Die Welt von John Wick

Schon lange ist es her, dass ich ein Amazon Prime-Abonnement innehatte. Daher war es eine ganz angenehme Überraschung, dass ich bei der letzten Bestellung einen 30-Tage-Gratis-Zeitraum bekommen habe. Scheinbar muss man nur genug bestellen und man bekommt einen Monat geschenkt. Ob das ein zukunftsträchtiges Modell für Käufer*innen ist, sei einmal dahingestellt, aber nun hatte ich also diesen einen Monat und sah mich um, was es so zu entdecken gab.

Schnell fiel mein Blick auf die Serie The Continental. Wobei »Serie« ein eher ungenauer Begriff ist. Besteht The Continental doch nur aus drei Episoden, dafür hat aber jeder dieser Folgen knapp eineinhalb Stunden Laufzeit. Man könnte es also gerne auch als Trilogie sehen. Eine Trilogie, die erzählt, wie Winston Scott zu seinem Hotel gekommen ist. Winston Scott wird in den John Wick Filmen von Ian McShane mit sehr viel Gravitas und einer unheimlichen Macht gespielt. Man weiß nie so genau, was er denkt, was seine Ziele sind und welche Schritte er als Nächstes unternehmen wird. Außerdem scheint er in diesem Killer-Universum, welches vom High Table geleitet und beaufsichtigt wird, etwas außerhalb zu stehen. Es ist sein Hotel und alle Privilegien, die damit einhergehen, gehören ihm. Sein Reich, seine Gesetze. So wirkt es zumindest in den Filmen. Doch wie kam er zu diesem Status?

Diese Frage versucht die Serie The Continental zu beantworten. Wir treffen einen jungen Winston Scott, hier gemimt von Colin Woodell, der in den 70ern versucht, das Continental zu übernehmen. Die für New York verantwortliche Adjudicator kommt das ganz gelegen, da sich der aktuelle Inhaber nicht gerade nach Vorschrift verhält und seine Macht immer wieder ausnutzt und die geltenden Gesetze missachtet. Mel Gibson spielt diesen wahnsinnigen Cormac O’Connor und passt wunderbar in die Rolle. Es gibt dann noch ein paar Nebencharaktere, die ebenfalls etwas ausgebaut werden und eine eigene Geschichte durchmachen, allen voran Detective KD Silva (Mishel Prada) und Lou Burton (Jessica Allain), eine Dojo-Inhaberin und Karate-Expertin. Schließlich treffen wir noch einen jungen Charon (Ayomide Adegun), der in den Diensten von Cormac steht.

Die drei Episoden sind dicht gefüllt und die Geschichte schreitet durchaus mit hohem Tempo voran. Dreht sich die erste Folge noch um Winston und seinen Bruder Frankie, was sie in ihrer Kindheit durchgemacht haben und was dazu geführt hat, dass sie sich jahrelang nicht mehr gesehen haben, so dreht sich Winstons Fokus immer weiter auf das Hotel und seiner Rache an Cormac. Dabei bleiben Motivation und Antrieb von Winston stets nachvollziehbar. Colin Woodell kann zwar einem Ian McShane nicht das Wasser reichen, trotzdem spielt er den jungen Winston mit einer gekonnten Coolness, die ich ihm stets abkaufe. Er weiß, was er kann, ist intelligent und nutzt seine Vorteile aus. Seine Verhandlungstaktiken sind zwar manchmal etwas fragwürdig und man weiß nie so recht, was er vorhat, aber ich bin ihm gerne gefolgt.

Auch die Nebencharaktere dürfen immer wieder im Zentrum des Geschehens stehen. Was die Serie zu einem netten Ensemble-Unternehmen macht. Der Fokus bleibt zwar stets auf Winston, was bei gerade einmal drei Episoden natürlich wichtig ist, doch werden die restlichen Charaktere geschickt in Stellung gebracht, damit sie ihre eigenen Beweggründe haben, das Hotel stürmen zu wollen und es den Händen Cormacs zu entreißen. Man erfährt in The Continental ebenso, wie Charon und Winston zueinander gefunden und sich eine innige Freundschaft etablieren konnte, in der sich beide blind vertrauen.

Der Untertitel der Serie lautet: From the World of John Wick. Entsprechend sind die Erwartungen an The Continental. Für mich kann sie diese auch erfüllen. Ich habe nie erwartet, dass ich John Wick sehe, nur eben als Serie umgesetzt. Dafür ist das Budget zu gering (vermute ich zumindest) und wir haben bereits vier Filme mit John Wick. Ich brauche keine Serie, die dasselbe macht, nur eben in den 70ern. Ich will die Welt von John Wick sehen und neue Perspektiven darauf kennenlernen, und das gelingt der Serie mit Bravour. Wie in den Filmen wird nichts oder zumindest äußerst wenig direkt erklärt. Man sieht die Charaktere immer nur interagieren und den Regeln folgen oder ebendiese brechen. Überflüssige Exposition sucht man vergebens. Das bleibt dem Kern dieser Welt und den Filmen treu.

Die Action finde ich gut gemacht und erfrischend anders zu den Filmen. Die Macher finden immer wieder kreative Wege für Kämpfe und brutale Auseinandersetzungen, sie schrecken auch vor erbarmungsloser Aggressivität nicht zurück, die so manchen Charakter unberechenbar macht. Manche der Killer, die im Continental hausen, sind zwar schon fast bis ans Äußerste übertrieben, aber diese haben immer nur kurze Auftritte und dienen der Abwechslung. Ausnahme sind die berühmt-berüchtigten Twins, die direkt aus der Matrix sein könnten. Sie haben eine gefährliche, bedrohliche Aura um sich und passen hervorragend in diese Welt. Von Autoverfolgungsjagden, die einmal etwas anders geschnitten sind, über einen Zweikampf in einer Telefonzelle hin zur üblich gut gemachten Schießerei ist alles dabei, was eine Serie wie The Continental braucht.

Ich weiß nicht, warum die Serie so schlecht ankam. Mir hat sie sehr viel Freude bereitet, und ich hätte gerne noch eine zweite Staffel gesehen. Die drei Folgen enden zwar nicht direkt mit einem Cliffhanger, trotzdem wäre der weitere Verlauf der Geschichte interessant gewesen und wir hätten eventuell weitere Einblicke in diese mysteriöse Welt gehabt. Sehr schade. Dieses Jahr bekommen wir allerdings einen weiteren, anderen Einblick in die Welt von John Wick mit dem Film Ballerina. Mal sehen, was dieser Film zu erzählen vermag und welchen Stil sie wählen. Ich hoffe, er wird anders als John Wick oder The Continental und versucht einen eigenen Weg zu gehen.

Bruno Aguirre | Unsplash

MCU Intermission | The Amazing Spider-Man I & II

Ich liebe die The Amazing Spider-Man-Filme. Marc Webb hatte leider nur die Gelegenheit zwei Filme zu machen und konnte seine Trilogie nie abschließen, trotzdem schaue ich die beiden Teile immer wieder gerne an. Andrew Garfield und Emma Stone haben eine fantastische Chemie. Sie versprühen diesen awkward-Teenager-Vibe, der diese Filme zu etwas Einzigartigem macht. Ihre Beziehung ist glaubwürdig, weil sie es auch im echten Leben war, was das tragische Ende umso bestürzender macht. Die Bösewichte sind toll, die Bilder sind großartig eingefangen, die Musik rockt und der Anzug ein Höhepunkt in der Kinogeschichte des Charakters. Aber alles der Reihe nach.

Mittlerweile ist es 13 Jahre her, dass The Amazing Spider-Man in die Kinos kam. 2012 hat man sich darüber beschwert, dass schon wieder eine Origin-Story von Spider-Man erzählt wird, wo doch die Sam Raimi Filme erst ein paar Jahre zurücklagen. Trotzdem bin ich sehr froh, dass sich Sony entschieden hat, diesen Weg zu gehen. So konnte Andrew Garfield und der restliche Cast ihr eigenes Spider-Man-Universum aufbauen, ohne direkt in die Fußstapfen von Tobey Maguire zu treten. Auch wenn sie natürlich bis heute immer wieder miteinander verglichen werden und darüber diskutiert wird, wer denn nun der bessere Spider-Man/Peter Parker war oder ist.

Es ist aber wie bei James Bond. Es gibt keine definitive Antwort. Sie sind alle Kinder ihrer Zeit. Tobey Maguire hat perfekt für die Art von Film gepasst, den Sam Raimi machen wollte. Genauso wie Andrew Garfield in dieses Universum passt und Tom Holland ins MCU. Es sind verschiedene Interpretationen desselben Charakters. Ein Vergleich ist da schwierig und meiner Meinung nach sogar etwas unangebracht. Das redet die anderen schlecht, obwohl sie genauso im Kanon des Charakters existieren und einen guten Job gemacht haben. Egal, wer auf einer imaginären Nummer 1 steht. Ich schaue mir alle Spider-Man-Filme immer wieder gerne an. Und mittlerweile haben wir sogar hervorragende Animationsfilme des Charakters. Erfreuen wir uns der Vielfalt, anstatt einen Vergleich anzustreben, der nur scheitern kann.

Doch zurück zu den Filmen. Der erste Teil, The Amazing Spider-Man, ist schlicht großartig. Ich mag das neue Design des Anzugs. Es ist etwas simplistischer gestaltet, sticht aber trotzdem durch sein durchdachtes Gesamtkonzept heraus. Außerdem trägt Andrew Garfield den Anzug (oder auch seine Stunt-Doubles natürlich). Es mag an der ein oder anderen Stelle mit CGI nachgearbeitet werden, aber er fühlt sich echt an, hat eine Haptik, die man erahnen kann. Das fehlt mir bei den Tom Holland Anzügen. Die MCU-Varianten sind zu perfekt, zu glatt und sind quasi wie eine zweite Haut von Tom Holland. Nicht, dass die anderen Anzüge nicht Andrew Garfield oder Tobey Maguires Körper betonen würden. Doch sie werfen Falten, haben Nähte und etwas Dreidimensionales an sich. Hier ist die Variante aus The Amazing Spider-Man 2 für mich der Höhepunkt an allem, was wir bisher gesehen haben. Natürlich kann man Farben ändern oder Designs überdenken, aber allein dass der Anzug im Wind flattert, wenn Spider-Man durch die Wolkenkratzer und Häuserschluchten stürzt, trägt so viel zum Gefühl des Films bei.

Ich habe vor ein paar Monaten ein Video auf YouTube gesehen, das sich mit der Evolution der Schwünge von Spider-Man beschäftigt. Also die Art und Weise, wie gezeigt wird, dass sich der Charakter in Filmen oder Serien durch New York bewegt. Sony bzw. deren Produzenten und Regisseure haben in den frühen Spider-Man-Filmen, sowohl bei Raimi als auch bei Webb, sich en détail damit auseinandergesetzt. Es sollte echt wirken, wie Spider-Man schwingt, was er macht, wie er sich dreht und so weiter. Diese Entwicklung sieht man, man fühlt es. Auch hier ist meiner Meinung nach TASM 2 der Peak an Performance. Gemischt mit den Ego-Perspektiven, sodass man als Zuschauer*in kurz in die Rolle des Helden schlüpft, machen diese Filme zu etwas wirklich Besonderem.

Aber was wäre Spider-Man ohne den Tod von Onkel Ben? Martin Sheen verkörpert diese Rolle perfekt. Er spielt sie mit einer Wärme und Hingabe, die man nicht missen möchte. Auch hier hat man sich, wenn ich mich recht erinnere, etwas darüber lustig gemacht. Nicht über Sheen, aber über die Abwandlung des Zitates »with great power, there must also come great responsibility«. Sie machen es hier etwas anders. Ich habe das schon immer begrüßt. Denn das ursprüngliche Zitat stammt nicht von Onkel Ben, erst später wurden sie ihm in den Mund gelegt. Im ersten Spider-Man-Comic ist es der Erzähler, der diese Worte über unseren Helden spricht. Und selbst wenn es nicht so wäre, begrüße ich, dass sie etwas anderes versuchen. Besonders in einer Filmreihe, die mehr vorhatte, mit den Eltern von Peter und ihrer Verwicklung in Oscorp. Der Tod von Onkel Ben ist dennoch tragisch und dient als Motivation für unseren Helden.

Sheen steht Sally Field (Tante May) gegenüber. Sie ist, offen gestanden, meine Lieblingsinterpretation des Charakters. Sally Field ist fantastisch und jeder Blick, jede Geste und jede Berührung erzählen so viel über den Charakter, ich schaue ihr immer wieder gerne zu. Vor allem ihre Interaktionen mit Peter. Sally Field und Andrew Garfield gemeinsam in den Szenen zu sehen, macht einfach Freude. Es sind zwei Schauspielgrößen, die gerne mehr Szenen miteinander gehabt haben dürfen. Es sei nur an die Szene im zweiten Teil erinnert, wo sich May erst weigert, Peter über die Vergangenheit seiner Eltern zu erzählen. Die Szene ist mitreißend geschrieben, gekonnt eingefangen und lebt von der Leistung der beiden Schauspieler*innen.

Hinzu kommt, dass man weiß, dass May weiß, dass Peter Spider-Man ist. Das kam im ersten Teil bereits rüber, als er grün und blau geschlagen nach Hause kommt und ihr die Eier überreicht. Im zweiten Teil ist das noch einmal mehr betont und ich begrüße das sehr. Sam Raimi hat bereits damit gespielt und mehr oder weniger subtile Hinweise eingebaut, dass May Bescheid weiß. Marc Webb setzt hier noch einmal einen obendrauf. Es ist nachvollziehbar, passt zu den Charakteren und ich mag diese ewige Geheimniskrämerei nicht. Natürlich weiß May Bescheid, die beiden leben im gleichen Haus. Peter kommt durch die Vordertür nach Hause. Es ist offensichtlich und wunderbar gespielt von Sally Field.

Kommen wir zu den Bösewichten, die sich ebenfalls sehen lassen können. Der Lizard war längst überfällig. Lange Zeit wurde er in den Filmen von Sam Raimi angeteasert, und hier darf er endlich sein wahres Gesicht zeigen. Rhys Ifans als Dr. Connors ist großartig gewählt und verkörpert die Rolle brillant. Man sieht ihm das Bedürfnis, die Besessenheit, seinen verlorenen Arm nachwachsen zu lassen, regelrecht an. Alles dreht sich quasi danach. Er hätte es sicher auch geschafft, wenn Osborn ihm nicht dermaßen im Nacken gesessen hätte. Auch das finde ich, im Übrigen, eine gelungene Änderung. Osborn als das Zentrum allen Übles im Spider-Man-Universum einzusetzen, ist durchaus passend.

Auch darüber, kann ich mich erinnern, wurde sich fleißig beschwert, als der zweite Teil in die Kinos kam. Denn dort wird am Ende Doc Ock, Vulture und Rhino als zukünftige Bösewichte angedeutet. Rhino sieht man sogar noch im Film, aber dazu gleich. Am Ende bleiben also noch zwei über, die man für zukünftige Filme hätte verwenden können und nebenbei angedeutet hat. Fleißig wurde sich beschwert, dass Sony schon wieder zu viel wollte. Doch ich mochte das. Es war nicht zu aufdringlich und ergab im Film durchaus Sinn. Im Keller von Oscorp, wo schon seit Jahrzehnten an solchen Dingen geforscht wird, liegen nun einmal solche Exoskelette herum. Marvel hat ebenfalls schon in Thor den Infinity-Gauntlet angeteasert, und darüber hat man sich nicht lustig gemacht, sondern gerätselt, wie Thanos zu ebendiesem kommen mag. Man hat mit zweierlei Maß gemessen, was dem Film gegenüber unfair war. Es war in Ordnung, passte in den Film und ich hätte gerne mehr gesehen.

So blieb es dann beim Lizard und im zweiten Teil bei Electro und zu einem kleinen Teil Green Goblin. Jamie Foxx macht einen wunderbaren Job als Electro. Erst noch der übergangene, unterschätzte und gemobbte Ingenieur bei Oscorp wird er zu einem ernst zu nehmenden Bösewicht, der aber leider auch nur ausgenutzt wird. Dane DeHaan geht ein bisschen in seinem over-acting auf und ihm hat man zu sehr den Emo-Look aufgedrückt, der nicht so ganz passt. Außerdem ist er mir zu schnell und zu besessen mit der Heilung seiner Krankheit. Das hätte man gerne etwas in die Länge ziehen oder auf einen nächsten Teil verschieben können. Aber im Großen und Ganzen mag ich die Bösewichte in den Filmen.

Wir haben es hier mit einem Typen zu tun, der von einer Spinne gebissen wurde und nun im Strampelanzug Menschen rettet und gegen Bösewichte kämpft, die alle mit Tierthemen ihre Anzüge und Identität gestalten. Man muss es nicht allzu ernst nehmen. Innerhalb des Universums, natürlich. Es ist ein Unterschied, ob man Spaß mit den Figuren hat und sie in manchmal absurde Situationen wirft, die Charaktere aber mit einer gewissen Ernsthaftigkeit herangehen, oder ob man sich aktiv lustig darüber macht. Für mich haben die beiden Teile von The Amazing Spider-Man genau das gemacht. Sie hatten Spaß mit den Charakteren und dem Univsersum, haben manches auf die Spitze getrieben. Waren es perfekte Filme? Nein, aber das müssen sie auch nicht sein, um die Lust auf mehr in mir hervorzurufen. Das liegt aber nicht nur an den Filmen und den Geschichten an sich, sondern auch an den fantastischen finalen Shots der Filme.

Spider-Man, der im zweiten Teil nach einem Jahr Abstinenz zurückkehrt. Er trauerte um Gwen, doch es wird Zeit, die Maske erneut aufzusetzen. Doch er wird gut vertreten. Ein Kind stellt sich voller Mut vor einem verrückten Rhino und wird schließlich von Spider-Man abgelöst. Er wirft mit lustigen Sprüchen um sich, nur um dann mit einem genialen Sprung gegen Rhino anzutreten. Das war der Moment im Film, wo ich mir dachte »okay, let’s go«. Nochmal zwei Stunden Spidey-Action. Ich wäre gerne sitzen geblieben. Es ist eine Schande, dass die Reihe fallen gelassen und nie fortgesetzt wurde. Es war ein hoffnungsvolles Ende, optimistisch, farbenfroh, und ich wollte mehr davon.

Dazu kam natürlich noch die großartige Musik. War es im ersten Teil James Horner, der die Musik beisteuerte und den grundlegenden Sound von The Amazing Spider-Man legte, so war es im zweiten Film Hans Zimmer und The Magnificent Six. Sie bauen gekonnt auf die Basis von Horner auf. So klingen die Filme ähnlich, haben aber doch einen distinktiven Sound. Es ist großartig. Gepaart mit den tollen Action-Sequenzen und den durchweg fantastischen Schauspieler*innen, sind die The Amazing Spider-Man-Filme welche, zu denen ich immer wieder gerne zurückkehre. Ich male mir gerne aus, was als Nächstes gekommen wäre. Ein Team-Up von Dock Ock und Vulture? Dann die Sinister Six? Mysterio? Wir werden es vielleicht nie erfahren. Doch ich erfreue mich immer wieder gerne der Filme, die wir bekommen haben.

Heldenhafte Überraschung

Ich bin ja leicht zu beeinflussen. Zumindest manchmal. Gelegentlich. Eigentlich kaum, aber es gibt Momente, da kann ich nicht an mich halten. So geschehen, letztens, als es bei den Kinder Überraschungseiern kleine Marvel-Figürchen zu ergattern gab. Praktischerweise waren diese in den Dreierpackungen drin, wo auf jeden Fall eine Marvel-Figur dabei war. Die Serie bestand aus insgesamt acht Charakteren: Dr. Strange, Hulk, Spider Gwen, Captain America, Ant-Man, Iron Man, Black Panther und Spider-Man.

Also habe ich mir bei jedem Einkauf zwei, manchmal auch drei dieser Packungen mitgenommen und in den Kühlschrank gestellt. Nicht, dass die Serie frühzeitig eingestellt wird und mir dann Figuren fehlen. Glücklicherweise habe ich nach der zweiten Packung herausgefunden, an welcher Stelle sich die Marvel-Figur in der Dreierpackung befindet. Es wäre schon etwas viel Schokolade gewesen, wenn auch sehr gute. Das liegt natürlich am Produktionsprozess. Zumindest gehe ich davon aus. Irgendwie muss Ferrero sicherstellen, dass auf jeden Fall eine Marvel-Figur drin ist, und das geht am besten, wenn man diese immer an die gleiche Stelle legt. Also habe ich immer nur diese geöffnet. Die restlichen Ü-Eier warten noch immer im Kühlschrank darauf, verspeist zu werden, aber die laufen ja nicht davon.

Glücklicherweise habe ich mich entschieden, immer gleich mehrere von den Packungen mitzunehmen, denn bereits zwei Wochen später gab es diese schon nicht mehr. Mir war nicht klar, dass diese eine so kurze Lebenszeit haben. Leider fehlt mir trotzdem eine Figur, nämlich Ant-Man. Zumindest kann bei sieben, die ich habe, Captain America schön in der Mitte platziert werden. Ein wahrer Anführer eben. Vielleicht bestelle ich mir die fehlende Figur einmal nach, wobei das cheaten wäre. Manchmal hat man eben Glück und manchmal nicht. Und besonders bei solchen Dingen wie Überraschungseiern ist es doch das witzige, sich überraschen zu lassen. Das Konzept steckt im Namen.

Die Figuren an sich finde ich charmant gemacht. Natürlich könnten sie detaillierter sein, aber im Grunde sehen sie gut aus und dadurch, dass sie auf einer halbtransparenten Podest-artigen Säule stehen, kommen sie gut zur Geltung. Außerdem stehen sie stabil, da man die Plattformen, die leider mit einem Aufkleber versehen werden, miteinander verbinden kann. Mal sehen, was als Nächstes kommt.

Geek-Planet: Big Hero 6 (Baymax)

Wie jeden Donnerstag sehen wir uns auch heute wieder einen alten Text von mir an. Der folgende erschien am 24. Januar 2015 auf meiner damaligen Webseite »Geek Planet«. Einen Blog, den es heute nicht mehr gibt. Trotzdem will ich meine alten Texte weiterhin auffindbar machen. So redigiere ich diese nach und nach, versehe sie mit einer Einleitung und veröffentliche sie hier erneut.

Big Hero 6 ist einer der Filme, die mir tatsächlich recht gut in Erinnerung geblieben sind. Wie im Text angedeutet, war ich dafür sogar des Öfteren im Kino. Zwar habe ich ihn nun schon einige Jahre nicht mehr gesehen, trotzdem denke ich gelegentlich aus irgendeinem Grund daran. Was besonders interessant ist, oder mir zumindest beim Lesen des alten Textes aufgefallen ist, wie sehr mir der Film gefallen hat. Trotzdem habe ich nur wenige Worte darüber geschrieben. Heute würde ich sehr viel mehr auf die Details eingehen. Man sehe sich nur meine Texte zum »MCU Rewatch« an und die enthalten noch nicht einmal alle Gedanken und Ideen, die mir so im Kopf herumgeistern. Außerdem verfällt man vielleicht ins Plappern, was den Text uninteressant macht oder langweiliger zum Lesen. Überdies kann ich nicht jeden Tag 2.000 Wörter lange Texte schreiben.


Ich gehe gerne gelegentlich in die Sneak-Preview, denn oftmals sieht man dort Filme, die man sich vielleicht nicht angesehen hätte. Ebenso ist natürlich der Überraschungseffekt verlockend. Dieses Mal lief Big Hero 6 bzw. Baymax, wie er im deutschsprachigen Raum genannt wird. So habe ich einen schönen, kurzweiligen Film zu sehen bekommen.

“We didn’t set out to be superheroes. But sometimes life doesn’t go the way you planned. The good thing is, my brother wanted to help a lot of people and that’s what we’re going to do.” – Hiro

Feast

Zu Beginn von Animationsfilmen werden des Öfteren Kurzfilme vom entsprechenden Studio gezeigt, was ich immer ein nettes Gimmick finde. Es stellt eine gute Einleitung für den kommenden Film dar. Außerdem sind diese kurzen Kunstwerke meist etwas Besonderes, weil sie etwas anders machen als die großen Filme. Kurzgeschichten und -filme folgen einer eigenen Sprache, einer eigenen Dynamik. Dieses Mal war es Feast. Darin wird von einer Beziehung aus der Sicht eines Hundes und seiner Futterschüssel erzählt. Was zuerst simpel und langweilig klingen mag, entpuppt sich als eine großartige und einfühlsame Geschichte, die innerhalb weniger Minuten fesselt – man bangt und hofft mit dem Hund mit. Was mich besonders freut, ist, dass Feast für einen Oscar nominiert ist.

Big Hero 6

Auch Baymax ist ein Film der besonderen Art. Für mich ist die gesamte Komposition nahe an der Grenze der Perfektion. Dies mag unter anderem daran liegen, dass er auf einem Marvel-Comic basiert, aber das allein ist, wie wir nur zu gut wissen, kein Garant für einen guten Film (man mag sich nur an Ghost Rider II erinnern). Disney ist es gelungen, dass ich mich mit den einzelnen Charakteren identifizieren kann. Sie sind auf Anhieb sympathisch, einzigartig und werden alle mit ihrer eigenen Historie in die Geschichte eingewoben.

Die Welt um sie herum wirkt dynamisch und lebendig – ich möchte am liebsten sofort in die Leinwand springen und ein Teil davon sein. Die fantastischen Animationen und der großartige Soundtrack vermischen sich zu einem emotionalen Gesamterlebnis, wie ich es schon eine Weile nicht mehr bei einem Animationsfilm erlebt habe. Natürlich ist für die Protagonisten nicht alles nur Friede, Freude, Eierkuchen – es gibt Schicksalsschläge, Herausforderungen und Gegner, die es zu überwinden gilt.

Das besondere Highlight ist der Titelgebende Roboter Baymax, obwohl er eigentlich keine Gesichtsregungen zeigen kann, wächst er einem durch seine Handlungen und sein Auftreten sofort ans Herz. Die Slapstick-Comedy und seine Sprüche runden ihn zu einem schönen Paket ab, welches aber nicht komplett wäre, wenn da nicht Hiro wäre.

Die beiden bilden das perfekte Duo, und ich würde nichts dagegen haben, noch mehr Abenteuer mit ihnen zu bestehen. Big Hero 6 ist ein schönes Erlebnis, bei dem ich einfach nur glücklich war, während ich im Kino gesessen habe. Selbst danach hat er mich noch weiter beschäftigt. Es ist immer wieder toll, wenn Filme es schaffen einen auf einer emotionalen Ebene abzuholen und zu berühren. Ein zweites Mal dafür ins Kino zu gehen, lässt sich wohl nicht vermeiden.

Back to Basics

Was Führungen in Salzburg betrifft, sind diese in den vergangenen Monaten und Jahren zum Teil schon sehr spezifisch geworden. Manche sind so interessant, dass es sich lohnt, sie ein zweites Mal zu besuchen, so wie die des Doms letztens, doch manchmal ist es einfach nur notwendig, mal wieder einen Gesamtüberblick zu bekommen. Und wenn es nur deswegen ist, um zu sehen, ob man nicht eh schon alles weiß oder vielleicht doch noch etwas dazu lernen kann. Manchmal kann es vorkommen, dass man sich zu sehr in Details verliert. Da hilft es, etwas herauszuzoomen und das neu gelernte Wissen in das große Ganze einordnen zu können. Anschließend kann man sich erneut den spezifischeren Themen zuwenden.

So bin ich mit Freund J. am vergangenen Samstag gegen Mittag in die Touristeninformation am Mozartplatz gegangen. Wir haben uns zwei Tickets für die Standard-Führung durch die Stadt gekauft und ließen uns überraschen, was wir alles sehen und erklärt bekommen würden. Der nette Herr, der uns durch die Stadt führte, erwies sich nicht nur als äußerst kompetent und mit einem tiefgreifenden Wissen ausgestattet, sondern überzeugte ebenso durch einen hervorragenden Erzählstil und man hätte ihm gerne länger gelauscht. Besonders gefallen hat der Beginn der Führung, da dieser gekonnt gewählt war. So begab sich die Gruppe in den Hof des Salzburg Museums, welches aktuell renoviert wird. Dort hielten sich keinerlei Menschen auf und in einem verborgenen Hauseingang erzählte er uns die geologischen und geschichtlichen Anfänge der Stadt.

Abgeschieden von der Außenwelt, in einer sehr ruhigen Lage, konnte man den Worten lauschen und sich in die Zeit der Erzählung zurückversetzen. Nach den einleitenden Worten ging es schließlich los. Über den Mozartplatz, am Dom vorbei, durch St. Peter und die Universität, der Getreidegasse entlang und an noch mehr Standorten vorbei, ging es einmal quer durch die Altstadt. Dabei hat uns der Guide immer wieder durch kleine Gassen und Durchgänge geführt, die selbst uns nicht bekannt waren. Selbst die spezifischen Punkte der berühmten Plätze der Stadt waren perfekt gewählt, sodass man eine wunderbare Aussicht auf die Burg und die restlichen Gebäude der Stadt hatte. Die Erzählungen waren ebenso einwandfrei aufeinander abgestimmt, die Wege dazwischen weder zu lang noch zu kurz. Jedem Neuankömmling in der Stadt kann ich diese stets mittags stattfindende Führung genauso empfehlen, wie wissbegierigen Einheimischen, die meinen, bereits einen umfassenden Blick über die Geschichte Salzburgs zu haben.

Selbst das Wetter spielte mit. So haben wir, nach einer kleinen Stärkung, die Inspiration des Guides gerne entgegengenommen und den Lift im Mönchberg genutzt, um uns den Aufstieg zu Fuß zu ersparen. Die Richterhöhe bot einen herrlichen Ausblick, die Sonne tat gut und der frische Wind war der Jahreszeit entsprechend kühl. Ein wunderbarer Tag in einer großartigen Stadt.

Ablenkungsmanöver

In den vergangenen Tagen bin ich etwas von meiner üblichen Routine abgewichen. Zumindest was das Verbringen der Pausen im Büro anbelangt. Normalerweise mache ich es so, dass ich an meinem Platz mein Mittagessen verspeise. Meistens handelt es sich dabei um einen gemischten Salat mit Thunfisch oder einen leckeren Cottage Cheese mit einem leckeren Weckerl dazu. Anschließend gehe ich raus, wenn es das Wetter erlaubt, und spaziere eine Runde um das Firmengebäude. Entweder höre ich dabei einen Podcast oder lasse die Gedanken schweifen. Es ist eine schöne Routine, um den Kopf freizubekommen und an etwas anderes zu denken.

Allerdings bin ich in letzter Zeit vermehrt von dieser Routine abgewichen. Das Mittagessen war zwar mehr oder weniger dasselbe, aber danach habe ich mich in die Kaffeeküche gesetzt und den Rest der Mittagspause damit verbracht, im Falter zu lesen oder durch die App des Standard zu scrollen. Oder ich habe die Google-App bemüht, die in den vergangenen Monaten und Jahren gelernt hat, dass ich gerne Gaming-Nachrichten haben möchte und mir entsprechende Meldungen präsentiert. Einmal habe ich sogar ein YouTube-Video angefangen zu schauen, aber das umgehend wieder unterbunden. Doch habe ich Mittag keine Muse, mich eingehender mit Nachrichten oder dergleichen zu beschäftigen, also scrolle ich eigentlich nur durch diverse Überschriften, erfahre nicht wirklich viel Neues und gehe dann wieder an die Arbeit.

Natürlich redet man auch mit Kolleg*innen und trinkt noch gemeinsam einen Verdauungskaffee, aber ich habe schnell gemerkt, dass ich alles, was ich davor mache, unbedingt wieder einstellen muss. Bereits nach zwei Tagen des sinnlosen Herumwischens, ohne wirklich etwas intensiver zu lesen oder mich mit einem Thema auseinanderzusetzen, bringt rein gar nichts. Es verwirrt das Gehirn, versetzt es in einen seltsamen Alarm-Modus, und man geht unbefriedigt aus der Mittagspause wieder heraus. Dadurch fällt es natürlich schwerer, sich zu konzentrieren. Wenn dann am Abend noch unproduktive YouTube-Videos dazukommen (um es einmal so auszudrücken) und eventuell noch wenig Schlaf, ist der Kreislauf perfekt und man befindet sich in einer tollen Spirale.

Zum Glück bin ich, was solche Dinge anbelangt, reflektiert genug, dass ich schnell merke, wenn etwas in eine falsche Richtung abgleitet. Zukünftig gibt es nach dem Mittagessen wieder einen kleinen Spaziergang, maximal einen Podcast dazu und sonst nichts. Raus an die frische Luft, an nichts weiter denken und sich schon gar nicht oberflächlich mit den Problemen der Welt auseinandersetzen. In den zehn Minuten, die ich damit verbringe, auf dem Bildschirm des iPhone zu wischen, kann ich etwas viel Besseres mit meiner Zeit anfangen. Da setze ich mich viel lieber am Samstag- oder Sonntagmorgen mit einer guten Tasse Kaffee und meinem iPad an den Küchentisch und lese den Falter oder hole ein paar Texte der Krautreporter nach, für die ich unter der Woche keine Zeit hatte.

Man muss nicht über alles immer gleich sofort Bescheid wissen. Ich kann sowieso nichts dagegen tun. Und wenn mich ein Thema wirklich interessiert, kann ich dem am Abend immer noch nachgehen. Für mich war dieser kleine Ausflug ins Doomscrolling schon ein Wahnsinn und nicht gut für meine psychische Gesundheit. Dabei kamen noch nicht einmal soziale Medien hinzu, die ich ohnehin weitgehend meide und nicht am iPhone installiert habe. Für die meisten fehlt überhaupt der Account – die meisten habe ich schon vor Jahren gelöscht. Einfach mal die Welt sein lassen und einen Spaziergang machen. Sei es allein, mit Freunden, einem Podcast oder was auch immer – das ist sehr viel nützlicher und besser für das eigene Wohlbefinden. Danach kann man sich immer noch mit Nachrichten beschäftigen. Nur eben mit einem ruhigeren Kopf und etwas unaufgeregter.

Dawid Zawiła | Unsplash

Ein Gott namens Apophis

Wie wir schon des Öfteren etabliert haben, bin ich großer Fan von Klemmbausteinen. Vor allem die ausufernden, großen, unnötig viel Platz einnehmenden und mit allen möglichen Details ausgestatteten Sets haben es mir angetan. Doch leider ist der Wohnraum nur begrenzt, also beschränke ich mich, was diese Sets anbelangt, auf die Mittelalter-Welt von BlueBrixx. Im Wohnzimmer steht bereits eine zig-tausend Teile umfassende Burg, ein selbst erstelltes Diorama für den Wohnturm und bald folgt noch die dazugehörige Klosteranlage, die nun ebenfalls langsam entsteht.

Doch ebenso mag ich die kleinen Sets. Ein paar hundert Teile reichen aus, um etwas Nettes aufzubauen, das man sich beispielsweise auf den Schreibtisch stellen kann. Im Büro befindet sich aus diesem Grund bereits ein Jack O’Neill aus der Serie Stargate SG-1. Bedauerlicherweise gibt es bisher nur vier von diesen sogenannten Brick-Heads und das SG-1-Team wurde noch immer nicht erweitert. Ich hoffe sehr, dass hier bald Nachschub kommt, denn das Team hätte ich schon gerne komplett. Aber Apophis ist ebenso ein klassischer Charakter und der erste große Bösewicht, den das Team rund um Sam, Daniel, Teal’C und Jack über mehrere Staffeln bekämpft.

Deshalb war es nur eine Frage der Zeit, bis ich mir auch seine Figur zulegen würde. Für knapp 11 € ist man gut dabei und die Figuren sind wirklich nett gestaltet. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel man mit wenigen Teilen darstellen kann, wenn man sich etwas Mühe gibt. Vor allem auch, wenn man die richtigen Teile verwendet, wie in diesem Fall Goldelemente. Der Bau ist entsprechend einfach für so ein kleines Set und geht leicht von der Hand. Die Figur ist massiv und es gibt quasi keinen Leerraum. Er macht sich wunderbar neben meinem Jack O’Neill und nun warten beide sehnsüchtig auf die anderen Mitglieder von SG-1. Mal sehen, wann die nächsten Charaktere eintrudeln.

Liebe, Monster und John Wick

Es ist immer wieder erstaunlich zu beobachten, wie viele tolle Filme es gibt, in denen ein Protagonist oder eine Protagonistin mit einem Hund zusammenkommt und diese Kombination den gesamten Film trägt. Wahlweise findet das Szenario in einer Apokalypse oder in der heute existierenden Welt statt. Was das letztere Szenario anbelangt, habe ich vergangenes Jahr den brillanten Film Rescued by Ruby auf Netflix entdeckt. Seitdem habe ich diesen mindestens dreimal angeschaut. Es ist ein Feel-Good-Movie, bei dem einem das Herz aufgeht und der einfach nur Freude bereitet.

Rescued by Ruby handelt von Daniel O’Neil (dargestellt von The Flash Schauspieler Grant Gustin), einem State Trooper, der Ambitionen hat, bei der K9-Unit mitzumachen. Das Problem ist nur, dass er bald 30 wird und alle Anwärter für die K9 unter 30 sein müssen. Außerdem hat er noch keinen Hund. Er kann sich auch keinen typischen K9-Hund leisten. Seine Frau Melissa und er haben ein kleines Kind zu Hause und das zweite Baby ist unterwegs. In einem Tierheim findet Daniel schließlich die hyperaktive Ruby. Im Laufe des Films muss er mit ihr umgehen lernen, sie trainieren und die beiden müssen sich einander vertrauen.

Nicht nur sind die Schauspieler*innen toll für ihre Rollen besetzt, die Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht, ist spannend geschrieben. Es ist einfach schön, die Reise von Daniel und Ruby zu verfolgen. Ein ungleiches Paar muss miteinander auskommen, um so viel mehr zu erreichen, als sie getrennt je in der Lage gewesen wären. Ein ähnliches Prinzip verfolgt der Film Love and Monsters. Dieser Film spielt allerdings in einer post-apokalyptischen Welt. Ein Asteroid raste auf die Erde zu, der von den Nationen der Welt mit allerhand Waffen beschossen wurde. Doch die radioaktive Strahlung und allerhand anderes Zeug haben dazu geführt, dass Insekten um ein Vielfaches größer wurden und mutierten. Sie sind nun die Herrscher der Welt.

Protagonist ist Joel Dawson (von Teen Wolf Star Dylan O’Brien gemimt), der seit sieben Jahren in einem Bunker lebt, getrennt von seiner Freundin. Doch eines Tages entschließt er sich, seine Furcht zu überwinden und sich auf den Weg zu ihr zu machen. Sie ist allerdings knapp 140 km entfernt und auf der Oberfläche lauern allerlei Gefahren. Kurz nachdem er den Bunker verlassen hat, trifft Joel den Hund Boy, dessen Vorbesitzerin verstorben ist. Die beiden vertrauen sich schnell und überleben so einige Abenteuer. Ich mag vor allem die Rollen von Michael Rooker und Ariana Greenblatt, die als Mentor*innen für Joel dienen und ihm die neue Weltordnung zeigen. Keine Intrigen oder Machtkämpfe; einfach nur Menschen, die zu überleben versuchen und sich gegenseitig helfen. Es muss nicht immer in Massaker und Mord enden.

Natürlich gibt es den üblichen Antagonisten, allerdings erst gegen Ende des Films und der ist schnell erledigt. Der Großteil der Geschichte fokussiert sich auf Joel und Boy, die durch eine von riesigen Insekten dominierte Welt ziehen. Die Bilder sind fantastisch eingefangen und das Design der Kreaturen ist durchdacht. Das CGI kann sich sehen lassen und sieht sehr realistisch aus; sehr viel besser als bei so manchen Blockbuster-Filmen. Es steckt viel Leidenschaft hinter dem Film und das merkt man jedem Frame an.

Ebenfalls ein Film, in dem ein Mann und sein Hund gegen eine post-apokalyptische Welt antreten, ist I am Legend. Diesen habe ich allerdings schon sehr lange nicht mehr gesehen. Jedoch habe ich vor Kurzem die Blu-ray erstanden, die demnächst eintreffen sollte und bin sehr gespannt, wie der Film gealtert ist. Ich kann mich nur erinnern, dass ich damals Will Smith großartig in der Rolle fand und das Schicksal des Hundes herzzerreißend war. Im Gegenzug zu den beiden vorher genannten Filmen kennen sich Hund und Herrchen in I am Legend schon länger. Sie tragen allerdings weiterhin die Hauptlast des Films und stehen im Zentrum.

Eine Filmreihe, die durch ihren Einsatz von Hunden berühmt-berüchtigt ist, ist John Wick. Auch wenn die Hunde von John selbst leider kaum im Rampenlicht der Geschichte stehen. Der Erste, den er von seiner verstorbenen Frau geschenkt bekommt, überlebt die erste Hälfte des Films nicht und sein späterer Hund wird meist an der Rezeption des Continental abgegeben. Doch darf Halle Berrys Charakter Sofia im dritten Teil zeigen, was Hunde so können. In einer fantastisch choreografierten Szene kämpfen ihre beiden Hunde auf sehr beeindruckende und vielfältige Weise gegen diverse Schergen.

Es gibt so einige Filme, in denen sich ein Mensch und ein Hund zusammentun, um gemeinsam Abenteuer zu bestehen oder zu überleben versuchen. Die genannten Filme sind nur die aktuellsten und besten Beispiele dafür, die mir gerade eingefallen sind. Es sind Filme, die ich mir immer wieder ansehen kann. Sie alle haben etwas Einzigartiges an sich und vermitteln einen tollen Einblick ihrer jeweiligen Welten. Die Settings und Voraussetzungen sind bei jedem der Filme anders und trotzdem immer wieder gut umgesetzt. Mal sehen, ob ich noch mehr Filme dieser Art finde oder ob bald neue erscheinen, die in diese Kategorie fallen. Mich würde es freuen.

Christopher Ayme | Unsplash

MCU Rewatch | Ant-Man

Nach Guardians of the Galaxy und Age of Ultron tut es richtig gut, einen Film im MCU zu haben, der eine intimere Geschichte erzählt. Es geht nicht um etwas, das gleich die ganze Welt bedroht oder um das Ende des Universums. Es geht um Hank Pym und seine Erfindung, die nicht in die falschen Hände geraten sollte. Und natürlich geht es um Scott Lang, der, nachdem er seine Zeit im Gefängnis abgesessen hat, für seine Tochter da sein möchte und dafür alles tun würde. Es geht um Familie, Vertrauen und Aufopferung.

Ich mag den Film sehr gerne. Er funktioniert auf vielen Ebenen optimal. Man merkt dem Film allerdings leider an, dass Edgar Wright zuerst eine sehr spezielle Vision für den Film hatte, die auf halbem Weg geändert wurde. Scott Lang kann sich scheinbar nicht entscheiden, ob er der lustige Typ von nebenan sein will oder doch ein ernst zu nehmender Charakter. Ohne das Talent von Rudd würde die Rolle schnell auseinanderfallen, aber er spielt sie mit einer Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit, die ihr sehr zugutekommt. Es scheinen zwei unterschiedliche Visionen eines Ant-Man-Films um die Dominanz zu kämpfen. Eine Edgar Wright Version und eine Marvel-Version. Das Endergebnis ist zwar an manchen Stellen etwas unentschieden und wechselt zu schnell den grundlegenden Vibe des Filmes, wenn man es so bezeichnen will, kann sich aber immer noch sehen lassen.

Das liegt vorwiegend an den tollen Charakteren und ihrer Besetzung. Michael Douglas als Hank Pym zu engagieren ist ein ähnlich cleverer Schachzug, wie Anthony Hopkins als Odin einer war. Schauspielgiganten in Marvel-Filmen zu sehen, macht immer wieder Freude. Besonders wenn sie so hervorragend eingesetzt und geschrieben sind, wie in den beiden genannten Beispielen. Paul Rudd steht dem allerdings in nichts nach. Er passt wunderbar in die Rolle des Scott Lang und neuen Ant-Man. Corey Stoll als Gegenspieler Yellowjacket findet die richtige Dosis an Over-Acting und hat sichtlich Spaß an der Rolle. Evangeline Lilly als Tochter von Hank Pym und zukünftige Wasp etabliert sich gut in dem Film und ist ein exzellenter Ausgleich zu Scott und ergänzt wunderbar den Cast.

Man könnte fast sagen, dass sich auf zwei Zeitebenen Vater-Tochter-Beziehungen abspielen. Einmal haben wir Scott mit seiner Tochter Cassie. Sie vergöttert ihren Vater und er will ihr beweisen, dass er für sie da sein kann, trifft allerdings immer wieder fragwürdige Entscheidungen. Er hat es nicht leicht, diesen grundlegenden Wunsch, für seine Tochter zu sorgen, zu erfüllen. Cassie ist die geheime Heldin des Films. Sie ist toll geschrieben und perfekt porträtiert von Abby Ryder Fortson. Sie glaubt an ihren Vater, weiß genau, was vor sich geht, und ihr gehören immer wieder tolle, lustige Momente im Film. Ihre Chemie mit Paul Rudd ist wunderbar, und sie hätten gerne noch mehr Abenteuer miteinander erleben dürfen.

Auf der zweiten Ebene haben wir Hank Pym mit seiner Tochter Hope. Sie spiegeln in gewisser Weise die Zukunft von Scott und seiner Tochter wider, wenn es ihm nicht gelingt, für seine Tochter da zu sein und ihr zu beweisen, dass er der Held ist, für den sie ihn hält. Hank und Hope haben immer wieder bewegende Szenen miteinander, die allerdings leider durch Meta-Kommentare von Scott zunichtegemacht werden. Mich würde sehr interessieren, ob das Wrights Handschrift ist, oder Marvel glaubte, diese tiefgründigeren Momente bräuchten einen Witz, damit das Publikum nicht zu viel fühlt. Vielleicht hat es hier seinen Anfang, dass so viele Momente in zukünftigen Marvel-Filmen durch Meta-Kommentare anderer Charaktere gestört werden. Es dürfen solche Szenen gerne für sich stehen, atmen und seinem Publikum zuzutrauen, mit solchen Momenten umgehen zu können. Aber außer diesem einen Fauxpas, gelingt es dem Film immer wieder auf gekonnte Weise, die Figuren und ihre Beziehungen ins Zentrum zu stellen.

Aber was wäre Ant-Man ohne die tollen Effekte? Die Ameisen sehen großartig aus und die Interaktionen zwischen Scott und den Tieren sind immer wieder ein Höhepunkt des Films. Bedauerlicherweise überlebt seine Lieblings-Ameise Anthony nicht den Film, aber es zeigt, dass er etwas anders an die Sache herangeht, als Hank. Das Schrumpfen und Vergrößern funktioniert reibungslos und kann sich auch weiterhin sehen lassen. Die CGI-Elemente passen sich in die praktische Umgebung und die Sets ein, ohne dass es stört oder einem zu sehr ins Auge springt. Der Anzug von Yellowjacket beispielsweise ist komplett CGI, wenn ich das richtig gelesen habe, und man merkt es quasi nicht. Das haben spätere Filme durchaus schlechter gemacht.

Die Action-Sequenzen sind sowohl episch in ihren Ausmaßen und Umsetzungen als auch lustig. Man denke nur an die Verfolgungsjagd auf dem Spielzeug-Zug in Cassies Zimmer. Ant-Man nimmt sich an den richtigen Stellen ernst, weiß aber den Schleier geschickt zurückzuziehen und die Absurdität mancher Situationen hervorzuheben. Es ist unterm Strich ein gut gemachter Film und führt das Universum von Ant-Man geschickt ins MCU ein. Es fehlt am Ende nur das gewisse Etwas, um ihn in die gleichen Höhen zu hieven wie Captain America oder Iron Man. Wahrscheinlich ist es das zu inkonsequente Drehbuch, das fehlt. Ich hätte gerne Edgar Wrights Version gesehen. Ant-Man steht für sich, etabliert seine Charaktere und wie die Technologien funktionieren, weiß aber, sich ins größere Ganze einzugliedern – was es nicht einmal unbedingt gebraucht hätte. Eine nette Abwechslung zu den ansonsten so großen Weltuntergangsszenarien der anderen Filme.

Fehler eingestehen

Es ist nicht immer leicht, Fehler einzugestehen. Vor allem nicht als Unternehmen. Zusätzlicher Druck kommt dann natürlich hinzu, wenn dieses Unternehmen auf YouTube und Social Media besonders aktiv ist. Der Austausch mit der Community ist ihnen sichtlich wichtig. Doch niemand ist perfekt, und im Hintergrund agieren immer Menschen. Diese machen Fehler, schätzen Situationen vielleicht falsch ein oder reagieren nicht immer gleich auf Feedback. Vor allem das Feedback aus den Kommentaren von YouTube und Social Media will mit Vorsicht genossen werden. Ist es wirklich ein größeres Problem oder schreien nur wenige sehr laut und für die meisten ist es gar kein Problem? Entsprechend wollen natürlich die Reaktionen überdacht und nicht überstürzt werden.

Umso erfreulicher ist es, wenn eben ein Unternehmen oder wie im folgenden Fall zwei Personen eines Unternehmens sich vor eine Kamera setzen und sich entschuldigen. Entschuldigen, dass manches falsch gelaufen ist, welche Fehler passiert sind und was man zukünftig daraus lernt. Es zeigt, dass das Vertrauen in ein Unternehmen, eine Firma, nicht unberechtigt ist. Natürlich sollte man sich nie zu sehr mit einem Unternehmen identifizieren oder deren Produkte glorifizieren. Einen gesunden Menschenverstand und Abstand zu wahren, ist stets von Vorteil und nicht blind Produkte zu kaufen, nur weil eine bestimmte Marke draufsteht. Kritik darf man immer üben, auch wenn man ein Fan von etwas ist. Vielleicht besonders dann.

So ist es bei mir mit BlueBrixx. Ich mag die Marke sehr gerne und deren Klemmbaustein-Produkte zeugen in den meisten Fällen von einer fantastischen Qualität zu einem erschwinglichen Preis. Vor allem mag ich ihre Mittelalter-Welt, die sie mit immer besseren Produkten und neuen Ideen füllen. Natürlich sei Burg Blaustein hier erwähnt und das vor Kurzem eingeführte Kloster Blaubrunn. Bereits bei Burg Blaustein gab es Probleme mit der Verfügbarkeit, weil sie, von außen betrachtet, stets zu wenige Einheiten vom Lieferanten bestellt hatten. Dazu kamen Probleme mit den weltweiten Lieferketten und so weiter. Ich habe über ein dreiviertel Jahr gewartet, bis ich endlich das erste Set der Reihe ergattern konnte. Das hat sich allerdings über die vergangenen Jahre gebessert.

In den zurückliegenden Monaten, besonders vor dem Weihnachtsgeschäft 2024, las man jedoch immer wieder Kommentare in Bezug auf den schlechten Kundendienst (genauer gesagt die äußerst langen Reaktionszeiten) und dass Bestellungen nicht ausgeliefert wurden. Dazu gab es eine Deadline, bis wann man bestellen musste, damit man zu Weihnachten die Sets hatte. Diese Frist sollte sich als grandiose Fehleinschätzung herausstellen. Lange Zeit hörte man nichts oder zumindest sehr wenig von BlueBrixx zur angesprochenen Kritik. Im Nachhinein verständlich, denn als Firma muss man sich erst Gedanken machen, wie man die Probleme in Zukunft bewältigen möchte und kann. Etablierte Prozesse zu ändern, ist nie einfach, wie wahrscheinlich viele nachvollziehen können.

Mitte Januar hat BlueBrixx schließlich ein Statement auf YouTube veröffentlicht, wo sie die Zeit vor Weihnachten Revue passieren lassen, genau erläutern, was die Probleme waren, was sie kurzfristig dagegen getan haben und wie sie planen, die Herausforderungen zukünftig zu meistern. Ein tolles Video und etwas, das man nicht oft liest oder zu hören bekommt. Natürlich gibt es immer Leute, die sich auch darunter beschweren. Dass man das Video früher hätte machen sollen und so, aber das ist die Minderheit. Ich selbst habe mich wegen einer Fehllieferung an den Kundenservice gewandt und warte noch auf eine Antwort. Mal sehen, wann die kommt. Außerdem muss ich noch wegen zwei Fehlteilen in der Einsiedelei nachfragen, was wahrscheinlich lange dauern wird, bis eine Rückmeldung, geschweige denn Ersatz kommt. Aber nun weiß ich, warum und dass es eben so ist. Ich kann mich darauf einstellen und es stresst nicht. Eine Entschuldigung oder sich Fehler einzugestehen ist nie leicht. Deshalb ist es umso eindrucksvoller, wenn man solche Videos zu sehen bekommt.