Metadaten

Wenn man sich eine neue Musikbibliothek aufbaut, ist die Pflege der Metadaten essenziell. Fügt man die Songs und Alben in Musiksoftware ein, werden diese richtig erkannt und eingeordnet. Auf Abspielgeräten werden der oder die Sänger*in, das Album und das Jahr korrekt angezeigt und hoffentlich auch das Cover dargestellt. Um meine erworbenen CDs zu rippen, verwende ich die Software XLD. Hier kann man bereits einige Voreinstellungen treffen, damit die meisten Metadaten stimmen. Doch ich möchte noch einmal nachkorrigieren können. Besonders was das Albumcover anbelangt.

Nach ein wenig Suchen bin ich auf die Software »Tag Editor 2« gestoßen. Hier zieht man beispielsweise die m4a-Dateien rein und sie werden ordentlich in einer Tabelle dargestellt. Das macht es einfach, die Metadaten zu vergleichen. Ist überall derselbe Albumname eingetragen? Stimmt das Veröffentlichungsjahr? Ist der Name korrekt geschrieben (ich mag es beispielsweise nicht, wenn die Namen der Sänger*innen in reinen GROSSBUCHSTABEN geschrieben stehen; ich will nicht angeschrien werden, besonders nicht von Software)? Und ich kann in einer Software wie dem »Tag Editor 2« sicherstellen, dass das Albumcover eine maximale Größe von 500 × 500 Pixel aufweist und nicht größer als 1 MB ist. Das ist für manche Geräte wichtig und ich möchte, dass die „Rohdaten“ so kompatibel wie möglich sind.

Was ich außerdem empfehlen kann, ist, die Alben, die man gerippt hat, zur Kontrolle direkt anzuhören. Zumindest in ein paar Songs reinhören. Denn wenn man sich verklicken sollte, beispielsweise bei der Auswahl des Albums, welches für die Metadaten herangezogen werden soll, kann es vorkommen, dass die Tracknamen nicht richtig sind. Nicht, dass mir das passiert wäre. Und ich habe sicherlich nicht für Madonnas Alben »Like a virgin« und »Music« zweimal dasselbe falsche Album als Vorgabe ausgewählt. Würde mir nicht passieren. Ich habe nur gehört, dass es unter Umständen solche Situationen gibt. Dann muss man die CD eben noch einmal rippen, um sicherzugehen, dass auch alles korrekt ist.

CDs rippen, Metadaten pflegen und eine Ordnerstruktur anzulegen, die kohärent ist und in der man sich immer zurechtfindet, mag nach viel Aufwand klingen. Das ist es zum Teil auch. Aber das ist es mir wert. Immerhin besitze ich diese Musik und leihe sie mir nicht nur zum Anhören aus. Ich mache mir gerne die Mühe. Es ist eine kuratierte Bibliothek, die sich nach und nach füllt. Eine Sammlung, die mir entspricht, die Persönlichkeit hat und vielleicht die ein oder andere Überraschung parat hält. Wenn man sich dann hinsetzt und diese Musik anhört, ist es ein purer Genuss.

Kleine Veränderungen

Manchmal reicht schon eine kleine Veränderung aus, um Großes zu bewirken. Dabei geht es nicht darum, sich in der eigenen Wohnung unwohl zu fühlen oder dergleichen. Lediglich der Drang, etwas anders zu machen. Natürlich könnte man nun anfangen, Räume zu renovieren, aber das artet sehr schnell in sehr viel Arbeit aus und wird auch noch teuer. Da ist es mir lieber, ein paar neue Akzente zu setzen. Allein damit lässt sich durchaus etwas erreichen.

Letzten waren wir in Eugendorf unterwegs und sind durch diverse Möbelhäuser geschlendert. Dabei sind mir zwei Vorhänge ins Auge gefallen. Schon seit längerem wollte ich diejenigen im Wohnzimmer und in der Küche austauschen. Sie hängen schon seit zu vielen Jahren dran und ich habe mich an ihnen sattgesehen. Im Wohnzimmer hingen blaue, jetzt sind es türkisgrüne Das passt erstaunlich gut zum Rest der Einrichtung, da sich eine ähnliche Farbe in den Kissen der Couch, der Wanddeko und einem Bild wiederfindet. Außerdem haben die Türen des Lowboards ebenfalls diesen Farbton. Es wirkt alles durchdachter und das nur, weil ich zwei günstige Vorhänge gekauft und die richtige Farbe erwischt habe.

In der Küche hingen bisher rein weiße, halb durchsichtige Vorhänge. Ich wollte aber nicht erneut rein weiße Gardinen. Es durfte durchaus etwas Pep her. Erst sind mir welche mit Blumenmuster aufgefallen, die jedoch vergriffen waren. Also habe ich zur zweitbesten Alternative gegriffen: Kräutern. Wer hätte gedacht, dass diese um einiges besser in eine Küche passen würden?

Diese zwei kleinen Veränderungen haben viel bewirkt. Die Räume wirken anders und sie sehen etwas frischer aus. So einfach ein Vorhang sein kann, es macht für mich viel aus, um mich in einem Raum wohlzufühlen. Die Geräusche werden dadurch gebrochen und besonders bei Unterhaltungen wirkt es lange nicht so kalt und hallend. Es macht für mich viel vom Gefühl des Raumes aus, sie lassen ihn wärmer wirken. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, aber in meiner Wohnung brauche ich Vorhänge. Und wenn es nur zwei Seitenteile sind, die die Fenster rahmen.

Apothekenberatung

Letztens war ich im Begriff, krank zu werden. Halsschmerzen setzten ein, die Nase begann, Erkältungssachen zu machen, und ein allgemeines Unwohlsein hatte sich eingestellt. Doch ich war und bin noch nicht wirklich krank – vielleicht hat sich das beim Erscheinen des Textes geändert, aber ich bin optimistisch. Also habe ich mich präventiv in die Apotheke begeben. Zum einen, um nicht mit leerer Hausapotheke dazustehen. Zum anderen, weil ich im Schränkchen im Bad Medikamente hatte, die man nicht mehr verwenden sollte. Das lässt sich leicht anhand des Mindesthaltbarkeitsdatums und der Staubschicht auf der Verpackung ablesen. Ich übertreibe natürlich – ein bisschen.

Ich habe mich mit allem eingedeckt, was man für eine angehende Erkältung benötigt. Pastillen und eine Lösung zum Gurgeln für die Halsschmerzen, Nasenspray, wohltuende Tees und noch ein paar andere Sachen. Während des Bezahlvorgangs habe ich betont, dass ich nun gut vorbereitet bin, sollte es ernst werden. Die freundliche Apothekerin fragte daraufhin nach, ob es aktuell noch nicht akut wäre. Das verneinte ich. Daraufhin empfahl sie mir ein Pulver, welches Vitamin C und D, außerdem Zink und noch andere gute Dinge enthält. Zur Vorbeugung und damit die Erkältung vielleicht doch ausbleibt.

Dieses Pulver löse ich in einem Glas Wasser auf und trinke es jeden Tag für eine Woche. Ich bin gespannt, ob es hilft. Ich bin immer wieder positiv überrascht von der Beratung in unserer lokalen Apotheke. Sei es bei Reisevorbereitungen, Ausgleich durch Mineralien bei viel Sport oder wie jetzt präventive Maßnahmen bei einer anbahnenden Erkältung. Es wird immer wieder unterstützt und gute Sachen werden empfohlen, die mir dann auch helfen. Man muss nur mit den Leuten kommunizieren. Manchmal sind wir zu sehr in unserer eigenen Welt gefangen und gehen davon aus, dass manche Dinge vielleicht offensichtlich sein sollten.

Andere Menschen können nicht in uns hineinschauen. Sie können unsere Bedürfnisse, Probleme und Erwartungen nicht erahnen. Es können schon kleine Informationsschnipsel ausreichen, die vom Gegenüber aufgenommen und entsprechend als Hinweis angenommen werden. So wie bei dem Besuch der Apotheke und meiner spontanen Aussage, dass ich nun gut vorbereitet sei. Besonders in den vergangenen Monaten habe ich gelernt, in der Apotheke nachzufragen und sie als erste Anlaufstelle zu nutzen. Die Menschen dort kennen sich aus, sind verlässlicher als Google und allemal vertrauenswürdiger als ChatGPT. Selbst meine Tees kaufe ich inzwischen lieber in der Apotheke. Die Kräutertees dort sind einfach unschlagbar.

Everything X-Men | Comic-Epochen (1/5)

Es ist Donnerstag. Das heißt, wir sehen uns einen alten Text von mir an. Für das dritte Jahr des täglichen Blogs habe ich mir hierzu etwas Besonderes herausgesucht. Für das Medienwissenschaftsstudium habe ich eine Textreihe zu den X-Men geschrieben. Dabei habe ich nicht nur die Comics analysiert, sondern mich auch mit den Themen beschäftigt, die darin vorkommen. In den nächsten Wochen erscheinen die Texte zu den Comic-Epochen. Da der ursprüngliche Text etwas länger ausfiel, erschien mir die Aufgliederung in fünf Teile sinnvoll.

Heute geht es um die erste Einteilung und das Zeitalter der Proto-Superhelden. Anders als bei den Texten bisher habe ich hier einiges mehr geändert. Nicht weil ich meine Meinung geändert hätte, sondern weil mir eine gewisse Nuance gefehlt hat. Das ist die Kehrseite, wenn man sich mit alten Texten beschäftigt. Man kann etwas ändern. Aber das gefällt mir auch an diesem Projekt.

Der ursprüngliche Text erschien auf Englisch. Für den Blog habe ich diesen mithilfe von DeepL übersetzt und anschließend redigiert.

Als Letztes sind erschienen:


Vor der Recherche zu diesem Text habe ich mich nur am Rande mit den verschiedenen Epochen der Comicgeschichte auseinandergesetzt. Ich war zwar interessiert, brauchte aber irgendwie einen Grund, mich tiefgehender damit zu beschäftigen. Jetzt, wo ich diese Büchse der Pandora geöffnet habe, kann ich sie leider nicht mehr schließen. Es ist faszinierend, wie sehr die Meinungen auseinandergehen. Nicht nur was die Benennung der Epochen anbelangt, sondern auch bei der zeitlichen Einordnung. Ich habe Informationen von verschiedenen Quellen gesammelt und ihre Beschreibungen und Argumente für ihr System gelesen. Um ehrlich zu sein, hat mich das nicht zufriedengestellt. Also habe ich basierend auf dem vorhandenen Material eine eigene Einteilung vorgenommen. Hier ist sie also – die ultimative, endgültige, sicherlich nie wieder infrage gestellte Liste der Comic-Epochen:

  • Proto-Superhelden
  • Golden Age
  • Atomic Age
  • Silver Age
  • Bronze Age
  • Dark Age (Copper Age)
  • Extreme Age
  • Steel Age
  • Diamond Age

Aber was verbirgt sich hinter diesen Bezeichnungen? Lasst uns darüber sprechen und in einen Kaninchenbau hinuntersteigen, den wir so schnell nicht mehr verlassen werden.

Das Zeitalter der Proto-Superhelden

Diese Idee habe ich von einer sehr beliebten und wichtigen Website namens tvtropes.com (The Ages of Super Hero Comics). Meiner Meinung nach ist dies ein sehr passender Name für alles, was vor dem Aufkommen der Comics geschah, aber gleichzeitig auch ein sehr ungenauer, weil er alles in einen Topf wirft. Tausende Jahre Kultur werden in eine große, unordentliche Schublade gesteckt. Aber dies sind die Epochen der Comics, und nicht jeder konzentriert sich dabei unbedingt auf die Comics an sich, wenn es um deren Benennung geht.

Eine Einordnung vorzunehmen und zu wissen, was vorher da war, ist natürlich wichtig. Denn nicht jede Figur aus diesen frühen Tagen wird von uns in Erinnerung behalten und geehrt:

„Nur eine glückliche Handvoll (Zorro, Tarzan, The Shadow, The Phantom, The Lone Ranger, Golden Bat) ist seit ihrer Entstehung in der Öffentlichkeit bekannt geblieben. Aber ob mit Superkräften oder ohne, ob weithin bekannt oder nicht, es sind diese Proto-Superhelden, denen die späteren Comic-Superhelden des goldenen, silbernen, bronzenen, dunklen und modernen Zeitalters ihren Erfolg verdanken, als Inspiration für ihren Archetyp und die Industrie, die sie hervorgebracht hat.“ (Proto-Superhero, n. d.)

Scott McCloud spricht in seinem Buch „Understanding Comics“ ausführlich über die Geschichte der Comics. Die Definition von „Sequential Art“ von Will Eisner ist nach McClouds ausführlicher Analyse dieses Begriffs die perfekte Beschreibung für Comics. Aber schon vor 1842 – dem Jahr des ersten Comicstrips – gab es ähnliche Dinge. Vor über 2000 Jahren hatten die Ägypter ein ganzes Schriftsystem, das auf Symbolen basierte. Sie erzählten Geschichten und Ereignisse ausführlich an Wänden und in Pyramiden.

Andere Kulturen hatten ähnliche Dinge und erzählten Geschichten über ihre Helden, Legenden und Mythen. Betritt man eine Kirche, kann man das Leiden Jesu Bild für Bild sehen. Zugegeben, es gibt keine Dialoge oder Sprechblasen, aber sie erzählen eine Geschichte. Es gibt ganze Graphic Novels, die kein einziges Wort enthalten. Das Wort „Comic“ kann also eine ziemlich weit gefasste Definition für etwas sein.

Diese breite Definition müssen wir für unser Vorhaben jedoch etwas eingrenzen. Denn worüber wir bei den Comic-Epochen hier sprechen, sind hauptsächlich amerikanische Comics. Mangas haben mit Sicherheit eigene Einteilungen, genauso wie europäische Comics und so weiter. Man kann nicht alles über einen Kamm scheren, nur weil mit Bildern und eventuell Text Geschichten erzählt werden. Das wäre zu einfach und würde die kulturellen Unterschiede, ihre Ursprünge und ihr Aufkommen komplett ignorieren. Außerdem lese ich selbst hauptsächlich amerikanische Comics und beschäftige mich seit Jahren auf der Metaebene mit diesen. Es wäre anmaßend, zu behaupten, ich könnte eine generelle Einteilung für weitere Comic-Iterationen treffen. Und von den sarkastischen, einleitenden Worten abgesehen ist das hier meine eigene Einteilung. Es gibt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Korrektheit. Nach all meiner Recherche fühlt es sich für den Moment richtig an. Und ich fand es allein schon spannend, mich weiter mit der Geschichte auseinandersetzen zu können.

Karten im Fokus

Seit ich angefangen habe, Dokumentationen auf YouTube zu schauen, ist mir eine Sendung besonders positiv aufgefallen: »Mit offenen Karten – In Fokus«. Hier handelt es sich um eine knapp drei Minuten dauernde Sendung von Arte. Viermal die Woche nimmt sich die Sendung ein Thema vor und erklärt es auf äußerst anschauliche Weise. Einmal die Woche, wenn ich den Sendungsplan richtig verstanden habe, erscheint eine längere Sendung von knapp 15 Minuten, die ein Thema etwas ausführlicher beleuchtet. Ein Aspekt der Sendung, der hier natürlich der Hauptfokus ist, aber den ich mir auch in anderen Sendungen und Nachrichten wünschen würde, sind die Karten.

Man liest meist täglich Nachrichten. Sei es, man überfliegt die Themen, liest längere Artikel zu einem Thema oder schaut sich Nachrichten und andere Sendungen im Fernsehen oder auf Mediatheken an. Man hört Namen von Ländern und Städten. Manchmal wird gezeigt, wo das liegt, manchmal aber auch nicht. Natürlich kennt man die Namen und kann sie größtenteils zuordnen. Bei den Hauptakteuren des Weltgeschehens, die immer wieder vorkommen, ist das selbstverständlich einfacher als bei anderen Ländern und Städten. Während ich also noch darüber nachdenke, wo Stadt x nun genau liegen mag, ist schon wieder das nächste Thema an der Reihe. Hier würde ich mir etwas mehr Informationen wünschen, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen würden.

Bei »Mit offenen Karten« wird stets genau gezeigt, welches Land gemeint ist und wo die Stadt liegt. Es werden Zusammenhänge erklärt und Abhängigkeiten. Ich habe es mir mittlerweile zur Gewohnheit gemacht oder bin aktuell dabei, mir jede dieser Sendungen, wenn eine neue Ausgabe erscheint, anzuschauen. In den wenigen Minuten wird durchaus einiges an Informationen vermittelt. Die Sendung wirkt allerdings nicht gehetzt oder gestresst, sondern es wird in ruhigem Ton und unaufgeregt über das Thema referiert. Etwas, das ich überhaupt an den Arte-Sendungen und Dokumentationen schätzen gelernt habe. Arte entwickelt sich zu meinem liebsten YouTube-Kanal.

Das einzige Problem, das ich damit habe, ist, dass zu viele interessante Sendungen erscheinen, die ich mir unmöglich alle anschauen kann. Meine „später ansehen“-Liste auf YouTube wird immer länger. Ich finde es tatsächlich auch sehr entspannend, am Abend eine oder zwei Dokumentationen (je nach Länge mal mehr oder weniger) anzuschauen. National Geographic macht ebenso tolle Dokumentationen. Aber sie sind mir manchmal zu effekthascherisch. Letztens hat man bei einer Folge von »Drain the Oceans« den Sprecher kaum verstanden, weil die Effekte und die Musik im Vergleich so laut waren. An der Abmischung muss noch etwas optimiert werden.

»Mit offenen Karten« kann ich allerdings ohne Einschränkungen empfehlen. Man sieht die Welt mit anderen Augen. Einordnungen fallen leichter und die allgemeine Geografie der Erde wird einem nähergebracht. Zumindest ergeht es mir so.

Politische Diskussionen

Politische Diskussionen können durchaus eine gewisse Freude bereiten. Natürlich unter gewissen Voraussetzungen. Besonders wenn es sich um das Weltgeschehen handelt, spielen immer wieder Spekulationen, Interpretationen und gefährliches Halbwissen eine Rolle. Wir sind im Allgemeinen keine Journalisten oder gar vor Ort stationierte Korrespondent*innen, die sich eingehend mit einem Thema auseinandersetzen. Vielleicht liest man mal ein Buch zu einem spezifischen Thema, aber der Rest sind Informationen aus Zeitungen und anderen Informationsmedien.

Deshalb finde ich es meist befremdlich, wenn jemand vehement auf einem Standpunkt besteht oder eine Sichtweise geradezu fanatisch verteidigt. Natürlich kann und sollte man die eigene Meinung verteidigen. Mir geht es eher darum, dass man gewillt sein sollte, andere Positionen, und seien sie nur marginal von der eigenen abweichend, anzuhören. Ausreden lassen, zuhören, vielleicht mal die eigene Redezeit, wenn man so will, zurückstellen und jemanden zu Wort kommen lassen, der oder die bisher nicht so viel gesagt hat. Unter solchen Voraussetzungen können politische Diskussionen Spaß machen.

Mir geht es nicht darum, recht zu haben. Keiner von uns kann auf das Weltgeschehen signifikant eingreifen. Wir können bei Wahlen unsere Stimme abgeben und damit unseren kleinen Teil beitragen. Man kann gegen Diskriminierung vorgehen, sich für Demokratie einsetzen. Das geht alles auf unterschiedlichsten Wegen, und sei es, dass man nur einen kleinen Blog schreibt. Andere Standpunkte zu hören und zu versuchen, sie zu verstehen, finde ich spannend. Solange es in einem Rahmen bleibt. Was beispielsweise gewisse rechte Parteien von sich geben, rechne ich bestimmt nicht unter „spannende Standpunkte“. Das sind einfach nur ignorante, opportunistische Idioten, die mit den Gefühlen der Bevölkerung spielen und mit Hass und Hetze Unruhe stiften. Aber das würde jetzt zu weit führen.

Wie gesagt, geht es mir nicht darum, in einer Diskussion recht zu haben. Dazu fehlt in manchen Bereichen das Detailwissen. Ich kann mich auch mal irren oder etwas Falsches sagen. Das Wichtige ist nur, auch mit diesen Fehlern umgehen zu können. Sie zu akzeptieren und zu korrigieren oder korrigieren zu lassen. Wenn es anderen passiert, nicht darauf herumzureiten oder sie ins Lächerliche zu ziehen. Ich bin gerne bereit, Neues zu lernen. Wenn man entsprechend respektvoll mit den anderen Perspektiven umgeht. So können es gerne auch mal Streitgespräche werden, denn wenn die Voraussetzungen stimmen, kann man sich am Ende immer noch in die Augen sehen und akzeptieren, dass es verschiedene Ansichten gibt, die weder richtig noch falsch sein müssen.

Gut genug?

Was ist das Erste, das man in eine Suchleiste eintippt, wenn man nach einem Gerät im Jahre 2026 sucht? Wahrscheinlich so etwas wie »bestes DAP«, »beste Kaffeemaschine«, »Gaming Monitor Test« und dergleichen. Am Ende landet man bei diversen Bestenlisten und Vergleichsvideos, die das beste und erstrebenswerteste Produkt anpreisen. Die Frage ist nur: Benötige ich wirklich das Beste? Ist nicht ausreichend gut genug? Was sind überhaupt meine Erwartungen an das gesuchte Gerät? Was soll es für mich erfüllen? Ist es ein Hobby, in das ich erst einsteige und bei dem ich noch gar nicht genau weiß, ob ich es länger verfolgen will, oder ist es eine jahrelange Leidenschaft? In beiden Fällen werde ich zu zwei völlig unterschiedlichen Schlüssen gelangen.

Meine Anforderungen an ein MacBook sind beispielsweise eher gering. Ich schreibe hauptsächlich damit und schaue Videos. Trotzdem habe ich mich vor ein paar Jahren für einen M3-Pro-Prozessor entschieden, weil ich es für längere Zeit verwenden möchte. Außerdem hantiere ich mit der Affinity Suite und dippe immer mal wieder einen Zeh in Foto- und Videobearbeitung. Mein letztes MacBook hat fast 10 Jahre durchgehalten, entsprechende Erwartungen habe ich an das Gerät, auf dem ich diese Zeilen schreibe. Ein E-Reader soll Bücher gut darstellen können. Man kann mehrere hundert Euro für einen ausgeben, aber das ist es mir zum einen nicht wert, zum anderen benötige ich die ganzen Features nicht. Ein Kindle im Sale tut es allemal.

Seit ein paar Wochen beschäftige ich mich etwas mehr mit Musik. Ich habe mir ein paar gebrauchte CDs gekauft, mich mit dem Rippen eben jener CDs auseinandergesetzt und Videos bzw. Texte zum Thema gelesen. Irgendwann landet man bei DAPs. Das ist die moderne Bezeichnung für MP3-Player – Digital Audio Player. Diese gibt es für wenige 10er hin zu ein paar Tausend Euro. Am Ende sollen sie Musik abspielen. Für mein gelegentliches Hören von Musik reicht ein Einstiegsgerät allemal. Dazu in einem anderen Text mehr. Die Frage ist nur: Was ist, wenn das Gerät, welches ich mir ausgesucht habe, nicht gut genug ist?

Man kann sich immer fragen: Hätte ich 50 € mehr ausgeben sollen? Reicht der RAM wirklich aus oder wäre es besser gewesen, die nächste Stufe auszuwählen? Das Gemeine ist ja: Wenn man einmal zu einem Thema recherchiert hat, besonders auf YouTube, bekommt man immer mehr Videos zu dem Thema vor die Füße geworfen. Man sieht sich ein paar davon an und lässt sich verunsichern. Man hört von Features, die nett gewesen wären, oder lässt sich das gekaufte Gerät schlechtreden. F.O.M.O. (Fear of missing out) kommt auf.

Der Vergleich mit anderen, der mithilfe von YouTube, Social Media und dem Internet im Allgemeinen so einfach geworden ist, wird zu einem Problem. Hier muss man die Stärke haben, um abzuschalten – das ist verdammt schwer. Man sollte das Gerät erst einmal genießen und dankbar sein, dass man es sich leisten konnte. Wenn man nach dem besten Gerät einer Kategorie sucht, kommt die Versuchung auf, immer auch das Beste haben zu wollen. Aber entspricht das wirklich meinen Anforderungen? Und einmal entschieden, sollte man tunlichst weitere Vergleiche meiden. Das wäre zumindest mein Ziel. Ich habe eine Entscheidung getroffen und bin damit zufrieden. Darauf kommt es doch an.

Rip it!

Ich habe bereits des Öfteren davon berichtet, dass ich mir eine neue Musikbibliothek aufbauen möchte. Eines meiner neuen Hobbys, welches ich Ende 2025 entdeckt habe, ist tatsächlich Musik. Im Spezielleren ein bewussteres Auseinandersetzen damit. CDs zu kaufen, diese zu digitalisieren, meiner Bibliothek hinzuzufügen und dann anzuhören. Mich intensiver oder genauer damit zu beschäftigen, statt beliebig aus Millionen von Songs einen auszuwählen. Zwar sind Streaming-Dienste gut, um neue Sachen zu entdecken, aber mein Hauptaugenmerk liegt auf einer eigens kuratierten Sammlung, die auch mir gehört. Doch wie digitalisiert man Musik im Jahre 2026?

Mein MacBook Pro hat kein CD-Laufwerk. Die Herausforderung beginnt also schon einmal damit, die CD irgendwo einlegen zu können. Ich habe mir bei Amazon ein günstiges, gut bewertetes Laufwerk geklickt. Die Marke heißt Amicool, habe ich noch nie zuvor gehört, aber bisher leistet es gute Arbeit. Einfach per USB-C anschließen und es kann losgehen. Nun liegt die CD also drin, das MacBook erkennt: Da ist etwas, was nach Musik riecht, und startet Music. Ich könnte jetzt Music die Arbeit überlassen und den Import hier starten, aber ich möchte mehr Kontrolle darüber haben.

Deswegen habe ich mir die Software XLD installiert. XLD steht für »X Lossless Decoder: Lossless audio decoder for Mac OS X«. Ein kleines, einfaches, aber doch äußerst mächtiges Stück Software. Es bedient sich der Informationen, die Apple Music über die CD gefunden hat (wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, wird man aufgefordert, auszuwählen, welche CD eingelegt ist). Ich habe etwas online gesucht, welche Einstellungen empfohlen werden, und mich an diesen orientiert. Zuerst wollte ich FLAC als Standard verwenden und von da aus die benötigten Formate ableiten. Aber warum nicht gleich den CD-Standard verwenden? Speicherplatz ist 2026 doch kein Problem mehr. Also rippe ich die CDs im Format AIFF. Dabei handelt es sich um ein lossless-Format, welches so auch auf der CD vorhanden ist, wenn ich es richtig verstanden habe.

Das Rippen dauert ein wenig, aber irgendwann hat man alle Alben, Singles und Co. auf dem Rechner. Was macht man nun damit? Als Erstes konvertiere ich die lossless AIFF-Dateien nach ALAC (Apple Lossless Audio Codec). Diese Dateien kann ich dann in Apple Music importieren, sie werden hochgeladen und ich kann von allen meinen Geräten darauf zugreifen. Wichtig dabei ist, dass man überall einstellt, dass man lossless herunterladen und streamen möchte. Ob ich mir einen separaten Player für Musik hole, weiß ich noch nicht. Ich liebäugle mit einem gemoddeten iPod Classic, aber es gibt auch moderne Alternativen. Aber diese Entscheidung eilt ja nicht.

Im Moment ist meine Hauptsoftware für Musik also weiterhin Apple Music. Allerdings habe ich meine alte Bibliothek exportiert und dann aus der Bibliothek gelöscht. Außerdem habe ich sämtliche über das Streaming-Angebot gespeicherten Alben entfernt. Ich wollte mit einer leeren Bibliothek starten. Ich teste allerdings auch Alternativen wie Swinsian oder MusicBee. Leider gibt es MusicBee nicht für Mac und muss über Crossover laufen. Das ist mir aber zu teuer. Vielleicht kommt doch noch eine macOS-Version; ich würde es sehr begrüßen.

Die Frage ist auch, wenn ich mir einen Musik-Player kaufe, wie ich darauf die Musik speichere. Kopiert man diese einfach rüber oder können manche mit Software wie MusicBee oder Swinsian kommunizieren? Damit beschäftige ich mich, wenn es so weit ist. Für heute wollte ich nur einmal kurz meinen Prozess des CD-Rippens darstellen. Ich besitze meine Musik. Trotzdem kann ich diese Rippen und so überall anhören. Retro, aber mit einem modernen Touch.

Journalistische Integrität

Seit etwa einem Jahr lese ich regelmäßig den Falter. Ich habe mir ein digitales Abo geklickt, als sie ein attraktives Angebot hatten. Im Februar werde ich dieses Abo zum normalen Preis verlängern. Zu den anderen journalistischen Angeboten, die ich regelmäßig nutze, zählen orf.at und DerStandard (die Online-Variante). Ich muss jedoch immer wieder feststellen, dass mir der Falter am besten zusagt. Die anderen beiden sind nicht schlecht, um sich täglich informiert zu halten. Über die aktuellen Geschehnisse wird man hier (teils hervorragend) informiert. Den Falter online nutze ich eigentlich nie. Wenn, lese ich die digitale Ausgabe der Wochenzeitung. Hier wird nachgedacht, recherchiert und fundierte Meinungen präsentiert.

Anfangs hat mich der Meinungsteil der Zeitung etwas abgeschreckt. Ich möchte doch fundiert und unabhängig informiert werden. Doch genauso wie den täglichen Newsletter weiß ich inzwischen die Meinungsspalten sehr zu schätzen. Denn was hier präsentiert wird, sind fundierte Meinungen, die auf Fakten beruhen. Man kann mit diesen Meinungen übereinstimmen, die Fakten dahinter kann man allerdings nicht leugnen. Und wenn wir uns ehrlich sind, werden diese ersten Seiten zwar als „Meinung“ präsentiert, doch eigentlich sind es kurze Meldungen des Tagesgeschehens der vergangenen Woche. Eingeordnet und mit dem subjektiven Charme des Schreibenden versehen. Das tut deren Wahrheitsgehalt aber keinen Abbruch.

Im Studium habe ich gerne »Die Zeit« gelesen. Ebenfalls eine Wochenzeitung. Das Format der Wochenzeitung sagt mir sehr zu. Denn hier wird über die Themen der Woche nachgedacht. Man ist nicht unterjocht, jede bescheuerte, unwichtige Meldung aufzunehmen, die durch die anderen Zeitungen und Portale gejagt wird. Selbst wenn es sich eigentlich um für mich irrelevante Informationen handelt. Das scheint mir im modernen Journalismus etwas verloren zu gehen. Wie ich im Studium gelernt habe, ist ein Faktor für Nachrichten die Nähe zum Publikum und zur Leserschaft. Aber was hat Nachricht x mit meinem Leben in Österreich zu tun? Ich denke, allen fällt mindestens ein Beispiel ein. Ein unnötiges Stück Information, auf das man gerne verzichtet und dafür etwas Lokales gelesen hätte. Diesem Druck, über alles zu berichten, entgehen Wochenzeitungen etwas. Besonders in deren Printausgabe (egal ob man diese digital lesen mag).

Der Falter schreckt auch nicht davor zurück, Kritik an anderen journalistischen Inhalten zu üben. Ich mag das, da es die gesamte Newslandschaft einordnet und zur Verantwortung zieht. Sie schreiben, wenn andere voreilige, falsche Schlüsse ziehen oder sich von Politiker*innen ihre Berichterstattung indirekt diktieren lassen und so in den Bereich von Verschwörungstheorien abdriften. Das klingt jetzt dramatischer, als es ist. Jedes Medium kann aus verschiedenen Gründen, wie Stress und (Zeit-)Druck, die falschen Schlüsse ziehen oder voreilig über etwas berichten. Deshalb mag ich es auch, verschiedene seriöse Quellen zurate zu ziehen und so einen umfassenderen Blick zu bekommen.

Für die herausragenden Recherchen (unter anderem die Aufdeckung der fürchterlichen Zustände und Vorgänge bei SOS-Kinderdorf) werden sie regelmäßig mit Auszeichnungen versehen. In Zeiten wie diesen braucht es ein Medium wie den Falter. Unabhängigen, seriösen, gut recherchierten Journalismus, der sich nicht bestechen lässt. Die keine eigene Agenda verfolgen. Deshalb ist es auch so wichtig, dass das Mediengesetz überarbeitet wird und Boulevardmedien, wie jene mit den großen Buchstaben, ihre künstlich gepushte Reichweite einbüßen. Ich hoffe sehr, dass Babler damit Erfolg hat, und drücke ihm die Daumen.

Start in den Tag

Wie wohl bei den meisten Menschen unterscheiden sich meine morgendlichen Routinen unter der Woche deutlich von jenen am Wochenende. Unter der Woche brauche ich vom Aufstehen bis zum Verlassen des Hauses etwa fünfzehn Minuten. Ich halte mich nicht mit Kaffee oder Frühstück auf, sondern mache mich gleich auf, in die Arbeit. Seit jeher fange ich gerne um 6 Uhr an. Wer früher anfängt, kann auch wieder früher aufhören. Auch wenn ich meinen Job gerne mache, so nutze ich doch den Nachmittag für mich. Besonders im Winter ist diese Herangehensweise ein Vorteil, da man noch etwas Sonne abbekommt. Ich habe Zeit für Sport, kann Texte schreiben und so weiter. Am Wochenende sieht das anders aus.

Manchmal fahre ich samstags frühmorgens einkaufen. Da ist nichts los, man bekommt frische Sachen und ein Abstecher zum Bäcker ist auch noch drin. So hat man herrliches Brot zum Frühstück. Ich lasse mir am Wochenende gerne Zeit. Trinke Kaffee, esse etwas und lese Zeitung (meistens die aktuelle Ausgabe des Falters). Das mache ich auch in Hotels gerne. Wenn ich Freunde besuche oder Städtetrips mache (zumindest wenn ich alleine unterwegs bin) kann es gut und gerne vorkommen, dass ich über eine Stunde am Frühstück sitze. Ich hole mir immer mal wieder eine Kleinigkeit zu essen, probiere das Frühstücksbuffet und lese zwischendurch Texte. Zu Hause nutze ich die Zeit auch gerne zum Schreiben.

So ein langes und ausführliches Frühstück reicht für den ganzen Tag. In Stuttgart habe ich schon meine Stammstrecke entdeckt, die ich spazieren gehe. So bin ich gerne mal über zwei Stunden zu Fuß unterwegs, streife durch den Stadtpark und mache mich auf zu neuen Entdeckungen. Beim nächsten Mal möchte ich noch andere Parks testen. Das Problem ist nur, dass man zu diesen mit der U-Bahn fahren müsste Meist übernachte ich in der Nähe des Hauptbahnhofs, und da gibt es eben nur einen großen Park, den man für ausgiebige Spaziergänge nutzen kann.

Natürlich gibt es auch Tage, an denen ich nur kurz eine Kleinigkeit esse, einen Kaffee genieße und mich dann auf den Weg mache. Mir ist im Prinzip beides recht. Ich mag es auch nicht, wenn jede Woche, jeder Tag immer wieder gleich strukturiert ist. Die Kreativität braucht Abwechslung, neue Sinneseindrücke, Informationen und Ortswechsel. Seien diese Durchbrechungen im Kleinen oder im Großen. Ich begrüße sie mittlerweile. Besonders die kleinen sind hervorragend dazu geeignet, die Grenzen der Komfortzone auszutesten. Man muss diese ja nicht immer gleich mit Gewalt durchbrechen. Es reicht gelegentlich aus, die Grenzen neu abzustecken.