Abos Überdenken

In unregelmäßigen Abständen mache ich mir ein Bild der Abos, die sich über die Zeit angehäuft haben. Das betrifft nicht nur Streaming-Dienste, die ich ohnehin nur monatsweise abonniere, sondern vor allem Podcasts, die ich unterstütze, oder andere Creator, die ich via Patreon, Steady und Co. gerne monatlich bezahle. Aber natürlich fallen genauso Zeitungsabonnements darunter und andere Kuriositäten. Dank der Budget-Software YNAB, die ich schon seit Jahren verwende, ist es recht einfach festzustellen, wer alles von mir in welchen Abständen Geld bekommt. Das regelmäßig zu überdenken und mir Gedanken zu machen, ob ich diese Dienste und Angebote noch nutze, ist aber ebenso wichtig.

Wenn ich das mache, kündige ich meist rigoros alles, was ich nicht explizit jeden Tag oder zumindest sehr regelmäßig nutze. Sobald die Frage »brauche ich das wirklich« auch nur ansatzweise in meinem Kopf auftaucht, wird das Abo storniert. Wenn ich Dinge für ein Jahr im Voraus bezahlt habe, dauert es sowieso ein paar Monate, bis die Kündigung greift. In der Zeit kann ich den Dienst oder das Angebot noch nutzen und habe vielleicht am Ende eine Antwort, ob die Stornierung richtig war. Weiter unterstützen kann man das Ganze immer wieder.

Das spart am Ende nicht nur Geld, sondern manchmal auch Zeit. Weil ich dann eben nicht die längere Fassung eines Podcasts höre, sondern die Standard-Version, wenn man so will. Nutzen mir die paar mehr Informationen wirklich oder ist es nur ein nettes Schmankerl, auf das ich verzichten kann? Und von dem gesparten Geld kann ich vielleicht andere Dinge unterstützen, die mir in der Zwischenzeit untergekommen sind. Und nur weil man etwas über lange Zeit monatlich oder sogar jährlich unterstützt hat, heißt das nicht, dass man es nicht kündigen darf. Es geht um einen selbst. Und der eine Euro wird den Creator nicht retten oder zum Scheitern verdammen.

Ich unterstütze wirklich gerne Menschen, die mir mit ihrer kreativen Arbeit Freude bereiten, denen ich gerne und regelmäßig zuhöre oder deren Erzeugnisse ich gerne lese. Doch man verändert sich mit der Zeit und damit wandeln sich auch die Bedürfnisse. Sich darüber Gedanken zu machen, ist nie verkehrt.

MCU Rewatch | Avengers: Endgame

Normalerweise schreibe ich die Texte zu den Filmen oder Serien, die ich mir ansehe, erst am nächsten Tag. Ich lasse das Gesehene etwas auf mich wirken, denke darüber nach, stöbere auf Wikipedia und anderen Seiten herum. Doch es juckt mir unter den Fingern, meine Gedanken zu Endgame sofort niederzuschreiben. Über zwei Monate habe ich für einen Rewatch der Infinity Saga gebraucht (die Texte dazu erscheinen allerdings nur wöchentlich). Für dieses Finale (Spider-Man: Far From Home sehe ich eher als Epilog) habe ich mir extra Mikrowellen-Popcorn gemacht, ein Fläschchen Römerquelle Emotion geöffnet und wollte so einfach nur den Film genießen. Diesen Text schreibe ich nun bei einem Gläschen Baileys mit Zimtschnecken-Geschmack – zur Feier des Tages. Also, lasst uns über Endgame sprechen.

Wenn man das Wort »Fan-Service« in den Mund nimmt, hat dies meist einen etwas negativen Beigeschmack. Man denkt vielleicht an überfrachtete Filme, Serien, die zu sehr in ihrer Geschichte schwelgen oder alte Charaktere, die immer wieder vor die Kamera gezehrt werden. Alles, um eine Reaktion beim Publikum auszulösen. Doch für mich ist Avengers: Endgame genau das: perfekter Fan-Service. Ein besseres Finale hätte man für die Fans und die Charaktere nicht machen können. Über 10 Jahre sind die Fans Marvel und dem MCU treu geblieben. Wir haben mitgefiebert, Trailer analysiert und mit großen Erwartungen auf die nächsten Projekte und Ankündigungen gewartet. Endgame würde schlussendlich knapp 2,8 Milliarden Dollar einspielen. Diese Treue in diesem Ausmaß belohnt zu sehen, ist einfach nur großartig.

Die Zeitreise, die sich im Film als das Mittel der Wahl herausstellt, um den Fingerschnipp von Thanos ungeschehen zu machen, eignet sich wunderbar als eine Möglichkeit, die vergangenen 11 Jahre Revue passieren zu lassen. Es werden die Höhepunkte noch einmal besucht. Das allerdings auf eine Weise, sodass man als Fan einen neuen Blickwinkel auf bestimmte Situationen erhält. Natürlich ist es nicht vorbei, nur weil die gerade frisch gegründeten Avengers vor dem besiegten Loki posieren. Es geht danach für unsere Held*innen noch weiter. Nur haben wir das im Film nicht gesehen. Nun bekommen wir die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, wenn man so will. Man sieht beispielsweise, wie bescheuert es von außen aussieht, beobachtete man Peter Quill auf seinem Weg zum Space Stone. Steve (und damit auch das Publikum) bekommt unter dessen seine Entwicklung zwischen New York 2012 und heute (von Endgame aus gesehen) vorgeführt.

Doch nicht nur das passiert in diesen Rückblenden. Manche Charaktere bekommen eine zweite Chance. So wie Tony mit seinem Vater. Tony kann seinen Frieden mit ihm finden. Steve auf der anderen Seite sieht Peggy wieder und wie viel er ihr tatsächlich bedeutet hat. Wir haben das Bild von einem jungen Steve, bevor er das Serum bekommen hat, auf Peggys Schreibtisch zwar bereits sehen dürfen, doch er hat es jetzt das erste Mal mitbekommen. Was ihn wahrscheinlich in seiner schlussendlichen Entscheidung bestärkt hat, den Tanz, den er ihr vor so vielen Jahren versprochen hat, endlich einzulösen. Es sind einfach großartige Momente, die die treuen Zuschauer*innen belohnen. Doch ebenso werden die Charaktere selbst belohnt, etwa Thor, der sich von seiner Mutter verabschieden darf. Die Momente funktionieren somit auch nur für diese Gruppe an Menschen, die von Anfang an dabei waren und alles angeschaut haben. Als Quereinsteiger ist man mit Endgame sicherlich heillos überfordert.

Was mich an dem Film jedoch schon immer etwas gestört hat, war der Umgang mit Thors offensichtlicher Depression durch die traumatischen Ereignisse aus Ragnarok und Infinity War. Ich kann mich täuschen, aber für mich hat das Publikum es stets als Witz abgetan. Ja, es ist unerwartet, einen übergewichtigen Thor zu sehen, aber wenn man den Film ohne Publikum zu Hause sieht und nur die eigenen Reaktionen hat, merkt man erst, wie durchaus akkurat die Darstellung von Thors psychischen Problem ist. Thanos darf in seiner Nähe nicht einmal erwähnt werden, weil er sonst PTBS-ähnliche Reaktionen bekommt. Er trinkt viel, hängt nur zu Hause herum und würde wahrscheinlich komplett untergehen, wenn ihm nicht seine neuen Freunde Korg und das Insektenwesen Gesellschaft leisten würden. Chris Hemsworth leistet hier hervorragende Arbeit. Durch dieses immense Tief ist der spätere Triumph daher umso kathartischer.

Ich dachte erst, es stört mich, dass sich die anderen Avengers und Held*innen nicht mehr um Thor gekümmert haben. Doch sie alle haben in den vergangenen fünf Jahren mit ihren eigenen Dämonen und Herausforderungen gekämpft. Steve hangelt sich an Selbsthilfegruppen entlang, die er halb leitet, halb selbst dort nach Erlösung sucht; Bruce kämpfte um einen neuen Status quo mit Hulk; Natalie sucht verzweifelt nach Problemen, die sie lösen kann; andere sind überhaupt nicht auf der Erde und versuchen anderen Planeten zu helfen. Das ganze Universum hat die Hälfte des Lebens verloren und versucht irgendwie, mit den Nachwirkungen klarzukommen. Dass dadurch so manche Kontakte hinten bleiben und man sich aus den Augen verliert, bis man die Truppe wieder zusammenrufen muss, ist dann ziemlich verständlich.

Eine Tatsache, die Endgame noch einmal schön unterstreicht, ist, welch ein brillanter Bösewicht Thanos ist. Sowohl von der Darstellung des Charakters her und wie er geschrieben ist, als auch in seinem Verhalten im Film. Er handelt nicht übereilig oder überstürzt. Er denkt nach, analysiert die Situation und bedenkt jedwede Information, die ihm neu zugespielt wird. Dass es Nebula sein muss, die durch ihr eigenes neuronales Netzwerk (oder wie man das nennen mag) die Zeitreisepläne der Avengers offenbart, ist eine wirklich tolle Ironie der Geschichte. So kann Thanos auch gleich zuschlagen, nachdem Bruce in einem äußerst großartigen Moment das Leben im Universum wieder herstellt. Doch Thanos schreitet nicht selbst zur Tat, sondern lässt sich die Infinity Stones bringen. Er sitzt währenddessen einfach nur da und wartet. In seiner Brillanz steckt ebenso viel Hybris und Arroganz. Das bietet natürlich die perfekte Gelegenheit für Iron Man, Captain America und Thor, sich ihrem Erzfeind anzunehmen.

Thor hat in diesem Fall sogar zwei Hämmer zur Verfügung. Es entfaltet sich ein großartig choreografierter, mit gut aussehenden Effekten versehener Kampf, der seinesgleichen sucht. Jeder der drei Helden spielt seine Kräfte aus und gibt alles. Steve darf sogar endlich das Versprechen von Age of Ultron einlösen und Mjölnir hochheben. Ich habe noch immer die Reaktionen des Kinosaals, in dem ich Endgame nicht nur einmal gesehen habe, im Kopf. Noch heute schaue ich gerne Reaktionen auf YouTube an, genauso wie die Reaktionen auf eine spätere Szene. Die darauf folgende Sequenz, in der Steve sowohl seinen Schild als auch den Hammer in aller Perfektion nutzt, lässt wohl jedes Fan-Herz höher schlagen. Es ist ein Triumph, den man sich wohl nie erwartet hätte, im Kino sehen zu dürfen. Ein wahrlich heroischer Moment. Diese Momente reihen sich in diesem finalen Kampf, in diesem Endgame, jedoch Schlag auf Schlag aneinander. Es ist ein Fan-Service. Es ist einfach nur schön zuzuschauen und Zeuge zu werden, was jahrelange Planung bewirken kann.

Doch Thanos ist zu stark für Steve. Am Ende des grandiosen Kampfes steht er ihm alleine gegenüber. Mit einem gebrochenen Schild in Händen. Er kann und wird niemals aufgeben. Es folgt der wohl beste Callback der Kinogeschichte: Sam gibt Steve den Funkspruch »On your left« durch. Dank Doctor Strange tauchen nun alle Held*innen auf, die wir in den vergangenen Jahren begleiten durften. Sie sind zurück im Universum und eine neue Hoffnung breitet sich aus. So spricht Captain America zum ersten und letzten Mal die Worte, die man schon immer aus seinem Mund hören wollte: »Avengers, assemble«. Dazu kommt der Soundtrack von Alan Silvestri, der in den beiden Avengers-Filmen sein Bestes gibt und sowohl alte Themen wieder aufgreift als auch neu interpretiert und neue einfließen lässt. Es kommt das Beste aus den vergangenen Jahren zusammen. Peter Parker und Tony haben einen herzerweichenden Moment. Die Heldinnen des MCU dürfen sich zusammenschließen und den Infinity Gauntlet gegen die Heerscharen von Thanos verteidigen. Wenn Thanos nicht verzweifelt genug gewesen wäre und seine tödlichsten Kanonen auf das Schlachtfeld niederregnen ließe, hätte ihn Scarlet Witch aka Wanda mit Sicherheit auseinandergenommen. Wieder so ein kathartischer Moment, bei dem ich schon Gänsehaut bekomme, wenn ich daran denke.

Wanda: You took everything from me!
Thanos: I don’t even know who you are.
Wanda: You will.

Doch nicht nur Wanda bekommt ihre Chance, sich Thanos entgegenzustellen. Auch Carol Denvers darf sich mit Thanos messen und hätte ihn mit Sicherheit ebenso besiegt, wenn er sich nicht eines Infinity Stones bedient hätte. In diesen Kämpfen sieht man Thanos Erbarmungslosigkeit und seinen Einfallsreichtum. Immer wieder passieren tolle Schlagabtausche. Es gibt einfach zu viele tolle Momente in dieser Schlacht und im Film sowieso, als dass ich hier auf alle eingehen könnte. Ich hatte noch nicht einmal eine Chance, Natashas Opfer zu erwähnen. Der Streit zwischen Clint und ihr, wer sich nun für wen opfern darf, ist ebenso toll umgesetzt, wie Scott Langs Ankunft in einer Welt, die alles verloren und fünf Jahre getrauert hat. Oder das immer wieder aufkommende Thema des Vertrauens zwischen Tony und Steve. Wie tief die Verletzung aus Civil War bei Tony sitzt, bekommt man relativ am Anfang von Endgame schmerzlichst zu sehen. Doch sie lernen damit umzugehen und vergeben sich am Ende doch. Sonst hätten sie am Ende die zweite Zeitreise nie angetreten.

Avengers: Endgame ist das Ende einer langen Reise. Der 22. Teil einer Saga, die es so nicht wieder geben wird. Es ist und bleibt ein einzigartiges Unterfangen. Egal, was Marvel mit dem MCU treiben wird und was sie zukünftig auffahren, die Infinity Saga können sie nicht wiederholen. Dafür hat sich Marvel, Disney und die Welt zu sehr verändert. Aber darüber reden wir ein anderes Mal. Es ist einfach nur schön, Endgame und die Reise dorthin immer wieder antreten zu können, egal was noch kommen mag. Kevin Feige und sämtliche Autorinnen, Produzentinnen, einfach alle, die daran mitgearbeitet haben, haben uns etwas wahrlich großartiges geschenkt. Und welche Größen an Schauspieler*innen mitgewirkt haben, sieht man bei Tonys Beerdigung. Alle stehen am Ufer und gedenken des Opfers, das Tony erbringen musste, um Thanos zu besiegen.

Doch ehe der Film vorbei ist, gibt es noch die Credits, die alle Namen auflisten, die in Endgame mitgewirkt haben. Durch die Zeitreise haben es die Russo Brüder geschafft, alle wichtigen Charaktere noch einmal auftreten zu lassen und sei es nur für wenige Sekunden. Sie alle sind noch einmal zu sehen und dürfen sich quasi von den Fans verabschieden. Die größte Ehre und Aufmerksamkeit bekommen dabei natürlich die originalen Avengers. Jeremy Renner, Mark Ruffalo, Scarlett Johansson, Chris Hemsworth, Chris Evans und natürlich Robert Downey Jr. bekommen ihre eigene Karte, mit ihrer Unterschrift versehen. Dazu ertönt der originale Avengers-Soundtrack in neuem Klang und unterstreicht so das Ende der Reise.

Bevor wir uns eine kleine Pause von den „offiziellen“ MCU-Filmen nehmen, sehen wir uns noch den Epilog Spider-Man: Far From Home an. Die Welt mag einen Helden verloren haben. Doch für Peter war er Mentor und eine Vaterfigur. Ich bin tatsächlich gespannt, wie der Film auf mich wirken mag. Ich habe ihn schon lange nicht mehr gesehen und bin offen für Überraschungen.

Gehyptes Püppchen

Eigentlich hatte ich mich auf einen schönen, ausufernden Durchlauf von »Elden Ring« gefreut. Zwar habe ich das Open-World-Soulslike und Meisterwerk von FromSoftware bereits auf der Xbox ein paar Mal durchgespielt, aber warum nicht die Achievements auf der PS5 ebenfalls holen? In einem Sale habe ich mir also das Basisspiel und die Erweiterung »Shadow of the Erdtree« gekauft und habe angefangen zu spielen. Doch es kam mir etwas dazwischen. Denn wir kommen dem Sommer immer näher und das bedeutet, dass der langersehnte DLC von »Lies of P« nicht mehr weiter entfernt ist. Im Sommer soll dieser nämlich endlich erscheinen. Zwei Jahre nach dem Hauptspiel.

Meine Vermutung ist, dass FromSoftware als Vorbild dient, denn mit »Shadow of the Erdtree« haben sie eigentlich eine Fortsetzung und kein bloßes DLC von »Elden Ring« veröffentlicht. Sie haben neu definiert, was ein DLC zu bieten hat und wie man es richtig macht. Dem möchten die »Lies of P« Entwickler*innen in nichts nachstehen. Man liest aktuell immer wieder, dass es rund 20 Stunden Spielzeit sein dürften, die man ins DLC stecken können soll. Die Trailer, die in den vergangenen Monaten erschienen sind, lassen jedenfalls auf Großes hoffen. Mittlerweile erscheinen regelmäßig Shorts auf der offiziellen YouTube-Seite von »Lies of P«, es dürfte also bald ein konkretes Datum genannt werden.

Was meinen aktuellen Hype rund um »Lies of P« ebenfalls verstärkt, ist, dass Freund C. es nun ebenfalls angefangen hat zu spielen. Endlich, nach monatelangen Lobgesängen auf das Spiel, hat mein Einfluss gegriffen. Das habe ich als Anlass genommen, ebenfalls einen Durchlauf zu starten. Zwar habe ich meinen New-Game-Plus-Run von vor ein paar Wochen noch nicht beendet, doch um in die Steuerung wieder reinzukommen, werde ich erst einen normalen Run machen. Diesen werde ich allerdings nicht komplett beenden, sondern als Ausgangspunkt für den DLC verwenden. Vielleicht kommen ja mit dem DLC auch neue Enden hinzu. Wer weiß. Ich will jedenfalls vorbereitet sein.

Wieder einmal bin ich gefesselt von dem Spiel. »Lies of P« ist ein großartiges, beinahe perfektes Spiel. Das Parieren zu lernen macht unfassbar viel Freude, wenn man es einmal durchblickt, und die Welt sieht atemberaubend schön aus. Es ist abwechslungsreich und es gibt immer wieder Aussichtspunkte, von denen aus man auf das bisher Überwundene zurückblicken kann. Level-Design auf höchstem Niveau. Die einzelnen Abschnitte sind ebenfalls mit Sorgfalt und viel Liebe zum Detail konstruiert. Die Geschichten und Schicksale der NPCs gehen einem immer wieder nahe, und durch die Schriftstücke, die man im Spiel findet, erwacht die Welt zum Leben. Der DLC kann nicht früh genug erscheinen.

Geek-Planet | Invincible #9 bis #19

Wie jeden Donnerstag werfen wir auch heute wieder einen Blick in die Vergangenheit. Genauer gesagt auf den 23. Dezember 2016. An diesem Tag erschien der folgende Text auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet«, den es heute allerdings nicht mehr gibt. Trotzdem ist es mir ein Anliegen, dass alle Texte von mir auffindbar sind und bleiben. Deshalb erscheinen sie nach und nach auch hier.

Kurz vor Weihnachten habe ich mir damals scheinbar einige Comics von Invincible zu Gemüte geführt. Aber ein Talent von Robert Kirkman ist es, spannende, fortlaufende Geschichten zu erzählen. Deshalb habe ich sowohl bei The Walking Dead als auch bei Invincible und seinen anderen Comics immer gerne größere Collected Editions gelesen. So kann man noch tiefer in die Geschichte eintauchen und sie genießen. Es entwickelt sich ein eigener Rhythmus.

Was Invincible ebenfalls zu einem kurzweiligen Vergnügen gemacht hat, waren die Easter Eggs, die Robert Kirkman eingebaut hat. Seien es Anspielungen auf Star Trek, die Justice League oder sonstige kleine Hinweise auf andere popkulturelle Erzeugnisse. Es macht Spaß, diese zu suchen und bei jedem neuen Durchgang etwas Neues zu entdecken. Es ist eine Hommage an das, was vorher kam und wovon sich die Geschichte zu einem Teil vielleicht hat inspirieren lassen.


Heute geht es weiter mit den nächsten Storylines von Invincible. Dabei bekommt die Mutter endlich mal etwas mehr zu tun und Mark begegnet einem Charakter wieder, der eigentlich verschollen geglaubt war.

  • Autor: Robert Kirkman
  • Künstler & Cover: Cory Walker, Ryan Ottley
  • Inker: Cliff Rathburn
  • Letterer: Rus Wooton
  • Colorist: Bill Crabtree

#9 bis #13: perfect strangers

Mark ist großer Comic-Fan und zufällig entdeckt er, dass einer seiner Lieblingsautoren in einem Comic-Shop Autogramme gibt. An dieser Stelle macht sich Kirkman etwas über die Art, wie Comics gemacht werden, lustig. Es geht um das Thema, dass gelegentlich die gleichen Panels verwendet werden, wenn man eine Handlung hinauszögern möchte – eine Technik, die die Künstler natürlich stark einsetzen, wenn es zur Sprache kommt. Ein netter kleiner Seitenhieb.

Draußen im Weltraum sehen wir den Inspekteur aus #5 wieder, der gerade dabei ist ein Raumschiff zu retten, dass in einen Stern zu stürzen droht. Die Charaktere auf der Brücke erinnern stark an Picard, Ricker, Troy und Data – einfach fabelhaft! Schließlich erfahren wir, dass Nolan tatsächlich für den Tod der Guardians of the Globe verantwortlich ist. Mark beobachtet ihn, wie er gerade The Immortal zum zweiten Mal tötet (ja, richtig zum zweiten Mal!). Natürlich stellt er ihn direkt zur Rede und es stellt sich heraus, dass die Geschichte, die er Mark über sein Volk aufgetischt hat, nicht ganz der Wahrheit entspricht. Viltrum gibt es zwar tatsächlich, doch es hat dort einen brutalen Krieg gegeben, dessen Ziel es war, die Schwächsten unter ihnen auszulöschen. Die Hälfte, die dann übrig geblieben ist, hat sich aufgemacht, um ein Imperium zu gründen, und wer sich ihnen nicht anschließen will, wird vernichtet. Aufgrund der Truppenknappheit hat man später entschieden, immer nur eine Führungspersönlichkeit pro Planet einzusetzen, der diesen auf die Invasion vorbereiten soll.

Was Nolan über seine Frau und Mark sagt, ist verletzend und verstörend – sie bedeuten ihm nichts. Jedoch bin ich mir nicht zu 100 % sicher, ob das auch so zutrifft. Allerdings zeigt er Mark, bei der anschließenden Auseinandersetzung (der Sohn widersetzt sich dem Vater, der mit ihm über die Galaxis herrschen möchte – kommt doch auch irgendwie bekannt vor), wie stark er wirklich ist. Es tut wirklich weh, den beiden zuzusehen, genauer gesagt Nolan dabei tatenlos beobachten zu müssen, wie er seinen eigenen Sohn beinahe zu Tode prügelt. Blut spritzt, Knochen brechen und tausende Zivilisten sterben zwischen ihnen – doch irgendwann verschwindet Nolan einfach und der grausame Anblick eines buchstäblich gebrochenen Mark, brennt sich in das Gehirn des Lesers.

Cecil Stedman, der mit Nolan zusammengearbeitet hat und der mächtigste Mann der Welt ist, den aber keiner kennt, rekrutiert Mark als Ersatz. Der junge Held soll an dessen Stelle weltweit Einsätze fliegen und Menschen retten, dafür bekommt er ein volles Stipendium und die Regierung kümmert sich um seine Mutter, was Finanzen und so anbelangt. Auch etwas Seltenes, dass sich die Regierung in solchen Geschichten so herzlich um jemanden kümmert.

#14 bis #19: head of the class

Reden wir mal kurz über den Charakter, der mir am meisten Probleme bereitet und zwar in der Hinsicht, wie dieser innerhalb der Geschichte bisher so behandelt wurde: Marks Mutter Debbie. Es ist verständlich, dass sie, nachdem was Nolan alles über sie und Mark gesagt hat, verzweifelt ist und einen Nervenzusammenbruch erleidet. Allerdings entwickelt sie weiterhin nichts Eigenes. Sie macht Mark Vorwürfe für das, was geschehen ist, und bekommt ein ernsthaftes Alkoholproblem. Dies ist noch nicht das Problem, sondern das Problem ist, wie die anderen Charaktere mit dieser Tatsache umgehen. Art zum Beispiel macht sich nicht viel Sorgen um sie und sagt zu Mark, er soll ihr nur etwas mehr Zeit geben, statt sie darauf anzusprechen und ihr die Flaschen wegzunehmen. Genauso könnte ihr Cecil einen Therapeuten zur Verfügung stellen, denn es ist sicher nicht das erste Mal, dass etwas in der Richtung passiert ist – er ist doch sonst immer auf alles Mögliche vorbereitet.

Das Gute ist, dass es innerhalb der Geschichte einen Lichtblick gibt. Zwar nur kurz, aber es gibt ihn. Debbie trifft sich mit der Frau von Superpatriot, zufällig, da diese ebenfalls die Ansprechpartnerin des Verlages ist, wo Nolan unter Vertrag stand. Die beiden kommen ins Reden, und Claire scheint zu einer engen Freundin von Debbie zu werden. Jedoch wird dies nicht weiter verfolgt oder verläuft etwas im Sand, was ich äußerst schade finde, da sich daraus etwas Gutes hätte entwickeln können.

Ein witziger Aspekt und eine nette Anspielung auf Star Trek ist das Teleportieren. Es ist eine experimentelle Technologie, die Cecil nur allzu gerne bereit ist zu testen. Einziger Nachteil ist, dass es jedes Mal wenn er sich teleportieren lässt, eine Unmenge an Geld kostet, aber wenn es der Steuerzahler bezahlen muss, ist es ja halb so schlimm. Dies entwickelt sich zu einem echten running gag, der immer wieder funktioniert, weil es einfach zu Cecils Persönlichkeit passt.

Ein letzter Aspekt, den ich bei dieser Geschichte noch ansprechen möchte, ist das Verhalten von Superhelden in der Öffentlichkeit. Denn nach einer Invasion von Aliens helfen diese bei den Aufräumarbeiten. Eine Tatsache, die man nicht so oft zu Gesicht bekommt, da die meisten verschwinden, sobald die Gegner besiegt wurden. Außerdem helfen sie bei der Entwicklung neuer Technologien mit. Es wird nämlich eine Mission zum Mars geflogen und Mark soll unauffällig mitfliegen, nur für den Fall, dass etwas passiert. Eine eigentlich logische Methode, die ebenfalls oft untergeht.

»head of the class« ist eine gekonnte Fortsetzung von den Abenteuern von Invincible, wo auch so einige Nebenhandlungen in Stellung gebracht werden. So erleben wir nicht nur einen dämonischen Detektiv, der Nolans Verschwinden untersucht, sondern auch einen Marsianer auf der Erde. Anstrom Levy sammelt indessen verschiedene Versionen von sich selbst und befreit die Mauler Twins.

Osterspaziergang

Am Wochenende stand ein kleiner spontaner Ausflug auf dem Plan. Eigentlich Ostermontag, aber da es schließlich ein Feiertag war, kann man diesen noch ganz leicht zum Wochenende dazuzählen. Interessant sind auch die Wortkombinationen »spontaner Ausflug« und »stand am Plan«, aber jetzt habe ich es schon hingeschrieben, und löschen lässt es sich nicht mehr. Doch müssen nun einmal manche Pläne spontan geschmiedet werden. Das spricht ihnen nicht den Status als Plan ab. Sie haben ebenfalls ihre Daseinsberechtigung. Was ich damit ausschweifend formulieren möchte, ist, dass ich am Wochenende mit den Eltern spontan auf den Haunsberg gefahren bin und dort sind wir die kleine Panoramarunde spaziert.

Es ist ein herrlicher Rundweg, für den man gut eineinhalb Stunden braucht, wenn man sich Zeit lässt. Er bietet immer wieder schöne Ausblicke. Immer wieder sieht man durch Schneisen im Wald rund um den Berg herum auf das Tal hinab. Auf der einen Seite sieht man die majestätischen Berge. Sie kommen wunderbar zur Geltung. Auf der anderen scheint die Landschaft nie enden zu wollen. Wir waren gerade zur Mittagszeit unterwegs, wenn die meisten Leute irgendwo eingekehrt sind, um zu essen. Dadurch war es vergleichsweise ruhig. Als wir wieder zurück am Parkplatz ankamen, war dieser prall gefüllt.

Ich bin den Weg schon öfter gegangen. Vor allem wenn es in Oberndorf neblig und grau in grau ist, hat man gute Chancen, am Haunsberg etwas Sonne abzubekommen. Es war nicht nur einmal, dass ich dort raufgefahren bin und von einem fetzblauen Himmel begrüßt wurde. Der Nebel hält sich manchmal stur in der Landschaft, was durch die Salzach verstärkt wird. Wie dem auch sei. Ostermontag war das erste Mal seit langem, dass ich mal wieder den Panoramaweg gegangen bin. Sollte ich wieder öfter machen. Es ist nur einen Katzensprung weit entfernt und bietet etwas Abwechslung zu meinen üblichen Spazierrunden.

Wie man Kunden vergrault

Ich mag Rebuy eigentlich recht gerne. Zusammen mit Medimops sind das meine Go-to-Anlaufstellen, wenn es um das Verkaufen von Medien geht. Ich schicke regelmäßig (zwei oder dreimal pro Jahr) Pakete dorthin, um wieder Platz für Neues zu machen. Es ist einfach, man bekommt etwas Geld für seine alten Sachen und muss sich nicht mit Käufer*innen herumschlagen. Solange alles glattläuft, ist das alles kein Problem. Doch wenn man auf den Kundendienst angewiesen ist, scheint zumindest Rebuy in der Vergangenheit fragwürdige Entscheidungen getroffen zu haben.

Letztens habe ich ein paar Blu-Rays bei Rebuy bestellt. Darunter ein paar 4k-Filme. »Dredd« wollte ich mal wieder anschauen und wenn schon eine 4k-Blu-Ray halbwegs günstig zu haben ist, dann schlage ich gerne zu. »Dredd« gehört zu meinen liebsten Actionfilmen. Gut gemacht, cool, einfach ein unterhaltsamer Film. Leider war in der Lieferung die normale Blu-Ray enthalten und nicht die 4k-Version, wie bestellt. Kein Problem, Fehler passieren. Also habe ich den Kundendienst angeschrieben, sie auf den Fehler hingewiesen, sogar Fotos mitgeschickt. Ich habe gefragt, ob ich eine Ersatzlieferung bekomme oder wie hier das normale Vorgehen ist. Die Antwort kam verdächtig schnell.

Normalerweise, wenn man in solchen Fällen den Kundendienst anschreibt, bekommt man verschiedene Optionen angeboten. Bei BlueBrixx beispielsweise wurde mir der falsch gelieferte Artikel (es war nur ein kleines Set) großzügigerweise geschenkt und der richtige nachgeschickt. Manchmal bekommt man die Differenz erstattet. Irgendwas, um eben dem Kunden oder der Kundin einen positiven Eindruck zu vermitteln. Rebuy fährt eine andere Strategie. In der ersten Antwort hieß es, es sei „systembedingt leider nicht“ möglich, eine Ersatzlieferung zu schicken. Ich solle doch bitte eine Retoure einleiten und den falsch gelieferten Artikel zurückschicken. Okay? Das möchte ich eigentlich nicht. Das bedeutet Aufwand und kostet unnötig Zeit. Also habe ich nachgefragt, ob es nicht möglich wäre, den Differenzbetrag erstattet zu bekommen (sogar ein Gutschein wäre mir recht gewesen). Erneut kam die Antwort verdächtig schnell.

Es kam eine fast wortgleiche E-Mail zurück. Erneut wird sich entschuldigt, darauf hingewiesen, dass es „systembedingt“ nicht möglich sei, eine Ersatzlieferung zu bekommen (was ich nicht gefragt habe) und ich doch bitte eine Retoure einleiten soll. Es beschleicht mich das Gefühl, es hier mit einer KI zu tun zu haben. Das ist inakzeptabel. Für eine erste Antwort kann man das von mir aus machen, aber spätestens bei der ersten Rückfrage sollte ein echter Mensch, der sich mit der Sachlage auskennt, sich damit beschäftigen. Sie reden von Umwelt und Menschen glücklich machen, jedoch soll ich Retouren schicken und erneut bestellen. So geht kein guter Kundendienst.

Es ist nicht schwer, einen positiven Eindruck bei Kund*innen zu hinterlassen. Fehler passieren, das ist mir durchaus bewusst. Aber von einer (scheinbaren) KI abgefrühstückt zu werden, nicht auf die Fragen des Kunden einzugehen und ihm noch zusätzliche Arbeit aufzuhalsen, ist inakzeptabel. KI mag in vielen Belangen hilfreich sein; guter Kundendienst ist keines davon. Sei es ein Gutschein in Höhe des Differenzbetrags, eine Rückerstattung, eine Ersatzlieferung oder sonstige Zuwendungen, die dem Unternehmen quasi nichts kosten – hier einen guten, zuvorkommenden Eindruck zu hinterlassen, muss oberste Priorität sein. Der schlechte Eindruck und die miserable Kundendiensterfahrung sind erst einmal passiert und hinterlassen einen fahlen Beigeschmack. Schade. Ich hatte mir mehr erwartet. Ich hoffe zumindest, dass die Erstattung, nachdem ich die Blu-Ray zurückgeschickt habe, funktioniert.

Erneut Elden Ring

Nachdem ich Elden Ring, das geniale soulslike Spiel von FromSoftware, auf der Xbox einige Mal gespielt und hunderte Stunden darin verbracht habe, kaufte ich es mir noch einmal für die Playstation. Nein, man muss keinen Sinn darin sehen. Aber ich dachte mir, warum ein solch geniales Spiel nicht auf der Playstation mit einer Platin-Trophäe würdigen. Außerdem war es im Angebot. Mir waren quasi die Hände gebunden. Also wurde das Spiel heruntergeladen, installiert und los ging es. Auf in die Zwischenlande.

Bei Elden Ring handelt es sich um ein Rollenspiel der Firma FromSoftware. Doch FromSoftware macht nicht irgendeine Art Rollenspiel, sondern Soulslikes. Das heißt, der Schwierigkeitsgrad ist vorgegeben und man muss damit zurechtkommen. »Get good« ist hier die Devise. Doch das Gute an Elden Ring ist, dass es viele Möglichkeiten bietet, sich das Spiel so leicht oder schwer zu machen, wie man es möchte. Natürlich sind die Gegner immer noch herausfordernd und man stirbt sich durch die Welt, doch durch Magie, spezielle Waffen-Effekte, KI-Phantome oder Geister, die man beschwören kann, ist es jeder und jedem selbst überlassen, etwas nachzujustieren.

Die Geschichte an sich ist nicht so leicht erklärt und es steckt noch sehr viel mehr Tiefe darin, die man sich erarbeiten kann. Sei es durch die Beschreibungen der Waffen, Rüstungsteile und all der anderen Gegenstände, die man in der Welt so findet, oder durch die mysteriösen Unterhaltungen mit NPCs. Man selbst spielt einen Tarnished (Befleckten), dessen Aussehen und Geschlecht man individuell anpassen kann. Wir suchen nach den Bruchstücken des Elden Rings, um diesen wieder zusammenzusetzen und zum Elden Lord aufzusteigen.

Der Elden Ring stammt ursprünglich von einer Gottheit, die ihn Marika überreichte, die anschließend selbst zur Königin und Göttin aufstieg. Doch sie zerbrach den Ring, verschwand und über die Teile des Rings herrschte erbitterter Krieg. Es ist eine sehr mystische, epische Geschichte rund um Verrat, Familie und erbitterten Kämpfen zwischen Halbgöttern und solchen, die es werden wollen. Es gibt sehr viele Lore-Videos, die sich mit den verschiedensten Aspekten der Geschichte auseinandersetzen, die ich jedem nur ans Herz legen kann. Immer wieder faszinieren die Geschichten und Welten, die sich FromSoftware ausdenkt. Allen voran Hidetaka Miyazaki, der die Spiele verantwortet. Immer wieder gelingt ihm ein Meisterwerk. Elden Ring ist die Kulmination aus allen Vorangegangen.

Es war mein erstes Soulslike und ich habe vergangenes Jahr schon öfter darüber berichtet. Lies of P ist ein anderes, von dem ich nicht genug kriegen kann. Es ist nicht von FromSoftware, steht aber den Meistern des Soulslike und Erfindern des Genres um nichts nach. Elden Ring ist und bleibt ein geniales Spiel. Nicht umsonst gibt es genug Challenge-Runs auf YouTube, die man sich ansehen kann. Manche verdienen ihren Lebensunterhalt damit, Elden Ring zu spielen oder Turniere zu veranstalten. Und ja, ich habe viele von diesen Videos gesehen. Doch seit ein paar Wochen verzichte ich darauf. Denn nun bin ich wieder an der Reihe, mich in die Zwischenlande zu begeben. Mal sehen, wie viel Stunden es dieses Mal werden.

Morgensport

Ich mag es, am Wochenende früh aufzustehen. Meistens stelle ich mir den Wecker auf spätestens sieben Uhr, aber wenn ich normal ins Bett gehe (ca. 22 Uhr), dann wache ich sowieso vor diesem auf. Es ist toll, die morgendliche Ruhe zu genießen. Meistens trinke ich eine Tasse Kaffee und lese in der aktuellen Ausgabe des Falter oder die Newsletter, zu denen ich unter der Woche nicht gekommen bin. Ich bin ein Morgenmensch und schätze es, den Vormittag zu nutzen. Gestern allerdings bin ich bereits um kurz nach 6 Uhr aufgewacht. Es war sonnig und versprach, ein schöner Tag zu werden.

Was macht man also an einem herrlichen Samstagvormittag? Richtig, Yoga und eine Runde laufen. Quasi direkt vom Bett aus loszulaufen, kann ich nicht. Ich muss mich vorher etwas aufwärmen und die Gelenke an Bewegung gewöhnen. Yoga ist da perfekt. Zwanzig Minuten reichen vollkommen aus und ich fühle mich bereit für den Lauf. Da ich erst vor kurzem wieder angefangen habe zu laufen, sind es aktuell eher kleine Runden von maximal drei Kilometern, die ich locker vor mich hinjogge. Zwar hat es mir angezeigt, dass es nur 4 °C wären, aber durch die Sonne am fetzblauen Himmel fühlte es sich wärmer an. Es war ruhig und mir sind lediglich zwei andere Menschen begegnet. Sie waren unterwegs, um ihre Hunde auszuführen.

Ich laufe zwar auch gerne unter der Woche nach der Arbeit, aber es hat stets etwas Besonderes an sich, am Wochenende früh am Morgen unterwegs zu sein. Besonders weil die meisten anderen, wie mir berichtet wurde, um diese Zeit einkaufen sind und sich auf überfüllten Parkplätzen und in vollen Supermärkten herumdrängeln. Da ist mir der Lauf durch ruhige Wälder und neben grünen Wiesen lieber.

Benoît Deschasaux | Unsplash

MCU Rewatch | Captain Marvel

Ich bin mir nicht sicher, wie ich in diesen Text einsteigen soll. Es gehen mir so ein paar Gedanken durch den Kopf, die ich noch nicht ganz einzuordnen weiß. Bei den bisherigen Filmen konnte ich stets auf etwas referenzieren oder hatte sofort eine Idee, welche Punkte mir wichtig sind. Bei Captain Marvel habe ich zwar ebenso Themen, die ich gerne durchgehen möchte, doch mir fehlt etwas der rote Faden. Dabei ist der Film an sich toll gemacht. Brie Larson als Carol Denvers ist eine fantastische Besetzung und verleiht dem Charakter etwas Einzigartiges, was man in dieser Art noch nicht im MCU gesehen hat.

Es beginnt schon allein mit dem anfänglichen Trainingskampf zwischen ihr und Yon-Rogg (Jude Law). Sie hat ihre Kräfte, kann diese aber nicht vollständig einsetzen. Ständig wird ihr gesagt, dass sie ihre Gefühle unter Kontrolle bringen soll und die Macht, die sie erhalten hat, wieder weggenommen werden kann. Zwar stimmt es, dass sie auch ohne Kräfte auskommen sollte – etwas Ähnliches musste auch Peter Parker lernen, als ihm Tony den Anzug wieder weggenommen hat, wenn er nämlich ohne den Anzug nichts ist, dann hat er ihn auch nicht verdient – doch sind sie, seit dem Unfall, ein integraler Bestandteil ihres selbst. Außerdem ist Carol scheinbar die Einzige, die diese Fähigkeiten hat, auf dem gesamten Kree-Planeten.

Seit sechs Jahren ist sie dort, wird ausgebildet und in Missionen für einen Krieg geschickt, mit dem sie eigentlich nichts zu tun hat und, wie sich später herausstellen sollte, auch noch auf der falschen Seite kämpft. Für mich ist es deshalb fast einleuchtend, dass Vers (wie sie die Kree nennen), unterbewusst weiß, dass sie allen überlegen ist. Das merkt man vorrangig an der Art, wie Brie Larson den Charakter spielt. Sie ist meist locker drauf, gibt coole Sprüche zum Besten und wirkt stets so, als habe sie die Kontrolle über sich und die Situation. Sie kann sich gut auf neue Situationen einlassen und versteckt sich nicht. Das wird deutlich, als sie auf der Erde abstürzt. Sie läuft in ihrer Uniform herum, sagt, wer sie ist und was sie sucht. Kein Versteckspiel.

Ich mag diese Art der Charakterdarstellung. Es ist nicht übertrieben oder zieht die Situationen um sich ins Lächerliche. Es sind keine Meta-Kommentare oder sonstiges. Sie lässt sich von den Situationen leiten und sieht, was passiert, weil sie ihre Kraft hat und auch sonst weiß, wozu sie in der Lage ist. Das steigert sich im Laufe des Films immer mehr, bis ihr schließlich klar wird, dass sie in ihrer Macht eingeschränkt wurde. Sie kann sehr viel mehr. Und sie wurden ihr nicht gegeben, sie hat sie bekommen. Durch einen Unfall mit einem Infinity Stone.

Doch zeichnet den Charakter noch etwas anderes aus und das ist ihr unbändiger Wille und ihre Durchsetzungskraft. Das wird visuell wunderbar dargestellt. Durch verschiedene Lebenssituationen hindurch sehen wir, wie Carol zwar immer wieder auf die Schnauze fällt, aber auch immer wieder aufsteht, um es erneut zu versuchen. Es ist ein sehr heroisches Bild und wirkt unfassbar mächtig. Es ist das, was uns Menschen auszeichnet. Die Kree-Intelligence unterschätzt das und zahlt den Preis dafür. Genauer gesagt, die Truppe um Yon-Rogg zahlt den Preis und die scheinbar grausamen Skrulls haben eine neue, mächtige Verbündete gefunden.

Marvel trumpft erneut mit ihrer großartigen Verjüngungstechnologie auf. Samuel L. Jackson sieht stets fantastisch aus und man kauft ihm das jüngere Alter auf jeden Fall ab. Es scheitert manchmal nur an seinem Gebären. Aber ein über 70-Jähriger bewegt sich nun mal etwas anders als jemand, der nur halb so alt sein soll. Trotzdem funktioniert es hervorragend und die Chemie mit Brie Larson bzw. die Zusammenarbeit zwischen Carol und Fury macht einfach nur Freude beim Zuschauen. Das Kennenlernen, das anfängliche Misstrauen und wie sie sich schließlich immer mehr vertrauen, ist großartig umgesetzt und folgt einem angenehmen, nachvollziehbaren Tempo. Nicht vergessen darf man selbstverständlich Furys Begeisterung der Katze gegenüber, genauer gesagt dem Flerken, Goose.

Maria Rambeau (Lashana Lynch) und ihre Tochter Monica (Akira and Azari Akbar), die im MCU noch eine größere Rolle spielen wird, dienen perfekt als Ruhepol im Film. Ein Zuhause, wohin Carol zurückkehren kann, zu Menschen, denen sie vertrauen kann und die sie mit ihren vergessenen Erinnerungen zusammenbringen. Es sind tolle, einfühlsame Szenen. Doch nichts wärmt das Herz so sehr, wie die lang ersehnte Wiedervereinigung von Talos (Ben Mendelson) mit seiner Familie. Es ist eine wundervoll gespielte Szene, in der man spürt, dass es das erste Mal ist, dass Talos seine Tochter sieht. Sechs Jahre waren sie getrennt und sind nun wieder vereint.

Captain Marvel ist ein großartiger Film. Leider hat es 19 Filme gedauert, bis eine Frau die Hauptrolle in ihrem eigenen Solo-Film spielen darf. Black Widow, der ein paar Jahre später erscheinen soll, kommt mir etwas zu spät, aber darüber reden wir, wenn es so weit ist. Erst einmal gilt es, den Erfolg von Captain Marvel zu feiern. Sie ist ein toller, mächtiger Charakter mit einer aufregenden Geschichte. Sie lernt im Film, sich nichts einreden zu lassen, sondern sich selbst zu vertrauen. Carol hat Menschen und inzwischen auch Skrulls in ihrem Leben, denen sie vertrauen kann und will ihre vergangenen Fehler wiedergutmachen. Ich bin sehr gespannt, wann wir sehen, wie sie die Kree erledigt und es mit der Kree-Intelligence aufnimmt. Aber der Auftakt war und ist heroisch.

A film a day

Seit ich vor ein paar Wochen krank war, habe ich angefangen, jeden Tag einen Film zu schauen. Manchmal sogar zwei, wenn das Wetter am Wochenende nicht so prickelnd ist oder ich einfach Lust dazu habe. Das habe ich dazu genutzt, um meinen MCU-Rewatch so weit es mir möglich war, abzuschließen. »So weit möglich«, da manche Filme erst noch auf Disney+ erscheinen oder ins Kino kommen. Aber die meisten verfügbaren Superheldenfilme rund um das MCU habe ich mir angesehen und Texte dazu geschrieben. Allein in den vergangenen Wochen habe ich über 23 Filme geschaut.

Von den X-Men-Filmen, über die ersten beiden Fantastic Four, Marvels Phasen 4 und 5, und noch ein paar andere. Die Texte kommen weiterhin jeden Samstag. So dauert der MCU-Rewatch insgesamt fast ein ganzes Jahr. Ausgenommen sind die Serien, da ich sie als nicht verpflichtend ansehe. Wenn man mehr über Charaktere herausfinden will, sollen sie eine nette Ergänzung sein, aber keine Pflicht. Etwas, dass The Marvels ordentlich versemmelt hat. Aber dazu in ein paar Monaten mehr. Diese zusammenhängenden Filme dicht hintereinander zu schauen funktioniert besser, als ich es erwartet hatte. Es hat sich keine Ermüdung eingestellt. Dafür bleibt es dann doch abwechslungsreich genug, vor allem wenn man zwischen den Phasen andere Comicverfilmungen einbaut.

Allerdings bin ich auch froh, dass ich mit dem Hauptteil des Rewatch durch bin. Weniger, weil die Filme langweiliger werden, wobei die Qualität nach hinten raus immer schlechter wird, sondern eher, weil sich eine Art Tunnelblick einstellt. Man bewertet die Filme nur innerhalb ihres Kosmos und weniger im Kontext mit anderen Filmen. Außerdem habe ich mal wieder Lust auf andere Filme. In den vergangenen Wochen und Monaten habe ich immer wieder bei guten Blu-Ray-Deals zugeschlagen. Die wollen auch angesehen werden.

Darunter sind ein paar neue Filme, die ich bisher nicht gesehen habe (von Oppenheimer über Barbie hin zum neuen Alien und mehr), aber auch alte Bekannte. So habe ich eine 4k-Blu-Ray-Box mit acht Christopher Nolan Filmen erstanden. Diese werde ich mir wohl zeitnah ansehen müssen. Es ist schon viel zu lange her, dass ich Interstellar, Inception oder die Dark-Knight-Trilogie gesehen habe. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dazu auch Texte schreiben soll oder möchte. Das wird sich zeigen. Doch jeden Tag einen Film zu schauen, mal sehen wie lange ich das noch durchziehe, ist ein spannendes Unterfangen. Es ist nicht nur eine Routine. Es stellen sich andere Effekte ein. Ich schaue deutlich weniger YouTube, beispielsweise. Stattdessen werfe ich die Blu-Ray in die PS5, wenn ich mit den Tätigkeiten des Tages durch bin. Anschließend geht es ins Bett. Ich mag das. Filme sind einfach ein tolles Medium.

Mohamed Nohassi | Unsplash