Als Star Wars noch gut war

»Andor« ist vorbei. Nach zwei Staffeln ging die Vorgeschichte zum Prequel von Episode IV zu Ende. Damit haben wir ein schönes Dreiergespann aus der Andor-Serie, dem Film »Rogue One« (welcher eigentlich das Serienfinale ist, wenn man es genau nimmt) und eben Episode IV. Die Serie rekontextualisiert sehr viel, was in den Filmen passiert. Charaktere bekommen Hintergrundgeschichten, die man sich nie erwartet hätte, und man spürt förmlich den Druck, den Kampf und die Opfer, die für den ersten Sieg der Rebellion vonnöten waren. Andor ist aber nicht nur eine gute Star-Wars-Serie. Für mich ist sie auf gleichem Niveau wie »Breaking Bad« oder die besten Staffeln von »Game of Thrones«. Man muss sie gesehen haben, wenn man an Serien interessiert ist.

Leider wird es für lange Zeit das Beste sein, was Star Wars unter der Herrschaft von Disney zu produzieren weiß. So etwas wird es nicht mehr geben. Ich hatte die Hoffnung auf gutes Star Wars schon aufgegeben, doch dann kam die zweite Staffel Andor. Die Serie hat gezeigt, was in dem Franchise steckt, wenn man es ernst nimmt und gute Geschichten erzählen möchte. Sie hat auch gezeigt, dass keine Lichtschwerter oder billiger Fan-Service notwendig sind. Es reichen gut geschriebene Charaktere, ein spannender Plot – eine gute Geschichte eben. Seitdem hat es mich wieder unter den Fingern gejuckt, mal wieder etwas tiefer in dieses Universum einzutauchen. Die Frage ist nur: Wo fängt man an?

Ich habe über die Jahre viel Star Wars gelesen und geschaut. Seien es die tollen Animationsserien »Clone Wars« oder »Rebels«. Oder die unzähligen Comics, die über die Jahrzehnte erschienen sind. Auch Bücher habe ich so einige gelesen. Sowohl in der mittlerweile als »Legends« betitelten alten Zeitlinie, bevor Disney Star Wars übernommen hat, als auch im neuen Kanon. Deshalb ist die Frage, wo man anfangen bzw. weitermachen soll, nicht so einfach zu beantworten. Wohin geht man also? Richtig, zurück zu den Anfängen. Ins Jahr 1991, als das erste Star-Wars-Buch von Timothy Zahn erschien (»Heir to the Empire«). Es ist das erste Buch seiner Thrawn-Trilogie und bildete mehr oder weniger den Auftakt für eine jahrelange und durchaus erfolgreiche Publikationsgeschichte von Star-Wars-Büchern.

Ich habe zwar die ersten beiden Bücher vor Jahren schon einmal gelesen, aber nie das dritte Buch. Deshalb wollte ich mein Gedächtnis etwas auffrischen und die Trilogie von neuem starten. Beim ersten Mal habe ich es auf Englisch gelesen, jetzt habe ich mir die deutschen Versionen zugelegt. Vom ersten Band gibt es sogar eine kommentierte Fassung. Diese kann ich sehr empfehlen. Man erfährt so einige Hintergründe zum Buch von Timothy Zahn selbst. Vor allem finde ich die Kommentare gut, um das Buch zeitlich besser einordnen zu können. Star Wars gibt es nun schon so lange und es gibt so viele mediale Erzeugnisse, dass man manchmal vergisst, dass 1991 nichts davon existierte. Manche Planeten, Spezies oder Techniken gab es entweder noch nicht oder hatten noch keine Namen. Deshalb finde ich es so spannend, die Kommentare zu lesen. Man taucht in eine andere Ära des Franchise ein.

Ich habe aktuell gerade einmal das erste Buch durch, hatte aber wieder eine tolle Zeit damit. Die Schlachten sind anschaulich beschrieben und die Charaktere wahnsinnig gut ausgearbeitet. Man hat von den bekannten Charakteren rund um Luke, Leia, Han und Chewie die Gesichter und Stimmen der Schauspieler*innen im Kopf. Doch auch die neuen Zugänge sind mit Leben gefüllt und wirken echt. Ihre Beweggründe und Hintergrundgeschichte sind nachvollziehbar und offenbaren sich Stück für Stück. Erneut begeistert mich Timothy Zahn mit diesem Buch und ich freue mich, demnächst mit dem zweiten Teil weiterzumachen.

MCU Rewatch | Spider-Man: No Way Home

Ich freue mich, wenn ich Unrecht habe. Es bedeutet, ich habe etwas dazugelernt. Besonders, wenn ich eine Meinung revidieren muss, die hauptsächlich auf derjenigen von anderen beruht hat. Wenn ich mich zu sehr habe beeinflussen lassen. Halte ich wirklich etwas für richtig oder falsch oder plappere ich einfach nur das nach, was mir gerade in den Kram passt und denke nicht weiter darüber nach? Habe ich mir die Mühe gemacht, meine Meinung zu hinterfragen? Das gilt für die großen Dinge im Leben, wie für die kleinen. Denn wenn man nicht bereit ist, im Kleinen zu hinterfragen und die eigene Meinung soweit flexibel zu halten, dass, wenn sich neue, bessere Informationen auftun, diese Meinung revidiert werden kann, wie sollte es dann im Großen funktionieren? No Way Home ist ein Beispiel dafür.

Als ich Ende 2021 aus dem Kino kam, lebte der Film von den Reaktionen des Publikums. Die Auftritte von Tobey Maguire und Andrew Garfield sind nun schon fast legendär. Später, als ich den Film zu Hause erneut geschaut habe, war ich in der Trotz-Phase des MCU. Ich dachte mir, der Film verlässt sich zu sehr auf die beiden ehemaligen Spider-Man-Schauspieler und dass die Szenen absichtlich so gedreht sind, dass das Publikum Zeit hat, zu reagieren. Mit etwas mehr Abstand und mit diesem Rewatch denke ich anders darüber. Der Auftritt der beiden ist allgemein ruhig gedreht, langsam und lässt sich Zeit, aber es ist auch gerade eine schwierige Phase für unsere Protagonisten. Es passt in das Gesamtkonzept des Films.

Spider-Mans Identität wurde verraten. Der eigentliche Bösewicht aus dem letzten Teil, Quentin Beck aka Mysterio, steht als Held da. Spider-Man als Mörder. Peter Parker steht im Rampenlicht, wird von der Presse und überhaupt von allen Menschen verfolgt. Es zerstört das Leben seiner Freunde und Familie. Natürlich wendet man sich dabei an den wohl mächtigsten Magier, den man kennt. Dass es Wong ist, der unabsichtlich die ausschlaggebende Idee liefert, die Welt vergessen zu lassen, dass Peter Parker Spider-Man ist, ist gut gemacht. Dass Dr. Strange so schnell einwilligt und bereit ist zu helfen, mag etwas verwundern, aber die beiden haben viel miteinander durchgemacht. Er sieht Peters Verzweiflung und dass es nicht nur um ihn geht. Nur unterbricht Peter ständig die Prozedur, weil ihm neue Ausnahmen in den Sinn kommen. Die folgende Auseinandersetzung ist das Einzige, was mich an No Way Home wirklich massiv stört.

Denn zum einen war es nicht Peters Idee, die Welt vergessen zu lassen, sondern die von Dr. Strange. Allerdings wirft der Zauberer es Peter an den Kopf. Außerdem hätte er Peter vorher fragen können, ob es Ausnahmen geben soll. Immerhin ist er in dieser Situation der Erwachsene. Er hat die Erfahrung mit Magie und welche Konsequenzen sie hat. Den noch sehr jungen Peter etwas anleiten, wäre durchaus machbar gewesen. Mir ist durchaus bewusst, dass der Film hier versucht, Peter im Lauf der Handlung immer mehr Schuld aufzuhalsen, doch diese eine Szene widerspricht sich selbst und das stört mich. Es hätte nicht viel gebraucht und sie hätte sehr viel besser funktioniert. Einfach ein paar Sätze anders formuliert würden die ganze Unterhaltung besser machen. Doch der Rest macht dieses Manko mehr als wett.

Die berühmtesten und besten Bösewichte aus den vergangenen Spider-Man-Filmen feiern eine gebührende Rückkehr. Dock Ock, Green Goblin, Elektro, Sandman, Lizard – sie alle werden von dem fehlgeleiteten Zauber in dieses Universum gezogen. Mir gefällt es auch, dass es Tante May ist, die das Zünglein an der Waage ist und Peter eintrichtert, dass es selbst diese Menschen verdient haben, dass ihnen geholfen wird. Es ist eine schöne Szene und fast kauft man Norman Osborn es ab. Er sieht bedauerlich aus, doch Willem Dafoe ist ein dermaßen guter Schauspieler, er spielt den Charakter stets so, dass man nicht weiß, was er als Nächstes macht. Sehr unheimlich.

Mir gefällt es auch, dass Ned und MJ sofort bei dem Plan dabei sind. Sie sind nicht sauer auf Peter oder machen ihm Vorwürfe. Schlechtere Filme würden sofort wieder ein Drama daraus machen. Doch nicht No Way Home. Es zeigt das Vertrauen und die Freundschaft, die die drei verbindet. Sie kennen sich nun schon so lange, sind in das Geheimnis eingeweiht und wollen nur das Beste. Dass sie zusammenarbeiten wollen, um den Menschen zu helfen, die sie eigentlich töten wollen, ist beeindruckend. Sie wollen sie aber auch vor dem Tod retten und ihnen eine Chance geben, ihrem ursprünglichen Schicksal zu entkommen. Es ist eine nette Botschaft, die in No Way Home immer wieder zu finden ist; Zusammenarbeit, Vergebung, zweite Chancen.

Ich muss wohl nicht sagen, dass die Schauspieler, die hier erneut ihre Bösewichte mimen, hervorragend in ihren Jobs sind. Ich bin sehr froh, dass ich die Spider-Man-Filme in diesem Rewatch mitgenommen habe. So sind die Charaktere noch frischer im Gedächtnis. Es macht Freude, sie hier wiederzusehen. Sie aber auch anders zu sehen, in neuen Kontexten. Die Charaktere werden mit Respekt behandelt und ihnen wird ein neuer Pfad gezeigt. Ich bin gespannt, ob Marvel und Sony daraus nochmal etwas machen. Doch es sind nicht nur sie, die hier eine tolle Performance abliefern. Der gesamte Cast agiert auf höchstem Niveau. Sie wissen wohl, dass es zum Teil ihre letzte Performance im MCU sein könnte und geben alles. Es ist das Ende Home-Trilogie und das Ende von Spider-Man, so wie wir ihn kennen. Der kommende vierte Teil muss einiges anders machen.

Besonders hat mich eine ganz einfache Szene berührt. Nachdem die Bösewichte aus dem Apartment ausgebrochen und verschwunden sind, ist Peter gebrochen. Er ist verletzt, doch das alles tut nicht so weh, wie der Verlust, den er hat erleiden müssen. Dass May es ist, die dieses Mal die berühmten Worte zu Peter spricht, ist einfach nur schön, aber genauso tragisch. Marisa Tomei und Tom Holland spielen hier alle an die Wand und zeigen, was sie können. Es ist eine wahnsinnig traurige, ausgezeichnet gemachte Szene. Doch Peter muss flüchten und hat keine Zeit, lange zu trauern. Schließlich findet man ihn auf dem Dach der Schule. Ich mag die Szene, die sich dann abspielt. Zuerst die Unterstützung von MJ und Ned. Ganz ohne Worte. Dann die Unterhaltung mit den anderen Spider-Men. Es zeigt, dass Peter nicht alleine ist. Ein toll geschriebener Dialog, der so wichtig für die Charaktere ist. Hut ab.

Die darauffolgende Zusammenarbeit der drei Peters gefällt mir außerordentlich gut. Zuerst im Labor, dann beim Kampf gegen die Bösewichte. Sie teilen Geschichten aus ihrer Vergangenheit, helfen sich beim Einrenken steifer Rücken und lernen echte Zusammenarbeit. Es ist eine Genugtuung für Spider-Man-Fans, und ich hätte mir nie gedacht, dass ich sie einmal so sehen würde. Einfach großartig. Der ganze Film ist voller beeindruckender Auseinandersetzungen und gut geschriebener Dialoge. Wie der Kampf in der Spiegel-Dimension zwischen Strange und Peter. Es gibt so viele Höhepunkte, es sind zu viele für einen Text. Irgendwie haben Texte über Spider-Man bei mir immer die Tendenz, sehr lang zu werden.

Doch ich mag den Charakter unfassbar gerne. Er begleitet mich schon mein Leben lang. Ihn in Filmen zu sehen, die dann auch noch mit so viel Liebe zum Detail gemacht sind, lassen mein Herz höher schlagen. No Way Home ist eine Kulmination aus allem, was bisher geschehen ist. Tobey Maguire, Andrew Garfield und Tom Holland haben jeweils ihre eigene Version von Peter Parker und Spider-Man gespielt. Das hier ist eine Ehrung für sie und diejenigen, die sie auf diesem Weg begleitet haben. Es ist episch, tragisch und hat alles, was ein guter Superheldenfilm braucht.

Für den vierten Teil würde ich mir wünschen, dass er etwas ruhiger wird. Keine Multiversum umspannende Erzählung. Vielleicht wieder etwas kleiner, bodenständiger, mit der Tendenz zu mehr. Aber ich lasse mich gerne überraschen und eines Besseren belehren. Wenn das Drehbuch stimmt und die Effekte so toll aussehen wie hier, bin ich gerne bereit, meine Meinung zu ändern.

eBoox mal anders

Digitale Bücher sind ja so eine Sache. Kauft man sich einen Kindle von Amazon, ist man quasi gezwungen, dort die Bücher zu erwerben. Kauft man sich einen Tolino, ist man zwar etwas offener unterwegs, aber bleibt wahrscheinlich auch bei einem Anbieter. Beispielsweise Thalia, wie in meinem Fall. Natürlich lassen sich auf beiden woanders erworbene eBooks lesen. Zumindest zu einem gewissen Grad. Doch meist bleibt man im Ökosystem des Herstellers. Soweit zumindest meine Unterstellung. PDF-Dateien darauf zu lesen, ist nicht angenehm, außer auf den großen und damit auch teuren Geräten, würde ich vermuten. Doch gibt es eine Alternative dazu?

Von Smartphones und Tablets sind wir es gewohnt, Apps zu installieren. Jede erfüllt einen bestimmten Zweck. Auf dem iPad kann ich nicht nur meine Bücher von Kindle und Tolino lesen, sondern auch Apps für Comics installieren. Es gibt unzählige Apps für DRM-freie eBooks, die mir viele Optionen und Einstellungsmöglichkeiten bieten. Warum gilt das also nicht für meine ePaper-Geräte? Schon vor längerer Zeit habe ich sämtliche eReader verkauft. Das hört sich jetzt nach sehr viel an, tatsächlich waren es nur ein älterer Kindle und ein bereits gebraucht erworbener Tolino Shine (ich glaube Version 3). Zum Mitnehmen waren sie mir zu groß und wirklich verwendet habe ich sie nicht, wenn ich ehrlich bin. Dann bin ich auf ein Gerät gestoßen, das sehr viel mehr Optionen bietet als diese: den Boox Palma 2.

Dabei handelt es sich um einen eReader in der Größe eines Smartphones. Wie ein Kindle oder Tolino verfügt er über einen ePaper-Display. Nur ist darauf Android installiert. Das heißt, ich kann darauf alle möglichen Apps installieren. Daher kann ich nicht nur Apps wie KOReader oder Instapaper verwenden, sondern auch den Falter darauf lesen. Es ist großartig und das ePaper-Display erfüllt seinen Zweck hervorragend. Man kann auch zwischen verschiedenen Modi wechseln. Je nachdem, was man machen möchte. Scrollt und sucht man im Moment mehr, kann man einen Modus mit mehr FPS, aber geringerer Auflösung aktivieren. Liest man stattdessen und möchte gestochen scharfe Buchstaben haben, wechselt man in den HD-Modus. Es gibt vier unterschiedliche Modi und diese lassen sich zum Glück pro App einstellen, sodass man nicht immer manuell wechseln muss.

Ich bin vom Boox Palma 2 wirklich begeistert. Ich habe immer gerne eine kleine Umhängetasche dabei, damit ich nicht alles in die Hosen- oder Jackentaschen stecken muss und es dann verliere. Der Palma 2 hat noch ganz leicht Platz darin. Seitdem lese ich im Zug vermehrt und nehme ihn einfach überallhin mit. Ich lese generell wieder mehr und das handliche Format ist einfach toll. Praktisch ist auch, dass man mit den Lautstärketasten die Seiten umblättern kann. Zwar kostet der Palma 2 knapp 300€, aber dadurch, dass ich die anderen Geräte verkauft habe und meine Apple Watch losgeworden bin, sowie einige Bücher und Blu-rays verkauft habe, die ich nicht mehr benötigt habe, war das Gerät leicht im Budget drin. Ich denke, der Boox Palma 2 wird mich noch längere Zeit gute Dienste leisten.

Geek-Planet | The Walking Dead: Book 5

Wie jeden Donnerstag werfen wir auch heute wieder einen Blick in die Vergangenheit. Genauer gesagt auf den 14. September 2016. Damals erschien der folgende Text auf meinem Blog »Geek-Planet«, den es heute allerdings nicht mehr gibt. Trotzdem möchte ich, dass meine alten Texte auffindbar sind. Deshalb suche ich mir jede Woche einen heraus, redigiere diesen, versehe ihn mit einer Anleitung und veröffentliche ihn erneut.

Im Laufe der Jahre gab es sehr viele Charaktere in The Walking Dead. Dann gibt es natürlich noch die Unterschiede zwischen der Serie und dem Comic. Sei es, dass Charaktere unterschiedliche Entwicklungen durchmachen oder generell anders dargestellt werden als im anderen Medium. Manche tauchen dann gar nicht auf oder werden ersetzt. An Abraham kann ich mich gar nicht mehr erinnern, egal ob im Comic oder der Serie. Deshalb empfinde ich es als nochmal spannender, diese alten Texte durchzugehen. Ich kann mir die Story-Arcs erneut ins Gedächtnis rufen. Lediglich den Drang, die Serie oder den Comic erneut zu lesen oder zu schauen, muss ich unterdrücken. Aktuell habe ich schon reichlich Rewatch-Projekte am Laufen, da muss sich nicht auch noch The Walking Dead dazu gesellen.


Der Governor ist tot, das Gefängnis ist überlaufen mit Zombies und Rick und Carl sind von der Gruppe getrennt. Also alles in allem eine gute Ausgangssituation für einen spannenden Handlungsbogen.

  • Creator, Writer: Robert Kirkman
  • Penciler, Inker, Cover: Charlie Adlard
  • Gray Tones: Cliff Rathburn
  • Letterer: Rus Wooton
  • Erstveröffentlichung: 2010
  • Ausgaben: #49 bis #60

“Let me tell you how the world works since you fuckers don’t seem to have been paying attention for the last goddamn year of hell on earth we’ve all been living.” – Sergeant Abraham Ford

Wenn man so die Comics durchgeht und bereits die Serie gesehen hat, fällt auf, dass die Drehbuchautoren zwar die ikonischen Szenen herausgesucht haben, allerdings deren Kontexte geändert haben. Da wäre zum Beispiel die Szene, in der sich Rick, Carl und Abraham (in der Serie ist es Daryl) auf einer einsamen Straße befinden und von einer nicht gerade freundlich gesinnten Gruppe überfallen werden. Als sie dann Carl missbrauchen wollen, beißt Rick einem von ihnen die Halsschlagader durch, um seinen Sohn zu retten. Eine schockierende Szene, die in der Serie nicht weiter erwähnt wird oder Konsequenzen hat. Doch wenn man die Szene im Comic verfolgt, ist sie zwar immer noch schockierend und man feiert es irgendwie, weil es sowohl ein unerwarteter als auch cooler Move von Rick ist. Jedoch erfüllt die Szene einen Zweck. Es steckt mehr dahinter.

Denn nachdem sie Abraham begegnet sind, können sich Rick und er nicht sonderlich leiden. Was vorwiegend daran liegt, dass Abraham mit Dingen zu kämpfen hat, die er seit sich die Welt weiter bewegt hat (eine Stephen King Referenz) tun musste. Doch auf das Erlebnis hin nähern sie sich etwas an. Die drei Männer erzählen sich von den Taten, die sie gezwungen waren zu tun, oder von Ereignissen, die sie durchlitten haben. Sie erkennen, dass sie aus demselben Holz geschnitzt sind. Sie würden alles für ihre Familien tun oder haben alles für sie getan, was in ihrer Macht stand. In der Serie erfüllt Ricks Tat allerdings keinen besonderen Zweck. Sie ist einfach nur da.

Was wir in der Story-Arc „here we remain“ auch erleben, ist besonders für die weitere Entwicklung von Carl von großer Bedeutung. Rick wurde verletzt und muss gegen die Infektion sowie ein daraus resultierendes Fieber kämpfen. Dies schwächt ihn so sehr, dass er ohnmächtig wird und Carl sich um alles kümmern muss. Aus Angst und Trotz spricht er die Unabhängigkeit von seinem Vater aus. Er will sich selbst beweisen, dass er ihn nicht mehr braucht und auf sich selbst aufpassen kann. Dies ist zwar nur die halbe Wahrheit, doch die Umsetzung ist beeindruckend.

Immense doppelseitige Zeichnungen und die detaillierten Darstellungen der Protagonisten bilden eine dichte Atmosphäre. Als es Rick schließlich wieder besser geht, erleben wir die berühmte Sequenz mit dem Telefon, die in der Serie im Gefängnis stattfindet. Auch wenn man weiß, wie es endet, so ist es trotzdem herzzerreißend, alles mitzuverfolgen. Eben jene Sequenz ist ein anschauliches Beispiel, welchen Nutzen so etwas erfüllen kann. Ist es in der Serie nur für sich stehend, wird das Telefon im Comic später noch einmal aufgegriffen, damit sich Rick und Michonne näher kommen. Sie entdecken eine Gemeinsamkeit.

Es wird im Comic einfach darauf geachtet, allem seine Zeit zu lassen und sich langsam zu entfalten. Um vielleicht in Hershels Terminologie zu sprechen: Zuerst werden mit bestimmten Szenen Samen gestreut, die später Früchte tragen. Somit ist vieles nachvollziehbarer. Allerdings gibt es auch Beispiele, die ich nicht ganz so zugänglich finde. Dale würde am liebsten wo ansässig werden und nicht mehr durch die Gegend ziehen. Soweit so gut, doch um dieses Ziel zu erreichen, ist er bereit, Gefahren einzugehen, die nicht nur sein Leben, sondern ebenfalls das von Andrea und den Zwillingen bedroht. Sehr nachlässig, wenn man seine bisherige Vergangenheit betrachtet. Es bleibt spannend, wie lange er noch bereit ist, der Gruppe zu folgen.

Kommen wir aber nun zu Abraham und seinem Gefolge. Ich bin ja ein bisschen aus der Serie vorbelastet, da ich dort Eugene als einen der unsympathischsten Charaktere empfinde. Da er bisher genauso im Comic porträtiert wird, sieht es nicht gut für ihn aus. Mal sehen, wie es weiter geht mit ihm und wann er Abraham die Wahrheit erzählt. Über Rosita kann ich noch nicht so viel sagen, da sie bisher wenig zu tun hatte. Aber Abraham kommt genauso cool rüber, wie in der Serie. Seine Vergangenheit bzgl. was seiner Familie zugestoßen ist, verleiht ihm etwas Tiefsinnigeres und ich freue mich, ihn mehr mit der Gruppe interagieren zu sehen.

Was mich offen gestanden etwas überrascht hat, ist die Ansprache, die Abraham hält. Er wirft der Gruppe um Rick vor, sie würden sich nicht besonders gut auskennen. Zum Beispiel wissen sie nicht einmal, dass Schüsse Zombies anlocken oder sich daraus resultierend irgendwo große Herden bilden können. Dafür, dass bereits ein Jahr vergangen ist, hat mich diese Naivität oder Leichtsinnigkeit doch sehr überrascht. Abraham tut der Gruppe sicher gut und kann ihnen noch einiges beibringen.

Als Letztes haben wir dann noch Morgan, der wieder auf der Bildfläche erscheint und wahrscheinlich für einiges an Unruhe sorgen wird. Etwas, das mir besonders gut gefällt, ist, dass wir frühere Standorte wieder besuchen wie die Polizeistation. So kann man sich besser auf diese Welt einlassen und erhält ein glaubwürdigeres Bild von ihr, anstatt nur von einem Checkpoint zum nächsten zu springen.

Von Stadtfesten und Leuchttürmen

Eigentlich wollte ich aus mannigfaltigen Gründen am Wochenende nicht nach Salzburg. Feucht, schwül, heiß und dazu ein paar tausend Menschen, die sich am Stadtfest goutieren (kann man das so sagen?). Das ergibt eine Mischung, zu der ich mich nicht unbedingt gesellen muss. Hinzu kommt, dass die Fahrt mit der Lokalbahn nach Salzburg im Sommer nicht gerade angenehm ist. Von Klimaanlagen hat da noch niemand etwas gehört; von den unzähligen, schwitzenden Menschen, die sich während des Sommers jeden Tag auf den Sitzen niederlassen, gar nicht erst zu sprechen. Was für ein wunderbares mentales Bild. Also schnell weiter.

Alles gute Gründe, nicht nach Salzburg zu fahren, aber es zog mich dann doch hin. Hauptsächlich deshalb, weil mein aktuelles Leuchtturm1917-Notizbuch (A5, gepunktet, Softcover) sich dem Ende nähert und nun ein neuer Monat begonnen hat. Es musste also ein neues her. Zwar habe ich vor ein paar Wochen welche direkt beim Hersteller geordert, aber der Versand ist alles andere als schnell und es war absehbar, dass die Bestellung nicht mehr rechtzeitig ankommen wird. Zum Glück habe ich vergangene Woche beim Schlendern durch die Straßen gesehen, dass es eine Papeterie in der Grießgasse gibt, die Notizbücher von Leuchtturm1917 verkauft. Also machte ich mich vor neun Uhr morgens auf den Weg in die Stadt, um noch vor den Menschenmassen wieder zu Hause zu sein.

Freund J. hatte ebenfalls Zeit, also konnte man noch genüsslich einen Spaziergang durch die Stadt machen, bevor das Geschäft um 10 Uhr seine Pforten öffnete. Natürlich durfte etwas Kaffee nicht fehlen. Nach der – etwas ausgearteten – Shoppingtour durch das kleine Geschäft gab es noch Eis und einen weiteren Kaffee. Das Coffeehouse bietet zudem sehr leckeren, selbst gemachten Eistee an. Sehr empfehlenswert.

Es war durchaus seltsam, vor dem Beginn des Stadtfestes an diesem Tag durch die Stadt zu gehen. Viele Straßen waren gesperrt und man musste den inneren Instinkt unterdrücken, sich ausschließlich am Gehsteig zu bewegen. Vor allem über die Staatsbrücke und die direkt anschließenden Straßen zu gehen, war interessant. Normalerweise hat man hier eine unterschwellige Angst, jederzeit von Bussen oder wahnsinnigen Autofahrern überfahren zu werden; nun entspannt mitten auf der Straße zu gehen, war ein besonderes Gefühl. Es standen Biertische für die Gäste bereit, und jedes noch so kleine Geschäft hatte eine Bar vor der Tür. Für die Läden zahlt sich das Fest mit Sicherheit aus.

Pünktlich zu Mittag saß ich dann schon wieder im Zug auf dem Weg nach Hause. Inklusive einer vollen Einkaufstasche. Wie angedeutet, habe ich mir nicht nur das eine A5, Softcover Notizbuch mit Punkteraster gekauft. Ich habe noch ein Bullet Journal mitgenommen, ein paar A6-Notizbücher, die ich sicherlich auch irgendwann brauchen werde und B6-Notizbücher, deren Zweck sich mir zwar noch nicht erschlossen hat, der mir aber sicherlich einfallen wird. Man merkt, ich habe eine gewisse Schwäche für Leuchtturm1917-Produkte. Sie sind qualitativ hervorragend, kosten zwar entsprechend mehr Geld, aber in meinen Augen sind sie das auch wert.

Hinzu kommt: wenn man einmal einen Hersteller für sich entdeckt hat, muss man sowieso bei diesem bleiben. Moleskin hat andere Formate als Leuchtturm, beispielsweise. Was ich nicht verstehe. Die DIN-Formate wurden erfunden, damit man einen gewissen Standard etablieren kann. Im Regal sieht es doch bescheuert aus, wenn mit jedem neuen Notizbuch eine andere Größe und Breite Einzug hält. Deshalb bleibe ich bei Leuchtturm1917. Für mich ist A5 ein ideales Format. A6 verwende ich für meine tägliche Bullet-Journal-Praxis. Es ist kompakt und lässt sich leicht mitnehmen. Wenn dann noch irgendwann die Bestellungen (man beachte die Mehrzahl) von Leuchtturm1917 eintreffen, sollte ich für die nächsten Monate gerüstet sein. Das Zeug war auch teuer genug.

Der Sommer kann kommen

Eigentlich ist er ja schon da. Über 30 Grad Celsius sind keine Seltenheit mehr. Doch in der Nacht kühlt es zum Glück noch auf unter 20°C ab. So bleibt es noch angenehm. Außerdem unterbrechen diverse Gewitter und Regenfälle die Hitze. Zwar ist es danach schwül und noch anstrengender, trotzdem tut es gut, wenn zwischendurch die Luft gereinigt und Pollen weggeschwemmt werden.

Ich habe eine Dachgeschosswohnung. Diese wird selbst ohne tropische Nächte warm. Am Abend, wenn man im Bett liegt und auf einen erholsamen Schlaf hofft, kann es durchaus dauern, bis einen der Sandmann ins Traumland entführt. Seit Jahren überlege ich, mir eine Klimaanlage zu kaufen. Dieses Jahr habe ich es endlich getan. Keine fixe, sondern eine mobile. Für eine fix installierte Klimaanlage müsste man wieder stemmen, Leitungen verlegen und so weiter. Alles viel zu teuer und aufwendig. Auch wenn die mobile Klimaanlage von DeLonghi nicht gerade günstig war, ist es mit Sicherheit günstiger als die Alternative.

Ich habe mich für das Modell »Pinguino PAC EX105« entschieden. Erst hatte ich mit den niedrigpreisigeren geliebäugelt, doch die Rezensionen waren sich fast alle einig, dass diese trotz der sehr guten Kühlleistung viel zu laut sind. Die EX105 hat einen Silent Mode und nach den ersten Tagen kann ich sagen, dass sie selbst im normalen Betrieb nicht störend laut ist. Wobei man berücksichtigen muss, dass sie bei mir nur im Schlafzimmer steht. Dieses ist gut positioniert und Vorraum, Küche und Esszimmer sind quasi ein Raum. Von daher wird die restliche Wohnung gut mitgekühlt. Auch praktisch: Das Kondenswasser muss nicht abgelassen werden. Das Gerät verfügt über einen Verdampfer und pustet es mit der Abluft aus dem Fenster.

Das ist der einzige Nachteil, wenn man so will, an den mobilen Geräten: Der Abluftschlauch muss irgendwie am Fenster montiert werden. Es gibt natürlich diverse Anbauten, die man sich besorgen kann, doch sind mir diese zu aufwendig. Ich klemme den Schlauch einfach in das halb geöffnete Fenster ein, sichere es mit einem schweren Gegenstand und gut ist. Das Gerät verfügt über genug Leistung, damit etwaige warme Luft, die durch das Fenster herein kommen würde, gleich abgekühlt wird.

Die gesamte Wohnung ein bisschen zu kühlen und Luftfeuchtigkeit loszuwerden, ist ein netter Nebeneffekt. Mir ging es hauptsächlich um das Schlafzimmer. Man braucht einen erholsamen Schlaf, und wenn es erst einmal mit den tropischen Nächten losgeht, ist das ohne Klimagerät kaum möglich. Insofern hat sich das Gerät auf jeden Fall ausgezahlt. Immerhin bin ich jetzt schon begeistert davon. Übrigens läuft sie natürlich nicht den ganzen Tag, sondern nur abends ein paar Stündchen. Das reicht vollkommen aus. Auch in der Nacht ist das Klimagerät ausgeschaltet. Man muss es ja nicht gleich übertreiben.

Star Wars Diorama

Klemmbausteine sind ein tolles Hobby. Ich finde es äußerst entspannend, ein Set zu bauen und nebenbei eine Serie oder ein Let’s Play auf YouTube zu schauen. Man kann natürlich auch kreativ bauen und sich selbst Sachen ausdenken oder aber die vorhandenen Sets erweitern, ausbauen und detaillierter gestalten. Es gibt MOCs, deren man sich bedienen kann. Unzählige Möglichkeiten. Doch wie jeder Klemmbausteinenthusiast bestätigen kann, ist Platzmangel eine dauerhafte Herausforderung. Besonders wenn man die Sets von BlueBrixx mag, denn diese eskalieren ständig, was Größe und Detailgrad ihrer Sets anbelangt.

Deshalb bin ich mittlerweile ein großer Fan vom kleineren Mikro-Maßstab. Damit lassen sich sehr viel größere Landschaften und Dinge auf sehr viel kleinerer Fläche darstellen. Beispielsweise hat BlueBrixx von der Marke Modbrix (die sie jüngst erworben haben) diverse Dioramen im Angebot, die von Star Wars inspiriert sind. Ich habe mir letztens ein Diorama von Episode II gegönnt. Hier bekämpfen sich gerade die Klonkrieger mit der Droidenarmee. Die Klone als auch die Droiden selbst sind gerade einmal zwei 1×1-Noppen groß. Die Schiffe und sonstige Gefährten lassen sich auf diesem kleinen Maßstab noch erstaunlich gut darstellen. Laserschüsse sind durch farbige Balken dargestellt. So wirkt das ganze Diorama sehr viel dynamischer.

Das Praktische an solchen Sets ist auch, dass sie günstiger sind als ihre großen, wuchtigen Counterparts. Zwar sind es hier teils viele verbaute Teile, doch es sind hauptsächlich kleine Teile. Dadurch ist das Gewicht überschaubar und die Kosten sind entsprechend günstiger. Ich werde mir sicherlich noch ein paar mehr zulegen. Besonders freue ich mich auf die von Hoth inspirierten Sets. Mit den eigenen Teilen kann ich diese Sets sicherlich noch erweitern. Klemmbausteine auf diesem Maßstab finde ich besonders putzig. Es lassen sich erstaunlich viele Details einbauen. Und auch wenn manches nur angedeutet wird, erkennt man meist sofort, was gemeint ist. Es ist ein fantastisches Hobby.

Urlaubsnachbereitung

Es klang alles so einfach. Oder zumindest reizvoll. Es ist mir auch immer noch ein Anliegen, allerdings erscheint es wie ein Berg, der äußerst anstrengend und aufwendig wird, zu erklimmen. Während ich mit Freund C. 12 Tage in Island verbrachte, hatte ich diese romantische Vorstellung eines Fotobuchs. Darin sollen nicht nur die schönsten, besten, lustigsten und spontansten Fotos Platz finden, sondern ebenso sollen Geschichten und Anekdoten festgehalten werden. Eine Art Reisebericht, den ich immer wieder aus dem Regal holen kann. Digitale Fotos sind wunderbar und manche Tools zeigen einem immer wieder Ereignisse aus der Vergangenheit, die man schon vergessen hat, deren man sich allerdings stets gerne erinnert.

Doch die Nachbereitung des Urlaubs kämpft gegen den Alltag an. Fotos wollen sortiert und ausgewählt werden. Manche davon, besonders diejenigen, die ich mit der Sony-Spiegelreflexkamera gemacht habe, möchte ich vielleicht nachbearbeiten, damit sie noch etwas mehr Pep haben. Dann sind natürlich noch die Texte zu schreiben. Worüber will ich überhaupt schreiben? Welche Ereignisse möchte ich ausführlicher schildern, was ist mir wichtig und was behalte ich lieber so in Erinnerung? Es ist ein Projekt, das ich zwar an sich gerne mache, das aber auch viel Zeit kostet. Doch wie bei jedem größeren Vorhaben ist es wichtig, sich nicht demotivieren zu lassen. Das Ziel, irgendwann das Buch in der Hand zu halten und vielleicht ein oder zwei Exemplare zu verschenken, liegt irgendwann in der Zukunft.

Das Wichtige ist, dran zu bleiben. Immer mal wieder ein bisschen was erledigen. So wie dieser tägliche Blog hier. Wenn ich daran denke, jedes Jahr 365 Texte schreiben zu wollen, wird mir jetzt schon schlecht. Doch jeder Tag, an dem ich einen Text schreibe, bringt mich diesem Ziel näher. An manchen Tagen schreibe ich nichts, an manchen Tagen schreibe ich zwei oder drei Texte. Ein gewisser Puffer gibt mir die Freiheit, ohne Druck oder Zwang zu schreiben. Genauso will ich es bei der Urlaubsnachbereitung machen. Jede Woche ein paar Kleinigkeiten erledigen. Sei es, in der Fotos-App am Mac Alben für jeden einzelnen Tag zu erstellen oder die Notizen während des Urlaubs zu digitalisieren. Hier eine nette Erinnerung in ein paar Worten ausformulieren, dort ein paar Fotos ausdrucken, um ein Gefühl dafür zu bekommen.

Es war ein fantastischer Urlaub, ein Abenteuer, an das ich mich gerne länger erinnern und aus dem ich kreative Energie ziehen möchte. Also sollte die Nachbereitung nicht in Arbeit ausarten oder in etwas, das ich glaube, machen zu müssen. Den Prozess genießen. Und so werde ich (hoffentlich) in ein paar Wochen oder Monaten das Ergebnis in der Hand halten.

MCU Rewatch | Eternals

Ich bin mir nicht mehr sicher, wie ich Eternals damals nach dem Kinogang fand. Aber ich war schon immer angetan von der Idee. Der Film bietet visuell unfassbar viel und hat eine geradezu meditative Stimmung. Die Atmosphäre lädt ein zum Nachdenken, Reflektieren. Über die essenziellen, lebensnotwendigen Dinge, über das, was uns bewegt, warum wir auf dieser Welt sind. Eternals ist, genauso wie Shang-Chi, ein äußerst willkommener, frischer Wind im MCU. Es ist neu. Sowohl was die Mythologie betrifft, den Stil des Films, als auch die Charaktere. Ein schönes neues Kapitel.

Kaum zu glauben, dass mir nun schon der dritte Film hintereinander in der vierten Phase des MCU gefällt. Damit habe ich zugegebenermaßen nicht gerechnet. Ich gehe davon aus, dass dieser Trend in den nächsten zwei bis drei Filmen sich wenden wird, doch erst einmal freue ich mich über die positive Stimmung. Eternals ist ein gewaltiges Epos von zweieinhalb Stunden Länge. Die Eternals dürften, ähnlich wie die Guardians of the Galaxy, eher unbekannt gewesen sein, zumindest beim breiten Publikum. Comic-Fans sind sie spätestens seit dem kongenialen Run von Kieron Gillen ein Begriff. Die Comic-Reihe, die 2021 begann, ist eine Charakterstudie, wie man sie selten sieht. Gezeichnet wurde sie von Esad Ribic. Für alle eine Empfehlung, die sich weiter mit den Eternals beschäftigen wollen.

Doch zurück zum Film. Der Cast kann sich durchaus sehen lassen. Gemma Chan als Sersi und quasi-Protagonistin in diesem Ensemble-Cast. Sie dient als unser Anker in diesem Film. Richard Madden als Ikaris entspricht der Alien-Seite von Superman. Er will sich rein um seine Mission kümmern, den Menschen nicht zu Nahe kommen, wäre da nicht die Liebe. Er ist einer der mächtigsten Eternals. Kumail Nanjiani als Kingo könnte man, hauptsächlich wegen seines Assistenten Karun Patel, als Comic-Relief interpretieren. Doch überraschenderweise sucht man vergeblich danach, in diesem Film. Beide tragen durchaus eine Ernsthaftigkeit bei, die ich schätze. Lia McHugh als Sprite vermittelt die Zerrissenheit ihrer Figur. Barry Keoghan mit einem leichten Gott-Komplex, der die Menschen vor sich selbst schützen möchte. Don Lee als Gilgamesh und Vertrauten von Thena. Kit Harington als Dane Whiteman, der hoffentlich noch eine Rolle im MCU einnehmen wird.

Dann haben wir natürlich noch Brian Tyree Henry als Phastos. Der erste offen schwule Charakter im MCU. Hat ja nur 13 Jahre gedauert. Aber es ist erfrischend gewöhnlich und glaubhaft dargestellt. Hat mir gut gefallen und wurde längst Zeit. Makkari wird von Lauren Ridloff verkörpert, die selbst gehörlos ist. Da dies ein Meilenstein für das MCU ist, hätte ich mir gewünscht, dass der Film immer mit Untertiteln ausgestrahlt wird, um noch einmal mehr die Unterstützung zu zeigen. Es hätte Raum für künstlerisch gestaltete Untertitel geboten. Doch ein erster Schritt ist getan. Salma Hayek als Ajak, die Anführerin der Gruppe und erste Verschwörerin gegen Arishem. Und natürlich Angelina Jolie als Thena. Sie leidet unter ihren bisherigen Leben, doch ist eine erbitterte Kämpferin.

Eternals muss in den zweieinhalb Stunden Laufzeit sehr viel erzählen. Die Charaktere wollen alle ordnungsgemäß eingeführt werden. Welche Ziele haben sie? Woher kommen sie? Eine 7.000 Jahre währende Geschichte zu erzählen, ist nie eine leichte Aufgabe. Doch ich finde, dass es Eternals überraschend gut gelingt. Die Rückblenden zu verschiedenen Zeitaltern dienen stets dazu, die Motivation der Charaktere in der Gegenwart zu erklären. Oder sie geben mehr Einblick in die Beziehungen. Deshalb mag ich die Charaktermomente in dem Film so gerne. Es wabert stets etwas Tiefgründigeres mit.

Diskussionen, die ganze Filme füllen könnten, werden hier angerissen. Antworten gibt es nicht immer. Man muss sich selbst Gedanken machen, was richtig ist und was falsch. Gibt es diese beiden Seiten überhaupt oder ist die Thematik sehr viel komplexer? Sollen sich die Eternals in unsere menschlichen Belange einmischen oder sich fernhalten? Welche Auswirkungen hätte das? Ich mag es, wenn solche Themen und Fragen angerissen werden. Es ist auch nicht immer eine Antwort notwendig. Es reicht manchmal, die Fragen zu stellen. So bleibt der Film vielleicht etwas länger bei den Zuschauer*innen im Kopf.

Wie bereits bei Shang-Chi gefallen mir die Action-Sequenzen in Eternals äußerst gut. Die jeweiligen Fähigkeiten der Eternals sind gut umgesetzt und einzigartig visualisiert. Man findet sich stets zurecht und das CGI sieht fantastisch aus. So etwas gab es im MCU noch nicht und mit den Celestials ist dieses Universum noch einmal um ein Vielfaches größer geworden. Und natürlich finde ich es äußerst schade, dass wie bei Shang-Chi noch keine Fortsetzung erschienen, geschweige denn geplant ist. Ich würde gerne mehr von diesen Charakteren sehen. Aus den Guardians-Filmen kennen wir genug kosmische Entitäten, die man hier wieder aufgreifen könnte.

Ich möchte neue Welten kennenlernen. Neue Geschichten sehen. Das MCU muss nach vorne gehen und darf sich nicht nur auf seine ursprünglichen Charaktere oder Schauspieler*innen verlassen. So großartig sie und ihre Erzählung rund um die Infinity-Saga waren, muss man immer auch Neues wagen. Shang-Chi und Eternals haben gezeigt, dass so viel mehr im MCU steckt. Ich würde diese Seite gerne mehr erkunden. Ich hoffe sehr, dass sie die Charaktere und losen Enden wieder aufgreifen.

Going Pro

Manchmal trifft man Entscheidungen im Leben, die sich nicht rational begründen lassen. Ich schreibe immerhin einen täglichen Blog über Vieles, was mich bewegt, was ich unternehme, anschaue, kaufe oder was mir durch den Kopf geht, worüber ich mir Gedanken mache. Insofern lassen sich wahrscheinlich so einige Beispiele für solche Entscheidungen finden. Aber manchmal gewinnt die Neugier. Man möchte es einfach wissen. Man kann nachlesen, recherchieren, sich Vergleichsvideos anschauen – oder wie auch immer man sich informieren möchte. Am Ende kann man es nur selbst entscheiden. Ob es sich gelohnt haben wird? Wer weiß das schon so genau?

Worum es geht? Natürlich um die PlayStation 5 in der Pro-Version. Diese erschien vergangenes Jahr im November und versprach einen immensen Leistungssprung. Raytracing sollte kein Problem mehr sein. Die Frameraten sollen durch die Decke gehen, und Spielen bzw. deren Entwicklern steht es frei, ihre Produkte für die Pro-Version zu updaten und zu verbessern, damit sie das Label »PS5 Pro Enhanced« bekommen. Klang alles vielversprechend. Doch was auf dem Papier gut erscheint, kann in der Realität enttäuschend sein. Aus YouTube-Videos und Reviews geht meist hervor, dass Spiele besser und flüssiger laufen würden, vor allem im Performance-Mode. Auch im Quality-Mode sollte dies der Fall sein, auch wenn nicht die gleichen FPS wie im Performance-Mode erreicht werden. Soweit, so nachvollziehbar.

Was bedeutet dies spieletechnisch für mich? Keine Ahnung. Ich habe mich jetzt einfach mal getraut und mir die PS5 Pro gekauft. Dafür wird die normale PS5 verkauft, dann ist das Ganze schon etwas verträglicher. Auf den ersten Blick erscheint die Pro-Variante dezenter. Etwas schlanker (nicht nur wegen des fehlenden Laufwerks), sondern kleiner und zierlicher kommt sie daher. Das Anstecken und Einrichten war leicht. Ich habe eine 2-TB-M.2-SSD in meiner PS5. Darauf habe ich alle Spiele kopiert. Dann die SSD ausgebaut und in die Pro eingebaut. Die restlichen Einstellungen, Apps und Benutzerdinge kann man einfach von Playstation zu Playstation per Wifi übertragen. Nur bei meinem Khazan-Speicherstand ist etwas schiefgelaufen und jetzt fehlen mir mehrere Stunden Spielzeit (hier hilft auch PS Plus nichts, weil es keine Versionierung von Speicherständen gibt). Das ist alles sehr ärgerlich und hat mich erneut von dem Spiel wegbewegt.

Sofern so (halbwegs) gut. In den paar Spielstunden, die ich nun mit der Pro-Version verbracht habe, konnte ich feststellen, dass Elden Ring beispielsweise auf der Pro sehr viel flüssiger läuft. Ich habe dabei Raytracing ausgeschaltet und den Performance-Mode aktiv. Bei Soulslikes geht es um FPS, und diese fallen deutlich höher aus als bei der normalen PS5. Bei Lies of P habe ich noch nicht viel Unterschied bemerkt. Es läuft aber alles flüssig und fluffig, selbst im Quality-Mode. Ich werde die PS5 Pro auf jeden Fall behalten, allein die höheren FPS machen einen gewaltigen Unterschied. Es wirkt besser, authentischer und so, wie es eigentlich sein soll. Mehr Leistung schadet nie. Doch eine Sache habe ich nicht bedacht.

Ich schaue gerne Blu-rays. Serien wie Game of Thrones, Supernatural oder Charmed stehen bei mir im Regal, genauso wie diverse Filme. Ich nutze hier gerne Sales und Angebote. Doch die PS5 Pro hat kein Laufwerk. Meine Xbox habe ich verkauft und auch sonst steht kein Blu-ray-Player in der Wohnung herum. Also bekommt Sony noch mehr Geld von mir, indem ich das Laufwerk kaufe. Das war bei den knapp 800 € leider nicht mehr im Preis drin. Eigentlich eine Frechheit, und sowas gehört nicht unterstützt. Tja, das Laufwerk soll in den nächsten Tagen ankommen. Dann kann ich meinen Game-of-Thrones-Rewatch fortsetzen. Kapitalismus wins again. Damn it.

Hoffentlich kommt nächstes Jahr nicht gleich die PS6. Hierfür dürfen sie sich gerne noch mindestens zwei Jahre Zeit lassen. Weihnachtsgeschäft 2027 vielleicht. Aber dann bitte eine Version mit Laufwerk.