Geek-Planet: Ultimate Spider-Man – Volume 17

Wie jeden Donnerstag riskieren wir auch diese Woche einen Blick in die Vergangenheit und sehen uns einen alten Text von mir an. Der Folgende behandelt ein großes Kapitel aus der Ultimate Spider-Man-Reihe: die Klon-Saga. Der Text erschien am 21. April 2017 auf meinem damaligen Blog Geek-Planet, den es heute so nicht mehr gibt.

Die Utimate-Reihe war meine erste Konfrontation mit der Klon-Saga. Bis heute habe ich die Originale-Saga, wenn man so will, noch nicht gelesen. Dabei zählt sie zu den prägensten und wichtigsten Geschichten aus der Amazing Spider-Man-Ära. Oder zumindest zu der mit den meisten Kontroversen? Ich bin mir nicht ganz sicher und will sie deshalb auf jeden Fall noch nachholen.

Was ich allerdings gelesen habe, sind die ganzen Spider-Verse-Geschichten von Dan Slott, die sehr unterhaltsam waren. Besonders das erste Spider-Verse-Abenteuer, wo so viele Spider-Men wie nie zuvor aufeinandergetroffen sind, war fantastisch konzipiert und hat den Mythos rund um Spider-Man um viele Ebenen erweitert. Die darauf folgenden Iterationen, wenn ich mich recht erinnere, sind nicht mehr ganz auf demselben Niveau geblieben, hatten aber trotzdem großen Unterhaltungswert.

Trotzdem bleibt Bendis Interpretation von der Klon-Saga ein guter Einstieg in das Thema. Es gibt keine Spin-offs oder dergleichen, sondern es bleibt eine kompakte Storyline, die eine Geschichte stringent erzählt. Mit allen Facetten, die der Autor unterbringen möchte. Nach dem folgenden Text zu urteilen, ist sie bei mir damals sehr gut angekommen und hat alle möglichen Gefühle ausgelöst.


Klone spielen bei Spider-Man seit jeher eine wichtige Rolle und so war es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch Brian Michael Bendis diesem Thema widmet. Dabei trifft es sich natürlich ausgezeichnet, dass die 100. Ausgabe von Ultimate Spider-Man während dieser Saga zu feiern ist. Ein ungutes Gefühl hatte ich während des Lesens aber trotzdem, denn teilweise werden ziemlich harte Geschütze aufgefahren und Peter vor nichts und niemandem verschont.

  • Ultimate Spider-Man Vol. 17: Clone Saga
  • Ausgaben: #97-105
  • Erscheinungsdatum: 2007
  • Autor: Brian Michael Bendis
  • Künstler: Mark Bagley
  • Inks: John Dell & John Sibal & Drew Hennessy
  • Colors: Richard Isanove, Justin Ponsor
  • Letters: VC’s Cory Petit

„We can cure you, too. You don’t have to be Spider-Man anymore. It’s your choice.“ – Reed Richards

Die Geschichte beginnt mit einer ordentlichen Portion Drama. Was für mich allerdings nicht ganz nachvollziehbar war. Peter und Kitty führen eine Fernbeziehung. Kitty ist zwar in der Lage, mit dem X-Jet in einer halben Stunde in New York zu sein, trotzdem liegt eine große Distanz zwischen den beiden. Zudem sind die X-Men vom Professor unter Hausarrest gestellt, nachdem etwas auf Krakoa passiert ist. So ist es wenig verwunderlich, dass sich Peter bei Problemen an MJ wendet, die greifbar ist und einfach für ihn da.

Dass Kitty hier die Eifersüchtige spielt, finde ich nicht ganz nachvollziehbar. Vielleicht dass sie sich Sorgen macht, ja, aber sie reagiert vollkommen überzogen, geradezu aggressiv auf Peter. Ganz so, als wollte sie, dass er die Freundschaft zu MJ beendet – was nach ihrer langen Geschichte wenig wahrscheinlich, geschweige denn möglich wäre.

Zugegeben, am Ende stellt sich diese Sorge als berechtigt heraus, aber zu Beginn der Geschichte schien alles gut zu laufen. Warum brüllt sie Peter am Telefon an?

Ich für meinen Teil finde es klasse, dass MJ und Peter weiterhin als Freunde etwas unternehmen können und sie sich verstehen. Immerhin hat Peter, wie er selbst anmerkt, keine wirklichen Freunde, die sein Geheimnis kennen. Da ist MJ die Einzige. Es ist schön, wenn sowohl er als auch sie mit Problemen zum jeweils anderen kommen können und sie gemeinsam darüber reden.

Doch die Ruhe ist nicht von nicht allzu langer Dauer, da ein Typ im Scorpion-Anzug das Shopping-Center angreift. Dieser ist auf der Suche nach Peter und macht einen völlig verrückten Eindruck. Knapp kann Peter ihn besiegen und bringt ihn unverzüglich zum Baxter Building – dem Hauptquartier der Fantastic Four. Dort stellt sich heraus, dass der Typ im Scorpion-Anzug ein Klon von Peter ist. Parallel dazu wird MJ von einem Unbekannten entführt.

Dies ist die Ausgangslage der Geschichte. Sie beginnt unscheinbar mit ein paar eingestreuten Mysterien. Doch Bendis entwickelt diese schnell zu einer wahnwitzigen Klon-Story, die ich so nicht erwartet hätte. Oft stößt Peter dabei an seine Grenzen und ist mit unmöglichen Situationen konfrontiert. Da bekommt man selbst als Leser*in ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Man ist geradezu froh, dass Peter die FF eingeschaltet hat. So hat er wenigstens ein paar Verbündete, auf die er zählen kann, auch wenn ihn sonst jeder Fallen lässt, sogar Tante May.

Kümmern wir uns erst einmal um die Geschichte von ihr. Peter ist auf der Suche nach der Vermissten MJ und sucht diese sowohl in einer alten Fabrik (wir erinnern uns ein paar Storylines zurück), als auch in ihrem alten Haus. Doch statt MJ findet er Gwen, die dort verwirrt herumsteht. Nach dem ersten Schock, dass diese am Leben ist (sie ist immerhin von Carnage getötet worden), kommt obendrein noch Tante May zu der Situation hinzu. Da Peter keine Erklärung einfällt, tut er das, was er eigentlich immer vermeiden wollte: Er sagt Tante May, dass er Spider-Man ist.

An dieser Stelle hätte ich eigentlich erwartet, dass sie etwas besser reagiert, denn niemand kann mir erzählen, dass May nicht zumindest eine entfernte Ahnung hat, dass ihr Neffe Spider-Man ist. So blind kann niemand sein. Dazu ist einfach zu viel vorgefallen in den vergangenen Ausgaben, als dass sie es nicht mitbekommen hätte. Stattdessen, und diese Reaktion ist in gewisser Weise nachvollziehbar, fühlt sie sich betrogen und angelogen und sagt diverse Dinge, die Peter tief verletzen. Diese Szene gehört wohl zu den bisher emotionalsten und schockierendsten. Doch die Geschichte ist noch lange nicht am Höhepunkt angekommen. Peter könnte einem zu diesem Zeitpunkt bereits leidtun, doch dann kommt Richard Parker durch die Tür hereinspaziert – Peters, ebenfalls seit langem verstorbener Vater.

Dieser dominiert die 100. Ausgabe und liefert uns eine Menge Hintergrundwissen, warum er noch am Leben ist. Dass er für die Regierung arbeite (weil diese Nick Fury nicht vertraut und eine Alternativlösung parat haben möchte, sollte dieser endgültig die Kontrolle verlieren) und dass Peters Mutter tatsächlich bei dem Absturz ums Leben kam. Zu dem Zeitpunkt haben mich zwei Dinge überrascht: Richards Geschichte (ich habe mich ehrlich gefragt, ob Bendis das wirklich auf diese Weise durchziehen wird und Peters Eltern zurückbringt – immerhin hat dies schon ein Film-Franchise versucht und ist damit auf mäßigen Erfolg gestoßen. Zugegeben, der Comic kam vorher raus, trotzdem hätte ich das nicht erwartet) und dass die Regierung etwas machen kann, ohne dass Nick Fury davon erfährt.

Reed und Sue untersuchen in der Zwischenzeit den Klon weiter und tun das, was Peter eigentlich vermeiden wollte: Nick Fury davon in Kenntnis setzen. Seine Reaktion ist offen gestanden am störendsten für mich, da er seine neuesten Spider-Slayer-Roboter nach Queens bringt, um dort gegen Peter in den Krieg zu ziehen. Hat Peter nicht oft genug bewiesen, dass er auf seiner Seite steht? Es ist hart anzusehen, wie dieser Mann Peter verrät und ihn wie einen Kriegsverbrecher behandelt. Peter respektiert ihn so sehr und blickt zu ihm auf und als Leser*in fühlt man diesen Verrat nur allzu deutlich. Man wünscht sich, dass es ein Ende nimmt. Doch Peters Tag ist noch lange nicht zu Ende. Er wird von Jessica Drew aus der Situation gerettet, die ihm dabei helfen will, die Verantwortlichen zu finden und MJ zu retten.

Sie liefert Peter ebenfalls viel Hintergrundwissen, was die Klone betrifft. Diese Erzählung hätte ich mir eigentlich für die 100. Ausgabe gewünscht, da diese deutlich länger und emotional mitreißender ist als Richards angebliche Arbeit. So offenbart Jessica, die schrecklichen Experimente, die sie überstanden hat und noch zu überstehen hätte, wären die Klone nicht gemeinsam ausgebrochen. Für die Regierung sind sie nämlich nichts weiter als ersetzbare Dinge und sollte eines davon nicht so richtig funktionieren, kann man ja neue züchten.

Es ist widerwärtig, dass die Klone mit Peters Gedanken und Erinnerungen ausgestattet wurden, also alles wissen, was auch er weiß. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie das wohl sein muss, als sein eigener Klon aufzuwachen. Dann auch noch in einer Version mit sechs Armen oder was sich die Verantwortlichen nicht noch alles haben einfallen lassen. Interessanterweise spielt Gender, Identität und die Wahrnehmung des eigenen Körpers eine Rolle. Zumindest im Subtext. In dieser Geschichte steckt unter der Oberfläche also sehr viel mehr, als man anfänglich vielleicht vermuten möchte.

Insgesamt, wie auf einem der Cover zu sehen, gibt es vier Klone. Einer davon hat MJ entführt, weil er will, dass sie in der Lage ist, sich selbst zu verteidigen. Dazu infiziert er sie mit dem Oz-Virus, welches Osborn in den Green Goblin verwandelt hat und auch für MJ keine schönen Konsequenzen hat. In Osborns alter Firma und seinem Labor findet der Finale Schlagabtausch statt. Alle Parteien treffen dort aufeinander: Die Klone, Nick Fury mit seinen Spider-Slayer-Robotern und der Drahtzieher hinter dem Ganzen: Doc Ock, gesponsert von der Regierung.

Nicht nur Nick Fury ist von den grotesken Experimenten sichtlich sprachlos. Und so überlässt er den Klonen das Feld, sodass diese ihre verdiente Rache nehmen können. Allein diese Szene hat sehr viel Genugtuung in sich, da es das erste Mal in der Geschichte ist, dass Peter die Kontrolle hat und das tun kann, was er will. Doch das sind alles nur die Höhepunkte der Geschichte.

Im Hintergrund spielt sich noch ein bisschen mehr ab. So landet May mit einem Herzinfarkt im Krankenhaus und Kitty überzeugt die X-Men sich auf den Weg nach New York zu machen. Außerdem kommen Peter und MJ wieder zusammen, May weiß endlich über Peters langes Geheimnis bescheid, ohne dass ihr jemand ins Gedächtnis pfuscht. Ach ja, Peters Vater ist ein Klon und stirbt metaphorisch gesprochen in den Händen von Sue Storm. Zudem ist Jessica der letzte überlebende Klon und macht sich auf den Weg, ihr eigenes Leben zu leben, ohne dass ihr jemand etwas vorschreibt.

Wie ihr seht, ist diese überlange Storyline nur so vollgestopft mit Plot, Subplots und Parallelgeschichten. Doch trotzdem gelingt es Bendis immer wieder, die Spannung aufrechtzuerhalten und es nicht zu klischeehaft aussehen zu lassen. Dazu noch die beeindruckenden Zeichnungen von Mark Bagley und die Clone-Saga zählt zu einer der emotionalsten und mitreißendsten Geschichten der Ultimate-Reihe. Unter anderem auch deshalb, weil es so sehr in Peters Leben (Vergangenheit und Gegenwart) verankert ist, wie wahrscheinlich keine Story zuvor. Aber jetzt braucht unser junger Held erstmal Zeit für Urlaub, oder?

Sagenhaftes Mirabell

Nach wochenlanger Abstinenz war ich am Wochenende mal wieder mit Freund J. in Salzburg unterwegs. Und wie könnte man ein solches Ereignis besser zelebrieren, als mit einer Führung durch das wunderbare Schloss Mirabell? Natürlich mit einer der besten Guides von Salzburg: Irene Gramel.

Die Führung startete im Schloss selbst. Erst ging es um die geschichtliche Einordnung und Entstehung des Gebäudes. Dann stiegen wir die berühmte Marmortreppe empor. Die Treppe ist gesäumt von Statuen, die die Geschichte Roms wiedergeben, natürlich mythologisch angehaucht; wie könnte es anders sein? Leider war der noch erhaltene Marmorsaal geschlossen, aber den müssen wir bei Gelegenheit noch einmal besichtigen. Das Gute ist, dass man einfach so hineingehen und die Architektur bewundern kann. Trotzdem war es das erste Mal, dass ich die Treppe nach ganz oben gegangen bin.

Schließlich ging es in den Garten. Von den Einhörnern am Eingang des Gartens über den berühmten Pegasus-Brunnen weiter zu den vielen Statuen. Wobei die Pegasus-Statue schon so einige Standorte hinter sich gebracht hat, bis sie im Garten von Mirabell gelandet ist. Natürlich darf der Zwergengarten nicht fehlen, den ich mir auch schon lange nicht mehr angesehen habe. Beendet wurde die knapp zweistündige Führung mit den großen, unterschiedlich designten Steinvasen und den griechischen Götter-Statuen.

Zum Glück kenne ich mich etwas in der griechischen Mythologie aus, so kann man sich auf die Statuen mehr konzentrieren. Wenn man ein neues Thema bei solchen Führungen erklärt bekommt, kann man schnell überfordert werden und übersieht Dinge. Ist das Thema allerdings schon etwas vertrauter, dann entdeckt man neue Details oder kann sich wie hier auf die Kunst der Statuen konzentrieren.

Das Wetter hielt zum Glück durch, so konnten wir den kleinen Spaziergang durch den Garten genießen, auch wenn es überwiegend ein mit grauen Wolken bedeckter Himmel war. Es fanden im Schloss Mirabell parallel mehrere Hochzeiten statt. Deshalb war der Marmorsaal nicht für Besucher geöffnet. Die Frage ist nur, ob man das als Paar wirklich möchte. Zum einen bewegt man sich stets zwischen unzähligen Touristen, Führungen und Menschen, die nichts mit der Hochzeit zu tun haben. Zum anderen werden Hochzeiten hier im Akkord abgehandelt. Ich glaube, allein in den knapp zwei Stunden waren es mind. vier Hochzeiten.

Das Ambiente und die Umgebung sind mit Sicherheit wunderschön und unvergleichlich. Ich würde aber eher einen Termin mit einem Fotografen machen und ein paar nette Bilder schießen wollen und die Hochzeit woanders feiern. In einer etwas privateren und intimeren Atmosphäre. Ob bei dem ganzen Gewusel wirklich romantische Stimmung aufkommt, sei dahingestellt.

Die Führung war allerdings wie immer fantastisch und hat wieder einmal ein paar neue Einblicke in die Stadt ermöglicht. Vor allem auch, wie verheerend der große Stadtbrand wirklich war. Auch hierzu gibt es eine eigene Führung, die muss ich allerdings noch einmal nachholen. Auf der Seite Linzergasse, wo der Brand damals ausgebrochen ist, fiel sehr viel dem Feuer zu Opfer. Allerdings gibt es noch Zeichnungen und künstlerische Darstellungen, um zu sehen, wie sich die Umgebung und das Gebäude mit der Zeit verändert haben. Am meisten begeistert haben mich jedoch die Statuen und die Mythologie, aber das ist ja auch ein Steckenpferd von mir. Den netten Vormittag haben wir schließlich bei einem guten Essen in der L’Osteria ausklingen lassen.

Repräsentation ist wichtig

Für ein Projekt, welches ich allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen kann, schreibe ich gerade ein paar persönlichere Texte. Genauer gesagt Texte, die durchaus schwierigere Themen ansprechen. Diese noch etwas liegen lassen zu können und nicht direkt zu veröffentlichen, macht es leichter, sie zu schreiben. Zeit ist immer ein Faktor, der vermag so manches einfacher erscheinen zu lassen. Und sich beim Schreiben diese Zeit zu nehmen, ist hilfreich und zum Teil notwendig.

In besagten Texten geht es unter anderem um mentale Gesundheit und queere Geschichten. Darum, was mir diese Geschichten bedeuten; warum sie mir wichtig sind. Über das vergangene Jahr hinweg habe ich immer wieder über queere Themen und Geschichten aller Art geschrieben. Repräsentation ist wichtig. Für mich und alle in der LGBTQIA+-Community ist es wichtig, gesehen zu werden und sichtbar zu sein. Immerhin sind wir ein Teil dieser Welt und sollten deshalb auch in ihren Geschichten Platz finden.

Die Diskussion darüber wird mittlerweile leider viel zu oft unter dem Kampfbegriff »Woke« zusammengefasst. »Cancel Culture« und andere Begrifflichkeiten sind dermaßen bedeutungsschwanger und mit Vorurteilen jeder Art aufgeladen, dass eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Thema beinahe unmöglich erscheint. Dabei wird zu oft eine scheinbare „Agenda“ diskutiert und hergeleitet, die es gar nicht gibt. Und mit dieser Meta-Diskussion eines Themas, getrieben von Menschen, die es meistens gar nicht erst betrifft, scheint der eigentliche Sinn verloren gegangen zu sein. Worüber diskutiert und argumentiert man denn überhaupt noch? Oder streitet man nur um des Streitens willen?

Bei Repräsentation geht es grundsätzlich darum, Minderheiten sichtbar zu machen. Sichtbar machen heißt in diesem Fall nicht, sich über sie lustig zu machen. Sie zum Comic-Relief (einer Art Witzfigur) einer Serie abzustempeln oder die stereotypischste Darstellung zu wählen, die einem gerade einfällt. Sichtbar machen heißt, die Menschen mit Respekt zu behandeln. Natürlich beschränkt sich dies nicht nur auf die LGBTQIA+-Community, sondern betrifft unterschiedlichste Ethnien und Kulturen, Menschen verschiedenster Herkünfte und Hintergründe.

Egal, welcher Minderheit man angehört, wenn man sich selbst in einer Serie, einem Film oder Buch repräsentiert sieht, ist das stets eine positive Erfahrung (solange es, wie oben geschrieben, respektvoll geschieht). Besonders junge Menschen, die noch im Begriff sind, mit ihrer Identität, wie auch immer diese aussehen mag, zurechtzukommen, kann solch eine positive Repräsentation sehr helfen. Man fühlt sich nicht mehr so sehr als Außenseiter, nicht mehr so allein, sondern erkennt, dass es noch andere Menschen, wie einen selbst gibt. Eines der positivsten Beispiele der jüngeren Vergangenheit ist die dritte Staffel von Hearstopper. Der Umgang von queerer Liebe und mit mentaler Gesundheit ist bemerkenswert. Ich empfinde es als großartig, dass junge queere Menschen mit solch positiven Vorbildern aufwachsen.

Deshalb habe ich mir überlegt, dass ich queere Geschichten und Themen mehr in den Vordergrund stellen will. Zwar schreibe ich schon des Öfteren über Bücher, Serien, Filme und Comics, die mir positiv auffallen, aber von nun an will ich dies noch öfter machen. In seltenen Fällen schreibe ich natürlich auch über schlechte Beispiele, aber das sollte eher die Ausnahme bleiben. Ich will Geschichten vorstellen mit unterschiedlichsten queeren Charakteren und Lebenssituationen, verschiedenen Genres und durch alle Medien hindurch. Auch wenn mein Fokus höchstwahrscheinlich auf schwule Charaktere bleiben wird.

Diese Texte müssen das jeweilige Thema oder die Geschichte und ihre Charaktere nicht immer in aller Tiefe diskutieren oder ausführlich analysieren. Manchmal geht es einfach nur darum, zu zeigen, dass sie existieren. Warum sie mich abgeholt, begeistert und bewegt haben. Ein netter Nebeneffekt, den ich mir von dieser kleinen persönlichen, regelmäßigen Frist erhoffe, ist, dass ich unter anderem wieder mehr lesen muss. Denn diese Geschichten müssen natürlich entdeckt werden, damit ich sie vorstellen kann. Den Anfang werden wahrscheinlich ein paar Webcomics machen, die mich seit Jahren begeistern. Es ist ein fantastisches Format, auf das ich immer wieder gerne zurückkomme.

Generell versuche ich und ist auch mein Ziel, Themen und Situationen stets etwas Positives abzugewinnen. Stets optimistisch zu bleiben. In der aktuellen Diskussionslage ist dies besonders beim Thema Repräsentation wichtig. Zu zeigen, worum es wirklich geht und worauf es ankommt. Um die Menschen, deren Welten und Lebensrealitäten, Identitäten und Herausforderungen in guten Geschichten erzählt werden.

Eine überraschende Verbindung

In der Vergangenheit habe ich über meine Suche nach einem guten Gaming-Podcast geschrieben. Seit Monaten höre ich deshalb The Pod – Das Spielemagazin zum Hören (oder Auf ein Bier, wie man es in Pod-Catcher-Apps findet). Ich bin auch Unterstützer, damit ich in den Genuss aller tollen Formaten komme, die die Spiele-Journalist*innen dahinter machen. Regelmäßig ist Christian Schmidt zu Gast, um das Format 10 Jahre Klüger mit André zu betreiben. Christian ist vom Podcast Stay Forever, ebenfalls ein Spiele-Podcast.

Ich kann beide sehr empfehlen, da sie sehr unterschiedliche Herangehensweisen haben. Stay Forever behandelt eher alte Spiele und bespricht diese ausführlich. Darin geht es nicht nur um den Inhalt des Spiels und die Mechaniken, sondern ebenso um die Entstehungsgeschichte, die Studios und die Menschen dahinter. Zufällig stieß ich auf eine etwas ältere Folge über Zelda: A Link to the Past. Es war ein Nostalgie-Trip, der seinesgleichen sucht.

A Link to the Past ist mein absolutes Lieblingsspiel aus der Zelda-Reihe. Zugegebenermaßen, das einzige Zelda-Spiel, das ich je beendet habe. In meiner Kindheit habe ich dieses großartige Stück Spielgeschichte unzählige Stunden gespielt und es hat immer wieder Spaß gemacht. Die Stay Forever Episode hat mich dazu gebracht, wieder einmal einen Blick reinzuwerfen. Es ist überraschend gut gealtert. Der Stil ist einfach zeitlos.

Während Christian und Fabian Käufer in dem Podcast über das Spiel sprechen, blenden sie immer wieder Musikstücke und Soundeffekte ein. Sie erzählen über die Geschichte, die Welt, die Charaktere. Alles, worüber sie sprechen, kenne ich noch oder kommt mir zumindest bekannt vor. Es weckt Erinnerungen.

Doch während des Hörens wurde mir plötzlich eine Verbindung zu einem aktuellen Spiel, das mich sehr begeistert, bewusst. Die Missionen und Quests in A Link to the Past sind sehr ominös, genauso wie die Einführung ins Spiel. Es wird nicht viel erklärt. Man wird in die Welt geworfen und lernt sowohl die Steuerung als auch die Geschichte aus dem Kontext. Man kann zwar mit vielen NPC reden und begegnet diversen Personen, doch was man denen bringen muss oder wie deren konkrete Quest aussieht, ist nicht immer eindeutig.

Beispielsweise läuft ein Junge, dem man in einem Dorf begegnet, immer vor uns davon. Später erhält man dann Schuhe, mit denen man sehr schnell rennen kann. Nun muss man erst einmal daran denken, diesem Charakter begegnet zu sein und auf die Idee kommen, ihn damit einzuholen. Das kommt immer wieder vor. Man findet Dinge in der Welt und muss sich zusammenreimen, welchem Charakter es gehören oder was man damit anstellen könnte.

Diese Herangehensweise an Quests erinnert sehr stark an Elden Ring. Auch hier bekommt man die Eckdaten der Geschichte mit und gelegentlich begegnet man jemandem, der einem Details erklärt, aber man kann genauso gut völlig ahnungslos durch die Welt laufen und sie für das Genießen, was sie ist. Nur sind die Charaktere in Elden Ring noch ominöser und unkonkreter bei ihren Aufgabenstellungen, als es in A Link to the Past war.

In beiden Spielen entwickelt sich gewissermaßen ein eigenes Bild der Welt, je mehr man spielt. Man kann versuchen alles zu machen, wird es aber beim ersten Durchgang nicht schaffen, da es überwältigend ist und man Verbindungen übersieht. Der Wiederspielwert ist bei beiden sehr hoch. Immerhin spiele ich A Link to the Past nun immerhin knapp 30 Jahre später immer noch. Nicht jedes Jahr oder regelmäßig, aber alle paar Jahre gibt es Dinge, wie den Podcast Stay Forever, die mich an dieses großartige Spiel erinnern. Ich kann dann einfach nicht anders, als einen Blick reinzuwerfen. Am Ende spiele ich es dann meistens durch und erfreue mich der Details, die ich immer noch weiß oder derjenigen, die ich erneut entdecken kann.

Manche Spiele sind für die Ewigkeit geschaffen und begleiten uns ein Leben lang. Entweder, weil wir uns gerne an sie erinnern oder sie immer wieder spielen können. Es ist ein großartiges Medium und eine tolle Art, Geschichten zu erleben. Mal sehen, ob Elden Ring ähnlich beeindruckend für mich bleibt wie A Link to the Past. Die Zeichen dafür stehen zumindest nicht schlecht.

Heartstopper – Season 3

Anfang Oktober erschien endlich die dritte Staffel der großartigen Serie Heartstopper. Charlie und Nick haben ihre frische Beziehung öffentlich gemacht und gehen nun neuen Herausforderungen entgegen. Wie schon im Vorhinein zu lesen war, ist diese Staffel durchaus ernster. Sie behandelt schwierige Themen. Doch besonders, weil die Serie, wie auch die Comic-Vorlage, nicht davor zurückschreckt, diese Thematiken anzusprechen und sie mit Respekt, Feingefühl und der notwendigen Ernsthaftigkeit begleitet, feiere ich sie umso mehr. Selbstverständlich bleibt der Serie aber die Leichtigkeit und der Fokus auf Nebencharaktere ebenso erhalten.

Das Thema, das sich besonders in der Beziehung zwischen Charlie und Nick abspielt, ist Charlies Essstörung. Über die gesamte Staffel wird seine mentale Gesundheit und die Essstörung immer wieder angesprochen, bis er sich schließlich Hilfe holt. Die schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptdarsteller sind immer wieder überwältigend. Die gefühlvoll geschriebenen Szenen holten mich immer wieder ab. Kit Connor und Joe Lock sind perfekt gecastet und haben eine wunderbare Chemie.

Es ist auch schön zu sehen, dass die Behandlung von Charlies psychischen Problemen sehr realitätsnah umgesetzt ist. Wie im echten Leben gibt es gute und schlechte Tage. Er verbringt zwei Monate in einer Klinik, ist danach aber nicht wie durch Magie geheilt, sondern muss sich weiterhin damit auseinandersetzen. Besonders toll fand ich auch die Szenen mit seinem Therapeuten. Es ist einfach wunderbar, eine glaubwürdige Umsetzung davon zu sehen und keine romantisierte Hollywood-Interpretation.

Doch natürlich sind Charlies Probleme nicht nur für ihn belastend. Auch die Menschen um ihn herum müssen entdecken, dass es nicht an ihnen ist, Charlie zu heilen und dass sie auf sich selbst acht geben müssen. Besonders deutlich wird dies an drei Charakteren: Nick, Charlies Mutter und seiner Schwester, Tori. Manchmal tauschen Tori und Nick einfach nur Blicke aus, allerdings weiß man genau, was sie gerade denken. Sie machen sich beide Sorgen und hoffen auf die Unterstützung des jeweils anderen. Sie helfen sich schließlich immer mehr auch gegenseitig. Vor allem an Nick wird gezeigt, wie wichtig es manchmal ist, einfach nur für jemanden da zu sein. Einen besonders eindrucksvollen Moment teilen beispielsweise Tao und Nick. Diese Momente gehören für mich zu den besten Szenen der Staffel.

Apropos Freude, auch diese machen in dieser Staffel einiges an Entwicklung durch. Isaac setzt sich mit seiner Asexualität auseinander und was das für ihn bedeutet. Auch hier wird deutlich, dass die bloße Erkenntnis einen nicht automatisch glücklich macht. Zwar hat er für sich eine zutreffende Beschreibung und Einordnung gefunden, doch muss er, ob dieser Erkenntnis, erst damit zurechtkommen. Um ihn herum sind alle in Beziehungen und denken, das sei das beste auf der Welt. Doch Isaac möchte das nicht und es belastet ihn. Großartig geschrieben, großartig geschauspielert – _Heartstopper_ findet immer wieder die richtigen Töne und Worte.

Die Beziehung von Tao und Elle erreicht ebenso neue Ebenen, wie die von Tara und Darcy. Jeder Charakter findet auf ihre eigene Weise zu sich selbst und mehr über sich selbst heraus. Es ist pure Freude, den Geschehnissen zuzuschauen und mit den Charakteren mitzufiebern. Die Autorin Alice Oseman, die sich auch für die Comic-Vorlage verantwortlich zeichnet, beweist zum wiederholten Male ihr Talent und Genie. Heartstopper darf man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Besonders die Bedeutung für junge queere Menschen darf man nicht unterschätzen. Es braucht solche Serien.

Flüchtige Textideen

Nachdem ich nun fast ein Jahr diesen täglichen Blog hier betreibe, habe ich ein System entwickelt, um Textideen und dergleichen festzuhalten. Mein Hauptschreibprogramm am Mac ist Ulysses. Es ist eine wunderbare Software, die ich schon seit vielen Jahren verwende. Es ist minimalistisch angelegt und erlaubt es so, sich auf das Schreiben zu konzentrieren. Formatierungen, die man vornehmen kann, außer die Basics natürlich, sucht man vergebens. Da es auf Markdown aufgebaut ist, steht das Schreiben im Vordergrund. So kann man das Geschriebene leicht exportieren. Erst dann kümmert man sich darum, wie der Text aussehen soll.

Zwar gibt es Ulysses sowohl am iPad als auch am iPhone, aber ich schreibe am liebsten auf einer richtigen Tastatur. Am iPhone zwischendurch etwas zu notieren und aufzuschreiben, ist zwar kein Problem, aber längere Texte kann ich mir damit nicht vorstellen. Das iPad ist wieder etwas anderes, weil es dafür ein Tastatur-Cover gibt, auf dem sich ebenfalls einigermaßen gut tippen lässt. So verarbeite ich meine Ideen also am Mac per Ulysses zu den Texten, die auf dem Blog erscheinen.

Das Praktische an Ulysses ist, dass man sich Ordner und Strukturen aufbauen kann. So habe ich für jedes Jahr und jeden Monat einen Ablage-Ort erstellt. Genauso für Geschichten und andere Texte, die ich schreibe. So ist es einfach, einen Überblick zu behalten. Man kann Statistiken auslesen, als auch Schreibziele setzen. Diese nutze ich zwar nicht besonders häufig, aber gelegentlich sind sie ganz praktisch. Beispielsweise, wenn man am NaNoWriMo mitmacht (dem National Novel Writing Month, wo das Ziel ist, im November 1.000 Wörter pro Tag zu schreiben).

Für schnelle Notizen zwischendurch ist mir allerdings Ulysses zu aufgebläht. Ich will nur kurz was aufschreiben, da ist es unnötig, dass sich noch was synchronisieren muss oder die App eventuell einen Tick länger benötigt, bis sie offen ist. Durch den Podcast Bitsundso bin ich auf die App Bebop gestoßen. Das ist eine kleine App, die nur für die Texteingabe da ist und zum Speichern des Eingegebenen. Sie gefällt mir besonders gut, weil man sie mit Ulysses verknüpfen kann. Das heißt, die am iPhone gespeicherten Notizen landen später automatisch am Mac, wo ich die Idee direkt in einen Text umsetzen kann.

Es ist eine fantastische Verbindung, die mir schon so einige Textideen gerettet hat. Einfach kurz die App öffnen, eingeben, speichern, fertig. Was allerdings nicht bedeutet, dass mir keine Ideen mehr entkommen. Manchmal denke ich mir, dass es doch offensichtlich sei, über etwas zu Schreiben, es mir nicht notiere und 20 Minuten später nicht mehr weiß, was es war. Deshalb wird rigoros (fast) alles notiert. Im Zweifel kann man es ja wieder löschen. Aber so entwickelt sich mit der Zeit ein System, das hoffentlich funktioniert. Das Wichtigste ist, einfach loszuschreiben. Redigieren und korrigieren kann man später immer.

Ein knuffiger Roboter

Eigentlich wollte ich mit der Anschaffung von Astro Bot warten, bis das Spiel etwas günstiger ist. Aber die Spiele-Kanäle, die ich so verfolge, waren alle sehr begeistert von dem Spiel und ich hatte mal wieder Lust auf einen richtig guten Plattformer. Solche Spiele gibt es nicht allzu oft und wenn es dann ein so herausragendes Spiel wie Astro Bot gibt, muss man die Gelegenheit beim Schopfe packen.

Zwar haben mich in den vergangenen Monaten gute Metroidvania-Spiele, wie Prince of Persia: The Lost Crown oder Blasphamous II ausgezeichnet unterhalten, aber dabei handelt es sich eben um Side-Scoller (also 2,5D-Spiele). Ein nettes 3D-Abenteuer, mit einer Portion Nostalgie und vielen netten Ideen, ist da schon ein anderes Kaliber.

Ich bin noch nicht ganz durch mit Astro Bot, aber ich kann schon jetzt sagen, dass es sich ausgezahlt hat. Aber worum geht es? Unser kleiner Held ist mit seinen Astro Bot Kollegen mit einem Raumschiff durch die Galaxis unterwegs, als sie von einem Alien angegriffen werden. Dieses zerstört beinahe ihr Schiff, sodass sie abstürzen und auf einem einsamen Planeten landen. Das Alien hat Teile des Raumschiffes gestohlen, die es jetzt auf diversen Planeten wieder einzusammeln gilt. So weit und so einfach die Geschichte.

Das Spiel bedient sich dabei des gesamten Playstation-Fundus und dessen Historie. Das Raumschiff ist beispielsweise eine PS5 und unser Raumgleiter, wenn man diesen so bezeichnen kann, mit dem wir uns von Planet zu Planet bewegen, ist der PS5-Controller. Die Art der Steuerung und der Herausforderungen, die einen Erwarten, erinnert stark an 3D Mario Abenteuer. Die Welten sind mit viel Liebe zum Detail gemacht und über die Hälfte der 300 Astro Bots, die man retten muss, sind an Spiele-Charaktere angelehnt. Man schaltet mit der Zeit auch diverse Ausrüstungen und Diorama-artige Boni für die gefundenen Bots frei, die sich dann um das abgestürzte Raumschiff herum tummeln.

Aber die gefundenen Bots stehen nicht nur in der Gegend herum. Auf dem Planeten, auf dem man abgestürzt ist, gibt es so einige Dinge zu entdecken. Mal benötigt man die Unterstützung von 20 Bots, mal von 200. Es ist fantastisch zu beobachten, wie sich die ganzen Bots auf dem Bildschirm bewegen und herumwuseln. Es stecken wirklich tolle und großartige Ideen in dem Spiel.

Das Spielprinzip und die Steuerung nutzen auch sämtliche Elemente, die der PS5-Controller zu bieten hat. Was ich allerdings alsbald ausgeschaltet habe, war die Bewegungssensitivität des Controllers. Ich tue mir einfach leichter, das Raumschiff oder diverse Werkzeuge mit dem Stick zu kontrollieren, als mit dem Controller in der Luft herumzufuchteln. Das ist mir zu unpräzise und wirkt seltsam.

Der Schwierigkeitsgrad für die normalen Levels ist in Ordnung, es macht Freude, sich durch die einzelnen Levels zu bewegen. Jedes hat ihren eigenen Kniff und manche kommen mit speziellen Ausrüstungsgegenständen daher, die das Abenteuer abermals kurzweiliger machen.

Man schaltet allerdings ebenfalls diverse kleinere Levels frei, in denen sich dann nur ein Bot zur Rettung befindet. Diese speziellen, sehr kurzen Level haben es ganz schön in sich. Unter 10 Versuche habe ich davon, glaube ich, noch keinen geschafft. Man muss sich äußerst präzise und ohne sich auch nur einen Fehler zu erlauben, durch diese Levels bewegen. Das kann unter Umständen frustrierend sein und hat meine Geduld und Nerven gefordert. Aber wenn man diese Herausforderungen gemeistert hat und sich auch diese Bots in Sicherheit befinden, hat man doch ein schönes Erfolgserlebnis.

Wer diese Art von Spiel mag, macht mit Astro Bot auf keinen Fall etwas falsch. Und wer schon über Jahre Playstation-Spiele und Spiele im Allgemeinen zockt, wird mit den speziellen Bots an das ein oder andere Abenteuer der vergangenen Jahrzehnte erinnert.

Geek-Planet: Ultimate Spider-Man – Volume 16

In der heutigen Ausgabe von Geek-Planet geht es weiter mit der Ultimate Spider-Man Reihe. Wie jeden Donnerstag sehen wir uns einen alten Text von mir an, der damals auf dem gleichnamigen Blog erschien. Den Blog gibt es heute allerdings nicht mehr, deshalb bereite ich die Texte an dieser Stelle wieder auf. Der folgende Text stammt vom 14. April 2017.

Heute gibt es keine großen einleitenden Worte, da der Text an sich schon lang genug ist. Nur so viel sei gesagt: Die Darstellung von Polizisten in den Spider-Man-Comics ist aus heutiger Sicht leider sehr realistisch. Habe ich mich damals noch darüber aufgeregt, dass es unglaubwürdig sei, so ist heute doch traurige Realität. Deshalb habe ich das Ende des Textes leicht modifiziert, dass es ebendieser moderneren Sichtweise entspricht. Wobei es damals sicherlich schon genauso war, nur mein Blick noch nicht so sehr darauf gerichtet oder sensibilisiert auf diese Berichterstattung.


Das sechzehnte Volume von Ultimate Spider-Man trägt den Titel Deadpool und wir bekommen gleich drei spannende Geschichten geliefert. Darunter ein X-Men-Crossover, eine Vampirgeschichte und der Status quo mit Detective DeWolff wird über den Haufen geworfen.

  • Ausgaben: #91-96, Annual #2
  • Erscheinungsdatum: 2006
  • Autor: Brian Michael Bendis
  • Künstler: Mark Bagley
  • Inks: Scott Hanna, John Dell
  • Colors: Justin Ponsor
  • Letters: Chris Eliopoulus

„Hola-hoop-man is running that way. Web the crap out of him.“ – Kitty Pryde

Fangen wir mit der längsten der drei Geschichten an: Deadpool. Diese beginnt damit, dass sich Peter und Kitty wieder einmal am Ende eines Dates befinden. Ein wiederkehrendes Element ihrer bisherigen Gespräche ist die Geheimhaltung ihrer Beziehung. Immerhin weiß Tante May nicht, dass Peter Spider-Man ist, und hoffentlich auch sonst niemand. Würde also rauskommen, dass Peter eine Beziehung mit Kitty hat, wäre der Schluss schnell gezogen: Peter ist Spider-Man. So zumindest Peters Überlegungen, die sich später noch erhärten sollten.

Wie so oft schafft es Brian Michael Bendis ein Thema, welches er zu Beginn einer Geschichte einführt und nicht weiter vertieft, später zu einem großen Ding zu machen. Das führt dazu, dass aktuelle Beziehungen infrage gestellt werden (dies meine ich im absolut positivsten Sinne). So sind die X-Men und Spider-Man später unfreiwillig Teil einer live im Fernsehen übertragenen Jagd auf sie. Dabei wird die Beziehung zwischen Kitty Pryde und Spider-Man öffentlich gemacht.

Somit hat sich das Thema, dass sie sich öffentlich mit Peter sehen lassen kann, auch erledigt und die beiden müssen sich weiterhin heimlich treffen. Es ist schon schwer mit anzusehen, wie es die beiden mitnimmt, da sie einfach eine normale Beziehung führen und dabei auch einmal Hände-haltend durch die Mall gehen wollen. Besonders der letzte Dialog ist herzzerreißend, als sich beide beim jeweils anderen versichern, dass alles in Ordnung zwischen ihnen ist.

Beziehungen sind eine große Stärke der Ultimate Spider-Man-Reihe. Wenn Personen, Freundschaften und Beziehungen besser ausgearbeitet sind, dann fühlen sich auch Action-Sequenzen komplett anders an. Als Leserin ist man deutlich mehr investiert in die Charaktere und sorgt sich um sie. Immerhin sind dann nicht mehr nur die Heldinnen betroffen, sondern wichtige Menschen in ihrem Leben. Die Einsätze und Risiken sind um ein Vielfaches höher.

Dies macht sich auch bei MJ bemerkbar. Sie liest in einem Zeitungsbericht von der Beziehung zwischen Spider-Man und Kitty und fragt sich berechtigterweise, warum er mit der Mutantin eine Beziehung eingehen kann, aber nicht mit ihr. Eine berührende Szene, wobei ich mich gefragt habe, ob wir uns jetzt zehn Ausgaben wieder mit der Reparatur dieser geschädigten Freundschaft auseinandersetzen müssen. Doch Bendis zeigt deutlich, dass, wenn Peter MJ braucht, sie immer für ihn da ist. Besonders nach dem Vampir-Angriff aus der zweiten Geschichte ist dies deutlich zu erkennen.

Kommen wir aber nach dem ganzen Beziehungsgerede wieder zurück zur ersten Geschichte. Darin werden die X-Men entführt und, weil Kitty den Robo-Jet zu Peter schickt, auch Spider-Man mit in den Schlamassel hineingezogen. Sie befinden sich auf Krakoa, der Gefängnisinsel von Genosa, wo Mutanten zur Unterhaltung gejagt und getötet werden. Hier wird deutlich gezeigt, was einige Personen von diesen Kreaturen halten. Es sind Tiere, abartige Geschöpfe, wider die Natur und ihr Leben hat keinen Wert.

Besonders in Ausgabe 93 wird dies deutlich gemacht. Das Geschehen wird durch die Augen der Fernsehzuschauer gezeigt, inklusive Kommentator, Interviews und Berichten. Ein grausames Schauspiel.

Was auf dieser Insel geschieht, ist nicht einfach zu verarbeiten. Dies wird besonders an Spider-Man gezeigt. Man wird daran erinnert, dass sich unter der Maske doch nur ein junger Mensch verbirgt. Er dreht beinahe durch, will nach Hause und seine Sprüche zeigen deutlich, dass er mit der Situation überfordert ist. Wir lernen eine neue Seite von Spider-Man kennen. Zwar war er schon zuvor mit Situationen konfrontiert, die ihn überfordert haben, aber dies war bei ihm zu Hause in New York. Eine Umgebung, die erkennt und nicht ein Jungle voller Kameras und Zuschauern, die alles verfolgen. Außerdem ist alles dort dafür geschaffen worden, um ihn zu töten. Deadpool, der engagiert wurde, um mit seinem Trupp die Entführten zu jagen, wird von einer Seite gezeigt, die ich so noch nicht kannte. Eine beeindruckende Geschichte, die sicher Spuren hinterlassen wird.

Als Nächstes haben wir die zweiteilige Story über Morbius und andere Vampire. Darin lernen wir, dass es durchaus Unterschiede zwischen Vampiren gibt. So lassen sich nicht alle von ihrem Fluch in Besitz nehmen und weigern sich, Menschen das Blut auszusaugen. In Morbius, dessen Vater übrigens Dracul ist, findet Spider-Man einen neuen Verbündeten. Der Morbius-Zweiteiler ist besonders stilistisch überzeugend. Unter anderem spielt Ben Urich, der Journalist, eine zentrale Rolle. Er macht Peter durch seine Recherchen auf die Vampire aufmerksam. Der Artikel, den Urich geschrieben hat, wird durch schwarz-weiße Panels untermalt und erhält dadurch den Flair eines alten Vampirfilms. Sehr cool gemacht und ein guter Einstieg in die Geschichte.

Als Letztes haben wir dann noch das zweite Annual. Hierbei erhalten wir wieder einmal eine Geschichte mit DeWolff und anderen Helden, wie Daredevil und Moon Knight. Wir haben diese bereits in früheren Erzählungen kennengelernt und in kurzen Abschnitten wird gezeigt, was diese in der Zwischenzeit getrieben haben. Außerdem wird die Beziehung zwischen Detective DeWolff und dem Kingpin weiter ausgebaut und in gewisser Weise zu einem Ende gebracht. Der Kingpin baut sein Netzwerk weiter aus und nutzt alles und jeden darin zu seinem Vorteil. Er ist nicht darauf aus, klassische Bandenkriege zu führen. Nein, durch seine Beziehungen kann er kreativere Möglichkeiten finden, sich seinen Gegnern zu stellen.

Doch nicht nur für diese Momente, in denen Wilson Fisk glänzen darf, lohnt sich ein Blick in das Annual; auch wie andere Charaktere Spider-Man wahrnehmen, wird deutlich gezeigt. So sind sowohl Moon Knight, als auch Daredevil davon überzeugt, dass der Held zu jung und unerfahren ist, um sich mit so jemandem wie dem Kingpin auseinanderzusetzen. Dies muss durchaus frustrierend für Peter sein, immerhin hat er sich schon des Öfteren bewiesen.

Etwas, das mich schon bei der letzten Konfrontation mit DeWolff (von der Peter erst nach ihrem Tod erfährt, dass sie für den Kingpin gearbeitet und Spider-Man für dessen Zwecke manipuliert hat) massiv gestört hat, ist der Umgang der Polizisten mit Spider-Man. Sie sind dermaßen schnell ihre Waffen auf ihn zu richten, dass es an ein Wunder grenzt, dass er noch nicht aussieht wie Schweizer Käse. Besonders auffällig ist dies, als DeWolff erschossen wird, Spider-Man unbewaffnet neben ihr steht und sie trotzdem erstmal auf ihn zielen. Aber wenn man sich die Berichte aus den USA so ansieht, ist dies nicht einmal so eine abwegige Darstellung.

Ansonsten überzeugt das sechzehnte Volume aber mit neuen Einsichten, fantastischen Zeichnungen und abwechslungsreichen Geschichten.

Bilder und Illustrationen

Vor ein paar Wochen habe ich mir einen Jahreszugang bei Unsplash geklickt. Eigentlich hatte ich gehofft, dass ich mit der gratis Version auskomme, aber sämtliche Illustrationen sind hinter dem Abo-Modell versteckt. Allerdings zahle ich gerne für gute Bilder und Illustrationen, um die Künstler*innen zu unterstützen, die diese erstellt haben. Doch was genau verbirgt sich hinter Unsplash?

Dabei handelt es sich um ein Bilder-Archiv, dessen Inhalte für kommerzielle als auch nicht-kommerzielle Zwecke genutzt werden können. Viele der Bilder lassen sich gratis herunterladen und nutzen. Natürlich ist es dann angebracht, zumindest die Quelle des Bildes anzugeben und so dem- oder derjenigen eine gewisse Anerkennung zukommen zu lassen. Es ist eine großartige Quelle, und seit Jahren nutze ich Unsplash immer wieder gerne.

Als ich beispielsweise an der Universität Tübingen beim Magazin Faktor14 mitgewirkt habe, haben wir manchmal für die Titelseite oder aber auch Artikel Bilder von Unsplash verwendet. Faktor14 war ein Magazin, das Studierenden ermöglicht hat, ihre Bachelorarbeiten und andere Projekte einem breiteren Publikum vorzustellen. Es war toll, das Magazin zusammenzustellen und eine dazugehörige Webseite zu pflegen. Wir haben zwar nicht oft die Stock-Bilder verwendet, aber gelegentlich halfen sie, Dinge anschaulicher zu machen oder haben einen Text gut ergänzt.

Bisher habe ich im Blog ausschließlich Bilder verwendet, die ich selbst erstellt habe, seien es Fotos oder das Logo. Das soll auch weitgehend so bleiben, nur wenn ich denke, dass ein Bild als Ergänzung vorteilhaft wäre, bediene ich mich bei besagtem Anbieter. Immerhin geht es hier hauptsächlich um Texte und nicht um Bilder. Primär habe ich mir den Account zugelegt, weil ich für ein anderes Projekt Illustrationen benötige, um es etwas aufzuhübschen und ein gewisses Design-Element hineinzubringen. Was dieses Projekt allerdings genau ist, kann ich leider erst nächstes Jahr verraten.

Jedenfalls kann ich Unsplash nur empfehlen. Die Qualität der Bilder ist hervorragend, und man wird fast zu jedem Thema oder Schlagwort fündig. Man sollte sich vielleicht nicht gerade des ersten Ergebnisses bedienen. Aber wenn man sich etwas durchwühlt, wird man etwas Originelles finden, das die eigenen Inhalte gut ergänzt.

Snooker, Bingo

Ich bin nicht der große Sport-Zuschauer. Von Formel-1 über Fußball hin zum Skifahren geht das alles geflissentlich an mir vorbei. Doch was ich vor vielen Jahren durchaus intensiver und seitdem gelegentlich verfolge, ist Snooker. Wie bei vielen anderen Dingen auch, sind es häufig die nischigen Sachen, die mich mehr interessieren, als das, was man gemeinhin als Mainstream verstehen könnte. Sei es Warhammer, Comics, Let’s Plays oder eben Snooker.

Was mich bei Snooker begeistert hat oder besser gesagt mich für den Sport erst so richtig begeistern konnte, war der fantastische Europort-Moderator Rolf Kalb. Seine Leidenschaft für den Sport und die tolle Moderation der Turniere und Spiele haben mich angesteckt. Sooft ich konnte, habe ich die Snooker-Turniere verfolgt und bin gespannt vor meinem Fernseher gesessen. Natürlich war mein Favorit immer Ronnie O’Sullivan. Seine Shots und die Geschwindigkeit, mit der er den Tisch abgeräumt hat, sind schon fast legendär. Als auch die Tatsache, dass er mit linker und rechter Hand spielen konnte.

Was mich an Snooker immer fasziniert hat, ist die Technik und Präzision, mit der die Spieler agieren müssen. Der Tisch ist um einiges größer als ein herkömmlicher Pool-Tisch und dafür die Löcher kleiner. Außerdem sind die Banden der Löcher runder, sodass die Bälle bei Bandenberührung eher wieder herausrollen, als die Tendenz haben, sich lochen zu lassen. Ebenso ist die Zählweise und der Aufbau der Bälle am Tisch komplett anders. Man muss immer abwechselnd eine rote und dann eine der anderen Farben lochen. Die roten bleiben vom Tisch, grün bis schwarz wird zurückgesetzt, bis alle roten vom Tisch geräumt wurden.

Ein faszinierender Sport, den ich heute gelegentlich noch gerne schaue. Aber wie so oft ist nicht nur der Sport an sich interessant. Was es, wie bereits erwähnt, zu etwas wirklich Faszinierendem machen, sind die Kommentatoren und Moderatoren. Rolf Kalb habe ich immer gerne zugehört, weil er auch Einsteiger wie mich immer wieder abgeholt hat, indem er Regeln wiederholt erklärte. Sowohl die normale Vorgehensweise beim Snooker als auch speziellere Regeln und Strategien, die die Spieler anwenden können.

Etwas Ähnliches erlebe ich gerade bei einem anderen Format, das eine Leidenschaft von mir mit guten Kommentatoren mischt: Elden Ring Bingo. Es gibt ein paar Streamer, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, jede mögliche Elden Ring Herausforderung zu bestehen und immer wieder besser in dem Spiel zu werden. Sei es, Boss-Kämpfe zu optimieren oder neue, zuvor unmöglich gedachte Abkürzungen zu finden. Seit über einem Jahr veranstalten diese Streamer, angeleitet durch Captain-Domo, immer wieder solche Bingo-Turniere.

Ich war überrascht von der professionellen Umsetzung. Es gibt einen eigenen YouTube-Channel dafür (man kann das Turnier natürlich auch auf Twitch verfolgen) und Moderatoren, die die beiden Spieler, die gerade gegeneinander antreten, kommentieren. Sie erklären immer wieder die Regeln, welche Strategien angewendet werden und welchen Hintergrund die Spieler haben oder welche Vorbereitungen sie getroffen haben. Es gibt Schiedsrichter, eine Elden Ring Map, die die aktuelle Position der Spieler auf der Karte zeigt und mehr. Wirklich toll und spannend umgesetzt.

Ich hätte mir nicht gedacht, dass ich so etwas spannend finden würde, aber von Let’s Plays auf ein Format wie Elden Ring Bingo zu kommen war wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit. Wie bei Snooker hat mich die Begeisterung und Leidenschaft der Moderatoren angesteckt. Und wie bei Snooker geht es auch hier um Präzision, Geschwindigkeit und die Fähigkeit, sich auf neue Situationen und Gegebenheiten einstellen zu können, ohne die Nerven zu verlieren.

Was ich mir auch nie gedacht hätte: eine Verbindung zwischen Snooker und Elden Ring zu finden. Aber hier sind wir nun einmal und es ist fantastisch. Wer beides nicht kennt, sollte vielleicht einmal einen Blick riskieren. Oder auch andere Formate und Sportarten ausprobieren, die man zuvor nicht in Erwägung gezogen hat. Vielleicht bestechen sie durch exzellente Kommentatoren und wecken so eine gewisse Leidenschaft in einem selbst. Vielleicht lernt man ja auch eine neue Seite von sich kennen.