Beitragsbilder mit Unsplash

Für ein paar meiner Texte suche ich mir gerne Bilder bei Unsplash heraus. Vergangenes Jahr habe ich mir einen Plus-Account gegönnt und habe diese Entscheidung bisher nicht bereut. Immerhin nutze ich die Bilder des Öfteren und experimentiere gerne damit. Beispielsweise ist das Bild, welches ich für das Banner bzw. Beitragsbild meiner The Walking Dead Textreihe verwende, mit einem solchen Bild ausgestattet. Die TWD-Texte sind Teil meiner Kategorie Geek-Planet. Darin bereite ich alte Texte von mir wieder auf. Dieses Jahr kommen noch so einige alte TWD-Beiträge, also habe ich mir gedacht, ich mache ein kleines Beitragsbild dazu.

Für den MCU-Rewatch schaue ich mir gerade die X-Men-Filme an. Diese werden täglich erscheinen – in ein paar Monaten. Auch dafür habe ich mich etwas in Affinity Designer gespielt und Bilder und Grafiken von Unsplash verwendet, um entsprechende Beitragsbilder zu erstellen. Wenn ich früher daran gedacht hätte, hätte ich auch welche für den MCU-Rewatch gemacht. Aber so kommen andere Reihen in diesen Genuss. Beispielsweise die Rewatch-Texte zu Supernatural und Charmed. Wie regelmäßig diese beiden Reihen allerdings erscheinen werden, steht noch in den Sternen. Und wenn, dann dauert es noch eine ganze Weile. Aber zumindest gibt es schon einmal die Banner dafür.

Ich spiele gerne im Designer von Affinity. Das Programm ist durchaus intuitiv, auch wenn es eine gewisse Lernkurve gibt und ich so manche spezifischeren Funktionen nachschlagen muss. Doch es kommen immer wieder Ergebnisse dabei heraus, mit denen ich ganz zufrieden bin. Beispielsweise habe ich das Logo dieser Webseite über die letzten eineinhalb Jahre mindestens zweimal geändert, weil mir immer wieder neue Ideen oder Funktionen unterkommen, mit denen ich es besser, anders oder hübscher machen kann.

Mal sehen, wozu mir noch Beitragsbilder einfallen, oder ob ich erst einmal bei den herkömmlichen Bildern bleibe, die ich für ein paar der Texte heraussuche. Jeden Tag ein Beitragsbild für einen Text zu erstellen, ist etwas zu viel Aufwand. Doch wenn mir ein Themenkomplex auffällt, den ich immer wieder aufgreife, könnte es sich durchaus lohnen. Mir fällt gerade ein, dass ich für meine regelmäßigen Berichte über Salzburg ein Beitragsbild erstellen könnte. Auch hier hat Unsplash ein paar hervorragende Bilder der Stadt im Petto, die ich dafür nutzen könnte. Nicht, dass ich nicht auch selbst genügend Fotos von Salzburg hätte.

Einfach nur auf Unsplash zu stöbern, was sich so finden lässt, macht teilweise sehr viel Freude. Es inspiriert und es sind wirklich tolle Bilder dabei. Manche dienen als Wallpaper am iPhone, manche habe ich mir so gespeichert, weil sich daraus vielleicht Geschichten spinnen lassen. Die Bilder und Grafiken kitzeln die kreativen Muskeln, und das ist doch stets etwas Schönes.

Wildan Kurniawan | Unsplash

Gotta catch ‚em all

Fan sein ist manchmal nicht leicht. Egal, wovon. Star Wars ist gerade ein schwieriges Thema. Die Serien haben eine Qualität erreicht, bei der ich mich nicht einmal mehr traue, damit anzufangen, aus der Furcht heraus eklatant enttäuscht zu werden. Von den Filmen, die durchaus passabel angefangen haben, aber ein katastrophales Ende nahmen und wenig Hoffnung auf die Zukunft machen, möchte ich gar nicht erst anfangen. Andor, die beste Serie, die Disney je aus dem Star Wars Canon hervorgebracht hat, ist hier der einzige Lichtblick. Immerhin startet hier bald die zweite Staffel. Das nahm ich zum Anlass für einen Rewatch der Ersten und bin erneut zutiefst bewegt und begeistert. Großartig, und das ganz ohne Lichtschwerter.

Marvel, genauer gesagt das MCU, macht ebenfalls gerade eine schwierige Zeit durch. In meinem Rewatch bin ich gerade bei den X-Men-Filmen und koste die Zeit sehr aus, da ich mich davor scheue, mit der Ära nach Endgame anzufangen. Natürlich können sich die Kritiken und Einspielergebnisse täuschen, trotzdem habe ich die Befürchtung, dass es bei den meisten Filmen zutreffen wird. Man hat natürlich immer die vergangenen Erzeugnisse, auf die man sich stützen kann und die mich immer wieder begeistern können. Ich hätte nie gedacht, dass ich meinen Rewatch der Infinity Saga so sehr genießen würde, wie ich es tatsächlich tat. Es ist eben ein grandioses Stück Kinogeschichte. Doch neue Kost wäre gelegentlich auch nicht schlecht.

Auf der Comic-Seite habe ich schon lange nicht mehr reingelesen, muss ich gestehen. Das neue Ultimate Universe, welches vor ein paar Jahren von Marvel erneut ins Leben gerufen und von Meister Jonathan Hickman höchstselbst angeführt wurde, überzeugte mich allerdings. Ich habe nur ein paar Ausgaben gelesen bisher, aber was ich gelesen habe, zeugt von einem durchdachten Konzept. Es ist neu und dadurch kleiner, überschaubarer und noch nicht so ausufernd. Es erfordert nicht viel Hintergrundwissen und das, was man wissen sollte, ist schnell nachgeholt. Zuerst hatte ich meine Zweifel, primär am Spider-Man-Comic, doch der hat sich als ausgezeichnet herausgestellt.

Natürlich waren das alles jetzt nur Dinge, die unter der Disney-Fahne reiten, doch aktuell gehört Disney nun einmal sehr viel und man kommt schlecht an dem Unternehmen vorbei, wenn man sich für solch popkulturelle Themen interessiert und dafür begeistern kann. Doch im Grunde geht es mir heute um die Marke Spider-Man. Oder zumindest darum, was man mit einer Marke alles anstellen kann. Dass man Merchandise produziert und verkaufen möchte, ist eine Sache, aber mit anderen Unternehmen etwas komplett Eigenes auf die Beine zu stellen ist wieder eine andere. So hat sich Marvel mit Wizards of the Coast zusammengetan. Im September erscheint eine Magic: The Gathering Erweiterung oder Variante, mit Spider-Man im Fokus.

Seit Jahren kollaboriert Magic mit anderen Marken und bringt unter dem Label Universes Beyond immer wieder neue Decks und Booster Packs heraus, wo man hunderte Euro ausgeben könnte. Sei es Herr der Ringe, Warhammer, Assassin’s Creed, Final Fantasy, Spider-Man oder viele, sehr viele mehr. Bisher konnte ich der Versuchung widerstehen, doch einmal zuzuschlagen. Herr der Ringe hätte mich interessiert, weil es coole Artworks waren und tolle Designs. Doch waren es stets nur limitierte Auflagen und nach kurzer Zeit ausverkauft und nur mit viel Aufpreis zu haben. Oder, wie es bei Assassin’s Creed der Fall war, habe ich es schlichtweg verpasst. Ich bin eben kein Magic-Spieler. Was soll ich also mit den Karten anfangen, außer dass sie irgendwo im Regal liegen? Dort liegen schon genügend Yu-Gi-Oh!-Karten.

Ich kann sie nicht an die Wand heften, sondern müsste sie in Ordnern sammeln und könnte sie mir dort ansehen. Ich spiele nicht damit, es werden keine Geschichten damit erzählt, dazu sind die Comics da. Es sind einfach nur Bilder von Charakteren, die ich sowieso kenne und von denen es unzählige Zeichnungen und Abbildungen in den Comics gibt, die mindestens genauso cool und kreativ sind. Da hänge ich mir lieber solche Zeichnungen an die Wand und lese gelegentlich einen Comic, statt unnötig viel Geld in Spielkarten zu investieren. Ich weiß nicht, ob man mit dieser Strategie diejenigen regelmäßig erreicht, die kein Magic spielen, doch Fan von der Marke sind und deshalb die ganzen Decks und Booster kaufen. Scheinbar muss es sich aber lohnen, sonst würden nicht so viele Sets erscheinen und das seit Jahren.

Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, sehe ich den Reiz. Es sind zum Teil Marken und Charaktere, die mich schon mein Leben lang begleiten. Doch einmal mehr darüber nachgedacht, verschwindet die Begeisterung dafür schnell, da das praktische fehlt. Klemmbausteinsets kann ich mir zumindest ins Regal stellen und anschauen. Ich muss sie zuerst aufbauen und verbringe Zeit damit. Ich kann sie zerlegen, neu aufbauen oder in Dioramen integrieren – etwas damit machen. Doch Spielkarten zu kaufen, nur damit sie in einer Mappe vor sich hin vegetieren, ist ein Schritt zu viel. Manchmal ist es eben nicht so leicht, ein Fan zu sein. Es ist stets ein Abwägen, was man sich antun möchte und was es sich lohnt zu kaufen. Entweder, weil es einen gewissen Mehrwert bietet oder eben eine faszinierende Geschichte erzählt. Man muss einen schmalen Grat wandern und nicht auf die Seite des kompletten Ausnutzens hinunterstürzen.

MCU Rewatch | Avengers: Infinity War

Nach 18 Filmen und 10 Jahren war es endlich so weit. Avengers: Infinity War kam 2018 in die Kinos. Der erste Trailer machte neugierig, verriet nicht zu viel und war auch das einzige Promo-Material, das ich mir damals angeschaut habe. Ich wollte mit so wenig Vorwissen wie möglich in diesen Film gehen. Das haben sie später für Endgame noch einmal verbessert, da sie hier nur Filmmaterial aus den ersten 15 oder 30 Minuten verwendet haben, wenn ich mich richtig erinnere. Ich setzte mich also für eine der ersten OV-Vorstellungen von Infinity War in den IMAX-Saal des heute leider nicht mehr existierenden Cineplexx am Hauptbahnhof und machte mich bereit für eine außergewöhnliche Reise.

Es ist schon faszinierend, dass dieses Unterfangen gelungen ist. Natürlich war die Qualität der Marvel-Filme über die 10 Jahre nicht immer auf demselben Niveau, allerdings konnte man sich als Fan der Comics immer etwas herausziehen. Aber auch wenn man bis zu diesem Zeitpunkt kein Kenner der Comics war, so wurden mit diesen Filmen viele Marvel-Fans geboren. Die verschiedenen Origin-Filme führten die Charaktere hervorragend einem neuen Publikum vor. Nach und nach erschloss sich somit eine Welt, die sich aus den verschiedensten Genres, Welten und Technologien zusammensetzt. Sei es die bodenständige Thriller-Welt eines Steve Rogers, die hoch technologisierte Welt von Thor (die schon fast an Magie grenzt), Doctor Stranges magische Ausflüge oder die unzähligen Welten im All, die von den Guardians of the Galaxy bereist werden. All das teilt sich ein Universum und macht Marvel, egal ob in den Comics oder in den Filmen, zu etwas Einzigartigem. Es ist seit über 60 Jahren eine fortlaufende Geschichte mit vielen Facetten.

Deshalb sind die Charaktere so nahbar. Man verfolgt über Jahre ihre Entwicklung. Doch sie schreiben ihre Geschichten nicht unabhängig voneinander. Natürlich erlebt jeder Held und jede Heldin eigene Abenteuer. Doch die Verbindungen zueinander, die immer wieder vorkommen, sei es in den Avengers-Filmen oder erweiterten Solo-Auftritten, schweißen die Charaktere zusammen. Für Zuschauer*innen ergibt sich so ein dreidimensionales Bild. Wenn dann noch ein Bösewicht dazukommt, der nachvollziehbare Beweggründe für sein Handeln hat und scheinbar ein besseres Universum für die Lebewesen darin erschaffen möchte, erhält man einen Film, der hervorragend als Abschluss für ein gewaltiges Unterfangen dient. Oder zumindest dem ersten Teil davon.

Es war eine gute Entscheidung, den finalen Kampf gegen Thanos in zwei Teile aufzuteilen. So kann der Schock des Fingerschnippens und der Verlust der Charaktere in den Zuschauer*innen nachwirken. Mit der Fortsetzung von Ant-Man und der etwas späten Einführung von Captain Marvel, gibt es dazu noch zwei Zwischenfilme, die nicht nur die Konsequenzen aufzeigen, oder welche Situationen entstehen können, sondern sie lenken den Blick etwas von der Tragödie ab, bevor man mit Endgame einen kleinen Zeitsprung wagt.

Vielleicht war das auch der größere Gedanke dahinter. Denn die eigentlichen Konsequenzen werden nur angedeutet; nicht wirklich in aller Tiefe behandelt. Dafür hätte es vielleicht einen dritten passenden Film gebraucht, der das Ganze wahrscheinlich zu sehr in die Länge gezogen hätte. Aber das besprechen wir eventuell später, wenn es konkret um Endgame geht. Jetzt steht Infinity War im Fokus. Über lange Zeit wurden die Infintiy Stones in den vorherigen Filmen eingeführt und haben immer wieder die Orte getauscht. Nun geht es endlich um das Zusammenbringen der Steine und vor allem natürlich darum, wie sich unsere Held*innen auf die Begegnung mit ihrem stärksten Gegner vorbereiten.

Die Ausgangssituation zu Beginn des Films ist tatsächlich alles andere als rosig. Thor schwirrt mit seinen überlebenden Asgardians auf einem Schiff irgendwo im Weltall herum, Tony und Steve haben sich zerstritten, keiner (außer Thor) weiß etwas von Hulks Verbleib und Wakanda hat gerade erst begonnen, sich der Welt zu öffnen. Ich habe bereits in Guardians of the Galaxy hervorgehoben, wie wichtig es ist, die einzelnen Charaktere und Gruppen gut zusammenzuführen. Es darf sich nicht erzwungen anfühlen, sondern muss nachvollziehbar bleiben. Dies gelingt den Russo Brüdern sehr elegant. Sei es Bruce Banner Absturz im Sanktum Sanktorum oder dass dadurch Doctor Strange Tony Stark hinzuholt, der wiederum Spider-Man nach sich zieht. Die Guardians reagieren auf den Notruf von Thors Leuten, womit auch diese beiden Fraktionen zusammengeführt werden und Teile davon schließlich mit Helden von der Erde auf Thanos Heimatplaneten Titan aufeinandertreffen. Es geht alles Schlag auf Schlag. Trotzdem bleibt es ein angenehmes Erzähltempo.

Wie auch schon in den vorherigen Filmen werde ich nicht in aller Tiefe die Geschehnisse im Film nacherzählen. Immerhin ist es ein Rewatch und ich gehe davon aus, dass alle, die diese Textreihe verfolgen, mit den Filmen mehr oder weniger vertraut sind. Mir geht es eher um die größeren Zusammenhänge, was man eventuell aus diversen anderen Texten in Erfahrung bringen kann, was mir auffällt oder was ich von den Filmen heute halte. Mir sind die Themen, die in den Filmen aufkommen, bei diesen Besprechungen wichtiger, als die einzelnen Szenen zu beschreiben, oder ich will einfach nur coole Momente hervorheben.

So wie die beste Szene des Films, in der sehr viel drinsteckt. Gleich zu Beginn von Ragnarok hat Thor seinen Hammer verloren, der durch Hela mühelos zerstört wurde. Er wurde zu Kämpfen gezwungen, sah zu, wie seine Heimat explodierte und die Überlebenden von Thanos und seinen Kindern massakriert wurden. Dazu gehören nicht nur Heimdal, der vor seinen Augen erstochen wurde, sondern auch Loki. Thanos hat ihm alles genommen und er war machtlos. Doch dank der Rettung der Guardians bekommt er eine zweite Chance, sich zu rächen und es besser zu machen. Mit Groot und Rocket reist er nach Nidavellir, um mithilfe des Zwergenkönigs Eitri (brillant verkörpert von Peter Dinklage) einen neuen Hammer zu schmieden: Stormbreaker. Die Dramaturgie dieser Szenen, Thors unbeugsamer Wille und schiere Macht, die es ihm erlauben die volle Kraft eines Neutronensterns abzufangen, und Groot, der seinen Arm hergibt, damit die Axt ihren Stiel bekommt. Es ist einfach großartig. Dann tauchen die drei auf dem Schlachtfeld von Wakanda auf. Alles scheint verloren, doch die Lichter des Bifrost erscheinen und bringen Thor, Groot und Rocket. Alle Blicke sind auf sie gerichtet. Drei Worte reichen aus (»Bring me Thanos!«) und die drei stürzen sich, von brachial epischer Musik begleitet, ihren Feinden entgegen. Wenn es eine heroische Szene im Film gibt, dann ist es diese.

Doch Infinity War kann genauso erbarmungslos sein. Man denke nur an die Folterszene von Nebula. Allein bei dem Gedanken daran zieht sich alles in mir zusammen. Das Opfer, das Gamora bringen muss, damit Thanos seinen Soul-Stone bekommt. Der verzweifelte Kampf eines zusammengewürfelten Teams auf Titan, um Thanos den Handschuh zu entreißen. Oder die letzten Worte von Doctor Strange, die zwar hoffnungsvoll sein sollen, doch nicht so wirken. Die Spitze des Eisbergs sind Peters letzte Worte an Tony, bevor er ebenso in Staub zerfällt und repräsentativ dafür steht, was nun im gesamten Universum, auf allen Planeten geschieht. Thanos hat gewonnen, da hilft auch Wandas schwieriges Opfer nicht, Visions Infinity Stone zu zerstören. Denn wer den Time Stone hat, für den gibt es keine Limits.

Infinity War ist ein äußerst gelungener Auftakt für ein lang ersehntes Finale. Ich habe die Filme in relativ kurzer Zeit geschaut. Vor allem die letzten fünf oder so schaute ich innerhalb von zwei Wochen und auch die nächsten werden in kurzen Abständen folgen. So bleibt man noch mehr in dieser Welt, es fallen einem eventuell neue Zusammenhänge auf und bei mir ist es zumindest so, dass ich länger darüber nachdenke. Genauso wie, wenn man die drei Herr der Ringe-Filme auf ein Wochenende aufteilt. Dieses Wochenende findet dann gedanklich viel in Mittelerde statt, wodurch die Geschichten und die Erlebnisse der Charaktere intensiver wahrgenommen werden. Ich bin sehr froh, mich weiterhin in diesem Maße von Filmen mitreißen lassen zu können.

Audiophil

Ende vergangenen Jahres habe ich mir eine neue Soundanlage gegönnt. Da mein Fernseher von LG ist, dachte ich mir, es wäre eine gute Idee, dass beide vom gleichen Hersteller sind. Also habe ich bei der LG S95TR zugeschlagen. Dabei handelt es sich um eine 9.1.5 Surround Anlage. Ich wusste nicht, dass es so etwas gibt. Aber sie ist Dolby Atmos kompatibel, kommt mit einer pervers großen Soundbar, eigenem Subwoofer und zwei Rück-Lautsprechern. Sie funktioniert hervorragend und es ist immer wieder ein Genuss, Filme zu schauen. Nur sind mir in den vergangenen Wochen immer wieder Kuriositäten aufgefallen.

Blu-Rays über die Xbox haben wunderbar funktioniert. Auf der PS5 haben sie aber nicht denselben satten Klang. Und es gab Audio-Aussetzer. Wenn ich Filme über den Apple TV streame oder mir YouTube-Videos anschaue, war der Ton ebenfalls nicht so, wie er sein sollte. Die rückseitigen beiden Lautsprecher sind viel zu laut und dafür die Soundbar zu leise. Die Abmischung hat einfach nicht mehr gepasst. Also habe ich angefangen zu googeln, woran das liegen könnte. Das Thema »Audio« ist ein Loch ohne Boden. Wenn man den kleinen Zeh in dieses Fahrwasser reinhält, wird man schnell von der Strömung mitgerissen. Doch zum Glück gibt es Reddit, wo ich immer wieder nützliche Beiträge finde. So auch zu meinem Audio-Problem.

Wie es scheint, gibt es zwei Übertragungsarten von Audio. Bitstream und PCM. Wenn ich das mit meinem Laien-Verständnis von Audio-Technik richtig gelesen habe, dann ist PCM nicht so sehr für kabellose Übertragung von Audio geeignet. Bei Bitstream fasst beispielsweise die PS5 das Audio nicht an, sondern leitet es einfach durch und, wie es bei mir ist, die Soundbar übernimmt alles Weitere. Nun habe ich beim Fernseher kontrolliert, ob hier alle HDMI-Eingänge auf Bitstream eingestellt sind. Das war der Fall. Bei der PS5 gibt es für die Blu-Ray-Wiedergabe eigene Einstellungen, wo man ebenso Bitstream festlegen kann. Einfach alles in dieser Reihe an Wiedergabe-Geräten muss auf Bitstream eingestellt sein. Soweit so gut.

Doch hier ergibt sich ein Problem. Der Apple TV kann kein Bitstream. Aus irgendeinem nicht nachvollziehbaren Grund hat sich Apple dazu entschieden, nur PCM zur Verfügung zu stellen. Dass mir das nicht schon früher aufgefallen ist, dass der Ton seltsam klingt, sondern erst seit ein paar Wochen ist interessant. Aber zum Glück habe ich es bemerkt. Jetzt ist eben die PS5 mein Hauptgerät, was die Wiedergabe von Blu-Rays und das Streamen von Videos anbelangt. Die Xbox ginge natürlich auch. Was ich nun mit meinem Apple TV mache, weiß ich nicht. Vielleicht verkaufen. Der hat wahrscheinlich ausgedient.

Erst einmal haben sich die Probleme zumindest erledigt. Die Audio-Aussetzer beim Schauen von Blu-Rays sind weg und der Ton klingt wieder satt. Der Subwoofer wummert ordentlich und die rückseitigen Lautsprecher geben nur die Töne wieder, die sie auch wiedergeben sollen. Audio ist kompliziert. Ich hoffe, das war es erst einmal, dass ich mich damit auseinandersetzen musste. Allerdings muss ich auch sagen, dass es ein durchaus interessantes Thema ist. Zu tief einsteigen muss ich allerdings nicht.

Geek-Planet: Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere

Es ist Donnerstag und das bedeutet, wir werfen einen Blick in die Vergangenheit. Genauer gesagt, zehn Jahre schauen wir zurück, auf den 21. Dezember 2014. Damals erschien der folgende Text auf meinem ehemaligen Blog »Geek-Planet«, den es heute allerdings nicht mehr gibt. Allerdings sollen alle meine Texte irgendwann hier vereint und auffindbar sein.

Als ich in meiner Textsammlung diese Rezension fand, musste ich sie einfach durchgehen. Ich habe sie zugegebenermaßen etwas entschärft, da manche Kommentare einfach nur mehr blöd sind. Immerhin soll es eine Kritik sein. Zwar hat es der Film, wie ich heute immer noch finde, verdient, aber manchmal muss man sich etwas um Objektivität mühen. Die Einleitung von damals sagt allerdings schon viel aus, wie ich finde.

Interessanterweise hatte ich mich vor Kurzem mit Freund T. über die Filme von Peter Jackson unterhalten. Im Speziellen ging es um seine Ausflüge nach Mittelerde. Wenn man sich die Qualität der Hobbit-Filme ansieht, weiß man noch einmal mehr zu schätzen, dass es die Trilogie um Herr der Ringe überhaupt gibt. Es war nicht nur der perfekte Zeitpunkt, diese ins Kino zu bringen, sondern auch der perfekte Augenblick, diese zu machen. Die gebauten Miniaturen und Sets, sowie die fast makellose Verbindung zwischen Echtem und CGI, konnte nur zu diesem Zeitpunkt so geschehen. Sie sind und bleiben ein Ausreißer und nicht die Regel.

Ich will mich nicht noch einmal in das Thema Hobbit-Filme hineinsteigern und aufzählen, was schiefgelaufen ist. Mein vergangenes Ich streift das relativ gut. Stattdessen möchte ich in diesem Kontrast die hervorragende Qualität der Herr der Ringe-Filme betonen. Sie sind einzigartig in der Kinogeschichte und egal was danach gekommen sein mag oder noch kommen wird, so etwas wird es nicht mehr geben. Genauso wie die Infinity Saga vom MCU immer für sich stehen wird. Es ist einfach nur toll, dass es solche Projekte gibt und man sie sich immer wieder ansehen kann. Seit einiger Zeit habe ich die 4k-Bluray-Versionen zu Hause aber noch nicht angeschaut. Es wird wohl Zeit, diese hervorzuholen und mal wieder einzulegen. Vielleicht nachdem ich mit dem MCU-Rewatch durch bin.


Je öfter ich den Trailer zum Finale der Hobbit-Trilogie gesehen habe, desto niedriger wurden meine Erwartungen. Teilweise sieht es aus wie ein besseres Computerspiel, eine einzige Schlacht soll den gesamten Film tragen und was soll noch großartiges mit Smaug passieren? All das hat mich lange beschäftigt und endlich habe ich die Antworten.

“One day I’ll remember. Remember everything that happened: the good, the bad, those who survived… and those that did not.” – Bilbo

Als kleiner Disclaimer muss ich vorweg erwähnen, dass ich nach dem Schreiben des Reviews festgestellt habe, dass es eher zu einem Rant (grob übersetzt: Schimpftirade?) als einer objektiven Rezension wurde, aber ich lasse es trotzdem so stehen, da es meine ehrliche Meinung zum Film ist und darum geht es doch schließlich.

Lasst uns den Film von Anfang an durchgehen. Die ersten ca. zehn Minuten des Films sind direkt an den zweiten Teil angeschlossen: Smaug fliegt zur Stadt und brennt sie nieder. Es geschehen viele Dinge und Bard (Luke Evans) schafft den tödlichen Schuss. Allein diese langweilige Sequenz hat mich beinahe aus dem Kino getrieben. Nicht nur stirbt Smaug nach ein paar Minuten (das hätte leicht noch in den zweiten Teil gepasst), nein, es sieht auch aus wie ein Computerspiel. Wie bei Assassin’s Creed springt der Protagonist über die Häuserdächer. Schließlich trifft er nicht mal beim ersten Schuss, was wesentlich besser gewirkt hätte und wie es auch im Buch steht. J.R.R. Tolkien wusste, was er macht, warum muss man das ändern?

Dann wird es zumindest etwas besser, aber offen gestanden passiert nun auch nichts Weltbewegendes. Die beste Szene des Films ist kurz vor der Schlacht, als sich Galadriel (einer meiner Lieblingscharaktere) Sauron gegenüberstellt und ihn nach Mordor schickt.

Die Dame steckt voller Überraschungen und hier darf sie so richtig zeigen, was sie kann. Der Kampf mit den angehenden Ringgeistern ist ebenfalls toll dargestellt und choreographiert, aber leider ist die Szene schnell wieder vorbei.

Dann kommt die große Schlacht. Wenn Peter Jackson eines kann, dann ist es wohl Schlachten bombastisch darzustellen (siehe Herr der Ringe), und zwar so, dass man immer den Überblick behält, man fiebert mit den Charakteren mit und es wirkt authentisch. Tja, dann kam die Ernüchterung, dass er es offenbar verlernt hat. Ich hatte während der Schlacht keine Ahnung, wo wer gegen welchen Gegner kämpft. Es werden die größten Distanzen in kürzester Zeit auf komischen Böcken zurückgelegt und bei den Überblickszenen sieht es aus wie ein Strategiespiel, wo Einheiten von A nach B bewegt werden. Der größte Witz sind für mich aber die Elben. Zuerst sieht man in der Stadt nur etwa 100 von ihnen, dann stehen plötzlich gefühlt Tausende von ihnen vor den Toren Erebors. Während der Schlacht wiederum scheinen sie alle nach Hause gegangen zu sein. Es ist sehr verwirrend.

Kommen wir zu den „dramatischen“ Zweikämpfen. Auch hier habe ich zugegebenermaßen den Überblick verloren. Diese weißen CGI-Ork-Monster sehen sich alle ähnlich und wenn schnell zwischen mehreren Kämpfen hin und her gewechselt wird, hatte ich keine Chance einzuordnen, wer denn nun schon gestorben ist und wer nicht. Inzwischen habe ich schon wieder die ersten beiden Herr der Ringe Teile gesehen und wie kann man nur glauben, dass Computergenerierte Orcs besser aussehen, als von echten Darstellern verkörperte Uruk-hai? Des Weiteren sind die Tode von Kili, Fili und Thorin derart kurz nacheinander und über-dramatisiert in Szene gesetzt, dass ich froh war, als endlich der Abspann kam und ich aus dem Kino gehen konnte.

Um meine Frustration über diesen Film besser verstehen zu können, muss man wissen, dass ich die Herr der Ringe Filme für perfekt halte. Besetzung, Musik, Geschichte, Dramatik, Kulissen (echte, selbstgemachte Kulissen), dreckige, schrecklich aussehende Uruk-hai, die sich aus dem Schlamm quälen müssen usw.

Ich kann einfach nicht nachvollziehen, warum sich Peter Jackson oder das Studio dazu entschlossen haben, derart auf computergenerierte Effekte zu setzen. Die Optik von den Hobbit-Filmen allein tut mir weh. Immer glänzt oder glitzert irgendetwas in der Umgebung – es nervt! Den vorerst letzten Ausflug nach Mittelerde hätte ich mir besser gewünscht. Allerdings muss man auch sagen, dass es zumindest drei positive Aspekte in dem Film gibt, die allerdings leider nicht ausreichen, um den Film tragen zu können.

  1. Bilbo: Die Darstellung von Martin Freeman ist wie immer kongenial und macht einfach Spaß beim Zusehen.
  2. Thorin: Seine Besessenheit vom Arkenstein ist toll interpretiert und in jeder Szene spürbar.
  3. Galadriel: Cate Blanchett Verkörperung der Elbin ist erneut fantastisch und ein Höhepunkt der unnötig ergänzten Szenen.

Ein Torhaus entsteht

Es ist geschafft. Die nächste Erweiterung von Burg Blaustein ist errichtet. Damit haben wir die 30.000-Teile-Marke gesprengt. Das Torhaus ist eine wirklich schöne Erweiterung und rundet die gesamte Burg ab. Der Münzturm des vorherigen Baus hatte zwar ebenfalls gut gepasst, doch es fühlte sich stets unvollständig an. So war es allerdings stets von BlueBrixx angekündigt und verkauft worden; Münzturm und Torhaus gehören zusammen. Jetzt thront die Burg wieder majestätisch und uneinnehmbar auf dem Küchentisch. Sie will bewundert und bestaunt werden.

Doch der Bau kam nicht ohne Tücken aus. Die erste Anleitung, so sollte sich herausstellen, war nämlich mit ziemlich vielen Fehlern versehen. Zumindest war es ein alter Stand, denn es wurden Teile verwendet, die so nicht in den Tüten zu finden waren. Auch die zweite Version (V1.1) war noch die Falsche. Erst V1.2 hat sämtliche Ungereimtheiten beseitigt. Zwar hat BlueBrixx einen Short auf YouTube veröffentlicht, doch leider nicht kommuniziert, welche die richtige Version sein wird und auf welche man warten sollte. Schade, so hätte ich mir einiges an Frust erspart.

Trotzdem war der Bau an sich amüsant und mit vielen wundervollen Details gespickt. Ich zeige nicht alles auf den Fotos, denn das soll man am besten beim Bau selbst erleben. Die Bautechniken sind teilweise äußerst wild, doch am Ende hält alles gut zusammen. Ich bin ehrlich begeistert. Anton ist ein guter Designer und neuer Bauherr von Burg Blaustein. Auch bei echten Burgen, an denen lange gebaut wurde, hat sich mit Sicherheit der Bauherr das ein oder andere Mal geändert. Natürlich hat Anton einen etwas anderen Stil, als es bei Martin noch der Fall war. Ich finde das aber nichts Negatives. Er macht einen fantastischen Job.

Damit sind wir bei insgesamt sechs Erweiterungen. Als Nächstes steht das Schildwerk an, das hoffentlich die einzige noch offene Schwachstelle von Burg Blaustein fixen wird. Wobei das die Vorburg an sich ausgleicht. Ich bin sehr gespannt, was noch so alles auf uns wartet und wie es danach weitergeht. Ich hoffe ja auf einen ordentlichen Kerker, der die Burg noch einmal anhebt. Wir werden sehen.

Elska und Reisetagebücher

Seit ungefähr einem Jahr lese ich das Magazin Elska (elskamagazine.com). Es erscheint alle zwei Monate und jede Ausgabe hat eine andere Stadt als Thema. Gründer und Fotograf Liam Campbell reist dafür rund um die Welt und lichtet darin Männer der LGBTQ+ Community ab. Es ist ein tolles queeres Magazin, das vor ein paar Wochen die 50. Ausgabe feierte. Campbell hat dies zum Anlass genommen, einiges zu ändern, vorwiegend die Texte, die bisher darin abgedruckt wurden.

In den ersten 49 Ausgaben war es so, dass die abgelichteten Männer Texte schrieben. Campbell lieferte nur das Editorial. Im Begleitmagazin Elska Ekstra, das ebenfalls jeden zweiten Monat erscheint, hat er sich etwas mehr selbst verwirklicht. Die meisten Texte stammen jedoch auch dort von den Gast-Models. Das fand ich bisher ganz sympathisch, weil es einem das Leben der Einheimischen in den Städten näher brachte. Man erfuhr etwas über sie und die lokale LGBTQ+ Community. Es waren gewöhnliche Männer, die über ihr Leben schrieben. Manche Texte waren kürzer, andere länger.

Doch nicht alle schrieben gerne etwas, wie es Liam Campbell in einem kürzlichen Editorial schilderte. Und wenn manche die Texte nicht rechtzeitig lieferten, wurden sie im Magazin auch nicht dargestellt. Es war eine kleine Einstiegshürde, wenn man so will, um aufgenommen zu werden. Dies wollte er nun ändern. Egal, ob man jetzt einen Text schreibt oder nicht, die Hürde ist weg. Somit hat sich Elska zu einer Art queeren Reisemagazin verwandelt. Liam Campbell schreibt über seine Erfahrungen vor Ort, wie die Städte sind, welche Gespräche er mit den Männern hatte und so weiter. Diese Neuerung finde ich gelungen. Zuerst war ich skeptisch (Veränderung ist ja grundsätzlich schlecht). Ich mochte die intimeren Einblicke in das Leben anderer LGBTQ+ Männer, was sie bewegt. Es waren natürlich nur winzige Ausschnitte, die man betrachten konnte, aber interessant waren sie allemal.

Elska zu einem Reisemagazin zu machen, finde ich ebenso charmant. Man bekommt mehr von Liam Campbell mit. Immerhin ist man als Leser*in ebenso Gast in der Stadt, in die er reist. Jetzt lernt man sie durch seine Augen kennen. Es ist ein Blick von außen. Es ist anders, aber anders gut. Die Texte inspirieren mich selbst ebenfalls mehr über Ausflüge oder dergleichen zu berichten. Persönliche Sichtweisen vielleicht etwas deutlicher zu schildern. Oder einfach nur Neues auszuprobieren.

A. C. | Unsplash

Ein Notizbuch System

In den vergangenen Wochen habe ich mich immer wieder damit beschäftigt, wie ich mein bisheriges Konstrukt an Notizbüchern vereinfachen kann. Was benötige ich wirklich? Welche Praktiken kann ich in einem Notizbuch zusammenfassen? Alles valide Fragen, die man sich stellen sollte, wenn man so ein System (mal sehen, ob wir im Laufe des Textes einen besseren finden) aufbauen möchte. Eine zentrale Frage dabei, die ich mir allerdings bisher noch nicht zu stellen traute oder deren Beantwortung etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen wird, ist das »Warum«.

Warum überhaupt nach einem System suchen? Was erwarte ich mir davon? Prinzipiell ist es ein ähnliches Verlangen, das YNAB für mich finanziell stillt. Ein Problem, welches ich nicht wirklich fassen konnte, aber dessen Lösung mich ruhig schlafen lässt. »You Need A Budget« oder kurz YNAB ist eine Software und eine App, über die ich schon des Öfteren berichtet habe. Kurz geht es darum, dass man jedem Euro, den man aktuell zur Verfügung hat, einen Job gibt. Was muss jeder Euro für mich in nächster Zeit leisten? Sei es Miete, Stromkosten, Abo-Gebühren, Internet, Werkstatt und noch vieles mehr. YNAB gibt mir eine klare Übersicht über meine Finanzen, was ich mir tatsächlich leisten kann und verschafft mir dadurch ein ruhiges Gefühl. Und das seit vielen Jahren.

Damit wäre die finanzielle Seite abgedeckt. Doch ich möchte ebenso einen Überblick über die Ziele, Aufgaben und Verpflichtungen, die sich im Laufe des Lebens eben anhäufen, im Blick haben. Darüber nachdenken können, was mir wichtig ist, was ich erreichen möchte und welche Dinge es loszulassen gilt – auch wenn es manchmal schwerfällt. In der Vergangenheit hat mir hier Bullet Journaling sehr geholfen. Mein erstes Notizbuch, wo ich mit Bullet Journaling angefangen habe, ist über 10 Jahre alt. Anfangs war es nützlich. Doch mit den Jahren hat es sich in eine negative Richtung entwickelt. Es wurde zu einer Pflicht, einer Last, etwas, das mich verfolgt und in das ich mich hineingesteigert habe. Eigentlich sollte ein Notizbuch oder Journal mir dienen und nicht ich dem Journal oder dem System dahinter.

Ich habe mich in komplexe Tracker und Layouts hineingesteigert, die nur Zeit gekostet haben, zu zeichnen und aufzusetzen. Dabei sollte es doch einfach sein. Schnell und nachvollziehbar. So tut man zwar immer etwas, aber eigentlich richtet man nichts aus, da man damit beschäftigt ist, das System zu pflegen. Über die Jahre habe ich Bullet Journaling dann komplett sein lassen und mir ein Sammelsurium an anderen Dingen angeeignet. Diese gefallen mir zwar einwandfrei, doch ich möchte zu den Wurzeln zurück. Deshalb habe ich mir ein kleines DIN-A6-Pocket-Notebook gekauft. Dieses dient als mein Haupt-Notizbuch, wenn man so will. Dort gehe ich nach dem Bullet Journal Prinzip vor. Inklusive der täglichen und wöchentlichen Reflexionen. Das mache ich jetzt schon fast einen Monat und bin sehr zufrieden. Vor allem, weil ich das kleine Notizbuch überall mit hinnehmen kann.

Langform-Einträge kommen in ein separates A5-Softcover-Notizbuch, genauso wie »Homework for Life« oder Dinge, die ich tracken möchte. Ich teste dort ebenso eine 3-Monats-Übersicht und verwende es als eine Art Scrapbook. Das heißt, dort kommen alle Dinge rein, die ich so erlebe und die ich festhalten möchte. Seien es Eintrittskarten zu Führungen oder Vorstellungen, Fotos, Einträge zu Events und vielleicht auch mal Zeichnungen. Schließlich teste ich noch ein weiteres A5-Notizbuch, als mein Commonplace Book zu verwenden, wo ich interessante Dinge aus Newslettern, Artikeln oder Büchern festhalte. All dies packe ich in meinem neuen Taschenbegleiter von Roterfaden. Es nimmt wenig Platz ein und kann bei Reisen schnell und einfach eingepackt werden.

Dieses System ist sehr viel übersichtlicher und kompakter als das, das ich davor verwendet habe. Ich habe ein gutes Gefühl dabei. Die Organisation an sich nimmt so gut wie keine Zeit in Anspruch. Ich kann mich auf die Dinge konzentrieren, die mir wichtig sind und die ich erledigen oder festhalten möchte. Das alles habe ich mir nicht in wenigen Wochen angeeignet. Ich beschäftige mich schon ein Leben lang mit Tagebüchern und Journaling. Es hilft meiner psychischen Gesundheit. Alleine das ist es für mich schon wert, mich damit auseinanderzusetzen. Über die weiteren Aspekte des »warum« muss sich allerdings noch etwas nachdenken.

Über die Konzepte, die ich im Text erwähnt habe, berichtete ich in der Vergangenheit schon öfter. Ich habe versucht, entsprechende grundlegende Einträge zu verlinken oder direkt die Webseiten, wie bei Bullet Journaling.

Vorbereitendes Püppchen

Eines meiner liebsten Spiele aus dem vergangenen Jahr ist Lies of P. Inspiriert von Carlo Collodis Roman Pinocchio, entführt uns Lies of P in eine eigene Interpretation dieser fantastischen und reichen Welt. Es handelt sich hierbei um ein Soulslike. Es ist also knüppelhart und Gegner bzw. Bosse vergeben keine Fehler. Das Kampfsystem baut stark auf dem Parieren von Angriffen. Die Zeitfenster dafür sind zwar äußerst knapp bemessen, doch wenn man einmal den Dreh raus hat, werden manche Kämpfe zu einem echten Tanz. Es macht unfassbar viel Freude.

Seit langem ist eine Erweiterung für Lies of P angekündigt. Ursprünglich sollte es Ende 2024 erscheinen, doch der DLC wurde immer wieder verschoben. Vor knapp einem Monat haben wir aber endlich Gameplay-Szenen zu sehen bekommen und einen Titel. Overture nennt sich der lang ersehnte DLC und soll nun im Sommer dieses Jahr erscheinen. Die Vorfreude darauf ist ähnlich groß wie beim DLC von Elden Ring (Shadow of the Erdtree). Immerhin war auch dieser lange Zeit in Arbeit und hat schließlich jegliche Erwartungen übertroffen. Ähnlich ist es jetzt bei Lies of P. Aber wenn man den kürzlichen Trailern glauben darf, dann kann sich der Umfang durchaus sehen lassen. Die Gestaltung des neuen Abschnitts sieht großartig aus und die Bosse wirken durchdacht, mit neuen Twists und coolen Designs.

Bisher habe ich vom Xbox Game Pass Gebrauch gemacht, um Lies of P spielen zu können. Doch dieser läuft demnächst aus und da ich nicht beabsichtige, das Abo zu verlängern, musste ich es mir kaufen. Es war aber eine äußerst leichte Entscheidung, zumal ich bei einem Sale zugeschlagen habe. Dieses Mal allerdings auf der Playstation 5. So kann ich hier die Trophäen erneut sammeln. Den ersten neuen Durchgang habe ich bereits beendet und befinde mich gerade im New Game+. Diese neuen Durchgänge nutze ich auch dazu, um neue Waffen auszuprobieren. Außerdem konzentriere ich mich stets auf andere Attribute. So lerne ich den Charakter P jedes Mal neu kennen und kann dessen Fertigkeiten ausreizen.

Das ist das Tolle an Soulslikes, wie es Lies of P eines ist. Es gibt unzählige Varianten und Herausforderungen, denen man sich stellen und die man sich selbst auferlegen kann. Genauso wie Elden Ring nie wirklich fad wird, sehe ich es bei Lies of P ähnlich. Natürlich braucht man zwischendurch mal eine Pause, zumindest ich. So steht aktuell God of War: Ragnarök auf dem Plan, sowie ein erneuter Durchlauf vom Dead Space Remake und Sekiro habe ich mir ebenfalls bei einem Sale für die PS5 gegönnt. Lies of P hat allerdings einen besonderen Stellenwert. Die Welt ist durchdacht, es gibt immer wieder neue Details zu entdecken, und die Geschichte ist gefühlvoll erzählt. Ein wirklich beeindruckendes Spiel, das zeigt, dass nicht nur FromSoftware gute, ausbalancierte Soulslikes entwickeln kann.

  • YouTube | Lies of P: Overture – Announcement Trailer

MCU Rewatch: Black Panther

Black Panther gehört zu den besten MCU-Filmen, die wir bisher bekommen haben. An dem Film stimmt einfach alles. Von der Besetzung über den großartigen Soundtrack, das Design hin zur Geschichte. Alle Teile greifen wunderbar ineinander, um etwas wirklich Spezielles zu erschaffen. Ryan Coogler führte dabei nicht nur Regie, sondern war ebenso Teil des Autorenteams. Wenn man einen Regisseur hat, dessen Vision nicht nur ins MCU passt, sondern dem man vielleicht auch entsprechende Freiheiten gibt, diese umzusetzen, kommt so ein Film dabei heraus. Das Intro von Coogler, in dem er die Zuschauer*innen begrüßt, zeugt von einer Leidenschaft für den Charakter und wie wichtig es ihm war, dessen Geschichte zu erzählen.

Welche Bedeutung diese Prominenz eines Schwarzen Superhelden für Kinder hat, die sich nun ebenso im MCU vertreten sehen, kann man sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen. Ich kann mich an ein paar Reaktions-Videos zum Trailer vom Live-Action-Film zu Arielle erinnern, wo einem das Herz aufgeht. Es ist immer wieder schön zu sehen, welche Auswirkungen authentische, ernst gemeinte und mit Respekt umgesetzte Repräsentation hat. Egal, um welche Minderheit oder Community es auch gehen mag. Black Panther war sicherlich ein Meilenstein, der auf den Grundfesten vorangegangener Projekte wie Blade aufbauen, aber trotzdem seinen eigenen Abdruck hinterlassen konnte. Ich wage es nicht zu beurteilen, ob die Authentizität in Bezug auf die abgebildeten Stämme, Rituale, Kleidung und so weiter in sich stimmig ist, das können andere sehr viel besser.

Was ich allerdings sagen kann, ist, dass der Film für mich einfach großartig funktioniert. Die Geschichte um den in Civil War ermordeten König T’Chaka ist äußerst vielschichtig, und immer wieder kommt die zugrundeliegende Thematik im Film hervor. Nicht nur, was ein König von Wakanda leisten muss und welchen Preis er bereit ist zu bezahlen, damit das Geheimnis von Wakanda nicht nach außen getragen wird. Sondern ob diese Zurückhaltung überhaupt gut ist für Wakanda und den Rest der Welt. Anhand von Okoye wird die andere Seite dieses inneren Konflikts gezeigt. Als Generalin der Dora Milaje, Wakandas Spezialeinheit, ist sie dem Thron verpflichtet, egal, wer darauf sitzen mag. Sie orientiert sich an den etablierten Traditionen und als ein totgeglaubter T’Challa zurückkehrt, nutzt sie dieses Schlupfloch, wenn man so will, um sich gegen einen König zu stellen, der der Welt den Krieg erklären möchte, auch wenn sie sich damit gegen die Ideologie ihres Ehemanns stellt und ihn bekämpfen muss.

Black Panther ist voller gegensätzlicher Meinungen und Sichtweisen, die immer wieder wunderbar zum Vorschein kommen. Manchmal offensichtlich in Diskussionen, doch ebenso sieht man sie subtiler, in der Mimik und Gestik der Schauspieler*innen. Chadwick Bosemans Leistung in dem Film kann man nicht genug hervorheben. Man sieht ihm die Zerrissenheit förmlich an. Die Fehler und fast schon Verbrechen, die sein Vater begangen hat, um das Geheimnis Wakandas zu schützen. Killmonger mag ein Monster sein, doch dieses Monster hat nachvollziehbare Beweggründe und durchaus hehre Ziele. Killmonger wurde aus den Fehlern Wakandas geboren und will diese nun ausgleichen. Wakanda hat sehr lange zugesehen und sich versteckt, während in der Welt wahnsinnige Verbrechen passiert sind. Sowohl Killmonger als auch T’Challa sehen, dass sich das ändern muss. Ihr technologischer Fortschritt und ihre Macht verpflichten sie quasi dazu, etwas zu unternehmen.

Ich hätte mir gewünscht, dass der finale Kampf eher auf der Oberfläche stattfindet, statt in den CGI-Höhlen. Alles ist dunkel und die beiden tragen schwarze Anzüge vor einem schwarzen Hintergrund. Der Kampf an sich ist toll inszeniert, doch hätte er genauso auf der Oberfläche stattfinden können. Besonders der letzte Moment, wo T’Challa Killmonger tödlich verwundet, sieht man den beiden an, dass sie eigentlich für dasselbe kämpfen, nur die Methoden unterscheiden sich. Ich mag auch die letzte Einstellung, als beide unter der Statue des Panthers den Sonnenuntergang bewundern. Vielleicht ist es kitschig, doch ebenso ist es ein bitteres Ende eines verzweifelten Kampfes. Michael B. Jordan ist eine wunderbare Besetzung für Killmonger.

»Bury me in the ocean with my ancestors who jumped from the ships, because they knew death was better than bondage.« – Killmonger

Doch ich mag genauso sämtliche andere Aspekte des Films. Seien es die durchaus witzigen Einwürfe von Shuri und ihrer unbändigen Neugier, oder Forest Whitakers Darstellung des geistigen Anführers Suri. Die Kombination an technologischen Errungenschaften und alten Traditionen finde ich gelungen und ergänzt sich. Es schließt sich nicht aus, sondern Altes wird unter neuem Licht betrachtet und in die Moderne gebracht, ohne alte Traditionen abzuwerten. Von den Stämmen finde ich die Jabari und ihren Anführer M’Baku faszinierend. Sie haben sich vor langer Zeit von den Stämmen, die sich um das Vibranium und den Black Panther geformt haben, abgesagt und ihr eigenes Reich in den Bergen aufgebaut. M’Baku ist ein toller Charakter mit einem moralischen Kompass, von dem man sich eine Scheibe abschneiden kann. Er ist integer und weiß, seine Position auszuspielen. Ich kann nur empfehlen, den Comic-Ursprüngen der Charaktere nachzurecherchieren (welche zum Glück modernisiert wurden), was als Inspiration diente (beispielsweise Nuancen in den verwendeten Sprachen) oder was der Chant der Jabari bedeutet.

Ob man nun Black Panther nur für sich betrachtet oder ihn als Sprungbrett verwendet, um sich mit der Geschichte dahinter mehr auseinanderzusetzen, es ist ein fantastischer, fast perfekter Film. Er steht für sich und braucht weder Civil War noch einen anderen MCU-Film, um die Geschichte oder ihre Charaktere zu verstehen. Ein wirklich toller Eintrag in das größere Universum des MCU. Wakanda wird demnächst noch eine größere Rolle spielen, wenn wir uns Infinity War widmen und Thanos auf die Erde kommt.