Unlimited Power, oder so ähnlich

Aktuell schaue ich sehr viele Marvel-Filme. Diese Reise lässt sich jeden Samstag hier auf dem Blog mitverfolgen. Dort bespreche ich diesen »MCU Rewatch«. Stand heute bin ich mit der ersten Phase durch und habe die Spider-Man-Trilogie von Sam Raimi mal wieder angesehen. All die Filme zu sehen und Texte dazuzuschreiben, sich in nostalgischen Gefühlen zu suhlen (ein bisschen zumindest) und sich allgemein einfach mal wieder mit dem Thema auseinanderzusetzen, hat nun dazu geführt, dass ich mir mal wieder ein »Marvel Unlimited« Abo geholt habe. Das ist der Service, mit dem man auf den gesamten Comic-Katalog von Marvel zugreifen kann.

Wenn ich mich richtig erinnere, werden aktuelle Comics nach drei oder sechs Monaten dort hinzugefügt. Das heißt, man ist durchaus auf dem aktuellen Stand. Ich bin mir nicht sicher, was hier korrekt ist, da sie das, glaube ich, mal geändert haben. Allerdings sollte einem der Lesestoff nicht so schnell ausgehen. Immerhin hat man Zugriff auf über 30.000 einzelne Comics. Da liest man schon ein oder zwei Tage.

Das einzige Problem ist nur, dass ich mir nicht sicher bin, wo ich anfangen, genauer gesagt weiterlesen soll. Das letzte Mal, als ich Comics dort gelesen habe, war scheinbar 2021. Ich habe mich laut der »continue reading« Spalte mit den damals aktuellen X-Men Comics intensiv auseinandergesetzt. Kaum zu glauben, dass es schon drei Jahre her ist, seit ich wirklich regelmäßig Comics gelesen habe. Es hat mir durchaus gefehlt. Mal sehen, wie regelmäßig und intensiv ich nun dieses Abo nutzen werde. Teuer war es nicht, da zufälligerweise gerade alle Geschäfte und Firmen mit Black-Friday-Woche-Angeboten nur so um sich werfen. So auch Marvel Unlimited. Wer also einen Blick riskieren möchte, jetzt ist der perfekte Zeitpunkt.

Spider-Man steht auf jeden Fall auf meiner Leseliste sowie die Krakoa-Ära von X-Men zu Ende lesen. Und natürlich Jonathan Hickmans neueste Marvel-Kreationen nachholen. Zum Glück kommt der Winter mit großen Schritten auf uns zu, da kann man es sich perfekt mit einer Tasse Tee und dem iPad auf der Couch gemütlich machen und Comics lesen.

Geek-Planet: The Walking Dead – Season 2

Wie jeden Donnerstag werfen wir auch heute wieder einen kleinen Blick in die Vergangenheit. Wir sehen uns einen Artikel an, den ich am 10. Oktober 2015 auf meinem damaligen Blog »geek-planet« veröffentlicht habe. Dadurch, dass ich jeden Donnerstag einen entsprechenden Text heraussuche, sollen irgendwann alle meine Texte auf einer Webseite zu finden sein.

Das waren noch Zeiten, als man sich auf die neue Staffel von The Walking Dead gefreut hat. 13 Jahre sind seit der Erstausstrahlung der zweiten Staffel vergangen; 9 Jahre, seit ich den folgenden Text geschrieben habe. Die Comics waren noch hoch im Kurs und liefen bis zum Schluss hervorragend. Doch was im Comics stets gut funktionierte, fühlte sich in der Serie irgendwann repetitiv, übertrieben und einfach nicht mehr spannend an.

Ich bin mir nicht sicher, woran das genau gelegen hat. Dafür ist es einfach schon viel zu lange her, seit ich die Serie geschaut oder die Comics gelesen habe. Aber die grundlegenden Ereignisse der Serie und der Comics sind dieselben, trotzdem habe ich die Comics regelmäßig verfolgt, zum Teil mehrfach gelesen und bis zum Schluss als fantastische Geschichte wahrgenommen. Vielleicht macht das Medium hier doch einen zentralen Unterschied und dass es eben nur einmal im Monat einen neuen Comic gibt, dafür aber regelmäßig.

Woran es auch immer gelegen hat, die frühen Staffeln der Serie konnten überzeugen. Vor allem, weil sie gewisse Dinge anders gemacht haben als die Vorlage. Die kleinen Unterschiede haben geholfen, dass sie selbst für Comic-Kenner spannend war zu verfolgen.


Im Englischen gibt es den Begriff »gutter«. Dieser beschreibt in Comics den meist weißen, leeren Platz zwischen den einzelnen Panels. Es ist den Leser*innen überlassen, zu interpretieren, was genau zwischen den dargestellten Augenblicken passiert. Die zweite Staffel von The Walking Dead ist ein perfektes Beispiel für eine solche Herangehensweise der Autoren, denn bis auf zwei große Ereignisse könnte es sich genauso zugetragen haben.

  • Developed by Frank Darabont
  • Cast: Andrew Lincoln, Jon Bernthal, Sarah Wayne Callies, Laurie Holden, Jeffrey DeMunn, Steven Yeun u.a.
  • Musik: Bear McCreary
  • Executive producers: Frank Darabont, Gale Anne Hurd, David Alpert, Robert Kirkman u.a.
  • Erstausstrahlung: 16. Oktober 2011 auf AMC

„This isn’t a democracy anymore.“ – Rick

Ein oft nicht so stark im Zentrum der Kritiken stehender Punkt sind für mich die Walker selbst, die „The Walking Dead“ erst zu dem machen, was es ist. In dieser Staffel treten die Kreaturen immer häufiger auf und an drei bis vier Stellen gleich in einem ganzen Rudel. Ich bewundere die Nebendarsteller für ihre tollen Leistungen, denn mir wäre noch keiner aufgefallen, der aus der Reihe tanzt oder sich markant anders benimmt als der Rest. Auch die Maskenbildner verdienen ein großes Lob, denn das Make-up und die Leichen sehen einfach fantastisch und sehr realistisch aus. Dadurch fällt es leichter, sich auf diese Welt einzulassen.

Wenn ich der Staffel ein übergeordnetes Thema geben müsste, wäre es »Leadership«. Anfangs hält die Gruppe zwar noch zusammen und scheint tatsächlich so etwas wie Teamwork zu entwickeln, doch mit dem Fortschreiten der Handlung und den Geschehnissen auf der Farm, zerfällt sie immer weiter. Bis sie am Ende ebenso physisch voneinander getrennt sind. Ich habe mir drei Punkte herausgesucht, an der ich festhalten möchte, warum die Gruppe zerbricht. Gleichzeitig sind es aber auch die Punkte, die die Staffel sehenswert und spannend machen:

Todesstrafe

Ein Thema, welches mich nachhaltig bewegt hat, ist die Diskussion um die Hinrichtung ihres Gefangenen Randall. Ihr unmoralisches und verachtenswertes Verhalten ihm gegenüber hat mich regelrecht schockiert. Nachdem sie seine Wunden versorgt und ihn wieder aufgepäppelt haben, beginnen sie ihn zu foltern, genauer gesagt Daryl foltert ihn. Alle anderen lassen es einfach geschehen. Dann planen sie ihn auszusetzen, dies scheint aber ein zu hohes Risiko und nachdem er beinahe von Walkern gegessen wurde, wollen sie ihn kaltblütig hinrichten. Dabei hat er sogar bei der Flucht geholfen, auch wenn es nur aus einem Zwang heraus war, um nicht zu sterben. Ich spreche hier immer von »sie«, doch eigentlich ist es allein Rick, der die Entscheidungen trifft und alle anderen sehen teilnahmslos zu, weil sie zu viel Angst haben aufzustehen und sich an der Diskussion zu beteiligen.

Allein Dale wagt es, Rick zu widersprechen, er versucht die anderen von seinem Standpunkt und der moralisch richtigen Entscheidung zu überzeugen. Dale ist ein fabelhafter Charakter und wird von Jeffrey DeMunn wunderbar dargestellt. Seine Integrität, Stärke und das Festhalten an Prinzipien ist bewegend und alle könnten sich eine Scheibe davon abschneiden. Mir kamen fast die Tränen, als alle zusammensaßen und Dale um das Leben von Randall gekämpft hat.

Wie kann man nur daneben sitzen, schweigen und jemanden über das Leben eines Menschen entscheiden lassen, ohne zumindest für seine Überzeugungen einzutreten? Egal, ob diese nun für oder gegen die Hinrichtung wären, aber so etwas auf die leichte Schulter zu nehmen, empfinde ich als arg fahrlässig und hat meine Meinung über so manchen Charakter geändert. Diese Thematik wird sicher noch eine Weile ihre Nachwirkungen zeigen und ich finde es äußerst schade, dass Dale sein Leben lassen musste. Es kam sehr unerwartet, denn in den Comics ist er am Ende von Buch 1 noch am Leben.

Anführer

Von allen Beteiligten haben eigentlich nur drei das Zeug zu einem Anführer für die Gruppe. Rick, Shane oder Dale. Shane wäre zwar die falsche Entscheidung, weil er teilweise zu unüberlegt, vorschnell und kompromisslos handelt, doch zumindest steht er mehr oder weniger zu seinen Entscheidungen. Dale wäre eindeutig mein Favorit, da er zuerst über Dinge nachdenkt, bevor er handelt. Er scheint in seinem Leben schon viele Erfahrungen gemacht zu haben – er ist ruhig und wäre sicher ein toller Anführer.

Doch diese Rolle ist und bleibt natürlich bei Rick, auch wenn er durch diverse Verschleierungen etwas an Vertrauen eingebüßt hat. Was ich nicht ganz verstehe, ist, die Überraschung der anderen, als er ihnen gesteht, Shane in einem Kampf umgebracht zu haben. Selbst ohne die Comics zu kennen, war diese finale Auseinandersetzung von weitem abzusehen. Zwei solch massive Alphamänner können einfach nicht in einer einzigen Gruppe existieren und die Manipulationen von Shane müssen den anderen zumindest ein bisschen aufgefallen sein.

Rick hat nun die Möglichkeit, mehr oder weniger frisch zu starten. Sie kennen jetzt seine Geheimnisse und er muss sich durchsetzen, was er am Ende mehr als hervorragend unter Beweis stellt. Ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht und ob die Gruppe es schafft, sich zusammenzuraufen und füreinander einzustehen und zu kämpfen. Im Moment würde ich nämlich eher davon ausgehen, dass sie sich gegenseitig umbringen würden, wenn nicht alle so paralysiert und handlungsunwillig wären.

Dies ist auch etwas, das ich nicht verstehe. Ich befinde mich hier in einer Welt, die von Zombies regiert wird, und habe es geschafft, einen Grund zum Leben zu finden. Wieso stehe ich dann nicht mehr für die Sache ein? Warum handle ich nicht den Umständen entsprechend und sorge dafür, weiterhin zu überleben?

Die Farm

Es ist ein schönes Land. Idyllisch. Die Vögel zwitschern. Es gibt Kühe, Strom, genug zu essen und alle scheinen sich gut zu verstehen. Diesem utopischen Trugschluss sind die meisten aufgesessen. Sie sind nicht mehr in der Alten Welt, wo das größte Problem ein leerer Akku ist. Es ist eine Lüge, die alle glauben und wahrhaben wollen. Ein Stück Normalität. Zwar stellen sie einen Wachtposten auf, doch direkte Gefahr drohte ihnen bis zum Schluss nie. Sie hätten sich wappnen können. Einen Verteidigungsplan erstellen. Maßnahmen treffen, um eventuelle Angreifer abzuwehren. Doch daran denken sie alle nicht. Lieber schlachten sie mögliche Gefahren ab und spielen, wie es Andrea so schön ausgedrückt hat, Haus und Familie.

Wie gesagt, sind dies alles Punkte, die mir sowohl sauer aufgestoßen sind, als auch begeistert haben. Denn es zeigt, wie unvorbereitet und hilflos die Menschen in solchen Situationen sein können. Es zeigt, dass es wichtig ist für seine Prinzipien einzustehen und sich immer an Diskussionen zu beteiligen. Besonders, wenn es um etwas Wichtiges geht.

Da ich das letzte Mal etwas negativ gegenüber Daryl eingestellt war, muss ich sagen, dass sich meine Meinung über ihn wirklich geändert hat. Er setzt sich sehr für das Auffinden von Sophia ein und wird sogar zu einem Teamplayer – zumindest mehr als so manch anderer. Er ist inzwischen zu meiner Lieblingsfigur geworden.

Carls Entwicklung finde ich problematisch. Die Autoren springen mir zu sehr mit ihm herum. Einmal total waghalsig und sich einem Walker allein stellend. Dann aufmüpfig und respektlos. Später wieder nett und ängstlich. Alles innerhalb einer Episode mehrmals im Wechsel ist schwierig, anstrengend und der Schauspieler überzeugt mich ebenfalls nicht so wirklich.

Alles in allem hat mir die Staffel allerdings gut gefallen. Die Abweichungen gegenüber der Vorlage finde ich faszinierend und machen es für Kenner spannend, zuzusehen:

  • Es sterben Personen, die in den Comics noch wichtig sind (Sophias, Dale und Otis)
  • Die Weiterentwicklung neuer Charaktere (Daryl)
  • Alternative Lösungen für Konflikte (Mord an Shane, Flucht von der Farm)

Alles interessante Aspekte, die in den nächsten Staffeln hoffentlich weiter ausgebaut werden. Ich erwarte mir in der dritten Staffel, dass sie mit den vergangenen Ereignissen noch zu kämpfen haben und entsprechende Nachwirkungen zu spüren sind.

Frantastic

Spieleabende sind etwas Großartiges. Ich veranstalte zwar nicht oft welche oder bin häufiger bei welchen dabei, aber sie bereiten immer wieder Freude. Es müssen auch nicht stets komplexe Spiele sein. Es reichen Spiele wie Uno, Skip-Bo oder andere Klassiker aus, um einen wunderbaren Abend zu verbringen. Doch gelegentlich teste ich gerne neue Spiele. So wie am vergangenen Wochenende ein neu entdecktes Kartenspiel namens Frantic.

Das liegt zwar schon einige Zeit zu Hause, doch zum Spielen bin ich noch nicht gekommen. Vor einigen Wochen habe ich das bei Müller bereits entdeckt. Vor dem Spieleregal in einem Laden zu stehen, ist ein überwältigendes Gefühl. Man weiß gar nicht, was man nehmen soll, was gut ist und so weiter. Soll es eher ein Brettspiel sein oder ein Kartenspiel? Man muss sich auf eine Art Spiele-Instinkt verlassen. Bei Frantic habe ich mich von der tollen Verpackung überreden lassen. Eine schlichte schwarze Verpackung mit einem kreativen Schriftzug darauf und eine verführerische Beschreibung, dass es für alle Teilnehmenden ein gemeines Spiel sein würde.

Dieses Versprechen hat Frantic mehr als eingelöst. Ziel ist es, am Ende so wenig Punkte wie möglich zu haben, doch das Spiel macht es einem nicht einfach. Die Runden können entweder zügig vorbei sein oder sich durchaus ziehen. Doch langweilig wird es nicht. Vor allem dank der speziellen Ereigniskarten, die mehr oder weniger zufällig ausgelöst werden und meist für alle Spieler*innen Konsequenzen haben. Entweder die Runde ist gleich vorbei und jeder bekommt sehr viele (Straf-)Punkte oder man bekommt viele Karten, es wird neu gemischt – eine wirklich tolle Idee.

Und das Beste ist, es gibt Erweiterungen. Vielleicht habe ich die am nächsten Tag auch gleich bei Thalia bestellt, weil dort zufällig gute Angebote zu finden waren und nun kommen diese demnächst an. Aber nur vielleicht natürlich. Mal sehen, welche Gemeinheiten das Spiel noch auf Lager hat.

Race You

Der Dienstag entwickelt sich langsam zu einem Webcomic-Tag hier im Blog. Allerdings finde ich Gefallen daran, einmal in der Woche meine Lieblings-Webcomics vorzustellen. Das motiviert mich dazu, in diejenigen einen Blick reinzuwerfen, die ich schon länger nicht mehr regelmäßig verfolge. Zudem entdecke ich dadurch ebenso neue Schätze, die sicherlich ebenso noch Platz finden werden.

Race You gehört zu denjenigen Webcomics, die ich schon länger verfolge. Ich habe bereits zuvor über die Vorzüge dieses tollen Formats gesprochen. Sei es die Nähe zu den Künstler*innen, die Kommentarfunktion, die regelmäßigen Updates oder die Möglichkeit der Unterstützung. Über die Jahre sieht man außerdem, wie sich manche Künstler*innen weiterentwickeln, was ihnen wichtig ist und kann eventuell erkennen, wo die Reise hingeht. In keinem anderen Webcomic ist mir das so offensichtlich aufgefallen wie bei Race You.

Im Zentrum der Geschichte stehen Casper und Theo. Beide sind im Track-Team ihrer Schule, laufen also für ihr Leben gerne. Man lernt sie im Laufe der Geschichte sowohl einzeln kennen, wie sie mit ihren Freunden umgehen, wie sie auf Partys gehen und sich teilweise Unterstützung für die Schule suchen, als auch gemeinsam beim Sport. Im Zuge dessen kommen sie sich auch immer näher, bis sich aus der Rivalität im Team erst eine Freundschaft und vielleicht sogar mehr entwickelt. Es handelt sich also um eine »rivals to lovers« Trope, wie man es im Englischen so schön bezeichnet.

Race You hat eine angenehme Geschwindigkeit, mit der sich die Geschichte entwickelt. Es wirkt nichts gehetzt, die Charaktere haben Zeit, sich zu entwickeln, Geschehenes zu verarbeiten. Nicht immer gestehen Erzählungen ihren Charakteren zu, Momente auf sich wirken zu lassen, sich mit Freund*innen zu beraten, wie sie am besten mit einer Situation umgehen sollen, was ihre nächsten Schritte sein könnten. Ebenso sind die Dialoge toll geschrieben. Sie wirken glaubwürdig und jeder (Haupt-)Charakter scheint eine eigene Stimme zu haben, wie sie mit Situationen umgehen und darauf reagieren.

Was allerdings auffällt, an Race You, ist der Zeichenstil. Die Zeichnungen sind schwarz/weiß gehalten, mit Graustufen. Doch das ist nicht das Auffällige, sondern die Unterschiede in der Qualität der Zeichnungen, die teilweise krass ausfallen von Kapitel zu Kapitel. Manche wirken eher gehetzt gezeichnet, während andere, vorrangig die neuesten Kapitel, sehr viel detaillierter und ausgeklügelter wirken. Besonders im ersten Jahr hat der Autor noch sehr viel mehr experimentiert. Man hat gemerkt, die Priorität liegt beim Erzählen einer Geschichte und halbwegs regelmäßig Updates abzuliefern. Nicht unbedingt bei der künstlerischen Umsetzung.

Das heißt nicht, dass die einfacher wirkenden Zeichnungen schlecht wären. Die Charaktere sind immer noch eindeutig zu erkennen, nur auf den Hintergrund wird etwa völlig verzichtet. Die Dialoge sollen vorangebracht werden und nichts von diesen ablenken. Es geht um das Erzählen selbst. Ich finde das großartig. Vor kurzem habe ich ein Kapitel gelesen, in dem der Autor mit 3D-Hintergründen experimentiert und neue Techniken versucht. Ich mag das sehr gerne, wenn Künstler sich dermaßen ausprobieren. Dazu passt auch das »vertical scrolling«-Format, dessen sich der Autor für Race You bedient. Es wirkt freier, experimenteller. Ein klassisches Comic-Format mit strikten Seiten und Panels könnte ich mir nicht so sehr vorstellen, wäre aber für eine spätere polished-Version reizvoll.

Race You ist noch ein junger Webcomic und befindet sich am Ende seines zweiten Jahres. Ich freue mich immer wieder über neue Einträge in der Geschichte und bin gespannt, wo die Reise hingeht. Sowohl innerhalb der Geschichte als auch aus einem künstlerischen Aspekt gesehen.

Der Vorteil eines täglichen Blogs

Als ich vor knapp über einem Jahr mit diesem täglichen Blog angefangen habe, hatte ich so einige Bedenken. Habe ich wirklich jeden Tag ein Thema, über das ich schreiben kann und möchte? Wie umfangreich sollen die Texte sein? Entsprechen sie meinen eigenen Qualitätsansprüchen? Fragen, die man sich in dieser oder ähnlicher Form wahrscheinlich immer stellt, wenn man etwas von sich selbst preisgibt und im Internet veröffentlicht. Oder die man sich zumindest stellen sollte.

Die Frage nach den Themen hat sich recht schnell selbst beantwortet. Immerhin begegnen einem tagtäglich Dinge, über die man sich Gedanken macht. Diese zu virtuellem Papier zu bringen, zu ordnen und halbwegs kompakt als Text zu veröffentlichen ist da nicht mehr allzu schwer. Außerdem beschäftigt man sich mit Hobbys, begegnet Menschen und geht zur Arbeit, Themen gibt es da genug. Die Herausforderung bestand eher darin, sich jeden Tag konsequent hinzusetzen und ein paar Zeilen zu schreiben. Mittlerweile habe ich einen kleinen Puffer an Texten, sollte ich also mal einen Tag nicht dazu kommen, ist es nicht so tragisch.

Bei den Texten selbst ist die Schwierigkeit kompakt zu bleiben und nicht ins Plaudern zu kommen. Sprich, die Texte sollten nicht unnötig lang sein. Immerhin kann man im Zweifel ein Thema öfter besprechen, tägliche Inhalte lassen so etwas zu. In diesem Zuge kommt die Frage nach den eigenen Qualitätsansprüchen ins Spiel. Ist der Text, den ich gerade veröffentliche, gut genug? Habe ich etwas vergessen? Sind zu viele Füllwörter drin? Habe ich unnötige Längen herausgestrichen?

Doch auch hier hat ein täglicher Blog einen gewaltigen Vorteil: Es gibt immer einen neuen Text. Nicht jeder wird ein Pulitzerpreis-trächtiger, literarischer Erguss werden, der seinesgleichen sucht und der Menschenmengen ohnmächtig umfallen lässt, ob der wortgewandten Verklausulierungen und genial zu Papier gebrachten Gedanken. Dieses Ziel wäre unerreichbar und zum Scheitern verurteilt. Das Ziel ist schlicht, jeden Tag zu schreiben.

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Warum so mitteilsam?

Vor kurzem habe ich mich mit einem Kumpel darüber unterhalten, warum die Menschen so mitteilsam geworden sind. Es kann ein unfassbar großes Fass sein, dass man sich mit so einer scheinbar einfachen Frage aufmacht. Aber Social Media hat den Drang zur Selbstdarstellung erst so richtig populär gemacht. Davor musste man sich noch auf traditionelle Medien verlassen oder eine eigene TV-Sendung haben. Besonders Influencer*innen sprießen seit Jahren aus dem Boden wie Unkraut und wollen ihre eigenen Produkte und Produkte von Werbepartnern verkaufen. Ich bin froh, mittlerweile weitgehend auf Social Media verzichten zu können.

Meinen Facebook-Account habe ich vor Jahren gelöscht. Twitter, nachdem es eine gewisse Person gekauft hat, ebenfalls. Bei Instagram habe ich zwar noch einen Account, aber das letzte Mal habe ich vor vielen Monden dort reingesehen. Eigentlich interessiert es mich gar nicht, was dort passiert. Und es kostet heutzutage mehr Mühe, eine Timeline für sich zu organisieren, die halbwegs frei von Müll, Hass und anderen Schwachsinn bleibt.

Bis vor wenigen Jahren war Twitter eine meiner liebsten Plattformen. Meine Timeline, die ich mir zusammengestellt habe, war voller kreativer Menschen, interessanter Themen und ein Fundus für alles Mögliche. Ich empfinde es zwar als etwas schade, dass dies nicht mehr da ist, allerdings habe ich eine andere Form entdeckt. Genauer gesagt wieder entdeckt. Denn nachdem viele Twitter-Accounts nun bei Bluesky, Threads, Mastodon oder anderen Social Media Angeboten gewechselt sind, ist es aufwendig, sich eine Art Raum aufzubauen, der dem vorherigen auch nur nahekommt.

Deshalb gefällt mir das Bloggen aktuell wieder sehr oder auch Newsletter, die mühelos in mein digitales Postfach flattern und geduldig darauf warten gelesen zu werden. Manchmal gehen die beiden Dinge Hand in Hand. Denn in dieser doch recht alten Form der digitalen Mitteilsamkeit entscheidet der oder die Autor*in, was sie schreiben will, wie lange es sein soll, ob es mit Bild oder ohne auskommt. Man ist außerdem keiner Plattform und damit einer Firma ausgesetzt. Deren guten Willen, die Plattform weiterhin zu pflegen und nicht verkommen zu lassen. Das Einzige, worauf es bei einem Blog wie diesem ankommt, ist, einen guten Webhosting-Anbieter zu haben. Alles andere, wie der Blog aussieht und wie die Inhalte gestaltet sein sollen, liegt an mir. Zudem bin ich keinem Algorithmus ausgeliefert, der hoffentlich meine Inhalte nach oben pusht.

Natürlich muss man erst einmal einen Blog unter den Abermillionen, die es gibt, finden. Aber deshalb betreibe ich die Seite hauptsächlich für mich und weil es mir Freude bereitet, über das zu Schreiben, was mich gerade so beschäftigt und interessiert. Wenn es dann noch Leser*innen gibt, die es lesen wollen, ihnen vielleicht weiterhilft oder gar inspiriert, umso besser. Warum so mitteilsam? Für mich ist die Antwort relativ einfach: weil ich gerne schreibe.

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MCU Rewatch: Iron Man

Seit ich angefangen habe, meinen YouTube-Konsum um einiges zurückzuschrauben, bleibt mehr Zeit für andere Dinge. Beispielsweise zum Lesen von Webcomics und auch Filme haben es mir wieder angetan. Beim MCU bin ich schon seit dem Ende der Infinity-Saga raus (bis auf ein paar Ausnahmen), deshalb war es an der Zeit, dem ganzen Unterfangen mal wieder eine Chance zu geben. Gewiss ist, dass die Infinity-Saga auf jeden Fall enormen Unterhaltungswert hat. Von dem, was danach kommt, lasse ich mich überraschen.

In der chronologischen Reihenfolge der Veröffentlichung habe ich die Filme schon sehr lange nicht mehr geschaut. Aber so ein Unterfangen, wirklich alle Filme zu schauen, hat den Vorteil, dass man Filme sieht, denen man vielleicht schon lange keine Chance mehr gegeben hat. The Incredible Hulk und Iron Man 2 kommen mir da als Erstes in den Sinn.

Diese Filme und damit dieses tolle Film-Universum begleiten uns immerhin schon seit 16 Jahren. Das MCU war zu dieser Zeit wirklich etwas anderes. Die Akquirierung von Marvel Entertainment durch Disney stand erst noch aus. Das iPhone war gerade einmal ein Jahr alt. George W. Bush war noch US-Präsident, und Barack Obama sollte die Wahl in diesem Jahr gewinnen. Das österreichische Wort des Jahres ist »Lebensmensch«. Ich war gerade einmal 19 Jahre jung. Und Anfang Mai 2008 feiert Robert Downey Jr. seine Premiere als Tony Stark, aka Iron Man.

Den Film erkennt man fast nicht mehr wieder als Teil des MCU. Es ist erfrischend, Iron Man heute anzuschauen. Es herrscht ein ernster Unterton, es werden nicht alle paar Minuten Witze gerissen oder dumme Sprüche zum Besten gegeben, nur um die Situation aufzulockern. Iron Man ist in dieser Hinsicht großartig gemacht und steht heute vielleicht auch dafür, was manche Fans von den heutigen Filmen erwarten würden. Dass sie für sich stehen können, im Kontext des größeren MCU. Die Cameos von Agent Coulson passen perfekt und sind nicht zu aufdringlich. Die Post-Credit-Szene mit Nick Fury enthält so viel Potenzial, was als Nächstes kommen könnte, und man ist voller Erwartung und Neugierde für die Zukunft. Das fehlt mir heute ein bisschen.

Dass Iron Man anders ist, als heutige Einträge ins MCU, erkennt man allein schon an den ersten 20 Minuten: Tony Stark wird entführt, gefoltert und sein lieb gewonnener Freund Yinsen, den er während seiner Gefangenschaft kennenlernt, stirbt in seinen Armen. Dann wird er auch noch von Obadiah Stane, sein Geschäftspartner und Vertrauter, verraten. Stane hat sogar den Anschlag auf ihn initiiert, tötet ihn fast. Das alles passiert, ohne dass jemand Meta-Kommentare zum Besten gibt oder versucht die Situation durch unpassende Sprüche aufzulockern. Es ist ein sehr stimmungsvoller Film, der von Anfang bis Ende begeistert.

Das soll aber nicht heißen, dass der Film keine witzigen Momente hat. Ganz im Gegenteil. Besonders weil die ernsteren Momente für sich stehen und auf die Zuschauer*innen wirken können, passen die witzigen Momente umso besser. Die Momente zwischen Tony und Pepper sind genauso hingebungsvoll geschrieben wie die tollen Dialoge zwischen Tony und Jarvis. Das CGI sieht noch immer toll aus und sämtliche Schauspieler sind perfekt gecastet. Es ist immer noch unfassbar, dass der erste Eintrag ins MCU von dermaßen hoher Qualität war.

In Retrospektive erkennt man den größeren Plan dahinter und dass dieser später so aufgehen sollte, wie er es tut, hat den größten Respekt verdient. Viele andere Studios haben versucht, es Marvel gleichzutun und sind bravourös gescheitert. Ich freue mich auf die weiteren Filme und habe meine Begeisterung für dieses Universum neu entdeckt.

Bartpflege

Seit ein paar Wochen lasse ich mir wieder einen Bart wachsen. Einen längeren Bart hatte ich das letzte Mal während des Studium (etwa 2016). Da habe ich ihn 6 Monate wachsen lassen. Ob es nun erneut solche Ausmaße annehmen wird, weiß ich noch nicht. Allerdings habe ich so erst wieder gemerkt, welch eine Wissenschaft es sein kann, sich um seinen Bart zu kümmern.

Angefangen bei den Pflegeprodukten. Es gibt Bartshampoo und Bartöl. Das Öl, habe ich vor Kurzem gelernt, ist nicht unbedingt für den Bart, sondern die Haut. Dadurch trocknet diese nicht aus. Schließlich gibt es noch Bartwachs, Bürsten, Kämme und alles, was man sich nur vorstellen kann. Vor allem haben es mir aber Bartshampoo und -öl angetan. Dadurch bleibt der Bart tatsächlich geschmeidig und sieht gepflegt aus.

Komplizierter wird es, wenn es um das Trimmen geht. Mittlerweile habe ich mir dazu ein paar Videos angesehen. Natürlich habe ich am Anfang gleich wieder ein paar Fehler gemacht. Beispielsweise eine Länge am Trimmer eingestellt und den ganzen Bart damit gestutzt, aber für das in Form bringen des Bartes gibt es eine eigene Technik. Damit kann man ihn auch wachsen lassen oder eben genau auf die Länge trimmen, die man haben möchte. Wie das allerdings genau funktioniert, beschreibe ich an dieser Stelle nicht. Man findet genug Seiten im Internet und Videos auf YouTube, die sich diesem Thema besser und ausführlicher widmen, als ich es hier in Textform könnte.

Die Techniken habe ich wohl in den vergangenen Jahren vergessen. Aber macht ja nichts. Der Bart hört ja nicht plötzlich auf zu wachsen. Wobei es manchmal ganz praktisch wäre, das kontrollieren zu können. Und nur um das auch festgehalten zu haben: Den Bart trimmt man eigentlich nur alle vier bis sechs Wochen. Dazwischen werden die Kanten sauber gehalten. Vor allem, wenn man ihn länger haben möchte, braucht es diese Wachstumsphasen zwischendurch. Mal sehen, wie lange ich dieses Mal den Bart behalte. Ich bin da relativ spontan.

Geek-Planet: Brody’s Ghost by Mark Crilley

Es ist Donnerstag und das heißt, wir werfen einen Blick in die Vergangenheit. Der heutige Text erschien zum ersten Mal am 21. August 2016 auf meinem damaligen Blog geek-planet.

Immer wieder stelle ich fest, dass ich in manchen Rezensionen sehr vage war. Wahrscheinlich bin ich das heute zum Teil auch noch. Das liegt eventuell daran, dass ich selbst gerne unvoreingenommen an Geschichten herangehe. Das trifft besonders auf Comics zu. Bei einer Empfehlung oder wenn ich zu einem bestimmten Thema oder Genre etwas suche, dann will ich so wenig wie möglich über die konkrete Geschichte wissen. Das habe ich manchmal vielleicht etwas zu sehr in meine Texte eingebaut.

Wenn ich wirklich einen längeren Text über etwas schreiben möchte, dann greife ich mir meist einen Aspekt der Geschichte heraus und bespreche diesen ausführlicher. Das habe ich beispielsweise Anfang des Jahres häufiger gemacht, als ich mehrere Bücher besprochen habe. Mir ging es dann eher um eine bestimmte Perspektive oder ein Thema. Aber kurze Texte, wie der folgende, haben ebenfalls ihre Daseinsberechtigung.


Brody’s Ghost ist ein sechs Ausgaben umfassender Comic, den ich mir letztens als handliche Collected Edition besorgt habe. Die einzelnen Ausgaben waren dabei ebenfalls schon etwas dicker als herkömmliche Comics und umfassen so ca. 90 bis 100 Seiten. So erhält man mit der Collected Edition ein schönes Taschenbuch, indem man die gesamte Geschichte erleben kann. Es hat dann auch „nur“ eine Session von 4 bis 5 Stunden im Park in Tübingen benötigt, um dieses Monster zu bändigen. Ich hatte schon länger nicht mehr so eine intensive Leseerfahrung mit einem Comic. Es ist wunderbar, sich nach und nach in diese Welt hineinziehen zu lassen, die Charaktere kennenzulernen und sie wachsen sehen.

Da schulde ich Mark Crilley schon einmal einen großen Dank. Was Brody’s Ghost aber noch einmal zu etwas Besonderem macht, ist der YouTube-Channel von Mark Crilley. Dort zeigt er in einem ca. wöchentlichen Rhythmus Zeichenvideos und gibt interessante Tipps und Tricks zum Besten. Bei seinen how-to-Videos, die sich nicht selten um das Erstellen von Comics drehen, verwendet er gelegentlich Szenen und Panels aus dem Comic. So hat man dann, wenn man den Comic dann tatsächlich liest, einen immensen Wiedererkennungswert und kann den Aufwand dahinter besser einschätzen.

Crilley schreibt den Comic nicht nur, sondern ist auch für die gesamten nachgelagerten Prozesse verantwortlich. Er zeichnet, kümmert sich um die Farben und schließlich auch noch um das Lettering.

Die Geschichte dreht sich um Brody. Er ist ein armer junger Mann, der irgendwie versucht, über die Runden zu kommen. Ärger möchte er sich am liebsten ersparen, was ihm allerdings nicht immer gelingt. Er lebt in den Tag hinein und tut, was ihm gerade in den Sinn kommt. Eines Tages begegnet ihm ein Geist (was für eine Überraschung, bei so einem Titel) namens Talia. Sie ist seit 5 Jahren tot und auf der Suche nach einem Mörder, den sie überführen muss, um in den Himmel zu kommen. Um dies zu tun, benötigt sie jemanden, der sie sehen kann. So genannte Ghostseer. Solche Menschen sind allerdings äußerst selten. Deshalb hatte sie in den vergangenen Jahren auch kein Glück in dieser Beziehung. Ebenfalls eine Rolle spielen noch Brody’s Ex-Freundin und diverse andere mystische Charaktere.

Den ganzen Weg, den die Handlung einschlägt, ist an der typischen Heldenreise orientiert (worüber ich auch mal einen Artikel schreiben könnte). Schnell wachsen einem die Charaktere ans Herz und man fiebert mit ihnen mit. Auch die futuristische Welt, die Crilley kreiert, lädt dazu ein, noch mehr Abenteuer darin zu verbringen. Ich hoffe sehr, dass er sich dazu entschließt, mal eine weitere Geschichte darin zu erzählen. Es muss ja nicht unbedingt mit Brody sein, auch wenn es ein guter Charakter ist.

Es hat Spaß gemacht, mal wieder etwas mit einem dedizierten Anfang und Ende zu lesen. Monatliche, ongoing Comics haben zwar ebenfalls ihren Reiz, aber ein Ende erreicht man hier nur selten oder es dauert Jahre, bis man dorthin kommt. Graphic Novels sind eine eigene Kategorie, der ich mich wohl wieder etwas stärker zuwenden sollte. Ein paar fallen mir da schon ein.

Brody’s Ghost ist eine der besten Geschichten, die ich in den vergangenen Monaten gelesen habe. Crilley versteht die Kunst des Dialog-Schreibens perfekt, weiß aber auch, wann er die Panels für sich sprechen lassen kann. Klare Leseempfehlung!

Original oder Übersetzung

Bei Filmen mache ich es seit Jahren schon so, dass ich mir nur noch die Originalfassung anschaue. Meistens bedeutet das, den Film im englischen Original zu schauen. Es hat zwar anfangs etwas gedauert, sich daran zu gewöhnen, aber mittlerweile ist das kein Problem mehr. Ich mag es auch, mit englischen Untertiteln zu schauen, so wird das Hörverständnis immer besser. Doch nicht nur Hollywoodstreifen oder britische Filme und Serien schaue ich im Original, inzwischen mache ich das bei allen Produktionen so. Seien es koreanische, spanische oder französische Filme, es wird im Originalton geschaut, mit wahlweise deutschen oder englischen Untertiteln. Die Erfahrung der Geschichte ist eine andere, als wenn man sich eine synchronisierte Fassung ansieht.

Bei Büchern ist die Entscheidung etwas schwieriger. Hier entscheide ich von Fall zu Fall. Besonders bei Herr der Ringe habe ich mich beispielsweise viel damit beschäftigt, welche Übersetzung sich empfiehlt zu lesen. Wenn Klassiker wie Herr der Ringe schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben, ist es nicht unüblich, dass es entweder eine überarbeitete oder komplett neue Übersetzung gibt. So habe ich auch Krieg und Frieden damals in der neu erschienenen Übersetzung gelesen. Aber bei herkömmlichen Romanen ist das eigentlich meist Gefühlssache. Entweder ich habe Lust, das englische Original zu lesen oder eben eine deutsche Übersetzung. Außer es gibt die Übersetzung nicht, dann wird mir die Entscheidung ohnehin abgenommen.

Bei Comics ist die Sache ebenso relativ einfach. Die meisten Online-Händler von Comics stammen aus dem amerikanischen oder britischen Raum, da werden kaum andere Sprachvarianten als die Originalen angeboten. Ebenso ist es bei Deals von HumbleBundle der Fall. Hier bekommt man die originalen englischen Comics angeboten oder die ins Englische übersetzten Versionen, wie es etwa bei Mangas der Fall ist.

Wenn man des Englischen mächtig ist, so kann ich es nur empfehlen, sich mit den genannten Medien etwas auseinanderzusetzen und die Originalversionen zu probieren. Anfangs mag es vielleicht etwas mühsam sein oder gewöhnungsbedürftig, aber die Mühe lohnt sich. Irgendwann fällt es einem kaum mehr auf und es wird egal. Bei mir kam die Lust, die Originale anzuschauen und zu lesen, auch erst nach der HTL (was nunmehr auch schon 16 Jahre her ist). Der Englischunterricht war nie wirklich das meine. Doch besonders durch meine Liebe zu Comics und das Anhören amerikanischer Podcasts, die sich mit dem Thema tiefgreifender auseinandersetzen, blieb mir nichts anderes übrig, als mich daran zu gewöhnen. Ich kann es mir nun gar nicht mehr anders vorstellen.