Planungen eines Burgherren

Gerade erst habe ich für Burg Blaustein ein scheinbar fixes Zuhause gefunden (Ein Zuhause für die Burg), da kommen schon die nächsten Herausforderungen um die Ecke. Die Burg an sich, also der Teil auf dem gebauten Berg, wächst nun nicht mehr zwangsweise innerhalb eines bestimmten Rahmens. Mittlerweile sind nämlich zwei Erweiterungen angekündigt, die Burg Blaustein nach vorne hin befestigen. Das Schildwerk und die anschließenden Festungsspitzen machen die Burg uneinnehmbar. BlueBrixx eskaliert immer weiter. Ich finde es großartig und feiere jede neue Ankündigung. Burg Blaustein ist ein Set, das seinesgleichen sucht.

Doch es gibt nicht nur den Burgberg mit der darauf befindlichen Burg. Auch die Vorburg erhält immer wieder neue Gebäude. Vergangene Woche habe ich über die Stallungen berichtet, die als Pro-Set zur Verfügung stehen und die ich nun ebenfalls in meine Vorburg integriert habe. Es gibt allerdings noch den Rüstmeister, das Palisadentor, die Schreinerei und zwei Sets, die sich noch im Status Ankündigung befinden: die Wachstube und den Palisadenturm. Wobei ich bei der Wachstube noch nicht ganz verstanden habe, wie diese in die Palisaden integriert werden soll. Aber da lasse ich mich gerne beim entsprechenden Produktvideo überraschen. Es ist also noch lange kein Ende in Sicht.

Vorausschauend wie ich bin, dachte ich mir also, ich bereite mich vor. Ich habe mir eine Holzplatte besorgt, diese mit Beinen ausgestattet, die das Gewicht der Burg tragen, und diese in meiner Küche/Esszimmer untergebracht. Es sieht fantastisch aus und wirkt durch die niedrige Höhe des selbst gemachten Tisches noch einmal imposanter. Die Platte misst 120 cm × 75 cm. Sollte doch ausreichen, oder? Weit gefehlt. Ich habe in der aktuellen Planung noch Platz für das Palisadentor, den Rüstmeister, den Palisadenturm und die Schreinerei. Ob sich das allerdings mit den Festungsspitzen ausgeht, da bin ich mir nicht so sicher. Spätestens mit der Wachstube benötige ich eine größere Platte. Doch das ist das Problem oder die Herausforderung meines Zukunfts-Ichs.

Es ist herrlich, immer wieder an der Burg arbeiten zu können. Nach und nach habe ich mir die übrigen Sets für die Vorburg zugelegt. Mit den Stallungen habe ich letztens angefangen, diese auch zu bauen. Sie machen sich toll. Die Burg ist doch sehr dominant, im Vergleich zur Vorburg. Aber mit den zusätzlichen Gebäuden verteilt sich, so meine Vermutung, das visuelle Gewicht etwas. Ich bin gespannt, ob meine Planung aufgeht. Ansonsten muss wohl doch ein größerer Tisch her.

After-Credit-Quälereien

In den vergangenen Monaten habe ich sehr viele Marvel-Filme geschaut. Dazwischen dann noch mehr Marvel-Filme außerhalb des MCU. Das Ergebnis davon und wie ich die einzelnen Filme fand, kann man jeden Samstag hier im Blog lesen. Je mehr man von diesen Filmen schaut (unabhängig von der Qualität des eigentlichen Erzeugnisses), desto mehr fällt einem die schiere Unnötigkeit von After-Credit-Szenen auf. Ich erwische mich immer wieder dabei, dass ich selbst bei herkömmlichen Filmen, die nichts mit Comics zu tun haben, bis ans Ende vorspule, um zu sehen, ob nicht doch eine zusätzliche Sequenz eingebaut wurde. Das muss aufhören.

Am Anfang war es ein nettes Gimmick. Nick Fury tauchte in Iron Man auf, die Avengers haben Shawarma gegessen und in Fluch der Karibik klaut der Affe ein Goldstück. Wunderbar. Aber wir haben das Spiel durch. Es gibt nichts mehr Originelles, was man nach 20 Jahren damit anstellen könnte. Wir brauchen eine Pause von diesem leidlichen Kunstgriff. Ich glaube, wir sind in einer Spirale gelandet. Denn wenn wir ehrlich sind, erwarten wir ja, dass nach dem Film etwas kommt. Marvel hat uns abgerichtet, wie den Pawlowschen Hund. Sobald wir Credits über den Bildschirm huschen sehen, läuft der Sabber schon am Mund hinab, in höchster Vorfreude auf einen Leckerbissen. Die Filmemacher fühlen sich auf der anderen Seite wahrscheinlich fast schon verpflichtet, sich irgendwas aus den Haaren zu ziehen. Doch sie waren es doch, die uns darauf trainiert haben.

Ich möchte Filme schauen, ohne mich zu fragen, ob am Ende noch etwas kommt. Ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, vor Ende des Abspanns aus dem Kino zu gehen. Zu Hause googelt man dann, ob wirklich nichts mehr gekommen ist, nur um festzustellen, dass man etwas verpasst hat. Natürlich ist das auch ein bisschen FOMO, aber es muss doch nicht sein. Wenn noch eine Szene, ein kleines Schmankerl den Zuschauer*innen dargereicht werden soll, dann reicht es vollkommen aus, das als Mid-Credit-Szene zu tun. Das ist aber auch schon das Höchste der Gefühle. Wenn wir ehrlich sind, tragen die meisten dieser Ergänzungen nichts zur Geschichte bei oder sind auch nur annähernd so gut wie die ersten ihrer Art. Es wird Zeit, die After-Credit-Szene unauffällig hinter den Schuppen zu bringen.

MCU Rewatch | Black Widow

Die Pause nach Endgame hat wirklich gut getan. Seitdem habe ich die X-Men-Filme angeschaut, die wir in den vergangenen Wochen intensiv besprochen haben. Für mich war es tatsächlich eine noch längere Pause, als sie hier im Blog erscheint, da es etwa zwei Monate sind, seitdem ich Endgame gesehen habe. Vor allem die Abwechslung mit den X-Men fand ich erfrischend. Es ist eine andere Seite der Marvel-Welt, die wir damit näher beobachten konnten. So kann ich gefühlt frischer und neutraler an die nächste, vierte Phase herantreten. Schauen wir uns also die nächste Phase an, die mit Black Widow beginnt.

Als ich den Film damals im Kino sah, ließ ich kein gutes Haar an ihm. Irgendwie hat mich alles daran gestört; die Action, die Geschichte, die Tatsache, dass der Film gefühlt 10 Jahre zu spät erscheint und die Verfehlung, einen echten Thriller daraus zu machen. Nachdem ich nun den Film ein zweites Mal gesehen habe und mit etwas mehr Abstand, kommt er besser weg. Ich fühlte mich wirklich gut unterhalten und die zugrunde liegende Geschichte birgt eine notwendige Tiefe in sich.

Bei Marvel-Filmen oder Superhelden-Filmen allgemein bin ich versöhnlicher, wenn es darum geht, schwierige Themen zu besprechen oder sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Immerhin sind es Action-Filme, die durchaus eine komplexe Geschichte erzählen können, jedoch ein breites Publikum ansprechen wollen. Die Produktion ist teuer, aufwendig und zeitintensiv, da möchte man natürlich die Kosten wieder einspielen. Wobei das natürlich eine Spirale ist, die man gelegentlich durchbrechen muss. Denn es braucht nicht immer einen 300-Millionen-Dollar teureren Film. Ich mag genauso kleinere Geschichten innerhalb dieses Universums. Doch ich verstehe, dass man sich die Tiefe, die ich vorhin angesprochen habe, manchmal selbst erarbeiten und weiterdenken muss. Vielleicht bin ich aus den Comics heraus gewohnt oder bin eben bereit, mir diese Arbeit zu machen. Deshalb fällt es mir leichter, gnädig mit den Filmen umzugehen.

Die Grundpfeiler von Black Widow stimmen. Scarlett Johansson und Florence Pugh sind fantastisch in ihren Rollen, verkörpern die Agentinnen glaubhaft und haben eine tolle Chemie. Ihre Szenen machen Spaß, aber sie bringen ebenso die notwendige Ernsthaftigkeit und Gravitas auf. Diese braucht das Thema des Films. Denn es geht um Machtmissbrauch. General Dreykov, der Chef des »Red Room«, sucht sich verletzliche, junge Mädchen. Er bemächtigt sich ihnen, foltert sie quasi, bis sie dem Bild entsprechen, das er haben möchte. Er setzt sie unter Drogen, sodass sie ihm aufs Wort gehorchen, zwingt sie zu einer Hysterektomie. Wenn sie ihren Zweck erfüllt haben, wirft er sie weg und beschafft sich neue. Es ist brutal, grausam und höchste Zeit, dass sich Natasha um ihren ehemaligen Peiniger kümmert.

Die Szenen im Red Room Hauptquartier, zwischen Natasha und Dreykov sind widerlich. Beide Schauspieler*innen sind hier auf Höchstform. Ray Winstone als Dreykov verkörpert alles, was falsch ist. In dieser Welt, als auch in unserer. In ihm kann man sehr viel mehr lesen. Die Art, wie er sich den Frauen nähert, die Sprache, die er benutzt, die Gestik und Mimik; es ist widerlich und er hat alles verdient, was ihm im Laufe dieses Films angetan wird. Wahrscheinlich mehr. Die restlichen Black Widows zu befreien und dafür zu sorgen, dass die weltweit im Einsatz befindlichen Agentinnen frei kommen, ist nur ein schwacher Trost. Aber es ist einer. Genauso, dass Dreykovs Tochter Antonia aka Taskmaster endlich aus den Fängen ihres Vaters freikommt. Dieser Twist von Taskmaster ist genial und gefällt mir ausgezeichnet. Es passt perfekt in die Geschichte.

Zugegeben hätte ich das große Finale mit der Festung, die vom Himmel fällt, nicht gebraucht. Es ist das einzige wirkliche Manko, das ich an dem Film habe. Ich hätte gerne ein unaufgeregteres Finale gehabt. Ruhiger, intimer, so wie der Anfang des Films. Es hätte wunderbar gepasst, aber ich vermute, wir sind an einem Punkt, wo wir ein episches Finale benötigen. Der Rest des Films funktioniert für mich dafür wunderbar. Natasha, die sich einfach nur absetzen möchte, aber von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Die Verknüpfungen mit den anderen MCU-Filmen fühlen sich ungezwungen an. Nach Civil War ist ein geeigneter Zeitpunkt für die Geschichte.

Zwar gehen die emotionalen Momente teilweise in den brachialen Actionsequenzen unter, aber sie sehen dafür gut aus. Beispielsweise der Gefängnisausbruch von Red Guardian. Die Lawine, der Helikoper – für mich funktionieren diese Szenen. Das anschließende Familien-Dinner ist derartig cringe (ein anderes Wort fällt mir dafür nicht ein), dass es aus den Wänden trieft, spiegelt aber den aktuellen Zustand der Charaktere sehr gut wider. Black Widow ist vielleicht ein später, aber durchaus gelungener Abschied von dem Charakter und Scarlett Johansson. Ich korrigiere gerne meinen ersten Eindruck. Ich hatte eine gute Zeit und freue mich als Nächstes auf Shang-Chi.

Home One

»Home One« ist das beeindruckende Raumschiff der Mon Calamari. Kommandiert von Admiral Ackbar und am meisten bekannt für seinen Auftritt in »Return of the Jedi«. Im Kampf gegen den zweiten Todesstern. Doch auch in der Clone-Wars-Serie kommt Ackbar immer wieder vor. Die Mon Calamari sind ein interessantes Volk. Sie kommen von einem Wasserplaneten und sind für ihren genialen Schiffsbau berühmt. Die geschwungenen Linien, das langgezogene Design und die schiere Größe mancher Schiffe machen sie immer wieder zu einem Hingucker.

Der Bau des »Home One Starcuiser« ist einfach und geht schnell von der Hand. Zum Vollpreis würde ich das Schiff niemandem empfehlen. Mit einem ordentlichen Rabatt kann man allerdings ruhig zuschlagen. Vor allem wenn man Fan der alten Star-Wars-Filme ist. Das Schiff gehört zu Star Wars, ist ein Markenzeichen, würde ich sagen. Trotzdem sollte man auf Rabatte warten. Ich glaube, ich habe maximal eine Stunde für den Bau benötigt. Ich kann es jetzt im Nachhinein schlecht sagen. Aber der Bau ist weder herausfordernd, noch kommen spannende Bautechniken vor. Es ist immer noch ein Lego-Set.

Für den Maßstab und dadurch, dass das Schiff viele Rundungen hat, ist es gut getroffen. Es sieht vor allem dank des angehängten medizinischen Versorgungsschiffes größer aus. Man benötigt eben immer Referenzen und Vergleiche. Und das medizinische Schiff bietet sich an, da man es in »Return of the Jedi« prominent sieht. Durch die Kamerafahrt aus dem Behandlungsraum, in dem Luke seine neue Hand bekommen hat, hat man eine vage Vorstellung von dessen Größe und kann sich im Vergleich den »Home One Starcruiser« vorstellen. Ein nettes Set, das gut aussieht und in keiner Schiffssammlung von Star Wars fehlen darf.

Geek-Planet | The Walking Dead: Staffel 3

Es ist Donnerstag und das bedeutet, wir sehen uns einen alten Text von mir an. Jede Woche suche ich mir einen heraus, redigiere diesen, versehe ihn mit einer Einleitung und veröffentliche ihn erneut. So sollen alle alten Texte von mir irgendwann hier auffindbar sein, die ich für meinen ehemaligen Blog »Geek-Planet« geschrieben habe. Den Blog gibt es allerdings nicht mehr. Der folgende Text stammt vom 14. Oktober 2015.

Immer wieder bin ich fasziniert davon, welche Erkenntnisse ich aus den alten Texten herausholen kann. Zum einen überrascht es mich, dass ich mir die dritte Staffel von The Walking Dead scheinbar innerhalb von zwei Tagen angeschaut habe. Das würde ich heute nicht mehr tun.

Zwar schaue ich gerne regelmäßig am Abend Filme oder Serien oder verliere mich in einem Spiel, aber Binge-Watching oder Binge-Gaming tue ich heute nicht mehr. Ich erinnere mich noch, dass ich beispielsweise die beiden Fortsetzungen von Assassins Creed II an jeweils einem Wochenende durchgespielt habe, als diese frisch erschienen sind. Mittlerweile genieße ich es, mir Zeit zu lassen und die Erfahrung dieser tollen Medien und der Geschichten, die sie zu erzählen haben, nicht zu überstürzen. Klar gibt es mal längere Spiele-Sessions, aber das sind dann ein paar Stunden und nicht gleich ein ganzer Tag. So ändern sich eben die Zeiten.

Für letzte Woche hatte ich mir den Text vom dritten Buch des Comics von The Walking Dead herausgesucht. Es kommt jetzt übrigens jede Woche The Walking Dead. Ich will etwas in diesem Universum bleiben, zumindest in Form meiner alten Texte dazu. Jedoch war mir nicht bewusst, dass ich zuerst die Serie und dann den Comics gelesen hatte. Eigentlich die falsche Reihenfolge. Ist der Comic doch um einiges erbarmungsloser, brutaler und mitreißender, als es die Serie je sein könnte. Meine Empfehlung wäre es also, erst den Comic zu lesen und dann die Serie zu schauen. Am besten auch nacheinander. Mein damaliger Wechsel zwischen den Medien hat nicht gutgetan. Ich habe ständig verwechselt, was wo passiert ist. Beide Geschichten, die sich durchaus voneinander unterscheiden, haben sich in meinem Kopf vermischt. Dabei haben es beide gleichermaßen verdient, auf ihre jeweilige Art geschaut oder gelesen zu werden.


Sieben Monate auf der Straße und das auch noch im Winter machen aus einer chaotischen Gruppe wohl ein beinahe perfekt organisiertes Team, das füreinander einsteht. Der Unterschied zur letzten Staffel ist wirklich gewaltig. Die Figurenzeichnung hat deutlich an Qualität zugenommen. Besonders Carl hat sich gemausert – er ist ein wertvoller Teil der Gruppe geworden und beteiligt sich an vielen Missionen. Man könnte ihn schon beinahe als Badass bezeichnen.

  • Developed by Frank Darabont
  • Cast: Andrew Lincoln, Sarah Wayne Callies, Laurie Holden, Norman Reedus, Steven Yeun, Lauren Cohan, Chandler Riggs, Danai Gurira, Michael Rooker
  • Musik: Bear McCreary
  • Executive producers: Frank Darabont, Gale Anne Hurd, David Alpert, Robert Kirkman u. a.
  • Erstausstrahlung: 14. Oktober 2012 auf AMC

“People with nothing to hide don’t usually feel the need to say so.” – Michonne

Anders als erwartet steigen wir bereits in dieser Staffel direkt mit dem Gefängnis ein, so wie es auch in der letzten Episode angeteasert wurde. Gekonnt schaltet die Gruppe alle Zombies im Vorhof und zwischen den beiden Zaunreihen aus. Anschließend geht es ins Innere und schon bald haben sie ein neues, sicheres zu Hause. Dieser Startpunkt gefällt. Zwar hat es auch seinen Reiz, wenn sie auf der Straße unterwegs sind und nicht wissen, was hinter der nächsten Kurve auf sie lauert, doch der Schauplatz bietet wie auch schon im Comic einen hervorragenden Ausgangspunkt für spannende Geschichten.

Ich dachte, ich benötige ein wenig Zeit, um mich wieder mit dieser Truppe vertraut zu machen, da sie sich doch etwas von der Vorlage unterscheidet, doch nach wenigen Minuten war ich in dieser Welt gefangen. Elf Folgen an einem Abend, dann durchgeschlafen und am Sonntagmorgen die restlichen fünf, so war meine Erfahrung mit der dritten Staffel von The Walking Dead. Ich mag solche »Binge-Watching-Events« sehr gerne, da man über einen längeren Zeitraum in dieser Welt bleibt und sich das Denken anpasst. Man bekommt das richtige Mindset und anschließend muss man sich erst wieder in der realen Welt orientieren. Es bereitet immer wieder Freude. Besonders deshalb, weil ich weiß, dass es bald wieder weiter geht – doch zuvor möchte ich den nächsten Comic lesen und mich etwas von den Geschehnissen erholen, denn zum Teil war es richtig harter Tobak, der den Autor*innen eingefallen ist.

Am markantesten in Erinnerung wird mir wohl die Geburt von Judith, Carls Schwester, bleiben. Auf der Flucht vor den Zombies, die durch den Alarm des Gefängnisses angelockt wurden, geraten Lori, Carl und Maggie in einen Raum und natürlich setzen die Wehen ein. So muss Maggie einen Kaiserschnitt durchführen. Ich benötigte anschließend erstmal eine kurze Pause. Der Regisseur ist unnachgiebig und lässt die Kamera immer am Geschehen, ohne einen wirklichen Schnitt – es geht immer weiter. Schließlich wird Lori von den Schmerzen ohnmächtig und stirbt am Blutverlust. Dass Carl ihr den Kopfschuss verpassen muss, damit sie nicht zu einem Zombie wird, hat mir dann endgültig den Rest gegeben. Eine wahnsinnige Szene, in der nicht nur die Schauspieler*innen eine Meisterleistung abgeliefert haben. Ricks anschließende Rache an den verbliebenen Zombies ist eine logische Konsequenz, und sein manisch brutaler Gang durch das Gefängnis ist nicht nur herzzerreißend, es führt schließlich auch zum Bruch seiner Psyche. Er kann eben nicht alles bewältigen und ist, wie auch schon Batman feststellen musste, eben doch nur ein Mensch. Andrew Lincoln erreicht hier einen Höhepunkt seines Könnens und hat mich vollkommen von seiner Manie überzeugt. Am liebsten würde man ihm eine Pause gönnen, ihn in eine Zelle sperren und einfach mal drei Tage durchschlafen lassen – verdient hätte er es sich.

Apropos intensive Szenen. Das Bild von Glenn und Maggie, wie sie von Merle und dem Governor gefoltert, bloßgestellt und psychisch unter Druck genommen werden, hat sich ebenfalls in mein Gedächtnis gebrannt. Man könnte sich immer mit dem Fakt aus der Situation retten, dass doch alles nicht echt ist, doch wenn es so real wirkt und die emotionale Verbindung mit den Protagonisten in dem Moment so aufgeladen und intim wirkt, kann man nicht anders als schockiert vor dem Bildschirm zu sitzen und fassungslos zuzuschauen. Man hofft auf ein baldiges Ende, doch den Autor*innen fallen immer grausamere Taten ein. Sie zeigen eindrucksvoll, dass die Walker nicht das Gefährlichste in dieser Welt sind. Und sie müssen nicht unbedingt nur erschossen und erstochen werden, sondern eignen sich super als primitive Folterinstrumente – wenn man sie nicht gerade für Showkämpfe zweckentfremdet.

Positiv aufgefallen ist mir allerdings (außer Schauspiel, Musik, Atmosphäre und Cinematographie), dass es zumindest innerhalb einer Staffel Konsequenzen gibt, wenn sie schon staffelübergreifend nicht funktionieren. So begleiten die beiden ihre Erfahrung über mehrere Episoden hinweg. Nicht nur die physischen, sondern vor allem die Mentalen.

Kommen wir von expliziten Szenen nun zu ein paar Figuren. Allen voran der Governor. Ihn lernen wir bald kennen und ich muss zugeben, dass er sich als nicht gerade der beste Bösewicht entpuppt. Er ist grausam, man möchte ihm nicht bei Nacht begegnen (oder auch bei Tag). Er ist ein richtiger Psychopath, der alles macht, um seine Ziele zu erreichen – Lügen, Manipulation, Mord, alles keine Fremdwörter für ihn – am liebsten möchte er die absolute Kontrolle über alles und jeden in der Umgebung. Doch irgendwie will er sich nicht so richtig als das ultimative Böse, das er darstellen soll, etablieren. Einerseits möchte er seine Familie zurück, andererseits möchte er mordend ein paar Städte beherrschen. Sein Konflikt mit Michonne kommt in der Serie auch nicht so wirklich rüber. Zwar verstehe ich, dass man aus Zeitgründen nicht alles zeigen kann oder will, doch diesen absoluten Hass kann ich nicht nachvollziehen. Als sie dann auch noch seine Zombietochter töten, ist es endgültig vorbei.

Da wir gerade dabei sind, auch Michonne gehört zu den interessantesten neuen Figuren. Ihre Talente, mit dem Samuraischwert allein, machen sie mysteriös und ihre Vergangenheit würde ich gerne näher kennen – da bin ich schon auf die Bücher gespannt, wo sie anscheinend auch eine größere Rolle einnimmt. Anfangs ist sie sehr schweigsam und so richtig warm ist sie mit Andrea nicht geworden, auch wenn sie knapp über sieben Monate miteinander verbracht haben. Sie scheint mit den anderen aus der Gruppe, schon aufgeschlossener zu sein und wird zum Ende hin richtig mitteilungsbedürftig. Ihre Stärke, Disziplin und Durchsetzungsvermögen werden der Gruppe noch guttun. Sie erinnert ein wenig an eine weibliche, härtere Version von Daryl.

Auch er ist nun endgültig in der Gruppe angekommen und sorgt sogar für das Baby. Er und Carol könnten ein nettes Paar abgeben, auch wenn ich nicht denke, dass dies je geschehen wird. Sie sind gute Freunde, die sich vertrauen. Zu sehen, wie er wieder mit seinem Idioten von Bruder weiterzieht, tut beinahe körperlich weh. Ich kann nachvollziehen, warum er es tut, doch es fühlt sich einfach falsch für ihn an. Da kann die durchaus positive Entwicklung von Merle nichts daran ändern.

Der Rest der Gruppe hat einen Platz und eine Funktion gefunden, mit der sie zurechtkommen. Glenn entwickelt sich zu einem durchsetzungsfähigen zweiten Anführer und ist nicht mehr mit dem Glenn der ersten Staffel zu vergleichen. Beth ist die Ersatzmutter für Judith und kümmert sich rührend um sie. Wenn sie anfängt zu singen und alle aus der Gruppe lauschen, bekommt alles ein heimeligeres Gefühl. Carol hält den Betrieb am Laufen und macht alles, angefangen vom Babysitten bis zum Erschießen von Zombies. Ihre Entwicklung gefällt mir ebenfalls hervorragend und ich hoffe, sie bleibt uns noch eine Weile erhalten. Es gibt noch eine Menge Punkte, die mir in dieser Staffel gut gefallen haben. Sei es das Wiedersehen mit Morgan, die Einführung von Tyreese und seiner Gruppe, Andreas Schlichtungsversuch mit den beiden Parteien, Miltons Entwicklung vom folgsamen Gehilfen zum aktiven Widerständler, Hershels innige Unterhaltungen mit jedem aus der Gruppe und so viel mehr. Sowohl die Fortführung der Geschichte als auch die der Charaktere überzeugen auf ganzer Linie und haben mich bis zur letzten Minute gefesselt. Ich bin mehr als gespannt, wie es weiter geht und denke, dass wir noch längere Zeit im Gefängnis verbringen werden.

Aber kommen wir mal etwas weg vom Inhalt der Serie und widmen uns etwas dem Aufbau – dem ich viel zu wenige Worte widme. Allein die Sets sind schon erwähnenswert. Die Wälder, das Gefängnis, die Stadt des Governor; alles fühlt sich echt an und nur selten kommt einem der Gedanke, das ist jetzt aber ein künstlich aufgebautes Modell.

Auch die Kameraeinstellungen, die teilweise mit einem ungewöhnlichen Blick auf das Geschehen überraschen, sind gut gewählt. In manchen Episoden starten wir zum Beispiel aus der Sichtweise eines Zombies, bevor wir den Protagonisten begegnen. Bei der Unterhaltung zwischen Rick und dem Governor blickten wir von oben durch eine Luke auf sie. Passend zu den Kamerafahrten und dem Geschehen ist auch die Musik ausgewählt. Nur selten nimmt man sie bewusst wahr, so wie es auch sein soll. Sie ist dazu da, das Geschehene zu unterschreichen, zu intensivieren.

Wie ihr seht, bin ich sehr beeindruckt, wie sehr sich die Qualität von Staffel zwei auf drei gesteigert hat. Wenn sie dies beibehalten können, stehen uns noch viele spannende Abenteuer bevor und am neugierigsten bin ich eindeutig darauf, wo es nach dem Gefängnis hingeht und wer schließlich den Governor tötet, außer er bleibt uns noch über längere Zeit erhalten.

Zeitloses Design

Kann man zu viele Millennium Falken besitzen? Ich denke nicht. Den UCS (Ultimate Collector Series) von Lego habe ich seit etwa fünf Jahren bei mir zu Hause stehen. Der Bau hat Spaß gemacht und war durchaus ein größeres Unterfangen. Vor kurzem habe ich dann ein MOC des Lego Einhorn Sets gefunden und es zu einem bunten Millennium Falken umgebaut. Schließlich gibt es noch eine Medium-Variante, die kürzlich im Angebot war. Natürlich hat Lego noch sehr viel mehr im Angebot, aber für weitere Bauten möchte ich auf MOCs zurückgreifen. Immerhin fehlt noch die Version aus dem Solo-Film, die vorne noch die Rettungskapsel hat und etwas heller ist.

Die Medium-Variante des Millennium Falken ist knapp über 25 cm lang und sieht eigentlich gut aus. Die Details stimmen, die Proportionen wirken passend und die Drucke sind okay. Die Anleitung könnte jedoch besser sein. Aus irgendeinem Grund hat sich Lego für einen dunkelgrauen Hintergrund entschieden. Darauf Farben zu drucken und schließlich korrekt erkennen zu können, ist eine Herausforderung. Der Bau an sich ist aber keine. Es baut sich schnell weg, was für ein 55-€-Set, das eine UVP von 85 € hat, wirklich kein gutes Zeichen ist. Für über 80 € erwarte ich mir eigentlich mehr. Der Rabatt hat mich allerdings überzeugt. Nun steht es da. Und je mehr ich es ansehe, desto mehr Verbesserungen möchte ich eigentlich vornehmen.

Manche Lücken sind mir zu groß, das Heck passt nicht ganz und die vorderen Außenverkleidungen sehen seltsam aus. Also kurz auf Rebrickable nachgeschaut, ob sich jemand die Mühe gemacht hat, eine Alternative anzubieten oder Modifikationen an dem Modell vorgenommen hat. Natürlich wird man schnell fündig. »PiXEL-DAN« bietet gleich zwei Varianten des Millennium Falken an. Einmal die Solo-Variante und einmal eine verbesserte Version des Lego-Modells. Die Teile habe ich mir noch nicht bestellt, die ich dazu benötige, werde es aber sicherlich noch nachholen. Ich habe mir noch nie eine Anleitung auf Rebrickable gekauft. Es wird Zeit das zu ändern. Der Millennium Falke ist ein gutes Versuchskaninchen.

Feiger Käse

Käse ist etwas Wunderbares. Sei es Cottage Cheese, Mozzarella, Hartkäse in verschiedensten Formen und Arten oder diverse Weichkäse. Ich teste immer wieder gerne neue Sorten und probiere mich durch das Kühlregal. Bei Käse lohnt sich ebenfalls der Besuch verschiedener Supermärkte, da sich die Angebote teilweise deutlich unterscheiden. Hofer und Billa sind meine go-to-Märkte, wenn es um Käse geht, aber auch beim lokalen Eurospar werde ich immer wieder fündig. Zu einer guten Jause gehört ein guter Käse einfach dazu. Oder am Abend zu einem Film. Mit etwas Oliven, eingelegten Zwiebeln und ein Stückchen Brot ist es der perfekte Snack. Doch selbst der beste Käse profitiert von einer kleinen Ergänzung.

Ich bin erst durch den Besuch einer unscheinbaren Weinbar abseits der Linzergasse in Salzburg darauf gekommen. Vorher wusste ich von der Existenz dieses Produkts nicht. Doch seither findet sich immer wieder ein Gläschen in meinem Kühlschrank. Die Rede ist natürlich von Feigensenf. Einen Teelöffel zur Käsevariation gereicht und diesen mit einem Hauch dessen zu verfeinern, bietet eine Geschmacksexplosion, die ich nicht mehr missen möchte. Es gibt nicht nur Feigensenf, sondern auch noch andere Varianten. Oder Alternativen wie die Feigensauce findet man ebenso gelegentlich. Feigen sind eine unterschätzte Frucht, wie ich finde. Die Konsistenz, der Geschmack, einfach wunderbar. In Saucenform oder als Senf dargereicht, eine echte Bereicherung für jede Jause.

Diana Light | Unsplash

Die Stallungen

Es wächst nicht nur die Burg Blaustein immer weiter, auch die Vorburg wird ständig mit neuen Gebäuden erweitert. Das Konzept »Burg Blaustein« von BlueBrixx ist wirklich einzigartig. Sie sind sicherlich ein großes Wagnis eingegangen. Denn anders als bei herkömmlichen modularen Bauwerken aus der Klemmbausteinwelt benötigt man bei Burg Blaustein immer alle vorangegangenen Sets. Der Saalbau funktioniert ohne die Vorburg nicht und das Torhaus ohne den Münzturm schon zweimal nicht. Bei der Vorburg, die nun nicht mehr auf dem Burgberg positioniert ist, verhält es sich etwas anders.

Die Vorburg ist eine Art Zusatz zur Burg selbst. Zwar sind die Palisaden damit verbunden, doch ließen sie sich einfach lösen. So kann man entweder die Burg alleine dastehen lassen oder die Vorburg mit ausbauen. Bisher habe ich die Vorburg stehen lassen, aber ohne extra Gebäude dafür zu kaufen. Seit ein paar Wochen gibt es allerdings die Stallungen wieder. Es ist ein schön designtes Gebäude. Mit den Stallungen habe ich mir dann noch den Rüstmeister bestellt. Das Palisadentor muss auch irgendwann mal dazu. Die Burg benötigt schließlich einen imposanten Eingang. Doch erst einmal sehen wir uns die Stallungen an.

Mit über 3.000 Teilen sind die Stallungen durchaus umfangreich, doch es handelt sich dabei um viele kleine Teile. Das Dach allein besteht aus über 350 Dachziegeln, die verbaut und ausgerichtet werden wollen. Keine amüsante Arbeit, allerdings eine, die sich lohnt. Denn das Ergebnis sieht wirklich toll aus. Die Wände sind gewohnt massiv gebaut. Es kommen erneut interessante Bautechniken zur Anwendung, die den Bau kurzweilig machen. Ich bin sehr zufrieden mit den Stallungen. Man entdeckt während des Baus immer wieder schöne Details und Andeutungen, und sie machen sich toll in der Vorburg. Es gibt allerdings ein kleines Problem.

Die Stallungen sind nun ein »BlueBrixx Pro« Set. Wer sich mit Klemmbausteinen beschäftigt und vor allem auch mit BlueBrixx, weiß, dass es zwei Arten gibt, wie BlueBrixx seine Sets veröffentlicht. Entweder als »Special« oder als »Pro«. Die Specials kommen in einem einfachen braunen Karton, ohne Design. Die Anleitung ist nur digital verfügbar und die Steine selbst sind hochwertig und von guter Qualität. Die Pro-Sets kommen in einem hübschen Karton mit Abbildungen und etwas Design. Die Anleitung ist (meistens) nur gedruckt verfügbar. Und die Steinequalität liegt ebenfalls meist hinter den Specials zurück. Manche Unterschiede gehen mir allerdings nicht ein. Denn von der Aufmachung der Anleitungen sind die Specials besser als die Pro. Wie kann es hier einen Unterschied geben, wenn doch alles von derselben Firma kommt?

Die Klemmkraft mancher Steine bei den Stallungen ist wirklich fragwürdig und die Platten, die für den Heuboden verbaut werden, haben teils gravierende Farbabweichungen. Zum Glück betrifft das nicht das Mauerwerk oder die Dachziegel. Bei einem Special wären mir solche Probleme noch nie aufgefallen. BlueBrixx war hier auf einem guten Weg. Die Anleitungen, wenn auch an manchen Stellen verbesserungswürdig (etwa wenn es um Ansichten geht), waren vollkommen in Ordnung. Die Pro-Sets können da nicht mithalten. Also entweder führen sie die beiden Welten irgendwie zusammen oder lassen sich etwas anderes einfallen, wie die Welten besser zusammengeführt werden können. Wenn es ihnen um die bunten Kartons mit mehr Abbildungen geht, könnte man die braunen Kartons mit einem Umkarton (einer Art Schuber) ausstatten. Aber irgendetwas müssen sie sich einfallen lassen.

In den Kommentaren von YouTube liest man immer häufiger, dass das ein Problem für BlueBrixx werden könnte. Das Verständnis für Pro-Sets und die mindere Qualität zu den Specials stoßen auf viel Unverständnis, auch bei mir. Viele bauen gerne mit PDF-Anleitungen. Und auch wenn es mir prinzipiell egal ist, mag ich tatsächlich die Art der Anleitungen von den Specials lieber. Und gedruckt müssen die nicht vor mir liegen. Ich hoffe sehr, dass sie aufpassen, welche Entscheidungen sie treffen, und mit Bedacht vorgehen. Sie haben sich eine Community aufgebaut und über Jahre einen guten Ruf erarbeitet. Mit ein paar wenigen falschen Entscheidungen kann dieser sehr schnell ins Bröckeln geraten.

Lieber [Name hier einsetzen]

Es fällt mir schwer, Dinge zu kommentieren. Zumindest in den Weiten des Internets. Das mag für jemanden, der einen täglichen Blog schreibt, etwas widersprüchlich klingen, doch es ist so. Die Anzahl an Kommentaren, die ich bei YouTube abgegeben habe, kann ich an einer Hand abzählen. Recht viel mehr Mails an Podcaster oder dergleichen habe ich auch nicht geschrieben. Dabei kommen mir gelegentlich Ideen, die ich entweder mitteilen möchte, oder ich möchte mich für die tollen Inhalte bedanken, die produziert werden.

Bei BlueBrixx bin ich beispielsweise um die Community sehr froh, die sich rege in den Kommentarspalten unterhält und nach bestimmten Sets fragt und nachhakt. Manche könnten einen netteren Ton anschlagen, aber ich denke, das meiste kommt aus dem Wunsch heraus, bessere Sets zu haben und Ideen zu liefern. Ich bin dankbar für die Menschen, die sich an den Diskussionen beteiligen. Genauso in den Foren von ThePod. Ich bin dort zwar angemeldet und lese gelegentlich mit, aber schreibe dort nichts. Ich denke, das kommt aus der einseitigen Beziehung heraus, die man mit diesen Personen hat.

Man kann ein Projekt Jahre, manchmal Jahrzehnte begleiten, ohne sich dort zu melden. Das ist auch vollkommen in Ordnung. Entweder es macht einfach nur Laune zuzuhören, unterstützt auf finanzielle Art und/oder ist mit dem, was produziert wird, zufrieden und vertraut auf die Talente derjenigen Personen, die dahinterstehen. Manches Mal stellt sich ein sehr vertrautes Gefühl ein, das sich nicht vermeiden lässt und zu einem gewissen Grad in Ordnung ist. Durch das regelmäßige Zuhören glaubt man, man kenne die Personen. Das ist natürlich falsch. Man kennt lediglich einen ganz bestimmten Ausschnitt und erfährt nur das, was sie den Zuhörer*innen auch wirklich mitteilen wollen. Die Grenze verschwimmt allerdings manchmal.

Deshalb fällt es mir schwer, Nachrichten zu schreiben oder zu kommentieren. Ich bin mir der asynchronen Beziehung sehr bewusst. Ich möchte nicht, dass meine Nachrichten zu persönlich erscheinen, Grenzen überschreiten oder dergleichen. Ein professioneller, doch nahbarer Abstand ist hier gefragt. Zumindest aus meiner Sicht. In einem Forum kann man sich natürlich besser und ungezwungener austauschen, aber das war schon zu den Hochzeiten von Foren nicht mein Kommunikationsmittel der Wahl. Wenn, dann schreibe ich lieber E-Mails und damit dedizierte Nachrichten zu einer Thematik, die mich gerade beschäftigt, oder wenn nach speziellem Feedback gefragt wurde.

Vielleicht denke ich zu viel darüber nach und sollte einfach die Nachrichten schreiben und wegschicken. Doch wenn ich mir die Kommentare so anschaue, täte es manchen nicht schlecht, ein wenig mehr darüber nachzudenken, was sie da gerade schreiben. Das Video, der Podcast oder was auch immer man gerade konsumieren mag, richtet sich nicht explizit an eine Person. Sie richtet sich an Hunderte oder Tausende, eben alle, die gewillt sind zuzuhören. Ein Austausch ist schön, die Art und Weise sollte aber dem Kontext entsprechend gewählt werden.

XCU Rewatch | Rogue Noir

Wenn ich schon einen ausgedehnten MCU-Rewatch mache, dann richtig. Wir haben alle modernen Spider-Man-Filme besprochen. Und es werden noch weitere, ältere Comicverfilmungen folgen. Haben sie dem Zahn der Zeit widerstehen können? Wir werden es sehen. Doch bevor wir uns von den X-Men fürs Erste verabschieden, gibt es noch zwei Special Editions zu besprechen. Von Days of Future Past gibt es einen Extended Rogue Cut und von Logan eine dedizierte Schwarz-Weiß-Version namens Noir. Ändert das etwas an der Erfahrung der Filme? Ist es gut oder schlecht? Sehen wir sie uns an.

Days of Future Past – Rogue Cut

Ganze 20 Minuten dauert der Film in dieser Version länger. Es wurde nicht nur die Sequenz rund um die Rettung von Rogue ergänzt, sondern auch andere Szenen bekommen ein paar Sekunden mehr spendiert. Beispielsweise gibt es in der dystopischen Zukunft eine kurze Diskussion, ob sie überhaupt jemanden in die Vergangenheit schicken sollen. Sie reden über die Konsequenzen. Hinterfragen, ob es eine gute Idee ist und ob sie es damit nicht noch schlimmer machen würden. Es sind nur wenige Sekunden, doch so werden die jüngeren X-Men zu interessanteren Charakteren. Die Beziehung zwischen Kitty und Bobby wird deutlicher dargestellt. Sie verhalten sich wie ein glaubwürdiges Paar. Überhaupt werden Nebencharaktere mit ein bisschen mehr Dreidimensionalität ausgestattet. Das hebt die gesamte Filmerfahrung.

Am entscheidendsten ist allerdings die Ergänzung durch Rogue. Kitty wird von Wolverine aus Versehen schwer verletzt. Bobby schlägt vor, dass sie Rogue aus dem ehemaligen Xavier-Haus retten sollen. Dieses ist mittlerweile zu einer kleinen Basis der Gegner geworden, wo sie in Ruhe an Mutanten experimentieren können. Die Sequenz gefällt. Magneto und Charles bekommen ein wenig mehr zu tun und wir sehen einen Charakter wieder, der in den alten Filmen einen prominenten Platz eingenommen hat.

Ich muss sagen, der Rogue Cut war eine gute Entscheidung. 20 Minuten sind eine beträchtliche Menge. Doch all die kleinen Details, die während des Films ergänzt werden, machen einen gewaltigen Unterschied. Ich mag diese Version. Vielleicht wird sie sogar meine Standard-Variante, wenn ich mal wieder Lust auf Days of Future Past habe. Es ist und bleibt ein gewaltiger Film. Er sieht nicht nur gut aus, sondern ich zähle ihn 11 Jahre später immer noch zu den besten Comicverfilmungen.

Logan Noir

Ein Film, der ebenfalls zu den besten Comicverfilmungen zählt, auf jeden Fall zu den besten X-Men-Filmen, ist Logan. Ich hatte die Befürchtung, dass es zu viel wäre, den Film zweimal relativ dicht hintereinander anzuschauen, aber der andere Look macht einiges aus. Für die Noir-Version wurde der Film neu überarbeitet, damit dieser auch in Schwarz-Weiß gut aussieht. Ich bin jetzt nicht gerade ein Kenner von alten Schwarz-Weiß-Filmen, und wenn Logan extra für dieses Format gedreht worden wäre, hätten manche Szenen sicherlich einen härteren Kontrast, doch das Ergebnis beeindruckt.

Anders als bei Days of Future Past, wo die erweiterte Fassung mehr Tiefe und Kontext liefert, ist Logan Noir inhaltlich identisch und doch eine völlig andere Version. Das Fehlen von Farben macht etwas mit der Geschichte. Ich bin mir nicht sicher, wie ich es beschreiben soll. Ich habe nun auch keine favorisierte Version (Farbe oder Schwarz-Weiß). Beide haben ihre Daseinsberechtigung. Logan wirkt ernster, erbarmungsloser. Wenn man die Möglichkeit hat, Logan Noir anzusehen, würde ich das auf jeden Fall empfehlen. Der Film bleibt gewaltig und episch auf allen Ebenen. Für mich der perfekte Abschluss für Logans Geschichte.