Geek-Planet: Sex Criminals – Volume 1

Es ist Donnerstag. Das heißt, wir schauen uns einen Text aus längst vergangener Zeit an. Dieses Mal geht es zurück zum 09. September 2015. An dem Tag erschien der folgende Text auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet«, den es heute allerdings nicht mehr gibt. Trotzdem will ich alle meine Texte an einem Ort versammelt wissen.

Sex Criminals gehört zu den Comics, wo ich sehr froh bin, bei der Veröffentlichung live dabei gewesen zu sein. Es war eine großartige Zeit, ich habe jeden Monat Unmengen an Comics gelesen und auch Podcasts über das Thema gehört oder Bücher dazu studiert. Comics waren das Zentrum meines Lebens. Trotzdem stechen manche besonders hervor, wie es eben bei Sex Criminals der Fall ist. Wenn ich mich recht entsinne, war dies auch der Durchbruch für Chip Zdarsky, der danach eine gute Karriere hingelegt hat.

In eine ähnliche Riege fallen East of West, The Walking Dead oder The Beauty. Es sind außergewöhnliche Geschichten, die einen immer wieder in den Bann ziehen. Jede auf ihre eigene Art. Natürlich kann man diese nachholen und seit ein paar Jahren lese ich kaum mehr Comics, doch irgendwann muss ich vielleicht die Höhepunkte der vergangenen Jahre nachholen, einfach weil es ein so großartiges Medium ist. Man findet darin die originellsten Geschichten und großartige, kreative Menschen, die dahinterstehen. Sex Criminals ist ein Beispiel, welches man sich nicht entgehen lassen sollte.


Was erwartet man von einem Comic mit dem Titel »Sex Criminals«? Ich wusste es nicht, doch die Rezensionen waren gut und Image ist besonders gut darin, uns zu überraschen, uns in neue Welten zu bringen, von denen wir noch gar nicht wussten, dass wir dort hin wollen. Dies gilt auch für den Themenschwerpunkt im Oktober. Dieses Universum wurde ebenfalls von einem Image-Comic inspiriert und hat es in neue Höhen der Popularität befördert.

  • Sex Criminals by Matt Fraction & Chip Zdarsky

»You two are in my world now. And my world hurts.« – Sex Police

Sex kann ein sehr empfindliches Thema für manche sein – entweder es löst Gefühle des Unwohlseins aus, der Scham oder man berichtet detailliert und in allen kleinen Einzelheiten davon. Für Suzie und Jon, beide Ende 20 oder Anfang 30, durchschnittlich gut aussehend, ist letzteres der Fall. Sie reden viel darüber. Zu Anfang ihrer Beziehung haben sie zwar noch ihre Startschwierigkeiten, doch schließlich erkennen die beiden und auch aufmerksame Leser*innen, dass es sich bei ihnen um Seelenverwandte handelt. Sie können sich alles erzählen. Angefangen von ihrem ersten Mal über gewisse peinliche Vorfälle während der ersten Versuche einer sexuellen Begegnung und so weiter.

Diese Vertrautheit und Offenheit wird vom gesamten Comic ausgestrahlt. Sex ist hier ein Thema wie jedes andere. In unserer heutigen Gesellschaft habe ich manchmal das Gefühl, dass wir immer prüder und verklemmter werden. Allein der Irrsinn, dass in den USA eher geduldet wird, dass man in einer Serie detailliert sieht, wie Menschen zerstückelt, geköpft, erschossen und gehäutet werden, anstatt im anständigen PG-13 Stil zu zeigen, wie zwei Menschen Sex haben, macht mich oft fassungslos. Versteht mich nicht falsch, es wird besser, wirklich, man erkennt den „Fortschritt“ und die Entwicklung in unserer Gesellschaft deutlich, doch wir sind noch weit vom Idealzustand entfernt. Aber kommen wir zurück zum Comic.

Ich habe wirklich genossen, diesen Comic zu lesen, da die Unterhaltungen der beiden so schön geschrieben und liebevoll ausgearbeitet sind. Sie sprechen viel über ihre Vergangenheit, und die Zeichnungen von Zdarsky passen wundervoll dazu. Zwar könnte man den Erzählstil als chaotisch und wirr bezeichnen, da der Autor Matt Fraction oft zeitliche Sprünge macht und zwischen den Schauplätzen wechselt, doch man wird von ihm gut geführt, sodass ein strukturiertes Chaos mit flüssigen Übergängen entsteht.

In der Welt von »Sex Criminals« haben manche Menschen die Fähigkeit, nachdem sie erfolgreich Koitus gehabt und ejakuliert haben (Hier bricht der Sheldon Cooper in mir durch), die Zeit anzuhalten. Und nur sie, die den Höhepunkt hatten, können sich noch mehr oder weniger frei in dieser neuen Welt bewegen. Wie genau die Regeln im „The Quiet“ funktionieren, weiß ich noch nicht. Es könnte auch sein, dass es über ein reines Zeitanhalten hinaus geht und es eine andere Dimension ist, denn die optische Umsetzung, wenn wir diesen mystischen Ort betreten, unterscheidet sich grundlegend von der normalen Welt. Sie ist grell, bunt und es scheint alles möglich zu sein. Wie es scheint, können sich alle, die diese Fähigkeit haben, frei darin bewegen und diejenigen, die diese nicht haben, sind logischerweise eingefroren. Auch scheint der Zeitpunkt, zudem die Welt wieder in den Normalzustand zurückkehrt, unterschiedlich. Ich hoffe, dies wird im zweiten Trade noch etwas deutlicher, worum es sich bei dieser Fähigkeit genau handelt. Eine Frage lässt mich dann aber nicht in Ruhe: Wenn Suzie und Jon „The Quiet“ betreten und die Welt eingefroren ist, ist es dann auf der ganzen Welt so und die anderen, die auch diese Fähigkeit haben, müssen warten, bis es wieder vorbei ist? Die Welt müsste dann doch andauernd stillstehen oder etwa nicht. In welcher Art und Weise ist dies mit der sogenannten „Sex Police“ vereinbar? Jedenfalls führt die Geschichte immer wieder zu witzigen Begebenheiten. Will man aus irgendwelchen Gründen und sind sie noch so absurd, davon kann Jon ein Lied singen, die Zeit anhalten, muss man Sex haben oder zumindest sich selbst ans Ziel bringen. Mir gefällt, mit welch lockerer Art und Selbstverständlichkeit dies alles präsentiert wird, als sei es ganz normal.

Der Comic bietet eine faszinierende Geschichte, mit dem ein oder anderen Happy End. Die Charaktere sind sympathisch, gut ausgearbeitet und haben eine ansprechende Chemie untereinander. Als Bonus gibt es auf den letzten Seiten noch eine detaillierte Beschreibung von Chip Zdarsky, wie er die Panels, welche sich im „The Quiet“ abspielen, Schritt für Schritt aufgebaut hat. Dadurch erfahren die Leser*innen in allen Einzelheiten, wie Comics generell enstehen und wie Zdarsky im Speziellen an diesem Comic gearbeitet hat. Es müssen nicht immer seitenweise Extras in Trades vorhanden sein. Mir genügen oft schon kleine Einblicke hinter die Kulissen. Diese lese ich dann auch lieber als seitenlange Abhandlungen über diverse Themen. Wobei auch das reizvoll sein kann, wenn es zum Gesamtkonzept passt.

Digital Detox

Eigentlich mag ich den Begriff »Detox« nicht besonders. Er kommt aus einer Bewegung heraus, die einem einreden möchte, dass man den Körper „entgiften” muss. Das bekommt dieser (im Normalfall) allerdings ganz gut selbst hin. Jedenfalls bringt der Frühling, zumindest bei mir, stets ein Gefühl der Erneuerung mit sich. Manche nennen es Frühjahrsputz, habe ich auch schon getan. Man erwacht aus dem Winterschlaf, will sich mehr bewegen und sich auf das Jahr vorbereiten. Das zeigt sich dieses Jahr, wie mir scheint, in Phasen.

Bereits im Februar habe ich auf Alkohol verzichtet. Das fiel mir nicht besonders schwer. Auch merkte ich keine negativen Auswirkungen, die darauf zurückschließen ließen, dass ich eine Abhängigkeit hätte. Trotzdem verzichte ich seitdem weitgehend auf Alkohol. Wenn ich mich recht entsinne, waren es zwei Gläser Rotwein in den vergangenen drei Monaten. Zwar merkte ich keine negativen Effekte, doch mir wurde bewusst, dass es sehr wohl positive hat. Selbst die leichten Auswirkungen von zwei oder drei Gläsern Wein an einem gemütlichen Abend will ich nicht mehr haben. Außerdem hat Alkohol vielfältige negative Auswirkungen auf den Körper. Der Verzicht ist nicht schwer.

Vor zwei Wochen etwa habe ich mich dann um Ausgaben und Abos gekümmert. Ich habe sämtliche Steady- und Patreon-Mitgliedschaften kontrolliert, bin alle Nachrichtenangebote, die ich bezahle, durchgegangen und habe Software und Apps gekündigt, die ich nicht mehr benötige. Oder bei denen ich zumindest sehen will, wie ich ohne sie auskomme. Radikal alles kündigen, wo ich mich auch nur im Entferntesten frage: Ist das sinnvoll? Dann wird es gekündigt. Im Zweifel kann man es ja wieder abonnieren. Aber erst einmal weg damit.

Vergangenes Wochenende bin ich dann noch meine digitalen Ablagen durchgegangen. Dank einer erratischen Orange, die auf der Welt für sehr viel Unsicherheit sorgt, gilt schon lange die alte Weltordnung nicht mehr. Wenn es sie denn je gab oder sie sowieso nur eine bequeme Illusion war, der wir uns hingegeben haben. Ich möchte weitgehend vermeiden, dass meine Daten auf amerikanischen Servern liegen, wo im Zweifel zwielichtig, inkompetent geführte Behörden jederzeit Zugriff darauf haben. Ich sehe mich gerade nach europäischen E-Mail-Diensten um und bin bei mailbox.org fündig geworden. Der Anbieter wird oft empfohlen. Zwar muss ich mir das noch genauer ansehen und es kostet 3€ im Monat, aber wenn meine E-Mails dann in Europa liegen, ist es mir das wert. Ein Backup meiner Gmail-Datenbank habe ich schon gemacht. Die vorhandenen Mails müssen nur noch gelöscht werden. Doch es geht noch weiter.

Ich nutze weitgehend Apple-Geräte. Das heißt, meine Fotobibliothek ist äußerst umfangreich und hat weit über 25.000 Fotos gespeichert. Die will ich nicht verlieren. Im ersten Schritt habe ich alle heruntergeladen und gespeichert. Gleiches gilt übrigens auch für meine restlichen iCloud-Daten. Als Nächstes werde ich alle Fotos löschen, die älter als vier oder fünf Jahre sind. Es muss nicht mein ganzes Leben in dieser Bibliothek nachvollziehbar sein. Es reicht eine SSD. iCloud werde ich auch reduzieren. Vielleicht komme ich dann sogar auf die 99-Cent-Stufe herunter. 50 GB sollten reichen. Mal sehen, was ich noch finde und welche Dienste ich noch nutze.

Natürlich ist es bequem, sich von diesen Konzernen mit einfach zugänglichen Lösungen verwöhnen zu lassen. Gerne sagen Menschen dann: »Ich habe ja nichts zu verbergen.« Wirklich? Vielleicht geht es nicht darum, dass man etwas zu verbergen hätte, sondern eher darum, was diese Firmen alles über einen wissen und aus den Daten schließen können. KI ist auf dem Vormarsch. Was ist, wenn diese aus den vorhandenen Daten falsche Schlüsse zieht, die aber sehr reale Konsequenzen haben? Dass wir gezwungen sind, umzudenken, ist nicht schlecht. Die Art, wie es herbeigeführt wurde, ist leider sehr unschön. Aber es wurde Zeit.

Guter Kundendienst

Eine Sache möchte ich noch nachreichen. Ich hatte völlig aus den Augen verloren, dass ich darüber eigentlich schreiben wollte, wenn sich die Sache erledigt hat. Gut, dass ich mir so etwas notiere. Als ich mir vor ein paar Monaten das neue Einhornschloss von BlueBrixx bestellt habe, musste natürlich das neue Einhorn-Set ebenfalls dazu. Letztgenanntes besteht aus sechs Brick-built Einhörnern. Es ist die Serie 3; die ersten beiden tummeln sich schon im dazu passenden Einhorngarten. Und ja, ich bin 35. Aber Einhörner sind cool, und wer das nicht sieht, braucht eindeutig mehr Freude im Leben.

Wie auch immer. Bei der Bestellung lief leider etwas schief. So wurde statt der Serie 3 die 2 geliefert. An sich nichts Tragisches. Ich habe also den Support von BlueBrixx angeschrieben und gewartet. Ein paar Wochen vergingen, ohne ein Zeichen. Schließlich kam auf YouTube ein Video von BlueBrixx welches erklärte, dass sie gerade heillos überfordert sind. Nicht nur das Weihnachtsgeschäft war sehr viel umfangreicher als sie erwartet hatten, die jährliche Blue-Week rund um Black Friday kam ebenfalls noch dazu. Entsprechend lange konnten die Antworten des Kundendienstes dauern.

Natürlich hilft es da nichts, wenn man noch mehr Mails schreibt, weil diese einfach hinten angereiht werden und ebenfalls bearbeitet werden müssen. Das kostet alle Beteiligten nur Zeit und Geld. Irgendwann bekam ich schließlich die Antwort, dass es ihnen leidtäte, dass ein falsches Set geliefert wurde. Sie schicken mir natürlich Ersatz auf Kulanz. Die Serie 2, die falsch geliefert wurde, kann ich behalten. Manchmal zahlt sich Geduld eben aus. Aber viel wichtiger ist es, in solchen Situationen ruhig zu bleiben. Wenn wirklich nie eine Antwort kommt, kann man ja nochmal schreiben oder gleich anrufen. Vielleicht lässt sich das Problem schnell klären.

Natürlich kann es ärgerlich sein. Vielleicht sind die georderten Sets ein Geschenk oder wegen etwas anderen zeitkritisch. Doch erstens weiß der Kundendienst das nicht und zweitens können sie nichts dafür, dass Unmengen an Anfragen kommen. Noch weniger hilft es unter YouTube-Videos von BlueBrixx sich über den Kundendienst zu beschweren. Unfassbar. Ich bin sicher, sie tun ihr Bestes, um der Situation Herr zu werden. Deshalb finde ich es so toll, dass BlueBrixx ein entsprechendes Video veröffentlicht hat, wo sie sich erklären. Fehler einzugestehen, verlangt Stärke. Das rechne ich ihnen hoch an und bestätigt meine hohe Meinung von den Menschen, die dort Arbeiten.

Ein Fach voller Fundstücke

In Salzburg gibt es ein tolles Geschäft, das sich einfach »’s Fachl« nennt. Dort gibt es alles Mögliche. Seien es Seifen, Geschenkideen, Kräuter, Tassen, Schälchen, Steinschleudern (ja, das habe ich letztens tatsächlich dort entdeckt) und noch vieles mehr. Doch besonders interessant und ansprechend finde ich den kleinen Raum ganz am Ende. Dort gibt es allerlei kulinarische Entdeckungen, die einen Blick wert sind. Beim letzten Besuch dieses charmanten Lokals habe ich mir beispielsweise einen Lavendel-Sirup mitgenommen. Klare Empfehlung ist allerdings bei diesen Sirups (und bei allen anderen) deutlich weniger als das empfohlene 1:7 Mischverhältnis anzuwenden. Dann ist es nicht zu süß, aber der Geschmack trotzdem hervorragend. Perfekt für ein kleines oder größeres Erfrischungsgetränk zwischendurch.

Man findet natürlich auch Schokolade in allen möglichen Variationen. Seien es Nüsse, die mit Schokolade-Minze überzogen oder Tafeln, die mit Nüssen versetzt sind. Doch besonders interessant ist ein Fach, in dem sich Gläser mit Oliven und Flaschen des dazugehörigen Öls wiederfinden. Es handelt sich hierbei unter anderem um griechische Mammutoliven von Finikounda Gold. Es sind die besten Oliven, die ich je gegessen habe. Das Öl, in das diese eingelegt sind, welches mit Oregano verfeinert wurde, könnte ich förmlich literweise trinken. Es hat einen tollen, milden Geschmack und passt exzellent zu Käse. Es wertet jede Jause ungemein auf. Weißbrot darin einzutunken, eröffnet ein Geschmacksfeuerwerk, das seinesgleichen sucht. Es ist einfach fantastisch.

Leider ist das Öl, welches man dort erhält, nicht mit dem Oregano verfeinert, aber die Oliven bekommt man. Das übrige Öl kann man in die Flasche geben, wenn man etwas davon verbraucht hat. Zumindest werde ich das testen. Doch nicht nur des Öls wegen ist das »’s Fachl« stets wieder einen Besuch wert. Zwar haben sie meist ähnliche Dinge da, vor allem in besagtem Hinterzimmer, aber wechselt das Sortiment natürlich immer wieder und passt sich den saisonalen Gegebenheiten an.

Melissa Walker Horn | Unsplash

A blast from the past

Neulich habe ich endlich meinen alten, aber großartigen Wanderrucksack geputzt und ausgeräumt. Viele Jahre war der im Schlafzimmer auf einem der Deckenbalken gespannt und sträflich vernachlässigt worden. Doch nun ist seine Zeit bald wieder gekommen, denn ich werde ihn mit nach Island nehmen. Dafür musste er aber erst einmal gereinigt werden. Über die Jahre hat sich eine ordentliche Staubschicht darauf gebildet. Außerdem hatte ich keine Ahnung, was ich darin wirklich alles aufbewahrt hatte. Es war eine kleine Reise in die Vergangenheit.

Zuerst habe ich den Rucksack mit einem kleinen Besen abgestaubt und dann mit einem nassen Fetzen etwas gründlicher gereinigt. Aus einer der Seitentaschen lugte allerdings schon eine kleine Dokumententasche. Bei näherer Betrachtung stellte ich entzückt fest, dass es ein paar der Reiseunterlagen von 2015 waren. So lange hatte ich den Rucksack also schon nicht mehr verwendet. Darin war unter anderem eine Information zum Flug von München nach Dublin, eine Bestätigung der Autoreservierung für 10 Tage und ein Beleg einer Hotelübernachtung. Damals war ich mit Freund M. in Irland und wir haben eine abenteuerliche Rundreise gemacht. Einen klassischen Roadtrip, mit analogen Karten, einem Mietauto und Zelt.

Es war ein schöner Urlaub. Wir haben viel gesehen. Übernachtet wurde entweder auf einem Campingplatz oder in einem der zahlreichen Bed&Breakfasts. Die Gastfreundschaft in dem Land sucht wirklich seinesgleichen. In jedem B&B, in dem wir übernachtet haben, fühlten wir uns gut aufgehoben, wurden herzlich begrüßt und das Vertrauen, das die Einwohner (damals zumindest) in uns hatten, erstaunt mich heute noch. Man bekommt einen Schlüssel für das Zimmer in die Hand gedrückt, hinterlässt keinerlei Informationen oder dergleichen und wird dann alleine gelassen. Man wird schon am nächsten Tag zahlen. Es war eine andere Zeit. Dabei ist es gerade einmal 10 Jahre her. Ich möchte auf jeden Fall wieder einmal nach Irland (oder auch Schottland, wo wir 2014 waren, wenn ich mich recht entsinne). Tolle Länder, mit fantastischen Landschaften und netten Leuten.

Was der Rucksack noch ausgespuckt hat, waren einige Regenschutzbeutel. Darin bewahrt man die Kleidung auf und alles, was nicht nass werden darf. Die funktionieren wirklich zuverlässig und haben uns so einiges erspart. Wenn man durch Schottland oder Irland wandert, kommt man nicht umhin, dass es gelegentlich ordentlich regnet. Erstaunlicherweise habe ich auch ein aufblasbares Kissen gefunden. Ein Ding weniger, was ich mir für Island noch besorgen muss. Ich hatte ganz vergessen, dass ich so etwas hatte. Allerdings vermisse ich auch ein paar Gegenstände. Zwar habe ich ein Campingbesteck und Blechtasse gefunden, aber die Teller und Schüsseln gehen mir ab. Vielleicht sind die aber irgendwo im Keller versteckt. Jedenfalls ist wieder ein Schritt mehr getan. Ein paar Wochen sind es ja noch, bis das Flugzeug abhebt.

Colin + Meg | Unsplash

MCU Rewatch | Ant-Man and the Wasp

Auf diesen Film war ich sehr gespannt. Ich habe ihn, wenn ich mich recht entsinne, seit dem Kinobesuch vor über 6 Jahren nicht mehr gesehen und keine guten Erinnerungen daran. Wobei das eher einem Gefühl entspricht. Konkret benennen, woher diese eher negativen Eindrücke kommen, kann ich leider nicht mehr. Deshalb bin ich sehr froh, mich bei diesem Rewatch entschieden zu haben, wirklich alle Marvel-Filme noch einmal anzusehen. So bekommt jeder eine zweite Chance. Bisher wurde ich nicht enttäuscht. Glücklicherweise ist Ant-Man and the Wasp keine Ausnahme.

Wenn ich so darüber nachdenke, gefällt mir der zweite Teil sogar um einiges besser als der erste. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Fortsetzung konsequenter und stringenter wirkt. Er kommt aus einer Hand, wenn man so will, aus einer Vision heraus, wie dieser Film aussehen und was dessen Geschichte bewirken soll. Hat man dem ersten Teil noch seine schwierige Produktionsgeschichte angemerkt, so sind diese bei Ant-Man and the Wasp nicht mehr spürbar. Es ist eine tolle Reise, deren Ensemble-Cast immer wieder glänzen darf und wo alle Charaktere ihre Momente bekommen.

Die Bösewichtin wird zwar als skrupellose Schurkin eingeführt und hat eine schwierige Vergangenheit, doch im Grunde wurde sie ihr Leben lang ausgenutzt und ein Versprechen auf Heilung immer wieder enttäuscht. Sie ist zutiefst verletzt, verzweifelt und will einfach nur ihre permanente Pein loswerden. So hat man am Ende durchaus Mitgefühl mit ihr und es ist schön zu sehen, dass sie mit Bill Foster jemanden gefunden hat, der sie auf den richtigen Pfad zurückführen möchte. Heilung, ja, aber nicht um jeden Preis. Bill Foster wird großartig porträtiert von Laurence Fishburne. Ich hatte schon ganz vergessen, dass er in diesem Film mitspielt. Er hat eine tolle Chemie mit Hannah John-Kamen, die die Verzweiflung ihrer Figur wunderbar darstellt. Die Effekte ihrer Fähigkeiten tragen ihr Übriges dazu bei, sie zu einer tollen Bösewichtin zu machen.

Doch wie auch schon im letzten Film ist meine Lieblingskombo Scott mit seiner Tochter Cassie (erneut von Abby Ryder Fortson gespielt). Die Anfangssequenz mit ihrem Zuhause kreierten Abenteuern und die Unterhaltungen, die die beiden im Laufe des Films haben, erwärmen einem immer wieder das Herz. Es ist großartig zu sehen, wie sehr sich Scott Mühe gibt, nur das Beste für seine Tochter zu tun und sie nicht zu enttäuschen. Doch ihre aufbauenden Worte, als sie erfährt, dass er wieder in die Rolle des Ant-Man geschlüpft ist und wie Cassie ihn deckt, indem sie dem FBI-Agenten Paroli bietet – das alles sind immer wieder Höhepunkte des Films. Es braucht nicht immer große Action-Sequenzen oder CGI-Gewitter. Manchmal braucht es nur schöne Momente mit tollen Charakteren.

Im ersten Teil fand ich Scotts Gang mit Luis, Kurt und Dave etwas nervig. Vor allem haben die Macher Michael Peñas Talent etwas zu oft eingesetzt. Ich glaube, dreimal durfte er in seiner toll überspielten, rasant redenden Art eine Geschichte erzählen. Hier ist es nur einmal der Fall und es wirkt sogleich besser. Man freut sich direkt darauf, wenn er loslegen darf, und es passt in die Geschichte hinein. Er zögert die Wirkung des Wahrheitsserums so lange hinaus, bis es nicht mehr geht. Die eingespielten Momente, in denen sich die Charaktere so ganz anders verhalten als sonst, sind ebenso brillant umgesetzt. Doch auch Kurt und Dave haben am Ende des Films ihren großen Auftritt und überwältigen den zweiten Bösewicht des Films, der eher zu einem Comic-Relief verkommt; was aber nicht weiter störend auffällt.

Das große Thema des Films, wie auch schon beim Vorgänger, ist Familie. Hank und Hope wollen ihre im Quantum-Realm verschwundene Frau bzw. Mutter wiederfinden. Die Macher des Films fallen dabei stets mit großartigen, kreativen Ideen auf, wie man Hanks Technologie, Dinge schrumpfen und vergrößern zu können, einsetzen kann. Seien es die Miniaturautos, die in einer entsprechenden Schachtel aufbewahrt werden, die Verfolgungsjagden oder gar die Verwendung des Gebäudes mit Hanks Labor als Trolley-Koffer. Doch auch Scott darf sein Talent für größe, wenn man so will, wieder zum Besten geben und mimt ein Meeresungeheuer. Dazwischen noch ein paar nette Scherze mit dem FBI-Agenten und man hat einen wirklich schönen Film beisammen.

Doch den Film zeichnet noch etwas anderes aus, was wir bisher immer nur am Rande mitbekommen haben: Die Konsequenzen von Civil War sind hier deutlich zu spüren. Ant-Man and the Wasp zeigt, was mit den „normalen“ Superhelden passiert, die nicht so privilegiert oder ressourcenstark sind wie ein Tony Stark oder Steve Rogers. Es war schon hart zu sehen, in Civil War, wie Scott und Co. im Hochsicherheitsgefängnis auf hoher See gefangen gehalten wurden. Der Zeitsprung von zwei Jahren wird sehr subtil in Ant-Man and the Wasp eingebaut und funktioniert. Erneut ein Marvel-Film, der mich positiv überrascht hat, aber mittlerweile sollte ich das ja gewohnt sein.

Fernbedienungskonzepte

Seit ich meine PS5 als Hauptgerät zur Wiedergabe von Blu-Rays und zum Streamen verwende (ich berichtete: Audiophil), stört mich der Controller. Zum Spielen ist der viel zu teure Edge zwar hervorragend geeignet, doch das Steuern von Filmen und Navigieren in Apps ist alles andere als erfreulich. Außerdem schaltet er sich immer wieder aus. Das will ich nicht deaktivieren, weil es bei Spielpausen praktisch sein kann oder wenn ich die PS5 zum Download eines Spiels eingeschaltet lasse. Also musste eine eigene Fernbedienung her.

Zuerst war mein Gedanke, ich möchte eine Universalfernbedienung. Eine, die nicht nur Fernseher und Soundanlage, sondern auch noch PS5 und Xbox steuern kann. Nach kurzer Suche, was es so am Markt gibt und welche empfohlen werden, landet man schnell im Bereich von hundert Euro und mehr. Zudem können diese Universalfernbedienungen meist nicht mit der PS5 gekoppelt werden. Schließlich führte meine Suche zur Fernbedienung von Sony, die speziell für die PS5 gemacht wurde. Sie ist weiß, klein und schlicht. Mit 30 € vielleicht auch nicht gerade das, was man günstig nennen würde, aber weniger als hundert und damit hat sie gewonnen. Wenige Tage später lag sie in einem Karton vor der Tür.

Ich bin begeistert. Ich brauche nicht mehr den Controller einzuschalten, um in den Menüs von Streaming-Diensten nach Filmen zu suchen, YouTube zu navigieren oder Blu-Rays zu pausieren. Außerdem kann ich mit der Fernbedienung den Fernseher ein- und ausschalten und da dieser mit der Soundbar verbunden ist, schaltet sich auch diese damit ein und aus. Also genau das, was ich haben wollte. Nur die Xbox wird erst einmal außen vor gelassen. Die Einrichtung war erstaunlich simpel. Das einzige Manko, das mir bisher aufgefallen ist: Sie ist zu leicht. Die Fernbedienung könnte ruhig etwas schwerer sein. Aber sie liegt gut in der Hand und funktioniert einwandfrei.

Geek-Planet: D4VE #1-5

Wie jeden Donnerstag sehen wir uns auch heute wieder einen alten Text von mir an. Der folgende erschien am 17. April 2015 auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet«, den es heute allerdings nicht mehr gibt. Trotzdem sollen alle Texte weiterhin auffindbar sein. Deshalb suche ich mir jede Woche einen heraus, redigiere diesen etwas und veröffentliche ihn mit einer kleinen Anleitung erneut.

Diese Woche geht es um den, wie ich in der Rezension schreibe, gesellschaftskritischen Comic D4VE. Ich kann mich noch gut an diesen fantastisch konzipierten Comic erinnern. Über die Jahre hat es zwei Fortsetzungen gegeben: D4VE2 und D4VEocracy. Vielleicht habe ich in meinem Text damals etwas zu viel hineininterpretiert, aber genau das macht den Spaß an solchen Texten aus. Man kann sich den eigenen Interpretationen hingeben. Die Autor*innen von Büchern, Comics und Co. liefern uns ihre Geschichten, aber was daraus hervorgeht, ob sie uns auf einer emotionalen Ebene berühren oder was sie in uns hervorholen, bleibt uns überlassen.


Bei D4VE handelt es sich um ein leidenschaftliches Projekt, welches von zwei Künstlern umgesetzt wird. Sie haben den Verlag Monkeybrain gefunden, um ihre Geschichte erzählen und einem breiten Publikum näher bringen zu können. Ich bin sehr froh, diesen Comic entdeckt zu haben.

  • Autor & Letterer: Ryan Ferrier
  • Künstler: Valentin Ramon

»I used to be awesome. I used to be important. I used to fight monsters and aliens and protect the planet« – D4VE

Ich muss gestehen, dass ich den Comic nicht ganz selbst entdeckt habe. Genauer gesagt handelt es sich mal wieder um eine Empfehlung von meinem liebsten Comic-Podcast »Talking Comics«. Seit dem sind allerdings schon wieder ein paar Wochen ins Land gezogen, und beim Durchblättern der Neuerscheinungen auf ComiXology bin ich über die dritte Ausgabe von D4VE gestoßen. Da die Comics gerade einmal 0,89 € kosten (ein willkommen günstiger Preis, doch ich würde für diese fantastische Geschichte auch mehr bezahlen) und ich im Hinterkopf noch wusste, dass es sich um einen guten Comic handeln soll, blieb mir nichts anderes übrig als die ersten drei Ausgaben zu kaufen und zu lesen (mittlerweile habe ich auch die letzten beiden Ausgaben erstanden und gelesen)

»You’ve really pushed it this time. I don’t know what your problem is, but if you can’t partition your shit and function, then this … we … are terminated.« – 54LLY

Ich weiß nicht, ob ich nicht vielleicht zu viel in die Geschichte hinein interpretiere, doch ich finde, D4VE ist ein wunderbarer gesellschaftskritischer Comic, der auf lustige und ungewöhnliche Weise darstellt, zu welchen automatisierten Personen wir Menschen teilweise verkommen sind. Wir arbeiten in Jobs, die wir nicht mögen oder uns unterfordern, mit Strukturen, die wir nicht gutheißen oder verstehen, fahren Einkaufen, wo wir immer wieder dieselben Sachen erwerben, sitzen am Abend auf der Couch und sehen zum x-ten Mal eine Serie, die uns eh nicht interessiert. Eine dramaturgische Übertreibung und Verallgemeinerung natürlich, um den Punkt zu untermauern, aber so ganz unwahr ist es nun auch wieder nicht, oder? David Foster Wallace Rede »this is water« kann ich zu dem Thema ebenfalls sehr empfehlen.

Meist brechen wir aus diesen Mustern jedoch nicht aus, weil wir uns erstens zu sehr daran gewöhnt haben und Veränderung ist immer schlecht und böse. Zweitens haben wir Angst. Angst davor, am Ende noch beschissener dazustehen und unsere Träume nicht verwirklicht zu haben. Doch genau darum geht es im Leben. Risiken einzugehen und den Träumen aus unserer Kindheit nachzujagen. Wir dürfen den Spaß nicht aus den Augen verlieren und die Probleme nicht zu ernst nehmen. Wir haben nur dieses eine Leben und egal ob man an einen Gott glaubt oder nicht, es ändert nichts daran, dass wir nur diese eine Chance haben. Wir sollten das Beste daraus machen.

Nach dieser vielleicht etwas zu detaillierten Interpretation von D4VE komme ich erst einmal auf die Grundlagen zurück: Worum geht es eigentlich? In der Geschichte sind Roboter die dominierende Spezies auf dem Planeten Erde und in der gesamten Galaxis. Wir haben diese wunderbaren Wesen in dem guten Glauben erschaffen, sie würden uns helfen – im Alltag, wie im beruflichen Leben. Doch irgendwann wurde die künstliche Intelligenz zu gescheit und hat beschlossen, wir würden es nicht länger verdienen zu leben. Also haben sie sich dazu entschlossen, uns auszulöschen und wenn sie schon mal dabei sind, auch gleich alles Leben in der Galaxis – allein lebt es sich doch gleich viel angenehmer. Es stellt sich nur ein Problem dabei heraus. Sie wurden von Menschen programmiert und sollten sich auch wie Menschen verhalten. Im Grunde haben sie also nur biologisches mit künstlichem Leben getauscht.

Die Anspielungen auf die typischen Verhaltensweisen eines Menschen, nur überführt in die Handlungen eines Roboters, sind wohl die lustigsten Witze seit langem. Egal, ob Kleidung (wofür benötigt die ein Roboter), der Kaffee am Morgen (eigentlich nur Öl), Schlaf, etwas Vergessen einzukaufen, es ist alles dabei. Selbst Kinder können bestellt werden und treffen ein paar Wochen später ein. Der Roboter D4VE ist die zentrale Figur und weckt anfangs das Mitleid in mir. Der frühere Kriegsheld sitzt in einem Bürojob ohne Aussichten fest und lässt sich oft von seinen Tagträumen über vergangene Heldentaten entführen. Im Laufe der Geschichte wächst einem auch sein Sohn ans Herz – mit seinen schrägen, perversen Anspielungen und Äußerungen sorgt er für eine Abwechslung des sonst eher trockenen Humors von D4VE.

Die Geschichte wird mir zum Ende hin vielleicht zu abgedreht und alles geschieht sehr schnell. Ich hätte mir eher sieben bis acht Ausgaben gewünscht, um nicht so durch die Geschichte zu rauschen. Doch sie bietet großen Unterhaltungswert und vielleicht setzen die Schöpfer D4VEs Abenteuer irgendwann fort, ich würde es mir wünschen. Dem Duo hinter dem Comic gelingt es nicht nur lustige Momente zu schaffen, sondern klasse ausgearbeitete Charaktere, eine interessante Erzählung und vor allem dazu passende Zeichnungen zu kreieren. Am Ende jedes Comics hinterlässt der Autor noch einen Brief und erklärt die Hintergründe zur Entstehung oder geht auf Fragen von Fans ein. Dies rundet das Gesamtpaket schön ab und lässt die Erfahrung noch ein Stück persönlicher wirken als in anderen Comics.

Nonntal erkunden

Am Samstag war es endlich mal wieder Zeit für eine Führung. Nach wettertechnischen Unterbrechungen, krankheitsbedingten Ausfällen und einem überschaubaren Angebot fängt die neue Saison im April wieder an. Das Wetter war wunderbar. Über 17 Grad und wolkenloser Himmel, zumindest vormittags, luden ein, die Stadt einmal mehr mit Irene Gramel zu erkunden. Dieses Mal sind Nonntal und Nonnberg, die erkundet werden sollen. Eine neue Führung in ihrem Programm, die mit der VHS Salzburg organisiert wurde. Wenig erstaunlich war diese Führung sehr beliebt. Über 20 Menschen nahmen daran teil.

Treffpunkt war der Entenbrunnen im Schanzlpark. Wobei Park hier ein großzügig gewähltes Wort ist für eine kleine grüne Fläche mit ein paar Bäumen, Sträuchern und genannten Brunnen. Aber man hat von hier aus schon mal einen guten Blick auf das Nonntal. Durch die spannenden Erzählungen bekam man einen guten Eindruck, wie es wohl früher ausgesehen hat. Alte Zeichnungen zeugten von Stadttoren, kleinen Brücken und dergleichen, die heute nicht mehr existieren. Natürlich darf auch Paris Lodron nicht unerwähnt bleiben, genauso wie sein Wappen, welches die berühmten Löwen mit dem Brezelschweif enthält.

Nach dem Schanzlpark ging es über die Nonntaler Hauptstraße zur St.-Erhart-Kirche. Das Schöne an Führungen ist, dass man immer wieder an Orte und in Gebäude kommt, zu denen man ansonsten keinen Zugang hat. Man kommt natürlich auch so in die Kirche hinein, doch steht man dann vor einem verschlossenen Eisentor. Nun konnten wir komplett rein und die schön gestaltete Kirche komplett bewundern. Durch einen unscheinbaren Eingang, links neben dem Aufgang zur Kirche, gelangt man schließlich noch in die Katakomben, die erst vor Kurzem ausgeräumt und hergerichtet und nun für Galerien genutzt werden. Denn als richtige Katakomben wurden sie scheinbar nie verwendet. Ich mag es, wie sich mit der Zeit ein immer detaillierteres Bild von Salzburg bildet. Herrlich.

Es ging die Nonntaler Hauptstraße weiter, an Hochwassermarken vorbei, die mir noch nie aufgefallen sind, und schließlich den Nonnberg hinauf. Natürlich darf ein Besuch beim Stift Nonnberg nicht fehlen. Auch die dortige Kirche mag ich ganz gerne. Sie ist schlichter, aber trotzdem lädt sie zum Entdecken vieler Details ein. Die Nonnberggasse ging es entlang zum Brunnhaus und schließlich zum Haus der Volkskulturen. Auf dem Weg erfuhr man von den Prozessionen, die es gab, wenn Hinrichtungen durchgeführt wurden, und wie die Verurteilten noch während dieser Prozession gequält wurden. Das Haus der Volkskulturen ist ein relativ neues und modernes Gebäude. Dort werden Vereine verwaltet und organisiert. Gleich nebenan gibt es das Schauspielhaus und das Mozarteumorchester. Ein wirklich schöner Fleck von Salzburg, den ich so noch nie erkundet habe. Es ist immer wieder erstaunlich, was es alles zu entdecken gibt, wenn man nur ein paar Meter von der üblichen Strecke abweicht. Salzburg hat so viel Tolles zu bieten.

Schließlich ging es noch über den Universitätspark mit der Trakl-Allee zur Berchtholdvilla. Vom Unipark hat man eine wunderbare Aussicht auf Nonnberg und die Burg. Man sieht sie mal von einer anderen Seite. Deshalb mag ich Nonntal auch so gerne. Es ist ein schönes Fleckchen mit tollen Ausblicken. In der Berchtholdvilla durften wir schließlich noch die dortigen Ausstellungen genießen. So waren wir am Ende über zwei Stunden unterwegs. Es gab viel Neues zu lernen und zu entdecken. Es ist immer wieder ein Genuss.

Noch ein Mittelalter-Diorama

Klemmbausteine sind ein tolles Hobby. Vor allem, wenn man sich abseits der etablierten Marke umsieht. Sei es Cada, FunWhole, Mega, Mould King, Cobi Pantasy oder BlueBrixx – alle entwickeln ihre Stärken und bieten herausragende Sets zu einem angemessenen Preis. Wer Technik bauen möchte, ist bei Cada und Mould King perfekt aufgehoben. Beleuchtete Sets gibt es kaum besser als von FunWhole. Cobi macht echten Modellbau mit Klemmbausteinen und das auf einem verdammt hohen Niveau. Die besten Steine hat Pantasy, wahrscheinlich gefolgt von Mould King. BlueBrixx schafft sich eine eigene Nische in diesem Wald aus neuen Herstellern, die sich in den vergangenen Jahren als echte Alternative etabliert haben und den Markführer mit Leichtigkeit in Qualität, Kreativität und Preis-Leistungs-Verhältnis überholen.

BlueBrixx als deutsches Unternehmen etabliert sich vorwiegend im deutschsprachigen Raum immer mehr. Was Mittelalter, Piraten oder Steampunk-ähnliche Bauten anbelangt, macht denen so schnell niemand etwas nach. Sie entwerfen tolle Welten und bauen diese immer weiter aus. Besonders Burg Blaustein, die über Jahre immer wieder mit Erweiterungen ausgestattet wird, begeistert mich sehr. Ich habe auch schon einige andere Mittelaltersets aufgebaut, aber aus Ermangelung an Platz wieder verkauft. Doch eine Burg allein macht keinen guten Eindruck. Irgendwann bekommt man Lust, dass eine kleine Welt darum herum entsteht. Ein Diorama muss her.

Ich habe mich bereits in der Vergangenheit damit auseinandergesetzt (Mittelalter Diorama). Das war ein erster Versuch, eine kleine Welt aufzubauen. Der Wohnturm sollte als eine Art Basis dienen, wo sich ein Hobby-Bauer ausprobiert. Ich bin zwar mit dem Ergebnis ganz zufrieden, jedoch geht da sicherlich noch mehr. Seit einigen Wochen oder Monaten veröffentlicht BlueBrixx auf ihrem gut gepflegten YouTube-Kanal regelmäßige Videos, wo man Marko und Jo dabei zusehen kann, wie sie ein Mittelalter-Diorama aufbauen. Es war ein großer Fehler, mit dieser Videoreihe anzufangen, da meine Wunschliste im Shop nun sehr viele Part-Packs und ähnliche Sets enthält, die ich zum Bau eines neuen Dioramas benötigen würde.

Immerhin will ich es beim zweiten Mal größer und besser machen. Es muss ein Berg oder zumindest ein Hügel her. Mehr Gebäude, mehr Bäume, es sollte eine Art Marktplatz entstehen, ein Bachlauf und so weiter. Ich habe schon grobe Ideen, wie ich mir das vorstelle und was ich machen möchte. Natürlich orientiere ich mich dabei eher stärker an dem, was das BlueBrixx-Team baut. Die Videos sind aber nicht nur für Inspiration gut. Den Gesprächen lausche ich auch gerne, da man sich so manches abschauen kann. Beispielsweise, wo man die ganzen Steine lagert und wie man sie sortiert (nach Form natürlich). Genügend Nerd-Talk ist natürlich auch dabei.

Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis ich mit dem nächsten Diorama anfangen oder etwas vorzeigen kann. Vielleicht baue ich das alte zuerst ab oder verändere es im Laufe des Baus vom Neuen. Alles Fragen, die ich mir noch ansehen muss. Kreativ zu bauen und nicht nur Anleitungen zu folgen, ist sicherlich der nächste natürliche Schritt in der Entwicklung dieses speziellen Hobbys. Ich werde natürlich von den Fortschritten berichten.