Planen von Text-Reihen

Ich bin mir nicht sicher, ob ich gerade Gefahr laufe, in ein altes Muster hineinzufallen und ob das gut oder schlecht ist. Und da ich am besten nachdenke, wenn ich etwas aufschreibe und es ebenso ein kleiner Blick hinter die Kulissen ist, mit was ich mich so beschäftige, dachte ich mir, ich mache einen kleinen Text daraus. Vielleicht finde ich so eine Antwort auf mein Problem, wenn man es überhaupt so nennen kann.

Ich mag Text-Reihen und Kolumnen. Die Regelmäßigkeit hat etwas an sich. Man sucht sich ein übergeordnetes Thema und berichtet davon immer wieder aus neuen Aspekten oder mit neuen Gedankenanstößen darüber. Einer dieser losen Textreihen, die ich mehr oder weniger regelmäßig mache, sind meine kulturellen und kulinarischen Auseinandersetzungen mit Salzburg. Ich schreibe gerne darüber und hoffe so, dem einen oder der anderen diese wundervolle Stadt etwas näherzubringen. Salzburg hat sehr viel zu bieten. In seiner vielschichtigen und tiefgründigen Geschichte und heute. Es gibt Wochen, da habe ich nichts Neues oder Spannendes zu schreiben. Manchmal kommen jede Woche neue Inhalte dazu. Wie es sich eben ergibt.

Allerdings habe ich aktuell eine Reihe, die sich MCU-Rewatch nennt. Eigentlich startete dieses Unterfangen einfach nur damit, dass ich die Infinity-Saga mal wieder anschauen wollte. Das habe ich erreicht und die Texte erscheinen jeden Samstag. Für einen kommenden Urlaub habe ich dann entschieden, die X-Men-Filme zu besprechen. Diese Texte werden, wenn es so weit ist, täglich erscheinen. Es läuft dahingehend ganz gut. Die Filme habe ich lange nicht mehr gesehen und es macht durchaus Spaß, sich damit auseinanderzusetzen.

Dann kommen natürlich noch die nächsten Marvel-Phasen. Mal sehen, wie es mir damit geht. Die Begeisterung hält sich aber eher in Grenzen.

Schließlich habe ich mir in den vergangenen Monaten die Blu-Ray-Sets von Supernatural und Charmed gekauft und mir gedacht, es wäre doch toll, dazu regelmäßig Texte zu schreiben. So habe ich etwas, wenn der MCU-Rewatch vorbei ist. Vielleicht merkt man es schon, beim Aufzählen dieser ganzen Dinge fällt es mir fast wie Schuppen von den Augen, aber es ist etwas viel. Und das sind noch nicht alle Dinge, die mir im Kopf herumschwirren.

Eigentlich sollte dieser tägliche Blog eine Aufzeichnung dessen sein, was mich gerade so beschäftigt, womit ich mich auseinandersetze und über was ich mir Gedanken mache. Doch ich falle in ein altes Muster zurück, wo ich zu viel von mir selbst erwarte. Die Freude an diesem Unterfangen ist das Spontane. Eben nicht zu planen, sondern es so zu nehmen, wie es kommt. Nicht verkrampft versuchen, eine selbstauferlegte Frist einzuhalten. Deadlines und Ziele und Termine habe ich in der Arbeit genug. Privat brauche ich das nicht auch noch.

Wenn ich Lust darauf habe und es mir Spaß macht, erscheint also weiterhin jeden Samstag ein Text zu meinem MCU-Rewatch. Vielleicht erscheinen später im Jahr sogar ein paar Texte zu Supernatural oder Charmed. Aber ob dies wöchentlich sein wird, weiß ich nicht. Und wenn zwischen den Texten ein paar Wochen Pause ist, dann ist es eben so. Das Leben ist nicht immer planbar. Spontanität, Neugier und eine gewisse Abenteuerlust sind mir sehr viel wichtiger, als einen erdachten Plan einhalten zu wollen. Zudem einer, der mich stresst, und zwar nicht auf die gute Art. Ziele sind gut, aber nicht, wenn sie die Freude an der Sache trüben.

Eva Wahyuni | Unsplash

Ach, YouTube

Wie die geneigten Leser*innen vielleicht wissen, ist YouTube Premium das einzige Streaming-Abo, das ich dauerhaft habe. Der Rest der Streaming-Landschaft wird von mir entweder gemieden oder nur monatlich gekauft, wenn mich wirklich etwas interessiert. Doch YouTube, mit all den tollen Menschen, die dort Videos produzieren, muss man in der Premium-Version nutzen. Ja, muss, weil man sonst wahnsinnig von der dauernden Werbung wird. Es ist nicht günstig, mit knapp 13 €, die dafür monatlich fällig werden. Dafür ist noch der Musik-Dienst dabei, der für mich völlig ausreicht.

Als Premium-Abonnent erwarte ich besondere Funktionen. Normalerweise müssten manche dieser Funktionen Standard sein, aber bitte. Ich kann Videos beispielsweise im Hintergrund laufen lassen, Werbung wird mir nicht angezeigt und so weiter. Doch seit Kurzem hat YouTube eine mehr als fragwürdige Entscheidung getroffen: automatische, KI-übersetzte Videos. Diese Funktion ist standardmäßig aktiviert und kann nicht von den Usern deaktiviert werden. Man ist also schon beinahe gezwungen, den Betreibern der Kanäle zu schreiben und sie darum zu bitten, diese furchtbare Funktion zu deaktivieren. Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob YouTube den Kanälen Bescheid gibt, dass diese Funktion nun aktiviert wurde. Es sind auch nicht alle betroffen. Und ich gehe nicht davon aus, dass die Betreiber der Kanäle ihre Videos in anderen Sprachen anschauen.

Aber was passiert genau: Nicht nur werden die Titel der Videos zum Teil grausam übersetzt, sodass jedweder Sinn verloren geht. Das Video wird von einer KI-Stimme live nachgesprochen. Die Tonalität der Stimme und das Pacing sind alles andere als zufriedenstellend. Ich weiß auch nicht, wann YouTube entscheidet, was wie übersetzt wird. Es ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich schaue Inhalte auf Deutsch und Englisch. Ich bin beider Sprachen mächtig. Jedoch werden mir teilweise deutschsprachige Videos ins Englische synchronisiert und umgekehrt. Es ist toll, dass an diesem Feature gearbeitet wird, aber ausgereift ist es bei weitem noch nicht. Vor allem ist es nicht so weit, dass man es standardmäßig aktivieren kann.

Abhilfe schafft nur, wenn man beim Video, das gerade schlecht synchronisiert wird, die Sprache aktiv wieder auf das Original umstellt. Vielleicht merkt sich YouTube irgendwann, dass man das nicht möchte. Ich hoffe sehr, dass, wenn dieser Text erscheint (ich habe etwas vorproduziert), zumindest den Usern ermöglicht wird, die automatische KI-Übersetzungen zu deaktivieren. In der Zwischenzeit hilft es nur, den Betreibern zu schreiben und sie zu bitten, die Funktion zu deaktivieren. Denn wollen kann das niemand. Nicht in dieser Form und nicht, wenn es automatisch aktiviert wird. Warum nicht von Anfang die Möglichkeit besteht, als Nutzer*in dieses Feature zu deaktivieren, ist mir völlig unklar.

MCU Rewatch | Spider-Man: Homecoming

Manchmal mag man es sich ja nicht eingestehen, aber das Internet als gesamtes Konglomerat hat einen Einfluss auf die eigenen Meinungen und Sichtweisen. Es ist so ähnlich wie mit Werbung. Man begegnet immer wieder Menschen, die behaupten, dagegen immun zu sein und sich nicht von Werbung manipulieren zu lassen. Dann tragen diese aber irgendwelche Markenklamotten oder kaufen Produkte, die für ihre Funktion nur teuer sind, aber keinen echten Mehrwert bieten. Vor allem, wenn jemand behauptet, nicht manipuliert zu werden, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es eben doch so ist.

Deshalb glaube ich, dass ich einen viel zu schlechten Eindruck vom MCU entwickelt habe. Wie bereits in anderen Texten zum Rewatch geschrieben, müssen sich die neuen Filme erst noch beweisen, da ich nach Endgame ein gewisses Maß des Überdrusses hatte. Doch ob sie wirklich so schlecht sind, wie allgemein behauptet wird? Ich bin mir da nicht mehr so sicher. Nehmen wir als Beispiel Spider-Man, wenn wir schon zufällig dabei sind, Homecoming zu besprechen.

Tobey Maguire wird von der Fangemeinde mehr als vergöttert. Er war der erste einer neuen Interpretation des Charakters. Eine Live-Action-Version von Spider-Man, die sich selbst ernst nahm und ausgezeichnet gemacht war. Dann kam Andrew Garfield. Das Studio und die Verantwortlichen versuchten etwas Neues, und sofort kam die Kritik. Es war eben nicht das Gewohnte, sondern etwas anderes. Dabei war es die erste Neubesetzung. Mit einem neuen Schauspieler versuchte man natürlich Dinge anders, vielleicht besser zu machen. Meiner Meinung nach ist das durchaus gelungen, und ich hätte gerne mehr gesehen. Nun werden die Filme von Tobey Maguire und Andrew Garfield, so kommt es mir gelegentlich vor, in manchen Bereichen zu sehr auf ein hohes Podest gestellt. So kann Marvel mit ihrer Interpretation des Charakters nur scheitern.

Aber wie waren denn die Anfänge von Peter Parker im MCU? Das erste Mal haben wir Spider-Man bereits in Civil War gesehen. Das Intro war durchaus gelungen. Die Action-Sequenz am Flughafen hatte genau die richtige Dosis Spider-Man, mit seinen lustigen Sprüchen, kreativen Ideen und seinem ganzen Auftreten. Die Interaktion mit Tony Stark war logisch, da Tony mehr Einheiten auf seiner Seite brauchte. Da kam ein junger, unerfahrener Held, den er manipulieren konnte, gerade richtig. Zu hart? Vielleicht, aber genau das hat er getan. Denn beim wiederholten Ansehen ist mir etwas aufgefallen, was mir zuvor vielleicht nur unbewusst klar war: Tony unterbricht im MCU die natürliche Entwicklung von Spider-Man, wenn man es so bezeichnen möchte.

Unter der natürlichen Entwicklung verstehe ich in etwa das, was in den Filmen von Tobey Maguire und Andrew Garfield passiert. Peter Parker und Spider-Man entwickeln sich unabhängig von anderen Helden, bis sie bereit sind, sich diesen anzuschließen. Doch durch die Einmischung von Tony überspringt Peter diesen Entwicklungszyklus. Das ist nicht unbedingt etwas Schlechtes und wie sich, vorwiegend in den Avengers-Filmen, zeigt, war Spider-Man eine hervorragende Ergänzung. Wie anders würde das MCU aussehen, wenn sich Marvel und Sony nicht auf geteiltes Fürsorgerecht geeinigt hätten?

Wenn man sich das Bonusmaterial zu Spider-Man – Homecoming anschaut, wird einem erst so richtig die Leidenschaft und Hingabe für den Charakter bewusst. Nicht nur von Tom Holland, sondern vom gesamten Team. Sie haben sich viele Gedanken darüber gemacht, wie sie Spider-Man ins MCU einführen und wie das erste Solo-Abenteuer aussehen könnte. Wobei es so richtig Solo nicht ist, da Tony weiterhin eine wichtige Rolle spielt. Nicht nur eine positive, wie ich finde. Aber dazu gleich mehr. Ich möchte zuerst noch herausstellen, wie essenziell Tom Holland für diese Interpretation des Charakters ist.

Immer wieder wird im Bonusmaterial erwähnt, welch tragende Rolle der Schauspieler einnimmt. Das geht weit über das simple Porträtieren des Charakters hinaus. Durch seinen Hintergrund als Tänzer und seine Leidenschaft für Gymnastik ist er prädestiniert dafür, viele der Stunts selbst zu machen. Tut dies dann auch. Tom Holland ist ein sehr physischer Schauspieler und weiß, wie er seinen Körper einsetzt, um gewisse Emotionen darzustellen oder wie sich Spider-Man in diesem Moment bewegen und verhalten würde. Das macht er allerdings nicht nur im Anzug vor der Kamera, sondern erledigt nebenbei noch Motion-Capture-Aufnahmen für die späteren CGI-Ergänzungen und liefert kreativen Input. Außerdem, wenn man den Berichten der letzten Jahre glauben darf, hat er im Hintergrund einiges mit der Produktion und den Verhandlungen zwischen Marvel und Sony zu tun gehabt. Dazu ist er noch ein bodenständiger, sympathischer Typ. Einen besseren Schauspieler hätte man sich für die Rolle eines Spider-Man nicht wünschen können.

Tom Holland zeigt im Film immer wieder, dass er die unterschiedlichen Aspekte des Charakters wunderbar beherrscht. Seien es die Awkward-Teenager-Momente, die nervöse Energie, die Action-Einlagen, das Überschätzen seiner eigenen Fähigkeiten oder die naive Herangehensweise an Kämpfe und Konflikte. Ned ist ein wunderbarer Gegensatz dazu, den es gebraucht hat, um den Charakter Spider-Man in einer gewissen Realität zu verankern. Er ordnet Dinge ein, holt Peter auf den Boden der Tatsachen zurück, aber unterstützt ihn auch, wenn es notwendig ist. Genauso Tante May, die hier wunderbar porträtiert wird, von Marisa Tomei. May will nur das Beste für ihren Neffen, scheitert aber immer wieder an seinen Geheimnissen und seiner Verschlossenheit.

Ich habe die letzten Einträge des MCU relativ knapp hintereinander geschaut. Das ist insofern zuträglich, als man so erst das Verhalten von Tony und Happy etwas besser nachvollziehen kann. Immerhin lässt Tony Peter ziemlich allein. Weder Happy noch Tony erklären ihm den Anzug oder was es damit auf sich hat. Sie spionieren ihm nach, ohne es ihm zu sagen, und lassen ihn nach den Ereignissen von Civil War allein. Das ist zum einen verständlich, da beide aufs tiefste betrogen wurden, doch Peter ist hier noch ein Kind und hätte die entsprechende Unterstützung gebraucht. Stattdessen wird er angeschrien, auf ein sehr hohes Podest gestellt, das mit Erwartungen verknüpft ist, die nicht einmal ein Tony Stark hätte erfüllen können. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir ein gefühlvolleres Vorgehen gewünscht hätte, da das Verhalten der Charaktere durchaus nachvollziehbar ist. Es hätte aber auch anders laufen können.

Tony scheint allerdings aus diesen Fehlern, die er mit Peter begeht, nichts zu lernen. Sonst würde er ihm am Ende nicht den Posten eines echten Avengers mit eigenem Raum im Hauptquartier anbieten. Hier zeigt sich, welch eine Entwicklung Peter während des Films durchgemacht hat. Von den höchsten Höhen bis zum tiefsten Punkt. Dabei sind Tonys Worte, die Peter im Kopf herumschwirren, als er von tonnenschwerem Material begraben daliegt, nicht falsch. Wenn er ohne den Anzug nichts ist, nichts kann, dann hat er diesen auch nicht verdient. Es ist eine Lektion, die selbst Tony hart lernen musste, wie wir in Iron Man 3 gesehen haben. Allerdings hätte er Peter das etwas schonender beibringen können.

Im Kontext des MCU ist Spider-Man – Homecoming ein perfekter erster Film für Peter Parker. Er lernt die notwendigen Lektionen, die ihn für die weiteren Abenteuer vorbereiten. Wenn wir die gesamte erste Trilogie, inklusive der Avengers-Filme, als eine Art Unterbrechung der natürlichen Entwicklung von Spider-Man sehen, so bin ich sehr gespannt, was der nächste Teil für uns parat hält. Persönlich würde ich mir ein Zurückbesinnen auf die klassischen Spider-Man-Abenteuer wünschen. Also einen Film, indem er allein gegen einen Bösewicht antritt. Vielleicht mit ein paar cleveren Cameos von anderen Charakteren. Aber bis wir dorthin kommen, dauert es noch eine Weile.

Zum Schluss möchte ich noch ein paar Easter Eggs erwähnen, die mir entweder nicht mehr so bewusst waren, oder die ich bisher noch nicht bemerkt hatte. Als Erstes sei natürlich Gargan erwähnt, der als zukünftiger Bösewicht eingeführt wird. Sein Anzug liegt in irgendeinem Pick-up-Truck in New York und wartet nur darauf, verwendet zu werden. Vielleicht im vierten Teil? Donald Glover als Aaron Davis hatte ich ehrlicherweise komplett vergessen. Er erwähnt sogar seinen Neffen, der hoffentlich ebenfalls noch sein Debüt im MCU feiern darf. Auf der Blu-Ray-Version des Films, die ich habe, ist ein Special Feature dabei, das einem die Referenzen und Easter Eggs im Film während des Anschauens erklärt. Leider habe ich das erst nach dem Rewatch gesehen, deshalb muss ich ihn mir vielleicht leider nochmal anschauen. Ich bin sehr neugierig, wie sie das umgesetzt haben. Nach all den Jahren, in denen ich den Film aber nicht mehr gesehen habe, war ein reiner Genuss, ohne Erklärungen, unausweichlich und wahrscheinlich besser.

Was mir ebenfalls gefällt und ich bei mehr Filmen gerne gesehen hätte, sind einleitende Worte von Schauspielerinnen oder Regisseurinnen. Bei Doctor Strange war es, glaube ich, der Regisseur, der vor Beginn des Films ein paar Worte verliert. Zu Beginn von Spider-Man – Homecoming ist es Tom Holland, der das Publikum begrüßt. Eine charmante Idee, die nicht aufwendig ist, aber trotzdem viel Wirkung hat. Eine kleine Aufmerksamkeit für die Fans, die sich die Disc-Version der Filme kaufen.

In der Vergangenheit stöbern

Vor ein paar Wochen habe ich darüber berichtet, wie ich meinen Wust an Notizbüchern und Journals etwas bereinigt habe. Es hatten sich über die Jahre unterschiedliche Techniken angesammelt, die aber eigentlich alle dasselbe für mich taten. Es wurde Zeit, dies zu bereinigen (Über Notizbücher und Journals). Ich bin noch dabei, das System zu verfeinern und zu sehen, was funktioniert und was nicht. Das soll heute nicht das Thema sein. Ich wollte nur kurz über etwas anderes berichten.

Etwas, das mit dem loswerden und archivieren überschüssiger Journals einherging, war, einen neuen Platz dafür zu finden. Bisher verstaute ich die ganzen Notizbücher im Schlafzimmer, in einem alten Billy-Regal von Ikea. Doch dort ging langsam der Platz aus. Außerdem ist mir durch das Ansehen diverser Videos zu dem Thema bewusst geworden, worum es doch eigentlich geht, wenn man sich schon die Mühe macht, viel aufzuschreiben und zu notieren: das Reflektieren. Ein kleiner Blick in die Vergangenheit kann manchmal Wunder bewirken. Es zeigt einem nicht nur, wo man herkommt, sondern vielleicht auch, wie weit man bereits gekommen ist.

Doch wenn diese Notizbücher in einem Eck im Schlafzimmer stehen, werde ich sie nicht heraussuchen und darin schmökern. Also habe ich im Bücherregal im Wohnzimmer Platz gemacht. Schon beim hinein räumen der Notizbücher habe ich die Gelegenheit genutzt und so manche Einträge durchgelesen, die ich vor acht oder zehn Jahren geschrieben habe. Manches hatte ich schon wieder vergessen oder zumindest seit Ewigkeiten nicht mehr daran gedacht. Meine Intention ist es, nun etwas öfter ein altes Journal herauszugreifen und darin zu entdecken, was ich nicht alles gemacht habe.

Es zeigt auch, dass es für meine zukünftige Praxis durchaus wichtig ist, immer wieder zu reflektieren, was ich in den vergangenen Monaten gemacht habe, das funktioniert hat, wo man nachbessern kann und was man vielleicht sogar fallen lassen kann. Neugierde und Entdeckergeist zeichnen für mich das Führen eines Journals aus. Sich aus der Komfortzone wagen. Sich von seinem vergangenen Ich beeinflussen und inspirieren lassen. Es ist wirklich großartig, in der eigenen Vergangenheit blättern zu können. Doch der Blick dabei ist stets nach vorne gerichtet. Was kann ich daraus lernen? Was packe ich als Nächstes an?

Geek-Planet: Black Science: Welcome, Nowhere

Es ist Donnerstag. Das heißt, wir werfen einen Blick in die Vergangenheit und schauen uns einen alten Text von mir an. Dieses Mal geht es zurück zum 16. November 2016. Der Text erschien damals auf meinem Blog »Geek-Planet«, den es heute allerdings nicht mehr gibt. Ich möchte trotzdem, dass alle meine früheren Texte auffindbar sind und so bringe ich sie nach und nach hier zusammen.

Beim Lesen des Reviews zum zweiten Volume von Black Science raucht einem ganz schön der Kopf. Vor allem, wenn es acht Jahre und länger her ist, dass ich einen Blick in das Buch geworfen habe. Aber das haben Geschichten, die sich um ein Multiversum mit verschiedenen Inkarnationen derselben Charaktere dreht, eben so an sich. Es ist schon interessant, dass ich immer wieder Lust habe, einen Blick in die alten Geschichten zu werfen, nachdem ich die Rezensionen von früher dazu gelesen habe.

Allerdings ist das eine Besessenheit von Comics, die noch von früher durchscheint. Ich hatte den Anspruch, alles zu lesen, nichts auszulassen und so viel wie möglich mitzunehmen. So kam es, dass ich pro Jahr buchstäblich tausende Comics gelesen habe. Nur zu einem Bruchteil davon habe ich Texte geschrieben. Da ist mein aktuelles Leseverhalten, was Comics anbelangt, sehr weit zurückgefahren; quasi nicht existent. Aber man durchlebt eben verschiedene Phasen im Leben und das trifft natürlich auch auf die Unterhaltung zu, die man genießt. Ich muss allerdings auch sagen, dass die Lust auf Comics immer stärker wird, je mehr ich mich mit dem MCU und anderen Comicverfilmungen beschäftige.


Die zweite Storyline von Black Science präsentiert uns einen der wohl abwechslungsreichsten Planeten bisher. Allerdings versucht auf diesem so gut wie alles und jeder unsere Protagonisten zu töten. Dabei lernen sie selbst nicht nur, dass sie über sich hinauswachsen müssen, um den bevorstehenden Widrigkeiten trotzen zu können. Denn jeder und jede von ihnen trägt ein Geheimnis mit sich herum, das eventuell zu Schwierigkeiten führen könnte.

  • Ausgaben: #7 bis #11
  • Autor: Rick Remender
  • Künstler: Matteo Scalera
  • Painted Art: Dean White, Michael Spicer
  • Lettering + Logo Design: Rus Wooton

“Make few promises, but keep all those you make.”

Im Zentrum des Geschehens stehen eindeutig die beiden Kinder Pia und Nate. Sie werden von der Gruppe getrennt, als diese gerade dabei ist, in einer von Dinosauriern bewohnten Burg gebraten und verspeist zu werden. Doch nicht verzagen, Kadir fragen. Unser unsympathischer Antagonist aus dem ersten Handlungsbogen hat tatsächlich vor, sein Versprechen Grant gegenüber zu halten und die Kinder sicher und wohlbehalten nach Hause zu ihrer Mutter Sara zu bringen. Ist das nicht aufmerksam und herzlich von ihm? Na ja, nicht ganz. Wie wir wenig später lernen, ist er schon seit einiger Zeit in die Frau von Grant verliebt und will sie am liebsten für sich haben. Wenn der Weg eben über die Kinder gehen soll, die er so heroisch rettet, dann soll es so sein.

Das Eververse scheint unendlich zu sein und so beinhaltet nicht nur diese Schale des Zwiebels einen Grant, der es auf Sara abgesehen hat. In einer ägyptischen Stadt verfolgen wir Grant, ja genau der Grant, den wir zuvor für tot gehalten haben, wie er einheimische Gangster und Mafiosi verfolgt, die ihm etwas gestohlen haben. Diese Szene wirkt wie aus einem Film der 60er Jahre. Die Kleidung, die Waffen und die Autos sind unfassbar klassisch und wirken authentisch. In dieser Realität begegnen wir allerdings auch anderen bekannten Charakteren wieder, wie eben Kadir und Sara. Wie bereits in anderen Reviews erwähnt, mag ich solche Geschichten und Konstellationen sehr. Die verwirrende, doch interessante Zusammenstellung verschiedener Inkarnationen von Protagonisten hat einen gewissen Flair.

Doch zurück zu den Kindern, die hier im Mittelpunkt stehen. Nachdem sie also von der Klippe des Schlosses stürzen, da der Fluchtversuch Kadirs nicht ganz so durchdacht ist, wie er gemeint hat, werden Pia und Nate von großen Kreaturen aufgefangen. Besser gesagt von deren Zungen, denn diese wollen die beiden gleich verspeisen. Matteo Scaleras Zeichnungen sind einfach unfassbar. Die Wesen und Umgebungen, die er sich ausdenkt, sind so geistreich wie die Dialoge von Rick Remender. Jede Spezies, die im Laufe der Geschichte in Erscheinung tritt, ist einzigartig. Ich freue mich jetzt schon auf die weiteren Bücher und die darin enthaltenen Darstellungen. Einfach grandios.

“How can anything matter, when every possible thing happens?” – Draln

Pia und Nate gelingt knapp die Flucht, doch nur um kurz darauf von jemand anderem in Gefangenschaft genommen zu werden. Draln, ich bin mir nicht sicher, ob das die Bezeichnung der Spezies ist oder der Name des Anführers, aber auf jeden Fall weiß dieser, was ein Pillar ist und dass man mit diesem durch das Eververse reisen kann. Leider kann Draln Gedanken lesen und sich so schnell das Wissen aneignen, wo sich der Pillar unserer Protagonisten aufhält. Irgendwie muss es wohl ein Handbuch in jeder möglichen Welt geben, denn ansonsten kann ich mir nur schlecht erklären, warum alle wissen, was es mit dem Eververse auf sich hat.

Auf ihren Abenteuern durch die fantastischen Landschaften lernt Pia eine traurige, aber sehr wahre Lektion über ihr Leben: Sie kann niemandem Vertrauen, sie sicher nach Hause zu bringen – nur sich selbst. Pia ist mit dieser Einstellung schon etwas weiter als Nate, doch auch er gewöhnt sich langsam an den Gedanken. Ihr Vater hat sie verlassen und mit Fremden weggeschickt. Davon ist einer mehr oder weniger für den Tod eben jenes Vaters verantwortlich, und Rebecca hatte eine Affäre mit ihm, sodass es wahrscheinlich scheint, dass die Ehe zu Bruch geht. Sollte sie nicht schon zuvor zu Ende gewesen sein. Dann bleibt eigentlich nur mehr Chandra übrig. Aber die ist auch nicht diejenige, die sie vorgibt zu sein.

Ach ja, ich habe unseren neuen Abenteurer vergessen: Den Schamanen, den sie aus einer der vorherigen Welten mitgebracht haben und der Grants Leben gerettet hat, bevor er scheinbar gestorben ist. Seine Geschichte und wie sein Stamm zu der Technologie gekommen ist und sich dadurch besser gegen die weißen Kolonialisten durchsetzen kann, ist ziemlich verrückt. Ein Alien ist in ihrem Gebiet abgestürzt. Da sie Fremden misstrauen, haben sie diesen kurzerhand getötet und sich dessen Schiff und Technologie angeeignet. Der Schamane darf auch das ein oder andere Mal den Tag retten, denn er ist alles andere als ein langsamer alter Mann und kann den anderen sicher noch so einiges beibringen.

All das und mehr passiert in der zweiten Storyline von Black Science. Der Comic mausert sich zu einer meiner liebsten Science-Fiction-Reihen, da er mit tollen Charakteren, großartigen Zeichnungen und einer spannenden Geschichte aufwarten kann. Aber Saga kann niemand so schnell den Rang abkaufen und East of West spielt sowieso in einer eigenen Kategorie.

Sprung ins Wasser

Manchmal braucht man einfach nur etwas Nettes. Eine Kleinigkeit für zwischendurch, die den Tag erheitert und schön macht. Das Herz erwärmt. Etwas, das mit der reinen Süßheit besticht. Beispielsweise ein nettes Tiervideo. So stieß ich letztens auf das unten verlinkte Video von Kaiserpinguin-Küken. Zu Dutzenden wandern diese süßen kleinen Viecher an einer steilen Küste in Antarktika entlang. Scheinbar ist es das erste Mal, dass man dieses Verhalten der Küken in dieser Art festgehalten hat.

Zwar weiß man anhand des Titels, was passieren wird, trotzdem baut sich eine unfassbare Spannung während der wenigen Minuten auf. Das ist dem geschuldet, wie sich die Pinguine verhalten. Es sind keine Eltern zu sehen, nur eine Menge an Küken, die die richtige Stelle für den Sprung finden. Manche haben Angst und versuchen sich festzuhalten, werden aber von den anderen förmlich von der Klippe geschmissen. Es ist großes Kino. Ich wusste beim ersten Mal anschauen nicht, ob ich weinen oder lachen soll. Was mich besonders begeistert, ist der oder die Erste, die sich traut, runterzuspringen. Es gelingt ein wirklich schönes Eintauchen ins eisblaue Wasser. Die nächsten klatschen mit einem ordentlichen Bauchfleck aufs Wasser auf und versuchen sich mit ihren kleinen Flügeln irgendwie aufzufangen.

Pinguine sind großartige Wesen, und dieses Video hat mich das ganze Wochenende über begleitet. Einfach nur toll.

  • YouTube | National Geographic: Emperor penguin chicks jump off a 50-foot cliff in Antarctica NEVER-BEFORE-FILMED FOR TV

Der illustrierte Hobbit

Vor kurzem habe ich mir die illustrierten und übersetzten Bücher des Hobbits und des Herrn der Ringe gekauft. Zwar wollte ich mir zuerst die Filme ansehen, aber eine bereits etwas ältere Folge des Podcasts Nachsitzen, der wunderbaren WildMics hat mich dann auf die Bücher gebracht. Bevor ich mich allerdings den Herr der Ringe Bücher zuwenden konnte oder wollte, war es mir doch ein Anliegen, mein Gedächtnis in Bezug auf den Hobbit etwas aufzufrischen, da das schon etwas länger her ist, seit ich dieses herrliche Buch gelesen habe.

Die Gestaltung des Buches ist extravagant, und es scheint mit viel Liebe zum Detail gemacht worden zu sein. Es kommt in einem dicken Schuber und ist außen hauptsächlich in einem saftigen Grün gehalten. Die Verzierungen, Lettern und Runen sind in goldener Farbe in das in Leinen gehaltene Äußere gestanzt und dies verleiht dem Ganzen einen schon fast mythischen Charakter. Dazu tragen ebenso die blau eingefärbten Seiten des Buches ein, wo in Runen »The Hobbit: or there and back again by J.R.R. Tolkien« geschrieben steht. Ich habe erst lange überlegt, was die Runen wohl zu bedeuten haben, bis es mir, peinlicherweise, erst recht spät wie Schuppen von den Augen fiel. Dazu gibt es noch zwei Lesebändchen.

Ich frage mich bei solchen Ausgaben immer, warum ich zwei dieser Bändchen benötige. Weder lese ich zu zweit in einem Buch gleichzeitig und jeder muss sich das entsprechend eingefärbte Bändchen merken, noch lese ich ein Buch zweimal hintereinander, ohne dass ich die erste Runde beendet hätte. Außerdem sind die Karten, die dem Buch „beiliegen“ in der ersten und letzten Umschlagsseite gedruckt, sodass diese hervorragend zu finden sind. Es ist zwar die ein oder andere von Tolkien gezeichnete Karte im Text enthalten, doch genügen die äußeren Varianten allemal, vor allem auch, weil sie größer sind und besser zu lesen. Aber ich möchte mich nicht über ein zusätzliches Bändchen beschweren. Immerhin bin ich noch nicht ganz durch und vielleicht erschließt sich mir der Sinn im weiteren Verlauf noch.

Ansonsten sind der Druck und die Qualität des Buches einwandfrei. Der Text ist auf sehr dicken Papier gedruckt. Nicht nur einmal habe ich kontrolliert, nicht aus Versehen zwei Seiten beim Umblättern erwischt zu haben. Die dutzenden Illustrationen, die immer wieder zu finden sind, bekommen stets eine volle Seite gewidmet und machen das ganze Abenteuer von Bilbo, Gandalf und den Zwergen noch einmal greifbarer, realer. Um weder den Text noch die abgebildeten Zeichnungen zu stören, ist die Rückseite der Drucke stets leer. Zwar kann ich mir nicht vorstellen, dass bei der Dicke des Papiers etwas durchscheinen oder beim Lesen stören würde, aber es zeugt einmal mehr, von der Detailliebe, die in dem Buch steckt.

Diese Luxusausgabe des Hobbits ist entsprechend schwer, aber auch das finde ich der Geschichte entsprechend. Alle Elemente, von den Zeichnungen, Karten, den Lesebändchen, dem Papier und auch dem Leineneinband, tragen dazu bei, dass der Hobbit sehr viel mythischer wirkt. Es ist immer wieder schön, dieses Buch am Abend in Händen zu halten und ein paar Seiten oder Kapitel darin zu lesen. Ich bin nun schon sehr gespannt, wie sich im Vergleich dazu der Herr der Ringe anfühlen wird.

Zur Geschichte an sich muss ich wohl nichts weiter schreiben, nur so viel sei gesagt: Die Übersetzung von Wolfgang Krege gefällt mir heute noch genauso gut, wie vor einigen Jahren, als ich den Hobbit das erste Mal las. Unter anderem wollte ich zuerst die deutschen Übersetzungen lesen (beim Herrn der Ringe habe ich mich für die Übersetzung von Margaret Carroux entschieden), weil ich später die Bücher noch einmal auf Englisch lesen möchte und mich durchaus der Vergleich zwischen den beiden Varianten interessiert. Übersetzungen beschäftigen mich immer wieder, vor allem, wenn es mehrere Varianten gibt. Aber der Hobbit begeistert mich wie schon vor Jahren erneut. Ich bin gefesselt von der Geschichte, dieser großartigen, detaillierten Welt und ihren tollen Charakteren.

Rasur und Technik

Rasieren ist wie Kaffee; man kann eine unfassbare Wissenschaft daraus machen. Ich wechsle immer mal wieder zwischen unterschiedlichen Stilen. Mal trage ich den Bart länger, dann habe ich entsprechende Rasierapparate zum Stutzen und Trimmen der Haare. Was das anbelangt, kenne ich mich gut genug aus und habe mir über die Jahre schon hinreichend YouTube-Videos angesehen, um etwa zu wissen, worauf es ankommt. Vollbärte kann man auf unterschiedliche Art tragen, aber es gibt eben ein paar Prinzipien, auf die man achten sollte, damit dieser gut aussieht.

Überraschend schwieriger wird es, wenn es zum glatt rasieren kommt. Bisher hatte ich dabei eine zwei-Phasen-Methode: erst wird mit einem elektrischen Rasierer glatt rasiert. Das ist mir aber meist nicht genau genug und so ist die zweite Phase eine Nassrasur. Bisher waren meine Instrumente der Wahl ein mittel teurer Philips Shaver der Serie 3000, wenn ich mich recht erinnere, und die klassischen zig Klingen umfassenden Gillette-Rasierer. Doch beim Aufräumen des Bades habe ich aus Versehen das Ladekabel des Philips Shavers entsorgt. Außerdem hatte der schon einige Jahre auf dem Buckel und wollte sowieso ersetzt werden.

Zwar war ich mit den drei rotierenden Köpfen ganz zufrieden, doch ich wollte mal die andere Technik probieren. Zudem wirbt Philips hier mit einem „5-dimensional beweglichen Scherkopf“, was mir schon immer etwas seltsam vorkommt, gibt es doch nur drei Dimensionen, in denen man sich im Raum bewegen kann. Dass die Physik noch nicht von dieser revolutionären Entdeckung zweier zusätzlicher Raumdimensionen Gebrauch gemacht hat, ist eine Frechheit. Wir könnten schon längst eine allumfassende Theorie inklusive dunkler Energie und Materie haben, wenn man sich nur auf die Rasierer von Philips berufen würde.

Meine Wahl für einen neuen Rasierer fiel nach ewiger Recherche auf die Geräte der Braun Series 9 Pro. Ich hatte zum Glück noch einen 100-Euro-Gutschein vom Europark, jetzt war das Gerät ganz erschwinglich. Er leistet hervorragende Dienste, doch sobald man sich mal ein paar Tage nicht rasiert hat, kommt der Braun an seine Grenzen. Zwar wirbt Braun damit, dass man selbst einen 7-Tage-Bart damit einfach wegbekommt, doch die Realität sieht zumindest bei mir etwas anders aus. Praktisch finde ich die Reinigungsstation, die hoffentlich die Lebensdauer der Klingen verlängert. Bleibt nur die Frage, wie lange eine Packung der Reinigungsflüssigkeit hält. Das sind dann wieder zusätzliche Kosten, die man berücksichtigen muss.

Deshalb wollte ich auf der anderen Seite bei den Gillette-Klingen sparen. Nach jahrelangen Überlegungen habe ich mich also für einen Rasierhobel entschieden. Hier fiel meine Wahl auf den Störtebekker Rasierhobel »Hamburg«. Hundert Klingen kosten hier gerade einmal knapp 25 €, womit ich locker 2 Jahre auskomme. Also sehr viel günstiger als die andere Methode. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, sich mit diesem Klingen ernsthaft zu verletzen, eher gering. Ich habe den Hobel nun schon einige Male verwendet und bin durchaus zufrieden. Man muss sich zwar etwas umgewöhnen, da die Technik doch etwas anders ist. Es sollten durchgehende Bewegungen sein, die man macht, und nicht zu fest andrücken. Doch schon nach zwei Wochen hatte ich keine roten Stellen mehr.

Meine neue Kombination aus dem Braun Serie 9 Pro und einem Störtebekker Hobel ist hervorragend, muss ich sagen (ich werde leider nicht gesponsert). Und seitdem ich ein Video gesehen habe, wo jemand davon berichtet, ebenfalls eine Kombination aus elektrischer Rasur und Nassrasur mit Hobel zu machen, bin ich beruhigt, nicht der einzige zu sein, der diesen Aufwand betreibt. Doch eine gute Rasur ist mir durchaus wichtig und ich sehe es mittlerweile nicht als lästige Pflicht oder Arbeit an, wenn ich glattrasiert herumlaufen will, sondern als eine Art quality time. Man tut sich damit schließlich selbst etwas Gutes und sollte es auch so betrachten.

Ein Bett für die Insel

Der große Urlaub dieses Jahr bringt Freund C. und mich nach Island. Wir haben Flug, die erste und letzte Nacht in Reykjavik in einem schönen Hotel sowie ein Mietauto für 10 Tage gebucht. Sonst nichts. Insgesamt sind wir 12 Tage dort, aber den Großteil des Urlaubs verbringen wir campend und on-the-road. Ein Zelt, welches für zwei Personen völlig ausreichend ist, habe ich noch im Keller, allerdings muss erst geprüft werden, wie gut in Schuss es ist. Es sollte aber nichts passiert sein. Immerhin liegt das Zelt gut verpackt im Keller. Einen Schlafsack habe ich ebenfalls, wobei ich hier noch kontrollieren muss, für welche Temperaturen dieser ausgelegt ist. Eventuell benötige ich einen neuen, der für die frischen Grade der Nächte Islands geeignet ist.

Was mir allerdings noch fehlte, war ein geeignetes, leichtes Feldbett. Die Suche nach diesem speziellen Camping-Equipment sollte gar nicht so einfach sein. Es gibt eine immense Bandbreite an Feldbetten, die man sich zulegen kann. Meistens fallen diese jedoch etwas schwerer aus und haben ein Packmaß, bei dem jeder erfahrene Rucksacktourist enttäuscht den Kopf schütteln würde. Das will ich mir ersparen, also musste ein ordentliches Feldbett her. Immerhin soll mich das länger begleiten. Mein Ziel wäre es, dieses sogar zu Freunden, die ich regelmäßig besuche, mitzunehmen. Dann kann ich es dort voller Stolz auspacken und bin nicht auf Luftmatratzen angewiesen, die meinen alten, geschundenen Rücken plagen. So schlimm ist es zwar nicht, aber ein Feldbett ist da sicherlich angenehmer.

Schnell wird man bei einer Suche nach leider hochpreisigen, leichten und stabilen Feldbetten bei der Marke Helinox fündig. Das Modell Cot Lite oder Lite Cot (je nachdem) hat normale Maße für ein Feldbett. Was ich erst nicht glauben konnte, ist, dass es lediglich 1,2 kg wiegt. Doch als es letztens ankam, war ich äußerst positiv überrascht. Man ist etwa 12 cm vom kalten, feuchten Boden entfernt und wenn man es sich darauf mit einem Schlafsack gemütlich macht, sollte einer erholsamen Nacht nichts mehr im Weg stehen. Der Vorteil ist außerdem, dass das Bett oben und unten keine Stangen hat, somit kann man die volle Länge ausnutzen. Zwar liegen die Arme trotzdem seitlich auf den Stangen auf, aber mit einem Schlafsack sollte das zu meistern sein. Als Kopfkissen kann man die schicke Hülle benutzen. Dazu ein bisschen Kleidung reinstopfen und fertig. Oder man nimmt etwas Aufblasbares mit. Ich hatte letztens ein gutes Angebot entdeckt, wo es über 30 % reduziert war, da konnte ich nicht nein sagen.

Bisher habe ich das Bett nur für Testzwecke aufgebaut und bin lediglich ein paar Minuten draufgelegen, aber es sollte seinen Zweck erfüllen. Der Aufbau benötigt allerdings etwas Übung. Die seitlichen Stangen sind schnell durch die Öffnungen geschoben, schwierig wird es bei den Querstreben. Diese sind äußerst steif und ich hatte etwas Sorge, dass sie beim Montieren brechen oder mir bei der Demontage ins Gesicht schlagen. Beides ist bis jetzt zum Glück noch nicht passiert. Sollte es in Island geschehen, hoffe ich, dass es mich wenigstens gleich ausknockt, dann kann ich gleich die Nacht durchschlafen, ohne das Bett aufbauen zu müssen.

Ich freue mich schon sehr auf den Urlaub und bin gespannt, was wir dort alles sehen und erleben. Island bietet sehr viel und es wird durchaus eine Herausforderung, nicht überfordert und gestresst alles Mögliche abklappern zu wollen. Da ist es mir lieber, etwas weniger zu sehen, dafür den Urlaub voll und ganz zu genießen. Das ist ja das Schöne am Camping. Entschleunigung, näher an der Natur zu sein und auch einfach mal nichts zu tun.