Warum immer nur dasselbe?

Gewohnheiten sind so eine Sache. Manchmal sind sie gut, manchmal stehen sie uns aber auch im Weg. Wenn man beispielsweise essen geht, hat man vielleicht die Tendenz, stets das Gleiche zu bestellen. Das kann vielerlei gute Gründe haben. Zum Beispiel, weil man das Restaurant oder Lokal zum ersten Mal besucht und sich ein Bild machen möchte. Gerichte, die man gerne isst, sind ein ausgezeichneter Benchmark, um die Qualität einer Küche zu bewerten. Oder aber man kennt das Lokal und möchte ein sicheres, kulinarisch köstliches Erlebnis. Man kann sich darauf verlassen, dass es gut ist. Doch immer mal wieder ist es nett, etwas Neues auszuprobieren.

Vor allem wenn man das Lokal kennt und weiß, dass das Essen von guter Qualität ist, bietet es sich doch an, etwas zu bestellen, was man sich zuvor noch nicht gegönnt hat. Und seien wir doch mal ehrlich: Es ist doch nett, etwas zu bestellen, was man sich normalerweise nicht selbst machen würde. So kann man die eigene Palette erweitern. Dieses Prinzip habe ich letztens verfolgt, als ich mit Freund J. im Magazin essen war. Ich hatte schon mit den üblichen Verdächtigen geliebäugelt, da fiel mein Blick auf die Kategorie »Starter«.

Die Karte ist für meinen Geschmack etwas unübersichtlich gestaltet. Es gibt verschiedene Kategorien, unter denen sich die Speisen finden. Von Suppen, Startern und Hauptspeisen geht es über Beilagen vorbei an Austern zu den Nachspeisen. Es ist nicht wirklich ein System zu erkennen, was wo auf der Karte warum angeordnet ist. Man findet sich allerdings schon zurecht. So fiel die endgültige Wahl auf zwei Starter. Eine als Vorspeise und eine als Hauptspeise. Ich bin sowieso ein Freund davon, mehrere Vorspeisen zu nehmen und dafür auf eine Hauptspeise zu verzichten. Es macht preislich oft kaum einen Unterschied und man kann mehrere Dinge probieren.

So war die Vorspeise ein überbackenes Ei auf Spinat. Ich weiß nicht, wie das Ei überbacken wurde, aber es sah sehr interessant aus. Der überbackene Teil sah optisch fluffig aus, stellte sich aber doch als recht fest und dicht heraus. Das Ei im Inneren war schön weichgekocht. Eine spannende Kombination, die herrlich schmeckte. Doch wirklich experimentell, zumindest was die Zusammenstellung anbelangte, wurde es beim zweiten Gang: gegrillte Calamari mit Blutwurst auf Kartoffelpüree. Calamari und Blutwurst sind jetzt nicht unbedingt etwas, was ich von mir aus kombiniert hätte, aber es funktionierte erstaunlich gut.

Immer mal wieder etwas Neues auszuprobieren, vor allem kulinarisch, kann sich auszahlen. Es erweitert den Horizont auf eine einzigartige Weise, wie es nur Essen vermag. Essen verbindet uns, ist in jeder Kultur auf eine eigene Art verankert und hat Tradition. Immer nur auf dieselben Speisen zurückzugreifen, ist bequem und eine (meist) sichere Sache, aber gelegentlich auszubrechen, ist doch viel spannender.

David Foodphototasty | Unsplash

Das Ego des kleinen Mannes

Wodurch erkennt man die Größe eines Menschen? Zum Beispiel dadurch, worüber er sich aufregt oder worüber er lachen kann. Mal wieder liefert der aktuelle amerikanische Präsident einen guten Einblick, wie klein sein Ego wirklich ist. Beim Besuch der UN-Vollversammlung, die vor Kurzem stattfand, blieb die Rolltreppe plötzlich stehen, als Trump mit seiner Frau diese betrat. Erst drehen sie sich verdutzt um, dann gehen sie die Treppe zu Fuß hinauf. So weit, so unaufregend. Doch natürlich wird dieser Vorfall genutzt, um ihn auszuschlachten und politisch zu nutzen.

Eine Verschwörungstheorie gegen den Präsidenten wird vermutet. Die Verantwortlichen dafür sollen verhaftet und eingesperrt werden. Die volle Kraft des Gesetzes soll sie treffen. Wer auch immer es war, der es gewagt hat, die Rolltreppe zu stoppen. Wahrscheinlich war es übrigens der Kameramann, der vor dem Paar die Treppe hinaufgefahren ist und der aus Versehen die Treppe zum Erliegen gebracht hat. Aber diese Erklärung ist natürlich viel zu einfach. Man hätte darüber lachen können. Aber natürlich kann das der amerikanische Präsident nicht. Kann dieser Mann überhaupt lachen?

Wahrscheinlich nur, wenn Late-Night-Show-Hosts wie Jimmy Kimmel oder Colbert (kurzzeitig) abgesetzt werden, weil sie etwas gesagt haben, was ihm nicht in den Kram passt. Das ist übrigens richtige Zensur: wenn sich Regierungen darin einmischen, was gesagt und nicht gesagt werden darf. Zuerst predigen sie Meinungsfreiheit und werfen der „anderen Seite“ Cancel-Culture und alles Mögliche vor. Aber wehe, sie sind an der Macht und jemand macht sich über sie lustig oder sagt etwas, was ihnen nicht in den Kram passt. Minderheiten sind nicht mehr sicher, die Meinungsfreiheit in Gefahr und es wird offen gedroht. Was wirklich passiert, wenn feige, rechte Menschen mit kleinen Egos an die Macht kommen, sieht man an den USA im Moment leider nur zu deutlich. Ich hoffe, wir lernen daraus und lassen es bei uns nicht auch so weit kommen.

  • Last Week Tonigt | Jimmy Kimmel & the FCC: Last Week Tonight with John Oliver (HBO) – YouTube

Vorbestellungen

Vorbestellungen können ganz praktisch sein. Beispielsweise wenn man sich eine BluRay eines Films vorbestellt, der endlich in 4K aufgelegt und dessen Sound in Dolby Atmos neu abgemischt wird. In solchen Fällen bestelle ich diesen sehr gerne vor. Ich bin auch froh, das getan zu haben. Auf Amazon steht unter »Tron: Legacy«, wenn man auf die 4K-Fassung klickt, bereits die Nicht-Verfügbar-Meldung. Ich hoffe, ich bekomme im Oktober meine Disc. Seitdem ich den Film im Kino gesehen habe, bin ich ein sehr großer Fan. Die Effekte, der Sound, die Schauspieler*innen, die Geschichte und die fantastisch grandiose Musik von Daft Punk schaffen ein einzigartiges Gesamterlebnis.

Es kann aber auch ein Vorteil sein, etwas vorzubestellen, wenn man diese Bestellung aus Gründen wieder stornieren möchte. Es wurde noch nichts versandt, niemand hatte Kosten (außer wenn man im Vorhinein bezahlt hat und so eine Rückerstattung bekommt) und der Aufwand fällt vergleichsweise gering aus. Niemand muss Pakete herumtragen oder Dinge wieder versuchen, originalgetreu einzupacken. Das ist dann besonders praktisch, wenn man sein neues Android-Gerät zerschmeißt und so diverse Sprünge, Kratzer und Dellen darauf zu finden sind. Natürlich ein rein fiktives Beispiel.

Allzu oft bestelle ich aber nicht wirklich Sachen vor. Es muss schon wirklich etwas Besonderes sein, etwas, auf das ich schon länger gehofft hatte. Denn meist fährt man besser damit, abzuwarten. Es kommen immer wieder Angebote daher, bei Spielen kommen diverse Patches, die Bugs ausbessern, oder man benötigt es schlicht und ergreifend gar nicht. Natürlich könnte man jetzt die Frage stellen, was man denn wirklich benötigt, aber das Fass machen wir heute nicht auf. Ich habe mich immerhin in den vergangenen Monaten davon abhalten können, zu viel Geld in bedruckten Karton zu stecken (in Form der Sonderedition von Magic: The Gathering zu Spider-Man). Das feiere ich als Erfolg.

Wie so oft ist auch hier abwarten und nichts vorbestellen die bessere Variante. Denn wenn man bis zum Release durchhält, kommt man gar nicht mehr in die Verlegenheit, die Karten zu bestellen. Denn ab da sind sie meist vergriffen. Das war bei der Edition zu Assassin’s Creed so und bei den anderen Magic-Beyond-Editionen ebenso. Aus meiner Sicht hat dadurch jeder gewonnen: meine Kreditkarte und ich. Und das ist doch schon mal etwas. Wann kommt eigentlich die nächste Erweiterung von Burg Blaustein?

Durch den Dungeon (1/?)

Ich glaube, das ist jetzt das dritte oder vierte Mal, dass ich versuche, diesen Text zu schreiben. Genauer genommen diese Textreihe zu beginnen. Denn natürlich kann ich es nicht bei einem Text belassen, wenn es um eine solch großartige, tiefgreifende und umfangreiche Buchreihe wie »Dungeon Crawler Carl« (DCC) geht. Erst dachte ich mir, ich bespreche jedes Buch in einem eigenen Text, aber dann werden das ausführlichste, viel zu lange Essays. Denn jedes einzelne Buch enthält viele Ideen und Themen, über die man schreiben kann. Dann dachte ich mir, ich mache pro Buch mehrere Texte. Das würde aber ebenfalls sehr schnell sehr ausufernd. Nun mache ich es ganz anders.

Aktuell bin ich am Ende von Buch 5 und im Begriff, Buch 6 anzufangen. Denn das Gemeine an den DCC-Büchern ist, dass man nicht aufhören kann. Schon des Öfteren wollte ich zwischendurch etwas anderes lesen. Zudem lese ich die Bücher aus Ermangelung an Übersetzungen im englischen Original und wollte mal wieder etwas auf Deutsch lesen. Aber die Cliffhanger am Ende eines Buches ziehen mich direkt ins nächste hinein. An dieser Stelle also schonmal eine klare Empfehlung der Bücher.

Aber was mache ich nun mit meiner Textreihe? Ganz einfach. Beim Lesen schreibe ich mir immer wieder Zitate heraus, Gedanken, die ich während des Lesens habe, oder markiere mir spannende Stellen. Diese möchte ich als Ideengeber für Texte nutzen. Die Reihenfolge ist dabei eher zufällig und ich hoffe, ein Vorwissen der Bücher ist nicht notwendig. Milde Spoiler kann ich dadurch natürlich nicht vermeiden.

Doch bevor wir uns in diese Texte stürzen, braucht es eine Art Primer. Einen Text, der erklärt, worum es eigentlich geht. Und genau das machen wir jetzt.

Worum geht es eigentlich in Dungeon Crawler Carl?

Carl, der sich gerade von seiner Freundin getrennt hat, weil sich diese im Winterurlaub mit ihrem Ex vergnügt, kämpft sich mit deren Perserkatze Donut durch die »Dungeon Crawler World«. Wie ist es dazu gekommen? Durch ein Versäumnis unsererseits, rechtzeitig ein Formular in einem interstellaren Büro abzugeben, hat die Borant Corporation Anspruch auf das Sonnensystem und damit auf die Erde. Also haben sie angefangen, die Ressourcen der Erde abzubauen. Erst einmal haben sie alles, was ein Dach hat (Garagen, Häuser, vielleicht sogar mit Regenschirmen ausgestattete Menschen), dem Boden gleichgemacht. Aber wir können die Erde, oder was davon übrig geblieben ist, zurückhaben. Es muss nur jemand die 18 Level des Dungeons überleben. Der Dungeon ist selbstverständlich unterirdisch und wird (unter anderem) aus den bisher abgebauten Materialien der Erde zusammengesetzt. Das gilt auch für diverse Bosse.

Tore öffnen sich weltweit und es bleibt den Menschen frei, zu entscheiden, ob sie sich in den Dungeon begeben oder versuchen, auf der verwüsteten Oberfläche zu überleben. Da in der Gegend, wo Carl wohnt, gerade kalte Winternacht herrscht, schnappt er sich die nach draußen geflüchtete Katze und rennt in den Dungeon hinein. Donut hat Carl also in gewisser Weise das Leben gerettet. Fortan kämpfen sie sich also gemeinsam durch die Level des Dungeons. Und ja, Donut kann sprechen. Denn durch ein spezielles Leckerli, das Carl im Dungeon findet, „erwacht“ sie quasi und wird selbst zu einem so genannten Crawler.

Die beiden treffen in Folge ihres ersten Abenteuers auf ihren Guide Mordecai, der sie berät und hilft, den Dungeon so gut wie möglich zu überstehen. Wenn ich mich richtig erinnere, erfahren wir von Mordecai, dass noch nie jemand im Universum den Dungeon überlebt hat. Ebene 13 war das Tiefste, das jemand erreichte. Vielleicht schaffen es ja Carl und Donut. Das Schöne an der Konstruktion von »Dungeon Crawler Carl« und den folgenden Büchern ist es, wie Matt Dinniman die Welt immer weiter ausbaut. Er beginnt ganz klein, nur mit Carl und Donut. Mit der Zeit fährt die Kamera aber immer weiter zurück und offenbart mehr Details, Hintergründe und Geschichten rund um den Dungeon und diejenigen, die dafür verantwortlich sind.

Es entspinnen sich politische Intrigen und Verschwörungen (sowohl auf Seite der Crawler als auch der verantwortlichen Parteien hinter dem Dungeon). DCC ist eine gekonnte Mischung aus absurdesten, lustigsten und brutalsten Situationen, weiß aber genauso gut, herzerweichende, ernste Momente zu konstruieren. Diese Abwechslung ist es, was DCC so fesselnd macht. Der Dungeon eskaliert immer weiter, hat eine Struktur und ein Leben, eine Funktionsweise, die das gesamte Universum betreffen, nicht nur die Erde. Die Erde und die Bewohner*innen, die als Crawler um ihr Überleben kämpfen, sind nur Spielbälle in einem größeren Ganzen. Doch nicht alle wollen sich das gefallen lassen.

Wir lernen auch verschiedenste Spezies kennen. Die Borant Corporation wird beispielsweise von den Kua-Tin geleitet. Einer Spezies von „fish demons“, wie sie Carl netterweise beschreibt. Sie betreiben zwar den Dungeon, haben, soweit ich das verstanden habe, auch die Level designt, aber es gibt eine unabhängige Aufsicht über den Dungeon: die »System AI«. Normalerweise sollte diese künstliche Intelligenz neutral sein, aber es gibt doch immer Tendenzen. So entwickelt sie einen Fußfetisch für Carls Füße und gibt ihm in Lootboxen immer wieder Gegenstände und Zauber, die ihn dazu bringen, weiterhin barfuß herumzulaufen. Ja, Carl ist barfuß im Dungeon unterwegs. Aber nicht nur das. Er trägt lediglich Boxershorts und eine dicke Lederjacke, als er den Dungeon betritt.

DCC ist vom Genre her ein sogenanntes »LitRPG«, also ein Rollenspiel in Buchform. So bekommen die Crawler Lootboxen mit neuen Waffen, Zaubern, Fähigkeiten und so weiter. Natürlich dürfen Bosskämpfe mit entsprechender Bossmusik nicht fehlen. Jeder Crawler hat einen Lebensbalken, wie man ihn aus Spielen kennt, und einen Manabalken, um Zauber zu wirken. Sogar eine Minimap steht zur Verfügung. Es macht große Freude, immer mehr Details dieser Welt und des Dungeons zu entdecken. Deshalb ist es so schwer, aufzuhören, denn jedes neue Level bringt neue Details zum Vorschein.

Das wiederum macht es für mich schwer, mich zu entscheiden, worüber ich eigentlich schreiben möchte. Denn der Dungeon existiert nicht nur vor sich hin und findet für sich alleine statt. Das Ganze ist eine intergalaktische Fernsehshow, die live übertragen wird. Inklusive Talkshows, Sponsoren und so viel mehr. Deshalb also diese lose Textreihe. Ich schreibe einfach über alles, was mich interessiert und beschäftigt. Seien es Details, die mir auffallen, oder Themen, die das Buch anspricht und mich inspirieren. Lassen wir uns einfach überraschen, wie dieses Experiment verläuft.

Peter Herrmann | Unsplash

MCU Intermission | Blade

Was wäre ein ausufernder Rewatch des MCU ohne Blade? Vor den X-Men, vor dem MCU, vor dem DCEU, da war Blade. Der laut Wikipedia erste erfolgreiche Marvel-Film. Und das auch noch mit einem R-Rating (also ab 18) und mit einem Schwarzen Hauptcharakter. Wesley Snipes ist Blade und das seit 30 Jahren. Ob wir je einen Blade-Film mit Mahershala Ali sehen? Wer weiß. Ich hätte gerne einen mit Wesley Snipes oder beiden, wo quasi das Zepter an den nächsten weitergegeben wird. Doch erst einmal sehen wir uns die originale Trilogie an.

» There’s been only one Blade! There’s only ever gonna be one Blade!« – Blade (Deadpool & Wolverine)

Blade

Wenn der Film noch mehr Coolness ausstrahlen würde, wäre wahrscheinlich mein Fernseher explodiert. Die für die 90er Jahre typischen Lederoutfits müssen natürlich sein, wie würde man sonst die Vampire erkennen. Blade trägt natürlich stets eine Sonnenbrille, hält seine Posen immer etwas zu lang, aber sieht dafür verdammt cool dabei aus. Die Schatten und Kontraste sind hart gewählt, genauso wie die Gewalt alles andere als zurückhaltend ist. Die Kämpfe sind stylish gemacht, etwas over-the-top, aber machen äußerst viel Spaß. Blade kann man sich auch heute noch ansehen und verbringt damit zwei außerordentlich gute Stunden.

Die Story ist einfach, aber mehr braucht es nicht. Ein junger, aufmüpfiger, durch einen Biss zum Vampir gewordener Kerl stürzt das seit Jahrhunderten bestehende Konzil, um einen Blutgott auferstehen zu lassen. Blade will das verhindern. Wie dem jungen Kerl namens Deacon Frost (Stephen Dorff) es so einfach gelingt, die alten Vampire des Konzils auf seine Seite zu ziehen und sie seinem Willen zu unterwerfen? Keine Ahnung, egal. Weiter mit der Story. Blade und Whistler (Kris Kristofferson) haben genug damit zu tun, ihnen Herr zu werden. Außerdem müssen sie sich um Karen (N’Bushe Wright) kümmern, die Gebissen wurde und verhindern möchte, dass sie zum Vampir wird. Ein tolles Trio, das sich gut ergänzt.

Blade ist Kult. Blade ist brutal. Blade ist Wesley Snipes.

Blade II

Regie: Guillermo del Toro. Autor: David S. Goyer. Musik: Marco Beltrami (u.a. Hellboy, The Wolverine, Logan). Mit Wesley Snipes, Kris Kristofferson, Ron Perlman und Norman Reedus. Muss man noch mehr sagen?

Nachdem ich nun Blade II gesehen habe, bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob es nicht überhaupt das erste Mal war, dass ich in den Genuss dieses Films kam. Ich konnte mich überhaupt nicht an die Geschichte erinnern. Deshalb war ich umso positiver überrascht. Der Film kam 2002 in die Kinos und man sieht ihm deutlich die Einflüsse von The Matrix an. Die Kampfszenen versuchen verzweifelt, den Sci-Fi-Klassiker zu imitieren, scheitern allerdings. Die schnellen Schnitte, die coole Musik, die Outfits und natürlich die schiere Coolness von Wesley Snipes und Co. tragen allerdings dazu bei, dass es ein sehr kurzweiliger, unterhaltsamer Ritt ist.

Ich mag die Idee, dass sich das Virus des Vampirismus (eine Theorie, die im ersten Teil etabliert wurde) weiterentwickelt und versucht, die Schwächen auszumerzen. Wenn dann noch das Züchten von fast unbesiegbaren Vampiren 2.0 dazukommt, hat man alles, was eine unterhaltsame Blade-Geschichte braucht. Allerdings sind mir weiterhin die alten Vampire (von denen es hier leider nur einen gibt) weiterhin zu schwach. Es scheint mir unglaubwürdig, dass sich dieser Typ so lange an der Spitze hat halten können.

Ich mag auch den Einstieg in den Film. Mit einem dramatischen Voice-over und Rückblenden auf den ersten Film wird darauf verwiesen, dass Whistler überlebt hat und von den Vampiren am Leben gehalten wird. Er wurde vielleicht sogar selbst zu dem, was sie Jahrzehntelang gejagt haben. Nichts kann Blade in seiner Mission aufhalten, seinen alten Freund und Gefährten zu retten. Man fragt sich gespannt, ob sich der ganze Film darum drehen wird. Wo führt uns diese Reise überallhin? Fünf Minuten später ist das erledigt. Whistler ist gefunden und schließt sich Blade an. Weiter geht es mit der eigentlichen Hauptstory. Großartig.

Blade Trinity

Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich den dritten Teil damals sogar im Kino gesehen. Seitdem wahrscheinlich nicht mehr. Er ist sehr viel besser, als ich es erwartet hatte. Eine Version von Dracula als Gegner ist eine coole Idee und ihn so in der Mythologie zu verankern ebenso. Dominic Purcell hat eine tolle Bildschirmpräsenz und verkörpert den ersten Vampir mit der notwendigen Gleichgültigkeit, mit einem Hauch Übermütigkeit. Das Design seiner verwandelten Form könnte man durchaus als zeitlos bezeichnen. Besonders das Praktische am Make-up sorgt dafür, dass es heute, über 20 Jahre später, noch beeindruckend aussieht.

Blade redet hier wahrscheinlich so viel wie in den letzten beiden Filmen zusammen nicht. Das liegt hauptsächlich an seinen beiden Sidekicks: Abigail Whistler (Jessica Biel) und Hannibal King (Ryan Reynolds). King hätte ich nicht unbedingt im Film gebraucht, vor allem weil er heute zu sehr an Deadpool erinnert und seine Sprüche manchmal überhandnehmen. Das wirkt sich negativ auf die Ernsthaftigkeit mancher Szenen aus. Blade nimmt sich selbst als Charakter sehr ernst, das macht King etwas zunichte. Der Witz in den anderen Filmen war da subtiler. Aber das Team ist im Allgemeinen gut zusammengestellt. Schade, dass eher wenige davon überleben.

Grundsätzlich ist Blade Trinity eine gekonnte Fortsetzung und schließt die Reihe schön ab. Auch wenn ich auf so manche Dialogzeilen und Kameraeinstellungen hätte verzichten können. Da sind nicht alle gut gealtert. Das offene Ende für Blade lässt Interpretation für mehr offen. Ich würde gerne Wesley Snipes noch einmal in seiner wohl ikonischsten Rolle sehen. Mal sehen, welche Pläne Disney für den Charakter Blade hat.

iOS 26

Mit dem neuen iPhone wurde ich zwangsweise auf die neue iOS-Version upgedatet. Hätte ich ein bestehendes iPhone gehabt, hätte ich mit dem Update sicher noch gewartet. Doch jetzt, da ich knapp zwei Wochen damit verbringen konnte, ist meine klare Empfehlung, noch zu warten. Mindestens bis zur x.1-Version. Es sind einfach noch zu viele Bugs, Ungereimtheiten und Fehler enthalten, die nicht sein müssten. Aber alles der Reihe nach. Was hat sich mit iOS 26 alles geändert, außer dass wir von iOS 18 gleich mehrere Versionen übersprungen haben?

Überall ist von Liquid Glass zu lesen. Dem großen Redesign von iOS. Ein abschließendes Urteil darüber zu machen, ist noch nicht möglich. Denn wie schon in den Beta-Versionen wird sich mit den kommenden Updates noch einiges verändern. Es wird an Stellschrauben gedreht und das Design verfeinert. Das Gleiche passierte mit iOS 7. Damals hat Apple ein sehr viel minimalistischeres Design vorgestellt, als es bisher auf dem iPhone zu sehen war. Auch hier hat sich über die Jahre viel getan. Gleiches wird bei Liquid Glass der Fall sein. Und da Veränderungen ja grundsätzlich schlecht sind, beschweren sich aktuell natürlich viele über das Design. Doch sehr viel gravierender finde ich die bereits genannten Bugs und Unstimmigkeiten in iOS 26.

Es fängt schon damit an, wenn man das iPhone entsperrt. Durch Face-ID muss man lediglich nach oben wischen, um auf den Homescreen zu kommen. Doch für einen kurzen Moment sieht man noch die Eingabe des PIN-Codes. Dieser wird mit Face-ID quasi automatisch eingetragen. Ich denke nicht, dass dies sichtbar sein sollte. Ich arbeite gerne mit verschiedenen Fokus-Modi. Wenn ich im Büro bin, brauche ich den »Always-On-Display« nicht. Also habe ich mir einen Work-Modus eingerichtet. Hier musste ich noch etwas nachschärfen, damit dieser so funktioniert, wie ich es möchte. Zusätzlich habe ich den Hintergrund und die Darstellung der Apps angepasst. Das hat sich von alleine wieder auf die Standardeinstellung zurückgesetzt. Der Work-Modus hat sich an dem Tag auch nicht von allein deaktiviert. Eigentlich ein No-Go. Das muss funktionieren.

Was mir außerdem noch aufgefallen ist, ist der Akkuverbrauch. Das iPhone 17 wird über den Tag sehr schnell leer, obwohl ich es kaum in der Hand habe. Natürlich nutze ich es in der Kaffee- oder Mittagspause, aber deshalb muss es nicht gleich auf 30 % abfallen. iOS 26 muss definitiv noch optimiert werden und hätte eigentlich noch ein paar Monate Entwicklungszeit gebraucht. Natürlich ist es schön, wenn man jedes Jahr ein großes Update vorstellen kann. Aber iOS 26 wäre doch ein schöner Anlass gewesen, diesen Zyklus zu unterbrechen. Warum den Release nicht etwas verschieben, erst den Button zur Veröffentlichung drücken, wenn man so weit ist?

Wer mehrere Geräte nutzt, läuft außerdem in ein Synchronisierungsproblem. Zumindest ist es bei mir der Fall. Ich habe meine Notizen von Google und Apple in Apple Notes zusammengefasst und die Struktur etwas geändert. Aber aktuell habe ich drei verschiedene Notes-Versionen. Einmal die Notizen auf dem Stand des iPhones, des Macs und des iPads. Was am Ende gewinnt, weiß ich nicht. Ich hoffe das vom Mac, denn das wäre die für mich aktuellste Version. Photos syncen nicht richtig und wer weiß, was im Hintergrund noch schiefläuft.

Dass in einer x.0-Version Dinge nicht komplett rund laufen, ist verständlich. Diese kleineren Fehler können und werden meist mit dem ersten x.0.1-Update behoben. Doch in iOS 26 gibt es noch so viele Baustellen, dass es sicherlich noch Monate dauern wird, bis die Software einen ordentlichen Stand erreicht. Einen Stand, der dann auch hätte veröffentlicht werden können. Diese Schlamperei bin ich von Apple nicht gewohnt. Ich hoffe sehr, dass dies eine Ausnahme bleibt. Doch dem Image der Firma hat dies sicher nicht geholfen.

Geek-Planet | The Walking Dead: Book 13

Es ist Donnerstag. Wir schauen uns also einen alten Text von mir an. Der folgende erschien am 4. Jänner 2017 auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet«. Diesen gibt es allerdings nicht mehr. Ich möchte aber trotzdem, dass alle meine alten Texte an einem Ort versammelt sind. Deshalb suche ich mir jede Woche einen heraus, redigiere ihn und schreibe eine kleine Einleitung dazu.

Ich finde es tatsächlich äußerst spannend, meine alten Rezensionen zu lesen. Offen gestanden redigiere ich gerade sehr viele TWD-Texte und bereite sie für die Veröffentlichung vor. Gerade bin ich einige Monate voraus. Einen Puffer zu haben, ist natürlich nicht schlecht. Und ein kleines Projekt, wie die TWD-Texte fertig aufzubereiten, abschließen zu können, ist immer gut. Doch ich will wirklich wissen, wie es weitergeht, wie ich die Geschichten fand und worüber ich so schreibe. Hätte ich mir nicht gedacht. Deshalb will ich nicht weiter Worte verlieren. Steigen wir direkt ein.


Die Nachwirkungen von Alphas letzter Tat sind deutlich zu spüren und sorgen für einiges an Unruhe im stillen Alexandria. Rick muss seine Anführerrolle diverse Male verteidigen, sich mit Maggies „Konfliktlösung“ auseinandersetzen und natürlich sorgt Negan für Aufregung.

  • Creator, Writer: Robert Kirkman
  • Penciler, Cover: Charlie Adlard
  • Inker: Stefano Gaudiano
  • Gray Tones: Cliff Rathburn
  • Letterer: Rus Wooton
  • Erstveröffentlichung: 2015
  • Ausgaben: #145 – #156

“So I find myself in the position to lead you… and in this position I have learned my most important job… is to keep us from returning to those days. Not to keep you happy. Not to make you like me… Priority number one. Move forward. Don´t go back.” – Rick

„No turning back“, die erste Geschichte im aktuellsten dreizehnten Buch von The Walking Dead, dreht sich um die Konsequenzen, die unsere Protagonisten aus dem Angriff durch die Whisperer ziehen. Natürlich reagieren alle geschockt darauf, aber wie sie sich gegenüber Rick verhalten und welche Reaktion sie von ihm erwarten, ist sehr unverständlich. Sie wissen, was Rick alles durchgemacht hat, wohin er sie gebracht hat. Und doch halten sie ihm vor, nichts gegen die Whisperer auszurichten. Zwar vergraben sie die Köpfe der zwölf Getöteten und halten einen Gottesdienst ab, um gemeinsam trauern zu können, doch schon kurze Zeit darauf besteht höchste Gefahr, dass alles zusammenbricht, was sie sich in den vergangenen Monaten aufgebaut haben. Die Trauerphase ist übrigens äußerst kunstvoll und schlicht in den Zeichnungen umgesetzt. Ein paar Seiten sind den Trauernden gewidmet – Zeichnungen, ohne Dialoge oder sonstige Informationen. Die Bilder sprechen für sich. Außerdem erfahren wir, dass seit dem Krieg mit Negan mindestens ein Jahr vergangen sein muss, wenn nicht noch mehr.

In dieser Zeit scheinen alle vergessen zu haben, wie das Leben außerhalb der Communitys aussieht und dass sie sich eigentlich mitten in der Apokalypse befinden. Daran kann ihre ruhige Insel nichts ändern und keine Mauer kann sie vor den Schrecken schützen. Zwei Männer planen sogar einen Angriff auf Rick, den er nur knapp überlebt, indem er seinen coolsten Move einsetzt: Die Hauptschlagader am Hals durchbeißen.

Was ich mir schon beim letzten Mal gedacht habe, ist ebenfalls eingetroffen. Rick benötigt Unterstützung, und zwar in Form von Negan. Er hat seine Leute über ein Jahr am Leben erhalten. Er wurde gehasst und gefürchtet, aber er hat sie die ganze Zeit über beschützt und zusammengehalten. Im Moment reden die beiden nur und man könnte beinahe vergessen, was Negan getan hat, so überzeugend spielt er seine Beraterrolle. Ich bin sehr gespannt, wie das mit ihnen weiter geht und ob er Negan zum Zeitpunkt des Krieges aus der Zelle lässt. Doch nicht nur zwischen Rick und Negan gibt es ein klärendes Gespräch, er und Michonne kommen sich wieder näher und setzen ihre frühere gute Freundschaft fort, indem sie über ihre Trauer sprechen – wie sie damit umgehen. Zwei äußerst packende Szenen.

In der Zwischenzeit flüchtet Andrea mit Carl und Lydia aus Alexandria und geht nach Hilltop. Denn ein Teil des Hasses, der sich nicht gegen Rick richtet, konzentriert sich auf Lydia. Sie kommt von den Whisperern und wird beschuldigt. Eugene ist sogar derjenige, der vorschlägt, dass man sie doch als Strafe für Alpha foltern könnte. Ich fasse es einfach nicht, wozu diese Menschen so plötzlich in der Lage sind. Eigentlich müsste man die alle mit Negan in eine Zelle sperren.

Als Resultat des Gesprächs mit Negan entscheidet Rick, ein Militär aufzubauen und seine Leute damit im Glauben zu lassen, sie würden sich auf einen Krieg vorbereiten. Doch im Moment liegt sein Fokus eher darauf, sie beschäftigt zu halten, damit sie sich nicht gegenseitig die Köpfe einschlagen. „no turning back“ konzentriert sich sehr darauf, dass die Communitys nicht zurück zu den alten Gewohnheiten fallen, sondern weiterhin daran arbeiten, eine Zukunft aufzubauen. Denn wenn sie es sich mit den Whisperern verscherzen und diese mit ihren Walker-Horden angreifen, bleibt nicht mehr viel von ihnen übrig und sie müssen sich wieder auf der Straße durchschlagen.

“Please forgive me, Lord. I have killed… I am a killer… a good one.” – Father Gabriel

Die zweite Storyline im dreizehnten Buch ist „call to arms“. Darin werden die Vorbereitungen für ein unausweichliches Aufeinandertreffen der beiden Seiten getroffen. Alle, die sich freiwillig für das Militär von Alexandria gemeldet haben, werden für den Ernstfall trainiert. Welch bessere Möglichkeit gibt es dafür, als sich von Walkern umzingeln zu lassen und zu hoffen, dass alle fähig genug sind, um zu überleben. An dieser Stelle wird Gabriels Rolle wieder etwas mehr aufgegriffen. Er will nicht nur in der Kirche sitzen und für das Überleben beten, sondern dafür kämpfen. Der Charakter wurde mir in letzter Zeit etwas zu stiefmütterlich behandelt und es tut gut, ihn wieder öfter zu sehen – außerhalb von Trauerfeiern und Gebetsstunden. Es bleibt nur zu hoffen, dass er nicht reaktiviert wird, um im kommenden Krieg gleich wieder zu sterben.

Eugene verarbeitet langsam das Geschehene und konzentriert sich auf ein neues Projekt: Er repariert ein Funkgerät. Eigentlich ziemlich banal. Es überrascht mich, dass sie das nicht schon viel früher gemacht haben. Nicht unbedingt um neue Leute zu rekrutieren, das kann schnell gefährlich werden, aber zumindest um zu hören, ob da draußen jemand ist, der sich mit Hilfe solcher Geräte verständigt. Natürlich empfängt Eugene eine Nachricht und kommt sofort ins Gespräch mit der Dame am anderen Ende. Ich bin äußerst gespannt, wie sich das Ganze entwickeln wird. In der Serie Fear The Walking Dead endete die Funkgerätegeschichte nicht besonders positiv.

Der Hass auf Rick ist bei den meisten Leuten schon wieder abgeflacht und es lassen sich viele vom Militär ablenken. Doch Brandon, der Junge, der Carl mit dem Backstein geschlagen hat und dessen Vater von Rick getötet wurde, lässt sich sehr von seinem Hass leiten („Und Hass führt zur dunklen Seite …“), was ihn sogar dazu bringt, Rick anzugreifen. Er lässt sich das Ganze nicht mehr gefallen und in einer Nacht-und-Nebel-Aktion befreit er Negan. Es hat mich schon ziemlich überrascht, wie einfach jeder an die Schlüssel ran kommt. Die hätte man doch einschließen sollen oder Rick trägt sie um den Hals, aber sie einfach in einem Haus aufbewahren finde ich nicht gut. Haben sie keinen Polizei-ähnlichen Dienst, der für solche Dinge verantwortlich ist?

Jedenfalls gelingt ihnen die Flucht und natürlich gehen sie Richtung Whisperer. Doch Brandon ist ein Vollidiot und glaubt, Negan manipulieren zu können, was ihm schließlich das Leben kostet. Ich finde es äußerst spannend, wie Negan später mit den Whisperern umgeht. Er nimmt sich nicht zurück, sondern redet wie ein Wasserfall, reißt seine Witze, flucht und macht sich über ihre Aufmachung lustig. Außerdem bricht er wieder einmal Rekorde für die meisten Varianten von „Fuck“. Immerhin gelingt es ihm aber, sie so weit zu manipulieren, dass sie ihn zu Alpha bringen, mit der er schamlos „flirtet“ und sie anmacht. Meiner Auffassung nach hatte er tatsächlich vor, sich mit diesen Leuten gut zu stellen, damit er mit ihnen leben kann. Doch dann passiert etwas, wo er nicht einfach zusehen kann: Eine Frau wird beinahe vergewaltigt. Und wir erinnern uns, dass es dies bei den Whisperern nicht gibt. Wenn die Frau nicht stark genug ist, sich zu wehren, ist sie selbst schuld. Alpha wollte, dass ihre Tochter durch die Misshandlungen, die ihr mehr als nur einmal zugefügt wurden, stärker wird. Ist doch eine ganz selbstverständliche Methode, oder nicht? (Achtung: Sarkasmus!)

Doch diesen Bullshit lässt sich Negan nicht gefallen, und er bekommt Ähnlichkeiten mit Rick. Klar, er hat sehr schlimme Dinge getan, doch diese waren immer begründet und zum Schutz seiner Gruppe. Die Herrschaft durch Furcht hat ihm Respekt eingebracht und dafür gesorgt, dass er in Kontrolle blieb und dies bedeutete Sicherheit und Überleben. Die Linie, die er zieht, zum Beispiel Vergewaltigung und sinnlose Gewalt verabscheut, macht ihn doch wieder irgendwie sympathisch. In einem ruhigen Moment tötet er schließlich Alpha und hat vor ihren Kopf zu Rick zu bringen. Ich kann gar nicht klar genug ausdrücken, wie sehr ich mich auf dieses Aufeinandertreffen freue. Ich hoffe, die beiden machen gemeinsame Sache gegen die Whisperer, denn diese werden sich mit Sicherheit furchtbar rächen wollen.

„Call to arms“ setzt die Grundlagen für den bevorstehenden Konflikt gekonnt fort und es wird so mancher Charakter, der im Hintergrund blieb, ins Zentrum gerückt. Es wäre schön, wenn wir zwischendurch die anderen Communitys wie The Sanctuary (Negans früheres Territorium) und The Kingdom öfter sehen würden. Die Geschichte konzentriert sich doch sehr auf Alexandria und Hilltop. Aber das würde wahrscheinlich den Rahmen des Comics sprengen oder die einzelnen Geschichten um ein Vielfaches weiter ausdehnen.

Nun, da ich alle Comics nachgeholt habe, werde ich noch die nächste Geschichte „the whisperer war“ in einem Aufwasch besprechen und mich danach monatlich um die Comics kümmern. Ich freue mich schon darauf, die Reihe so zu verfolgen, wie sie veröffentlicht wird.

Ein kleiner Neustart

Die vergangene Woche war anstrengend. Auf mehreren Ebenen. Aber was das Ganze wirklich auslaugend gemacht hat, war der wenige Schlaf. Ich bin mir nicht sicher, woran es gelegen hat. Ich hatte mir zu meinem Geburtstag ein verlängertes Wochenende gegönnt und Freitag sowie Montag Urlaub genommen. Es war ein tolles, abwechslungsreiches Wochenende. Doch ab der Nacht von Montag auf Dienstag war es vorbei mit den erholsamen Nächten.

Erst konnte ich in besagter Nacht nicht schlafen und bin immer wieder aufgewacht und habe unruhig geschlafen. In der Nacht darauf war es nicht besser. Ich war sogar so weit, dass ich um drei Uhr morgens aufgestanden bin, ein Glas Wasser getrunken habe und ein paar Zeilen in mein Journal schrieb. Einfach um mich abzulenken, die Gedanken zu fokussieren – sie loszuwerden. Dabei gab es kein wirklich zentrales Thema, das mich wachgehalten hätte. Es kennt vermutlich jeder Nächte, in denen die Gedanken kreisen, man von einem Thema auf das andere kommt oder einen etwas nicht loslässt.

Die restlichen Nächte der Woche waren etwas besser. Ich habe zwar nicht viel geschlafen, ich musste trotzdem unter der Woche um halb sechs aufstehen, aber zumindest bin ich nicht mehr wachgelegen. Das alles machte die Woche sehr anstrengend und psychisch auslaugend. Mit wenig Schlaf ist die Resilienz nicht mehr so groß. Dafür habe ich mich die ganze Woche auf einen schönen Freitagabend in Salzburg gefreut. Das hat mich durch die Woche gebracht. Training war natürlich auch reduziert, jetzt fiel ein Ventil weg, das mir normalerweise sehr gut tut. Jedenfalls war ich sehr froh, als ich Freitagnachmittag mit Freund J. im Stieglkeller saß, den Ausblick auf die laute Stadt genießen konnte und ein kaltes, alkoholfreies Weißbier in Händen hielt.

Den Samstag habe ich dann für einen kleinen Neustart genutzt. Das mache ich zwar jedes Wochenende, aber nach so einer anstrengenden Woche musste es mehr sein als sonst. Ich mag es, am Sonntag die vergangene Woche Revue passieren zu lassen und die kommende vorzubereiten. Doch dieses Mal habe ich das noch etwas weiter ausgebaut. Die komplette Wohnung wollte ordentlichst geputzt, die Bettwäsche gewechselt, Lammfelle ausgeschüttelt und gesaugt werden. Und noch ein paar Kleinigkeiten mehr, die sich die Woche über angesammelt haben. So konnte ich das restliche Wochenende genießen und alte »Jack-Fromsoft«-Streams schauen, während ich mein neues iPhone eingerichtet habe.

Immer mal wieder kleinere bzw. größere Resets, Neustarts oder wie auch immer man es nennen möchte, finde ich eine hervorragende Art, sich wieder auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Es gibt Wochen, da schiebt man gewisse Arbeiten und To-dos immer wieder vor sich her. Aber irgendwann wollen sie erledigt werden. Das mache ich dann gerne in einem Aufwasch. Das dauert dann zwar etwas länger, aber am Ende bin ich froh, es gemacht zu haben. Es sind kleine Erfolge, die man im Alltag feiern kann. Sie motivieren und treiben an. So kann man umso besser in die nächste Woche starten.

Supernatural | S01E04 | Phantom Traveler

In dieser Episode bekommen es die Sam und Dean Winchester mit ihrem ersten Dämonen zu tun. Dean beschreibt sie als Wesen, die kein wirkliches Ziel verfolgen, außer Tod und Zerstörung zu verbreiten. In gewissem Sinne sagt er also, dass Geister und andere übernatürliche Wesen einen Grund haben, warum sie die Dinge tun, die sie anrichten, und warum sie noch auf der Erde verweilen. Dämonen wollen nur Chaos. Außerdem wird beschrieben, dass sie nur Menschen in Besitz nehmen können, die eine Schwäche haben und sich nicht dagegen wehren können. Dies wird später nicht mehr so sein, da sich Dean und Sam extra mit Tattoos und anderem Zeug vor Dämonen schützen müssen, um nicht besessen zu werden.

Was jedoch bleibt, sind die schwarzen Augen, auch wenn sie später komplett schwarz sind und selbst das weiße nicht mehr zu sehen ist. Schwefelrückstände weisen natürlich ebenso auf einen Dämon hin. Etwas modifiziert wird der Rauch, der die pure Essenz eines Dämons darstellt – mehr oder weniger ein normaler Entwicklungsschritt einer Serie. Ein kleiner Fehler oder etwas, das die Macher später korrigiert haben, ist, dass man Dämonen mithilfe des EMF-Geräts nachweisen kann. Das gilt nur für Geister. Interessant ist auch, dass die beiden unsicher sind, ob sie es mit einem Dämon überhaupt aufnehmen können oder das doch etwas zu groß für sie ist. Ein erster Hinweis darauf, dass sie immer wieder über sich hinauswachsen müssen.

Die Nebencharaktere sind in dieser Episode durchaus gelungen. Vor allem deshalb, weil sie in dieser Geschichte viel der erzählerischen Last tragen, als es normalerweise der Fall ist. Viel dreht sich um die Flugzeugabstürze, gewisse Arbeitsabfolgen und wie es den Opfern, genauer gesagt den Überlebenden geht. Zum einen sei hier Max Jaffey genannt, der den Dämon gesehen hat und die Winchesters auf diese Spur bringt. Amanda Walker, die Stewardess, die gleich wieder arbeiten geht und einen sehr robusten Eindruck macht. Und natürlich Jerry, der die Brüder anruft und während ihres Aufenthalts in Kittanning betreut, wenn man so will. Aber auch der Rest baut die Erzählung gut aus und rundet sie ab.

In der Episode sieht man ebenso die typische Recherchewand recht prominent, die Sam und Dean im Motel aufbauen. Zum einen Frage ich mich, wo sie das ganze Zeug immer ausdrucken und warum. Benötigen sie das wirklich? Natürlich ist es ein rein filmisches Stilmittel, doch es muss ebenso eine intrinsische Motivation geben, dies zu tun. Und was machen die beiden mit den angehäuften Informationen, Zeitungsausschnitten, Ausdrucken und sonstigem Material? In meinem eigenen Kanon schicken sie das alles immer an Bobby, der irgendwo einen Keller voller Akten hat, mit all den Fällen, die die beiden lösen. Vielleicht schreibt er darüber, wie Watson es bei Sherlock Holmes tut.

Wie schon in den vergangenen Episoden haben Sam und Dean dieses Mal ebenso ihre eigenen Momente. Seien es die eher lustigen, wenn sie sich wie die Blues Brothers kleiden, um wie Homeland-Security-Agenten auszusehen oder die Neckereien im Flugzeug bei der Diskussion, wie Gott auf Lateinisch ausgesprochen wird. Es ist im Übrigen nicht Christo (wenn dann wäre es Christus), sondern »Deus«. Wie dem auch sei, im Motel der beiden, bevor sie den Job von Jerry bekommen, finden wir heraus, dass Sam kaum schläft. Ihn plagen Albträume. Nicht nur über den Tod von Jess, sondern ebenso in Bezug auf die Fälle, die sie bearbeiten. Dean scheint das eher weniger zu kümmern oder zumindest nicht zu belasten. So hebt diese kurze Unterhaltung einen weiteren Unterschied zwischen den beiden hervor und vielleicht, warum sie sich so gut ergänzen. Dean und ihr Vater sind aus dem gleichen Holz geschnitzt, Sam bringt eine andere, empathische Komponente hinein, wenn man so will.

Nachdem es die letzten Male eher schwierig war, die Orte zu finden, wo sich Sam und Dean herumtreiben, ist es dieses Mal etwas einfacher. Sowohl den Ort Kittanning gibt es in Pennsylvania, wo Dean mit seinem Vater einen Poltergeist bekämpft und so das Leben von Jerry gerettet hat. Außerdem gibt es den Ort Nazareth ebenso in Pennsylvania. Zwischen den beiden Orten liegen schon einmal knapp 500 km. Dann kommen noch einmal 1.900 km für die Strecke von den Manitowish Waters in Wisonsin hinzu, wo sich die Brüder in der letzten Folge mit dem rachsüchtigen Wassergeist angelegt haben. Damit sind wir insgesamt bei knapp 7.540 km in nur vier Folgen. Und sie haben sich einmal quer durch die USA gearbeitet.

Spiritfarer

Ich bin wieder auf einem kleinen Indie-Trip. Ich brauche eine kleine Pause von Soulslikes. Zumindest brauche ich eine Abwechslung, bevor ich mich in Spiele wie Lords of the Fallen stürze oder endlich Hollow Knight angehe. Deshalb habe ich nach Cozy Games und spannenden Indie-Games gesucht. So habe ich nicht nur Sword of the Sea entdeckt, über das ich bereits berichtete, sondern auch Spiritfarer.

Die Geschichte ist recht einfach. Der Fährmann Charon, der die Geister Verstorbener gegen einen Obolus in die Unterwelt begleitet, geht in Rente. Deshalb muss eine Nachfolgerin her. Die Wahl ist unsere Protagonistin Stella mit ihrer Katze. Denn natürlich muss eine Katze in dem Spiel sein. Sie bekommt ein eigenes Boot und muss sich fortan um die letzten Wünsche der Geister kümmern. Man kocht ihnen Essen, versorgt sie mit einer Behausung auf dem Boot, erledigt Aufträge für sie und macht so einiges mehr. Denn diese Geister, die die Gestalt verschiedener Tierwesen annehmen, bleiben durchaus länger auf dem Schiff. In den paar Stunden, die ich bisher gespielt habe, habe ich noch keinen dieser Geister zum Tor in die Unterwelt gebracht.

Das ist keine Kritik. Ich bin gespannt, wohin die Reise dieses Spiels führen wird. Aktuell macht es Freude, sich um die Passagiere zu kümmern. Besonders die ersten Gäste stehen in einem besonderen Verhältnis zu unserer Protagonistin, kennen sie aus ihrem früheren Leben. Sie zeigen uns diverse Fähigkeiten, die uns helfen, ihren Wünschen nachzukommen. Sie geben uns Reiseziele vor, wodurch wir die Welt kennenlernen, Händler finden und mehr. So steigern sich langsam die Verantwortungen, die man übernimmt. Es ist ein angenehmes Tempo, das das Spiel vorlegt. Man steht unter keinem Zeitdruck, kann sich um die Felder und den Garten kümmern, zwischendurch angeln und mehr. Spiritfarer entspricht genau dem, was ich mir unter einem Cozy Game vorgestellt habe.

Manche Bereiche der Spielwelt sind noch nicht erreichbar, da man spezielle Upgrades für das Schiff benötigt. Denn mit der Zeit wird das Schiff größer, bekommt Upgrades und mehr Gebäude, die neue Gegenstände freischalten. Zwischendurch bereist man schön gestaltete Inseln und erkundet sie nach Aufträgen bzw. neuen Passagieren. Man erfährt im Laufe der Zeit so einiges über die Geschichte dieser Welt, wie sie funktioniert und was den Bewohner*innen wichtig ist. Ich mag es, wenn sich nach und nach eine Spielwelt öffnet. Nicht nur in ihrem Umfang, sondern vor allem in ihrer Tiefe.

Spiritfarer taucht zu Recht in Bestenlisten auf und im Sale habe ich es für wenige Euros bekommen. Man kann dem Spiel seine volle Aufmerksamkeit schenken oder immer mal wieder ein paar Stunden das Schiff pflegen und sich um die Passagiere kümmern. Eine klare Empfehlung für alle, die mal etwas anderes, ruhigeres spielen wollen.