Geek-Planet | The Walking Dead: Staffel 4

Wie jeden Donnerstag werfen wir auch heute wieder einen Blick in die Vergangenheit. Genau genommen auf den 18. Oktober 2015. An dem Tag erschien der folgende Text auf meinem Blog »Geek-Planet«, den es heute allerdings nicht mehr gibt. Trotzdem möchte ich, dass meine alten Texte auffindbar sind und erhalten bleiben. So bekommen diese hier ein neues Zuhause. Dazu suche ich mir jede Woche einen heraus, redigiere diesen und versehe ihn mit einer kleinen Einleitung.

Was mich an diesen Texten zu The Walking Dead etwas überrascht, ist, dass diejenigen zu der TV-Serie sehr viel länger ausfallen, als die zu den Comics. Allerdings habe ich die Comics erst später gelesen und zuerst die Serie angeschaut. Bei der erneuten Veröffentlichung der Texte fand ich es interessant, chronologisch vorzugehen. Außerdem ist es spannender, erst den Comic zu lesen oder zu besprechen und dann mit der Serie zu vergleichen. Ich würde allen, die in diese atmosphärische Welt abtauchen wollen, empfehlen, es in dieser Reihenfolge zu machen. Auch wenn die Serie in den ersten Staffeln hervorragend ist, nimmt die Qualität mit der Zeit ab. Ich glaube, die siebte Staffel war die letzte, die ich mir angesehen habe. Beim Comic allerdings wusste Robert Kirkman genau, wann es Zeit ist aufzuhören und ich finde das Erzähltempo um einiges gelungener.


Die vierte Staffel von „The Walking Dead“ ist die bisher beste der Serie. Dies liegt vorwiegend daran, dass sie mit drei unterschiedlichen Akten, die mal mehr, mal weniger miteinander verknüpft sind, viel Abwechslung bietet und so den Zuschauer*innen immer wieder neue Eindrücke liefert, die verarbeitet werden wollen.

  • Developed by Frank Darabont
  • Cast: Andrew Lincoln, Norman Reedus, Steven Yeun, Lauren Cohan, Chandler Riggs, Danai Gurira, Melissa McBride
  • Musik: Bear McCreary
  • Executive producers: David Alpert, Scott M. Gimple, Greg Nicotero, Robert Kirkman u.a.
  • Erstausstrahlung: 13. Oktober 2013 auf AMC

„How many walkers have you killed?“ … „How many people have you killed?“ … „Why?“

Seit dem starken Ende der vierten Staffel sind wieder ein paar Monate ins Land gezogen, und die Gefängnisinsassen sind ein gutes Stück gewachsen. Der findige „The Walking Dead“ Zuschauer erkennt schon, dass es sich bei den meisten wohl um sogenannte „Red Shirts“ handelt – Figuren, deren Aufgabe in einer Serie oder einem Film darin besteht zu sterben – typisches Kanonenfutter eben.

Wir haben nun einen gewissen Standpunkt erreicht, der ziemlich mit den Comics übereinstimmt, nur dass dort der Anbau von Gemüse, Korn und anderem Gewächs deutlich früher gestartet ist. Rick ist ruhiger geworden und hat sich in den wohl verdienten Ruhestand zurückgezogen. Längst fällt der Rat die wichtigsten Entscheidungen, und er versucht, Carl von diesem Lebensstil zu überzeugen, wenngleich dieser eher für Action geboren ist. Doch auf ihn komme ich im dritten Akt noch einmal genauer zu sprechen.

Wenn wir in unserer heutigen Welt Krank werden oder Beschwerden haben, gibt es im Prinzip drei Optionen: Ignorieren und warten bis es von allein wieder weg geht; Globuli nehmen, was das Gleiche ist, wie die erste Methode nur um ein Vielfaches bescheuerter oder aber wir gehen zum Arzt, bekommen, wenn es etwas Gröberes ist, Medizin verschrieben und nach ein paar Tagen im Bett sind wir wieder fit und können zurück an die Arbeit. Doch was tun, wenn gerade die Zombies, ähm entschuldigt, Walker-Apokalypse am Laufen ist? Richtig! Nichts, hoffen, dass zufällig ein Arzt in der Gruppe ist und dieser weiß, wie man die Krankheit behandelt.

Zwar haben unsere Freunde zufällig einen Arzt gefunden, aber immerhin ist Hershel Veterinärmediziner und kann auch ziemlich gut Menschen versorgen. Doch gegen eine herzhafte Grippe kann er ohne Medikamente nur wenig ausrichten. Ein interessanter Aspekt, den ich in einem Forum gelesen habe, war, dass es möglich ist, dass der Virus, mit dem alle Menschen infiziert sind, die Auswirkungen der Grippe erneut verstärkt. Denn die Frage war, warum so viele Menschen daran gestorben sind. Doch wir vergessen oft, welch hohen Lebensstandard wir haben und sind daran gewöhnt, immer etwas Gutes zu Essen zu haben und vor allem frisches Wasser. Chips fressend vor dem Fernseher eine fiktive Zombie-Apokalypse beobachten zu können, ist eben ein Privileg.

Wie dem auch sei; ich finde die Auswirkungen der Krankheit realistisch und vor allem überzeugend dargestellt. Dies liegt nicht nur an den Make-ups, die alle tragen und sie so aussehen lassen, als ob sie den nächsten Tag nicht mehr erleben werden, sondern auch an den Darsteller*innen. Ich habe allen das Leid und die Qual abgekauft. Es ist heroisch, wie Hershel sich selbstlos in die Quarantänestation begibt und damit sein Leben riskiert, um das der anderen ein wenig besser zu machen. Ein großartiger Start einer tollen Staffel.

„You can’t think forever. Sooner or later, you gotta make a move.“ – The Governor

Der zweite Akt beginnt mit dem Governor. Ihn begleiten wir direkt vom Ende der dritten Staffel auf dem Weg durch das Land. Er hat alles verloren und ist ein gebrochener Mann. Die Auftaktepisode mit ihm ist stimmungsvoll und bewegend. Der Darsteller David Morrissey weiß zu überzeugen. Nach langem, qualvollem wandern möchte man ihm am liebsten Unterschlupf und was zu essen anbieten. Diesen Unterschlupf findet er schließlich bei einer Ersatzfamilie. Besonders die Szenen mit dem kleinen Mädchen Meghan sind beeindruckend, und die beiden haben eine wundervolle Chemie miteinander. Vor allem, wie sie einander aus ihrer emotionalen Verschlossenheit herausholen, finde ich gut umgesetzt und eine interessante Wendung der Ereignisse. Man erkennt, dass sich Brian, auch bekannt als Philip, auch bekannt als The Governor wirklich bessern und mit dieser Familie einen neuen Anfang wagen möchte.

Umso enttäuschter und nicht nachvollziehbar fand ich dann, dass er bei der ersten Gelegenheit, die sich ihm bietet, das Ganze wieder über den Haufen wirft und zu seinem alten Verhalten als Tyrann zurückkehrt. Er tötet alle, die sich ihm in den Weg stellen könnten, und zerstört wieder die Hoffnung darauf, dass es doch noch Menschen gibt, die sich zu einer friedlichen Gemeinschaft zusammenschließen wollen. Eine Gemeinschaft, die einfach nur versucht, in der neuen Weltordnung zu überleben. Sollte es dann doch einmal solche Menschen geben, werden sie von den Tyrannen überrollt und dann auch gleich noch am besten mit einem Panzer, um sicherzugehen, dass sie die Botschaft kapieren. Wenn dabei das einzige, große und sichere Gebäude weit und breit zerstört wird, was soll’s, Hauptsache ich habe gewonnen und meinen sturen Kopf durchgesetzt. Ich verstehe die Figur des Governors nicht. Ich verstehe weder seine Beweggründe noch seine Ziele. Was will er in dieser Welt erreichen? Eine Familie, die er lieben und beschützen kann? Die totale Kontrolle über den Rest der Menschheit?

Zu allem Überfluss muss für diese Tyrannei Hershel seinen Kopf hinhalten. Nach dem Abgang von Dale, der genauso sinnlos gestorben ist, ist Hershel der nächste moralische Anker der Gruppe, der dran glauben musste. Ich verstehe, dass es für den anschließenden Krieg, der wirklich beeindruckend dargestellt ist und in dem besonders Daryl zeigen darf, was in ihm steckt (er ist so etwas wie Legolas in der „Herr der Ringe“, zumindest in dieser Episode), einen Auslöser geben musste, doch es laufen so viele „Red Shirts“ umher, warum nicht einer von denen. In den ersten fünf Episoden hätte man diesen Charakter so aufbauen können, dass er ein wertvolles Mitglied geworden ist, und es wäre fast genauso tragisch gewesen. Vor allem deshalb, weil es mit dem Schwert von Michonne Schwert passiert.

Nun ist aber der Governor tot und die letzten Überlebenden der Gruppe mussten sich aufteilen und getrennt voneinander flüchten, auf der Suche nach Schutz und Essen.

Rick: „They are gonna feel pretty stupid, when they find out …“
Abraham: „Find out what?“
Rick: „They are fucking with the wrong people.“

Was mir in dieser Staffel besonders positiv aufgefallen ist, sind die ungewöhnlichen Teams, die sich immer wieder bilden. Meist sind es ja immer ähnliche Protagonist*innen, die miteinander unterwegs sind, um diverse Aufgaben zu erledigen. Doch durch die gesamte Staffel hinweg werden sie immer wieder bunt durchgemischt. Dies verleiht der Serie eine Dynamik, die ich bisher nicht gespürt habe. Besonders hervorheben möchte ich hier Carol und Rick, die bei einem Ausflug nicht nur „Oswald ‘The Penguin’ Cobblepot“ höchstpersönlich begegnen (oder zumindest dem großartigen Schauspieler, der ihn in der Serie „Gotham“ verkörpert). Rick muss feststellen, dass sie eine Mörderin ist. Sie tut alles für den Schutz der Gemeinschaft, auch wenn dies bedeutet, die Kranken zu töten und zu verbrennen. Sie einigen sich mehr oder weniger darauf, dass es das Beste ist, wenn Carol allein weiterzieht, und man sieht sie erst nach dem Krieg im Gefängnis wieder. Ihre Entwicklung durch alle Episoden hinweg ist beeindruckend und gipfelt in den Szenen mit Tyreese, Judith und den Zwillingen. Diese großartig dargestellte Nebenhandlung ist ein kleines Meisterwerk innerhalb des TWD-Universums. Die Bilder sprechen oft für sich und dürfen mit einem gewaltigen Soundtrack ihre gesamte Wirkung verbreiten. Die Geschichte schaukelt sich dramatisch immer weiter auf, man sitzt fassungslos vor dem Fernseher. Hut ab vor allen Beteiligten, eine wirklich grandiose Leistung.

Insgesamt ist die Staffel kameratechnisch äußerst beeindruckend. Ich würdige dies viel zu selten, da ich mich so sehr in die Geschichte hineinsteigere, doch egal ob Musik, Kamera, Drehbuch oder Editing, alles passt. Obwohl ich manche Entscheidungen von Charakteren nicht nachvollziehen kann, soll das nicht im mindesten die Gesamtleistung schmälern, die das Team von AMC hier abliefert. „The Walking Dead“ ist eine cineastisch beeindruckende Serie, die mich in ihrer vollen Pracht gefangen genommen hat und hoffentlich so schnell nicht wieder loslässt.

Doch zurück zur Geschichte. Alle einzelnen Gruppen haben ein Ziel: Terminus! Ein Ort, an dem alle, die ihn erreichen, Zuflucht und Schutz geboten bekommen. Auf deren Reise wachsen noch einmal alle über ihre persönlichen Grenzen hinaus oder lernen diese auf die harte Tour kennen. Beth findet ihren Mut, Michonne begreift, wie sehr sie die anderen benötigt und Daryl schließt mit seiner Vergangenheit ab. Rick muss einsehen, dass er seinem Sohn mehr Freiraum geben muss. Glenn auf der anderen Seite lernt eher wenig, da er einfach stur seinen Kopf durchsetzt, teilweise auf Kosten von anderen (er ist genau genommen zu einem kleinen Arsch geworden – genau passend für Maggie; die beiden werden mir irgendwie immer unsympathischer, je weiter ihre Geschichte vorankommt). Und Bob lernt, dass er nicht dafür verantwortlich ist, dass alle um ihn herum sterben.

Carl lernt im Besonderen, dass er nicht so unabhängig ist, wie er es gerne hätte. Er benötigt seinen Dad genauso, wie dieser ihn benötigt. Der anscheinende Verlust von Judith nagt besonders an ihn. Ich vergesse manchmal, dass jeder Mensch unterschiedlich mit Verlust umgeht. Besonders in der Situation, in der sie sich befinden. Immer unterwegs, immer unter Stress und Druck – es gibt wenig Zeit, über die Situation nachzudenken und das Erlebte zu reflektieren. Bei Carl äußert sich dies in rücksichtslosem und respektlosem Verhalten. Nachdem mir dies klar geworden ist, konnte ich seine Geschichte besser begreifen. Ich genieße diese Aha-Momente, da es mich den Charakteren näher bringt und ich tiefer in ihre Psyche und Gedankenwelt eindringen kann. Wie bereits oben erwähnt, hatte ich beim Governor nie einen solchen Moment, deshalb ist er für mich so unnahbar und unsympathisch. Ich bin ehrlich gespannt auf das Buch und hoffe, es bietet einige erhellende Momente.

Es war eine fantastische Staffel, und die Zombies sahen erneut spektakulär aus. Sie zerfallen immer weiter und weiter, teilweise sind sie wirklich nur mehr Haut und Knochen. Ich kann verstehen, warum sie ab der sechsten Staffel auf Computergenerierte Degeneration zurückgreifen. Früher oder später stößt man an Grenzen und kann es nicht mehr glaubhaft mit Masken und Prothesen darstellen – aber ich habe großen Respekt davor, dass sie es so lange durchgehalten haben.

Balls

Nach einer gefühlten Ewigkeit war ich am Wochenende endlich mal wieder in Salzburg unterwegs. Mit Urlaub, Island, einem Städtetrip und diversen Spielen, die es zu meistern galt, blieb nur mehr wenig Zeit, um sich der schönsten Stadt zu widmen. Doch am Samstag war es so weit. Es war ein klassischer Besuch, wenn man so möchte. Etwas Shopping, etwas Kaffee trinken, etwas essen – ein entspannter Nachmittag in Salzburg eben.

Der Shoppingtrip führte unter anderem ins 220 Grad, wo man sich wieder mit Kaffeebohnen eindeckte. Dabei habe ich mir nicht nur eine Packung des fantastischen, kräftigen Selektion Vier mitgenommen, sondern ebenso eine brasilianische Sorte. Es gilt immer mal wieder etwas Neues zu testen, vielleicht findet sich ja ein neuer Favorit. Natürlich durfte ein Besuch beim Azwanger nicht fehlen. Hier deckt man sich mit leckerer Marmelade in verschiedensten Sorten ein. Birne muss natürlich dabei sein, aber auch Powidl, Erdbeere und Marille müssen sich nicht verstecken. Beim nächsten Mal möchte ich noch Karotte und Tomate testen, vielleicht passen diese zu Käse und etwaigen Fleischprodukten.

Das dritte Geschäft, das von uns unsicher gemacht wurde, war das Fachl. Immer wieder stelle ich fest, dass es ein Fehler ist, diesen wunderbaren Laden zu betreten. Von Krimskrams, den ich meist gut ignorieren kann, gibt es dort Unmengen kulinarischer Köstlichkeiten zu entdecken. Die großen Oliven, eingelegt in Olivenöl und Oregano, nehme ich natürlich immer mit. Doch entdeckte ich Bienenwachsteelichter und ein Probierset mit sieben verschiedenen Essigsorten. Von Weichsel, Tomate und Holunder über Apfel hin zu Bärlauch bleibt hier kein Wunsch offen. In der Sommerzeit esse ich gerne Tomate-Mozzarella, und dieses mit einem köstlichen Essig zu verfeinern, hebt dieses einfache, aber tolle Gericht auf die nächste Stufe.

Nach diesem anstrengenden Shoppingerlebnis – so ausgiebig wurde das schon lange nicht mehr, aber ich war auch lange nicht mehr in Salzburg – benötigten wir einen leckeren Kaffee. Und diesen bekommt man natürlich im Kaffeehaus. Vom kreativen Namen darf man sich allerdings nicht täuschen lassen. Es ist ein toll geführtes, kleines Lokal mit äußerst freundlichem Personal und einer großartigen Karte, die keine Wünsche offen lässt. Die nette Kellnerin erzählte uns auch, dass sie an diesem Tag schon fast schließen wollten, weil keine Gäste auftauchten. Allerdings füllte es sich dann doch nach und nach. Wie es scheint, ist Juni ein schwacher Monat. Das hat man durchaus an der Menge an Menschen in den Gassen gemerkt. Es war weniger los als üblich. Feiertage und Urlaubszeit tragen wohl dazu bei, dass es erst ab Juli wieder so richtig losgeht.

Als Abschluss dieses herrlichen Nachmittags gab es einen griechischen Salat mit gebratenen Hühnerstreifen im Altstadt-Hotel. Diese Kreation aus zwei Gerichten, die wir freundlicherweise bekamen, schmeckte herrlich und war genau das Richtige, um einen warmen Sommertag in Salzburg zu beschließen. Nächste Woche werde ich die Stadt allerdings eher meiden. Das Stadtfest steht an und wie zu lesen ist, erwartet man über 40 000 Besucher*innen. Zwar waren am vergangenen Wochenende schon diverse Kunstinstallationen zu bewundern, doch der Mangel an Touristen und Einheimischen machte den Nachmittag äußerst entspannt. Wenn dann plötzlich zigtausend Menschen unterwegs sind, muss ich nicht unbedingt dabei sein.

Feet of Flames

Kennt man Michael Flatley noch? Den legendären Tap Dancer? Und um es gleich vorweg zu sagen: Nein, ich kenne seine politischen Ansichten nicht, werde sie nicht recherchieren und möchte sie auch gar nicht erst wissen. Er ist ein Held meiner Jugend und mit dieser rosaroten, nostalgischen Brille möchte ich ihn auch in Erinnerung behalten. Ich weiß nicht, wie oft ich die VHS (ja, so lange ist das schon her) von »Feet of Flames« angeschaut habe, aber es war sehr oft.

Zufälligerweise war das erst kürzlich beim familiären Kaffee ein Thema und nach kurzer Recherche stellte sich heraus, dass nächstes Jahr das 30-jährige Jubiläum von Michael Flatleys Show »Lord of the Dance« nach Salzburg kommt. Die Karten waren kurz darauf auch schon gekauft. Natürlich ist die Show nicht mit ihm, aber trotzdem freue ich mich darauf, diese Show endlich mal live zu sehen. Daraufhin habe ich etwas im Internet herumgesucht und bin natürlich auf ein paar BluRays gestoßen. Leider aber nicht von »Feet of Flames«. Dafür gibt es die komplette Show auf YouTube.

Letztens habe ich sie mir ausschnittsweise angeschaut. Es war schon spät und erst wollte ich das Video gar nicht erst starten, blieb aber dann doch hängen. In diesen Erinnerungen zu schwelgen und Michael Flatley mit den insgesamt 100 Tänzer*innen auf der Bühne zu sehen, war durchaus ein besonderer Moment. Vor allem nach so langer Zeit. Ich glaube, ich habe seit 15 oder 20 Jahren nicht mehr daran gedacht oder einen Blick in die Show geworfen. Es ist und bleibt atemberaubend, welche Leistungen nicht nur Flatley, sondern alle Beteiligten dieser Show vollbringen. Die Musik ist einprägsam und wunderbar gemacht, die Choreographien und die Geschwindigkeiten nicht von dieser Welt.

Wer »Feet of Flames«, quasi eine extended Version von »Lord of the Dance«, noch nicht kennt oder von Michael Flatley noch nie gehört hat, sollte diese Wissenslücke unbedingt füllen. Einfach magisch.

Der Rüstmeister

Gemeinsam mit den Stallungen habe ich mir den Rüstmeister geordert. Welche Burg, die etwas auf sich hält, kommt schon ohne eine ordentliche Bewaffnung aus? Was mir nicht bewusst war, ist, dass es sich hier um die alte Version des Rüstmeisters handelt. Im Februar gab es ein Vorschau-Video von BlueBrixx, das ich schon wieder verdrängt hatte. Darin haben sie darüber informiert, dass der Rüstmeister zukünftig mit Bauschrittunterteilung kommt und das neue Palisadensystem unterstützt. Leider findet man die neue Variante weder angekündigt noch wird bei der alten Version darauf hingewiesen.

Was solche Informationen anbelangt, ist BlueBrixx nicht sonderlich gut. Hier würde ich mir wünschen, dass man auf der Webseite deutlichere Informationen sieht. Die Infos aus den YouTube-Videos müssten ebenfalls auf der Webseite abgebildet werden. Man kann nicht verlangen, dass sich alle Kund*innen stets über alle Kanäle hinweg informieren. Und sei es, dass sie nur einen dauerhaften Abverkauf des alten Modells machen, bis die neue Variante auf Lager liegt. Es hätte ein paar Möglichkeiten gegeben.

Mir geht es nicht einmal so sehr um die Bauschrittunterteilung. Immerhin hat der Rüstmeister gerade einmal knapp 2.000 Teile. Mir geht es eher um das neue Palisadensystem. Doch auch dem kann ich Abhilfe schaffen. Die wenigen Modifikationen vorzunehmen dürfte nicht allzu aufwendig oder kompliziert sein. Ich möchte nur, dass es weiterhin realistisch und glaubhaft aussieht. So, als wäre es tatsächlich so gebaut worden. Das dürfte ich aber hinbekommen. Mittlerweile habe ich genug Sets gebaut und kann mich von anderen inspirieren lassen.

Das Set an sich ist hervorragend. Gewohnt detailliert und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Es sind viele Waffen und verschiedenste Schilde dabei, wie es sich für einen Rüstmeister gehört. Der Bau ist nicht allzu komplex und abwechslungsreich genug. Die knapp hundert Dachschindeln zu verlegen, war nach den über 350 von den Stallungen auch kein Problem mehr. Für mich verbindet das Gebäude des Rüstmeisters sowohl die alte Bauweise als auch die neue, angedeutet durch das modernere Dach. Mir gefällt er sehr gut. Ich mag es auch, wenn mal zweitausend Teile am Tisch liegen und man sich durch die Anleitung arbeitet.

Das abgewinkelte Design des Gebäudes ist mal etwas anderes und passt sicherlich gut in die Vorburg. Es müssen nicht immer alle Gebäude gerade sein. Außerdem kann man so mit den Gebäuden selbst die Winkel und Kurven in der Palisade darstellen. Ich denke, es macht sich gut, wenn die Vorburg mit Gebäuden gepflastert ist; zumindest an der Palisade entlang. Als Nächstes kommen das Palisadentor und die Schreinerei. Anschließend mache ich Umbauten am Wachturm und am ursprünglichen Tor, damit diese besser in mein Konzept der Vorburg passen.

Elden Ring: Nightreign

Als großer Fan des Spiels »Elden Ring«, dem Open-World-Epos und Meisterwerk von FromSoftware, kann ich nicht nicht über den vor Kurzem neu erschienenen Ableger »Nightreign« schreiben. Immerhin habe ich mittlerweile leicht über 400 Stunden in »Elden Ring« und dessen grandiosem DLC »Shadow of the Erdtree« gesteckt.

FromSoftware und deren Game Director Hidetaka Miyazaki haben quasi im Alleingang das Soulslike-Genre erfunden. Knüppelharte, aber nie unfaire Spiele, bei denen es darum geht, die Bosse zu lernen und irgendwann zu bezwingen. Ich hätte nie gedacht, dass ich ein Fan dieser Nische des Gamings sein würde, aber Elden Ring hat mich eines Besseren belehrt. Deshalb war ich sehr froh, als das DLC »Shadow of the Erdtree« angekündigt wurde. Es hieß, mehr Zeit in dieser mittelalterlich angehauchten Fantasy-Welt zu verbringen. Gespannt warteten Millionen von Fans (neue wie alte) auf den nächsten Paukenschlag des Entwicklers.

Überraschenderweise wurde nicht ein nächstes Single-Player-Spiel angekündigt, sondern ein Multiplayer-Spiel. Dann auch noch eines im Elden-Ring-Universum. Mit Nightreign hat wohl niemand gerechnet. Der erste Trailer war noch etwas verwirrend und die Infos nicht ganz klar. Es ist eine Art Roguelike. Die Karte ändert sich also bei jedem neuen Spieldurchgang. Die Bosse sind aus allen bisherigen FromSoftware-Spielen zusammengeführt, nur die sogenannten Nightlords sind neu. Es gibt acht Nightlords und jeweils einer davon bildet den finalen Boss eines Durchlaufs. Jeder Durchlauf besteht aus zwei Tageszyklen, die man überleben muss, bevor man sich dem Boss stellen darf. Man kann dies entweder allein machen (ja, es gibt eine Single-Player-Option) oder in einem Team von zwei oder maximal drei Personen.

Hört sich alles komplizierter an, als es eigentlich ist. Die Idee an sich finde ich ganz nett. Doch hätte ich lieber einen reinen Single-Player-Ableger gehabt. Allerdings ist es auch bezeichnend, dass wir in den vergangenen Jahren nun schon drei Spiele bekommen haben, die das Universum und die Geschichte von Elden Ring ausgebaut haben. Das DLC »Shadow of the Erdtree« allein war so umfangreich wie manche eigenständigen Spiele, und Nightreign steht dem in nichts nach. Ich bin noch am Hadern, ob das Spiel etwas für mich ist. Im Moment genieße ich es einfach, dem Streamer Bushy und seinen Kumpels dabei zuzusehen, wie sie sich unterschiedlichen Herausforderungen stellen. Immerhin haben sie zur Feier der Veröffentlichung des Spiels einen knapp 26-stündigen Stream veranstaltet. Diesen und die darauffolgenden führe ich mir seit einiger Zeit zu Gemüte. Es sieht spaßig aus. Aber ich bin mir immer noch unsicher, ob es etwas für mich ist.

Immerhin hat es mich inspiriert, dem Hauptspiel wieder mehr Zeit zuzuwenden. Meine Xbox habe ich ja verkauft und mir Elden Ring für die PS5 neu zugelegt. Das heißt, das Spiel will dort ebenfalls platiniert werden. Nach längerer Pause macht es mir wieder große Freude, mich durch die Zwischenlande zu prügeln. Das wird mich zwar noch etwas beschäftigen, aber danach gebe ich dem »Lies of P«-DLC »Overture« noch eine zweite Chance. Mein erster Eindruck fiel eher gemischt aus. Mein neu erworbenes PS-Plus-Extra-Abo habe ich dann auch noch. Spiele gehen mir also so schnell nicht aus, bis das nächste Single-Player-Abenteuer von FromSoftware erscheint. Vielleicht ergänzt es erneut die Geschichte und Welt rund um Elden Ring. Ich würde es feiern.

MCU Rewatch | Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings

Ich lehne mich mal etwas aus dem Fenster und behaupte, dass Shang-Chi einer der besten Origin-Filme ist, die das MCU zu bieten hat. Der zweite Film von Phase 4 beweist, dass es Marvel unter der Leitung von Kevin Feige immer noch drauf hat. Shang-Chi macht sehr viel richtig. Er führt uns einen neuen Charakter vor, seine Welt, eine komplett neue Mythologie und sieht dabei wunderschön aus.

Shang-Chi gelingt die Balance zwischen Rückblenden und Voranschreiten der tatsächlichen Geschichte mühelos. Das Erzähltempo fühlt sich natürlich an und niemals gedrängt oder als müssten die Charaktere schnell von A nach B, um ihren Zweck zu erfüllen. Besonders die Rückblenden zu den verschiedenen Zeitaltern verleihen dem Film das notwendige Grundgerüst. So fühle ich mich mehr mit den Charakteren verbunden. Ein Teil der Rückblenden bezieht sich auf Shang-Chis Vater Wenwu; brillant verkörpert von Tony Leung. Es geht nicht nur um seine Machtergreifung und darauffolgende Schlachten. Es ist eine zutiefst emotionale Geschichte. Die erste Begegnung mit Ying Li – ebenso brillant dargestellt von Fala Chen – und ihr Leben als Familie.

Die beiden verbindet sofort etwas. Die Schauspieler*innen haben eine tolle Chemie und es funktioniert einfach. Ihre Kampf- und Tanzsequenz im Wald ist eine der schönsten, die Marvel je produziert hat. Die Musik, die Geschichte, die hier quasi ohne Worte erzählt wird. Man fühlt sich wie in einem Märchen und fühlt sich nie, als wäre man in CGI getunkt worden. Genauso geht es bei den Rückblenden weiter. Es wird sehr viel Mühe darauf verwendet, uns die Vergangenheit von Wenwu und Shang-Chi zu erzählen. Die beiden jüngeren Darsteller von Shang-Chi, die von seiner Kindheit und Teenagerzeit erzählen, Jayden Zhang und Arnold Sun, passen perfekt in ihre Rollen. Sie verbindet eine gemeinsame Gestik, die mich nie daran zweifeln lässt, dass sie denselben Charakter spielen. Besonders Arnold Sun verkörpert die wütende, seinem Vater alles recht machen wollende Seite des Charakters wunderbar.

Überhaupt ist Shang-Chi mit sehr vielen fantastischen Nebencharakteren und großartigen Schauspieler*innen versehen. Awkwafina als »Shauns« langjährige Freundin und Wegbegleiterin Katy. Anfangs noch eher als Comic-Relief, entwickelt sie sich im Verlauf des Films zu einem wirklich tollen, ernst zu nehmenden Charakter. Meng’er Zhang als Xu Xialing, Schwester von Shang-Chi und Betreiberin eines geheimen Fight Clubs in Macau. Laut Wikipedia ist das ihre erste Filmrolle, was unfassbar ist. Wirklich großartig. Benedict Wong kehrt als Wong zurück und hat immer wieder tolle, kleinere Momente. Ebenso zurück kehrt Ben Kingsley als Trevor Slattery. Für mich macht der Auftritt des Charakters hier einiges wieder wett. Natürlich dient er als Comic-Relief, aber hat auch eine redemption-arc, die für mich durchaus funktioniert. Und natürlich darf die großartige und fantastische Michelle Yeoh als Ying Nan nicht unerwähnt bleiben. Eine tolle Lehrerin und Meisterin für Shang-Chi und seine Schwester.

Der Film bietet ein Ensemble, das dermaßen gut zusammenpasst; so eine Synergie hatte man lange nicht mehr. Und sie meistern alle Sequenzen des Films mühelos. Seien es die ruhigeren Charaktermomente, wo uns Zuschauer*innen auch mal Hintergrundwissen vermittelt werden muss. Oder aber die beeindruckenden Action-Sequenzen. Hier übertrumpft sich der Film immer wieder selbst und versteht es, diese Sequenzen so aneinanderzureihen, dass es nicht ermüdet. Sei es die Bus-Sequenz relativ zu Beginn, die Fight Club Kämpfe, die schwindelerregende Auseinandersetzung am Gerüst eines Hochhauses oder der finale Kampf. Sie sind alle einzigartig.

Besonders am Finale mag ich, dass es klar in einzelne Teile gegliedert ist. Natürlich haben wir zum einen die Vorbereitungen. Doch die letzten Auseinandersetzungen sind ebenso klar in zwei Stufen aufgeteilt, deren Eskalation die Zuschauer*innen mitnimmt. Zuerst fokussiert sich der Kampf auf Shang-Chi und seinen Vater. Ihre Differenzen, ihr Kampf und der Erhalt der Ringe durch Shang-Chi stehen hier im Vordergrund. Es geht um Familie und das Einsehen von Fehlern. Danach wird der Kampf eskaliert und es bekriegen sich mythische Wesen. Die zuvor verfeindeten Menschen lernen, dass sie gemeinsam dagegen vorgehen müssen. Es funktioniert für mich emotional und sieht dabei auch noch wunderschön aus. So etwas hat man in einem Marvel-Film noch nicht gesehen.

Zu der Repräsentation von asiatischen Charakteren und der dargestellten Kultur kann ich nicht viel sagen. Dazu kenne ich mich zu wenig aus. Ich mag jedoch, dass zwischendurch viel Mandarin gesprochen wird. Der Wechsel fühlt sich natürlich und für die Charaktere logisch an. Und es ist schön zu sehen, dass Marvel sich dafür bereiterklärt hat. Ansonsten scheint die Repräsentation durchaus gelungen zu sein, was man von Kritikern liest. Natürlich kann man es immer besser machen. Doch wie es scheint, haben sie mit diesem Film vor allem geschafft, vormals problematische Charaktere aus der Comic-Vorlage zu modernisieren, zu überarbeiten und ihnen den notwendigen Respekt entgegenzubringen.

Ich mag  Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings sehr. Es ist ein schöner, gut gemachter Film. Auf ein oder zwei Momente, in denen ernsthafte Diskussionen durch ein Comic-Relief unterbrochen werden (es sei nur die Szene im Flieger genannt) hätte ich verzichten können. Doch die positiven Aspekte überwiegen bei Weitem. Es ist eine Schande, dass wir vier Jahre später noch immer kein Sequel haben. Andere Charaktere waren hier schon beim dritten Teil. Ein Versäumnis, das Marvel dringend ausgleichen muss. Es ist Zeit für die nächste Generation, ihren Moment im Rampenlicht zu bekommen. Shang-Chi hat gezeigt, dass es erfolgreich sein kann, wenn man sich die notwendige Mühe gibt und mit Menschen zusammenarbeitet, die sich auskennen.

Drama, Baby, Drama

Die entsetzlichsten Verbrechen geschehen im eigenen Heim. Unbemerkt von der Außenwelt. Niemand bekommt sie mit. Oft ist man selbst Mittäter, ohne dies wahrhaben zu wollen – hilft bei der Vertuschung. So hatte ich letztens, eines schönen Nachmittags, gleich mehrere Erlebnisse innerhalb weniger Stunden, die mir in der darauffolgenden Nacht unruhige Träume bereiten würden.

Alles fing damit an, dass sich die Eltern im Urlaub befanden und ich während dieser Zeit mit der Betreuung des Katers beauftragt war. Während ich selbst ebenfalls noch Urlaub hatte, war das alles kein Problem. Nur als ich diese Woche wieder zu arbeiten begann, musste der Kater diverse Stunden alleine zubringen. Katzenklappe gibt es keine, und so befand er sich stets draußen. Hungrig und alleine fühlt sich keiner so richtig wohl und sucht sich alternative Beschäftigungen. Diejenige, die sich besagter Kater allerdings aussuchte, war nichts für schwache Nerven.

Auf dem zum Haus lag schon einmal der hintere Teil einer Maus auf dem Weg. An sich nichts Besonderes. Katzen jagen nun einmal und Mäuse liegen mal mehr, mal weniger komplett des Öfteren irgendwo herum. Was ich allerdings noch nicht erlebt hatte, ist das, was mir nach meinem Training auf dem Weg zur Terrasse begegnete. Diese befindet sich etwas abseits vom Haus. Vor der Außentreppe lag eine weitere, scheinbar tote Maus. Wie gesagt, an und für sich nichts Neues. Immerhin ist es begrüßenswert, wenn der Kater das Ungeziefer im Zaum hält. Coole Sache. Nur dass sich bei genauerer Betrachtung herausstellte, dass diese Maus noch nicht ganz das Zeitliche gesegnet hatte. Sie atmete noch leicht und der kleine Brustkorb bewegte sich etwas. Als ich einen Schritt näher kam, begann sie sich etwas mehr zu bewegen und wollte flüchten. Verständliche Reaktion; wenn vor mir plötzlich ein Riese, der zigmal größer ist als ich, auftaucht, würde ich auch rennen wollen. Nur konnte diese Maus bloß beschwerlich flüchten, da sie durch die Konfrontation mit dem Kater querschnittgelähmt war. Die Hinterpfoten (Füße? Krallen? Beine?) lagen einfach nur am Boden, während sie sich mit den Vorderpfoten Richtung Wiese zehrte. Horrorfilme sind nichts dagegen. Ich habe mich schnell abgewandt und bin selbst geflüchtet. Auf die Terrasse, in den vorgeheizten Whirlpool. Das hätte für einen Tag schon gereicht. Doch dann kam die Nacht.

Bei der letzten Wildtierfütterung des fleißigen Katers, bevor ich mich auf den Weg ins Bett machte – es war halb zehn – öffnete ich unschuldig und nichts ahnend die Haustür. Holly, so der Name des Wiederholungstäters, begrüßte mich aufgeregt und ging immer wieder zu seinem typischen Liegeplatz. Wir haben dieses kleine Stück des Gartens bereits als »Friedhof« betitelt, da er dort Mäuse zu lagern pflegt. Mal als Ganzes, manchmal auch nur Teile davon. Dieses Mal befand sich allerdings keine Maus dort, sondern etwas Größeres. Erst hatte ich es für ein Erdmännchen, Wiesel oder sowas in der Richtung gehalten. Stellte sich heraus, dass es ein armer kleiner Babyhase war. Zum Glück war dieser schon tot. Holly miaute aufgeregt, ging immer wieder zu seiner Beute und spielte damit. Tief durchgeatmet, habe ich ihn natürlich erst einmal gelobt, bevor ich ihn ins Haus zum Fressen bugsierte.

Während der Kater drinnen fröhlich speiste, zog ich mir Handschuhe an, bewaffnete mich mit Handbesen und kleiner Schaufel und machte mich daran, die Leiche zu entfernen. Auf dem Weg vom Haus weg nahm ich noch das Hinterteil der Maus mit, das ich am Nachmittag entdeckt hatte. Ich ging so weiter und warf die Überreste ins Gebüsch, wo sie der Kater hoffentlich liegen ließ. Als er wieder aus dem Haus raus durfte, suchte er den ursprünglichen Ablageort seiner Beute verzweifelt ab. Ich hoffe, er findet nicht noch mehr Babyhasen, wo er den Ersten gerissen hat. Die armen Viecher.

Als ich an dem Tag von der Arbeit nach Hause kam, wusste ich noch nicht, was mich erwartete. Aber mit querschnittgelähmten Mäusen, die sich verzweifelt zu retten versuchen, und gerissenen Babyhasen hatte ich wirklich nicht gerechnet. Die Zwillinge aus »The Shining« sind nichts dagegen.

Geek-Planet | The Walking Dead: Book 4

Es ist Donnerstag und das bedeutet, wir werfen einen Blick in die Vergangenheit. Genauer gesagt auf den 31. August 2016. An dem Tag erschien auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet«, den es heute nicht mehr gibt, der folgende Text. Doch auch wenn es den Blog nicht mehr gibt, sollen meine alten Texte auffindbar sein. Deshalb suche ich einmal pro Woche einen Text heraus, redigiere diesen etwas und versehe ihn mit einer kleinen Einleitung.

Ich bin sehr froh, dass ich mich entschieden habe, die alten Texte noch einmal durchzulesen und mit Hilfe des tollen Programms LanguageTool Korrekturen durchzuführen. Es haben sich schon einige peinliche Tipp- und Rechtschreibfehler eingeschlichen, die sich leicht hätten vermeiden lassen. Aber damals habe ich noch ohne Korrektursoftware gearbeitet und man selbst übersieht immer wieder etwas. War die Rezension des letzten Buches von The Walking Dead noch sehr viel ausführlicher, fällt es bei Book 4 deutlich weniger detailliert aus. Aus heutiger Sicht würde ich mir wünschen, dass gewisse Aspekte deutlicher hervorgehoben oder mit mehr Tiefgang diskutiert werden. So verblassen manche „schockierende“ Momente in der Besprechung des Comics. Das ist mir beim vorhergehenden Buch etwas besser gelungen.


Wie bereits im Wochenrückblick erwähnt, wurde es an der Zeit, mal wieder mit The Walking Dead weiterzumachen. Vor allem auch deshalb, weil ich damals, als ich mit dem Comic angefangen habe, gleich neun Hardcover-Sammlungen gekauft habe. Bevor diese zum Staubfänger werden, muss ich sie lesen und reviewen. Also, los geht’s.

  • Creator, Writer: Robert Kirkman
  • Penciler, Inker, Cover: Charlie Adlard
  • Gray Tones: Cliff Rathburn
  • Letterer: Rus Wooton
  • Erstveröffentlichung: 2008
  • Ausgaben: #37 – #48

“It´s a girl.” – Alice

Wenn man so ein paar Monate nach dem Ende der sechsten Staffel bei Book Four einsteigt, muss man sich erst wieder daran gewöhnen, welche Umstände vorherrschen. Wir sind im Gefängnis und das Leben hat eine Art Normalität erreicht, wenn das überhaupt möglich ist. Hershel pflanzt diverse Gemüsesorten an, es finden Schusstrainings statt und man lebt sich ein; erholt sich von vergangenen Ereignissen.

Was mich doch sehr überrascht hat, ist, wer noch alles lebt. Vor allem im Unterschied zur Serie. Doch nicht nur das hat mich mehr oder minder kalt erwischt: Mir war gar nicht mehr bewusst, wie unterschiedlich die einzelnen Charaktere porträtiert werden. Hier treffen wahrlich Welten aufeinander. Doch schnell gewöhnt man sich wieder an die vorherrschenden Umstände und begleitet die Charaktere.

Der Titel des ersten Handlungsbogens lautet „the calm before“ und genau das wird geboten. Wir begleiten unsere Protagonisten in ihrem Alltag im Gefängnis und wie sie mit den verschiedenen Herausforderungen umgehen, denen sie tagtäglich begegnen. Ich persönlich schätze solche Momente, vor allem in so einem Comic, da es die Möglichkeit eröffnet, die einzelnen Charaktere näher kennen zu lernen und sie vielleicht so zu erleben, wie sie vor dem Virus waren. Doch diese „Normalität“ ist auch gefährlich, denn man gewöhnt sich an die angebliche Sicherheit und manche planen sogar eine Familie. Wie schnell sich aber die Umstände ändern können, wird spätestens in der zweiten Story-Arc „made to suffer“ klar. Der Governor hat sich langsam von den Verletzungen erholt, die ihm Michonne zugefügt hat, und plant seine fürchterliche Rache. Mich überrascht, wie blind die Bewohner der Stadt sind – oder sie ignorieren es nur erfolgreich. Doch der Governor schafft es, es ihnen so zu verkaufen, als seien die anderen die Bösen und deshalb müssten sie das Gefängnis erobern und dessen Bewohner vom Angesicht der Erde tilgen.

Wie dann die einzelnen Angriffe vonstattengehen, finde ich ausgezeichnet umgesetzt und ich glaube, dass es tatsächlich so hätte ablaufen können. Manche Bluffs gehen auf, andere wieder nicht. Und wenn alle Stricke reißen, handelt der Governor sehr impulsiv und will unsere Protagonisten einfach nur vernichten.

Wie viele dann aber wirklich gestorben sind und wer überlebt hat, bleibt bis zum Ende nicht ganz klar. Aber eines war dann doch schockierend, denn der Comic traut sich, einen Schritt zu gehen, den die Serie nicht gemacht hat: Nicht nur Lori stirbt, sondern auch das Baby. Es gibt natürlich immer noch eine Chance, dass Judith überlebt hat, doch es ist wirklich nur eine winzige. Es bleibt spannend. Die Gruppe ist zerstreut und Rick und Carl müssen sich wieder in der Wildnis durchschlagen, ohne viele Vorräte.

In gewisser Weise gefällt mir der Comic besser als die Serie, da die Charaktere unterschiedlicher und besser ausgehandelt sind. Zudem gibt es mehr von den ruhigen Momenten, die zwar immer mal wieder durchbrochen werden, aber der Fokus liegt etwas anders und ist sehr erfrischend. Mal sehen, wohin es in Book Five gehen wird.

Beschämend

Wenn sich ein Wort dieses Jahr bereits als Kandidat für das Unwort des Jahres hervortut, dann ist es wohl »Budget«. Kaum hatten wir den ESC 2025 gewonnen, durfte man sich keine fünf Minuten darüber freuen, schon wurde diskutiert, dass wir uns das nicht leisten können. Es ist kein Budget da. Wer soll das alles finanzieren? Dass damit Prestige verbunden ist und man auf lange Sicht wahrscheinlich mehr Geld macht, hört man kaum. Man kann sich dort so präsentieren, wie man es möchte. Vielleicht kann man auch verschiedene Städte einbinden. Wer weiß, welche kreativen Lösungen es gibt? Ich bin jedenfalls gespannt.

Das ist allerdings nur die Spitze eines sehr viel größeren und komplexeren Eisbergs. Egal, wer die Regierung hätte stellen dürfen, gespart hätte so oder so werden müssen. Daran führt kein Weg vorbei. Ich bin jeden Tag dankbar und müsste eigentlich zur Religion zurückgefunden haben und Gott danken, dass es nicht die FPÖ mit einem gewissen Herrn K. an der Spitze ist. Wobei ich gerne gesehen hätte, wie er eine Eröffnungsrede oder dergleichen beim ESC 2026 vor tausenden LGBTQIA+-Personen inmitten unzähliger Regenbögen hält. Wie dem auch sei. Mittlerweile wird nicht mehr nur um das Budget diskutiert und welche Finanzierungen gestrichen werden. Das Thema wird als Ausrede benutzt.

So geschehen, als diese Woche der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu Besuch war. Natürlich hat sich die FPÖ durch ihre typischen engstirnigen Kommentare hervorgetan. Ich frage mich immer, wie man als Politiker, gar als Mensch so weit sinken kann, dass man sich von einer russischen Regierung eintrichtern lässt, was ich von einem Thema zu halten habe. Wie tief muss man sinken, dass ich nicht mehr die Realität als Fakt annehmen kann? Alleine schon, wie das Wort »Kriegspartei« verwendet wird, um Täter-Opfer-Umkehr zu betreiben. Als wäre die Ukraine schuld daran, dass sie von Russland angegriffen wird.

Es ist immer wieder unfassbar, zu welchen Aussagen Menschen, die eigentlich Vorbild sein sollen, fähig sind. Menschen, die sämtliche Vernunft, Ethik und Moral irgendwo auf ihrem Lebensweg abgelegt haben und nicht einmal den Anstand haben, sich dafür in Grund und Boden zu schämen. Die den Leuten eine Weltanschauung vorbeten, die weit entfernt ist, Realität zu sein; die einfache Lösungen anbieten, die es nicht gibt. Die Welt ist nun einmal kompliziert und erfordert entsprechende, nuancierte Lösungen. Deshalb wähle ich doch Politiker. Damit sie sich über diese Lösungen an meiner Stelle Gedanken machen.

Doch am beschämendsten sind die Aussagen der FPÖ-Mandatarin im Nationalrat vom 15. Juni. Ich habe unten den entsprechenden Artikel auf orf.at verlinkt. Ich weiß ehrlich nicht, was man mit solchen Menschen machen soll. Würde hier ein Besuch im KZ Mauthausen ausreichen? Müsste man sie in die Ukraine oder in den Nahen Osten schicken, damit sie sehen, wie es den Menschen dort wirklich geht und was ihre Aussagen bedeuten? Dass sich diese Kreaturen für ihr Verhalten nicht schämen, sich wieder hinsetzen und tausendmal um Verzeihung bitten, ist mir völlig unklar.

Ich war mit Freund J. letzte Woche in Mauthausen. Wir waren zwar beide jeweils noch in der Schulzeit dort, doch wollten wir das Konzentrationslager als Erwachsene besuchen. Mit entsprechend mehr Wissen, Erfahrung und Kontext auf uns wirken lassen. Wir dachten, es würde drei bis vier Stunden dauern. Insgesamt waren wir über sechs Stunden dort. Wir haben fast alle Beschilderungen gelesen, den Audio-Guide angehört, die Orte auf uns wirken lassen und uns wirklich mit dem Ort und seiner Geschichte auseinandergesetzt. Das braucht Zeit und ich bin froh, dass wir sie uns genommen haben. Es war nicht immer leicht und wird mir sicherlich ein Leben lang in Erinnerung bleiben. Doch es war wichtig. Mir war es wichtig. Das heißt es nämlich, niemals zu vergessen. Sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, auch wenn es unangenehm ist und weh tut.

Mit diesen Eindrücken frisch im Gedächtnis den verlinkten Artikel zu lesen, rückt das alles einmal mehr in ein neues Licht. Wie kann man nur solche Aussagen tätigen, wie es die Kreaturen der FPÖ tun? Wie kann man das vor sich selbst rechtfertigen? Und warum schämt ihr euch dafür nicht?

Pause ohne Unterbrechung

Es ist drei Wochen her, seitdem ich den letzten Text geschrieben habe. Ich hatte drei Wochen Urlaub, viel geplant und wollte die Zeit für eine kleine kreative Pause nutzen. Für diese Zeit hatte ich ausreichend Texte vorbereitet. Unter anderem die »XCU Rewatch«-Reihe, wo ich dreizehn Tage lang jeden Tag einen X-Men-Film besprochen habe. Nun möchte ich aber wieder in das tägliche Schreiben zurückfinden.

In den drei Wochen Urlaub ist viel passiert. Vieles war geplant, aber so manches hat mich auch überrascht. Geplant war unter anderem ein 12-Tages-Trip nach Island mit Freund C. Wir machten einen Roadtrip um die Insel, eine Gletscherwanderung und hatten diverse Programmpunkte in Reykjavik, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Insbesondere ein Besuch im Penismuseum (oder »The Icelandic Phallological Museum«, wie es offiziell heißt). Ich denke, ich werde in den nächsten Wochen immer mal wieder ausschnittsweise davon berichten. Solch ein Abenteuerurlaub mit derart vielen Eindrücken und Erlebnissen möchte entsprechend gewürdigt werden. Also mache ich mir ein Fotobuch. Aber natürlich wäre es nicht mein Fotobuch, wenn nicht ebenso diverse Texte darin Platz finden würden. So kann ich das Geschehene nicht nur verarbeiten und Revue passieren lassen, sondern habe ein nettes Zeitdokument, in dem ich immer wieder blättern kann.

Nach Island war erst einmal Entspannung angesagt. Wobei das relativ ist. Viel Wäsche wollte gewaschen werden, und auch sonst waren die vier darauffolgenden Tage gut gefüllt. Unter anderem habe ich zwei Tage genutzt, um mal wieder »Lord of the Rings« anzuschauen. Die Trilogie habe ich schon mindestens zwei Jahre nicht mehr angeschaut und das darf nicht sein. Ein jährlicher Rewatch muss schon sein. Da das letzte Mal bereits länger her ist, war das erneute erleben eine regelrechte Tour de Force. Für mich sind die drei Filme stets eine emotionale Reise. Besonders nach Island und nach einer längeren Pause war dies umso mehr der Fall. Es sind und bleiben die besten Filme, die je gemacht wurden.

Dann habe ich mich zwei Tage in das DLC von »Lies of P« geworfen. Dieses wurde überraschenderweise veröffentlicht, ohne dass man vorher ein Datum wusste. Dies geschah während des »Playstation State of Play« als shadow drop. Zum DLC habe ich mir dann gleich noch günstig ein Jahr PS Plus Extra geklickt. Das DLC habe ich in zwei Tagen durchgeprügelt. Ich war nicht wirklich darauf eingestellt, es jetzt zu spielen, deshalb war ich etwas zwiegespalten. Zum einen ist die Geschichte dahinter fantastisch, das Design atemberaubend und die neuen Gegenden bzw. Bosse äußerst kreativ. Allerdings wollte ich mich nicht online spoilern lassen. Also Augen zu und durch. Ich hatte keine Lust, mich in die Bosse hineinzudenken und das Parieren wieder zu lernen. Bis zum finalen Boss bin ich gekommen. Diesen meistere ich aber bei einem erneuten Playthrough, wenn ich mehr im Spiel drin bin. Trotzdem eine grandiose Ergänzung.

Nach diesen vier mehr oder weniger entspannenden Tagen, die nicht nur eine emotionale Reise in sich hatten, ging es auch schon zum nächsten Ausflugspunkt. Mit Freund J. stand ein Zweitagestrip an. Erster Programmpunkt war das KZ Mauthausen. Wir hatten beide schon länger vor, das Konzentrationslager zu besuchen. Zwar war jeder von uns mit der Schule schon einmal dort, aber das liegt nun auch mehrere Monde zurück. Als Erwachsener, mit mehr Hintergrundwissen und Erfahrung, hat man sicherlich noch einmal einen anderen Zugang zum Thema. Vielleicht schreibe ich auch hierzu noch einen eigenen Text. Nur so viel: ein Besuch ist wirklich empfehlenswert und lohnt sich. Vor allem sollte man sich Zeit nehmen, die Orte und Räume auf sich wirken lassen. Das ist mit dem Audioguide, den wir uns ausgeliehen haben, besonders gut möglich, da man selbst das Tempo bestimmt. Wir beide haben neue Dinge gelernt. Es ist natürlich nicht immer einfach, trotzdem ist es wichtig, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Über sechs Stunden waren wir drin. Und das hat es auch gebraucht. Anschließend ging es nach Enns und Steyr. Beides schöne Städte, auf ihre ganz eigene Art. Enns ist klein und das Zentrum hat spannendes zu bieten. Steyr, deutlich größer und fast so schön wie Salzburg, hat mich am meisten von diesen beiden Städten überrascht. Wirklich tolle Ausflugsziele.

Nach diesen zwei Tagen, die es nicht nur auf der emotionalen Ebene in sich hatten, sondern in denen einige Kilometer zurückgelegt wurden (zu Fuß und mit dem Auto), benötigte ich erst einmal eine Pause. Den Tag danach habe ich nichts gemacht. Ich bin nur zwischen Esszimmer und Wohnzimmer hin und her gependelt und war nur einmal kurz draußen, um die Bio-Mülltonne für die Entleerung am nächsten Tag an die Straße zu bringen. Ansonsten habe ich mir den ganzen Tag YouTube-Videos angesehen und nebenbei etwas Elden Ring gespielt. Wobei es nur ein YouTube-Video war, wenn man es genau nimmt. Denn während des Urlaubs ist natürlich auch noch der »Elden Ring«-Ableger »Nightreign« erschienen. Der Creator Bushy (gemeinsam mit zwei Kumpels) hat anlässlich der Veröffentlichung einen 26-stündigen Stream veranstaltet. Den habe ich mir in den Tagen vor Mauthausen/Enns/Steyr schon angefangen zu schauen. An meinem faulen Tag habe ich diesen dann zu Ende geschaut. Großartige Unterhaltung.

Die letzten drei Tage des Urlaubs bestanden schließlich daraus, Spaziergänge zu machen, Podcasts zu hören, auf der Terrasse zu sitzen und etwa diesen Text zu verfassen oder im Whirlpool zu sitzen. Ich habe viel Elden Ring gespielt und die vergangenen zweieinhalb Wochen auf mich wirken lassen. Ein erfolgreicher, abwechslungsreicher und grandioser Urlaub. Es ist ewig her, dass ich drei Wochen durchgehend Urlaub hatte und das nächste Mal wird wohl etwas auf sich warten lassen. Ich bin froh und dankbar, dass ich mir das leisten konnte. Jetzt heißt es allerdings erst einmal in den (Arbeits-)Alltag zurückzufinden. Aber das auch nicht zu schnell, immerhin ist es eine kurze Woche und es steht ein langes Wochenende bevor. Man will sich ja nicht gleich überanstrengen.