Über sich selbst lachen

Das hier wird erneut einer der Texte, bei denen ich nicht genau weiß, worauf ich hinaus will. Aber ich denke, gemeinsam werden wir es herausfinden. Und ich versuche, Texte nur einmal runterzutippen, dann zu redigieren und zu veröffentlichen. Oder ich verschiebe sie in den Ordner »Privat«. Je nachdem.

Jedenfalls sind es gerade herausfordernde Zeiten – mal mehr, mal weniger. Aus verschiedenen Gründen, die hier nichts zur Sache tun. Wenn man solche Phasen durchmacht, besteht immer die Gefahr, sich zu sehr in sich selbst zu verlieren. Das habe ich in den schwierigsten Phasen meiner Depression vor ein paar Jahren gelernt. Da tut es gut, mit verschiedenen Menschen offen darüber zu reden. Vielleicht bekommt man eine andere Perspektive.

Ich habe gelernt, dass manchmal schon eine einfache Frage ausreicht, um mich aus meinem Gedankenstrom zu reißen. Ich mag das. Man erzählt jemandem ausführlich das Problem und was mich daran stört oder beschäftigt. Minutenlang versucht man der anderen Person klarzumachen, wie man sich fühlt, damit es nachvollziehbar wird. Am Ende kommt dann einfach nur die Frage: »Warum?« Das hat ausgereicht, um mich etwas aus der Bahn zu werfen und anders über die Situation zu denken.

Wenn man mit anderen spricht, kommen wieder andere Inputs und Sichtweisen. Das ist wichtig, um nicht zu sehr im eigenen Saft zu sitzen und vor sich hin zu vegetieren. Deshalb schreibe ich so gerne Tagebuch, Journals oder erledige meine »Homework for Life«. Das hilft der Reflexion und beim Nachdenken. Zumindest hilft es mir. Andere zeichnen lieber, gehen spazieren oder finden ihren eigenen Weg. Was ich wichtig finde, ist, dass man sich nicht auf eine Technik oder ein Ventil verlässt. Eines kann wegbrechen. Aber wenn man mehrere Strategien hat, um mit schwierigen Zeiten umzugehen, fällt man um einiges leichter, landet sanfter.

Was natürlich auch nicht schadet, ist, wenn man über sich selbst lachen kann. Das ist nicht immer einfach, hilft aber ungemein. Für ein paar Augenblicke etwas nicht zu ernst zu nehmen lindert die Last auf den Schultern. Aber das Um und Auf ist, mit anderen zu sprechen. Wenngleich man Fehler macht, etwas nicht gleich korrekt formuliert oder es schwerfällt; es wird leichter. In vielerlei Hinsicht.

Fast schon peinlich

Manches ist Gewohnheit. Manches lässt sich einfach schwer vermeiden. Ich war mir des Fehlers vielleicht unterbewusst klar, mochte es aber nicht wahrhaben. Immerhin schreibe ich dieses tägliche Blog schon seit knapp 2 Jahren. Jetzt erst zu merken, dass man eventuell ständig etwas falsch gemacht hat, ist doch fast schon peinlich. Die Vergangenheit lässt sich nicht mehr ändern. Wir müssen alle irgendwie damit zurechtkommen. Immerhin habe ich es sogar auf das Buch von Jahr 1 gedruckt. Und auf die Hardcover-Special-Edition. Niemand hat etwas gesagt. Alle haben einfach weggeschaut. Laut dem Duden geht beides: der oder das. Richtiger wäre allerdings »das«. Nur weil sich der Sprachgebrauch langsam ändert und die Menschen sich nicht umgewöhnen wollen, zu stur sind, um der Natur ihren freien Lauf zu lassen, heißt das nicht, dass es kein Fehler war. Nur eben ein kleinerer. Nicht so tragisch. Lässt sich unter den Teppich kehren, da schaut doch sowieso niemand nach. Muss niemand merken. Einfach locker pfeifend die Straße entlang gehen und in die andere Richtung schauen, alles komplett normal hier. Bitte gehen Sie weiter. Immerhin habe ich den »About Me«-Text in der Seitenleiste schon vor einer Woche oder so geändert und niemand hat es mitbekommen. Nicht, dass diesen jemand lesen würde. Immerhin erscheint dieser auf der mobilen Variante der Webseite nur am Ende, wenn man ganz weit nach unten scrollt. Zukünftig gelobe ich Besserung. Das ist alles, was ich versprechen kann. Sofern ich es nicht vergesse und im Eifer des Gefechts die falsche Formulierung verwende. Es ist eben nicht leicht, Gewohnheiten abzulegen, und einfach schon zweimal nicht. Aber manchmal klappt es eben doch. Also heißt es von nun an und auf immer: das tägliche Blog.

Adri Ansyah | Unsplash

Supernatural | S01E06 | Skin

Es ist schon fast ein klassischer Einstieg in eine Krimi-Serie, den wir in »Skin« bekommen. In-A-Gadda-Da-Vida von Iron Butterfly begleitet einen beinahe-Mord an einer jungen Frau. Es ist dunkel, düster, eine unheimliche Stimmung kommt auf. Ein SWAT-Team macht sich auf, die junge Frau zu retten, stürmt leise und vorsichtig das Haus. Schließlich stellen sie den Verbrecher. Das Gesicht von Dean wird groß in der Kamera eingefangen. Wie wurde er zu dieser Tat getrieben? Ist es wirklich Dean? Ein toller Beginn für eine der wohl spannendsten und unheimlichsten Folgen von Supernatural.

Die »Shapeshifter« oder »Skinwalker« (mal sehen, ob wir nochmal den genauen Unterschied in der Serie erfahren) sind tolle Monster für eine Mystery-Serie. Sie können die Gestalt von allem und jedem einnehmen. Wie weiß man, wem man vertrauen kann, wenn sie sich sogar die Erinnerungen und Gedanken derjenigen Personen aneignen können, die sie duplizieren? Sam erkennt es aufgrund dessen, dass Dean eigentlich Rechtshänder ist. Ansonsten ist es nur schwer zu durchschauen.

Doch dieser Gedankentransfer, den der Shapeshifter hier durchführt, bringt einige neue Informationen ans Tageslicht. Wir bekommen mehr Einblicke in die Gedankenwelt von Dean, wie es ihm geht und was er durchmachen musste, ohne Sam. Bisher war Sams Perspektive dominant, insofern ist dieser Wechsel sehr willkommen. So erfahren wir, dass Dean Angst hat, zurückgelassen oder verlassen zu werden. Erst ist die Mutter gestorben, dann ist Sam nach Stanford gegangen und schließlich ist sein Dad abgehauen. Er ist etwas neidisch auf Sam, dass er gehen konnte; Dean allerdings musste bleiben und den Job weitermachen; ihr Dad brauchte ihn. Insofern ist es ein bittersüßes Ende, wenn Sam Dean versichert, dass er gerne mit ihm unterwegs ist, dieses Leben mag und in Stanford nie wirklich hineingepasst hat. Ob dies wahr ist oder nicht, alleine es zu sagen und Dean etwas von seiner Angst und Last zu nehmen, finde ich eine nette Geste. Die beiden haben tolle Szenen in dieser Episode, die ihre Bande erneut stärkt.

Darunter fällt auch, dass Sam noch in Kontakt mit seinen ehemaligen Kommilitonen ist. Sie schreiben mehr oder weniger regelmäßig Mails. Sam ist noch nicht bereit, dieses Leben völlig loszulassen, da dies bedeuten würde, endgültig mit seinem temporären Ausstieg abzuschließen – seine Hoffnungen auf ein normales Leben. Dean versteht das nicht so ganz, genauer gesagt ist er der Meinung, dass Sam die Kontakte abbrechen sollte. Sie werden ihn nie ganz kennenlernen. Ihr beider Leben nicht nachvollziehen können. Das ist mit Sicherheit zum Teil wahr, doch zumindest Rebecca versteht am Ende der Episode, was die Brüder leisten und vielleicht auch welche Opfer mit einem Leben als Jäger einhergehen.

Die Effekte in »Skin« sind wieder einmal hervorragend. Die Maskenbildner und Co. haben exzellente Arbeit geleistet und der Übergang zu CGI ist beinahe nahtlos. Die Häutungen des Shapeshifters sind grausam und ekelerregend, die Haut, die überall herumliegt, schimmert und glänzt vor Schleim oder anderen Sekreten. Eine Transformation, die wir quasi vollständig erleben, gehört zu den Höhepunkten der Folge. Ebenso, dass Dean sich selbst erschießt und sie so vielleicht etwas weniger Beachtung von Polizei und FBI bekommen. Ein Thema, das sich in den nächsten Staffeln, wenn ich mich recht erinnere, durchzieht. Immer wieder kommen sie mit dem Gesetz in Berührung und müssen erst ihr Netz an Verbündeten aufbauen. Aktuell sind sie unter sich und kommen mit der größeren Welt der Jäger kaum in Berührung. Diese Welt öffnet sich nur langsam. Das Leben von Jägern ist ein einsames.

Wenn ich mich nicht irre, dann kommen mit »Skin« knapp 3.500 km auf das Konto der Winchester Brüder. Am Anfang der Folge erwähnt Dean einen Ort namens Bixby und dass sie nach St. Louis 400 Meilen (ca. 644 km) zurückfahren müssen. Daher gehe ich davon aus, dass sie Bixby in South Dakota meinen. Dann geht es sich ganz gut aus. Was ich allerdings nicht ganz verstehe, ist, dass Sam in Kontakt mit Freunden seiner Stanford Zeit ist und die ist an der Westküste. Es könnte allerdings sein, dass die Freundin von Sam ihrem des Mordes beschuldigten Freund in der Heimat beistehen will. Jedenfalls ist es ein ziemliches hin und her in dieser Folge. Damit hätten wir aktuell insgesamt 11.780 km. Der Impala muss ganz schön arbeiten.

Erst der Anfang

»Nerdforge« ist ein herausragender YouTube-Kanal. Betrieben wird dieser von Martina & Hansi. Die beiden bauen Dinge. Verrückte Dinge. Mal kleben sie alle Bücher aus der „Rad-der-Zeit“-Reihe aneinander und machen eine Art Rad daraus, mal machen sie eine Fallout-inspirierte Küche. Wenn jemand grenzenlose Kreativität hat, dann diese beiden. Ich schaue die Videos sehr gerne an, da sie zeigen, was man alles machen kann. Man muss sich nicht auf eine Sache reduzieren, man kann Verschiedenes miteinander kombinieren. Was mich gelegentlich überrascht, sind Kommentare unter den Videos.

Da fragen Zuschauer*innen beispielsweise, wie Martina das kann oder wo sie das gelernt hat. Dabei ist die Antwort so banal und einfach, aber das möchte niemand hören. Denn sie kann die Dinge, die sie kann, weil sie sie einfach macht. Sie wirft Ideen an die Wand, probiert Techniken aus und lässt sich überraschen, was funktioniert. Und sie baut seit vielen Jahren die verschiedensten Dinge und zeichnet wahrscheinlich noch länger. Bei Zeitrafferaufnahmen ist im Hintergrund stets eine Uhr. Das macht auch deutlich, dass es manchmal mühselige Kleinstarbeit ist, die viele Stunden in Anspruch nimmt. Natürlich bauen die beiden nicht an einem Tag eine Küche, geschweige denn in den 20 bis 30 Minuten, die das Video dauert. Aber viele scheinen diese Details zu übersehen. Es kommt nicht darauf an, dass man etwas von Anfang an gut kann. Nur muss man irgendwann damit anfangen, um überhaupt besser werden zu können. Und mal ehrlich: Wie oft sieht man Martina und Hansi auf der Couch sitzen und YouTube-Videos schauen?

Doch eigentlich wollte ich über ein neueres Projekt der beiden schreiben: »Fablegate«. Dabei handelt es sich um eine Kollektion aus vier Bildern, die Martina gezeichnet hat und zu denen Hansi etwas schreibt. Ob daraus Kurzgeschichten, Bücher oder etwas anderes wird, kann ich noch nicht sagen. Jedenfalls habe ich mir gleich alle vier dieser Bilder vorbestellt. Das Spannende daran ist, dass erst eines dieser Bilder fertiggestellt ist. Der Rest kommt im Laufe eines Jahres nach. Dazu gibt es jeweils eine Sammelkarte, die einen Blick in die Welt von »Fablegate« erlaubt und einen Flyer mit der Entstehungsgeschichte.

Das erste von vier Bildern ist letztens angekommen. Es sieht großartig aus. Ich bin sehr froh, dass es heil angekommen ist, denn es war in der Verpackung nicht noch einmal extra eingepackt. Ich hoffe, sie verbessern das beim nächsten Bild, denn scheinbar sind ein paar beschädigt angekommen, was mich ehrlich gesagt nicht wundert. Jedenfalls habe ich mir noch einen hübschen Rahmen für das Bild besorgt und es aufgehängt. Es ist eine beeindruckende Zeichnung und durchaus etwas Einzigartiges. Immerhin werden von jedem Bild nur 4.000 Stück gedruckt. Vielleicht lasse ich mich selbst auch dazu inspirieren, eine kleine Geschichte dazu zu schreiben. Meine eigene Version von »Fablegate«. Wer weiß. Erst einmal genieße ich die ansteckende Kreativität des Bildes. Es steckt so viel Leidenschaft und Leben darin. Es wirkt dynamisch und die Farben sind großartig. Ich bin schon sehr gespannt, wie die anderen drei aussehen werden. Und vor allem, wo ich diese hinhänge.

Über den Tellerrand

Ende September fand in Tokyo die PC Gaming Show statt. Ich habe mir noch nie wirklich Awardshows oder solche Präsentationen angeschaut. Zwar hatte ich mal eine Zeit, in der ich mir die Oscars angetan habe, aber das ist nun auch schon wieder viele Monde her und währte lediglich eine kurze Zeit. Der YouTuber Jack_Fromsoft hat es sich schon beinahe zur Tradition gemacht, solche Shows auf seinem Kanal zu begleiten und zu kommentieren. Da es ein grauer Sonntag war und die Show zu einer humanen Zeit stattfand, dachte ich mir, es wäre ein netter Zeitvertreib.

Die PC Gaming Show an sich war ganz okay. Eine Moderatorin, die in einem Studio saß und die Trailer kommentierte, dazu ein Moderator, der über den Tag verteilt Aufnahmen in Tokio und Umgebung gemacht hat, die als Einspieler dienten. Dazwischen jede Menge Trailer, Eindrücke der Messe vor Ort und ein paar ausgewählte Entwickler durften Worte über ihre kommenden Spiele verlieren. Alles in allem eine durchschnittliche Präsentation, würde ich zumindest sagen. Nichts Besonderes und die Highlights lassen sich an einer Hand abzählen, aber trotzdem nett zum Anschauen.

Zumindest aus meiner europäischen Sichtweise. Immerhin ist es eine Messe in Tokio und eine Präsentation, die sich mehr an den asiatischen Markt richtet. Ich habe keine Ahnung, was man gerade in Japan gerne spielt oder welche Genres angesagt sind. Trotzdem fand ich es interessant, einen Einblick in andere Spiele zu werfen, die mir – zumindest auf den ersten Blick – nicht zusagen. Diese zumindest oberflächliche Neugierde hat sich in dem Chat auf von Jack_Fromsoft nicht gerade gezeigt. Alles, was kein Soulslike war oder keine „realistische“ Grafik hatte, wurde als Sch* beschrieben und damit gleich die ganze Show ins Lächerliche und Unnötige gezogen.

Dass bei einer Präsentation wie dieser nicht jedes Spiel mein Interesse wecken wird, war – zumindest mir – von vornherein klar. Aber nicht einmal anderen Spielern zuzugestehen, andere Spiele zu mögen, oder in Betracht zu ziehen, dass sich ein Großteil der Spiele an eine komplett andere Zielgruppe oder Generation richtet, vermisste ich bei der Diskussion leider sehr. Das hat für mich die ganze Stimmung gedrückt.

Ich hätte mir gewünscht, dass Jack_Fromsoft die Kommentare ein bisschen eingegrenzt hätte. Immerhin schauen bei so einem Stream mehr Leute zu, als es normalerweise sind. Außerdem finden sich mehr Leute im Chat, die nicht zur üblichen Jack-Fromsoft-Community gehören, die äußerst nett und sympathisch ist. Man hätte den Chat auf Abonnent*innen oder dergleichen reduzieren können. Dann wäre es sicherlich eine angenehmere Atmosphäre gewesen.

Geek-Planet | The Walking Dead: #164 – a fallen house

Es ist Donnerstag. Werfen wir also einen Blick in die Vergangenheit. Genau genommen auf den März 2017. Da erschien der folgende Text auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet«, den es heute allerdings nicht mehr gibt. Trotzdem möchte ich, dass alle meine Texte an einem Ort versammelt sind. Deshalb suche ich mir jede Woche einen heraus, redigiere ihn etwas und schreibe eine kleine Einleitung dazu.

In meiner Rezension zur 164. Ausgabe von TWD spekuliere ich über einen möglichen Handlungsstrang, der sich mit der 200. ergeben könnte. Die 200. Ausgabe sollte es allerdings nie geben. Denn Robert Kirkman hat das scheinbar unmögliche geschafft und TWD spontan und zu aller Fans Überraschung mit der 193. Ausgabe beendet. Ich mochte das Ende sehr gerne. Die Landung ist ihm quasi bravourös gelungen. Ein seltenes Kunststück, das gewürdigt werden muss.

Doch zu dem Ende kommen wir in diesem Rahmen nicht mehr. Denn dies ist der letzte Text, den ich zu den TWD-Comics verfasst habe. Wir haben es also geschafft. Nächste Woche habe ich noch eine kleine Bonus-Rezension, aber dann war es das erst einmal mit The Walking Dead. Meine alten Texte zu den Serien und den Comics verfolgen uns nun schon eine Weile. Ab übernächster Woche können wir uns also wieder anderen Texten zuwenden. Mal sehen, was ich in den Archiven finde.


  • Creator, Writer: Robert Kirkman
  • Penciler: Charlie Adlard
  • Inker: Stefano Gaudiano
  • Gray Tones: Cliff Rathburn
  • Letterer: Rus Wooton

Wie bereits im letzten Review angekündigt, müssen Rick und Negan zusammenarbeiten, um überleben zu können. Dies trifft vor allem jetzt zu, da sie von den anderen abgeschottet in einem Haus festsitzen. Es kommt sogar zu einem kleinen Bonding Moment zwischen den beiden, als Negan in seiner typisch charmanten Art fragt, was das Schlimmste ist, was Rick bislang gemacht hat. Wir lernen über beide Charaktere etwas und ich möchte meinen, Rick muss widerstrebend feststellen, dass er sich langsam wohl doch für Negan erwärmen kann. Doch die beiden haben noch ein bisschen was zu überstehen, bevor sie sich zurücklehnen können. Ob sie dann wohl nette Nachbarn in Alexandria werden?

In der Zwischenzeit macht Carl einen auf Anführer und führt diverse Gruppen an, die sich daran machen, die ausgedünnte restliche Herde zu erledigen. Man kann schon erkennen, dass Robert Kirkman ihn als eventuellen Nachfolger von Rick in Stellung bringt. Zwar erkennt er es selbst bislang nicht, doch zumindest seine quasi-Freundin wirft ihm einen vielsagenden Blick zu. Werden wir uns bald von Rick verabschieden müssen? Ich denke nicht, dass es innerhalb der nächsten Ausgaben dazu kommen wird. Doch vielleicht sollte zur 200. Jubiläumsausgabe langsam daran gedacht werden, denn Kirkman hat schon an diversen Stellen behauptet, wenn ich mich richtig erinnere, dass auch ein Rick nicht vom Tod gefeit ist. Hoffentlich wird es ein heroischer Tod in den Armen Negans.

Die Reiter der Stadt machen sich in der Zwischenzeit daran, die Walker weiterzutreiben, und haben dabei überraschend schnell Erfolg. Auch wenn es schön ist, dass sie es geschafft haben, hatte ich doch irgendwie erhofft, dass es etwas länger dauert, bis die Luft rein ist. Zwar ist weiterhin nicht alles überstanden, aber #164 zeugt von einer Stimmung, die darauf schließen lässt, dass die Bewohner bald wieder einziehen wollen. Es scheint nichts mehr aus der Gefahr von der letzten Ausgabe übrig zu sein, was ich schade finde. Wir befinden uns jetzt schon so lange in Alexandria, es wäre interessant gewesen, was passiert, wenn die Stadt nicht mehr bewohnbar ist, weil die Zombies alles umgerissen haben und es einfach zu viele sind. Würde sich Rick das Kingdom aneignen oder unter Maggies Fittiche auf dem Hilltop einziehen – ein interessantes Gedankenspiel.

Zu guter Letzt scheint noch Eugenes Geheimnis in Gefahr zu sein. Denn zwei bekannte Bewohner haben dort in seinem Haus Zuflucht gesucht und seine Apparatur im Wohnzimmer entdeckt, wo er immer die Gespräche mit der Unbekannten führt.

Auch wenn die Walker schon wieder vorüber sind, bleiben noch ein paar offene Punkte: So müssen sich Ricks Leute bald um die restlichen Whisperer kümmern und die Savior wollten doch eine Revolution ausrufen – um nur zwei Handlungsstränge zu nennen, die mich zeitnah besonders interessieren würden. Bei den einzelnen Ausgaben merke ich schon, dass ich etwas ungeduldig werde, doch es macht Spaß zu spekulieren, was geschehen könnte, und die Letter-Pages allein sind den Kauf der einzelnen Ausgaben wert.

Herbst

Ich mag den Herbst. Eigentlich. Alles wird ruhiger, man zieht sich mehr in die Wohnung oder das Haus zurück. Es wird langsam kälter, die Nächte länger und die Zeitumstellung steht bevor. Man liest mehr, verbringt mehr Zeit mit Videospielen und sitzt gerne in kuscheligen Restaurants und genießt die herbstliche Küche. In den Supermärkten warten die Schokohohlfiguren von Nikoläusen und Krampi (ja, das ist scheinbar die korrekte Mehrzahl von Krampus) darauf, in zwei Monaten an Kinder verfüttert zu werden. Und natürlich darf das Verfärben der Bäume nicht fehlen.

Die Verfärbungen sehe ich immer wieder gerne. Wenn sich nicht gerade ein hartnäckiger Hochnebel über Tage und Wochen hält und nur erahnen lässt, dass dahinter irgendwo die Sonne zu sein scheint. Aber wenn das dieses Jahr vielleicht etwas ausbleibt, kann man in den abendlichen Sonnenstrahlen, die sanft auf die Bäume und Wälder fallen, den Herbst in all seinen Schattierungen bewundern.

Kongregation

Bereits vor längerer Zeit hat BlueBrixx das nächste größere Mittelalter-Projekt vorgestellt. Burg Blaustein hat in ihrer kompletten Ausbaustufe und mit allen Anbaumöglichkeiten der Vorburg immerhin locker die 30.000-Teile-Marke geknackt. Ich bin mir nicht sicher, wohin das noch führen kann oder soll. Ich habe schon des Öfteren erwähnt, dass ich mir eine schöne, dicke, gebaute Grundplatte für die komplette Burganlage wünschen würde. Das würde das komplette Projekt zu einem schönen Abschluss bringen. Bis es allerdings so weit ist, darf bereits das nächste Gebäude starten, nämlich das Kloster Blaubrunn.

Ich habe die ersten beiden Gebäude bereits vorgestellt. Die Sets der Kapelle und des Wohngebäudes sind Anfang des Jahres erschienen. Nun kam die erste Erweiterung dazu heraus. Die Kapelle wird zu einer Kongregation aufgewertet. Mir gefällt an dieser Erweiterung, dass sie überschaubar ist. Es sind nicht gleich 5.000 Teile, die verbaut werden wollen. Ein paar Ergänzungen hier, die Bäume etwas umplatziert und schon hat man das Set aufgebaut.

BlueBrixx hat auch aus Burg Blaustein gelernt. Man muss nicht mehr komplette Teile der Anlage zerlegen, sondern von vornherein wurde das Set so konzipiert, dass es modular erweitert werden kann. Natürlich hatte es seinen Charme, dass man Teile von Burg Blaustein immer wieder zerlegen musste, um die Erweiterungen zu integrieren. Aber wenn man am Ende sowieso ein Kloster stehen haben möchte, warum nicht etwas einfacher gestalten? Wenn man sich die Sets genauer ansieht, findet man sogar Andeutungen eines Kellers. Vielleicht wird ja Kloster Blaubrunn einmal untergraben und mit einer Gruft oder gar Katakomben ausgestattet. Ich würde es feiern.

In einem Preview-Video hat BlueBrixx bereits die nächsten Pläne für das Projekt Blaubrunn vorgestellt. Die nächsten Erweiterungen werden wohl nicht mehr so überschaubar wie die Kongregation. Ich bin aber gerne bereit, mich überraschen zu lassen. Erst einmal erfreue ich mich der Kongregation und daran, dass die Bodenplatte etwas erweitert wurde. Als Nächstes wird das Wohngebäude ausgebaut, um den ganzen Mönchen einen Platz zum Schlafen zu geben.

1.000 Regeln, die dein Leben verändern

Manchmal muss man einfach loslassen. Seit einigen Monaten bin ich wieder ins Bullet Journaling eingestiegen. Ich nutze es in einem B5-Notizbuch für die Arbeit und privat habe ich ein handliches A6-Notizbuch stets zur Hand. Zum selben Zeitpunkt abonnierte ich ebenso den Newsletter von Bullet Journal. Ryder Carroll, Erfinder dieser Methode, schreibt gute Texte, die inspirieren und die ich gerne gelesen habe. Seit vielen Wochen allerdings bestehen diese Newsletter nur noch aus Werbung für einen viel zu teuren Online-Kurs, Werbung für spezielle Farben der Notizbücher und lebensverändernde Tipps.

Etwa zur selben Zeit habe ich den YouTuber Naphtali Rosenberg entdeckt. Auch er hatte nette kleine Videos mit hilfreichen Anekdoten, netten Geschichten, und ich mochte seine ruhige, sympathische Natur. Dann sah ich, dass er einen Substack-Newsletter hat, und habe diesen abonniert. Auch hier waren es anfänglich nette Mails, die gelegentlich hereinflatterten. Doch seit er das Ziel hat, jeden Tag einen Newsletter auszuschicken (für einen gewissen Zeitraum), entwickelt es sich zu einer lästigen „Pflicht“, die Mails anzuschauen. Gefühlt waren alle mit lebensverändernden Tipps gespickt und immer mehr Dinge wurden aufgezählt, die man entweder lassen soll oder unbedingt machen muss.

Was mich an den Mails gestört hat, war nicht deren tägliches Erscheinen, immerhin schreibe ich selbst ein tägliches Blog und lese sehr gerne dasjenige von Matthew Dicks. Aber von überall werden wir mit Hinweisen zugeschüttet, wie man das perfekte, vermeintlich richtige Leben lebt. Sei es YouTube, Social Media oder all die anderen Kanäle, denen wir ausgesetzt sind. Die genannten beiden Personen sind für mich anfangs für etwas anderes eingestanden. Für ein offeneres Vorgehen. Es hatte für mich den Anschein, dass man den eigenen Weg gehen soll. Im Falle von Ryder Carroll war die Bullet-Journal-Methode ein Werkzeug, um diesen zu finden und zu beschreiten. Ich verwende die Methode weiterhin sehr gerne und bleibe sicherlich dabei. Nur mit diesen beiden Newslettern und Informationsquellen habe ich erst einmal abgeschlossen.

Wahrscheinlich habe ich zu lange gewartet, bis ich auf den »unsubscribe«-Button gedrückt habe. Doch anfangs habe ich die Texte gerne gelesen und die Videos gerne geschaut. Man kann einfach nicht alle Regeln befolgen, die die Algorithmen einem zum Fraß vorwerfen. Es ist zu viel. Ich beschränke mich auf wenige ausgewählte Kanäle, den Rest finde ich schon irgendwie selbst heraus. Das sind mir sowieso die besten Quellen: diejenigen, die auf meine Individualität eingehen. Es passt nicht ein Konzept für alle. Man muss stets die jeweilige Situation der Menschen berücksichtigen. Was sind ihre Ziele? Wo stehen Sie? Was ist ihnen wichtig?

Indem der „richtige“ Weg versprochen wird, suggeriert man den Menschen doch, dass sie es bisher falsch gemacht haben. Im schlimmsten Fall macht man ihnen direkte Vorwürfe. Scheitern wird als schlecht dargestellt. Dabei ist es doch großartig, etwas falsch zu machen, denn aus den Fehlern lernt man. Wenn ich mir ein Konzert einer Musikrichtung anschaue und sich am Ende herausstellt, dass es mir nicht gefällt, war das keine verschwendete Zeit. Vielleicht war es eine coole Location oder ich hatte sonst einen lustigen Abend mit Freunden. Vielleicht hat man etwas zu viel Geld für Klemmbausteine ausgegeben. Aber man kann es zukünftig anders machen, besser. Und zwar, weil ich es so will und für mich herausgefunden habe. Nicht, weil es mir jemand gesagt hat.

Supernatural | S01E05 | Bloody Mary

Das titelgebende Monster in dieser Episode von Supernatural bringt einen interessanten Aspekt in der Mythologie der Serie hervor. Wie sich herausstellt, haben drei Teenagerinnen ein unschuldiges Spiel von »Wahrheit oder Pflicht« gespielt – was man eben so macht. Eine von ihnen wurde dabei aufgefordert, dreimal Bloody Mary in den Badezimmerspiegel zu sagen, woraufhin der Vater umgebracht wurde. Die Tatsache, dass sie es mit einer potenziellen Bloody Mary zu tun bekommen, macht die beiden Brüder, Sam und Dean, allerdings etwas stutzig. Denn John, ihr Vater, hat angeblich nie Beweise für die Existenz dieses Monsters gefunden.

Das bedeutet also, dass selbst die Jäger von übernatürlichen Wesen nie so recht wissen, welche Mythen nun der Wahrheit entsprechen und welche nicht. Über die Jahrhunderte (in späteren Staffeln stellt sich heraus, dass es die Tradition der Jäger schon länger gibt) haben sich zwar gewisse Ereignisse und Monstertypen als Tatsachen etabliert, aber es ist noch längst nicht alles recherchiert. Es gibt immer wieder spezielle Ecken von urbanen Mythen oder Legenden, die es zu erforschen gilt. John mag in seinem Tagebuch, das er seinen Söhnen über umständliche Wege zukommen ließ, zwar einiges notiert haben, jedoch sollte dies nur die Spitze eines sehr viel größeren Eisbergs sein.

Ich finde es immer wieder faszinierend, wenn die Monster eine wirkliche Motivation bekommen. Bloody Mary tötet nicht nur aus einer reinen Böswilligkeit heraus oder weil sie die Farbe Rot mag. Nein, sie verfolgt diejenigen Menschen, die schreckliche Geheimnisse mit sich herumtragen. Deshalb ist nicht das erste Mädchen gestorben, das den Namen dreimal in den Spiegel gesagt hat. Mary geht es im Grunde darum, dass sich die Ungerechtigkeit, die ihr selbst widerfahren ist, nicht wiederholt. Sie bestraft diejenigen, die sich die Schuld eines Todes aufgebürdet und für sich behalten haben. Die davongekommen sind. Wie Sam feststellt, sieht sie dabei jedoch keine Grauzonen, sie bestraft alle.

Das Design der Figur Mary ist ebenfalls hervorragend gelungen. Zum einen bin ich großer Fan davon, wenn Filme oder Serien Spiegel in diesem Horror-Setting gut nutzen. Man fragt sich stets, ob sie nun da ist oder nicht; sehen die Charaktere sie, oder existiert sie nur in spiegelnden Oberflächen. Es ist etwas inhärent gruseliges. Zum anderen mag ich bei solchen Horror-Figuren ein schlichtes Design; es meist das effektivste. Es braucht keine elaborierten und mit unnützen Details versehenen Wesen. Wie in diesem Fall reicht es vollkommen aus, ein völlig in schwarz getauchtes Mädchen zu nutzen, dessen Gesicht man kaum sieht, das mit etwas bedeckt zu sein scheint und sich gespenstisch und unmenschlich bewegt. Genauso wie die Auflösung am Ende wirkt es durchdacht.

Was die Beziehung zwischen Brüdern anbelangt, setzt Sam eindeutige Grenzen. So lernen wir als Zuschauer*innen zwar ein weiteres, wichtiges Detail, doch Dean bleibt im Dunkeln. Denn wie sich herausstellt, hatte Sam eine Art Vision, bevor seine Freundin Jess auf grausame Weise von etwas Übernatürlichem getötet wurde. So gibt er sich die Schuld, weil er diesen Traum, diese Vision, nicht ernst genommen hat und das Schicksal von Jess auf seinem Gewissen hat. Doch Dean erzählt er das nicht. Er behält es für sich und setzt Grenzen. Ich bin mir offen gestanden nicht sicher, was ich davon halte. Zum einen halte ich es für gut, dass sie sich nicht alles erzählen, auf der anderen Seite ist es ein wichtiges Detail. Wir werden sehen, wie wir das in den nächsten Folgen zu beurteilen haben. Das ist das Praktische an diesem Rewatch, ich finde immer wieder Details und Kleinigkeiten, die es wert sind weiter beobachtet zu werden.

Kommen wir aber nun zu der Strecke, die Sam und Dean in dieser Folge zurückgelegt haben. Den Fall an sich finden Sam und Dean in Toledo, Ohio. Nachdem sie beim letzten Mal im Westen Pennsylvanias waren, nördlich von Pittsburgh, sind nur knapp über 400 Kilometer zu dem Ort zurückzulegen, wo Bloody Mary ihr Unwesen treibt. Allerdings machen sie noch einen Abstecher nach Fort Wayne in Indiana, wo Mary ursprünglich ermordet wurde. Außerdem fahren sie wieder zurück nach Toledo. Damit legen sie insgesamt „nur“ 740 km zurück. Die bis jetzt kürzeste Strecke in einer Folge. Mal sehen, wo es uns das nächste Mal hin verschlägt.