MCU Rewatch | Captain America: The Winter Soldier

Wie habe ich mich auf diesen Film gefreut! Nicht nur damals, als man die ersten Trailer sah, sondern auch jetzt wieder. Es ist ein großartiger, ich würde sogar sagen, fast perfekter Film. Von der Atmosphäre, der Musik, den Charakteren, den Schauspieler*innen, der Geschichte, den Twists und den Effekten stimmt alles. Es greift ineinander wie Zahnräder, um etwas noch viel Größeres anzutreiben. Die Filme von Captain America, angefangen bei The First Avenger bis Civil War gehören zu den besten Einträgen im MCU und haben den Charakter endgültig als zentralen Bestandteil des Marvel Universums und im Mainstream etabliert.

Ich weiß noch genau, als ich im IMAX-Saal des Salzburger Cineplexx saß. Es war das Kino am Bahnhof, einfach zu erreichen und toll ausgestattet. Der Bau an sich war etwas brutalistisch, mit seinen blanken Betonmauern und wuchtigem, doch offenem Design. Es gab immer wieder Stimmen, die das Kino für die schlichte Tristesse beklagten. Ich mochte es allerdings sehr. Es hatte etwas Einzigartiges und widerstand der sonst so modernen Architektur, der man überall begegnet. Und es war ein Kino. Was benötige ich da schon? Ich möchte mir Snacks kaufen können und Toiletten wären nicht schlecht. Ansonsten kommt es mir auf die Technik der Kinosäle an und dass die Sitze bequem sind. Der Rest ist nicht so wichtig. Leider hat das Kino spontan, quasi über Nacht, geschlossen. Es fehlt mir.

Jedenfalls saß ich im IMAX-Saal des Kinos und der Film startet. Es läuft das Marvel-Logo durch und es folgt die Intro-Szene mit Sam Wilson (»on your left«). Toller Einstieg, sehr sympathisch, auf vielen Ebenen. Black Widow holt Cap ab für einen Einsatz und schon sind sie in einem Flieger über einem Schiff. Cap springt aus dem Heck und landet mit einem Knall im Wasser. Es folgt eine meiner Lieblingssequenzen des MCU. Mit vollem Schildeinsatz kämpft sich Cap durch das Schiff. Der IMAX-Saal macht sich bezahlt, denn jedes Mal, wenn der Schild jemanden trifft oder wo abprallt, gibt es einen sehr zufriedenstellenden, satten Sound. Perfekt. Dazu die Musik und die fantastische Stunt-Arbeit. Großartig. Hätte gerne noch etwas länger gehen können.

Schon in dieser Anfangssequenz, als klar wird, dass Black Widow etwas anderes vorhat, als nur Geiseln zu retten, etabliert sich das Thema des Films: Vertrauen. Wer steckt mit wem unter einem Hut? Hat Nick Fury wirklich nur die besten Absichten? Gibt es Hydra wirklich noch? Wer ist Stephen Strange? Und könnten die Shirts von Chris Evans noch etwas enger sein? Alles essenzielle Fragen, die im Laufe des Films mehr oder weniger beantwortet werden.

Samuel L. Jackson als Nick Fury war ein Glücksgriff für Marvel. Das zeigt sich allein schon in der Aufzugfahrt, als er Cap in das Projekt Insight einführt. Seine Präsenz, wie er die Geschichte des Großvaters erzählt; es stimmt alles. Was zeigt er Steve? Drei Helicarrier, die die Welt überwachen sollen. Ausgestattet mit einer Bewaffnung, die alle Armeen der Welt in den Schatten stellt. Ausgestattet mit einer KI, die Bedrohungen eliminieren soll, bevor sie Verbrechen begehen können. Es ist ein Konzept, welches schon des Öfteren in Filmen verarbeitet wurde, doch durch die Einbindung ins Marvel-Universum kann man es schön übertrieben darstellen, ohne dass der Film an Glaubwürdigkeit verliert. Im Gegenteil; es ist eine Antwort auf das, was in New York passiert ist. Man will vorbereitet sein. Nicht nur auf Aliens, sondern auf alle Arten der Bedrohung, ob man von ihnen nun weiß oder eben noch nicht.

Das ist ein Thema, welches sich durch die zweite Phase des MCU zieht. Wie gehen die verschiedenen Charaktere mit den Ereignissen von New York um? Für alle war es das erste Mal, dass sie mit Aliens in Kontakt kamen. Das erste Mal, dass ihnen so richtig bewusst wurde, dass das Universum so viel größer ist, als sie es sich jemals erträumt hätten. Es ist schön zu sehen, dass Marvel sich die Zeit nimmt und den Charakteren erlaubt, traumatische Ereignisse zu verarbeiten. Deshalb wäre es so wichtig gewesen, etwas Ähnliches nach Endgame zu machen. Kleinere Filme, die den Charakteren zugestehen, innezuhalten und zu reflektieren. Dafür ist unter anderem Sam Wilson da. Steve braucht eine Bezugsperson, die er nicht nur durch die Avengers und S.H.I.E.L.D. kennt. Jemanden von außerhalb, der ihm Halt gibt und offen Ratschläge erteilt. Eine schöne Dynamik.

Diese wird jedoch schnell unterbrochen, wenn sich jemand tot geglaubtes aus Steves Vergangenheit zurückmeldet. Doch dieses Mal unter dem Einfluss von Hydra. Der erste Auftritt des Winter Soldiers ist beeindruckend. Alle Auftritte vom Winter Soldier sind beeindruckend. Jeder auf seine eigene Art und Weise. Sei es der Überfall auf Nick Fury, eine der coolsten Szenen des Films und ein Beispiel dafür, dass er immer Ressourcen zur Verfügung hat. Oder die Verfolgungsszene zu Fuß, über Dächer und durch Gebäude hindurch. Oder die Kampfszene zwischen Steve, Natasha und Sam und dem Trupp rund um den Winter Soldier auf offener Straße bei helllichtem Tag. Der Winter Soldier ist bedrohlich, nicht zu unterschätzen und eine Kampfmaschine sondergleichen. Als Steve herausfindet, wer unter der schwarzen Maske und dem dunklen Make-up steckt, ist er verständlicherweise schockiert und will unter allen Umständen seinen alten Freund retten.

Der Rückblick, der Steve und Bucky zeigt, ihre Freundschaft und wie sie immer füreinander da sind, ist perfekt getimt. Es dauert nur wenige Augenblicke und ist so schnell vorbei, wie er angefangen hat, doch es steckt so viel Herz in diesen Minuten, es ändert den Blick der Zuschauer*innen auf die brutale, erbarmungslose Kampfmaschine. Es macht aus ihr eine tragische Figur. Die wohl schrecklichste Szene ist wohl diejenige, in der Bucky Zweifel bekommt. Zweifel an sich und an seinem Ziel. Doch Alexander Pierce ist genauso erbarmungslos wie Hydra und so wird Bucky gelöscht, bis scheinbar nur noch der Winter Soldier übrig bleibt. Ich bin immer noch erstaunt, dass diese brutale Szene in einem Marvel-Film sein darf. Aus heutiger Perspektive nicht mehr vorstellbar, aber doch so wichtig. Keiner macht Witze oder einen dummen Spruch. Buckys tragisches Schicksal, die Folter und das Leid – einfach alles, was er in den vergangenen Jahrzehnten durchgemacht hat und ertragen musste, wird in dieser einen Szene grausame Realität.

Captain America – The Winter Soldier ist ein beeindruckender Eintrag ins MCU. Auf sehr vielfältige Art. Er steht da als Monument einer Ära, in der jeder Film anders sein durfte, in der man sich ausprobiert hat und nicht das große Ganze des MCU im Zentrum stand. Natürlich war es wichtig und schwang stets im Hinterkopf mit, doch das zentrale waren die Charaktere. Sie konnten ihre Geschichten erleben, sich weiterentwickeln und die Welt um sie herum verändern. Natürlich wurden neue Charaktere eingeführt, aber stets so, dass es sinnvoll ist für die eigentliche Geschichte und die Protagonisten. Wenn diese neuen Charaktere dann etabliert sind (wie eben Sam Wilson), kann man sie weiterentwickeln und ins Zentrum rücken. Captain America – The Winter Soldier ist ein Testament dafür, wie Comic-Verfilmungen aussehen können, wenn man sie ernst nimmt. Ein Film, der seinesgleichen sucht. Für mich eindeutig ein Meisterwerk.

Von Einhörnern und Schlössern

Seit Anfang 2023 gibt es bei BlueBrixx eine Einhorn-Serie. Zwar gibt es bereits von anderen Herstellern zu dem Thema Produkte, aber BlueBrixx macht dies eben auf ihre eigene Art: Mit viel mehr Liebe zum Detail, ein paar Ergänzungen und Produkten, die sowohl für sich stehen, als auch ein größeres Ganzes bilden können. Natürlich konnte ich nicht widerstehen und musste zugreifen. Es sind Einhörner und es glitzert – mir waren quasi die Hände gebunden.

Alles begann mit einem Einhorngarten. Ich musste erst nachschlagen, wann der erschienen ist, denn mir kam es so vor, als hätte ich diesen erst vergangenes Jahr aufgebaut. Dabei war das tatsächlich im März 2023. Ich habe auch nie einen Text dazu geschrieben oder das Set vorgestellt. Ein Versäumnis, das ich natürlich jetzt nachhole. Denn in der Zwischenzeit ist das nächste Set der Reihe erschienen: ein wunderbares, pink-weißes Einhornschloss. Es ist wunderbar.

Passend zu diesen Sets gibt es noch Einhorn-Serien, mit unterschiedlichen kleinen Einhörnern. Diese sind Brick-built und sehen wirklich fabelhaft aus. Auch hier gibt es mittlerweile die dritte Serie, die natürlich zusammen mit dem Schloss bestellt werden musste. Irgendwie muss man sein Schloss schließlich mit Bewohner*innen füllen. Leider hat sich BlueBrixx bei der ersten Bestellung vertan und mir Serie 2 beigelegt und nicht Serie 3 wie geordert. Zum Glück erschien aber kurz darauf noch die Kapelle von dem neuen mittelalterlichen Kloster, da habe ich es nochmal versucht. Beim zweiten Versuch klappte schließlich alles.

Ich habe diesbezüglich den Support angeschrieben, allerdings ist hier seit über einer Woche stillstand und ich habe noch nichts gehört. Der Support bei BlueBrixx, wenn man den YouTube-Kommentaren Glauben schenken darf, ist ja berüchtigt für seine quasi nicht-Existenz. Ich werde auf jeden Fall berichten, wie es bei mir war.

Das Einhornschloss jedenfalls ist großartig. Der Bau hat Spaß gemacht und war durchaus abwechslungsreich. Es ist natürlich nicht so detailliert ausgestattet und geplant, wie die Mittelalter-Sets, jedoch merkt man eindeutig, dass es sich um ein BlueBrixx-Modell handelt. An fast jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken, die Türme sind alle unterschiedlich gebaut und ausgestattet. Außerdem hat das Gebäude an sich eine nette Tiefe, sodass man es gerne noch mit eigenen Details ausstatten oder eben die dazugehörigen Einhörner platzieren kann. Die exklusiv bei dem Set enthaltene Einhorn-Figur des Flameborn kann sich ebenfalls sehen lassen.

Ich bin wirklich begeistert und warte gespannt, was sich das kreative Team hinter den Sets noch einfallen lässt. Ich brauche nicht jedes Jahr mehrere dieser Einhorn-Sets. Jedes Jahr oder alle zwei Jahre eine Ergänzung, so wie es eben jetzt der Fall war, lasse ich mir aber gerne einreden. So bleibt es übersichtlich und kann sich in einem angenehmen Tempo weiterentwickeln. Zudem muss ja noch die Burg Blaustein und nun das Kloster Blaubrunn gebaut und gepflegt werden. Es gibt so viele tolle Sets.

Geek-Planet: Thor – The God of Thunder #1-11

Ich sollte mir nicht zu viel wünschen. Denn manchmal gehen Wünsche in Erfüllung und das nicht unbedingt so, wie man es sich erhofft hatte. Es ist Donnerstag und das heißt, wir werfen einen Blick in die Vergangenheit. Der heutige Text erschien am 5. April 2015 auf meinem ehemaligen Blog »Geek Planet«, den es heute nicht mehr gibt. Trotzdem möchte ich alle meine Texte an einem Ort versammelt wissen.

Jason Aarons Thor-Saga gilt schon lange als ein Klassiker, den man sich nicht entgehen lassen darf. Wenn man etwas für Thor übrig hat, sollte man diese Geschichten unbedingt lesen. Die Tragweite, die diese annehmen, war zu dem Zeitpunkt, wo ich diese Rezensionen geschrieben habe, für mich noch nicht absehbar. Jane Foster nimmt einen zentralen Schwerpunkt der Geschichte ein, Thor muss lernen, was es heißt, Mjölnirs würdig zu sein.

Leider wurden unzählige Comics in nur einen Film gequetscht, wenn es doch eine Trilogie hätte sein sollen. Thors erste Film-Trilogie war abgeschlossen, warum hat man nicht drei weitere aus diesem großartigen Ausgangsmaterial gemacht? Ich habe Love and Thunder zwar noch nicht gesehen, fürchte mich aber etwas davor, wenn der Tag meines MCU Rewatch Projektes kommt. Doch die Comics kann uns niemand wegnehmen. »Thor: The God of Thunder« war nur der epische Auftakt eines noch viel größeren Abenteuers, das jedoch tief in die Motivation und den Kern der Charaktere führt.


Meine derzeitige Pull-List von Comics ist sehr von den beiden Verlagshäusern DC Comics und Image dominiert. Da kommt mir ein Angebot der gesamten »Thor: The God of Thunder« Reihe auf ComiXology gerade recht – besonders da die Reihe vom hochgelobten Autor Jason Aaron stammt, habe ich nicht lange gezögert.

  • Writer: Jason Aaron
  • Künstler: Esad Ribic
  • Color Artist: Ive Svorcina
  • Letterer: VC’s Joe Sabino

„Thus is one mystery solved. As another is born.“ – Thor

Als ich mit dem Lesen der Reihe begann, wusste ich noch nichts von dem epischen Ausmaß, welches die erste Story nehmen würde. Ich dachte, es handelt sich um eine gut durchdachte Geschichte und wir erleben Thor in verschiedenen Stadien seiner Entwicklung. Nach den typischen drei bis sechs Ausgaben pro Erzählung bestreiten wir ein anderes Abenteuer. Doch es stellte sich schnell als etwas Größeres heraus. Worum geht es also? Gorr, The God Butcher (Der Gottesschlächter) hat sich zum Ziel gemacht, alle Götter, die jemals waren, sind und noch sein werden, zu töten. Er will ein gottloses Universum schaffen, wo Lebewesen wirklich frei leben können. Seit Jahrhunderten streift er dabei durch den Raum und konnte noch von keinem Gott bezwungen werden. Auch scheint niemandem das Muster aufzufallen – die Ermordeten gelten schlicht als vermisst. Bis Thor aus der Gegenwart eines Tages in der großen Bibliothek darauf aufmerksam wird, dass es zu viele Götter sind, die verschwinden und es sich nicht mehr nur um einen Zufall handeln kann.

Der Aufbau der Geschichte hat mich von Anfang an begeistert. Wahrscheinlich lässt sich dieser mit dem Finale von »Star Trek: The next Generation« vergleichen. Dort muss sich Picard in drei verschiedenen Phasen seines Lebens mit dem gleichen Problem beschäftigen. Ähnlich ist es auch hier. Dadurch spielen, besonders zum Finale hin, Zeitreisen eine wichtige Rolle und führen nicht selten zu Verwirrung (zumindest bei mir). Denn ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, wie die Geschichten ineinander greifen. Warum manche Vorfälle aus der Vergangenheit Auswirkung auf die Gegenwart haben und andere nicht. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau, denn ansonsten ist es eine epische Geschichte.

Die abwechselnden Sichtweisen Thors sind bemerkenswert gut gelungen. Der junge, unerfahrene und noch ohne Mjölnir ausgestattete Thor der Vergangenheit. Der gegenwärtige Thor, der sich den Avengers angeschlossen hat und schon taktischer denkt, sowie der weise alte Mann der Zukunft, letzter Überlebender von Asgard, auf dem Thron sitzend und auf Rache hoffend. Außerdem lernen wir die Lebensgeschichte Gorrs kennen, sein Leben, seine Tragödien und was ihn schließlich dazu gebracht hat, diese unmögliche Aufgabe anzunehmen. Jason Aaron gelingt es dabei, Gorrs Handlungen derart nachvollziehbar zu machen, dass ich zwischendurch fast auf seiner Seite war.

„Tell me now, Prince of Asgard, before all you’re able to do is whimper and scream … what was Thor the god of before he died?“ – Gorr

Die gut durchdachten Charaktere, die spannende Geschichte und die fantastischen Dialoge machen das Abenteuer zu einem Genuss. Der Ablauf zwischen den einzelnen Szenen und Zeitaltern wirkt dabei meist schlüssig, nie wird etwas erzwungen oder den Charakteren aufgedrückt.

Einzig über die jetzt noch folgenden Storys mache ich mir etwas Sorgen. Denn wie soll der Autor einen solchen Auftakt noch toppen können? Es liest sich eher wie ein großes Finale, einer großartigen Comic-Reihe und nicht der Beginn. Doch ich bin zuversichtlich, denn die nächsten Abenteuer umfassen ebenfalls mehrere Ausgaben und haben klingende Namen wie »The Accursed« oder »The Last Days of Midgard«. Jason Aaron hat gut vorgelegt und ich freue mich auf seine nächsten Ideen.

„I will not sit in that blasted throne a second longer … If I cannot walk to my death like a god of the Vikings … I will crawl to it like a wounded dog.“ – Thor

Auch künstlerisch ist »Thor: The God of Thunder« brillant umgesetzt. Landschaften wirken weitläufig und abwechslungsreich. Es treten viele verschiedene Spezies auf, die alle ihr eigenes, gutes Design erhalten haben. Zusätzliche kleine Eigenheiten machen sie liebenswert oder Furcht einflößend. Dabei sind vor allem Gorr und seine grausamen Fähigkeiten und Folterspiele nicht schön zu beobachten. Der Schmerz und das Leid der Figuren werden zum Greifen nahe – man leidet mit.

Der Auftakt der Reihe gewährt einen fantastischen Einblick in die Entwicklung Thors, und ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass sich diese überzeugend in einen Film transportieren lässt. Dabei lassen vorwiegend der göttliche Aspekt und die weitläufigen Ereignisse es logisch erscheinen, wenn die Avengers nicht auftauchen, um ihm zu helfen. Wobei dies durch einen kleinen Cameo-Auftritt abgerundet wird. So manche klasse Kampfszenen würde ich nur zu gern in Live-Action sehen, besonders der letzte Kampf beinhaltet Szenen, die ihresgleichen suchen, aber ich möchte nicht zu viel Spoiler.

Post-Tourismus

Man merkt, dass es in Salzburg langsam ruhiger wird. Die stressigen Wochen der Adventmärkte sind vorbei. Die Lokale gehen in eine mal mehr, mal weniger lange Pause und gönnen ihren Mitarbeiter*innen ein wenig Urlaub. Sie mussten sich in den vergangenen Wochen immerhin mit genug Touristen und Einheimischen, die die Stadt und ihre Angebote genießen wollten, auseinandersetzen. Es ist immer wieder schön, durch eine etwas ruhigere Stadt zu spazieren. Besonders wenn man etwas früher dran ist, so wie am Samstag beispielsweise.

Es war noch nicht einmal 11 Uhr morgens, da saß ich schon im Zug auf dem Weg in Richtung Stadt. Es war furchtbar kalt, zum Glück allerdings nicht eisig, aber trotzdem war der Waggon gut gefüllt. Doch sobald man den Hauptbahnhof verlässt, verläuft es sich und man kann seiner Wege gehen. Das Salzburg Museum hat leider immer noch geschlossen und es wird noch so einige Zeit dauern, bis es erneut seine Pforten für Besucher*innen öffnet. Doch das gleich daneben gelegene Café MUS empfängt gerne Gäste und bietet hervorragenden Espresso. Ich finde es ein wirklich tolles Lokal, mit nettem Personal und einer angenehmen Atmosphäre.

Mittagessen gab es schließlich im Hotel-Restaurant Goldgasse. Schon des Öfteren hatten wir abends versucht, einen Tisch zu bekommen, aber entweder war das Lokal oder die Küche noch nicht geöffnet, oder aber man bekam gar keinen Platz mehr. Doch zu Mittag ist die Situation schon etwas anders. Es sind nicht so viele Tische reserviert, und wir waren noch früh genug dran, bevor der größere Ansturm kam. Das Essen dort ist zwar etwas höherpreisig, doch die Qualität stimmt dementsprechend auch. Es kommt dann auch darauf an, wie das Essen präsentiert wird. Auf die Kleinigkeiten, die einen solchen Restaurantbesuch zu etwas Besonderem machen, wird hier geachtet und es lohnt sich immer wieder.

Eigentlich stand an diesem Tag ebenso noch eine Führung an. Doch wie sich herausstellen sollte, war dies gar nicht so einfach. Das Wohnhaus von Mozart hatte genau über dieses Wochenende geschlossen und würde erst später wieder eröffnet werden. Für die allgemeine Führung zu Salzburg mit einem kleinen Spaziergang, den wir eigentlich machen wollten, hätten wir uns anmelden müssen. Die spontane Führung fand dagegen zwei Stunden früher statt. Ich glaube, wir hatten noch etwas anderes im Kopf, aber auch das sollte nicht klappen. So gab es noch einen Tee im Altstadt-Hotel und einen kleinen Spaziergang durch die Getreidegasse.

Doch die nächste Gelegenheit, einen neuen Aspekt von Salzburg kennenzulernen, ist bereits gebucht. Ich werde sicher davon berichten. Die ersten Monate des Jahres sind immer wieder schön, in Salzburg zu verbringen. Es wirkt frisch und anders. Die Hektik der Weihnachtszeit legt sich, Ruhe kehrt ein und es ergeben sich stets Möglichkeiten, Neues zu entdecken. So wie es eben sein sollte.

One Ladekabel to rule them all

Nachdem ich schon seit einigen Monaten wieder Bart trage, in unterschiedlichen Längen, wurde es mal wieder Zeit für eine Glattrasur. Die neuen Haarschneider, die ich mir vor ein paar Wochen für die Bartpflege zugelegt hatte, leisteten dabei gute Dienste. Die alten Rasierer besaß ich schon wieder einige Jahre und man merkte ihnen das auch an. Als ich diese entsorgte, habe ich auch die Schublade unter dem Waschbecken entmüllt. Diese Schublade im Bad, die einigen Platz bietet, nutze ich gerne, um Dinge „temporär“ zu lagern, bis sie irgendwann zum Inventar gehören. Doch manchmal muss die Ordnung wieder hergestellt werden.

Wie sich herausstellen sollte, war ich dabei wohl etwas zu engagiert. Denn nicht nur hatte ich die alten Rasierer und deren Ladekabel entsorgt, ich hatte wohl aus Versehen auch das Ladekabel für den elektrischen Glatt-Rasierer weggeworfen. Da denkt man sich nun, als unbescholtener Bürger: Zum Glück gibt es die EU-Verordnung oder Vorschrift für einheitliche Ladekabel. Wieso sonst hätten alle Elektronikhersteller auf USB-C umgestellt, wenn dann trotzdem noch unterschiedliche Standards vorherrschen würden. Allerdings scheinen Rasierapparate nicht auf dieser Liste an elektronischen Geräten zu gehören.

Zwar besitzen sämtliche Rasierer, die ich habe oder hatte, einen fast identischen Stecker – den mit zwei Anschlüssen, flach und an den Seiten abgerundet – doch eben nur fast. Die Rundungen unterscheiden sich je nach Hersteller, mal ist in der Mitte unten eine kantige, mal eine etwas rundere Aussparung zu finden. So kann ich meinen noch übrig gebliebenen Rasierer partout nicht aufladen, weil es eben doch nicht überall Standards zu geben scheint. Ein Versäumnis, das doch bitte einmal nachgeholt werden sollte. Kopfhörer, Smartphone, Tablet, sogar das Macbook kann ich mit demselben Kabel laden. Nur im Bad muss ich unterschiedliche Anschlüsse parat haben und jedes Mal suchen, was gerade der passende ist, für das Gerät, dass ich in der Hand halte.

Sara Oliveira | Unsplash

Nachverfolgbarkeit

Seit Ende 2021 habe ich ein Journal von der Marke Leuchtturm1917. Darin kann man fünf Jahre lang festhalten, was man jeden Tag so gemacht hat, wie es einem geht und dergleichen. Was man eben in ein paar Sätzen ausdrücken kann. Dabei ist pro Seite ein Tag abgebildet und dieser Tag in jeweils fünf großen Zeilen unterteilt – pro Jahr eine. So kann man die Tage über die Jahre optimal vergleichen und sieht auf einen Blick, was man das Jahr zuvor, vor zwei Jahren und so weiter gemacht hat. Ich mag dieses Fünf-Jahres-Journal sehr gerne. Die Vergleichbarkeit ist wunderbar und es motiviert jeden Tag ein bisschen was aufzuschreiben. Es lassen sich Muster erkennen und Verhaltensweisen beobachten, die man vielleicht anders nicht gemerkt hätte.

Nun mache ich allerdings auch die Homework for Life von Matthew Dicks. Dabei trägt man in einer Tabelle, ich verwende dafür Numbers von Apple, jeden Tag eine Geschichte ein, die man erlebt hat. Man lässt den Tag Revue passieren und macht sich Gedanken. Ziel ist es, wenn ich jemandem fünf Minuten über meinen Tag berichten sollte, was das wäre. In den vergangenen Monaten bin ich mehr dazu übergegangen, einfach reinzuschreiben, was ich gemacht habe. Also eigentlich dasselbe, wie in dem Fünf-Jahres-Journal. Doch es ist ein feiner Unterschied zwischen den beiden Systemen. Das ist einer meiner Vorsätze für dieses Jahr, dass ich mich wieder mehr auf die Storytelling-Aspekte dieser Aufgabe konzentriere.

Jedenfalls vergesse ich durch diese Doppelung an Einträgen manchmal mein Fünf-Jahres-Journal. Oder ich trage in keinem der beiden Systeme etwas ein. Doch ich will eigentlich keinen Tag verlieren. Denn man findet mit der Zeit wirklich jeden Tag etwas, über das man berichten möchte, das erzählenswert ist oder an das man sich einfach gerne erinnert. Ohne diese Übung gäbe es sicherlich nicht diesen täglichen Blog. Aber wenn ich jetzt ein paar Tage vergessen habe, etwas einzutragen, ist es manchmal nicht so leicht nachzuvollziehen, was ich an genau dem Tag getan habe.

Da kommt mir unsere digitalisierte Welt sehr zugute. So lässt sich nicht nur schnell nachvollziehen, was sich den Tag über ereignet hat, sondern die Erinnerung daran ist mit Sicherheit einfacher. Ich kann unter anderem in der Fitness-App vom iPhone sehen, wann ich wo spazieren war und ob ich vielleicht danach noch trainiert habe. Ich kann sehen, welche Podcasts ich gehört habe und durch die verschiedenen Chatverläufe mir auch andere Dinge wieder ins Gedächtnis rufen. Fotos helfen genauso dabei, wie etwaige andere Apps, die man im Laufe des Tages verwendet. So kann ich meine Einträge ins Fünf-Jahres-Journal oder die Tabelle für Homework for Life mit einfachen Mitteln vervollständigen. Es lebe die digitale Welt.

God of War

Sechs Jahre nach Erscheinen von God of War dachte ich mir, es ist Zeit, diese scheinbar großartige Neuauflage der geliebten Playstation-Spielreihe selbst zu erleben. Ich kann nicht einmal genau sagen, warum ich so lange gewartet habe. Die ursprüngliche God of War-Trilogie habe ich geliebt und nicht nur einmal durchgespielt. Den dritten Teil habe ich sogar platiniert.

Ich kann mich noch erinnern, dass man für die Platin-Trophäe von God of War III das Spiel auf dem schwierigsten Schwierigkeitsgrad durchspielen musste. Genau dieser letzte Durchgang des Spiels hat mir noch gefehlt. Ich bin recht gut durchgekommen, bis zu einer Stelle, wo man gegen den dreiköpfigen Hund antreten musste (Zerberus). Ich habe es unzählige Male probiert und bin immer wieder gescheitert, bis ich dachte, ich muss dieses Unterfangen abbrechen. Eine kurze Internet-Recherche hat allerdings ergeben, dass es in der ersten Version des Spiels einen Bug oder etwas Ähnliches gab, den man ausnutzen konnte, um sich diesen Kampf einfacher zu machen. Ich habe also das Spiel gelöscht (weil der Bug mit einem Update gefixt wurde) und neu installiert, ohne es zu aktualisieren. So kam ich schließlich also doch an diesem vermaledeiten Hund vorbei und habe mir meine Platin-Trophäe abgeholt. Der Rest des Spiels war zwar ebenfalls nicht gerade leicht, aber nichts hat mich so sehr genervt und vor eine Herausforderung gestellt wie dieser Hund. Wenn ich mich richtig erinnere, startete ich den Kampf auch immer mit sehr wenig Leben oder es gab etwas anderes, was diesen Kampf schwieriger machte. Jedenfalls werde ich das so schnell nicht mehr vergessen. Und das Spiel ist mittlerweile schon 14 Jahre her.

Aber zurück zur Neuauflage von 2018. Nachdem ich Elden Ring mehrmals durchgespielt habe und am Steam Deck Spiele wie Vampire Survivors oder Blasphamous II genieße, wollte ich mal wieder ein richtig gutes Story-Game. Ein Spiel, das nicht nur durch großartige Charaktere besticht, sondern durch gut designte Welten, einen tollen Soundtrack; das eine wirklich mitreißende Geschichte erzählt. Wohin wendet man sich da also? Richtig, Sony. Die Last of us-Reihe ist großartig und Horizon muss sich ebenso wenig verstecken (auch wenn ich die beiden Spiele der letztgenannten Reihe ebenso erst noch spielen muss) – das Studio liefert immer wieder bahnbrechende Spiele ab. God of War Ragnarök gilt als Meilenstein der Spielgeschichte, also blieb mir nichts anderes übrig, als mit dieser Reihe meinen Neueinstieg zu wagen.

Kratos hat sich mittlerweile von seinen griechischen Wurzeln losgesagt und ein Leben in der nordischen Mythologie aufgebaut (in a new realm). Ein einfaches Leben als Ehemann und Vater. Seine Frau ist erst kürzlich gestorben und ihr letzter Wille war es, am höchsten Berg bestattet zu werden. Also macht sich Kratos mit seinem Sohn Atreus auf, die Asche der Mutter auf ebendiesem Berg zu verstreuen. Doch es wäre nicht God of War, wenn sich Kratos nicht unfreiwillige Feinde machen würde. So wird es ein schwieriger Aufstieg und eine lange Reise durch die Welten der nordischen Mythologie, und man trifft auf jede Menge cooler Charaktere, die man zum Teil wiedererkennt, von anderen Geschichten, die sich dieser Erzählungen bedienen. Man reist von Midgard nach Alfheim, Niflheim und in andere Welten entlang des Weltenbaumes Yggdrasil. So muss nicht nur Atreus über sich hinauswachsen und lernt seinen Vater von einer neuen Seite kennen, auch Kratos muss lernen, sich seinem Sohn gegenüber zu öffnen. Ihm seine Wurzeln näher bringen.

Als Erstes fällt einem die fantastische Grafik auf. Das Spiel erhielt, wenn ich mich recht entsinne, ein PS5-Update, aber kein richtiges Remake oder Remaster. Trotzdem sieht das Spiel besser aus, als so manche aktuelle Spiele, die einen ähnlichen Grafik-Stil verfolgen. Besonders auf Kratos wurde viel Wert gelegt, dass sein Charakter detailliert und echt aussieht. Die Welt um ihn herum, allen voran natürlich sein Sohn, steht dem allerdings um nichts nach. Dafür sorgen auch die großartigen Schauspieler bzw. Synchronsprecher. Christopher Judge als Kratos passt, wie ein Kettenschwert zu einem Space Marine – a match made in heaven. God of War beweist, was möglich ist, wenn man sich auf eine Konsole spezialisiert und alles aus ihr herausholt. Man merkt die Liebe zum Detail und dass den Machern die Reihe wichtig ist. Das war schon bei den alten Spielen der Fall. Nun bin ich sehr gespannt, wie Ragnarök aussehen wird.

Die Steuerung ist durchaus intuitiv, allerdings komplexer als noch bei den Vorgängern. Was natürlich an der Art des Spiels liegt. Die Neuauflage ist ein Third-Person-Action-Rollenspiel. Die alten waren zwar auch Third-Person, aber im Hack-and-Slay-Genre zu verorten. Atreus hilft in den Kämpfen ordentlich mit und es macht großen Spaß, mit ihm die Welt von Midgard und Co. zu erkunden. Die Geschichte entfaltet sich in einem angenehmen Tempo, und wir treffen immer mehr interessante Gestalten, die die beiden auf der Reise begleiten oder unterstützen.

Es gibt so einige Nebenmissionen, die man erledigen sollte, um bessere Ausrüstung zu bekommen und entsprechend aufleveln zu können. Diese Nebenmissionen sind jedoch kurzweilig und vertiefen die Geschichten der Charaktere und der Welt. Was allerdings etwas sauer aufstößt, ist der Schwierigkeitsgrad. Es gibt in God of War eine Art Hub, in den man immer wieder zurückkehrt und der sich im Laufe des Spiels verändert. Wenn man hier neue Gebiete freischaltet, will man diese natürlich erkunden. Atreus bestärkt einen sogar darin, dass man das tun sollte. Mit dem kleinen Ruderboot macht man sich also auf den Weg. Allerdings stößt man hierbei immer wieder auf Gegner, die mehrere Level über Kratos derzeitiger Stufe sind und mit uns den Boden aufwischen. Das frustriert und ist ungeschickt gelöst. Warum Gebiete freischalten und zum Erkunden aufrufen, wenn man nur gegen eine künstliche Level-Mauer rennt?

Ebenso hätte man das Erzeugen und Upgraden von Rüstungen etwas einfacher gestalten können. Es gibt sehr viele verschiedene Materialien, Rüstungsgegenstände und Möglichkeiten, diese mit Buffs und Fähigkeiten auszustatten. Ebenso die Waffen, die man findet. Das lenkt für meinen Geschmack etwas zu sehr von der Geschichte ab und ist mir zu komplex. Auch, dass man immer wieder in frühere Gebiete zurückkehren muss, um Kisten zu öffnen, die zuvor unzugänglich waren, weil man eine bestimmte Fähigkeit dafür benötigt, ist nicht ganz mein Stil. Das geht bei Metroidvania-Spielen, weil es hier zum Konzept gehört, aber bei God of War muss ich das nicht unbedingt haben.

Bis auf das Thema mit dem Schwierigkeitsgrad sind das allerdings Kritiken auf einem hohen Niveau. Im Nachhinein frage ich mich, warum ich so lange mit diesem großartigen Spiel gewartet habe. God of War ist ein würdiger Nachfolger und eine tolle Fortsetzung der Reihe. Die alten Teile und die früheren Geschichten werden nicht ignoriert, sondern geschickt in diese Neuauflage integriert. Atreus ist eine tolle Ergänzung und keinesfalls ein nerviger Begleiter, wie es bei manch anderen Spielen der Fall wäre.

Zum Schluss möchte ich noch ein Video empfehlen. Und zwar von der damaligen Ankündigung von God of War. Das war 2016 auf der E3. Ich habe das damals, glaube ich, gar nicht so mitbekommen. Aber Spiele sollten öfter auf diese Weise vorgestellt werden. Besonders, wenn diese Spiele eine so reichhaltige und lange Geschichte haben wie God of War. Wirklich fantastisch gemacht.

MCU Rewatch | Thor: The Dark World

Bisher hatten es zweite Teile im MCU wirklich nicht leicht. Mir kommt es so vor, als ob The Dark World zwar nicht ganz so schlecht aufgenommen wurde wie Iron Man 2, er musste allerdings einiges an Kritik wegstecken. Laut Wikipedia hatte das zweite Abenteuer von Thor die niedrigste Bewertung eines MCU-Films bei Rotten Tomatoes, bis Eternals 2021 in die Kinos kam. Beide haben das, meiner Meinung nach, nicht verdient. Besonders wenn man sich die Ereignisse ansieht, die sich im Film abspielen, finde ich The Dark World noch sehr viel gelungener als kommende Einträge in diesem Franchise.

Doch fangen wir mit dem Titel des Films an: The Dark World. Nichts dabei. Nur, dass er für die deutsche Ausstrahlung in The Dark Kingdom geändert wurde. Ich habe mich noch nie intensiver mit dem Abändern von Filmtiteln auseinandergesetzt. Allerdings habe ich es noch nie verstanden, dass man für die deutsche Vermarktung einen vorhandenen englischen Titel durch einen anderen englischen Titel korrigiert. Gleiches war übrigens bei Mission: Impossible – Ghost Protocol der Fall, der für den deutschsprachigen Markt den Zusatz Phantom Protokoll bekam. Sehr seltsame Entscheidungen, die manchmal zu mehr Verwirrung führen als zu mehr Klarheit. Aber andere Märkte haben ja ähnliche Vorgehensweisen, wie wir beim ersten Avengers-Film gelernt haben.

Kommen wir aber zurück zu Thor. Dieses Mal ist es Jane, die sich nach Asgard begeben darf und dort so eine Art fish-out-of-water-Situation erlebt. Odin plant natürlich sie gleich wieder wegzuschicken, ein paar Klischees müssen eben doch erfüllt werden, sieht aber schnell ein, dass es sehr wohl ihr aller Problem ist. Dass der Infinity Stone hier eine Art Äther ist, der schwebt und in der Gegend herumfliegt und kein tatsächlicher Stein ist durchaus eine nette Idee. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, ob erklärt wird, wie Thanos ihn in Steinform bringt, aber man muss ja nicht alles erklären.

Malekith als Gegenspieler bleibt leider nicht besonders nachvollziehbar. Seine Ziele sind zu abstrakt, werden nicht genau erklärt. Es heißt lediglich, dass er das Universum in Dunkelheit stürzen will. Dabei ist das eigentlich nicht richtig. Er will in das vorherige Universum zurück, das vor diesem hier bestand. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist er, genauso wie der Äther, älter als das Universum selbst und findet sich in diesem neuen Zustand nicht zurecht – Veränderungen sind grundsätzlich immer schlecht, wie wir alle wissen. Ich weiß nicht, ob er in den Comics mehr Hintergrundgeschichte bekommt, aber das besser hervorzuheben und genauer zu formulieren, was er möchte, hätte dem Film sicherlich gutgetan. Genauso wie ein besseres Finale.

Der letzte Kampf zwischen unserem heldenhaften Team rund um Jane, Erik, Thor, Darcy und dem Azubi, sowie dem Bösewicht Malekith, der durch die Kraft des Äthers verstärkt wird, ist etwas enttäuschend. Der Dunkelelf bekommt ein paar Gliedmaßen weg-teleportiert und schon ist er besiegt. Auch wenn ich grundsätzlich ein Duell der Geister schätze (Stargate hat das Beispielsweise wunderbar gemacht, als sich Daniel Jackson mit dem Kollektiv der Replikatoren angelegt hat), wäre hier vielleicht mehr Blitz und Hammer-Action von Vorteil gewesen. So endet der Film recht abrupt und man kann den Sieg nicht wirklich genießen, genauer gesagt auskosten. Er fühlt sich nicht so verdient an.

Dann haben wir noch überraschenderweise zwei Tode im Film. Als Erstes verlieren wir leider Frigga (Rene Russo). Sie stirbt im Kampf mit Malekith. Dieser Kampf hätte ebenfalls etwas ausführlicher sein können. Allerdings spürt man ihren Tod durchaus deutlicher, da er sehr überraschend kommt. Mit dem Begräbnis, der Betroffenheit der Charaktere und der Musik kann der Verlust der Mutter wirken. Das Begräbnis zu See ist fantastisch gestaltet und man fühlt die Wucht der Verluste; toll gemacht. Es geht nicht gleich weiter, sondern man trauert. Auch wenn es später nie wieder zur Sprache kommt.

Beim scheinbaren Tod von Loki ist das ganz anders. Thor verliert zwar seinen Bruder, macht aber dann gleich mit dem Kampf weiter, reißt Sprüche und ist locker drauf. Für ihn ist er doch weg, wir bekommen das allerdings nicht wirklich zu spüren. Vielleicht hätte man mit der Auflösung etwas warten sollen. Was Loki mit Odin gemacht oder wie er sich ihm entledigt hat, wird leider auch nicht erklärt. Darauf müssen wir wohl bis zum nächsten Film warten.

Für mich ist, trotz der genannten Schwächen, Thor – The Dark World ein solider Eintrag ins MCU. Er macht Spaß zu schauen, lässt Momente auf die Zuschauer wirken und findet eine gute Balance. Die Charaktere sind weiterhin großartig besetzt und geschrieben. Alle bekommen ihren Moment im Rampenlicht, ohne dass sie sich gegenseitig im Weg stehen. Selbst Mjölnir wird zugestanden, ein wenig Situationskomik mitzubringen. Selbst die Post-Credit-Szene, die auf Guardians of the Galaxy anspielt, ohne auf diese wirklich einzugehen, ist großartig. Das sind Easter Eggs, die ich gerne sehen mag. Sie passen zum Film, geben etwas mehr Kontext, teasern aber gleichzeitig etwas Neues an, ohne zu sehr abzulenken.

Eiswelten

Es mag zwar kein Schnee liegen, trotzdem sieht man in der kalten Jahreszeit immer wieder weiße Felder und Bäume. Das ist das wunderbare, wenn es in der Nacht so bitterkalt wird und auch am Tag die Sonne nicht ihre volle Kraft entfalten kann. In den Schatten der Bäume bleiben Eiskristalle zurück und decken die Landschaft in einen leichten Hauch von weiß. Da konnte ich natürlich nicht anders, als ein paar Bilder zu machen.

Auf meiner typischen Spazierrunde am Wochenende habe ich vor nicht allzu langer Zeit ein paar Motive gewählt, die mir besonders gefallen haben. Manche mögen nicht viel zeigen, weil ich einfach nur ein Stück Gras fotografiert habe, aber die Kristalle sehen trotzdem hübsch aus. Leider wird das Foto mit dem Weg, der durch den Wald führt, der Realität nicht ganz gerecht. Es lag viel mehr Nebel über dem Ganzen und es sah sehr mythisch aus. Nachdem der Dezember über lange Zeit eher grau und düster war, tut es richtig gut, die vielen Sonnentage zu genießen. Hoffentlich bleiben sie uns noch eine Weile erhalten.

Geek-Planet: Birthright – Volume 3

Wie jeden Donnerstag sehen wir uns auch heute einen alten Text von mir an. Dieser erschien am 9. Oktober 2016 auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet«. Diesen gibt es zwar nicht mehr, trotzdem will ich alle meine Texte an einem Ort versammelt wissen.

Es ist immer wieder interessant, die alten Texte von mir durchzugehen. Manche sind wirklich gut strukturiert und erzählen stringent vom jeweiligen Produkt, das ich vorstelle. Dieser Text wirkt allerdings etwas hektisch auf mich. Teilweise habe ich rasch zwischen unterschiedlichen Punkten hin und her gewechselt, manchmal innerhalb eines Absatzes. Würde mich interessieren, ob das hier der Fall ist, weil mir nicht wirklich etwas eingefallen ist, was ich zu den jeweiligen Punkten besprechen kann und möchte, oder weil ich keine Lust hatte, den Text zu schreiben.

Natürlich kommt so etwas heute auch noch vor. Wenn mir nichts einfällt, schreibe ich zuerst über die Punkte, zu denen ich etwas sagen kann und will. Meistens stellt sich dann ein Flow ein und ich komme auch auf die zuvor schwieriger erscheinenden Punkte zu sprechen. Und wenn ich heute keine Lust habe, dann suche ich mir ein Thema, das mir eben interessant erscheint. Oder ich redigiere einen alten Text und schreibe eine Einleitung dazu. Hier die Einstiegshürde geringer, als ein leeres Blatt befüllen zu müssen. Das ist eben der Vorteil eines täglichen Blogs, und wenn man alle Ideen für Texte festhält und sammelt: Es findet sich immer etwas, worüber man schreiben kann.


Zwischen Mikey und Brennan beginnen die ersten Zweifel aufzusteigen. Es geht um die Absichten, die Mikey mit seiner Reise tatsächlich verfolgt. Nebenbei erfahren wir, wann Mikey das erste Mal dem Nevermind begegnet ist und es kommen ein paar mehr Figuren ins Spiel – also wieder ein voll gepacktes Abenteuer zwischen Erde und Terrenos.

  • Autor: Joshua Williamson
  • Künstler: Andrei Bressan
  • Colorist: Adriano Lucas
  • Letterer: Pat Brosseau

„That is the real question: Why did Mikey betray himself“ – Leslie Mast

Vertrauen ist ein kostbares Gut. Es muss stets gepflegt werden und wenn man es einmal verloren hat, ist es schwer, es sich wieder zu verdienen. Ist die Grundfeste erschüttert, die zwischen Freunden und Familie unabdingbar ist, wird es schwierig. Langsam, aber sicher verliert Mikey das Vertrauen seines Bruders. Denn mit jedem »Mage« dem er begegnet, wird mehr von der Wahrheit bekannt. Diese Wahrheit deckt sich nicht unbedingt mit der Version, die Mikey seinem Bruder erzählt. Vor allem in Bezug auf den Nevermind, den er so „selbstlos“ in sich aufgenommen hat. Was sind seine Absichten?

Zwar können wir diese Frage nicht beantworten, aber zumindest bekommen wir Einblicke in den Ursprung, genauer gesagt den Vorbesitzer des mysteriösen Geschöpfs. In Terrenos, während seiner Ausbildung, ist er schon öfter dieser Frau begegnet, die den Nevermind vor ihm besessen hat. Und später erkennen wir, wie Mikey ihn von God King Lore bekommen haben könnte. Dies sind ziemlich spannende Einblicke in die Vergangenheit unseres „Helden“, und es funktionieren die vagen Andeutungen ziemlich gut. Allerdings sollten die Rätsel nicht zu sehr in die Länge gezogen werden, sondern im nächsten Volume etwas aufgelöst werden.

Der erste Mage, dem Mikey gegenüberstand, war relativ einfach zu besiegen. Man bekam nicht wirklich einen guten Einblick in dessen Macht. Dies ändert sich nun gewaltig, weil gleich zwei von ihnen auf der Bildfläche bzw. den Panels erscheinen. Es scheint so, als hätten sie alle ihre bestimmten Fähigkeiten, und diese sind eindrucksvoll dargestellt. Vor allem Sameal, ein Assassine, dessen Identität ein weiteres Mal mehr Fragen aufwirft. Der Kampfstil und die Kleidung des Ninja sind sehr cool, ich möchte am liebsten einen Spin-off über seine Vergangenheit, aber ich bin mir sicher, da sehen wir noch mehr in den kommenden Geschichten.

Die Eltern der beiden Brüder bekommen in diesem Handlungsstrang wieder mehr zu tun. Aaron unternimmt Versuche, mit der NSA seinen Sohn zu finden, und Wendy macht weiterhin gemeinsame Sache mit Rya. Bald wird ihr Baby das Licht der Welt erblicken, und ich denke, das wird in einer sehr unpassenden Situation sein. Vielleicht hat dies die Macht, Mikey vom Bann des Nevermind zu befreien.

Auch geheime Identitäten spielen eine große Rolle. Zum einen hat Brennan Unterstützung eines totgeglaubten Gegners, und der NSA-Typ ist auch nicht gerade das, was man einen normalen Menschen nennen könnte. Birthright begeistert weiterhin mit einer dynamischen Geschichte, interessanten Rückblenden und fantastischen Charakteren. Verbunden mit den tollen Zeichnungen und den satten Farben, kann ich es kaum erwarten, bis Volume 4 erscheint.

Eines möchte ich noch kurz anmerken, denn am Anfang des Comics war die Rede davon, dass die Mages, die Mikey jagt, über die gesamte Welt verstreut sind. Natürlich war mir klar, wenn in einem amerikanischen Medium von „der Welt“ gesprochen wird, hauptsächlich die USA gemeint waren. Allerdings hegte ich die Hoffnung, dass dies hier etwas anders sein würde. Denn manche dieser alten magischen Wesen könnten sich nach Ägypten oder China geflüchtet haben. Oft wird viel Potenzial damit verschwendet, dass man sich auf die USA beschränkt, auch wenn man dadurch natürlich eine gewisse Atmosphäre erzeugen kann. Dahingehend erinnert Brithright manchmal sehr stark an die Abenteuer der Winchester-Brüder aus der Serie Supernatural.