Die Suche nach einem eReader

Eigentlich könnte es so einfach sein. Ein ePaper-Display, ein handliches Format, eine entsprechende, angepasste Version von Android als Betriebssystem und nicht zu teuer. Vier Komponenten, die man wohl zusammenbringen kann? Es gibt eReader wie Sand am Meer. Jede Firma und jedes Unternehmen hat einen eigenen eReader. Es sollte doch möglich sein, einen passenden zu finden. Doch weit gefehlt. Weiterhin scheint Amazon die einzige Firma zu sein, die in der Lage ist, einen wirklich herausragenden eReader zu produzieren. Und in all dem Gewusel von Alternativen habe ich nur einen einzigen gefunden, der dem auch nur nahekommt. Aber alles der Reihe nach.

Ich habe mein iPhone gegen ein Android-Gerät eingetauscht. Wobei „eingetauscht“ zu hoch gegriffen ist, denn das TCL 60 SE NXTPAPER ist sehr viel günstiger als das iPhone. Ich berichtete (Android). Da ich nun ein Gerät hatte, das sowohl als Smartphone fungiert als auch ein angenehmes Display zum Lesen aufweist, wollte ich noch einen größeren eReader. Der Boox Palma 2 ist ein tolles Gerät, aber die größeren Geräte, die etwa das Format eines Kindle Paperwhite aufweisen, sind durchaus verlockend. Also habe ich mich umgesehen, was es so gibt.

Kindle, Kobo und Tolino fallen gleich mal raus. Der Kindle aus moralischen Gründen und die anderen beiden, weil ich dort ebenfalls in einem Ökosystem gefangen bin. Ich kann keine anderen Apps installieren, geschweige denn meine Kindle-Bücher darauf lesen. Marken wie Pocketbook oder Remarkable sind zwar etwas offener, aber auch dort kann ich keine Kindle-Bücher lesen. Schließlich hat sich noch die Frage gestellt: Lohnt sich ein eReader mit Farbdisplay? Schlussendlich bin ich also wieder bei Boox gelandet und habe mir den »Go 7 Color (Gen 2)« bestellt.

Für schlappe 300 € bekommt man hier ein Gerät mit einem Farbdisplay. Erst hatte ich es bei Boox direkt bestellt. Diese hatten aber Lieferschwierigkeiten (warum auch immer), also habe ich es dort storniert und bei Amazon bestellt. Zwei Tage später war das Gerät in meinen Händen. Bereits das Einrichten des Go 7 war mühsam. Der Touchscreen fühlte sich nicht zuverlässig an, das Farb-eInk-Display überzeugte mich nicht wirklich und wirkte unscharf. Testweise habe ich ein bisschen darauf gelesen, doch wirklich Freude machte es mir nicht. Jedes Mal, wenn ich mit dem Betriebssystem interagieren musste, war es mir ein Graus. Und es hatte eine eigene Oberfläche. Der Boox Palma 2 hat Android und ich kann den Homescreen so einstellen, wie ich das haben möchte. Bei Go 7 ist man um einiges restriktiver.

Bei der Handhabung des Gerätes schwebten mir immer wieder die 300 € vor Augen, die dieses Gerät kostet. Das sind 50 € mehr als mein TCL-Smartphone und 100 € mehr als der Palma 2. Und dafür ist der Go 7 Color (Gen 2) einfach nicht gut genug. Ich habe ihn wieder fein säuberlich verpackt und zurückgeschickt. Ich behalte mir also erst einmal den Palma 2. Es ist ein handliches Gerät, das Betriebssystem ist flott, der eInk-Bildschirm reagiert schnell und zuverlässig. Es ist und bleibt ein fantastisches Gerät.

Doch mein Leseverhalten darauf hat sich geändert. Immerhin hat das TCL-Smartphone mit dem NXTPAPER-Display ein sehr ähnliches Verhalten wie ein eInk-Display. Es ist immer wieder erstaunlich, zwischen den verschiedenen Modi hin und her zu schalten. Für den Falter, die Salzburger Nachrichten, gespeicherte Texte in Instapaper, Newsletter oder sonstige Texte benötige ich den Boox Palma 2 nicht mehr. Diese Lücke schließt das TCL-Gerät bravourös selbst. Ich benötige den Palma 2 eigentlich nur mehr zum Lesen von eBooks. Dafür reicht er vollkommen aus. Nur: Manchmal wäre ein größeres Gerät praktisch. Mal sehen, ob mir noch ein passendes Gerät vor die Füße läuft.

Das Problem ist nur, dass man an Kindle-Bücher nicht vorbeikommt. Gewisse Autor*innen vertreiben ihre Sachen exklusiv über Amazon bzw. müssen es so machen, um überhaupt eine Möglichkeit zu haben, gehört zu werden. Ich kann nur immer wieder den YouTube-Kanal von Daniel Greene empfehlen, der die Probleme mit Amazon und Audible wunderbar erklärt. »Dungeon Crawler Carl« zum Beispiel gibt es aktuell nur bei Kindle (Unlimited). Genauso wie einige andere Fantasy-Reihen und Bücher, die ich noch gerne lesen würde. Amazon ist einfach zu groß und mächtig, als dass man der Firma als Publisher den Rücken zukehren könnte. Hier ist es tatsächlich so, dass man dagegen nur auf höherer Ebene etwas machen könnte. Als Leser*in sind einem quasi die Hände gebunden.

Keine Frage, es gibt tolle Alternativen. Ich kaufe mir gerne bei Thalia oder über HumbleBundle und andere Stores meine eBooks. Doch meist lese ich sie dann trotzdem über die Kindle-App. Deshalb ist die Frage, ob ein Kindle Paperwhite nicht doch die bessere Wahl ist. Schwierige Entscheidung. Wie gesagt: Aktuell reicht der Boox Palma 2. Der nächste Black Friday könnte natürlich gewissen Entscheidungen einen Schubs in eine bestimmte Richtung geben. Wie wir schon des Öfteren festgestellt haben: Manchmal ist das Beste, was man machen kann, nichts zu tun.

MCU Rewatch | Guardians of the Galaxy: Volume 3

Ich glaube, der dritte Teil von Guardians of the Galaxy ist mein liebster Marvel-Film seit Endgame. Ich zähle ihn allgemein zu einem der besten »Superheldenfilme«, wenn man diesen überhaupt so bezeichnen kann. Er schafft das Unmögliche und schließt eine Trilogie perfekt ab. Und das mit einer Geschichte, die mich emotional mehr mitgerissen hat als alle anderen einunddreißig Filme. Es ist ein »emotional rollercoaster«, wie man im Englischen so schön sagt. Außerdem hat er über 100 Millionen Dollar weniger gekostet als Quantumania, sieht aber um Welten besser aus und das bei einer längeren Laufzeit. Er zeigt, was mit einer klaren Vision alles möglich ist.

Das Einzige, wo ich mir nicht ganz sicher bin, ist, ob Volume 3 ohne Kontext funktioniert. Doch wer schaut sich schon einen dritten Teil einer Filmreihe an, ohne die anderen beiden gesehen zu haben? Und das ist das Schöne an den Guardians-Filmen. Sie zeigen, dass es sehr wohl möglich ist, innerhalb eines größeren Ganzen eine abgeschlossene, kohärente Geschichte zu erzählen. Die Trilogie kann sowohl für sich stehen, trägt aber auch die Saga des MCU weiter. Man lernt die Charaktere immer besser kennen. Wir wissen, wie sie zueinander stehen. Jetzt, im dritten Teil, kann man dieses Vorwissen voll ausnutzen.

Es ergibt Sinn, dass der dritte Teil sich um Rockets Ursprung dreht. Zwei Filme lang wurde es angedeutet und gelegentlich darauf verwiesen. Doch Rocket hat nie darüber geredet. Nun sehen wir die schonungslose Wahrheit dessen, was passiert ist. Erneut gelingt es James Gunn, dass mir CGI-Charaktere ans Herz wachsen, ich um sie trauere, mit ihnen mitfiebere. Ein gutes Drehbuch und gut geschriebene Dialoge, gepaart mit fantastischen Effekten, können so etwas erreichen. Nicht zu vergessen die begnadeten Sprecher dieser Charaktere. Allen voran natürlich Bradley Cooper.

Gunn schreckt nicht davor zurück, die brutalen Operationen anzudeuten, die Rocket widerfahren sind. Man sieht es nie konkret, doch hört man es sehr wohl. Man sitzt genauso schockiert da wie die Guardians, die sich die Bilder ansehen. Dadurch, dass man es lediglich hört, aber nicht sieht, stellt man es sich wahrscheinlich sehr viel schlimmer vor. Eine sehr wirkungsvolle Methode, hier perfekt eingesetzt. Doch auch die Kameraden von Rocket, die anderen Experimente des High Evolutionary, zeigen, wozu dieser Bösewicht alles fähig ist. Chukwudi Iwuji verkörpert diesen Wahnsinn mit einer herrlichen Inbrunst. Es ist großartig, wie erschreckend.

Aber da es wahrscheinlich der letzte Guardians-Film ist, den James Gunn gemacht haben wird, hat jeder Charakter mindestens einen Moment im Rampenlicht. Sei es Drax (Dave Bautista), der seine sanfte Seite zeigen darf. Mantis (Pom Klementieff), die zeigt, dass sie mehr kann, als man ihr zutrauen würde. Nebula (Karen Gillan) macht sowieso immer Freude, sie in ihrer Entwicklung zu beobachten. Peter (Chris Pratt) erholt sich langsam davon, Gamora (Zoe Saldaña) verloren zu haben, die sich hier durchaus für die Guardians erwärmen kann und sieht, wofür sie einstehen. Groot (Vin Diesel) hat natürlich ebenfalls fantastische Momente und zeigt uns erneut neue Fähigkeiten und Tricks. Neu mit dabei ist Will Poulter als Adam Warlock, der leider etwas wenig zu tun bekommt, aber vielleicht in Zukunft einmal einen größeren Auftritt hat. Natürlich kommen alte Bekannte ebenso vor.

Es war das zweite Mal, dass ich Volume 3 gesehen habe. Er hat mich allerdings erneut mit seiner genialen Story mitgerissen. Erneut bin ich erstaunt, wie James Gunn es scheinbar mühelos schafft, keinen Charakter zu vernachlässigen, eine kohärente Geschichte erzählt und dabei auch noch seine Trilogie perfekt abschließt. So etwas bekommt man selten zu sehen. Manchmal werden andere Regisseur*innen eingesetzt oder es sind zu viele Autor*innen beteiligt. Das merkt man. Guardians of the Galaxy: Volume 3 ist erfrischend anders. Die Action kommt nicht zu kurz, die Geschichte wird mit viel Gefühl erzählt. Der Film zeigt, was Superheldenfilme leisten können.

darf vs. soll

Fast 25 Jahre nach dem ersten Teil erschien vor kurzem »Das Kanu des Manitu« in den Kinos. Ich weiß nicht genau, warum jetzt dieser Film erscheint oder warum sich Bully so lange Zeit gelassen hat, um eine Fortsetzung in die Kinos zu bringen, aber hier sind wir nun einmal. Braucht es das? Die Zeiten haben sich doch sehr verändert und sich über schwule Indianer und komisch sprechende Griechen lustig zu machen, wirkt sehr aus der Zeit gefallen. Wir sind ein bisschen politisch korrekter geworden und eine Fortsetzung eines Abklatsches einer ausgedachten Version von amerikanischen Ureinwohnern wirkt nicht mehr zeitgemäß.

Ich kann mir kein Urteil über den Film erlauben, da ich ihn noch nicht gesehen habe. Vielleicht gebe ich ihm eine Chance, wenn er im Heimkino erscheint. Aber als ich vor ein paar Jahren »Der Schuh des Manitu« mal wieder ansehen wollte, tat es schon etwas weh. Was man der Fortsetzung allerdings scheinbar zugute halten kann, ist, dass Bully nicht bösartig lustig ist. So wie man es beispielsweise von so manchen Comedians kennt. Über die Jahre habe ich immer wieder gerne Netflix-Comedy-Specials geschaut. Doch es wurden immer weniger. Denn die Ricky-Gervaises haben es sich nicht verkneifen können, auf der „Woke-Culture“ herumzutrampeln und sich für ihre vergangenen Verfehlungen und Witze unter der Gürtellinie rechtfertigen zu müssen. Man könnte sich auch einfach entschuldigen oder weitermachen. Nicht alles muss kommentiert werden. Aber in so einer Zeit leben wir wahrscheinlich nicht mehr.

Jetzt habe ich in nur zwei Absätzen sehr viele Fässer aufgemacht. Die meisten davon machen wir aber für heute schnell wieder zu. Ich werde sicherlich noch des Öfteren über solche Themen schreiben. Sie liegen mir durchaus am Herzen. Besonders als queerer Mensch, der in der heutigen Zeit lebt. Jedenfalls geht es mir um so manche Formulierungen, die aktuell in Besprechungen rund um »Das Kanu des Manitu« auftauchen. Beispielsweise, dass man „Indianer“ nicht mehr sagen darf oder sich über schwule Indianer lustig machen darf. Das Wort „dürfen“ stört mich bei solchen Diskussionen schon immer. Denn es suggeriert ein Verbot. Jemand hat entschieden, wir bezeichnen Indianer nun als amerikanische Ureinwohner und man „darf“ sonst nicht mehr sagen. Ich würde es allerdings bevorzugen, es als „sollen“ zu deklarieren.

Man darf sehr vieles sagen. Die Frage ist nur: Sollte man es? Denn amerikanische Ureinwohner, Schwarze oder schwule Menschen als eben genau das zu bezeichnen oder Trans-Personen mit dem für sie richtigen Pronomen anzureden und keine diskriminierenden Begriffe zu verwenden, hat etwas mit Respekt zu tun. Man sollte sie nicht anders anreden. Es kostet mich quasi keine Kraft oder Energie und ist nicht gerade schwer. Im Zweifel fragt man einfach. Ich höre immer wieder gerne Podcasts mit Diskussionen über gesellschaftspolitische Themen, am liebsten die WildMics-Specials. Egal welche Menschen dort zu Besuch sind (letztens war das Thema, wie man mit behinderten Menschen in Medien umgeht), der Konsens ist stets: Wenn man sich unsicher ist, frag nach.

Natürlich sollte das mit dem notwendigen Respekt passieren. Aber man kann nicht alles wissen. Auch wenn einem manchmal scheinbare Vorwürfe gemacht werden, warum man jetzt nicht weiß, wie man diese oder jene Gruppe an Menschen am besten anspricht. Einfach nachfragen. Man darf vieles. Doch ob ich diskriminierende Begriffe verwenden soll oder muss, hat etwas mit Respekt zu tun. Respekt den anderen gegenüber, ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. Es war noch nie in Ordnung, Menschen zu diskriminieren, nur hat man früher weggeschaut und es „akzeptiert“. Die Zeiten ändern sich. Wenn sich andere besser und verstanden fühlen, ich sie glücklich machen kann, weil ich das für sie korrekte Pronomen verwende, warum sollte ich es dann nicht machen?

Geek-Planet | The Walking Dead: Book 8

Es ist Donnerstag und das bedeutet, wir sehen uns einen alten Text von mir an. Der folgende erschien am 26. Oktober 2016 auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet«. Ich möchte meine Texte an einem Ort versammelt wissen, deshalb suche ich mir jede Woche zufällig einen aus. Dieser wird redigiert und mit einer kleinen Einleitung versehen, neu veröffentlicht.

Es ist lustig zu lesen, wie ich vor neun Jahren überlegt habe, dass es spannend wäre, die schwarz-weißen Zeichnungen der TWD-Comics in Farbe zu sehen. Seit ein paar Jahren kommen nämlich sogenannte Deluxe Editionen der TWD-Ausgaben heraus. Diese sind nicht nur koloriert, sondern mit einer Einleitung versehen und etwas Bonusmaterial. Ich habe immer mal wieder einen Blick riskiert und war von der Idee ganz angetan. Zwar hat Robert Kirkman gesagt, dass diese Deluxe Editionen in dieser Form nicht als Collected Edition erscheinen, ich habe mich dazu offen gestanden auch nie wirklich informiert, doch cool wäre es auf jeden Fall.


Ist Rick der richtige Anführer der Gemeinde in Alexandria? Diese Frage wird immer wieder angesprochen und recht deutlich in Zweifel gestellt. Es ist schwer, die Grenze zu ziehen und zu beschreiben, ob er die Gefahren unbewusst heraufbeschwört oder doch der Retter ist. In Friedenszeiten, wenn man es so nennen kann, wäre vielleicht ein anderer besser für den Job gemacht, doch so wie es derzeit aussieht, ist Rick der Anführer, den sie verdient haben oder wie es Jim Gordon in »The Dark Knight« sagt:

“He’s the hero Gotham deserves, but not the one it needs right now. So we’ll hunt him. Because he can take it. Because he’s not our hero. He’s a silent guardian, a watchful protector. A dark knight.”

  • Creator, Writer: Robert Kirkman
  • Penciler, Inker, Cover: Charlie Adlard
  • Gray Tones: Cliff Rathburn
  • Letterer: Rus Wooton
  • Erstveröffentlichung: 2011
  • Ausgaben: #85 – #96

“I see a world without roamers… a world where children play in these fields… a world where we don’t have to be scared anymore.” – Rick

Carl liegt mit seiner schweren Schussverletzung noch immer im Krankenhaus der Gemeinde. Rick sitzt neben ihm als Wächter und Beschützer. Doch wie sich herausstellt, sind diese beinahe meditativ anmutenden Stunden nicht nur rein der Trauer, er nutzt sie, um sich über die Zukunft Gedanken zu machen. Er will mehr als nur überleben. Er wünscht sich ein Leben. Damit sie dieses Ziel erreichen können, müssen allerdings einige Vorkehrungen getroffen werden. Die Mauer mit Erde verstärken, die sie aus dem Kanal gewinnen, den sie um die Stadt herum graben. Felder bestellen mit Dingen, die sie hoffentlich finden. Und natürlich sich eine bessere Übersicht der umliegenden Gebiete verschaffen. Es steht damit sehr viel Arbeit an, die nicht allen zusagt.

Nicholas, der im letzten Handlungsbogen von Rick verschont wurde, sorgt in „we find ourselves“ für einige Aufregung, als er versucht, sich mit anderen zu verbünden und den radikalen Plan verfolgt, Rick töten zu wollen. Leider bekommt Glenn das alles mit, aber bevor er zu Tode geprügelt wird, kommt ihm Rick zu Hilfe. Zwei spannende Dinge passieren an dieser Stelle. Zum einen macht er unweigerlich klar, dass seine Gruppe hier das Sagen hat und die Führungspositionen einnimmt:

„You’re taking the community back? Really? From Andrea? From Abraham? From Michonne? From Glenn? From me? Do you have any fucking idea who you’re talking to?“

Verbunden mit den fantastischen Zeichnungen, die jeden einzelnen Charakter zeigen und wie sie ihre eigenen Waffen auf den Verräter Nicholas richten, bekommt man Angst. Doch damit kommen wir zum zweiten Punkt. Denn Rick beschließt, ihn nicht zu töten, zwar knapp, aber er tut es nicht. Stattdessen spricht er ihre Gemeinschaft an und wie wichtig jeder Einzelne ist. Jeder muss etwas beitragen, wenn Alexandria mehr werden soll, als nur eine temporäre Sache. Zugegeben, dass Rick das gesamte Gebiet, das Aaron mit seinem Freund bereits abgesucht hat, noch einmal durchstreift, könnte man als Vertrauensbruch betrachten, doch sie könnten etwas übersehen haben. Die wichtigere Sache ist aber, dass sich alle noch einmal ein besseres Bild des Gebiets machen wollen, damit sie wissen, womit sie es zu tun haben. Welche Ressourcen könnten sie nutzen, nicht nur zur Verteidigung, sondern auch zum Herstellen von Werkzeugen und Waffen, wie es Eugene vorschlägt? Apropos: Im Comic gefällt mir der Charakter um einiges besser als in der Serie. Vielleicht liegt es nur daran, wie der Schauspieler den Charakter interpretiert, aber er hat sich gemausert. Weiter so.

Ich habe mich schon gefragt, wann ein berühmter Charakter auftaucht und in „a larger world“ ist es endlich so weit. Jesus betritt die Bühne. Leider hat er das Pech, dass er, na ja, ungeschickt auf unsere Protagonisten reagiert und diese attackiert. Ansonsten hätte ihm Rick vielleicht schneller vertraut. Aber die Geschichte über seine Gefangennahme und wie Rick mit den anderen das Gebiet nach Angreifern durchstreift, ist spannend zu verfolgen. Was dabei auch gut gefällt, ist die Rolle, die Carl dabei einnimmt. Er unterhält sich mit Jesus und freundet sich mit ihm an.

Aber an dieser Stelle muss man auch gestehen, dass es einfach unglaubwürdig wirkt, wenn plötzlich jemand auftaucht und behauptet, es wären drei andere Gemeinschaften in der Umgebung, wobei eine davon über 200 Personen beherbergt. Doch Hilltown stellt sich als gute Fügung des Schicksals heraus, da sie zufällig genau das haben, was Abraham und Co fehlt: Nahrung und Felder. Schon witzig, dass Ricks erster Eindruck, den er hinterlässt, darin besteht, dass er jemanden von Hilltown tötet. Zwar in reiner Selbstverteidigung, doch er tötet ihn. Bei dieser Szene ist man wieder froh, um die schwarz-weißen Darstellungen, wobei ich es mal cool finden würde, solch einen Vorfall in bunt und Farbe zu sehen. Allein aus dem Interesse heraus, ob das Geschehen dann auch noch so viel Gewicht haben würde oder ob die Zeichnungen hauptsächlich so gut funktionieren, weil sie eben keine Farben enthalten.

Zum Glück sind Jesus und Gregory, der Boss von Hilltown, nicht nachtragend und beginnen, mit Rick zu verhandeln. Da er ihnen nicht sonderlich viel anbieten kann, verspricht Rick ihnen, sie von Negan zu befreien. Einem Tyrannen, der die Hälfte allen Essens bekommt. Selbstverständlich sind die restlichen Bewohner von Alexandria nicht sonderlich von dem Plan begeistert. Wenn man eines nicht behaupten kann, dann, dass Rick nicht selbstsicher sei. Immerhin begreift er alle bisherigen Geschehnisse als Training für das, was ihnen jetzt bevorsteht. Negan steht als Symbol des Teufels, der in dieser Umgebung ausgetrieben werden muss, damit sie wieder ein Leben wie früher führen können. Ob dies allerdings so möglich ist, wird sich in den nächsten Büchern herausstellen.

Noch kurz ein Wort zu zwei Beziehungen, die in beiden Handlungsbögen eine größere Rolle spielen. Zum einen haben wir Maggie und Glenn. Maggie hat schon seit Langem die Gemeinde nicht mehr verlassen und hat die Relationen vergessen, in denen sich Glenn ständig bewegt, wodurch sie übertrieben Angst und Sorge um ihn verspürt. Doch sobald sie einmal gesehen hat, was er kann, geht es ihr besser mit der Situation. So einfach kann es manchmal sein, jemandem ein gutes Gefühl zu verschaffen. Und dann natürlich noch Rick und Andrea. Zwar hätte ich mein Geld auf ihn und Michonne verwettet, doch dass er nun mit Andrea etwas anfängt, ist schön mitzuerleben. Sie sind von ihren Verlusten vorangeschritten und probieren es zumindest. Man kann nur hoffen, dass dies etwas Längerfristiges wird.

500 Jahre Bauernaufstände

Am Wochenende, genauer gesagt am Freitag, fand auf der Burg eine kleine Theateraufführung statt. Anlass war der 500. Jahrestag der Bauernaufstände, die jedoch niedergeschlagen wurden. Vor ein paar Wochen sind Freund J. und ich auf diese Veranstaltung getroffen und haben uns Tickets reserviert. Die Preise waren erstaunlich günstig, jedoch ohne Platzreservierung – es war freie Platzwahl. Veranstaltet wurde das Ganze vom kleinen Theater. Wir wussten nicht, was das werden würde, gingen allerdings mit eher konservativen Erwartungen an die Sache heran.

Nach einer Stärkung im Stieglkeller machten wir uns mit der Festungsbahn auf den Weg in die Burg. Es war unfassbar schwül und drückend, ein Besteigen der Burg per pedes war nicht drin. Wir holten uns die Karten und begutachteten den Schauplatz. Bereits eine Stunde vor Vorstellungsbeginn saßen die ersten Zuschauer*innen auf ihren Plätzen. Manche Touristen hat man deutlich erkannt, da sie ihre Plätze mit Schleiern und Schals reservierten, um sich dann irgendwo auf einen Kaffee oder sonstige Getränke zurückzuziehen. Dass niemand ein Handtuch mithatte, erstaunte. Wir reservierten uns keine Plätze, unter anderem aus Ermangelung eines mitgebrachten Schleiers, gingen aber trotzdem erst einmal koffeinhaltige Getränke suchen.

Der Ausblick von der Festung ist immer wieder beeindruckend und ein kleiner Spaziergang rund um die Anlage musste sein, bevor wir uns einen Platz suchten. Als wir zurückkamen, waren die besten Plätze natürlich schon belegt. Zuerst war die Überlegung, sich ganz hinten hinzusetzen. Die Sicht war nicht gerade ideal, trotz des leicht abfallenden Geländes. Da machte eine Bank leicht abseits auf sich aufmerksam. Niemand hatte sich bisher dort niedergelassen. Wir hatten unsere Tickets und es hieß „freie Platzwahl“. Es sprach nichts dagegen, sich also dort hinzusetzen. Die bessere Sicht, leicht von der Seite, wurde allerdings mit der bescheidenen Sitzqualität des parkbankähnlichen Konstrukts bezahlt. Es war alles andere als gemütlich.

Geneigte Leser*innen fragen sich wahrscheinlich, wie lange so eine Vorstellung dauern könnte. Eineinhalb, vielleicht zwei Stunden? Das war auch meine Vermutung, bis uns die nette Dame an der Kasse aufklärte, dass es bis etwa halb elf dauern wird, inklusive Pause. Also mehr als zweieinhalb Stunden. Befürchtungen bezüglich der Qualität der Produktion machten sich erneut breit. Mit ein paar Minuten Verspätung begann schließlich das historische Stück.

Es dauerte etwas, bis ich mich an die Produktion, die Dialoge, Dialekte und die Aufmachung des Stücks gewöhnte. Doch die Schauspieler*innen sind mit einer sichtlichen Leidenschaft bei der Sache und geben sich die größte Mühe. Die meisten machen auch einen guten bis hervorragenden Job. Ein Charakter, der so etwas wie einen Running Gag versuchte, scheiterte aber leider daran. Es war mir nicht ganz klar, was das soll. Aber der Rest war erstaunlich gut. Zwischendurch gab es diverse Gesangseinlagen, welche ebenso mit einer Leidenschaft und einigem an Talent wiedergegeben wurden.

Jedoch war das Stück zu lang. Nach knapp eineinhalb Stunden waren die Bauern vor den Toren Salzburgs angelangt und wir wussten nicht so recht, was noch großartig kommen könnte, was noch einmal eine Stunde beanspruchen würde. Deshalb haben wir uns frühzeitig verabschiedet und die Aussicht des Stieglkellers zum ersten Mal bei Nacht bewundert. Das soll aber nicht an der Qualität des Stücks rütteln. Es war einfach nur zu lang.

Einige der Musikstücke hätte man streichen können. Oder es wie bei Musicals arrangieren, sodass sie die Handlung vorantreiben. Denn meist wurde die Handlung pausiert und mit der Musik wurden mehr Hintergründe und sogar eine Liebesgeschichte erzählt. Das ist an sich nett und das Stück verstand es, den Fokus immer wieder auf einzelne Schicksale zu richten, doch es war zu viel des Guten. Etwas straffer hätte es eine ausgezeichnete Erfahrung werden können. Trotzdem war die kleine Bühne mit der beeindruckenden Kulisse der Burg äußerst sehenswert.

Mini Burg Blaustein

Was ist besser als eine Burg Blaustein? Richtig, zwei Burg Blausteine (Burgen Blaustein? Burgen Blausteinen?). Noch besser ist es allerdings, wenn diese zweite Burg mit Mini-Blocks gebaut wird. Mini-Blocks sind im Unterschied zu normalen Klemmbausteinen ein Drittel kleiner. Das hört sich erst einmal nach wenig an, macht aber einen großen Unterschied. Das Bauen der Burg ist sehr viel kleinteiliger und feinmotorischer, als es beim Original der Fall ist.

BlueBrixx hat vor ein paar Monaten in einem Preview-Video diese Version von Burg Blaustein angekündigt. Ich fand das eine sehr nette Idee. Nicht jeder hat den Platz, um eine über 40.000 Teile umfassende Burganlage aufzustellen. Auch wenn es sehr beeindruckend aussieht, ist der Platzbedarf nicht gerade gering. Und so eine kleinere Burg Blaustein ist perfekt für Schreib- oder Esstisch. Ich hatte mir schon überlegt, die Grundburg noch einmal zu kaufen, einfach um darstellen zu können, wo diese lange Reise durch das Mittelalter einmal angefangen hat. Nach all den bisherigen Erweiterungen ist die Grundburg kaum mehr zu erkennen. Nun die Mini-Version daneben stellen zu können. Macht das alles noch einmal beeindruckender.

Wenn man dann wieder die gewohnten Klemmbausteine in die Hand nimmt, wirken diese plötzlich immens groß. Es ist ein bisschen surreal, zwischen diesen beiden Formaten zu wechseln. Ich denke, im Laufe der Zeit wird BlueBrixx diese Mini-Version ebenfalls mit den Erweiterungen ausstatten. Je nachdem, wie gut sie sich natürlich verkauft. Aber wieso sollte es kein Verkaufsschlager werden? Die erste Version von Burg Blaustein ist sicher eines ihrer meistverkauften Sets und ist zum Markenzeichen von BlueBrixx geworden. Eine kleinere Version davon zu machen, war ein logischer Schritt.

Die Mini-Version hat sogar etwas mehr Teile als das Original. Das liegt aber daran, dass nicht alle Teile in Mini-Blocks vorhanden sind. Diese müssen dann nachgebaut werden. Zum Beispiel die großen Gesteinsteile. Ansonsten ist der Bau bisher allerdings sehr identisch mit dem größeren Vorbild. Ich weiß tatsächlich noch nicht, ob ich mir alle Erweiterungen zulegen werde, wenn diese in den nächsten Jahren dafür erscheinen. Der Bergfried muss auf jeden Fall noch her. Der gehört einfach dazu. Der Rest muss sich noch herausstellen. Empfehlen kann ich das Set auf jeden Fall. Für „nur“ 100 € bekommt man immerhin über 5.500 Steine und kann eine neue Sammlung an Mini-Bricks beginnen.

Analog oder Digital

Wenn es um Bücher und/oder um Comics geht, ist die Frage relativ einfach zu beantworten: Was auch immer dazu führt, dass man gerne liest. Einen E-Reader in die Tasche zu werfen und immer dabei zu haben, ist sehr viel einfacher, als ein 1000-seitiges Taschenbuch mitzuschleppen. Geschweige denn, dass man sich ein Hardcover-Buch kauft und dieses tatsächlich lesen möchte. Insofern gibt es vielleicht noch eine dritte Kategorie: diejenigen Bücher, die man im Bücherregal ausstellt.

Hier kann es sich um schöne Hardcover-Bände handeln, die vielleicht sogar in einem schön verzierten Schuber daherkommen. So wie etwa meine Ausgabe vom Hobbit, mit Illustrationen von Tolkien. Die Ausgabe habe ich tatsächlich auch in diesem Format gelesen, weil ich die Zeichnungen zur Geschichte haben wollte. Einfach zu lesen war das allerdings nicht. Zwar ist der Hobbit ein vergleichsweise kurzes Buch, doch mit dickem Papier, schwerem Umschlag und der sonstigen Gestaltung kann ein solches Buch zu einem Schmöker werden.

Meine Einstellung hat sich in letzter Zeit etwas geändert. Ich hatte immer das Bedürfnis, dass die Bücher, wenn ich sie gelesen habe, schön aussehen. Das ist bei Taschenbüchern nicht immer so einfach, da sich der Rücken schnell durchbiegt oder Knicke aufweist. Aber wie ein YouTuber vor Kurzem in einem Video meinte: Bücher sind ein Werkzeug. Wenn man ein Buch das erste Mal liest, sollte es nicht als dickes, schweres Hardcover sein. Lieber auf das Taschenbuch warten. Darin kann man Passagen unterstreichen, sich Notizen machen, Ecken zur Markierung umknicken – es verwenden. Sich mit dem Inhalt, der Geschichte, auseinandersetzen.

Aktuell lese ich viel auf meinem E-Reader (einem Boox Palma 2). Hier lassen sich Passagen markieren und Notizen machen. Außerdem habe ich ein eigenes Notizbuch, wo ich mir Passagen und Zitate herausschreibe, Inhalte zusammenfasse und mir Gedanken mache. Es ist ein anderes Erlebnis, wie ich finde. Analog oder digital ist gar nicht so wichtig. Viel wichtiger ist, dass man Freude am Lesen hat, sich gerne mit einem Buch hinsetzt und sich damit auseinandersetzt.

Das Einzige, was ich raten würde, ist, sich keinen Kindle zu kaufen. Ebenso keinen Tolino oder Kobo oder wie sie alle heißen. Stattdessen würde ich zu einem Boox Go greifen oder anderen offenen E-Readern. Geräte, die mit einem Android-Betriebssystem daherkommen. Darauf kann man die Lese-Apps installieren, die man möchte. Sei es Amazons Kindle, die Tolino-App oder eine Lese-App wie der KOReader für Bücher, die man sonst wo digital erworben hat. Per HumbleBundle zum Beispiel. Ich mag es nicht, eingeschränkt darin zu sein, wo ich meine Bücher und Comics und Inhalte kaufe. Allerdings muss man sich damit auseinandersetzen wollen. Erneut gilt, das zu machen, was für einen selbst am einfachsten und komfortabelsten ist.

Supernatural Rewatch | The Family Business

Zu dem Zeitpunkt, wo ich diese Zeilen zu digitalem Papier bringe, ist es beinahe 20 Jahre her, dass Supernatural das erste Mal über unsere Bildschirme flackerte. Da war ich 15 Jahre alt. Unfassbar. Es gab viele Serien, die mich lange begleitet haben, aber wohl keine so intensiv und stetig, wie es Supernatural getan hat. Charmed und Stargate SG-1 kommen dem wohl noch am nächsten, genauso wie Criminal Minds. Eigentlich eine sehr interessante und abwechslungsreiche Auswahl, wenn man es sich genau ansieht. Neben Criminal Minds ist Supernatural aber die Serie, die ich am längsten während ihrer Laufzeit verfolgt habe. Immerhin lief sie 15 Jahre lang. Und auch wenn ich zwischendurch mal nicht geschaut habe und ein paar Jahre pausierte, so komme ich doch immer wieder zu ihr zurück. Man könnte es als »comfort food«, »guilty pleasure« oder Ähnliches bezeichnen. Doch ich mag diese Begriffe nicht. Sie sind für mich zu negativ behaftet, als wäre es etwas Schlechtes, sich mit diesen Dingen zu beschäftigen.

Supernatural ist einfach eine gut gemachte, spannende Serie. Waren die ersten 5 Jahre der Höhepunkt? Wie haben sich die folgenden Staffeln in den Gesamt-Mythos eingearbeitet? Was entwickelte sich überhaupt erst in den späteren Staffeln, das man eigentlich für ein Markenzeichen der Serie hält? Alles Fragen, denen ich im Laufe dieser Textreihe nachgehen möchte. Manche Episoden werde ich nur kurz besprechen, manche etwas länger. Es ist ein Experiment. Vielleicht breche ich es auch nach nur wenigen Folgen oder Staffeln ab. Doch will ich dieses Experiment wagen. Der MCU-Rewatch hat mir sehr viel Freude bereitet. Warum es nicht auch mit einer Serie versuchen. Wenn wir jede Woche eine Folge besprechen, dauert es immerhin nur sieben Jahre, bis alle Texte dazu veröffentlicht sind.

Auf jeden Fall hatte ich Lust, mich eingehender mit der Serie zu beschäftigen. Erneut in die Welt von Dean und Sam einzutauchen. Ihren brüderlichen Querelen, ihren Familien-Dramen und ihren Kämpfen gegen das Böse zu folgen. Vor vielen Jahren habe ich für den Blog Rogues Portal eine Retrospektive geschrieben, bevor ich dazu übergegangen bin, mir die Serie anzuschauen und Staffelbesprechungen zu machen. Sechs Staffeln weit bin ich gekommen. Vielleicht streue ich eine Übersetzung der Texte zwischendurch in diese Textreihe ein. Allerdings scheint es nur ein logischer Schritt, dass ich mich nun mit den einzelnen Episoden auseinandersetze.

Mal sehen, wo diese Reise hinführt. Es ist alleine schon daran zu erkennen, wie alt die erste Staffel von Supernatural ist, weil die erste Folge schlicht »Pilot« genannt wird. Keine großartige Bezeichnung, wie es ab Folge zwei sein wird. Einfach nur »Pilot«. So wie es sich eben gehört hat. Fangen wir also an, mit unserem wahrscheinlich längeren Unterfangen, die Welt von Supernatural en détail zu besprechen.

MCU Rewatch | Ant-Man and the Wasp: Quantumania

Mittlerweile bin ich bei MCU-Filmen stets skeptisch. Thor: Love and Thunder hat mich zu sehr schockiert, mit seiner unterirdischen Story, wankelmütigen Atmosphäre und abstrusen Charakteren. Doch Black Panther: Wakanda Forever war hervorragend und ein Testament dafür, was Marvel-Filme erreichen können. Ant-Man and the Wasp: Quantumania liegt irgendwo zwischen den beiden Vorgängern. Mit Quantumania starten wir in die fünfte Phase des MCU, die im Mai dieses Jahres, mit den Thunderbolts auch schon wieder zu Ende geht.

Grundsätzlich erzählt Quantumania eine interessante Geschichte. Janet van Dyne (Michelle Pfeiffer) war immerhin 30 Jahre in der gleichnamigen Welt, die sich quasi unter oder in unserer befindet, gefangen. Dann wurde sie von ihrem Mann Hank (Michael Douglas) und Tochter Hope (Evangeline Lilly) gerettet. Es war nur logisch, im dritten Film zu dieser Welt zurückzukehren. Zwei Filme lang wurde der Quantum-Realm als gefährlich eingestuft und angeteasert. Es wurde Zeit, in zu besuchen.

Das Kernthema des Films bleibt weiterhin Familie. Scott (Paul Rudd) gönnt sich eine Auszeit nach den Strapazen mit Thanos, hat ein Buch geschrieben und genießt sein Leben. Doch seine Tochter Cassie (Kathryn Newton) hält ihn ganz schön auf Trab. Sie macht bei Demonstrationen mit, engagiert sich sozial und wird regelmäßig verhaftet. Sie macht ihrem Vater sogar vorwürfe, dass er nichts macht. Eine steile These und nicht ganz nachvollziehbar. Wenn man das Universum gerettet hat, darf man sich mal eine Auszeit gönnen und mit dem eigenen Buch auf Tour gehen. Zudem hat Cassie mit Hank und Hope am Quantum-Realm geforscht (ohne Janet zu fragen, da diese nicht darüber reden will, was in den 30 Jahren passiert ist). Das Ergebnis ist, dass sie alle in diese winzige, doch ausufernde Welt gezogen werden und nun einen Ausweg finden müssen.

Wie gesagt, die Geschichte an sich ist toll. Die Dialoge zwischen Scott und Cassie gefallen mir, mit den Ausnahmen am Anfang des Films, recht gut. Sie kommen zwar nicht an den Charme der ersten beiden Filme heran, doch man spürt eine Verbindung zwischen den beiden. Genauso die Familie van Dyne. Es sind drei tolle Charaktere und von Schauspielgrößen gespielt, die keine Wünsche offen lassen. Die Welt des Quantum-Realms ist ebenso kreativ und reichhaltig gestaltet. Die Wesen strotzen nur so vor Fantasie, sehen überzeugend aus und die (digitalen) Kulissen wirken imposant. Marvel hat es geschafft, eine neue Welt zu erschaffen und uns näherzubringen, wäre da nicht ein kleines Problem namens The Volume.

Beim Volume dreht man Szenen auf einer Soundstage, die im Hintergrund mit hochauflösenden LED-Wänden ausgestattet ist, auf denen alles Mögliche projiziert werden kann. Am besten selbst einmal googeln. Es ist eine faszinierende Technologie, um CGI-generierte Welten direkt beim Dreh zu erfassen. Diese Technik wurde zum ersten Mal für The Mandalorian entwickelt und eingesetzt. Seitdem verbreitet es sich wie die Pest in anderen Produktionen. Denn so toll es sein mag, als Drehtechnik, so sehr sieht man es den Szenen an, dass sie im Volume gedreht wurden. Die Beleuchtung ist irgendwie falsch, die Charaktere passen nicht so recht zum Hintergrund und heben sich zu sehr davon an. Besonders am Anfang von Quantumania tat ich mir sehr schwer, in den Film reinzukommen.

Dann taucht auch noch M.O.D.O.K. auf. Ein Charakter, der mehr oder weniger ein schwebender Kopf ist. In den Comics mag ich ihn zwar auch nicht sonderlich, doch die Umsetzung dort ist einfacher. Er wirkt besser in einem Comic. In Live-Action sieht es lächerlich aus und reißt mich jedes Mal aus dem Film. Ja, ich bin tatsächlich irgendwann über die Offensichtlichkeit des Volumes hinweggekommen. Das ist aber weniger der guten Integration der realen und digitalen Welt zu verdanken als den schauspielerischen Leistungen. Trotzdem hat es eine Dreiviertelstunde gedauert, bis sich der »suspension of disbelieve« einstellen konnte. Bis ich also dem Film seine Welt abkaufte und mich auf die Erzählung richtig einlassen konnte.

Die schauspielerischen Leistungen, die durch die Bank fantastisch sind, inkludieren auch Jonathan Majors als Kang, The Conquerer. Er ist ein gewaltiger, Furcht einflößender Gegner und hätte der nächste große Bösewicht des MCU werden sollen. Wenn Majors nicht ein dummes, feiges, gewalttätiges Arschloch (bitte verzeiht die Wortwahl) wäre, das seine Freundin schlägt und misshandelt hat. Marvel hat ihn zu Recht gefeuert. Scheinbar haben sie nach Ersatz gesucht, aber es war schwer, ihn zu ersetzen, genauer gesagt jemanden zu finden, der den Charakter stattdessen verkörpern wollen würde. Ich finde es schade, dass die Handlungen eines Menschen solchen Einfluss auf das MCU haben können. Ein neuer Schauspieler hätte den Charakter sein eigen machen können. Es hätte sich mit Sicherheit jemand gefunden. Dafür kommt jetzt Robert Downey Jr. als Dr. Doom zurück. Man kann es noch so drehen, dass es zur Geschichte von Quantumania passt, nur die Mid-Credit-Szene muss man ignorieren.

Quatumania erzählt eine mitreißende Geschichte. Man merkt allerdings, dass die Effekte zu schnell gemacht wurden und The Volume ist kein Ersatz für gebaute Kulissen, das sieht man deutlich. Der Film hat scheinbar knappe 400 Millionen Dollar gekostet. Das ist doch absurd. Für dieses Geld erwarte ich mehr. Da kann man doch zwei Filme von Ant-Man and the Wasp drehen. Die Charaktere stehen für mich nicht unbedingt für solche Mega-Produktionen. Hier möchte ich etwas Kleineres, Intimeres erleben, so wie es die Vorgänger geschafft haben. Das gelingt Quantumania nur zum Teil. Auch wenn das Finale einiges wettmacht.

Android

Seit 14 Jahren bin ich begeisterter Apple-Benutzer. Mit dem iPhone 4 hat alles angefangen. Wobei es eigentlich etwas früher war. Meine Einstiegsdroge in das Apple-Universum war ein weißes MacBook. Wenn ich mich richtig erinnere, hatte das noch ein Kunststoffgehäuse. Doch es fühlte sich wertig an. Die Verarbeitung war toll und das Betriebssystem, im ersten Moment noch befremdlich, funktionierte einfach. Man musste sich keine großen Gedanken machen, sondern konnte es ohne Probleme nutzen. Windows Vista hat mich damals von Microsoft weggedrängt und in die Welt von Steve Jobs geführt.

Zehn iPhones habe ich seither besessen. Für 15 Jahre sehr viel, eigentlich. Es gab Zeiten, da habe ich fast jährlich gewechselt, dann wieder drei Jahre dasselbe benutzt. Wie es mir eben gerade hineinpasste bzw. ich es mir leisten konnte und wollte. Ich war stets zufrieden. Vor allem, weil das Ökosystem in sich hervorragend synergierte. MacBook, iPhone, iPad und Watch bilden ein gemeinsames Ganzes. Es ist bequem, unkompliziert und so lange es funktioniert und man mit den Geräten zufrieden ist, die Apple einem vor die Nase wirft, ist alles in Ordnung. Jedoch haben sich in letzter Zeit meine Anforderungen etwas geändert. Und alles begann mit einem kleinen eReader: dem Boox Palma 2.

Diesen habe ich mir vor einigen Monaten gekauft, weil ich einen offenen eReader wollte. Der Boox Palma 2 kommt mit Android ausgestattet daher. Das heißt, man kann sich beliebige Apps installieren. So bin ich in der Lage, nicht nur meine Kindle-Bücher zu lesen und den Kindle-Unlimited-Service zu nutzen. Tolino, Kobo oder auf HumbleBundle gekaufte Bücher sind kein Problem. Die Reader-App von Boox ist fantastisch und für die eigene Bibliothek mehr als ausreichend. Zudem kann ich darauf meine Zeitungen installieren (Falter und Salzburger Nachrichten) sowie in Instapaper gespeicherte Artikel laden. Es ist ein tolles Gerät. Doch für den alltäglichen Einsatz gab es ein Problem: Ich hatte nun immer zwei smartphoneförmige Geräte bei mir. Da musste es etwas Besseres geben.

Also habe ich gesucht, ob es nicht vollwertige Smartphones mit einem E-Ink-Display gibt. Der Boox Palma 2 hat keine Mobilfunk-Ausstattung, sondern nur WLAN. Doch ein reines E-Ink-Display wollte ich auch nicht. Wer schon einmal mit einem eReader hantierte, wird wissen, was ich meine. Zum Lesen sind sie großartig, aber die flüssigste Bedienung ist darauf nicht unbedingt möglich. Schließlich bin ich nach so einigen YouTube-Videos und Artikeln zum Thema auf die Marke TCL gestoßen. Die machen nicht nur Fernseher, sondern auch Smartphones. Eine Reihe ist mit ihrem NXTPAPER genannten Display ausgestattet. Dabei handelt es sich um eine angeätzte, matte Displaytechnologie, die E-Ink zu imitieren versucht. Das scheint sehr gut zu funktionieren, wie diverse Rezensionen und Tests berichten. Und es kostet „nur“ 250€; Mal mehr, mal weniger, je nachdem, wo man es gerade lagernd findet.

Bislang bin ich mit dem Gerät sehr zufrieden. Das Einrichten und Übertragen der Daten hat einige Zeit in Anspruch genommen. Ich weiß nicht, wie viele Passwörter ich eingegeben habe im Laufe der ersten zwei Tage, aber es waren viele. Zum Glück sind nun die wichtigsten in meinem Passwort-Manager der Wahl gespeichert, sodass ich immer und überall Zugriff darauf habe. Die meisten Apps konnte ich im Google Play Store finden und musste nur wenige Alternativen heraussuchen. Natürlich muss ich mich erst an die Bedienung von Android und dem TCL im Speziellen gewöhnen, doch das sollte ich hinbekommen. Immerhin dauert es ein bisschen, bis vierzehn Jahre Muskelgedächtnis überwunden sind.

Am meisten bin ich vom Display begeistert. Dieses hat drei Modi: Normal, Ink-Paper-Mode, Colour-Paper-Mode und Max-Ink-Mode. Es ist wirklich erstaunlich, was TCL in der Lage ist, aus dem Display herauszuholen. Die Ink-Modi sehen E-Ink zum Verwechseln ähnlich. Der Max-Ink-Mode ist nicht nur eine schwarz-weiße E-Ink-Imitation, sondern beschränkt die Nutzung auf acht Apps, die man frei wählen kann. Dann bekommt man nur mehr von diesen acht Apps Benachrichtigungen. Der Rest wird unterdrückt und Hintergrundaktivitäten werden auf ein Minimum reduziert. Das erhöht die Akku-Leistung gewaltig. In den nächsten Tagen und Wochen werde ich das Smartphone eingehend testen. Jedoch bin ich gewillt, ins kalte Wasser zu springen und es für mindestens ein Jahr zu verwenden. Dann kann ich wirklich sagen, ob es etwas taugt oder nicht. Das iPhone 16 Pro wird verkauft.

iOS hinter mich zu lassen bedeutet das Ende einer Ära. iPhones und Apple Watches haben mich durch viele Situationen hindurch begleitet. Aber es ist an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren. Google und Apple sind beides amerikanische Firmen. Am Smartphone-Markt gibt es aktuell und auf absehbare Zeit nur diese beiden Player. Android oder iOS war viele Jahre eine fast schon religiöse Frage. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Jetzt schaue ich mir eben die andere Seite an.

Fachrizal Maulana | Unsplash