fehltritt und man kann von vorne beginnen. Das war an sich noch okay und nicht weiter störend. Bis ich im ersten Teil auf die zweite Insel gekommen bin. Ein verrückter Hase, der als Zwischenboss dient, hat mir gereicht und ich habe das Spiel erbost deinstalliert. Man muss zwischen verschiedenen Plattformen hin und herspringen. Außerdem kann man dem Boss nicht direkt Schaden zufügen, sondern nur über TNT-Kisten. Die Kameraperspektive ist, wie in allen Leveln, fixiert.

Vor dem Kampf hatte ich gemütliche 27 Lebenspunkte oder so. Diese verhindern, dass man ein Level bei einem Fehler von vorn beginnen muss. Man kann stattdessen bei einem Checkpoint starten. Nach dem Kampf hatte ich noch 3. Ich denke mich gerne in Soulslikes hinein, verbringe gerne Zeit damit, Bosse zu einem bestimmten Grad zu lernen. Dort liegt das Scheitern stets an mir. Hier hatte ich allerdings das Gefühl, das Spiel kämpft aktiv gegen mich an. Schade eigentlich. Mal sehen, ob ich Crash Bandicoot nochmal eine Chance gebe.

In meiner Kindheit habe ich endlose Stunden in das Spiel versenkt. Vielleicht reicht das auch. Froh, es gestartet zu haben, bin ich aber in jedem Fall.

Pflanzenerkennung

Da rennt man seit Jahren mit einem iPhone herum, hört jede Woche einen Technik-Podcast mit Apple-Schwerpunkt (»Bitsundso«) und trotzdem entdeckt man immer wieder neue Funktionen. Das ist allerdings auch dem geschuldet, dass Smartphones mittlerweile mit so vielen Funktionen vollgestopft sind, dass es schwer ist, alles im Blick oder im Kopf zu behalten. Die jährliche Veröffentlichung einer neuen Version des Betriebssystems trägt ihr Übriges dazu bei, dass Funktion um Funktion hinzukommt.

Dabei täte es so manchen Firmen nicht schlecht, mal ein Jahr Pause zu machen. Nicht unbedingt, um keine neue Version zu veröffentlichen, sondern um dem bestehenden Ökosystem einen Feinschliff zu verpassen. Den Entwickler*innen Zeit zu geben, Bugs auszumerzen, zu optimieren und liegen gelassene Dinge nachzuholen. Apple hat die Veröffentlichung von iOS 26 sichtlich unter großem Druck vorangetrieben. Das merkt man an vielen Stellen am Betriebssystem und daran, dass noch an vielen Stellschrauben gedreht wird. Ein Jahr mehr hätte sicherlich nicht geschadet. Aber aus irgendeinem Grund beharrt die Firma darauf, jedes Jahr ein neues iOS, iPadOS, macOS und so weiter zu veröffentlichen. Dieses Muster müsste vielleicht einmal durchbrochen werden.

Wie dem auch sei. Seit ein paar Monaten nutze ich auf jeden Fall eine etwas versteckte iOS-Funktion sehr gerne: die Pflanzenerkennung. Wenn man von einer Pflanze oder manchmal auch von mehreren Pflanzen ein Foto macht, bietet einem die Foto-App diese Funktion an. Entweder man drückt unten in der Mitte auf das Symbol mit dem Blatt oder wischt einfach nach oben. Ich habe mein iPhone auf Englisch eingestellt, dadurch bekomme ich natürlich auch die englischen Namen angezeigt, aber es funktioniert natürlich auch auf Deutsch. Es ist eine der Funktionen, die ich tatsächlich sehr gerne verwende. Und es bringt mich dazu, mehr Fotos von Pflanzen zu machen.

Downgrade

Im September habe ich davon berichtet, wie Apple das unfertige iOS 26 offiziell ausgerollt hat. Zu dem Zeitpunkt, an dem ich diesen Text hier schreibe, gibt es lediglich ein Update dazu. Das hat zwar ein paar der Probleme behoben, trotzdem ist es weder flüssig noch wirkt es komplett durchdacht. Aber das ist eigentlich kein Problem, solange die Apps funktionieren. Das tun sie für mich zum Glück. Ich hatte noch keine Abstürze oder sonstige frustrierende Macken. Auf dem MacBook ist dies allerdings eine komplett andere Geschichte.

Ich hatte bisher den Eindruck, dass macOS 26 sehr zuverlässig funktionieren würde. Es flutschte zum Teil nicht so wie der Vorgänger, aber das kann auch am neuen Design liegen. Damit kann ich mich abfinden. Was allerdings ein Problem ist, wenn Programme, die ich benötige, regelmäßig abstürzen und nicht mehr zuverlässig funktionieren. Das war bei Affinity Publisher 2 der Fall. Mit dem Programm erstelle ich nicht nur meine jährlichen Bücher zum Blog, sondern arbeite gerade auch an einem Fotobuch zum Island-Urlaub. Da sind schon viele Stunden hineingeflossen. Das muss funktionieren. Und ich warte sicher nicht darauf, dass sich Apple bemüßigt fühlt, ein Update für dieses spezifische Problem zu veröffentlichen.

Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, ein Downgrade durchzuführen. Zum Glück gibt es etliche Beschreibungen in den Untiefen des Internets, die erklären, wie man ein solches Downgrade durchführt. Dieses Downgrade hatte auch zur Folge, dass ich das MacBook komplett gelöscht und formatiert habe, bevor das neue, genauer gesagt alte, macOS installiert wurde. Zwar musste ich so alle Programme neu installieren, aber vielleicht war das gar nicht so schlecht. Es sammeln sich über die Jahre doch ein paar Programme und Dateien an, die man nicht mehr benötigt.

Kaum war das MacBook neu aufgesetzt und Affinity Publisher 2 installiert, musste ich es natürlich sofort testen. Bisher hatte ich keine weiteren Abstürze. Ich werde also noch eine Zeit lang beim Vorgänger von Tahoe, Sequoia, bleiben. Sogar die Apple-Notes synchronisieren sich wieder ordentlich. Vielleicht wäre es allgemein nicht schlecht gewesen, mit den Updates noch zu warten. Leider ist das für iPad und iPhone nicht mehr möglich, weil Apple bereits nach wenigen Wochen aufgehört hat, die alten iOS-Versionen zu signieren. Eigentlich eine Frechheit. Aber hinterher ist man immer schlauer.

Jahr 3

Kaum zu glauben, aber es beginnt tatsächlich schon das dritte Jahr meines täglichen Blogs. Im November 2023 habe ich angefangen, jeden Tag einen Text zu veröffentlichen, und habe bisher keinen Tag verpasst. Das liegt unter anderem auch daran, dass ich mittlerweile einen guten Puffer an Texten aufgebaut habe. Das heißt, wenn ich mal einen Tag nicht dazu komme, zu schreiben, oder das Leben dazwischenkommt, bin ich vorbereitet. So ein Puffer beruhigt und sorgt dafür, dass ich die Texte mehr oder weniger ohne Druck schreiben kann.

Natürlich hat das zur Folge, dass manche Texte zeitsouverän veröffentlicht werden. Sollen heißen: Etwas verzögert zu den tatsächlichen Ereignissen erscheinen und wann diese stattgefunden haben. Das sollte als geneigte Leser*in allerdings relativ gleichgültig sein. Es ist nur etwas, das ich immer mal wieder im Hinterkopf habe, wenn ich für längere Zeit vorproduziere.

Die bisherigen zwei Jahre bestehen hauptsächlich aus neuen Texten. Wie sollte es auch anders sein? Was mir aber weiterhin große Freude bereitet, ist es, jeden Donnerstag einen alten Text von mir zu präsentieren. Über die Jahre habe ich so einige Blogprojekte gestartet und versucht. Manche liefen sehr lange, wie »geek-planet«, andere nur sehr kurz oder sind über das Planungsstadium nicht hinausgekommen. Ich habe sogar für drei Jahre bei einem amerikanischen Blog mitgewirkt, worauf ich sehr stolz bin.

Meine früheren Blogs, wie eben geek-planet, gibt es nicht mehr. Die Texte sollen aber trotzdem verfügbar sein. Deshalb suche ich mir für jede Woche einen heraus, redigiere diesen und veröffentliche ihn mit einem Vorwort erneut. Für das dritte Jahr habe ich mir etwas Spezielles ausgedacht. Während meines Medienwissenschaftsstudiums an der Universität Tübingen habe ich ein sogenanntes Projektstudium machen dürfen. Dabei handelt es sich um ein frei wählbares Medienprojekt. Ich habe mich dafür entschieden, mich ausführlich mit den X-Men-Comics auseinanderzusetzen. Da ich die Texte aber ursprünglich in englischer Sprache verfasst habe, möchte ich diese hier übersetzt präsentieren. Die initiale Übersetzung mache ich mit DeepL, allerdings müssen sie noch redigiert und Formulierungen korrigiert werden. So sind diese Texte etwas aufwendiger vorzubereiten, aber es ist sehr spannend, wieder in das Thema einzutauchen. Dazu aber mehr ab kommenden Donnerstag.

Bis auf dieses Projekt habe ich noch nichts Konkretes geplant. Durch das zweite Jahr des Blogs zog sich mein MCU-Rewatch. Während des Jahres habe ich dadurch 61 Filme besprochen, die unterschiedlich stark mit dem MCU verknüpft sind. Links zu den einzelnen Filmen finden sich auf dieser Seite: MCU Rewatch Rückblick.

Ich lasse mich einfach überraschen, was das kommende Jahr so bringt. Ich mache nur ungern Vorsätze, denn meist kommt es sowieso anders als geplant. Und ein Projekt reicht völlig aus, vor allem wenn es etwas umfangreicher ist, vorzubereiten, wie eben mein Donnerstagstext. Der Rest ergibt sich spontan. Nur ein weiteres Ziel gibt es noch. Aber das hat sich auch seit Tag 1 nicht geändert: täglich schreiben.