Geek-Planet | The Walking Dead: Book 11

Es ist Donnerstag. Das heißt, wir sehen uns einen alten Text von mir an. Der folgende erschien am 7. Dezember 2016 auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet«. Diesen gibt es allerdings nicht mehr. Trotzdem möchte ich, dass meine alten Texte auffindbar sind. Deshalb suche ich mir jede Woche einen aus meinem Archiv, redigiere diesen und versehe ihn mit einer kleinen Einleitung.

Nachdem ich die Comics von TWD erst spät angefangen habe zu lesen, bin ich nie so wirklich in den Genuss der Marketing-Kampagnen gekommen. Natürlich bekommt man diese am Rande mit. Zu der Zeit habe ich besonders intensiv Comics verfolgt und noch mehr gelesen. Außerdem habe ich Podcasts zum Thema gehört. Doch erst, wenn man die entsprechenden Geschichten verfolgt, kann man diese Kampagnen, solange sie gut gemacht sind, genießen. Deshalb hat es mich damals umso mehr gefreut, dass die Hardcover-Edition ein paar Ausschnitte davon enthalten hat.

Bonusmaterial war und ist vielleicht noch immer eher selten anzutreffen. Doch ich mag es, wenn die Autor*innen oder Künstler*innen zumindest etwas über ihren Prozess schreiben. Was haben sie sich dabei gedacht? Gibt es Anlehnung an reale Ereignisse? Was inspiriert sie? Was denken sie über Thema x? Manche machen das ausführlicher, manche weniger. Viele haben allerdings eigene Newsletter, die man abonnieren kann. So bleibt man nicht nur auf dem Laufenden, sondern kann einen Blick hinter die Kulissen werfen.


Der Krieg gegen Negan geht weiter und kann mit diversen Showdowns aufwarten, die es in sich haben. Das überraschende Ende dieses Krieges setzt jedoch ein Zeichen für eine neue Zivilisation. Fortschritt und Weiterentwicklung sind die Stichpunkte, unter denen die beiden Story-Arc festzulegen sind.

  • Creator, Writer: Robert Kirkman
  • Penciler, Cover: Charlie Adlard
  • Inker: Stefano Gaudiano
  • Gray Tones: Cliff Rathburn
  • Letterer: Rus Wooton
  • Erstveröffentlichung: 2015
  • Ausgaben: #121 – #132

“Someone is going to tell you to get used to this. That feeling of being scared and sad. They’re going to say it’ll be better when you learn to ignore it. Don’t listen to them. Hold onto it, remember it… don’t let yourself forget it. It’s too easy to lose.” – Carl

Nachdem Rick beim letzten Mal einfach ohnmächtig wurde, starten wir den zweiten Teil von „all out war“ aus seiner Perspektive. Er war zwar lediglich eine Stunde ausgeknockt, doch diese kurze Zeit reicht schon aus, damit sich Alexandria in ein Kriegsgebiet verwandeln konnte. Der Staub hat sich gelichtet, Negan ist mit seinen Männern abgezogen und unsere Protagonisten sind damit beschäftigt, nicht von Walkern angegriffen zu werden, die durch das beschädigte Tor eingedrungen sind. Die Zeichnungen vermitteln einen wahrlich katastrophalen Eindruck. Mindestens jedes zweite Haus hat Schäden davongetragen, die Straßen sind von den Granaten zerstört und von den Gefallenen möchte ich gar nicht erst anfangen.

Doch schnell ist Rick wieder bei Sinnen und ordert alle an, sich am Tor zu versammeln. Sie fahren nach Hilltop, um sich dort neu zu gruppieren und einen eventuellen Gegenschlag auf Negan auszuführen. Ein Thema, welches dort angesprochen und bei The Walking Dead immer wieder aufgegriffen wird, ist die Nahrung, die ihnen zur Verfügung steht. Besonders im Vergleich zur Ablegerserie Fear the Walking Dead, wo dies unglaublicherweise kaum ein Problem zu sein scheint, reden sie im Comic oft davon und dass sie bald rationieren müssen. Wenn man viele TWD-Comics innerhalb kurzer Zeit liest, kann das Thema zwar schon teilweise ermüdend sein, doch es ist eine ständige Sorge, die einen begleitet. Was für die Nahrung gilt, gilt allerdings auch für Munition, die sie seit geraumer Zeit selbst produzieren können oder konnten. Negan hat nämlich das Produktionsteam entführt.

Apropos: Es ist erstaunlich, wie viele Menschen in den drei Orten unterkommen. Immer wieder strömen Leute durch das Tor von Hilltop. Während sie dabei sind, neue Pläne zu schmieden und ihre Wunden zu versorgen, stellt sich heraus, dass Jesus schwul ist. Zumindest deutet sich das sehr stark an. Nachdem Aaron und sein Partner immer darüber gewitzelt haben, dass sie die letzten Homosexuellen auf der Welt wären, ist diese Entwicklung eine schöne positive Entwicklung.

Aber zurück zum Krieg: Negans Grausamkeit ist nicht zu übertreffen und er hat den gleichen Plan wie Rick – so schnell wie möglich zurückschlagen, während die andere Seite geschwächt ist. Doch zuvor kontaminieren sie ihre Nahkampfwaffen wie Äxte, Messer und Pfeile mit dem Blut von Walkern, womit sie ihre Gegner nicht direkt töten müssen, da diese, sobald sie mit dem Waffen verwundet werden, sowieso langsam verenden und durch das Fieber sterben. Immer wieder kommt der Gedanke hoch, warum Dwight, unser Überläufer und heimlicher Rick-Befürworter, nicht endlich Negan ausschaltet. Immerhin hätte er genug Gelegenheiten dazu gehabt.

Doch wenn er es getan hätte, kämen wir nicht in den Genuss eines nächtlichen Angriffs von Negan. Er und seine Männer brechen mit einem großen Militärtruck durch die Wände. Anfangs sieht es so aus, als ob sie nun doch gewinnen würden, doch Rick hat einen Hinterhalt im Ärmel. Seine Leute haben sich in den Autos versteckt und schalten zum richtigen Zeitpunkt die Scheinwerfer ein, womit sie die Leute von Negan blenden und so einfacher dezimieren können. Schließlich sieht sich der Tyrann gezwungen, sich mit seinen Männern zurückzuziehen.

Kurz darauf kommt es endlich zum großen Showdown zwischen den beiden Anführern: Rick vs. Negan. Die beiden liefern sich einen ziemlich guten Kampf. Dwight nutzt die Gelegenheit, sobald Rick seinen Gegner überwältigt hat, um die neue Führung zu übernehmen. Hier kommt etwas Erstaunliches zum Tragen, was sich in der nächsten Story-Arc fortsetzt: Fortschritt. Rick entwickelt sich weiter und ist über das Töten hinaus. Er lässt Negan leben und beschließt stattdessen, ihn einzusperren. Sie planen eine neue Zivilisation aufzubauen und jemanden umzubringen ist kein guter Start dafür.

“There were times that boy was… he was all I was living for. He was my life. Now I have to figure out a way to let him go? But that’s parenting right? You have to let them go eventually.” – Rick

Der zweite Handlungsstrang „a new beginning“ startet ein paar Wochen später, vielleicht sogar Monate, wenn man sich die Umgebung ansieht und was unsere Freunde alles aufgebaut haben. Rick hat sich weiterentwickelt. Nicht nur optisch, sondern vor allem mental hat er Erstaunliches durchgemacht. Er ist nicht mehr der wilde Anführer, sondern ist so etwas wie der weise alte Mann geworden, der unter den einzelnen Kommunen wie eine Legende gefeiert wird. Dies zeigt sich hauptsächlich dann, als er Carl von Alexandria zum Hilltop bringt. Ja, er hat sich mit Andrea und seinem Sohn wieder in Alexandria ein Leben aufgebaut. Es gibt Farmen, verschiedene Tiere, eine Mühle und mehr. Alles, was man für ein gutes Leben benötigt.

Am meisten überrascht war ich aber von Carl. Nicht nur nennt er Andrea „Mom“, was ich äußerst süß finde, er will auch zu Earl nach Hilltop, um dort zu lernen, wie man Schmied wird. Ich hätte ihn bisher eher so eingeschätzt, dass er zur Garde der Ritter möchte, die die Hauptstraße zwischen den beiden Städten bewachen. Doch schon seine Schnitzereien, die er einem Freund zeigt, zeugen von einem ruhigen und gefestigten jungen Mann.

Überhaupt sehen alle Charaktere anders aus. Dies mag an der neuen Umgebung liegen, doch sie handeln nicht mehr gehetzt, sondern lassen sich Zeit für die Dinge. Beim letzten Mal hatte ich geschrieben, dass es cool wäre, wenn The Walking Dead wieder etwas zu seinen Wurzeln zurückfinden würde, doch diese Einstellung hat sich nach der Lektüre des elften Bandes geändert. Die Geschichte und ihre Protagonisten müssen sich weiterentwickeln. Quasi auf zu neuen Ufern segeln. Dies ist wichtig, damit der Comic interessant bleibt.

Diese Einstellung findet sich ebenso im Bonusmaterial des Buches wieder. Die Kampagne zu „a new beginning“ war davon geprägt, etwas Neues zu präsentieren. Es ist den Machern gelungen. Doch die Action kommt nicht zu kurz. Bereits am Anfang locken ein paar Männer und Frauen unter der Leitung von Eugene hunderte, wenn nicht sogar tausende Zombies weg von den drei Niederlassungen. Dabei entdecken sie auch eine Gruppe von „Gestrandeten“. Blöderweise sind diese im Weg der Herde. Nachdem sich aber herausgestellt hat, dass sie mehr oder weniger friedlich unterwegs sind, nehmen sie Rick und Andrea in ihre kleine Stadt mit auf. Ich bin, was diese Gruppe anbelangt, noch äußerst skeptisch, mal sehen, was sich daraus entwickelt.

Doch Probleme lassen nicht lange auf sich warten. Es wird eine neue Gruppe von Gegnern etabliert, die eine ziemlich raffinierte Art haben, sich unter den Walkern zu verstecken. Wären ihre Absichten nur ebenso gut. Sie werden im Laufe der Geschichte als Whisperers bezeichnet und wirken sehr beängstigend. Es ist gut, nun eine andere Art von Gegnern zu haben. Der Gouverneur und Negan, der im neuen Gefängnis von Alexandria seine Strafe absitzt, waren doch sehr forsche Typen. Da tut die angedeutete, kommende Abwechslung richtig gut.

Book Eleven beendet zum einen den fantastisch inszenierten, dreiteiligen Krieg gegen Negan. Zugleich setzt er viele schöne Zeichen, dass die Geschichte bereit ist, eine neue Ära anzufangen.

Charakterentscheidungen in Alien: Earth

Jeden Mittwoch erscheinen aktuell neue Folgen von der Serie »Alien: Earth«. Ich bin etwas später in die Serie eingestiegen und habe mir letzte Woche vier Folgen am Stück angeschaut. Der Look und die dichte Atmosphäre erinnern stark an die klassischen Filme. Der erste Teil ist immerhin 46 Jahre alt und mehr oder weniger nahtlos an das alte Design anzuschließen, ist ein Erfolg an sich. Hinzu kommen die grandiosen Schauspieler*innen, die durch die Bank perfekt in ihre Rolle passen. Man sieht ihnen einfach gerne zu und weiß, es wird kein gutes Ende nehmen – für niemanden.

Interessant finde ich den Aufbau der Serie. Denn sie ist nicht nur eine reine Horrorserie, die geschickt den Xenomorph im Set versteckt, sondern besticht außerdem durch politische Intrigen. Jede und jeder verfolgt eigene Ziele, ist den Megacorporations und ihren unendlich reichen CEOs auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Aber bedeutet Geld wirklich Macht oder verblasst das alles im Angesicht des Xenomorphs? Ist ein einfaches Alien in der Lage, sie alle auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen, oder scheitern sie an ihren Ambitionen? Feinde lauern überall.

Nicht nur der Xenomorph ist eine Bedrohung. Die kürzlichen Kreationen des Emporkömmlings und treffend benannten Boy Kavalier scheinen nicht ganz so zu funktionieren wie erhofft. Wie fatal Fehlfunktionen sein können, wird sich erst noch herausstellen – ich will an dieser Stelle nicht zu viel verraten. Die kreativen Köpfe hinter der Serie wissen, wie man Spannung erzeugt. Das sollte man selbst erleben. Dann haben wir natürlich noch andere Spezies, die neben dem Xenomorph eine Bedrohung darstellen. Es ist schön, wenn der Name »Alien« breiter gefasst wird und nicht nur den Xenomorph meint. Man kann so viele schöne, abscheuliche Kreaturen kreieren, die das Leben der Charaktere äußerst schwer machen.

Nur eines hat mich bislang gestört an der Serie und das hat mit dem Charakter Hermit zu tun. Er ist der Bruder einer unserer Protagonistinnen und arbeitet als Medic bei einer – nennen wir es – Sicherheitseinheit. Hermit hat einen großen Beschützerinstinkt und würde alles für seine Schwester tun. Ich mag den Charakter. Er wirkt etwas nahbarer als die anderen. Durch eine Verkettung unglücklicher Ereignisse bekommt er vom Unternehmen von Boy Kavalier eine neue Lunge. Über diverse Subfirmen arbeitet er für den Boy Genius. Und es gibt nur fünf große Konzerne, die die Welt unter sich aufgeteilt haben. Ihre Krieger sind Anwälte. Alles ist eine Bedrohung.

Um Hermit herum entspinnen sich die bereits erwähnten Intrigen. Alles und jeder hat eine eigene Agenda, versucht, diese mal mehr, mal weniger subtil umzusetzen und die eigenen Ziele zu verfolgen. Nuancen sind wichtig und ein gewisses Fingerspitzengefühl. Hermit ist neu in diesen Sphären der Welt, aber er lebt in ihr und unbekannt dürfte ihm dies nicht sein. Immerhin wird er als intelligent und clever dargestellt, sonst hätte er die ersten Folgen nicht überlebt. Doch irgendwann denkt er, dass er einfach kündigen und gehen kann. Mit seiner neuen Lunge und der Schwester in der Hand. Diese ist allerdings in gewisser Weise das Eigentum von Boy Kavalier.

Es ist eine etwas stumpfsinnige Szene. Denn Hermit muss doch wissen, dass er nicht einfach gehen kann. Und seine Schwester schon dreimal nicht. Sie beide haben zu viel gesehen, wissen zu viel und sind nun einmal in diese Machtspiele verstrickt. Ich hoffe sehr, dass sich dieser offensichtliche Aufstand, der sich anbahnt, etwas subtiler darstellt. Bisher ist mir Hermit zu sehr mit der Brechstange unterwegs und untergräbt damit etwas die Atmosphäre, in der die anderen Charaktere unterwegs sind. Es passt nicht zu hundert Prozent dazu, noch nicht zumindest.

Leider war die fünfte Folge etwas unterwältigend. Insofern, als dass es ein einziger Rückblick war und zeigt, was vor dem Absturz des Raumschiffes passiert ist. Vieles war bereits bekannt und es fühlte sich teils wie ein Déjà-vu an. Ich hoffe, die letzte Handvoll an Episoden kehrt qualitativ und erzähltechnisch zu den ersten vier zurück. Es steckt viel Potenzial in »Alien: Earth«. Das sähe ich nur ungern verschwendet. Und jede Folge ohne Timothy Olyphants Kirsh ist ohnehin verschwendet.

Олег Мороз | Unsplash

Sword of the Sea

Vor ein paar Wochen habe ich mal wieder einen Durchgang in Elden Ring beendet. Doch die letzten Bosskämpfe waren eher frustrierend. Um nicht der Soulslikes überdrüssig zu werden, musste also etwas Abwechslung her. Zum Glück hole ich mir immer die monatlichen PS-Plus-Spiele. Dort war im August unter anderem das erfrischende Sword of the Sea enthalten. Dabei handelt es sich um ein kurzweiliges Indie-Game mit durchdachtem, visuell beeindruckendem Design. Und wenn ich etwas mag, dann sind das genau solche Indie-Games.

Sword of the Sea begeistert auf vielen Ebenen. Was sofort ins Auge sticht, sind die grandios designten Level. Obwohl die Entwickler*innen auf einen simpleren Comic-Look (wenn man diesen so bezeichnen möchte) setzen, ist jedes Level immer wieder beeindruckend gestaltet. Man erkennt die Liebe zum Detail und dass das Studio einen Sinn für Epik hat. Je höher oder tiefer man in die Welt vordringt, desto ausgefeilter und auch herausfordernder werden die Level.

Doch worum geht es eigentlich? Das muss man sich tatsächlich selbst zusammenreimen und im Laufe des Spiels herausfinden. Viel erklärt wird nicht, es ist aber auch nicht allzu komplex. Das Spiel kommt ohne Dialoge aus. Das Einzige, was einen Hinweis liefert, sind die Interaktionen des Protagonisten und ein paar Obelisken, die kurze Texte über die Mythologie und Geschichte dieser Welt beinhalten. Besagter Protagonist ist eine Art Geist des Wassers, der erweckt wird, um die austrocknende Welt wieder in eine florierende Landschaft zu verwandeln. Dabei steigt er auf sein Schwert und verwendet dieses als Surfboard. Man schwebt über Sand, Wasser, springt über Hindernisse und löst diverse Rätsel.

Mein erster Durchlauf hat 3 Stunden gedauert und hat mir viel Freude bereitet. Man erkundet verschiedene Biome, die sehr unterschiedlich gestaltet sind und mit jeder Menge toller Ideen daherkommen. Allerdings sind die Rätsel oder Herausforderungen in den späteren Leveln etwas repetitiv. Hier hätte ich mir gewünscht, dass man eher noch ein Biom mehr zum Erkunden hat, statt manches immer wieder dreimal machen zu müssen.

Für ein 3 Stunden dauerndes Spiel hat Sword of the Sea auf der Playstation erstaunlich viele Achievements. Diese werde ich mir sicher nicht alle holen. Allerdings gibt es ein New Game Plus und das Spiel motiviert durchaus dazu, es mehrmals durchzuspielen. Immerhin schaltet man immer wieder neue Fähigkeiten frei und ein Durchgang reicht niemals, um sich alle davon zu holen.

Sword of the Sea ist ein tolles, kurzweiliges Indie-Spiel. Die Rätsel in den späteren Abschnitten könnten etwas besser bzw. abwechslungsreicher sein, trotzdem verbringt man tolle Stunden in dieser toll inszenierten Welt.

Kiloware

Wer kann schon abschätzen, wie viel 5+ Kilogramm Klemmbausteine wirklich sind? Ich meine, es kommt ja immer auf die Größe der Teile an. Und ein gutes Angebot kann man nun einmal nicht ausschlagen. So hatte BlueBrixx letztens einen Sale. Bei diesem war unter anderem die Box mit eineinhalb Kilogramm gemischten Klemmbausteinen im Angebot. Darin werden beliebige sortenreine Tüten in einen Karton geworfen, bis die genannten eineinhalb Kilogramm erreicht sind. Diese kosteten statt knapp 25 € nur knapp über 7 €. Also habe ich mir drei davon bestellt. Und dann noch eine andere gemischte Box, die ebenfalls deutlich vergünstigt war.

Das Resultat dieses Einkaufs war, dass ein paar Tage später ein äußerst großer Karton vor der Haustür stand. Darin befanden sich (überraschenderweise) sehr viele Klemmbausteine. Mir wurde nun auch klar, warum diese so günstig waren. Immerhin befanden sich in den drei Boxen sehr ähnliche bis gleiche Teile wieder. Bausteine, die wahrscheinlich nicht so oft gekauft wurden und deshalb weg mussten. Aber mir fällt sicherlich ein Verwendungszweck dafür ein. Wenn ich mich an die Arbeit meines Mittelalterdioramas mache, kann ich einiges an Füllmaterial benötigen. Da eignen sich solche bunten Steine sehr gut.

Einem guten Angebot kann ich nun einmal nicht entkommen. Und wenn es sich um Klemmbausteine handelt, ein geliebtes Hobby von mir, dann schon gar nicht. Nun habe ich eben ein paar Kilogramm mehr davon. Die Frage ist nur: Wie und wo sortiere ich das Ganze? Mein aktuelles System gerät langsam an seine Grenzen. Aber das soll das Problem meines Zukunfts-Ichs sein. Mein Gegenwarts-Ich freut sich nur ob der schieren Menge und findet es äußerst witzig, diesen großen Karton im Wohnzimmer stehen zu haben.

Charmed Rewatch | Die Macht der Drei

Was ist besser als ein Rewatch? Richtig, zwei Rewatches. Rewatchen? Ein Rewatch und dann noch einer. Zwei Dinge parallel noch einmal anzuschauen – ich vermisse eine schöne deutsche Variante des englischen Begriffes »Rewatch«, aber ich denke, wir kommen zurecht. Jedenfalls ergatterte ich, nachdem ich Supernatural auf Blu-ray erworben hatte, kurz darauf die neue, erschwingliche Komplettbox von Charmed. Also schaue ich gleich beide Serien parallel und begleite das durch entsprechende Texte. Zwei Mystery-Serien, die direkt hintereinander erschienen. Die eine von 1998 bis 2006 und die andere von 2005 bis 2019. Ein schönes Experiment, wie ich finde. Und eines, das uns lange begleiten wird. Immerhin sind es insgesamt 505 Episoden über 23 Staffeln und zwei Serien.

Wie genau ich diese Texte veröffentliche und wann, weiß ich zwar noch nicht, aber man kann sich ja vorbereiten. Außerdem ist die Welt gerade etwas, na ja, spannend, wenn man es so bezeichnen will. Ich bleibe zwar gerne informiert und habe diverse journalistische Angebote abonniert, trotzdem tut es zwischendurch ganz gut, sich mit guten Serien abzulenken. Vor allem, wenn es Serien aus der eigenen Kindheit und Jugend sind. Wichtig ist nur, sich nicht zu sehr in diese Welten hineinzusteigern oder sich nur mehr mit diesen Dingen zu beschäftigen. Ich sehe es als genau das: eine Ablenkung. Nicht mehr und nicht weniger. Ich mochte beide Serien ausgesprochen gerne und habe jeder Staffel mit Spannung entgegengefiebert.

Supernatural habe ich zwar immer mal wieder angeschaut, aber einen kompletten Durchlauf durch alle Staffeln schon seit mehreren Jahren nicht mehr gemacht. Charmed dagegen sah ich, seit die letzte Folge vor vielen Monden über den Röhrenfernseher geflimmert ist, nicht. Die Neugier, wie ich die Serie mit den Halliwell-Schwestern nach knapp 20 Jahren finden werde und ob die Serie weiterhin Freude macht, werden wir gemeinsam herausfinden. Ich hoffe nicht, dass ich mir eine Kindheitserinnerung damit zunichtemache oder die Erfahrungen damit trübe. Davon gehe ich allerdings nicht aus.

Außerdem ist es etwas komplett anderes und eine neue Erfahrung, solche Serien als Erwachsener und mit entsprechend mehr Lebenserfahrung erneut anzuschauen. Man nimmt nicht nur die Geschichten anders wahr, sondern identifiziert sich mit den Charakteren auf einer völlig neuen Ebene. Sie stehen mitten im Leben, genau wie man selbst, und machen vielleicht ähnliche Probleme oder Erfahrungen durch. Nur eben mit einem übernatürlichen Touch. Mitnehmen kann man sich, denke ich, durchaus etwas. Vielleicht kommt auch ein Subtext zum Vorschein, den man als Kind gar nicht reflektiert, geschweige denn wahrgenommen hat.

Offen gestanden bin ich mir noch nicht ganz sicher, was ich mir von dem Rewatch der beiden Serien erhoffe oder erwarte. Ich starte diese beiden Projekte oder dieses Projekt, weil es mir gerade Spaß macht und ich diese Serien noch einmal erleben möchte. Um zu sehen, was sie mit mir machen und ob sie mich weiterhin begeistern können. Die Texte werden eine Mischung aus Zusammenfassung, was geschieht, recherchierten Themen, Anekdoten, Beobachtungen und sonstigen Gedanken, die mir während des Anschauens der Episoden kommen. Es gibt kein spezielles Konzept, keine größere Idee – genau wie es in diesem Blog eben sein soll.

MCU Rewatch | Deadpool & Wolverine

Ich mag den Film nicht. Es war nun das zweite Mal, dass ich mir diesen Film antue. Wenn ich schon einen Rewatch mache, dann richtig. Deshalb habe ich The Marvels und Deadpool & Wolverine auch an einem Tag geschaut. Wie ein Pflaster, muss man es in einem Rutsch machen. Nur dass der Rutsch in diesem Fall fast vier Stunden gedauert hat. Die Enttäuschung von The Marvels lässt sich kaum in Worte fassen. Dass das Drehbuch so durchging, wird mich wohl noch länger verfolgen. Bei Deadpool & Wolverine sieht es allerdings nicht viel anders aus.

Dieser Film wird nicht besser, wenn man sich zuvor die X-Men-Filme angesehen hat. Logan war das perfekte Ende einer unfassbaren Reise, eines perfekten Charakters. Natürlich waren nicht alle Filme stets mit der hohen Qualität gezeichnet, die sie verdient hätten, aber wirklich schlecht war keiner davon. Hugh Jackman hat das etwas geschafft, was nur Robert Downey Jr. mit Iron Man ebenfalls gelang. Sie haben jeweils einen Charakter über mehrere Filme gespielt, sich den Charakter zu eigen gemacht und ihm ein würdiges Ende gegeben. Dass Downey nun als Dr. Doom zurückkommt, finde ich einen durchaus cleveren Schachzug. Ich hätte mir gewünscht, dass sie mit der Rückkehr von Wolverine ebenfalls so sorgfältig umgegangen wären.

Zum einen verstehe ich das »20th Century Fox«-Bashing nicht. Ein Witz, okay, aber es sind zu viele. Fox hat Superheldenfilme gemacht, da wagten wir noch nicht einmal von einem MCU zu träumen. Und sie haben Deadpool erst die Chance gegeben, zu etwas Großartigem zu werden. Das hat wiederum zu Logan geführt. Dass Deadpool nun in der ersten Szene buchstäblich auf dem Grab von Logan herumtanzt und seine Knochen als Waffen verwendet, finde ich nicht nur unpassend, es ist beschämend. Überhaupt ist der Einstieg in den Film alles andere als gut geschrieben. Es ist einfach nur Mittel zum Zweck, um von A nach B zu kommen.

Dass sich Wade und Vanessa trennen, ist alles andere als glaubhaft, vor allem nach dem, was sie in den letzten beiden Filmen durchgemacht haben. Warum trennen sie sich? Weil Wade nicht bei den Avengers aufgenommen wird. Eine völlig überflüssige Szene, die nichts macht, außer Mittel zum Zweck zu sein. Dann kommt auch noch die TVA ins Spiel. Ich hätte es sehr viel besser gefunden, wenn Deadpool am Anfang so etwas gesagt hätte wie »F*ck Marvel, wir ziehen unser eigenes Ding durch«. Mit Cables Zeitreise-McGuffin hätte er in die Vergangenheit reisen können und Wolverine als Unterstützung für etwas holen. Ich finde es schade, dass die tollen Charaktere, die in den letzten Filmen eingeführt wurden, nichts zu tun bekommen. Colossus, N.T.W. und ihre Freundin, Domino; Und wo zur Hölle sind Cable oder Russell?

Alles, was bisher aufgebaut wurde, wird fallengelassen, um ein paar mehr Witze über Fox zu machen. Es werden alte Charaktere hervorgeholt, die besser in Vergessenheit geraten (looking at you, sexist Torch), und welche verwendet, die ich lieber in einer richtigen X-Men-Version des MCU gesehen hätte. Dass Elektra, Blade, Gambit und Laura/X-23 auftauchen, finde ich durchaus großartig. Sie können so ihre ikonischen Charaktere aufleben lassen oder sie überhaupt zum ersten Mal spielen. Es hätte viel Potenzial gehabt, schöne Szenen zwischen Laura und Logan zu schreiben, davon gibt es aber nur Andeutungen.

Der Film hat durchaus seine Momente. Sei es der Kampf im Auto zwischen Wolverine und Deadpool oder die Szene am Lagerfeuer mit Logan und Laura. Ich fand auch ein paar der Gags ganz lustig. Doch es ist so viel falsch an der Geschichte und wie das Ganze aufgebaut wird. Gar nicht erst davon zu sprechen, dass Logan hauptsächlich neben Wade steht und dieser einfach nicht die Klappe halten kann. Logan bekommt den halben Film über weder etwas zu sagen noch wirklich etwas zu tun. Er ist hauptsächlich reaktiv. Natürlich ist es eine andere Version des Charakters, den wir die vergangenen Jahrzehnte gesehen haben, trotzdem sollte er nicht nur dastehen. Es fehlt der ernste Unterton in der Geschichte. Etwas, das die Vorgänger gut gemacht haben. Wenn man nichts mehr ernst nimmt, wieso soll ich mich um das Schicksal der Charaktere scheren?

Schön habe ich allerdings die Einspieler während der Credits gefunden. Making-of-Szenen aus der Entstehung der X-Men-Filme. Wenigstens das haben sie hinbekommen. Ich bin sehr gespannt, ob und wie wir diese Charaktere wiedersehen. Aber von einem Deadpool & Wolverine habe ich mir mehr erwartet. Eine verpasste Chance.

Supernatural | S01E02 | Wendigo

In der zweiten Episode wird das Mission-Statement von Supernatural zementiert. Zuvor war es das erklärte Ziel von Sam und Dean ihren Vater zu finden. Besonders ist Sam darauf erpicht, nicht nur ihn, sondern damit auch den Mörder seiner Freundin Jess aufzuspüren. Doch wie sich am Ende herausstellt, ist das nicht ganz so einfach. Denn ihr Vater manipuliert sie dahingehend, für ihn Jagd auf Monster zu machen, die er nicht machen kann oder will. So äußert Dean am Ende wohl eines der berühmtesten Zitate aus Supernatural: »I think he wants us to pick up where he left off, you know, saving people, hunting things. The family business.«

Was die Serie und damit natürlich ihre Autor*innen besonders gut hinbekommen haben, ist die Beziehung der Winchester-Brüder zu etablieren und zu pflegen. Dean sagte zwar in der ersten Folge, er mag keine Chick-Flick-Momente, also keine Unterhaltungen über Gefühle und dergleichen. Doch Sam wird sichtlich von seinem Zorn und seiner Ungeduld, ihren Vater zu finden, aufgefressen. So äußert Dean ausgezeichnete Ratschläge, dass dies weder gesund für ihn ist, noch auf Dauer förderlich. Ihr Vater sucht das Monster immerhin schon über 20 Jahre, da werden sie es nicht innerhalb weniger Wochen schaffen. In der Zwischenzeit können sie Menschen helfen, wie Tommy Collins und seinen Geschwistern.

Das Monster der Woche ist in dieser Folge wieder ausgezeichnet umgesetzt. Die ganze Episode sieht man den Wendigo kaum. Nur in Andeutungen, schemenhaft und unscharf. Erst am Ende gibt es den Money-Shot, wenn Dean das Monster mit einer Leuchtpistole erledigt. Die Szenen im Wald sehen ebenso gut aus. Das Color-Grading in den Aufnahmen am Tag hat etwas Unheimliches und Unnatürliches an sich. So als ob die Bilder überbelichtet werden. Die Farben sind entsättigt und blass, geradezu trostlos. Das trägt zu einer unbehaglichen Stimmung bei. Es ist etwas, das man vielleicht gar nicht so sehr bewusst wahrnimmt, allerdings weiß man, etwas stimmt nicht.

Witzig, finde ich, dass Sam und Dean keine Verpflegung mitnehmen? Dean hat zwar seine obligatorischen M&Ms dabei und Sam trägt ein Duffelbag, aber da sind wohl hauptsächlich Waffen und andere Dinge drin, um Monster zu töten. Brauchen die beiden kein Wasser oder dergleichen? Aber das ist nur ein Detail am Rande. Es könnte ja alles im Duffelbag drin sein. Außerdem wird ihnen das Zeug sowieso vom Wendigo geklaut. Interessant, bei ihrer Wanderung durch den Wald und als noch nicht klar ist, dass es sich bei dem Monster um einen Wendigo handelt, sind die Spekulationen von Sam und Dean. Sie reden über Skinwalker, schwarze Hunde und andere Wesen. Sie behandeln alles mit einer Ernsthaftigkeit und eruieren, was es sein könnte. Das unterstreicht noch einmal, dass sich die Serie selbst in ihrer Mythologie und Welt ernst nimmt und nicht ins Lächerliche zieht. Zudem ist es ein netter Teaser, über das, was noch kommen könnte.

Zum Schluss müssen wir natürlich noch herausfinden, wie weit die beiden Winchester dieses Mal gefahren sind. Wenn wir davon ausgehen, dass sie von Stanford mehr oder weniger direkt nach Lost Creek in Colorado gefahren sind, einen Ort, den es tatsächlich gibt, dann sind es rund 2.100 km. Sam war, wie eine Rückblende, genau gesagt einer Traumsequenz zwar noch bis zur Beerdigung in Palo Alto, aber das ist ja scheinbar alles mehr oder weniger in der Umgebung. Somit wären es in zwei Folgen schon stolze 3.040 km.

Geek-Planet | The Walking Dead: Book 10

Es ist Donnerstag. Das heißt, wir sehen uns einen alten Text von mir an. Der folgende stammt vom 23. November 2016 und erschien auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet«. Da es diesen nicht mehr gibt, suche ich mir jeden Monat einen alten Text von mir aus, redigiere diesen und versehe ihn mit einer kleinen Einleitung.

Die Einführung von Kingdom ging in den Comics wohl relativ schnell. Hat sich Staffel sieben Zeit gelassen und jeder Partei im kommenden Konflikt eine volle Episode gewidmet, so geht es in den Comics relativ schnell. Zumindest kommt das in meinem Text so rüber. An die Geschichte an sich kann ich mich nicht mehr im Detail erinnern. Neun Jahre sind eine lange Zeit. Auch wenn die schönen Hardcover-Editionen von TWD weiterhin im Regal stehen. Sie sehen wirklich toll aus. Das physische Medium hat eben doch nichts an seinem Reiz verloren.


In einer Welt voller Zombies bricht ein Krieg zwischen den Menschen aus. Denn warum sollte man versuchen, friedlich zusammenzuarbeiten und die Zivilisation wieder aufzubauen, wenn man als Tyrann herrschen und andere Unterdrücken kann, ohne dass einem jemand etwas anhaben kann. Außer natürlich man trifft auf Rick Grimes. Den letzten Polizisten auf diesem gottverdammten Planeten. Der Letzte, der versucht, etwas Großes und Dauerhaftes aufzubauen. Und dieser Cop will nun Krieg, also wird es auch Krieg geben. Blutig, brutal und erbarmungslos.

  • Creator, Writer: Robert Kirkman
  • Penciler, Inker, Cover: Charlie Adlard
  • Gray Tones: Cliff Rathburn
  • Letterer: Rus Wooton
  • Erstveröffentlichung: 2014
  • Ausgaben: #109 – #120

“We’re starting down a path… and I don’t know how long it is, or where it goes along the way… but I know it ends in a good place.” – Rick

Nach der Vorstellung von Ezekiel keimt Hoffnung auf in unserem rechtschaffenen Polizisten. Er lässt die fähigsten Leute aus Alexandria, The Kingdom und Hilltop zusammenkommen, um für den bevorstehenden Krieg zu trainieren. Er muss nicht nur herausfinden, wen es sich lohnt mitzunehmen, sondern auch eine Strategie festlegen, die am besten zur Truppe passt, die ihm zur Verfügung steht. Dabei hat er wirklich Glück, denn Ezekiel hat eine fantastische Mannschaft zusammengestellt, auch wenn seine Anführerqualitäten etwas zu Wünschen übrig lassen. Wie wir in der zweiten Story-Arc des Buches sehen werden.

Es stimmt sehr zuversichtlich, dass so viele Männer und Frauen zusammengekommen sind, um der tyrannischen Herrschaft von Negan ein Ende zu bereiten und dass diese auch gut trainiert sind. Dies kombiniert mit der Munitionsfabrik von Eugene und einem erfolgreichen Erstschlag sollte einem Erfolg eigentlich nichts mehr im Weg stehen. Wäre da nicht Ricks impulsive Ader.

Worin Rick ziemlich gut ist und in den vergangenen Tagen oder Wochen auch war, ist die Tatsache, dass es ihm tatsächlich gelungen ist, die meisten davon zu überzeugen, er würde gemeinsame Sache mit Negan machen. Als wäre er davon überzeugt, dass es das Beste ist, sich nicht mit ihm anzulegen. Dass er ihn quasi gebrochen hat. Darin ist er so gut, dass Spencer, der Sohn des ehemaligen Alexandria Chefs, einen Versuch unternimmt, die Führung Rick abzunehmen – hinter dessen Rücken. Denn Negan macht mal wieder einen seiner Opferungsbesuche persönlich. Doch Rick ist noch nicht von dem Lebensmittel-Trip zurück. Die Unterhaltung, die sich zwischen Spencer und Negan entfaltet, ist ziemlich interessant und man kann nicht wirklich einschätzen, wie diese enden wird. Jedenfalls wird es nicht schön.

Als Rick dann schließlich zurückkommt und darüber informiert wird, was vorgefallen ist, spielt er kurze Zeit noch mit, bevor er spontan beschließt, Negan auf dem Weg nach Hause zu überfallen. Direkt vor den Toren Alexandrias. Dies ist die wohl dümmste Entscheidung, die er seit langem getroffen hat. Nicht nur unterschätzt er Negan gewaltig und denkt nicht einmal daran, dass dieser eventuell irgendwo Verstärkung versteckt hält, er wirft damit ihren bisherigen Plan über den Haufen. Mit viel Glück kommen sie relativ glimpflich aus dieser Sache wieder heraus und sind nun gezwungen, schnell zu handeln.

Der eigentliche Krieg wird überraschenderweise in zwei Teile aufgeteilt, so umfangreich ist der Schauplatz, indem sich das alles abspielt. „all out war (Part 1)“ beginnt mit einer frontalen Gegenüberstellung und damit einer Machtdemonstration vonseiten Ricks. Er stellt seine gesamte Armee gegenüber den Eingangstoren Negans auf. Erst war ich mir nicht sicher, was sie sich dabei gedacht haben, doch eigentlich ist es ziemlich clever. Sie schießen, was das Zeug hält, und wenn sie dabei noch ein paar Männer ausschalten können, umso besser. Doch primär geht es darum, Fester einzuschießen und einfach viel Lärm zu veranstalten, um damit Walker anzulocken, mit denen sie Negan in seine Fabrik einsperren. Doch jemand muss sich opfern, um den Zaun niederzureißen. Es fällt auf Abrahams ehemalige Freundin zurück, die sich für diese Mission freiwillig meldet, da sie glaubt, nichts mehr verlieren zu können.

Als Nächstes sind die Außenposten an der Reihe und diese fallen sehr unterschiedlich aus, was deren Übernahme anbelangt. Während Rick relativ erfolgreich ist und nur wenige Männer verliert, büßt Ezikiel seine gesamte Belegschaft ein und kommt nur knapp mit dem Leben davon. Leider wird aus den dargestellten Ereignissen nicht ganz klar, was der Grund für seine Niederlage ist. Allerdings schätze ich eher, dass er die falsche Strategie gewählt und sich zu sehr auf den Überraschungseffekt verlassen hat.

Diese Niederlage bekommen sie dann noch ziemlich stark zu spüren, da die Mannschaft aus dem Stützpunkt Negan dabei hilft, die Zombies vor seiner Tür zu vertreiben und einen harten Gegenschlag auf Alexandria durchführt.

Es war irgendwie klar, dass Negan doch Waffen versteckt hält. Bedauerlicherweise sind darunter viele Granaten, die gut dazu geeignet sind, die Häuser niederzureißen. Aarons langjähriger Freund verliert dabei sein Leben, was ich ziemlich schade finde, da die beiden ein gutes Paar abgegeben haben. Ganz knapp entrinnen sie dem Untergang, da es Maggie in Hilltop gelingt, die Kontrolle von Gregory an sich zu reißen. Mit einer Mannschaft eilt sie den Bewohnern von Alexandria zu Hilfe. Außerdem erweist sich ihr Maulwurf unter Negans Reihen, Dwight, als äußerst nützlich.

Im Prinzip hat der erste Teil des Krieges zwischen den vier Parteien niemand gewonnen. Auf allen Seiten wurden schwere Verluste und Schäden erlitten. Das Einzige, was nun zwischen Sieg und totaler Niederlage steht, ist die Frage, wer sich am schnellsten erholen kann und einen Gegenschlag ausführt. The Walking Dead entwickelte sich in den letzten drei großen Story-Arc zu einem Kriegsschauplatz und drehte sich weniger um das Überleben in der Zombieapokalypse. Ich finde diesen Aspekt der Erzählung grundsätzlich spannend. Zu sehen, wie sich solche Konflikte lösen könnten. Vor allem liegt es aber auch an der atemberaubenden Umsetzung, dass die Story-Arcs so mitreißend sind. Doch ich freue mich auch wieder auf die einfacheren Aspekte. Quasi ein bisschen back to the roots.

Eine große Frage, die schon länger in mir herumgeistert, ist, ob wir noch länger in Alexandria bleiben oder ob Rick und Co. dieses Gebiet verlassen. Immerhin haben sie noch Hilltop und The Kingdom als alternative Möglichkeiten übrig. Außer natürlich, wenn sie im zweiten Teil von „all out war“ vernichtet werden.

Schade, dass nur mehr drei Bücher übrig sind, die ich lesen kann (11 bis 13). Aber das Positive ist, dass ich die Reihe dann monatlich verfolge und in einen dauerhaften Genuss von Cliffhangern komme. Doch erst einmal ist Book Eleven an der Reihe.

Burg Steinemark

Ich unterstütze gelegentlich Projekte auf Crowdfunding-Plattformen. Das waren in der Vergangenheit meist Comics. Die Kosten sind für die digitalen Inhalte (die ich bei solchen Projekten bevorzuge) äußerst überschaubar und man bekommt außergewöhnliche Geschichten zu lesen. Doch vor einigen Monaten kam mir ein Projekt unter, welches genau in meine Interessen passte: Klemmbausteine, Mittelalter und Burgen. Die Burg Steinemark sollte eine Burg von überschaubarer Größe werden (etwa 900 Teile) und noch dieses Jahr erscheinen. Letztens kam tatsächlich ein entsprechendes Paket bei mir an.

Ich bin schon positiv überrascht, dass überhaupt ein Paket angekommen ist. Vor einigen Jahren habe ich eine Kameradrohne unterstützt, von der ich nie etwas gesehen oder gehört habe. Das ist einer der Gründe, warum ich digitale Inhalte bevorzuge. Diese sind günstiger (vor allem die Versandkosten) und Comics bzw. allgemein kreativ erzählte Geschichten haben eine größere Chance, realisiert zu werden. Aber zurück zur Burg.

Der Karton macht einen guten Eindruck. Das Design ist ansprechend und er ist prall gefüllt mit Inhalt. Zum einen wären die eigentlichen Teile der Burg, die Anleitung, eine spezielle Minifigur des Herausgebers, ein kleines Trebuchet-Set und eine unterzeichnete Postkarte. Auf der Innenseite des Kartons befindet sich eine fantastisch geschriebene Hintergrundgeschichte der Burg und ein gedruckter Hintergrund, der zur Burg passt, wenn man diese mit dem Karton gemeinsam ins Regal stellen möchte.

Der Bau selbst geht rasch und angenehm von der Hand. Es gibt keine Bauschrittunterteilung, aber bei unter tausend Teilen ist das nicht unbedingt notwendig. Die gesamte Burg ist auf einer Grundfläche von 16 × 16 Noppen gebaut. Das hat zur Folge, dass viele kleine Teile verwendet werden. Dadurch sind schöne angedeutete und teils gebaute Details sichtbar. Die Qualität der Steine passt wunderbar und ich hatte keine Probleme. Was den Bau zu einer Herausforderung machte, war die Anleitung.

Die Ansichten der zu verbauenden Teile und die einzelnen Bauschritte waren kein Problem. Allerdings ließ die Farbtreue der Anleitung äußerst zu wünschen übrig. Eine Unterscheidung zwischen den Farben braun, dunkelbraun und Nougat war quasi kaum vorhanden. Aufgrund der vorhandenen Teile kann man nach dem Ausschlusskriterium vorgehen, aber das ist nicht immer möglich oder für einen spaßigen Bau förderlich. Mir sind auch einige (teils größere) Teile übrig geblieben. Das ist bei so manchen Herstellern üblich. Besonders dass zusätzliche 1 × 1-Steine quasi als Reserve beiliegen. Trotzdem machte mich der kleine Haufen stutzig. Da die Burg aber an sich keine offenen Noppen hat, die störend oder komplett out of place wirken, gehe ich davon aus, alles richtig gemacht zu haben.

Das Design gefällt mir äußerst gut und es ist eine toll gestaltete Burg. Für Backer des Projektes gibt es ein nettes Easter Egg, welches man verbaut. Solche Kleinigkeiten sehe ich immer wieder gerne. Zwar passt sie vom Maßstab her nicht zu den Gebäuden von BlueBrixx, aber grundsätzlich kann man ja nie genug Burgen haben. Eine nette Ergänzung für jeden Schreibtisch oder ein kleiner Hingucker im Regal.

Von Taschen und Rucksäcken

Man stelle sich vor, man verlässt das Haus oder die Wohnung. Trifft sich mit Freund*innen, geht aus, fährt wohin. Nur für ein paar Stunden oder macht einen kleinen Tagesausflug. Was nimmt man mit? Geldbörse, Schlüssel, Smartphone, Kopfhörer, vielleicht Taschentücher, ein Taschenmesser, Sonnenbrille, eventuell Medikamente und was man noch so alles dabei haben möchte. Kleinigkeiten, die sich aber doch zu einem kleinen Haufen summieren. Wo transportiert man das Ganze? In den Hosen- oder Jackentaschen? Will man es im Auto liegen lassen? Aber was, wenn man mit dem Zug fährt? Schwierig.

Eine Tasche muss her. Seit ein paar Jahren habe ich eine kleine Umhängetasche der Marke tomtoc – einen sogenannten »Kompakt Sling Bag«. Den hängt man sich quer über den Oberkörper, sodass das handliche Ding auf dem Rücken sitzt. Da bringe ich sehr viel Zeug unter, das ich immer dabei haben möchte. Ich mag es nicht, wenn die Taschen von Mänteln, Jacken oder Hosen ausgebeult und vollgestopft sind, als wären sie schlechte Imitationen von Hamsterbacken. Manchmal ist es aber doch von Vorteil, wenn man etwas Größeres dabei hat, um im Frühling oder endenden Sommer eine Jacke dabei zu haben. Oder wenn man in Salzburg mal wieder leckere Sachen im Fachl kauft – um ein völlig fiktives Beispiel zu nennen.

Tommy Hilfiger hat einfache, kleine Rucksäcke im Angebot, auf Amazon finden sich unzählige weitere. Von 50 bis 500 € kann man jede beliebige Geldsumme für Rucksäcke und Taschen ausgeben. Es ist nicht so einfach, den richtigen für einen selbst zu finden. Vor allem auch deshalb, weil viel Geld auch ein Commitment ist, für das ich vielleicht nicht bereit bin. Passt der Rucksack wirklich für meinen Zweck und verwende ich ihn dann wirklich so oft? Tut es vielleicht eine Tasche auch? Alles Fragen, die man sich stellen kann. Letztens habe ich dazu die YouTube-Suche zur „Recherche“ herangezogen. Es kommen durchaus gute Vorschläge, wie ein Rucksack von Peak Design, der es mir angetan hat.

Dann gibt es aber auch seltsame Videos von selbst ernannten Alpha-Männern. Unbedarft habe ich auf ein solches Video geklickt und konnte nicht anders, als die Hände vor dem Kopf zusammenschlagen. Die Art, wie darin alles zerrissen und schlecht geredet wird, was nicht schwarzes, vielleicht ausnahmsweise dunkelbraunes Leder ist, wirkt völlig lächerlich. Schlagworte wie »Maskulinität« werden durch den Raum geworfen. Ganz so, als wäre die Wahl eines Rucksacks die erste Stufe eines komplexen Paarungsrituals. Natürlich hat dieser YouTuber zufälligerweise einen Sponsor für sämtliche „maskulinen“ Alternativen zu den „uncoolen“ und „nerdigen“ Taschen. Ach, diese Zufälle.

Es wäre doch vollkommen langweilig, wenn jeder mit schwarzen Ledertaschen herumlaufen würde. Man kann es natürlich übertreiben mit der Motivwahl einer Tasche oder eines Rucksacks, aber es muss eben auch zum Typ passen. Manchmal sollen Rucksäcke nur ihren Zweck erfüllen und meine Dinge von A nach B und zurück transportieren. Manchmal sollen sie dabei noch gut und schick aussehen. Manchmal ist es auch einfach egal. Dass man 2025 immer noch so denken kann und andere schlechtreden muss, nur weil sie keine Ledertaschen haben, ist mir gänzlich unverständlich.

Viele Jahre hatte ich beispielsweise verschiedene Geldbörsen von Paperwallet mit den abgefahrensten Designs. Die sieht man nicht alltäglich und sind ein echter Hingucker. Wirklich tolle Produkte. Leider bin ich damit einer Lösung zu meinem Rucksack- bzw. Taschenproblem nicht näher gekommen. Zumindest weiß ich aber schon mal, dass es kein schwarzer oder dunkelbrauner Lederrucksack wird.

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