Doomsday

In den vergangenen Wochen sind zwei Teaser für »Avengers: Doomsday« erschienen. Der erste konzentrierte sich auf Steve Rogers, der zweite auf Thor. Der Ton, besonders vom neuesten, mit Thor, ist ernst. Ruhige Musik spielt im Hintergrund. Sie dauern gerade einmal eine Minute. Am Ende das Versprechen, dass der Charakter zurückkehren wird, nämlich in »Avengers: Doomsday«. Seit den frühesten Tagen des MCU ist dies ein Versprechen: »Iron Man will return«, »Captain America will return« usw. Manchmal gekoppelt an einen bestimmten Film. Nun wird dieses Versprechen, dieser letzte Satz von so vielen Filmen genutzt, um »Avengers: Doomsday« anzukündigen. Es ist großartig.

Nachdem die letzten Phasen des MCU und die darin enthaltenen Filme eher gemischte Kritiken bekommen haben, ist dieses alte Versprechen mehr als nur eine bloße Ankündigung. Besonders seit ich den Teaser mit Thor gesehen habe, geht mir der Gedanke nicht mehr aus dem Kopf. Taika Waititis Version von Thor hat mir noch nie gefallen und hatte seinen Tiefpunkt in »Love and Thunder«. Thor jetzt ernst zu sehen, besorgt und auf den Knien zu seinen Ahnen betend, ist ein starkes Zeichen, dass wir zu einem anderen Thor zurückkehren. Den Thor der ersten Filme, den aus »Avengers: Infinity War«. Es verspricht, episch zu werden.

Ich hoffe sehr, dass sie diese Art von Teaser beibehalten. Kurz, prägnant und nichts über den eigentlichen Film verratend. So wie sie es bei »Avengers: Endgame« gemacht haben. Der Hype um den Film baut sich durch die Fans und Theorien, die sich unweigerlich entspinnen werden, fast schon alleine auf. Es braucht wahrscheinlich wirklich nicht mehr als diese Teaser. Die Rückkehr von Robert Downey Jr. trägt ihr Übriges dazu bei, um die Fans anzulocken. Ich bin äußerst gespannt auf den Film. Der Countdown läuft, auch das haben die Teaser gemeinsam – die Doomsday-Clock tickt.

Die verlorene Sammlung

Es ist sicherlich 20 Jahre und länger her. Ich war riesiger Michael-Jackson-Fan, bin ich auch heute noch. Aber damals war ich geradezu besessen. Ich habe nicht nur diverse CDs gekauft. Ich hatte jede Menge DVDs und Blu-Rays von Konzerten und Musikvideos. Sogar eine Videokassette war dabei. Die Älteren werden sich noch an diese steinzeitliche Technologie erinnern. Darauf war der Kurzfilm »Ghosts«. Zu der Zeit war sogar noch ein entsprechender Player am kleinen Fernseher angeschlossen, womit man sich diese ansehen konnte. Natürlich durften etliche Poster nicht fehlen. Dann kam der Prozess 2005.

Bereits im Vorfeld habe ich angefangen, Zeitungsschnipsel und Nachrichten, Ausschnitte aus Magazinen und dergleichen zu sammeln. Es gab Sonderausgaben und es wurde über alles Mögliche, was diesen Prozess betraf (oder auch manchmal nur tangierte), berichtet. Wenn ich also sage, dass ich eine umfangreiche Sammlung rund um die Person Michael Jackson hatte, dann meine ich das multimedial und sie war äußerst umfangreich. Wie es aber manchmal so läuft, wenn man älter wird, ändern sich die Interessen. Zumindest werden manche weniger wichtig. Deshalb habe ich irgendwann die ganzen Sachen in eine Kiste gepackt und im Keller verstaut. Es kam ein Umzug, die Kiste wanderte natürlich mit, aber wanderte erneut in den Keller. Dann kam Tag X.

Eigentlich war der Keller recht ordentlich und gut organisiert. Es sah vielleicht nicht danach aus, aber alles hatte seinen Platz und wir hatten ein Konzept. Leider sahen die Mäuse das genauso und fühlten sich scheinbar in den Räumen wohl. Mit diversen Mitteln und Fallen haben wir versucht, es wieder unter Kontrolle zu bringen. Es waren nicht viele, aber ein paar reichen auch schon aus, um Chaos anzurichten. Wie wir später feststellen würden, haben sie sich in diversen Kisten und Kartons eingenistet. Damals waren wir noch nicht so clever und haben ausschließlich Plastikkisten verwendet. Vom Umzug blieben diverse Kisten aus Karton übrig. Warum diese nicht verwenden? Das war der große Fehler. Vieles war angefressen, zerstört oder sonst wie verunreinigt. Zwar betraf es nur drei Kartons oder so, trotzdem waren diese voller Erinnerungen, Andenken und Zeug aus der Jugend. Darunter eben auch meine umfangreiche Michael-Jackson-Sammlung. Vielleicht hätte man noch etwas retten können. Aber es war ekelig und so wurde alles entsorgt.

Ich hatte die CDs gerippt und meiner iTunes-Bibliothek einverleibt, also hatte ich weiterhin Zugriff auf die Alben. Außerdem kamen Streaming-Dienste immer mehr auf, was den Besitz von CDs sowieso überflüssig zu machen schien. Doch angespornt durch diverse YouTube-Videos und Reddit-Foren bin ich heute auf der Suche nach diversen Musikalben. Ich durchstöbere eBay nach Konvoluten, Willhaben und andere Gebrauchtwarenläden. Ich möchte meine Musiksammlung wieder herstellen. Denn wie es scheint, war nicht nur Michael Jackson unter den Opfern der Mäuse. In der Kiste waren scheinbar auch all meine anderen CDs. Ich habe mir sogar ein externes Laufwerk für den Mac gekauft, um die Musik in einer entsprechenden Software ordentlich verwalten zu können. Aber warum sich die Mühe machen, diese CDs zu suchen und zu kaufen? Ist das nicht zu altmodisch?

Musik zu besitzen, physische Medien in der Hand zu haben, ist etwas Besonderes. Ist es nur das nostalgische Gefühl oder steckt vielleicht mehr dahinter? Natürlich sind Dinge wie Apple Music oder YouTube Music gut dafür, neue Dinge zu entdecken, aber besonders Klassiker und Alben, die man gerne in der Jugend gehört hat, möchte ich doch als physisches Medium haben.

Ich überlege sogar, ob ich mir einen gemoddeten iPod Classic bestellen soll. Mit neuem Akku und SSD ausgestattet, scheint dieser wunderbar zu laufen. Es gibt sogar ein Open-Source-Betriebssystem »Rockbox« dafür, welches einen ähnlichen Look & Feel wie das alte Betriebssystem hat. Ich habe früher nie einen iPod besessen. Ich hatte zwar diverse MP3-Player, aber nie einen iPod. Warum das so ist, daran vermag ich mich nicht mehr zu erinnern. Aber vielleicht ist es also an der Zeit, dieses Versäumnis nachzuholen. Für 2026 habe ich also doch noch ein neues, altes Hobby für mich entdeckt: Musik. Mal sehen, wie sich das in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln wird. Ich werde auf jeden Fall davon berichten.

28 Zeiteinheiten später

Es ist der letzte Dienstag des Jahres 2025. Ich hatte Urlaub. Wie bereits die vergangenen Tage war es grau und nebelig. Es schneite. Das hat mich allerdings nicht davon abgehalten, einen sehr langen Spaziergang zu machen und gute Podcasts zu hören. Aber was macht man den restlichen Tag über? Richtig: gute Filme schauen. Oder vermeintlich gute Filme. Auf Apple TV gab es »28 Years Later« im Angebot, auf Disney+ »28 Weeks Later« im Abo inklusive und »28 Days Later« konnte man sich überall günstig ausleihen. Also habe ich mir einen gemütlichen Nachmittag und Abend mit Zombies gemacht.

Bisher hatte ich lediglich »28 Weeks Later« gesehen. Das war allerdings schon wieder sehr lange her. Ich hatte nur mehr vage Erinnerungen. Den ersten beiden Filmen kennt man ihr Alter deutlich an. Bei Horrorfilmen dieser Art ist es allerdings der Stimmung zuträglich. Die Unschärfe, das Filmrauschen, das Look & Feel tragen zu einer Art Found-Footage-Look bei. Es wirkt unheimlicher, undeutlicher. Man wird mehr in den Bann dieser düsteren Welt gezogen. Es schadet natürlich auch nicht, wenn ein Meister wie Danny Boyle hinter der Kamera sitzt und Alex Garland das Drehbuch schrieb.

Ich mag die Struktur der Filme. Jeder Film zeigt uns einen neuen Zeitabschnitt. Es wird am Anfang kurz zusammengefasst, was passiert ist. Dann fokussieren wir uns allerdings nicht auf das große gesellschaftliche Bild, sondern konzentrieren uns auf wenige Charaktere. Wie gehen die Menschen mit dem Virus um? Wie wehren sie sich gegen die Zombies? Wie überlebt man in einer solchen Welt? Der erste Teil muss natürlich erst noch alles einführen. Es hilft, dass unser Protagonist, gespielt von Cillian Murphy, aus einem Koma erwacht und sich erst in dieser Welt zurechtfinden muss. Er ist quasi wir, die Zuschauer*innen. Es ist fast schon eine Trope im Genre. Denn »The Walking Dead« machte etwas sehr Ähnliches in der ersten Ausgabe. Der erste Comic der berühmten Zombie-Reihe von Robert Kirkman erschien ein Jahr nach »28 Days Later«. Danny Boyle und Alex Garland haben also nicht nur Zombies in den Mainstream gebracht, sondern nebenbei die erste Szene für die Zombie-Reihe schlechthin inspiriert.

Der zweite Teil macht einen Zeitsprung von knapp 6 Monaten. Wir wissen nicht, was mit unserem Protagonisten aus dem ersten Teil passiert ist, und das finde ich gut so. Jeder Teil steht für sich. Die Perspektive wechselt zu anderen Charakteren. Interessant ist, dass der neue Protagonist, den wir zu Anfang kennenlernen, kein Held ist. Kein aufopfernder Ehemann und Vater. Er hat seine Frau einfach zurückgelassen und nimmt sich wichtiger, als er ist. Man kann ihm das vorwerfen, aber was würde man selbst in dieser Situation tun? Langsam wird er von seinen Kindern als Protagonist des Films abgelöst. Imogen Poots und Mackintosh Muggleton spielen ihre Figuren gekonnt und werden hervorragend von Jeremy Renner unterstützt. Ich wusste gar nicht mehr, dass Hawkeye in dem Film mitspielt. Dieses Mal darf er aber ein Scharfschützengewehr verwenden und muss sich nicht mit Pfeil und Bogen wehren. Das bleibt den Charakteren des dritten Teils überlassen.

23 Jahre nach dem ersten Teil haben wir letztes Jahr den dritten Teil der 28-Reihe bekommen. Erneut zeichnen sich Danny Boyle und Alex Garland dafür verantwortlich. Es trägt zu einer besonderen Seherfahrung bei, wenn man alle drei Teile hintereinander schaut. Außerdem hatte ich den Vorteil, dass ich keinerlei Erwartungen an den Film hatte oder auch nur ahnte, was mich erwarten würde. Ich habe keinen Trailer gesehen und mich nicht mit den Kritiken beschäftigt, als der Film herauskam. Umso positiver war ich überrascht, dass »28 Years Later« die Geschichte gekonnt weiterdenkt. Es ist kein großes gesellschaftskritisches Werk, obwohl man sicher Dinge hineininterpretieren kann, wenn man sich mehr mit britischer Popkultur und dergleichen auskennt. Ich fühlte mich auf jeden Fall stets hervorragend unterhalten.

Anfangs dachte ich, es wird eine Art Buddy-Movie zwischen Aaron Taylor-Johnsons Charakter Jamie und dessen Sohn Spike, gespielt von Alfie Williams. Dabei ist Alfie Williams‘ Charakter Spike derjenige, der den Film trägt. Und das als Schauspieler von gerade einmal 14 Jahren zu tun, ist eine herausragende Leistung. Natürlich gibt es diverse Nebencharaktere, die dabei unterstützen. Etwa Jodie Comer als seine Mutter Isla und Ralph Fiennes als Dr. Ian Kelson. Eine Starbesetzung, die ihresgleichen sucht. Beide überzeugen immer wieder durch ihre Feinfühligkeit und schaffen emotionale Szenen, mit denen ich so nicht gerechnet hatte. »28 Years Later« ist ein großartiger Film, der mich nicht nur als atmosphärischer Horrorfilm abgeholt hat, sondern der mit seiner schonungslosen Brutalität schockiert. Trotzdem bleiben die Charaktere im Fokus. Natürlich ist der Film auch noch wunderschön anzuschauen.

Ich habe nach Betrachtung des Films feststellen dürfen, dass Mitte Januar gleich die Fortsetzung herauskommt oder demnächst im Kino laufen sollte, wenn dieser Text hier erscheint. Die beiden Filme wurden scheinbar back-to-back gedreht. Eine schöne Überraschung. Vielleicht muss ich dafür ins Kino gehen. Ich würde gerne wissen, wie es mit Alfie und der Siedlung weitergeht. Außerdem haben spannende neue, bunte Charaktere die Bühne dieser Welt betreten, bevor der Abspann über den Bildschirm flimmerte.

Die »28«-Filme sind bei weitem keine perfekten Filme. Aber sie unterhalten doch auf sehr hohem Niveau. Besonders der erste Teil hat Zombies so richtig populär gemacht und ist ein Meilenstein. Damit kann der dritte zwar nicht mithalten, trotzdem sind immer wieder kreative Einfälle dabei. Danny Boyle und Alex Garland bleiben sich selbst und ihrer Welt treu. Ich mag auch das Sounddesign der Filme sehr gerne, das zu der dichten Atmosphäre beiträgt. Quasi nebenbei bekommt man noch traumhafte Bilder einer schrecklichen Welt serviert, was das Gesamtpaket schön abrundet.

Cancel Culture

Beim Stöbern durch Online-Buchabteilungen ist mir ein vermeintlich kleines, violettes Büchlein aufgefallen. Wie man es von Edition-Suhrkamp-Büchern kennt, ist das Cover recht schlicht gestaltet. Darauf zu lesen sind nur zwei Dinge: der Name des Autors und der Titel des Buches: Adrian Daub; Cancel Culture Transfer – Wie eine moralische Panik die Welt erfasst. Etwas widerwillig habe ich es in den Warenkorb gelegt und bestellt. Doch die Neugierde hat dann doch gewonnen.

Warum habe ich es widerwillig bestellt? Weil ich »Cancel Culture« schon nicht mehr hören kann. Vor allem scheint jeder eine andere Definition des Begriffs zu haben. Rechte, intolerante Idioten verwenden den Begriff genauso, wie linke Einfaltspinsel, und alles, was dazwischenliegt, wirft ebenfalls mit dem Begriff um sich. Aber was steckt wirklich dahinter? Selbst die Beispiele, die für diese moralische Panik herangezogen werden, scheinen oft an den Haaren herbeigezogen. Ich frage mich immer wieder: Stimmt das wirklich? Ist das so passiert? Gibt es Quellen oder noch mehr Beispiele? Gibt es wirklich eine Tendenz in die eine oder andere Richtung? Deshalb hat die Neugierde schließlich gewonnen und ich habe das Buch gelesen. Auf das, was mich zwischen den Buchdeckeln erwarten würde, war ich nicht vorbereitet.

Adrian Daub hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Wahrscheinlich hat jede*r unterschiedliche Herangehensweisen an Bücher. Egal, ob es Sachbücher sind oder Belletristik. Manchmal macht man sich Notizen, markiert Stellen und tritt in einen Dialog mit dem Buch. Manchmal ist es aber auch so, dass ich einfach nur vor mich hin lesen möchte. So habe ich es bei diesem Buch getan. Deshalb ist es ganz angenehm, dass Daub immer wieder gewisse Kernelemente wiederholt. Das ist der Struktur des Buches geschuldet. Denn der Autor des Buches nähert sich dem Thema »Cancel Culture« aus unterschiedlichsten Richtungen. Von der Herkunft als Diskursobjekt, über die Wortherkunft und Geschichte des Begriffs hin zu einer ausführlichen Analyse, wie das Phänomen entstanden ist. Manchen mag das etwas zu viel sein, aber ich finde es eine angenehme und sogar notwendige Zerlegung des Begriffs. Des Weiteren ist das Buch gespickt mit Beispielen und gut geschriebenen Analysen.

Wer sich auch nur annähernd für das Phänomen »Cancel Culture« interessiert, dem würde ich das Buch nur wärmstens empfehlen. Adrian Daub zerlegt Stück für Stück alles, was je über diese irrsinnige Diskussion gesagt oder behauptet wurde. Vieles, was immer wieder als Beispiel für »Cancel Culture« durch die Medien getrieben wird, wie eine Dorfkuh, ist oft Jahrzehnte her und/oder nicht so passiert, wie es dargestellt wird. Das hat oft vielerlei Gründe. Sei es „lost in translation“, da viele Beispiele aus den USA stammen und manche Medien es mit der Überprüfung dieser Fälle nicht so genau nehmen oder es eben falsch verstehen. Manchmal werden scheinbare Fakten 1:1 übernommen, obwohl nichts dahintersteckt. »Cancel Culture« hat eine jahrzehntelange Geschichte, die immer wieder in neuem Gewand daherkommt. Sei es »politische Korrektheit« oder »Cancel Culture« – es steckt im Grunde dasselbe dahinter.

Es hilft natürlich auch, dass es nicht die eine Definition der Begriffe gibt. Oft kann man aus dem Kontext schließen, was eventuell gemeint ist, aber wirklich sicher kann man sich nicht sein. Deshalb ist das Buch von Adrian Daub so ein Genuss. In knapp 350 Seiten wird die komplette Debatte zerlegt, auf den Kopf gestellt und ihres mythischen, panischen Status beraubt. Es sollte wirklich zu einer Pflichtlektüre werden. Vielleicht wappnet es auch für zukünftige Diskussionen und dafür, dass man sich selbst nicht von der moralischen Panik anstecken lässt. Man kann etwas gelassener und standfester agieren und reagieren.

Everything X-Men | Was ist ein Mutant? (Teil 1/2)

Wie jeden Donnerstag werfen wir auch heute wieder einen Blick in die Vergangenheit. Die Textreihe »Everything X-Men« habe ich als sogenanntes Projektstudium für mein Medienwissenschaftsstudium geschrieben. Darin habe ich mich ausführlich mit den X-Men beschäftigt. Die Texte habe ich damals auf Englisch verfasst, möchte sie heute aber auf Deutsch präsentieren. Die initiale Übersetzung (auch der vorkommenden Zitate) habe ich mit DeepL gemacht. Natürlich redigiere ich die Texte danach noch.

Ich habe mir den Text mittlerweile mehrfach durchgelesen und immer wieder Stellen überarbeitet. Um ehrlich zu sein, finde ich ihn nicht gut. Vielleicht liegt es zum Teil auch an der Übersetzung. Denn hier bin ich tatsächlich an gewisse Grenzen gestoßen. Beispielsweise bei der Bezeichnung von kleinwüchsigen Menschen. Erkenntnisse und Begrifflichkeiten, die zu verwenden sind, beziehen sich nicht nur auf die damaligen Recherchen, sondern stammen auch noch aus dem nordamerikanischen Raum. Trotzdem wollte ich den Text der Vollständigkeit halber in dieser Reihe behalten.

Außerdem behandelt der Text zwei getrennte Themen, die ich auch in zwei getrennten Texten hätte behandeln müssen. Dieses Versäumnis kann ich heute begleichen, indem ich den Text einfach in zwei Schritten veröffentliche. Heute geht es um den biologischen Teil. Wie definiert man Mutation und was bedeutet sie? Ein faszinierendes Thema, das ich damals noch sehr viel ausführlicher hätte bearbeiten können. Als Einstieg in das Thema ist es allerdings nicht schlecht.

Bisher sind folgende Texte erschienen:


Ein Artikel auf der Website ScienceClarified beginnt mit einem sehr interessanten Satz. Ich werde diesen Satz ebenfalls verwenden, um das Interesse für das Thema Mutation zu wecken: „Jedes einzelne menschliche Merkmal – blaue Augen, rote Haare, ‚zystische Fibrose‘, ein zweiter Zeh, der länger ist als der große Zeh, und so weiter – ist das Ergebnis einer genetischen Mutation, die irgendwann in der Vergangenheit stattgefunden hat.“

Mutation

Der oben erwähnte Artikel befasst sich ausführlich mit verschiedenen Mutationen. Diese können auf natürliche oder künstliche Weise entstehen. Natürliche Mutationen entstehen, wenn eine Zelle bei ihrer Vermehrung einen Fehler macht (was zu Krankheiten führen kann). Sie können aber auch als eine Form der Evolution auftreten und somit zum Wohlergehen einer Spezies und ihrer Ausdauer beitragen. Oder, wie ScienceClarified schreibt: „Nützliche Mutationen sind in der Tat die treibende Kraft hinter der Evolution.“ Diese Entwicklungen können viele Generationen dauern.

Künstliche Mutationen hingegen „werden durch Mutagene verursacht – chemische oder physikalische Faktoren, die die Mutationsrate erhöhen“ (ScienceClarified, o. J.) Die meisten dieser Mutagene sind vom Menschen verursacht, wie z. B. Drogen, Tabak oder Alkohol sowie Wasserstoff- und Atombomben. Aber auch Viren können Mutagene sein, da sie „sich in die DNA des Wirts einfügen“. (ScienceClarified, o. J.)

Wie bereits erwähnt, können Mutationen eine Ursache für natürliche Evolution sein. Sie können Krankheiten oder körperliche Veränderungen eines Individuums hervorrufen. Veränderungen wie Albinismus oder die bereits erwähnten roten Haare. Aber auch drastischere Veränderungen fallen darunter, wie bei Kleinwüchsigen (früher als „Midgets“ bezeichnet). Ich hoffe, ich beleidige niemanden mit diesen Begriffen. Nach meinen Recherchen zu urteilen, gibt es bei dieser Form der Mutation Unterschiede, wie diese kategorisiert werden. Das hängt damit zusammen, ob jemand »normal« proportioniert ist oder es weiterführende genetische Erkrankungen gibt. Dann können unterschiedliche Körperteile unterschiedlich proportional sein.

Auch im Tierreich gibt es solche Mutationen. Um ein besseres Verständnis dafür zu bekommen, was Mutation bedeuten kann, biete ich folgende drei Definitionen an:

  • Cambridge Dictionary zu »mutant«: „Ein Organismus, der sich aufgrund einer dauerhaften Veränderung seiner Gene von anderen seiner Art unterscheidet.“
  • Wikipedia zu »mutant«: „Ein Organismus oder ein neues genetisches Merkmal, das durch eine Mutation entsteht oder daraus resultiert, wobei es sich um eine Veränderung der DNA-Sequenz eines Gens oder Chromosoms eines Organismus handelt.“
  • Urban Dictionary zu »mutant«: „Eine relativ dauerhafte Veränderung des Erbguts, die entweder eine physikalische Veränderung der Chromosomenbeziehungen oder eine biochemische Veränderung der Codons, aus denen Gene bestehen, beinhaltet; auch: der Prozess der Entstehung einer Mutation.“

Mutationen und die X-Men

Wie man sieht, gibt es Mutationen überall. Es gibt sie in allen Formen und Größen. Und sie können eine Spezies verbessern und ihre Fähigkeiten auf ein außergewöhnliches Niveau heben. Professor Xavier fragt zu Beginn des zweiten X-Men-Films, ob die X-Men nur „das nächste Glied in der Evolutionskette oder eine neue Spezies der Menschheit sind, die um ihren Anteil an der Welt kämpft“ (Arad & Singer, 2003). Mein erster Gedanke war, dass sie offenbar das nächste Glied in der Kette sind. Aber um sich dessen sicher zu sein, müsste man sich wohl die Herkunft verschiedener Arten ansehen und wann sie sozusagen als separate Ketten betrachtet werden. Aber das ist ein Thema für einen anderen Artikel. So oder so, die X-Men haben individuelle Fähigkeiten und werden dafür gefürchtet. Aber woher kommen sie?


Nächste Woche kommt der zweite Teil des Textes. Darin geht es um die literarischen Ursprünge der X-Men. Außerdem gebe ich dort die Quellen an, die ich für den Text verwendet habe.

Maria Theresia

Am Wochenende war ich mit Freund J. einen Tag in Wien. Anlass war das Musical »Maria Theresia« der Vereinigten Bühnen Wien. Fünf Jahre war das Musical in Entwicklung, bis es das Licht der Welt erblickte und nun regelmäßig vor einem ausverkauften Saal aufgeführt wird. Die Besetzung ist durchweg hochkarätig. Es war für mich die erste Aufführung einer VBW-Produktion, die ich im Ronacher sah. Ich wurde nicht enttäuscht. »Maria Theresia« ist bis jetzt eine der besten Bühnenperformances, die ich erleben durfte.

Ich wusste nicht genau, was mich erwarten würde. Natürlich habe ich mir vorher durchgelesen, was in den beiden Akten passiert, sodass man nicht ganz verwirrt ist von den ganzen Personen und Namen. Man kennt natürlich die Geschichte. Trotzdem kann es in einem Musical verwirrend sein, wenn man nicht alle Details der Songs mitbekommt und auf die Nuancen achtet. Doch darüber hätte ich mir keine Sorgen machen müssen. Die Aufführung ist bis ins letzte Detail durchdacht. Jeder Charakter hat ein eigenes Farbschema, was etwa die Kleidung anbelangt. So kann man jeden sehr einfach erkennen. Außerdem haben einige Charaktere eigene musikalische Themen, die ihre Ankunft ankündigen. Besonders das Thema von Friedrich II. von Preußen gefällt mir äußerst gut. Es hat etwas Düsteres und Aggressives. Ich würde es fast mit dem »Imperial March« vergleichen (Darth Vaders Thema aus Star Wars).

Die Songs und die Musik haben mich alle durchweg abgeholt. Es kommen immer wieder unterschiedliche musikalische Genres zum Einsatz oder werden durchmischt und erschaffen so eine einzigartige Erfahrung. Der Cast ist atemberaubend gut, und das, obwohl wir an diesem Nachmittag die Zweit- und teils Drittbesetzung sahen. Aber das tut dem Ganzen keinen Abbruch. Es bringt mich eher dazu, dass ich irgendwann noch einmal eine Abendvorstellung besuchen und die anderen Castmitglieder sehen möchte. Jede und jeder auf der Bühne bekommt ihren oder seinen Augenblick im Rampenlicht. Sei es ein kleines Solo zwischendurch oder ein Ensembleauftritt, der einzelne Charaktere immer wieder ins Zentrum stellt. Selten ist es, dass mich eine Show so fesselt, wie »Maria Theresia«.

Historisch, soweit ich das beurteilen kann, orientiert sich das Musical an den geschichtlichen Ereignissen. Sie haben lange recherchiert, hatten eine historische Expertin für die Habsburger an ihrer Seite und gaben sich Mühe, alles so nahe an der Realität wie möglich darzustellen. Das merkt man dem Musical auch an. Selbst wenn die Musik und die Choreografie modern sind, wirkt stets das Klassische mit. Dazu trägt auch die Bühne an sich bei. Die Technik, die sich hinter der Bühne verbirgt, ist gewaltig. Mit einfachen Transformationen können sehr viele Locations und Zeiten dargestellt werden. Charaktere werden zueinander positioniert, sodass man ihre Hierarchie in der Szene versteht und um was es zwischen den Zeilen geht. Auf der anderen Seite werden mit vergleichsweise einfachen Mitteln gewaltige, einprägsame Bilder geschaffen, die ich so schnell nicht vergessen werde. Ein Genuss sondergleichen. Dazwischen gibt es Parkour-Einlagen, Auftritte im Publikum und Songs, die Ohrwurmpotential haben.

»Maria Theresia« ist ein absolutes Highlight, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Es zeigt die nicht immer unkritische Seite einer Frau, die so viel für Österreich geschaffen und erreicht hat. Reformen, die wir heute noch spüren und leben. Es feiert ihr Leben, ihr Schaffen, zeigt ihre Kämpfe und Herausforderungen, denen sie sich stellen musste. Es betont die Opfer von Maria Theresia, die notwendig waren, damit sie so regieren konnte, wie sie es tat. Eine Kaiserin, wie es Österreich danach nicht mehr hatte. Man möchte nach der Show noch mehr über sie wissen, noch mehr von ihr lesen und sich eingehender mit ihrer Person auseinandersetzen. Zumindest geht es mir so. Und wünscht sich, dass die Show länger gedauert hätte. Einfach großartig.

Silksong – Bis zur Unendlichkeit

Ich habe schon so einige Male über Silksong geschrieben. Dass ich das Spiel großartig finde, muss ich also nicht wiederholen. Ich habe mich dazu entschieden, meinen ersten Durchlauf erst einmal für beendet zu erklären. Der finale Boss ist besiegt und das optionale Zeug hole ich später einmal nach. Doch nach knapp 50 Stunden benötige ich nicht nur eine Pause, sondern möchte anderen Spielen die Möglichkeit geben, mich ebenfalls so in den Bann zu ziehen. Ich habe von den letzten Stunden ein paar Eindrücke gesammelt, die ich hier zusammenfasse. Die Punkte sind nicht speziell geordnet, nur habe ich sie in drei Kategorien aufgeteilt: das Finale (was das Finale von Akt 2 meint), die Zeit danach und noch ein paar abschließende Gedanken. Offensichtlich werde ich ungehemmt spoilern.

Finale

  • Ich habe knapp über 40 Stunden gebraucht, um ins Finale zu kommen. Wobei ich hier noch Vorbereitungen für das optionale Ende getroffen habe. Für gut 20 € also eine gewaltige Ausbeute und es gibt noch sehr viel mehr zu entdecken.
  • Zu diesen Vorbereitungen gehörte unter anderem, den wohl nervigsten Boss des gesamten Spiels zu besiegen. „Optionales Ende“ heißt natürlich, dass man es nicht machen muss, aber dabei lässt man einen großen Teil des Spiels liegen. Und wie auch schon beim Vorgänger heißt das für mich, dass ich es machen möchte.
  • Silksong ist wahrlich kein einfaches Spiel. Nicht nur Bosse haben mich Nerven gekostet, in manchen Gebieten jagte ein frustrierender Moment den nächsten. Das Finale hat mich allerdings wieder versöhnt. Es ist episch.
  • Wenn man viele optionale Parkour-Passagen, Gebiete und Bosse bestreitet, ist man hervorragend für den Boss von Akt 2 und damit die eigentliche Geschichte vorbereitet. Für das eigentliche Ende habe ich nur einen Versuch benötigt, für das optionale Ende zwei. Das hat mich etwas überrascht. Es fühlte sich aber trotzdem gut an. Hier hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass sich all die hart erlernten Lektionen der vergangenen Stunden wirklich ausgezahlt haben.
  • Silksong ist ein Wahnsinnsspiel und wenn das Finale von Akt 2 das Ende gewesen wäre, wäre ich damit mehr als fein gewesen. Doch es gibt noch den „geheimen“ dritten Akt.

Zugabe und Endzeitstimmung

  • Den Boss von Akt 2 kann man auf zwei Arten besiegen. Entweder man besiegt das Wesen, das die Bewohner*innen von Pharloom heimsucht, und bindet dessen Kraft und wird selbst zur Herrscherin (die es hoffentlich besser macht). Oder man baut eine Falle und versucht, diesen Zyklus zu durchbrechen. Doch damit macht man es erst einmal für alle schlimmer. Die Falle ruft die Schatten, die wir bereits aus dem Vorgänger kennen, und reißt das gesamte Reich ins Dunkel. Nun muss man Pharloom also erneut befreien, von einem Fluch, den wir quasi verursacht haben.
  • Der Start von Akt 3 ist fantastisch gemacht. Mehr sage ich dazu nicht. Man sollte es selbst erleben. Ich hatte Gänsehaut. Team Cherry hat großartige, kreative Ideen, die ich so noch nicht gesehen habe.
  • Nach all den Strapazen von Akt 1 und besonders Akt 2 meint man vielleicht, das Spiel verstanden zu haben; es zu kennen. Doch Team Cherry weiß um diesen Hochmut. Augenblicklich wird man auf den Boden der eigenen Unfähigkeit zurückgerissen. Der Schwierigkeitsgrad in Akt 3 zieht noch einmal deutlich an.
  • Es gibt eine gewisse, obligatorische Parkour-Passage. Man muss dabei aus dem Abgrund flüchten. Ich musste am ersten Abend mit zitternden Händen das Steam Deck auf die Seite legen, sonst hätte ich es wahrscheinlich zerbrochen. Dafür klappte es am nächsten Tag beim zweiten Versuch. Unfassbar. Aber als Connaisseur von Spielen aus dem Soulslike-Genre kennt man das.

Abschließendes

  • Auch wenn man sich viel über den Schwierigkeitsgrad von Silksong aufregen könnte, so ist es nun einmal das Spiel, das uns Team Cherry präsentiert hat. Man muss nicht alles beim ersten Mal sehen, erleben oder schaffen. Es ist okay, zu sagen, dass es fürs Erste genügt. Ich bin froh, Akt 2 beendet und das eigentliche Ende des Spiels erlebt zu haben. Alles Weitere hole ich später nach.
  • Bevor ich mich an Silksong herangewagt habe, spielte ich Hollow Knight. Den Vorgänger habe ich lange Zeit außer Acht gelassen, bis er mich vor ein paar Monaten doch gepackt hat. Wenn man die Spiele mehr oder weniger direkt hintereinander spielt, ist der Schwierigkeitsgrad von Silksong nicht überraschend, sondern eine natürliche Entwicklung dieses Gameplays.
  • Die Welt von Hollow Knight ist durch Silksong ein großes Stück gewachsen. Ich bin gespannt, ob wir noch mehr Spiele aus dieser Welt, dieser Mythologie bekommen. Vielleicht wird es ja eine Trilogie. Ich würde gerne noch weitere Einträge sehen. Erst einmal schließe ich dieses Spielekapitel und wende mich anderen zu. Es wird aber nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich Hollownest oder Pharloom durchstreift habe.

Von Überschriften, die viel zu lang sind und versuchen, den kompletten Text zu erklären, wofür aber eigentlich kein Platz

Wenn es um die Titel meiner Texte geht, bin ich nicht unbedingt konsequent. Aber bei einem täglichen Blog darf man gerne kreativ sein. Zumindest wähle ich stets kurze Überschriften. Meistens haben diese etwas mit dem Inhalt des Textes zu tun. Dadurch kann man zumindest erahnen, um was es gehen könnte. Etwas anderes ist es bei Nachrichtenportalen. Die Überschrift sollte darüber informieren, was das Thema ist. Es kurz zusammenfassen. Prägnant sein, neugierig machen. Das gilt für sämtliche News-Outlets, auch diejenigen im Gaming-Bereich.

Ich stöbere immer mal wieder bei GameStar durch. Was mich aber jedes Mal aufs Neue abschreckt, sind die grauenvollen Überschriften der Texte. Nicht nur sind diese viel zu lang, sie versuchen auch noch, den Text, dessen Twist oder Thema und die darin vorkommenden Protagonisten zu erklären. Hier ein paar Beispiele:

  • „Steam – Ein Holländer hat einfach sein eigenes Mount & Blade gemacht und updatet es seit 3 Jahren, obwohl es kein Mensch spielt“
  • „Valve stellt komplette Steam-Bibliothek wieder her, um einem User mit psychischer Erkrankung zu helfen“
  • „Als Strategie-Entwickler top, als Publisher ein Flop – dass es so nicht weitergehen kann, hat Paradox inzwischen selbst verstanden“
  • „Dieser Handheld löst eines meiner größten Probleme als Gaming-Vater und überzeugt dazu mit einer herausragenden Leistung“

Wieso steht beim ersten Beispiel „Steam“ als Erstes da? Diese Information benötige ich nicht. Meistens, wenn es sich um Videospiele handelt, ist Steam in irgendeiner Weise involviert und sei es nur als Plattform, auf der besagtes Spiel gekauft wurde. Das muss nicht in jeder Überschrift stehen. Beim zweiten Beispiel hätte es ausgereicht, zu schreiben: „Valve hilft User mit psychischer Erkrankung“ oder „Valves Kundendienst zeigt Herz bei Spieler mit psychischer Erkrankung“. Das reicht doch vollkommen aus. Denn jetzt frage ich mich, warum sie Herz zeigen oder wie sie den User unterstützen.

Diese Erklärbär-Überschriften sind nicht nur zu lang, meist hat nicht einmal der komplette Text auf der Webseite Platz. Manche gehen über fünf Zeilen. Dann kommt noch der Anreißer zum Text. Das ist zu viel und führt nur dazu, dass die Webseite überladen wirkt. Gibt es keinen Redaktionsleitfaden oder Richtlinien über die Länge und wie Überschriften formuliert werden sollen? Ich habe drei Jahre bei einem amerikanischen Blog mitgearbeitet, in meiner Freizeit. Jeder hat dort in seiner Freizeit am Blog mitgearbeitet, weil es eine Leidenschaft war. Selbst dort gab es Richtlinien und Leitfäden, an die man sich gehalten hat.

Gibt es Statistiken, dass diese Art, Texte zu betiteln, bei den Klicks hilft? Wann hat sich das eingeschlichen oder hatte GameStar schon immer diese seltsam überbordenden Überschriften? Ich kann mich offen gestanden nicht mehr erinnern, wie diese früher ausgesehen haben. Aber da habe ich meist auch das Magazin gelesen und war weniger auf der Webseite unterwegs. Es kann natürlich nur eine persönliche Anwandlung von mir sein. Jedoch finde ich die GameStar-Seite allgemein weder schön gestaltet noch von der textuellen Aufbereitung ansehnlich oder einladend. Das könnte man moderner und schlichter designen. Vielleicht liegt es aber auch nur an mir.

Fire & Ash

Eigentlich wollte ich mir »Avatar – Fire & Ash« nicht im Kino anschauen. Zumindest war ich hin- und hergerissen. Doch schließlich bin ich doch gleich zum Kinostart Mitte Dezember reingegangen. Ausschlaggebend dafür waren diverse YouTube-Thumbnails, die in derselben Woche in meinen Feed gespült wurden. Diese verzeichneten keinen positiven Ausblick auf den Film. Dazu muss man wissen, dass ich großer Fan des zweiten Teils bin. Die Geschichte von Jake rückt in den Hintergrund und den Kindern wird mehr Zeit gegeben, besonders Lo’ak. Seine Geschichte hat mich einfach mitgerissen. Kann da der dritte Teil mithalten? Ich wollte mir eine eigene Meinung bilden, bevor mich diverse Kanäle mit ihren Eindrücken beeinflussen können.

Im ersten Moment bin ich gewillt dem zuzustimmen. »Fire & Ash« ist ein atemberaubendes Stück Kinogeschichte. Die Qualität der Figuren, Effekte und von Pandora wurde erneut angehoben. Dachte man schon, dass »The Way of Water« realitätsnah aussah, legt »Fire & Ash« eine Schippe obendrauf. Hinzu kommt, dass Pandora eine faszinierende Welt ist. Wir bekommen mit jedem Eintrag in dieses Franchise ein Stück mehr gezeigt. Der Vorhang um diese mysteriöse Welt wird etwas weiter zurückgezogen. Und was man dahinter erblickt, kann nichts anderes als beeindrucken. Ich liebe die Lebewesen, die Kreativität hinter den Völkern und Stämmen. Es wirkt wie eine lebende, atmende Welt, die eine reichhaltige Geschichte hat. Ich würde gerne gut geschriebene Bücher über Pandora lesen. Ohne Menschen oder dergleichen. Einfach nur Geschichten über die Vergangenheit von Pandora und ihren Bewohner*innen.

Aber »Fire & Ash« sieht nicht nur gut aus, auch die Geschichte hat mich erneut in ihren Bann gezogen. Lo’ak spielt erneut eine zentrale Rolle. Wie ich später lernte, sollten Teil 2 und 3 eigentlich ein Film werden, wurden aber dann aufgeteilt. Es macht also Sinn, dass Lo’aks persönliche Entwicklung weiterhin im Zentrum bleibt, und das gefällt sehr gut. Es werden teils schwierige Themen angesprochen, die ich einem solchen Blockbuster nicht zugetraut hätte. Diese Themen kommen recht unvermittelt und können im ersten Moment überfordern. Man kann James Cameron viel vorwerfen, aber der Mann weiß, wie man Geschichten erzählt. Es ist faszinierend, wie ohne viel Dialog trotzdem tiefgründige Themen angeschnitten werden, die mich teils den Tränen nahebrachten. Davor kann ich nur meinen Hut ziehen.

Leider bleibt es aber, wie auch schon beim zweiten Teil, nur beim Anschneiden der Themen. Ich hätte mir gewünscht, vor allem nach dem Ende des zweiten Teils, dass die Charaktere mehr miteinander reden würden. Das berühmte »I see you«, welches am Ende von Teil 2 von Jake an Lo’ak gerichtet wird, bedeutet so viel. Bedauerlicherweise macht der dritte Teil daraus allerdings nichts. Die beiden machen dieselben Punkte noch einmal durch. Dabei hatten sie doch die großen Hindernisse bereits im Vorgänger überwunden. Das finde ich äußerst schade. Natürlich hatten sie in »The Way of Water« keine Zeit, den Verlust von Lo’aks Bruder zu verarbeiten. Ich hätte mir gewünscht, dass sie hier mehr als Familie machen würden. Mehr Dialoge, Kommunikation und gemeinsam die schwierige Zeit bewältigen.

Das sind alles Themen, die Jake immer wieder der Familie einzuprägen versucht. Allerdings schafft es der Charakter nicht, seine militärische Seite beiseitezulegen. Das finde ich schade, denn im ersten Teil hatte er eine andere Entwicklung durchgemacht. Ich habe Jakes Charakter nie als den durchtriebenen Militärtypen gesehen. Dass Neytiri das alles so mitmacht und die beiden nicht versuchen, gemeinsam mit dem Verlust umzugehen und auf ihre Familie zu achten, ist bedauerlich. Neytiri ist ein so toller Charakter, aber seit Teil 2 darf sie hauptsächlich reagieren. Sie hat zwar ihre Momente, aber was die Familiensituation anbelangt, hält sie sich unverständlicherweise sehr zurück und darf nicht mitreden. Dass sie Spider nicht mag oder akzeptiert, ist verständlich und nachvollziehbar und ein toller Handlungsbogen. Daraus hätte man mehr machen können.

Allerdings muss ich auch sagen: Es muss nicht immer alles ein Konflikt sein und hart erarbeitet werden. Manchmal kann ein Film auch einfach nur Wohlfühlkino sein. Es gibt genug Möglichkeiten, Konflikte in dieser Welt einzubauen und Charaktere, die sich zusammenraufen müssen. Man muss es nicht übertreiben. Falls es einen vierten Film gibt, hoffe ich sehr, dass die Action vielleicht etwas zurückgeschraubt wird und dafür mehr Charaktermomente Platz finden. Mehr Dialogszenen und dergleichen. Lohnenswert ist »Fire & Ash« aber auf jeden Fall. Wer den zweiten Teil mochte, wird auch den dritten genießen können. Und die über drei Stunden Laufzeit vergehen wie im Flug.

John Blanche

Die Welt von Warhammer begleitet mich schon mein ganzes Leben. Ich mag sowohl das Fantasy- als auch das Science-Fiction-Setting. Doch 40k, also die Science-Fiction-Seite, hat mich stets etwas mehr in ihren Bann gezogen. Allein die Tagline zieht einen in ihren Bann. Man will wissen, was passiert ist, ob es Hoffnung gibt, wie die Menschheit ums Überleben kämpft. Es ist episch, over-the-top übertrieben, brutal und hat ihren Ursprung als Satire. Was kann man daran nicht lieben?

»In the grim darkness of the far future, there is only war.«

Manche scheinen zwar den satirischen Aspekt etwas aus den Augen zu verlieren und die Welt zu ernst zu nehmen, doch das ist nur ein kleiner Teil einer ansonsten großartigen Community. Es ist Eskapismus pur. Ich habe mich im Laufe der Zeit mit vielen Aspekten von Warhammer 40k auseinandergesetzt. Sei es das Bemalen der Figuren, ein paar Runden des Table-Top-Spiels zu testen oder mich in den unzähligen Büchern zu verlieren. Man kann YouTube-Videos über die verschiedenen Seiten des Hobbys schauen oder die tollen Videospiele spielen. Mittlerweile gibt es einen eigenen Streaming-Service von Games Workshop mit Kurzfilmen, Serien und anderen Angeboten. Es ist wirklich schön zu sehen, wie diese Welt immer vielseitiger wird und jede*r entscheiden kann, wie man sich damit auseinandersetzen möchte.

Das alles hat aber einen Kern. Ein Grundgerüst, auf dem alles fußt. Es ist der unverwechselbare Look dieses dystopischen Universums. Die Zeichnungen in den Regelbüchern, die Artworks der Boxen, die Charakterdarstellungen auf den Websites. »Grimdark« ist nicht nur eine Zuschreibung der Welt, sondern ein komplett eigener Stil. Wie ich in den vergangenen Wochen gelernt habe, geht dieser Stil auf einen Mann zurück, der über 30 Jahre bei Games Workshop gearbeitet hat und damit ausschlaggebend für das ist, was wir uns als Fans unter Warhammer 40k vorstellen: John Blanche.

Seine Biografie zu lesen, war äußerst spannend und aufschlussreich. Man bekommt nicht nur Einblicke in sein Leben, sondern erfährt außerdem etwas über die Ursprünge von Games Workshop und Citadel. Ich hatte schon die Befürchtung, dass es etwas trocken werden würde, doch die Hälfte des Buches ist gespickt mit Zeichnungen von Blanche, sodass man eine sehr gute Vorstellung von seiner Kreativität bekommt. Ich blättere immer wieder gerne durch die Seiten und betrachte die Zeichnungen. Es ist erstaunlich, was ein Mensch in der Lage ist, aus dem Nichts zu erschaffen. John Blanche kann als Inspiration und Vorbild dienen, sich nicht an Konventionen zu halten, sondern das zu machen, was man für richtig hält, und der Kreativität freien Lauf zu lassen.

»John Blanche«, geschrieben von John Wombat und Ruth Moreira, ist eine tolle Biografie und ein schön designtes Buch. Sie schreiben nicht nur über John Blanche, es kommen ebenso Zeitgenossen zu Wort. So erfährt man viel über den Charakter von John Blanche, seine Arbeitsweisen und wie die frühen Tage von Games Workshop aussahen. Auch wenn der Fokus natürlich auf seiner Arbeit bei Games Workshop liegt, erfährt man auch außerhalb davon etwas über den Meister von Grimdark. Ein tolles Buch und eine klare Empfehlung für alle Fans von Warhammer 40k.