Verwirrende Bluray-Editionen

Ich bin gerade dabei, einen Rewatch des Marvel Cinematic Universe (MCU) zu machen. In der chronologischen Reihenfolge, in der die Filme erschienen sind. Dazu gibt es jeden Samstag hier auf dem Blog einen kleinen Text. Aber natürlich besteht das MCU lange nicht mehr nur aus den von Marvel Entertainment und Disney produzierten Filmen. Mittlerweile ist es ein Multiversum, das viele Möglichkeiten bietet, alle vergangenen Produktionen an diesem großartigen Universum teilhaben zu lassen. Natürlich regt es ebenso zu viel Schabernack ein, der etwas zu sehr ausartet. Bei Deadpool & Wolverine ging es beispielsweise etwas zu weit. Aber der Text kommt erst im August 2025 (wenn mein Plan entsprechend aufgeht).

Jedenfalls sind die X-Men ein großer Teil von Marvel. Zumindest was die Comics anbelangt. Sie bilden ein eigenes kleines Universum im riesigen Marvel-Kosmos. Es sind großartige Geschichten, manchmal skurrile Charaktere und nach Spider-Man meine liebste Marvel-Nische. Deshalb fand ich es lange Zeit sehr charmant, dass Fox die Rechte an den Mutanten besaß und so ein eigenes, von Marvel getrenntes Film-Universum aufbauen konnte. Das ist ihnen auch recht gut gelungen. Zwar haben Unsicherheiten dazu geführt, dass sie die Reihe etwas zu oft rebootet haben und es hat ein Gesamtkonzept gefehlt, wie ich finde, aber im Endeffekt sind die X-Men Filme eine tolle Errungenschaft.

Die Filme habe ich schon sehr lange nicht mehr gesehen. Zum Glück gibt es Blu-ray-Boxen, die hier Abhilfe schaffen. Ich könnte mir auch Disney+ klicken, aber so oft schaue ich die Filme dann doch nicht und eine hübsche Box im Regal zu haben, neben den Collectors Editionen von den MCU-Phasen 1 bis 3 ist reizvoll. Nur muss man aufpassen, was man kauft, sonst hat man am Ende nur 6 Filme, anstatt der 10, die es maximal in einer Box gibt. Die Bezeichnungen auf Amazon sind da nicht gerade eindeutig.

Es gibt etwa eine X-Men – Complete Collection Blu-ray-Box als typische deutsche Version. Diese beinhaltet 5 Filme. Dann gibt es eine X-Men Collection. Ebenfalls eine deutsche Version und allerdings mit 6 Filmen. Die  X-Men Cerebro Collection beinhaltet 7 Filme. Es ist nicht immer einfach, herauszufinden, welche Filme wirklich enthalten sind. Hier ist es hilfreich, sich auf Rezensionen zu verlassen, die die Inhalte auflisten. Besonders lustig wird es aber, wenn man noch die UK-Importe einbezieht. Hier gibt es nämlich ebenso eine X-Men – Collection, allerdings als 10-Filme-Sammlung. Diese ist also wirklich fast komplett. Aber auch nur fast, denn aus irgendeinem Grund hat sich der Vertrieb entschieden, Logan aus der Sammlung zu exkludieren. Zum Glück habe ich den damals als eigene Blu-ray gekauft, die ich noch besitze.

Es gilt also genau zu lesen, bevor man sich an eine Collection heranwagt. Nicht nur sind die Inhalte anders, auch die Preise sind nicht immer nachvollziehbar. Deshalb finde ich die Importe aus anderen EU-Ländern oder UK interessant. Hier ist es von Vorteil, wenn man des Englischen mächtig ist und auf eine deutsche Synchro verzichten kann. Oder es sind bei manchen EU-Ländern ebenso die deutsche Tonspur enthalten. Der Blick in die Produktbeschreibung lohnt sich, um sicherzugehen, dass man auch wirklich das kauft, was man haben möchte.

Ein neues Universum

Nachdem ich mir vor Kurzem Marvel Unlimited geholt habe, war ich mir unsicher, wo ich anfangen soll. Immerhin sind es knapp drei Jahre, in denen ich kaum Comics gelesen, geschweige denn den Marvel-Kosmos an sich verfolgt habe. Neue Comics gibt es jede Woche, es ist eine fortlaufende Geschichte, die niemals endet. Welchen Zeitpunkt sucht man sich da aus, um wieder einzusteigen in diese großartige, bunte Welt der Superhelden?

Die Antwort war so einfach wie überraschend. Ich hatte vollkommen vergessen, dass Jonathan Hickman damit betraut wurde, das Ultimate-Universum wieder aufzubauen. Warum wieder? Anfang der 2000er begann, mit Ultimate Spider-Man von Brian Michael Bendis und Mark Bagley, ein neues Universum innerhalb des Marvel-Kosmos. Es sollte für Autorinnen und Künstlerinnen eine Möglichkeit sein, ohne Jahrzehnte alte Traditionen und eine ebenso lange währende Geschichte, Charaktere neu zu denken. Sie neu zu interpretieren und frische Geschichten zu erzählen. Doch irgendwann hat man sich dazu entschlossen, das Ultimate-Universum sterben zu lassen und ein paar wenige Charaktere in das Haupt-Universum von Marvel zu implementieren.

Wie mittlerweile wahrscheinlich hinlänglich bekannt sein sollte, besteht der Marvel-Kosmos aus einem Multiversum. Das heißt, es existieren mehrere Universen parallel nebeneinander. So kann man unterschiedliche Interpretationen derselben Charaktere haben. Sie unterscheiden sich durch ihre Entstehungsgeschichte, Einstellungen, Geschlecht, Umgebung; einfach in allem, was man sich vorstellen kann. Jedem dieser Universen ist eine Nummer zugeteilt. Das Haupt-Universum hat die Nummer 616. Das ist insofern großartig, als es dieses Haupt-Universum nicht zu etwas Besonderem macht. Es ist eine Welt unter vielen und diese ist eben zufälligerweise diejenige, die wir in den Comics verfolgen und sehen. Bei DC ist das etwas anders; hier bezeichnet man das Haupt-Universum oder dessen Erde als »Prime Earth«. Es gibt also nur eine richtige, von der alles andere ausgeht. Bei Marvel können alle das richtige Universum sein. Es gibt keine Hierarchie per se.

Wie dem auch sei, das alte Ultimate-Universum wurde also ausgelöscht. Dieses Universum hatte die Kennung 1610. Nun hat Jonathan Hickman, gemeinsam mit dem Künstler Bryan Hitch, 2023 ein neues Ultimate-Universum erschaffen. In der vier Ausgaben umfassenden Mini-Reihe Ultimate Invasion kreiert ein böser Reed Richards (The Maker) dieses neue Universum (das hat die Kennung 6160). Doch in diesem gibt es keine Helden. Der Maker kommt ursprünglich aus der alten 1610-Welt und hat somit das Wissen von zwei Welten. In der von ihm erschaffenen neuen Welt will er herrschen, ohne lästige Superhelden. So vereitelt er (fast) alle Entstehungsgeschichten. Kein Spider-Man, kein Black Panther, keine Avengers.

Ultimate Invasion ist oberflächlich betrachtet eine mehrere Universen umspannende, epische Geschichte. Doch bei genauerem Betrachten erzählt sie eigentlich nur die Geschichte einer Handvoll Charaktere. In dessen Zentrum steht allerdings nicht der Maker, sondern Howard Stark. Tony Starks Vater, der in diesem Universum 6160, eine Verschwörung aufdeckt, die er nicht stehen lassen kann. Es ist eigentlich eine sehr intime Geschichte, die ich so nicht erwartet habe. Die Conclusio findet dann in dem One-Shot-Comic Ultimate Universe statt und gibt den Startschuss für die weiteren Ultimate-Comics: Spider-Man, Black Panther, X-Men und The Ultimates.

Bisher habe ich zwar nur Ultimate Invasion, Ultimate Universe und ein paar Ausgaben von Ultimate Spider-Man (ebenfalls von Jonathan Hickman, mit den Künstlern Marco Checchetto und David Messina) gelesen. Ich bin allerdings sehr begeistert, wie scheinbar mühelos es Hickman gelingt, persönliche, kleine Geschichten inmitten eines epischen Konflikts zu erzählen. Wie auch schon bei den X-Men, die er 2019 in eine neue Krakoa-Ära führte, schafft er erneut eine vielleicht angestaubte Idee, mit frischem Wind zu füllen. Erst einmal werde ich definitiv bei den Ultimate-Comics bleiben, und mich danach erst anderen Ausgaben widmen, die sich im 616-Universum abspielen.

Das Ultimate-Universum war immer ein Ort, wo man mit alten Traditionen brechen und neues ausprobieren konnte. Es blieb manchmal hinter diesen Erwartungen zurück. Vielleicht hat man sich nicht getraut oder den Autor*innen künstlerische Fesseln angelegt. Deshalb freut es mich umso mehr, dieses tolle Universum sich neu entfalten zu sehen. Ich weiß nicht mehr wo, aber in einem Podcast habe ich vor vielen Jahren einmal die Idee gehört, dass man das Ultimate-Universum als temporäres Konstrukt sehen sollte, das alle 10 Jahre oder so neu gedacht wird. Jetzt gibt es eben Jonathan Hickmans Version davon, wo sich natürlich auch andere austoben und Charaktere neu erfinden können. Später gibt es vielleicht wieder ein neues und so weiter. Ich halte das für eine gelungene Idee, so kann das Ultimate-Universum kontemporärer, moderner und mit mehr Risiken gedacht werden, als es beim herkömmlichen 616 möglich wäre.

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MCU Rewatch: Iron Man 2

Eigentlich erstaunlich, dass gleich der dritte Film im MCU eine Fortsetzung ist. Ich bin mir nicht sicher, ob ich von der Reihenfolge etwas ändern würde. So wie sie ist, sieht die erste Phase ausgezeichnet aus und hat tolle, originelle Einträge, aber man kann stets etwas verbessern. Vor allem, wenn man es mit über 10 Jahren Abstand betrachtet. Was ich auf jeden Fall gerne gesehen hätte, unter Berücksichtigung des heutigen Wissensstands, ist ein Black Widow Film. Oder auch einen S.H.I.E.L.D.-Film, indem sie und Hawkeye die zentralen Figuren sind. Ein gut gemachter, bodenständiger Agenten-Thriller wäre das i-Tüpfelchen der ersten Phase gewesen.

Meine Modifikation würde dann so aussehen. Erst Iron Man und Incredible Hulk, gefolgt von dem SHIELD/Black Widow Film (die Geschichte könnte auch erzählen, wie Natasha zu S.H.I.E.L.D. gekommen ist, oder sie Nick Fury kennengelernt hat). Daran anschließen würde ich Thor. So hätte man vier komplett unterschiedliche Genres, die aber doch in einem Universum spielen. Dann Iron Man 2. Die Szene mit Coulson, wo er nach New Mexico fährt, um sich der Thor-Situation anzunehmen, könnte man so umschreiben, dass es suggeriert, dass die beiden Einträge ins MCU parallel verliefen und nicht unbedingt hintereinander. Schließlich_Captain America_ und Avengers; die beiden sollten in dieser Reihenfolge bleiben.

Es ist immer noch eine Schande, dass Black Widow erst einen eigenständigen Film bekommen hat, nachdem sie im MCU gestorben ist. »Too little, too late«, wie man so schön sagt. Trotzdem mag ich ihren Auftritt in Iron Man 2 sehr gerne. Sie hat von Anfang an eine dominierende Präsenz, die man erst zuordnen kann, wenn man weiß, dass sie zu S.H.I.E.L.D. gehört. Sie passt sich den Situationen an, wie sie kommen, und die Action-Szene mit Happy ist einfach großartig. Er ist mit einem Gegner beschäftigt, während sie 10 besiegt.

Ivan Vanko aka Whiplash als Gegner ist völlig in Ordnung. Mickey Rourke holt alles aus dem Charakter heraus, was ihm das Drehbuch gibt, was leider nicht allzu viel ist. Trotzdem passt er als Gegner, vor allem auch die Zusammenarbeit mit Hammer und dass er sich als Unterstützung Drohnen baut. Hammer wird als Charakter nie zu nervig und macht seine Rolle als comic relief passabel. Die Neubesetzung von Rhodey mit Don Cheadle ist gelungen und sollte sich, wie wir jetzt wissen, als Glücksgriff herausstellen. Die Reise seines Charakters ist beeindruckend und seine Chemie mit Robert Downey Jr. toll zu beobachten. Auch er hätte mittlerweile seinen eigenen Film verdient, besonders nach den Ereignissen in Avengers: Age of Ultron.

Womit ich eher ein Problem habe, ist die Darstellung von der Alkoholsucht von Tony Stark; genauer gesagt ihre nicht-Darstellung. Sie gehen mir hier nicht weit genug. Vor allem nach einem Film wie The Incredible Hulk, der teilweise sehr düster daherkommt, hätte man den Zuschauer*innen zutrauen können, mit einer ausführlicheren Darstellung umzugehen. Vor allem, weil die Comic-Vorlage »Demon in a bottle« zu den gefeiertsten Iron Man Comics jemals zählt. Es ist eine der wichtigsten und prägendsten Geschichten von Tony Stark. Etwas mehr Drama und Tragik hätte diese Erzählung verdient gehabt. Dafür seine Vergiftung etwas zurückschrauben oder ganz rausnehmen. So wird nämlich diese als Grund für sein Verhalten hingestellt und nicht sein Alkoholproblem. Eine verpasste Chance.

Aber abgesehen davon ist Iron Man 2 ein weiterer, durchaus solider Eintrag ins MCU und baut die Idee eines zusammenhängenden Universums weiter aus. Nach diesen drei erdgebundenen Filmen geht es als Nächstes raus ins Reich von Mythen und Sagen. Es wird großartig.

Podcast-Statistiken

Die Podcast-App meiner Wahl ist Overcast. Ich habe zwar schon so einige Apps über die Jahre getestet und ausprobiert, aber ich kehre immer wieder zu dieser großartigen App zurück. Sie hat keinen unnötigen Schnickschnack, wird regelmäßig aktualisiert und überarbeitet, sodass sie mit den neuesten iOS-Versionen voll kompatibel ist, sowie schnell und zuverlässig funktioniert. Mit dem neuesten Update ist eine Funktion hinzugekommen, die ich mir schon lange gewünscht habe, denke ich. Denn nun kann man genau ansehen, welche Podcasts man wie lange hört. Werfen wir einen Blick drauf.

Insgesamt habe ich dieses Jahr schon 723 Stunden Podcasts gehört. Mag zunächst nach viel klingen, aber dabei muss man erstens einberechnen, dass ich »Die Sprechkabine« zum Einschlafen höre. 417 Stunden entfallen alleine schon darauf. Was man allerdings ebenso einberechnen muss, ist, dass ich Bitsundso meist über YouTube höre, da die Episoden für Bitsundso+ Abonnent*innen dort zum einen Live zum Anschauen und Zuhören verfügbar sind. Außerdem sind die Episoden anschließend dort natürlich gleich abrufbereit. Da jede Folge im Schnitt etwa 3,5h dauert und jede Woche eine neue erscheint, sind das etwa 160 Stunden, die noch obendrauf kommen.

Was mich am meisten überrascht und dann auch wieder nicht, sind die 131 Stunden, die auf The Pod zurückzuführen sind. Immerhin habe ich diesen fantastischen Gaming-Podcast erst dieses Jahr entdeckt. Für Unterstützer*innen erscheinen pro Woche etwa vier bis fünf Episoden mit unterschiedlichen Längen, da rappeln sich die Stunden schnell zusammen. Überraschend ist auch, dass ich mehr Hoaxilla höre, als Wrint. Gefühlt höre ich ständig einen Podcast mit Holgi (Holger Klein), aber das eben über mehrere Podcasts verteilt (Wrint, Wochendämmerung, Übermedien etc.), dadurch sind die einzelnen Podcast-Stunden geringer.

Ich finde es großartig, dass Overcast endlich Statistiken eingebaut hat. Mittlerweile stellen viele Apps am Ende des Jahres eine Zusammenfassung zur Verfügung. Es ist eine schöne Möglichkeit, auf das Jahr zurückzublicken und zu sehen, womit man so die Zeit verbracht hat. Mal sehen, was mir in den nächsten Wochen noch so begegnet. Vielleicht sammle ich ein paar und teile sie dann hier über den Blog.

Geek-Planet: Ultimate Spider-Man – Volume 19

Wie jede Woche werfen wir auch am heutigen Donnerstag einen Blick in die Vergangenheit und sehen uns einen alten Text von mir an. Der Folgende erschien am 5. Mai 2017 zum ersten Mal auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet«, den es heute nicht mehr gibt. So will ich nach und nach alle Texte von mir an einer Stelle versammelt wissen. Außerdem ist es interessant, die alten Texte durchzugehen.

Die folgende Besprechung von Ultimate Spider-Man ist ebenfalls die Letzte. Zwar habe ich noch mehr Comics von Spider-Man besprochen, doch mit der Ultimate-Reihe geht es damit zu Ende. Es war die Zeit, in der ich nicht mehr ganz so viel geschrieben habe und der Blog langsam endete. Ich habe 2017 auch angefangen, für Rogues Portal zu schreiben, einen amerikanischen Blog. Mein Fokus lag damit eher bei diesen Texten.

Meine Blogging-Karriere hat 2014 mit dem Ziel angefangen, die Ultimate Spider-Man-Reihe zu besprechen. Es ist beeindruckend, zu sehen, wo das Ganze schlussendlich hingeführt hat. Vielleicht bedeutet mir deshalb der Charakter so viel, weil er mich schon so lange auf einer ganz bestimmten Reise begleitet. Spider-Man-Comics waren die ersten Comics, die ich als Kind gelesen habe, und ihnen waren die ersten Texte gewidmet, die ich für meinen Blog schrieb. Der Text fängt zwar damit an, dass es der Beginn einer neuen Ära ist, aber in gewisser Weise ist es ebenso ein Ende eines Abschnitts. Mögen noch viele weitere Abenteuer, jedweder Art, kommen.


Der Beginn einer neuen Ära. Nicht nur übernimmt Stuart Immonen als Zeichner von Mark Bagley, auch in der Geschichte wird sich zukünftig einiges ändern. Dies hängt nicht nur mit S.H.I.E.L.D. und dem Goblin zusammen, sondern mit so manchen Dingen, die während dieser Storyline vorfallen. Also fangen wir am besten gleich an. Wie immer gilt: Spoiler voraus!

  • Ultimate Spider-Man Vol. 19: Death of a Goblin
  • Ausgaben: #112-117
  • Erscheinungsdatum: 2008
  • Autor: Brian Michael Bendis
  • Künstler: Stuart Immonen
  • Inks: Drew Hennessy
  • Colors: Richard Isanove, Justin Ponsor
  • Letters: VC’s Cory Petit

Es ist schon erstaunlich, wie ein komplett anderer Zeichner zwar das grundlegende Design einer Welt übernehmen kann, das Aussehen sich allerdings trotzdem fundamental ändert. Mark Bagley hat vorgelegt, wie Ultimate Spider-Man aussehen soll, aber Immonen findet trotzdem seine eigene Interpretation davon. Was ich an Mark Bagleys Zeichnungen besonders gerne mochte, waren die Nahaufnahmen von Gesichtern, die er während Dialogen zur Schau gestellt hat. Dies macht Stuart Immonen zwar ebenfalls, aber doch anders. Ich bin mir nicht sicher, wie ich es beschreiben soll. Aber nach über 100 Ausgaben ist es nicht überraschend, dass man sich erst an den neuen Look gewöhnen muss.

Was Immonen ebenfalls anders macht, ist, dass er Figuren, insbesondere Spider-Man selbst, realistischer darstellt. Realistischer insofern, als er Peter nicht ganz so dünn und mager zeichnet, wie es noch Bagley getan hat. Dies gefällt und ist eine willkommene Neuerung. Alles in allem mag ich den neuen Stil und freue mich auf die nächsten Geschichten, besonders wenn es zu neuen Gegnern kommt, die Stuart Immonen dann neu designen und in die Welt einfügen kann. Anfangs wird er sich wahrscheinlich noch mehr an Balgeys Vorgaben halten. Mit der Zeit aber immer mehr den eigenen Weg finden. Insofern ist ein weiterer Vergleich der beiden nicht fair und sollte vermieden werden. Beide interpretieren das Ultimate-Universum eben anders.

Was die Geschichte betrifft, werden wir mit einem kontroversen Thema konfrontiert, das mich zuvor schon beschäftigt hat. S.H.I.E.L.D. kümmert sich, wie wir wissen, um alle Supervillains, die gefangen werden. Sie sperren diese in extra dafür vorgesehene Zellen. Dass diese allerdings ohne jegliche Verhandlung auf unbestimmte Zeit festgehalten werden, verstößt gegen so einige Menschenrechte, die, so schwer es auch sein mag zu akzeptieren, auch Bösewichten wie Norman Osborn zustehen. Als dieser schließlich ausbricht und vor Kameras tritt, spricht er genau dies an. Natürlich wird die Wahrheit dabei etwas gedehnt, wenn es zu dem Unfall kommt, der ihn zu dem Monster gemacht hat, das er heute ist. Ich habe mich an dieser Stelle gefragt, wieso er denn nicht schon früher ausgebrochen ist und was er in der Zelle so lange getrieben hat.

Es passt durchaus zu der Geschichte, dass Bendis nicht wirklich eine Antwort oder eine finale Entscheidung dafür liefert, wie denn nun Bösewichte in Zukunft zu behandeln sind. Dies ist ein Thema, das wir sicherlich noch das ein oder andere Mal erwähnt sehen. Besonders, wenn es zu S.H.I.E.L.D.s momentaner Führung kommt. Denn Nick Fury ist verschwunden. Er scheint nicht gestorben zu sein, sondern lediglich nicht mehr auf der Erde zu verweilen. So hat Captain Carol Danvers das Zepter übernommen. Sie macht ohne Umschweife auch gleich ein paar Fehler, die nicht unbedingt nachvollziehbar sind. Es ist zwar lustig und unterhaltsam, ihr dabei zuzusehen, wie sie mit den schwierigen Situationen umgeht, die Nick Fury Tag täglich meistern musste, doch eines stört mich dann doch:

Wie bereits in einem der letzten Reviews angesprochen, demaskieren Freunde von Spider-Man den Wandkrabbler immer wieder. Selbst wenn sie nur mit ihm reden wollen oder scheinbar sein Bestes im Sinne haben. So demaskiert ihn Danvers im HQ von S.H.I.E.L.D., wo er zwar bekannt ist, aber trotzdem muss man ihm nicht gleich einen Teil seines Kostüms klauen. Außerdem sperrt sie ihn, angeblich zu seinem eigenen Schutz, in eine Zelle, ohne auch nur irgendetwas zu erklären. Kann sie sich denn gar nicht in ihn hinein versetzen? Immerhin ist er noch ein Jugendlicher. Dies ist etwas, was man vielleicht bisweilen vergessen mag, doch Peter ist noch sehr jung und manches lässt sich dann doch nicht so schnell verarbeiten und man überschätzt den Helden oft. So schätze ich es dann doch sehr, wenn wir subtil darauf hingewiesen werden, wer denn hier unter der Maske steckt.

Ebenso weiß ich zu schätzen, dass vergangene Ereignisse aufgegriffen werden. So leidet MJ an einer Art PTBS, als sie den Goblin auf einem Fernsehbildschirm entdeckt. Ähnliches kann man bei der Interaktion zwischen Peter und Osborn, als auch Harry und Osborn erkennen. Es sind stimmungsvolle und spannende Szenen, die perfekt in diese Welt passen. Vor allem werden hier diejenigen belohnt, die, wie ich, die Reihe von Anfang an lesen und so die kleinen Anspielungen und Easter Eggs verstehen. Dieses Verständnis mag zwar nicht unbedingt notwendig für die Geschichte sein, bietet dann allerdings ein wenig mehr Tiefe.

Death of a Goblin ist eine sehr persönliche und intime Geschichte, die so einige Handlungsstränge zu Ende führt. Besonders gefällt die Inszenierung des finalen Kampfes zwischen Vater und Sohn mit einem mehr als tragischen und traurigen Ende. Etwas, was man in dieser Form vielleicht gar nicht so sehr gewohnt ist von der Reihe. Eventuell spielt diese Begegnung bereits auf das Ende an, welches der ersten Inkarnation von Ultimate Spider-Man bevorsteht.

Ich bin sehr gespannt, wie es in der nächsten Handlung weitergeht, die ja etwas positiver gestimmt zu sein scheint. Immerhin lautet deren Titel: Spider-Man and his amazing friends.

Black Friday und der Warenkorb

Der digitale Warenkorb ist eine hervorragende Erfindung. Besonders wenn dieser, wie bei Amazon beispielsweise, die Artikel, die man dort hineinlegt, speichert. Meist muss man dafür natürlich einen Account haben und angemeldet sein, aber das ist ja mittlerweile bei vielen Webseiten der Fall. Ich nutze nämlich den Warenkorb, hier verwendet als singulären Überbegriff für alle Webseiten und nicht nur den des dominierenden Onlinehändlers, um Geld zu sparen. Man darf sich nur nicht von der allseits umgebenden Werbung dahingehend manipulieren lassen, alles immer gleich und sofort zu bestellen. Wenn wir eines nicht haben, dann einen Mangel an Dingen.

Besonders in diesen Tagen, wo es auf fast allen Webseiten und Shops Preisschlachten gibt, mag der Drang sofort zuzuschlagen und den günstigsten Preis zu ergattern, verführerisch sein. Vor ein paar Jahren war Geduld und sich Zeit lassen, dabei sicherlich noch schwieriger, weil Black Friday und Cyber Monday nur zwei bis vier Tage dauerten. Mittlerweile sind es allerdings Wochen. Es fängt Anfang bis Mitte November an und dauert bis in den Dezember hinein. Für Kund*innen ist das Ideal. Das nimmt den Druck heraus und gibt uns Zeit.

Denn so kann ich mich in Ruhe umsehen, schauen, was gerade im Angebot ist und Interessantes für später speichern oder eben im Warenkorb legen. Die Shops werben ja damit, dass die Angebote bis Dezember gelten, ich kann das Zeug also ruhig liegen lassen. Ein paar Tage später oder sogar zwei Wochen, nachdem ich es gespeichert habe, kann ich nochmal nachschauen und mich fragen: brauche ich das wirklich? Am Ende ist die Antwort meistens nein, ich lösche es und habe Geld gespart. Und selbst wenn sich herausstellen sollte, dass ich es tatsächlich gerne gehabt hätte; die nächsten Angebote kommen bestimmt, darauf ist verlass.

Ich finde es toll, dass Black Friday nun ein paar Wochen dauert. So ist das alles nicht auf nur ein paar Tage beschränkt, man kann sich Zeit lassen und überlegen. Eigentlich etwas, wo ich mir denke, dass die Shops und Anbieter das nicht möchten. Denn diese Zeit erlaubt es auch zu vergleichen. Man darf sich nur von den Shops nicht unter Druck setzen lassen. Countdowns bei speziellen Angeboten sind absurd, genauso wie die Angabe »nur noch 2 Stück auf Lager«. Selbst wenn dieses spezielle Ding ausverkauft sein sollte, ist es unwahrscheinlich, dass dies die letzten beiden Stücke auf der gesamten Welt waren.

Und wenn wir ehrlich sind, sind es am Ende doch meist nur Dinge, die in der Wohnung herumstehen, Staub sammeln und vor sich hin vegetieren. Nur weil etwas billig ist oder billiger, ist es nicht gleichzeitig besser oder erstrebenswerter. Die Kunst besteht darin, etwas zu kaufen, wenn man es wirklich benötigt. Nicht, wenn einem Unternehmen sagen, dass man es jetzt kaufen sollte. Ein durchaus erstrebenswertes Ziel.

Eyes on me

Seit ich vor ein paar Wochen angefangen habe, jeden Dienstag eine queere Geschichte vorzustellen, entdecke ich immer wieder etwas Neues. Damit meine ich nicht nur neue Webcomics oder Bücher, die ich mir bei Gelegenheit ansehen möchte, sondern auch neue Aspekte an Geschichten, die ich seit Jahren verfolge. Jeder Webcomic, den ich vorgestellt habe, hatte einen anderen Aspekt, den ich ins Zentrum rücken kann. Etwas, das mir zuvor gar nicht so bewusst war. Bei Eyes On Me ist es beispielsweise das Thema Zeit. Aber alles der Reihe nach.

Die Protagonisten dieses Webcomics sind Marcus und Evan. Evan arbeitet als Rezeptionist und gelegentlicher Guide in einem Museum. Er hat gerade eine schwierige, traumatische Beziehung hinter sich und will eigentlich nur mehr vergessen, was alles vorgefallen ist. Marcus hat eine Pause von seinem Studium eingelegt und arbeitet als Koch. Die beiden treffen sich zufällig bei einem gemeinsamen Freund. Wie sich herausstellen sollte, hat nicht nur Evan eine bewegte Vergangenheit, auch Marcus hat so manches Geheimnis zu offenbaren.

Eyes On Me hat immer wieder überraschende Wendungen zu bieten, die die Erzählung kurzweilig machen. Was die Zeichnungen anbelangt, war Eyes On Me stets auf einem hohen Niveau, hat sich allerdings im Laufe der Jahre noch mehr weiterentwickelt. Es ist immer wieder toll zu beobachten, welche Fortschritte Künstler*innen machen. Doch am meisten lebt der Comic von den Interaktionen zwischen Marcus und Evan. Beide sind sehr unterschiedlich, was nicht nur ihr Verhalten betrifft, sondern wie sie in Unterhaltungen agieren. Die Charaktere sind mit viel Liebe zum Detail geschrieben, das merkt man auf jeder Seite.

Natürlich gibt es auch ein paar Nebencharaktere, aber diese bleiben weitgehend im Hintergrund, außer sie stehen unseren Protagonisten zur Seite. Außerhalb der Wahrnehmungen von Evan oder Marcus lernt man sie nur äußerst selten kennen. Das stört allerdings nicht, da sie selbst in diesen Momenten Gelegenheit für coole oder einfach nur schöne Interaktionen bekommen. Außerdem hat Marcus eine süße Katze und die muss natürlich Priorität haben, vor den sonstigen Nebencharakteren.

Was mir beim erneuten Lesen von Eyes On Me auffiel, ist, wie bereits oben erwähnt, das Thema Zeit. Man merkt anhand der Unterhaltungen, mal direkter, mal mehr zwischen den Zeilen, dass zwischen den Treffen von Evan und Marcus viel Zeit vergehen kann. Manchmal sind es nur ein paar Tage, aber gelegentlich können es Wochen sein. Das unterstreicht nicht nur, dass die beiden mit ihren Leben außerhalb der angehenden Beziehung beschäftigt sind, sondern ebenso Evans Unsicherheit und Problem, anderen zu vertrauen. Es ist eine glaubhafte Darstellung, denn nicht jeder hat gleich 24h, 7 Tage die Woche Zeit, kann alles stehen und liegen lassen, nur weil man jemanden kennengelernt hat. Es muss sich entwickeln. Vor allem, wenn sich die Charaktere zufällig begegnen und nicht schon vorher befreundet sind, wie bei anderen Geschichten.

Eyes On Me ist ein Webcomic, der mich seit Jahren begeistert. Wie es scheint, wird allerdings das nächste Kapitel (Nummer 10), das letzte werden. Ich glaube, das ist erst das zweite Mal, dass ich es erlebe, dass ein Webcomic sein natürliches Ende erreicht. Ich hoffe, es wird ein gelungener Abschluss. Aber anhand der bisherigen Qualität zu urteilen, sollte das keine Schwierigkeit darstellen.

Auftakt am Adventmarkt

Vergangene Woche, am 21. November, war die Eröffnung des Christkindlmarktes in Salzburg. Genauer gesagt der Auftakt für die Märkte, denn in Salzburg haben wir ein paar davon. Es gibt den am Domplatz, die Franziskaner haben einen (aber der ist, glaube ich, nicht dauerhaft in der Adventszeit offen), die St. Peter haben einen kleinen, in dem es wunderbaren Glühwein gibt und natürlich gibt es noch den Markt auf der Burg. Dazwischen gibt es immer wieder welche, die allerdings nicht dauerhaft offen haben oder erst später. Zudem findet man diverse Marktstände am Samstagvormittag in der Stadt, etwa am Universitätsplatz. Essen und Trinken sollte man zu dieser Jahreszeit also genug finden.

Es war überraschend wenig los am Freitagabend. Zwar haben durchaus einige Leute die Straßen gefüllt und die Stände besucht, aber es war alles andere als überfüllt. Vielleicht war es den Menschen noch etwas zu kalt. Mit Freund J. bin ich direkt auf die Burg spaziert. Ich war sehr froh um meinen Schal, Haube und Handschuhe. Durch die Burg hat es ganz schön gezogen und das hat die gefühlte Temperatur noch einmal deutlich gesenkt. Aber wir haben uns mit leckerem Met und Glühwein gewärmt und sind die Burg ab spaziert.

Trotzdem benötigten wir anschließend ein warmes Essen. Die Wahl fiel auf das hervorragende Lemon Chili, das seit knapp einem Jahr neue Besitzer hat. Wenn es in der Stadt dicht gefüllt ist, kann man sich fast immer darauf verlassen, dass man dort einen Platz bekommt. Auch an dem Abend war es überraschend leer. Für Besucher an sich nicht schlecht, da man dort etwas Ruhe findet, abseits der hektisch gefüllten Straßen, für das Lokal allerdings alles andere als ideal. Ich hoffe, sie können den etwas angeknacksten Ruf von Früher mit der Zeit abschütteln, denn es ist wirklich ein tolles Lokal. Das ist eben die Gefahr, wenn man nicht nur ein Lokal, sondern ebenso dessen Namen übernimmt. Allerdings konnte sich die Bruschetta-Platte durchaus sehen lassen und das Chili con Carne schmeckte ebenfalls fantastisch. Ich bin immer wieder gerne dort.

Den Abschluss des Abends bildete natürlich ein Besuch in der Stamm-Weinbar Coquette. Ich mag die Adventzeit mit den Weihnachtsmärkten, Glühwein, Met und Lebkuchen, sowie dem ganzen leckeren Essen, das es an den unzähligen Ständen gibt. Es muss nicht immer viel sein, aber sich immer mal wieder durchprobieren macht schon Laune. Vor allem, wenn die Stadt, wie jedes Jahr, so hübsch beleuchtet ist. Die Tage werden kürzer, idealerweise wird es immer kälter und so kann man sich wunderbar auf Weihnachten einstimmen.

Schreibweisen

Ein Grund, warum ich Newsletter so gerne mag, ist, weil sie in gewisser Weise ein persönlicheres Medium sind. Zumindest wenn es sich um Newsletter handelt, die von Personen zu einem gewissen Thema verfasst werden und es sich nicht um die Info-Mail eines journalistischen Angebots oder Unternehmens handelt. Wie die täglichen Newsletter, die mich erreichen: von Matthew Dicks hin zu den Berichten von verschiedenen Falter Journalist*innen. Seit ein paar Wochen gibt es einen wöchentlichen Newsletter für Unterstützer*innen von The Pod, den ich sehr gerne lese, oder die unregelmäßigen Updates des Editors vom Elska Magazin.

Ich mag diese und andere persönlichere Texte, die man vielleicht unter der Kategorie Kolumne einordnen könnte, weil sie mir zeigen, wie andere über ihr Leben und was sie gerade bewegt berichten. Nicht nur worüber sie schreiben, sondern vor allem wie. Welche Formulierungen werden verwendet, wird Vorwissen vorausgesetzt oder viel erklärt? Welche Perspektiven werden eingenommen und wie persönlich werden die Einblicke in das jeweilige Leben? Alles Fragen, die mich immer wieder beschäftigen. Ich will mich schließlich weiterentwickeln; nicht nur persönlich, sondern in meinen Fähigkeiten als Autor, Blogger, Schreiber oder wie man es auch nennen möchte.

Immerhin gehört dies zur Weiterentwicklung aller Fähigkeiten dazu: wie haben es andere gemacht? Sagen mir diese Techniken zu oder nehme ich sie als Denkanstöße, wie ich es anders machen möchte. Es kann zur Bestätigung beitragen, dass man sich auf einem guten Weg befindet oder als Abgrenzung dienen. Ähnliches gilt beispielsweise ebenso für das Anmalen von Warhammer-Figuren (auch wenn ich jetzt schon einige Monate keinen Pinsel mehr in der Hand hatte). Man schaut sich Videos zu konkreten Techniken an oder lässt sich beim Bemalen spezifischer Figuren Schritt für Schritt anleiten. Mit der Zeit lernt man die Techniken anzuwenden und benötigt vielleicht nicht mehr so detaillierte Guides und wird selbstbewusster.

Immerhin kann Inspiration von überall herkommen und entsteht nicht in einem Vakuum.

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MCU Rewatch: The Incredible Hulk

Noch bin ich mir nicht sicher, ob ich zu jedem Film einen kleinen Text schreibe. Doch ich bin gerade sehr begeistert von meinem MCU Rewatch und will diese Begeisterung teilen. Aktuell schaue ich einige Filme innerhalb kurzer Zeit, aber die Texte darüber werde ich etwas strecken, denn sonst habe ich einen Monat lang nichts anderes als MCU als Thema des Blogs. Zwar ist daran nichts auszusetzen, doch habe ich noch andere Ideen und Themen, über die ich schreiben möchte.

Wie dem auch sei, kommen wir zu dem Film, den man vielleicht gerne mal vergisst. Ich kann nicht genau sagen, warum, aber er fühlt sich, vor allem aus heutiger Sicht, nicht zu 100 % passend an, im MCU. Versteht mich nicht falsch, es ist ein toller Film und sieht auch heute, 16 Jahre später, immer noch gut aus. Allerdings ist die Atmosphäre des Films komplett anders, als man es von einem MCU-Film erwarten würde.

Iron Man war schon anders, als ich ihn in Erinnerung hatte. The Incredible Hulk legt da noch eine gewaltige Schippe obendrauf. Zum Teil ist es ein kleiner Body-Horror-Film, der nicht davor zurückschreckt, die Angst und das Brutale hinter dem Hulk zu zeigen. General Ross geht geradezu kaltblütig gegen Bruce Banner vor und erst zu spät merkt er, dass nicht jeder Preis dafür steht, den Hulk zu fangen. Ich mag auch die Beziehung zwischen Bruce und Betty ist glaubwürdig und der Film vermeidet es zum Glück, einen erzwungenen Dreieckskonflikt aufzumachen. Bettys aktueller Freund vertraut ihr, wird nicht sofort eifersüchtig. Zwar gerät er sehr in den Hintergrund und bleibt nur ein Mittel zum Zweck, aber die Szenen mit ihm wissen zu überzeugen.

Bruces innerer Konflikt, wunderbar portraitiert von Edward Norton, ist zentraler Bestandteil des Films. Seine Versuche, den Hulk zu kontrollieren, indem er ihn unterdrückt und die Annahme, dass es mit seiner Aufregung und Puls zusammenhängt, dass er sich verwandelt, ist aus heutiger Sicht fast tragisch. Doch genauso nachvollziehbar sind diese Unterfangen, denn am Ende helfen sie ihm zu dem Bruce Banner zu werden, den wir später in Avengers wiedersehen werden.

Blonsky aka Abomination (Tim Roth) ist ein passender Gegenspieler, der noch einmal unterstreicht, dass es sich bei Hulk um ein Monster handelt, das gejagt, gefangen und seziert werden muss. In Verbindung mit den Methoden von Ross und den Experimenten, die an Blonsky unternommen werden, entsteht so eine dicht gepackte Atmosphäre. Dazu kommen Effekte, die sich auch heute noch sehen lassen können. Hulk hat sich in jedem folgenden Film etwas verändert und weiterentwickelt, aber ich mag seine erste MCU-Inkarnation, die wir hier zu sehen bekommen. Man merkt bereits die Vielschichtigkeit des Charakters.

The Incredible Hulk ist besser als sein Ruf. Oder zumindest besser, als ich es dem Film zugestanden hätte. Das passiert mir ehrlicherweise immer, wenn ich mir diesen Film alle paar Jahre ansehe. Ich bin überrascht von dem ernsten Ton, der tollen Atmosphäre und der spannend erzählten Geschichte. Es ist ein Eintrag ins MCU, den man aus heutiger Sicht nicht erwarten würde. Es wäre schön, wenn Marvel wieder etwas mehr experimentieren würde.