Kursbuch zum Thema Exil

Nachdem ich den Newsletter von Kursbuch-online schon seit einigen Monaten abonniert habe, wurde es an der Zeit, eine Text-Sammlung zu testen. Ich mag den Montagsnewsletter, den sich drei Autor*innen in abwechselnder Reihenfolge teilen, sehr gerne lesen. Es wird über aktuelle Themen nachgedacht, sich Zeit gelassen und von einer bestimmten Perspektive aus beobachtet. Ähnliches erwartete ich von den gedruckten Kursbüchern.

Jedes Kursbuch widmet sich einem bestimmten Thema. Vor Kurzem erschien das Kursbuch 219 zum Thema Exil, das ich auch gleich bestellt habe. Verschiedenste Autor*innen widmen sich diesem Thema aus ihrer ganz spezifischen Perspektive. Es können philosophische oder soziologische Essays sein. Aber auch Gedichte und Textpassagen aus Berichten bzw. Büchern finden Platz. Ebenso kommt ein Interview mit zwei Regisseurinnen vor, die einen Dokumentarfilm gedreht haben, der sich auf ganz spezielle Weise dem Thema annähert.

Der Begriff Exil wird durch diese unterschiedlichen Herangehensweisen aufgebrochen und es erschließt sich einem eine völlig neue Definition. Exil ist etwas sehr Vielfältiges und Vielschichtiges; kann auf Situationen angewendet werden, die man zuvor vielleicht nicht bedacht hat. Es kann sowohl etwas Örtliches als auch etwas Geistiges sein. Ich war wirklich sehr angetan und begeistert von den Texten.

Jedoch sind manche davon unnötig komplex geschrieben. Besonders ein Text Wie der Fisch an Land, aber auch Babylonien, Marburg, Kleinarmenien und anderswo, sind mir negativ aufgefallen. Erst genannter verwendet beispielsweise Zwischenüberschriften, was dem Zweiten nicht geschadet hätte. So behält man besser den Überblick und weiß, wann der Autor endlich zum Thema kommt und wie lange die Einleitung noch dauert.

Ich mag ausschweifende philosophische Texte. Sie dürfen mich gerne intellektuell fordern oder gerne auch mal überfordern. Es ist wie beim ersten Buch von Thomas Mann, das man liest. Man muss sich erst einmal an die Schachtelsätze gewöhnen. Aber wenn man ruhig und konzentriert weiterliest, erschließt sich der Sinn und die Bedeutung dahinter. Aber Thomas Mann schrieb eben großartige Romane und keine unnötig komplexen Philosophietexte (meines Wissens zumindest).

Wie der Fisch an Land dürfte gerne ein paar Seiten länger sein, dafür aber etwas einfacher zu lesen. Schachtelsätze bekommen hier eine neue Definition, wenn nicht nur mit Kommata, sondern auch mit ineinander verschachtelten Gedankenstrichen gearbeitet wird. Es wird davon ausgegangen, dass ich gewisse philosophische Ansätze kenne und mit Fachbegriffen vertraut bin.

Seit ich mich vor ein paar Monaten etwas mit einfacher Sprache beschäftigt habe, fällt mir so etwas besonders negativ auf. Aber unnötig komplex geschriebene wissenschaftliche Texte sind sowieso ein allgemeines Problem von vielen deutschsprachigen Autor*innen. Im Englischen tue ich mir vergleichsweise leicht, einen Text zu einem ähnlichen Thema zu verstehen. Sie sind eingängiger und einfacher geschrieben. Ich weiß nicht, warum sich philosophische und/oder wissenschaftliche Abhandlungen im Deutschen über Komplexität profilieren müssen. Es geht auch anders. Und würde zudem mehr Menschen erreichen.

Dazu ist nicht einmal viel nötig. Streicht die Schachtelsätze und erklärt mehr Begrifflichkeiten durch entsprechende Fußnoten. Allein diese beiden Dinge würden so manche Texte um einiges verständlicher machen. Aber außer dieser Kritik hat mich das Kursbuch 219 durchaus überzeugt. Es sind tolle Perspektiven auf ein Thema, über das ich mir eigentlich noch nie wirklich Gedanken gemacht habe. Es regt zum Nachdenken an.

Geek-Planet: Wochenrückblick 27/2015

In der dieswöchigen Ausgabe von Geek-Planet habe ich mir einen Artikel herausgesucht, der spannende Einblicke bietet. Wie jede Woche sehen wir uns einen alten Text von mir an, den ich auf meinem damaligen Blog, den es heute nicht mehr gibt, veröffentlicht habe. Der folgende Text stammt vom 23. August 2015.

Ich habe meine erneute Begeisterung für die Power Rangers Comics von Boom!Studios zum Anlass genommen und die alten Texte nach diesem Schlagwort durchsucht. Gestoßen bin ich auf eine Wochenrückschau. Diese habe ich besonders 2015 lange Zeit wöchentlich geschrieben, da ich den Wunsch hegte, über mehr Dinge schreiben zu können, die keine Rezensionen sind. Ich griff News auf, Ankündigungen, Trailer und so weiter.

Heute würde ich einfach einen Text dazu schreiben und fertig. Egal, wie lang oder kurz dieser am Ende ausfällt. Damals allerdings hatte ich das Gefühl, einen gewissen Rhythmus einhalten zu müssen, einen Veröffentlichungsplan. In dieser speziellen Ausgabe geht es unter anderem um besagten Power Rangers Film, der angekündigt wurde. Ich müsste ihn mir nochmal ansehen, um beurteilen zu können, ob der wirklich so mies war, wie ich ihn in Erinnerung habe.

Deadpool ist auch im Mix dabei. Sehr faszinierend, wenn man bedenkt, dass gerade der dritte Deadpool-Film in den Kinos läuft. Leider habe ich die Bilder und Links nicht mehr, die in dem Text erwähnt werden. Teilweise habe ich den Text leicht geändert, damit der Lesefluss nicht allzu sehr gestört wird.


Es ist schon wieder eine Woche vorbei und in meinem heutigen Repertoire befinden sich zwei schöne Kindheitserinnerungen. Die Erste wird wahrscheinlich bald von Hollywood zerstört (so wie die Turtles), allerdings von Boom!Studios richtig gut in Comics-Form umgesetzt. Die Zweite zeigt eine coole, brutale Version eines sonst freundlichen Charakters. Außerdem ruiniert mich das neue Marvel-Line-up und als Abschluss gibt es noch ein Foto.

Power Rangers

Falls ihr den Fan-Film zu den Power Rangers noch nicht gesehen habt, solltet ihr dies dringend nachholen. Mit James van der Beek und Katee Sackhoff spielen nicht nur zwei großartige Stars mit, er zeigt auch eine erwachsene Version einer Serie, die mich in meiner Kindheit begeistert hat. Es wäre schön, wenn die Verfilmung, welche aktuell geplant wird, auch in diese Richtung tendieren würde. So hätten vermutlich viele das Gefühl, die Serie sei mit ihnen gereift. Aber vermutlich wird es ein auf PG-13 getrimmter, schlecht umgesetzter und das Original missachtender Film.

Anders sieht es da schon mit dem vor der Tür stehenden Comic von Boom!Studios aus. Diese haben vor ein paar Tagen Bilder präsentiert, die diverse Power Rangers zeigen. Da werde ich sicher einen Blick riskieren. Comics sind ein tolles Format und eignen sich besonders gut für Stoffe wie diese. Serien und Filme benötigen große Budgets um ein Material wie Power Rangers gut umzusetzen, Comics nicht. So wirkt es mit Sicherheit konsistenter und glaubhafter.

Aus meiner Kindheit habe ich eigentlich nur gute Erinnerungen an die Figuren, deren große fantastische Roboter, die Explosionen aus dem Nichts, wenn sie gegen ihre Gegner kämpfen. Es war oder ist zwar meist das gleiche Schema, doch als Kind fühlt man sich gut unterhalten. Wenn wir ehrlich sind, ist die erwachsene Version von Power Rangers der Guillermo del Toro Film Pacific Rim. Hier kämpfen auch gewaltige Roboter gegen noch größere Monster.

Ich freue mich jedenfalls auf den Comic und bin skeptisch gegenüber dem Film. Allerdings bin ich gerne bereit, mich positiv überraschen zu lassen.

Santa Claus

Was ist das Erste, das euch einfällt, wenn ihr an Santa denkt? Klar, es ist ein amerikanischer Brauch (der durch unzählige Filme und Serien zu uns herüberschwappte), doch irgendwie erinnert er mich doch sehr stark an den Nikolaus. Der dickliche, nette, in rot gekleidete Mann strahlt doch immer etwas Friedliches aus. Man kann ihm vertrauen, erzählt ihm von den eigenen Wünschen und bekommt diese dann eventuell sogar erfüllt.

Grant Morrison erzählt jetzt so etwas wie die Ursprungsgeschichte dieses Mannes und wenn man sich das Cover ansieht, wirkt er gar nicht mehr so nett. Wie es die Seite comicsalliance.com so schön ausdrückt, ist es die »HOT, BRUTAL … SEXY, VIOLENT«-Variante von Santa. Meine Neugierde ist mehr als geweckt und ich kann es kaum erwarten, welche gefährlichen Abenteuer dieser Mann erlebt und was ihn dann eventuell zu der Figur macht, die wir kennen. Vor allem aber interessiert mich die Frage: Hat er spezielle Fähigkeiten oder ist er nur ein einfacher Mann?

All-New All-Different Marvel Line-up

Ich verzichte einfach mal darauf, die ganzen Titel mit den Covern abzubilden und schicke euch dafür auf die großartige Seite von Talking Comics. Hier findet ihr das komplette 45 Comics umfassende Line-up, welches nach Secret Wars übrig bleibt. Überraschenderweise ist es an Diversität und Repräsentation eher schwach besetz, aber andere haben dazu schon tiefer in das Line-Up geblickt. Aber wenn man diesen Makel beiseitelässt, bietet Marvel schon sehr viele gute Comics an, die mich interessieren. Ich werde versuchen, mich auf wenige zu beschränken. Auf jeden Fall werde ich aber folgende testen:

  • All-New All Different Avengers #1
  • All-New X-Men #1
  • Amazing Spider-Man #1
  • Carnage #1
  • Doctor Strange #1
  • Extraordinary X-Men #1
  • Spider-Man #1
  • Spider-Man 2099 #1
  • The Vision #1
  • Venom: Spaceknight #1
  • Web Warriors #1

Aufgrund dessen, dass irgendwann mein monatliches Budget für Comics ausgereizt ist, wird es wohl darauf hinauslaufen müssen, dass bei vielen dieser Comics erst einmal bei der ersten Ausgabe bleibe. Marvel ist mit der Veröffentlichung von Trades immer recht zügig, von daher ist das Warten darauf überschaubar. Nur diejenigen, die mich wirklich begeistern, werden es dann in meine Pull-List schaffen. Immerhin ist diese schon ziemlich mit DC gefüllt und dann gibt’s ja noch Star Wars und Image und – ach, so viele Comics, so wenig Zeit.

Deadpool

Bevor ich euch in die neue Woche entlasse, hier noch ein offizielles Bild vom Set des Deadpool Films, welcher mit Ryan Reynolds in der Hauptrolle nächstes Jahr in die Kinos kommt. Durch sein R-Rating erhoffe ich mir sehr viel von dem Film. Den Look haben sie auf jeden Fall schon super getroffen.

Ich wünsche euch eine angenehme Woche und bis demnächst.

Machtfantasien mit Space Marine 2

Bevor ich mir dieses sehr teure Spiel kaufe, wollte ich mir ein Let’s Play ansehen. In den vergangenen Monaten hat der Hype um Space Marine 2 mich durchaus angesteckt. Das erste Spiel, welches 2011 erschien, habe ich zwar nie gespielt, doch es wird viel gelobt. Nach 13 Jahren eine Fortsetzung zu veröffentlichen, weckt in Spieler*innen natürlich alle möglichen Erwartungen. Vor allem ein überzeugendes Ende, genauer gesagt eine überzeugende Fortsetzung von Titus Geschichte sollte es sein.

Um auf dem Laufenden zu sein, was die bisherige Entwicklung von Titus angeht, habe ich mir ein entsprechendes Lore-Video von Luetin09 auf YouTube angesehen. Luetin09 ist allgemein eine ausgezeichnete Anlaufstelle für alles rund um die Lore von Warhammer. Die Videos sind fantastisch aufbereitet und er erzählt die Geschichten und Mythologien dieser Welt en détail, wie man es kaum woanders finden wird. Wer sich mehr für die Games Workshop Seite interessiert, wie Armeen funktionieren, aber trotzdem die Geschichte gut aufbereitet und vielleicht etwas prägnanter dargestellt haben möchte, kann ich Arbitor Ian empfehlen. Aber mit diesen beiden Kanälen ist man auf jeden Fall gut bedient und erhält einen tiefen Einblick über alles, was mit Warhammer 40k zu tun hat.

Aber zurück zu Titus und Space Marine 2. Titus hat nach den Ereignissen des ersten Spiels viele Jahrzehnte in der Deathwatch zugebracht, um für seine angeblichen Sünden Abbitte zu leisten. Bei einem Kampf gegen Tyraniden wird er jedoch lebensgefährlich verletzt, was seine Ultramarines Kollegen, die ihn gerade noch retten konnten, dazu veranlasst, ihm der Primaris-Prozedur zu unterziehen. Primaris sind die neue Art von Space Marines (oder auch Astartes genannt). Sie sind größer, stärker, schneller und widerstandsfähiger als die klassischen Space Marines. Es ist eine wunderbare Art, das Spiel und die Spieler*innen in das neue Zeitalter von Warhammer 40k einzuführen.

Es hat sich einiges getan in den vergangenen Editionen von Warhammer 40k und die Geschichte wird so rasant forterzählt, wie es seit langer Zeit nicht mehr der Fall war. Deshalb fühlt es sich sehr gut an, dass das Spiel diese Erzählstränge mit aufgreift. Wer sich schon länger mit der Geschichte von Warhammer 40k auseinandersetzt, bekommt so nette Easter Eggs und ein vollständigeres Bild. Für Neueinsteiger mag es vielleicht etwas überfordernd sein, doch wirkt es sicherlich nach einem durchdachten Konzept, welches dazu anstiftet, sich tiefer mit dieser Welt zu beschäftigen. Es steht jedoch stets Titus Geschichte im Vordergrund, womit man wirklich gut in die Welt von 40k eingeführt wird.

Das Spiel ist relativ kurz. Das Let’s Play von theRadBrad, das ich mir angesehen habe, dauert gerade einmal knapp 8 Stunden. Dafür sind mir die 70 bis 100 € für das Spiel dann eindeutig zu viel. Doch das Ansehen des Spiels allein hat schon sehr viel Freude bereitet und meine Begeisterung für diese Welt und ihre Geschichte erneut entfacht.

Wenn Titus durch die Gegend stapft und rennt, spürt man förmlich die Wucht und Kraft, die dahintersteckt. Die Kamera wackelt bei jedem Aufprall seiner gigantischen Rüstung. Dadurch, dass auch normale Menschen als Soldaten vorkommen (das Astra Militarum) sieht man erst die schiere Größe der Astartes Krieger. Sie sind doppelt so groß wie Menschen, womit die ganze Welt und Umgebung neu einzuordnen sind. Das Kampfsystem wirkt flüssig und abwechslungsreich.

Es gibt viele verschiedene Arten von Waffen, die man einsetzen kann. Als Nahkampfwaffen dienen entweder das klassische Chainsword, ein Schwert oder ein Dolch. Als Schusswaffen hat man eine breite Auswahl an Boltern, die natürlich nicht fehlen dürfen. Außerdem gibt es Sniper-Waffen, Gatling-Gun ähnliche Waffen oder einen Flammenwerfer, der sich besonders gut eignet, um die Tyraniden wie Ungeziefer zu verbrennen. Es haben alle ihre Daseinsberechtigung und erlaubt es Spieler*innen, ihren eigenen Kampfstil im Rahmen dieser Möglichkeiten zu verfeinern. Die Tyraniden werden aber nicht nur im normalen Kampf Opfer der Space Marines, man kann sie auch mit Finishern erledigen, die immer wieder beeindruckend aussehen.

Aber nicht nur die Kämpfe sind toll umgesetzt, die Umgebung ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Für ein vergleichsweise kleines Spiel sieht es sehr hochwertig produziert aus. Die Biome durch die man sich bewegt, sind abwechslungsreich gestaltet und wissen zu überzeugen. Doch auch die Geschichte von Titus und seinen Kollegen weiß zu überzeugen. Dazu gibt es toll inszenierte Zwischensequenzen. Die Nebencharaktere bekommen aber ebenso ihre Momente im Rampenlicht und sind gut ausgearbeitet.

Wenn man sich mit den Ereignissen des ersten Teils etwas auseinandersetzt, wissen bestimmte Twists noch mehr zu überraschen. Doch auch wenn man unwissend in die Geschichte springt, wird man gut abgeholt. Den Zweifel an Titus und seiner Integrität spürt man. Die Sprecher*innen machen eine gute Arbeit und füllen die Charaktere mit Leben. Sie runden das Gesamtbild des Spiels wunderbar ab. Wer Fan von Warhammer 40k ist, macht mit Space Marine 2 nichts falsch und sollte sich zumindest ein Let’s Play davon ansehen.

Das Spiel atmet durch und durch Warhammer 40k, macht die Geschichte und ihre Charaktere greifbar und hat zumindest mir einmal mehr bestätigt, dass es ein großartiges Universum ist. Ich bin nicht der Online- bzw. Coop-Spieler, deshalb ist das Spiel eher nichts für mich. Man macht damit allerdings sicherlich nichts falsch und wenn es einmal günstig zu haben ist, werde ich vielleicht auch zugreifen.

Einen gewaltigen Nachteil hat das Spiel allerdings. Ich möchte gerne mehr solcherlei Einträge in das Warhammer-Universum. Was ich mir wünschen würde, wären Animationsserien oder Filme in genau diesem Stil und Design. Beispielsweise könnte man die Horus Heresy (also die Vorgeschichte von 40k) auf diesem Level an Qualität erzählen. Mit dieser Liebe zum Detail entwickelt, würde man sicherlich viele Fans glücklich machen. Zwar gibt es mit Warhammer+ einen eigenen Streaming-Service für Warhammer, aber sie kommen, was die Qualität der Animationen anbelangt, nicht an das von Space Marine 2 heran. Ich hoffe, aus der Kooperation mit Amazon fallen entsprechende Produktionen heraus. Solange sie sich an die Lore halten und die Vorlage respektvoll umsetzen, sollte dem nichts im Wege stehen. Aber Space Marine 2 hat auf jeden Fall den Appetit nach mehr angeregt. Seien es Spiele, Filme oder Serien, Animationen oder Live-Action, bitte mehr Adaptionen mit diesem Anspruch an Qualität.

Der Münzturm in voller Pracht

Burg Blaustein steht wieder in ihrer vollen Pracht in meinem Wohnzimmer. Die aktuellen Umbauten sind abgeschlossen und das erneute Warten auf die nächste Erweiterung beginnt. Das kommende Torhaus, welches für Anfang 2025 angekündigt ist, vervollständigt scheinbar den Burgberg. Mal sehen, welche weiteren Modifizierungen sich BlueBrixx noch ausdenken wird. Was mir noch fehlt, ist alles, inklusive der neuen Vorburg, die sich nun vor der Burg befindet, mit einer gebauten Grundplatte zu versehen. Das Diorama wieder zu vervollständigen, wenn man so will.

Der Bau des Münzturms war an sich abwechslungsreich. Wobei ich aus heutiger Sicht empfehlen würde, mit den letzten Bauschritten anzufangen. Die Palisaden enthalten natürlich oft wiederholende Bauschritte. Abwechslung bekommt man hier nur durch die neuen Unterbauten des Wehrturms und des kleinen Torhauses. Das zum Schluss zu bauen ist nicht empfehlenswert, deshalb lieber damit anfangen.

Der Münzturm an sich ist spannend gestaltet. Die Designer haben sich entschieden, den grundlegenden Winkel des Wehrturms beizubehalten. Dieser war nämlich nicht im Raster von 90 Grad oder dergleichen angebracht, sondern auf einem großen Turntable gebaut. Ich empfinde es als gut, wenn die vorhandenen Bedingungen genommen werden, um etwas Neues darauf zu bauen und nicht alles demontiert und passend zurechtgestutzt wird. So sind es durchaus interessante Bautechniken, denen man beim Münzturm begegnet.

Es sind viele kleine Teile, die man verbaut und deshalb wirkt auch der Turm sehr viel detaillierter ausgearbeitet als noch der Rest der Burg. Das ist aber ebenfalls nachvollziehbar, da die Burg über die Jahrhunderte sicherlich unterschiedliche Bauherren hatte und mit der Zeit neue Techniken zur Konstruktion entdeckt wurden. Was außerdem gefällt, ist der neue Verbindungsweg vom Haupthaus zum Münzturm. So kann man sich relativ schnell von einem Punkt der Burg zum nächsten begeben. Vor allem im Fall einer Belagerung und eines Angriffs ist das von essenzieller Bedeutung.

Das Einzige, womit ich ein Problem habe, ist tatsächlich das Dach des Münzturms. Die Kanone und der Aufzug, mit dem Kanonenkugeln und dergleichen nach oben geschafft werden, sind toll gemacht. Jedoch ist die Konstruktion des restlichen Dachs so feingliedrig und wirkt nicht sonderlich stabil. Ebenso scheint ein Eck des Dachs zu lang nach unten zu reichen. Die Idee ist scheinbar, dass sich das Dach mit dem darunterliegenden Stockwerk verhakt und so stabiler aufsitzt. In der Realität funktioniert das aber nicht so richtig. Hier hätte man sich vielleicht noch etwas Zeit lassen und eine andere Möglichkeit entwickeln sollen, die Winkel besser zu treffen. Ball-joints wären beispielsweise stabiler und zuverlässiger als die fragilen Droidenarme. Zwar wäre das Dach dadurch sicherlich dicker und aufwendiger geworden, aber das hätte ich gerne in Kauf genommen, für mehr Stabilität und Zuverlässigkeit.

Doch im Großen und Ganzen bin ich mit dem Münzturm sehr zufrieden. Er passt sich wunderbar in das Gesamtbild der Burg ein. Die Zeit schreitet eben voran und wir sind nun im Spätmittelalter bzw. in der beginnenden Neuzeit angekommen. Ein wirklich tolles Projekt, das seinesgleichen sucht. Burg Blaustein ist etwas Einzigartiges. Über drei Jahre werden wir schon mit Erweiterungen beglückt und ein Ende ist tatsächlich nicht in Sicht. Immerhin gilt es noch ein paar hundert Jahre abzubilden, bis wir in unserer heutigen Zeit angekommen sind.

Star Wars Pops

Ich mag Funko Pop Figuren. Sie nehmen nicht viel Platz ein, sehen putzig aus und eignen sich hervorragend, um den Schreibtisch im Büro zu schmücken. So wissen auch alle gleich, dass man zu den Nerds gehört. Einfach großartig. Ich sammle die Figuren nicht wirklich aktiv. Aber gelegentlich, einmal im Jahr oder so, kommt mir eine Figur unter, die mir wirklich gut gefällt.

So habe ich über die vergangenen Jahre so einige Funko Pop Figuren angehäuft. Die meisten davon eindeutig von Star Wars. Besonders die Spezial-Figuren, die immer mal wieder erscheinen sind, finde ich gelungen. Beispielsweise Luke mit Yoda im Gepäck. Wobei mir in letzter Zeit keine mehr wirklich ins Auge gesprungen ist. Liegt vielleicht auch daran, dass ich das Thema nicht aktiv verfolge.

Wie dem auch sei. Die Star Wars Figuren habe ich vor ein paar Jahren in ein schönes Case gepackt, damit sie nicht allzu staubig werden. Sie stehen über der Küche auf einem kleinen Regal. Lando, Han und Luke sind aus der originalen Trilogie dabei. Aus der Animationsserie Star Wars Rebels sind es dann noch Ezra und Kanan.

Die Serie habe ich geliebt. Nachdem Clone Wars mehr oder weniger vorbei war, bot Rebels eine willkommene Abwechslung. Neue Charaktere, die in einer Zeit handeln, die zwischen Episode III und IV angesiedelt ist. Das Imperium ist an der Macht und die verbleibenden Jedi kämpfen ums Überleben. Besonders die Beziehung zwischen Meister Kanan und seinem neuen Schüler Ezra ist wunderbar umgesetzt. Die Sprecher der Charaktere sind fantastisch und ich mag den Animationsstil.

Deshalb war es für mich eine leichte Entscheidung, die Figuren der beiden anzuschaffen, als diese herauskamen. Diese fünf Figuren im Case gefallen mir immer wieder. Sie sind eine tolle Erinnerung an verschiedene Zeitabschnitte in meinem Leben, wo mich Star Wars schon begleitet hat. Und natürlich sehen sie fantastisch aus.

Umzingelt

Diese Woche haben sich an einem lauschigen Nachmittag ein paar Störche rund um unser Haus niedergelassen. Es sind schon faszinierende Kreaturen und beeindruckend, wenn sie ihre Flügel ausbreiten. Auf Strom- und Sendemasten, Kaminen und Dächern haben sie es sich gemütlich gemacht.

Eine kurze Wikipedia-Recherche ergab, dass sie jährlich über 20.000 km zurücklegen, um ihre afrikanischen Wintergebiete zu erreichen. Eine weite Reise, um die dortigen Brutgebiete zu erreichen. Da haben sie sich eine kleine Verschnaufpause verdient. Und mit meinem neuen iPhone 16 Pro und dem optischen 5-fach-Zoom konnte ich sie sogar noch gut fotografieren. Schön, diese Zufälle.

Böse, flüssig und tödlich

Ich bin mir nicht sicher, ob es diesen Trend schon länger gibt und ich ihn erst jetzt entdecke, oder es eine neue Entwicklung ist. Aber in den vergangenen beiden Wochen sind mir beim Einkaufen Limodosen untergekommen, die ein sehr expressives Marketing an den Tag legen. Bei Billa war es eine Dose mit dem subtilen Aufdruck Liquid Death und beim Globus Evil Juice.

Dabei handelt es sich nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, um Energy-Drinks, die besonders ordentlich knallen. Nein, es ist Mineralwasser, versetzt mit Geschmack. Also Römerquelle Emotion oder Vöslauer Balance, nur eben in Dosen-Format und mit einem etwas aufdringlicherem Design. Wobei ich das Design der Dosen an sich cool finde. Sie sind kreativ gestaltet und der Totenkopf verleiht dem Ganzen etwas verruchtes.

Was ist nun die Erwartung bei einem solchen Getränk? Ich habe mir von Liquid Death die Geschmacksrichtungen severed lime und mango chainsaw mitgenommen. Bei Limone und dem Markennamen habe ich fälschlicherweise angenommen, dass es extrem sauer sein würde. Stattdessen ist es sehr zahm und schmeckt überraschend gut; fast schon neutral. Ich bin vor allem davon begeistert, dass es nicht süß ist. Viele solche Getränke laufen Gefahr, viel Zucker oder entsprechende Alternativen zu beinhalten, doch bisher bin ich von dem Getränk durchaus angetan. Es könnte allerdings noch mehr Limone und Säure vertragen, damit es zumindest etwas dem Namen gerecht wird.

Den Evil Juice von Rauch habe ich bis jetzt noch nicht getestet, bin allerdings gespannt, ob diese dem Namen etwas näher kommen oder genauso zahm daherkommen wie die Konkurrenz. Ich kann nur empfehlen, zumindest einmal nach Evil Juice zu googeln und die etwas übertrieben gestaltete Webseite anzuschauen. Ein herrliches Vergnügen aus schlechten Wortspielen, übertriebenen Foto-OPs und neonfarbenen Schriftzügen. Ob es dem geschmacklich gerecht wird, muss sich allerdings erst noch zeigen.

Jedenfalls haben diese Entdeckungen dazu geführt, dass ich mich nun auf die Suche begebe, noch mehr von diesen tollen Getränken zu entdecken. Energy Dinks sind nicht mein Fall, aber mit Geschmack versetztem Mineralwasser kann ich durchaus etwas abgewinnen. Wenn die Dosen dann noch kreativ gestaltet und die Markennamen herrlich over-the-top sind, was kann da schon schiefgehen.

Stop it!

Manchmal kann es so einfach sein. In einem seiner Newsletter hat Matthew Dicks auf einen lustigen Clip einer Comedy-Show verwiesen. Im Kern geht es darum, dass wir uns manchmal zu viele Gedanken machen. Dinge zu sehr verkopfen. Zumindest geht es mir manchmal so. Etwas schwirrt im Kopf herum und man denkt darüber nach, steigert sich vielleicht etwas hinein. Weil es einfach ist, sich in Gedanken zu verlieren.

Aber bevor wir es von allen Seiten analysieren, in die Tiefe einsteigen, ist es oft hilfreich, einfach damit aufzuhören. Und es sich selbst zu sagen. Natürlich ist es hilfreich, manches zu analysieren, vielleicht sogar mit Unterstützung. Eine Therapie ist stets etwas Gutes, und man entdeckt Ursprünge für Probleme oder Verhaltensweisen, die man nicht erwartet hätte. Immer wieder eine tolle Erfahrung und hat mir bei meiner Depression sehr geholfen. Manches Mal jedoch reicht es auch nur zu sagen: „Stop it!“, „Lass es!“, „Hör auf!“

Zu einem selbst natürlich und nicht zu anderen. Denn nur die eigene Situation kann man gut genug einschätzen, um zu urteilen, wann es angebracht ist, sich einfach nur am Riemen zu reißen und mit etwas aufzuhören, was einem nicht guttut. Klar kann man es im Nachhinein in Ruhe analysieren und auf die Ursprünge kommen. Im Affekt oder der konkreten Situation allerdings reicht gelegentlich ein einfaches „Stop it!“

Ein tolles Prinzip. In der Einfachheit liegt manchmal der Schlüssel zum Erfolg.

  • YouTube: Bob Newhart – „Stop It“

Geek-Planet: Ultimate Spider-Man – Volume 15

In der dieswöchigen Ausgabe von Geek-Planet widmen wir uns erneut einer Geschichte von Ultimate Spider-Man. Wie jede Woche habe ich einen alten Text von mir hervorgekramt, der auf meinem früheren, gleichnamigen Blog veröffentlicht wurde. Der Text stammt vom 07. April 2017.

An sich habe ich die Rezension dieses fünfzehnten Volumes gerne gelesen, doch so manche Dinge hätte ich doch gerne mehr beleuchtet gesehen. Zum Beispiel das Thema rund um die Demaskierung von Superhelden. Ich schneide es am Ende nur an und vielleicht ist eine Rezension eines Spider-Man-Comics der falsche Platz für eine ausführliche Auseinandersetzung. Aber etwas tiefer hätte ich damals durchaus gehen können.

Was mir außerdem aufgefallen ist, sind die englischen Begriffe. Es ist gar nicht mal so einfach, gewisse englische Benennungen ins Deutsche zu übertragen. Dazu gehören Volume, Annual und dergleichen. Wenn dann noch die Namen von Charakteren im Satz vorkommen, ist der Text für manche Leser*innen vielleicht gar nicht mehr so einfach zu lesen. Ich selbst musste schon stellenweise kurz überlegen, was nun genau gemeint ist. Deshalb habe ich den Text teilweise umformuliert.

Seitdem ich den Leitfaden für verständliche und einfache Sprache gelesen habe, denke ich des Öfteren darüber nach, wie lange ein Satz wirklich sein muss. Ist meine Argumentation schlüssig? Springe ich zu sehr von einem Thema zum nächsten? Sind die Begriffe, die ich verwende, verständlich? Alles Fragen und Überlegungen, die mich zukünftig hoffentlich zu einem besseren Autor und Blogger machen.


Im fünfzehnten Volume von Ultimate Spider-Man wird unter anderem ein Service eingeführt, den wir in dieser Form noch nicht gesehen haben. Außerdem ist der Bösewicht dieser Storyline eigentlich kein wirklicher Gegner, sondern vielmehr ein verwöhnter Bastard mit schlechten Manieren. Dazwischen gibt es die typischen Elemente, die bei einer Ultimate Spider-Man-Geschichte mittlerweile nicht mehr fehlen dürfen: eine Liebesgeschichte, S.H.I.E.L.D.-Angelegenheiten und andere Probleme für Peter Parker.

  • Ausgaben: #86-90, Annual #1
  • Erscheinungsdatum: 2006
  • Autor: Brian Michael Bendis
  • Künstler: Mark Bagley
  • Inks: Scott Hanna, John Dell
  • Colors: Justin Ponsor
  • Letters: Chris Eliopoulus

“I know I’ve only been a super hero for a relatively short time… but you’re a bad guy, right?” – Spider-Man

Fangen wir mit der Annual Ausgabe an, da diese viel Hintergrundwissen liefert, das für die spätere Geschichte rund um Silver Sable wichtig wird. Wie ihr euch sicher erinnert, hat Peter das letzte Mal mit MJ Schluss gemacht, weil er sie nicht in Gefahr bringen möchte. Sie habe keine Chance, sich gegen Supervillains durchzusetzen. Diese Bürde möchte sich Peter nicht aufhalsen; dazu hat er einfach schon zu viele Menschen verloren, die ihm nahestehen. Allerdings ist es später schön mit anzusehen, wie sich die beiden trotzdem noch miteinander unterhalten können – ein wenig zumindest.

Das Annual erzählt zwei sich parallel entwickelnde Geschichten, die Brian Michael Bendis schließlich gekonnt kollidieren lässt, um gemeinsam stärker voranzuschreiten. Zum einen haben wir Peter, der einsam sein Leben beschreitet und sich als Außenseiter fühlt, trotz seiner ganzen Heldentaten. Vielleicht auch gerade deswegen. Auf der anderen Seite haben wir Kitty Pride, die sich ähnlich fühlt unter ihren X-Men-Kollegen. Dies liegt vor allem daran, dass sie sich erst kürzlich von Bobby getrennt hat. Es ist herrlich mit anzusehen, wie sich diese beiden Charaktere (Peter und Kitty), die so viel gemeinsam haben, schließlich begegnen und tolle Dates miteinander verbringen. Vor allem der gemeinsame Kampf gegen eine Verbrecherbande und ihr erster Kuss sind perfekt in Szene gesetzt. Beide sind schüchtern und wissen anfangs nicht so recht mit der Situation umzugehen. Man kann nicht anders, als die Geschichte mit einem Lächeln zu lesen und sich für die beiden zu freuen.

Ich habe Mark Bagleys Zeichnungen und die fantastischen Farben vermisst. Er bringt eine Dynamik in die Charaktere, die perfekt für das Spider-Man-Universum passt. Es ist eine tolle Welt, in die wir hier entführt werden. An den Ultimate Spider-Man Comics gefällt mir besonders, dass ich diese von Anfang an lesen kann. Es ist keine unmögliche Aufgabe, sich durch alle Ausgaben zu kämpfen und die gesamte Geschichte in ihrer Pracht zu erleben, wie es bei Amazing Spider-Man der Fall wäre. Ich liebe die Charaktere und die Erzählweise von Brian Michael Bendis, der sich für alles Zeit nimmt. Verbunden mit den bereits genannten Zeichnungen von Mark Bagley gehört Ultimate Spider-Man mittlerweile zu meinen All-Time-Favorites.

Was die aktuelle Geschichte anbelangt, bleibt es spannend zu sehen, in welche Richtung sich Peter und Kitty entwickeln. In der Hauptstory haben sie zwar auch ein Date, ganz zum Unwohl von MJ, aber ob sich etwas Längerfristiges entwickelt, muss sich erst noch herausstellen. Immerhin haben beide einen ziemlich vollen Terminplan.

Beruhigend für Peter sind auf alle Fälle Kittys Fähigkeiten, die man nicht unterschätzen darf. Anders als MJ ist sie durchaus in der Lage, sich auch gegen diverse Supervillains durchzusetzen. Damit will ich MJ nicht unterminieren oder ihre Durchsetzungsfähigkeit bestreiten. Doch aus Peters Sicht ergibt seine neue Beziehung mehr Sinn als die mit MJ. Dass er nun Kitty so kurz nach der Trennung von MJ kennengelernt hat, schmerzt diese natürlich sichtlich und trifft auf Unverständnis. Doch wenn man sie gemeinsam kämpfen sieht, erkennt man, wie gut Peter und Kitty zueinanderpassen.

Die Hauptstory dreht sich primär darum, dass Spider-Man in der Vergangenheit scheinbar immer wieder Roxxon Gebäude, Schiffe und andere Besitztümer der Firma vor Bösewichten gerettet hat. Der Boss, Roxxon höchstpersönlich, sieht dabei eine Art Verschwörungstheorie und engagiert Silver Sable, die den Helden fangen und zu ihm bringen soll. Natürlich nur, um sich mit dem jungen Mann zu unterhalten.

Macht man doch immer so, wenn man mit jemandem reden will, dass man eine Auftragsmörderin und ihr Killer-Kommando engagiert. Die weitere Entwicklung der Geschichte finde ich zwar an sich gelungen. Die Motivationen der einzelnen Charaktere sind nachvollziehbar und fühle mit so manchen mit; bin also in der Geschichte an sich drin. Gleichzeitig treffen so manche der Entscheidungen bei mir auf völliges Unverständnis. Vor allem, was Roxxon betrifft.

An dieser Stelle hilft es deutlich weiter, dass sowohl er als auch Silver Sable eine kleine Origin-Story geliefert bekommen. So begreift man besser, woher die Charaktere kommen und warum sie die Entscheidungen treffen, die sie treffen. An den Origin-Storys gefällt besonders, dass sie anders koloriert sind als die übrige Geschichte. Außerdem gibt es lediglich einen Erzähler und keine Dialoge, womit sich eine fast märchenhafte Atmosphäre bildet. Gefällt Silver Sable danach besser und erscheint deutlich mehr als eigenständiger Charakter als nur ein Handlanger von Roxxon, so wirkt dieser für mich anschließend nur noch unfähiger. Auch wenn sich zu diesem Gefühl noch etwas Mitleid mischt, ist das Hauptgefühl, das ich ihm entgegenbringe, Verachtung.

Unterm Strich ist Roxxon ein verwöhntes Gör, welches keine eigenständigen Entscheidungen fällen kann und wie so eine Person die Leitung einer Firma bekommen hat, bleibt für mich nicht nachvollziehbar. Am Ende bekommt man als Leser*in allerdings eine gewisse Genugtuung, die ich an dieser Stelle nicht spoilern möchte.

Kommen wir zu einem Thema, welches mich in letzter Zeit des Öfteren beschäftigt hat: die Demaskierung von Superhelden. Wenn sich ein Superheld einem Bösewicht geschlagen geben muss oder von diesem überwältigt wird, ist es durchaus klar, dass dieser dann die Maske des Helden abstreift. Doch wenn jemand wie Roxxon mit Spider-Man sprechen möchte und immer wieder betont, sich nur mit ihm unterhalten zu wollen, dann ist es doch absolut unnötig, ihm die Maske vom Kopf zu reißen.

Zudem lässt er den Helden fesseln, was eine tolle Basis für ein gutes Gespräch ist. Will ich mich mal wieder tiefgehender mit Freunden unterhalten, dann fessle und kneble ich sie auch immer, da sofort eine vertrauensvolle Atmosphäre aufkommt. Als sie dann auch noch Fingerabdrücke nehmen und ihn identifizieren wollen, war ich sehr froh darüber, dass S.H.I.E.L.D. ein paar Stolpersteine vorbereitet hat, um Peters Identität zu schützen. Eine beeindruckende Szene, die man sich nicht entgehen lassen sollte. S.H.I.E.L.D. wird in einem völlig neuen Licht gezeigt und man bekommt einmal mit, wie die Organisation von anderen wahrgenommen wird.

Auch wenn die letzten Ereignisse der Geschichte etwas überstürzt erscheinen, so finde ich den finalen Kampf gut und spannend dargestellt. Außerdem bekommen wir so die Gelegenheit, schon einmal etwas in die Spieltruhe von jemandem zu blicken, der sicherlich bald eine größere Rolle einnehmen wird.

Den Geist entlasten

Vor ein paar Wochen habe ich schon einmal darüber berichtet, dass ich meine Wohnung etwas entmistet habe (Verkaufsstrategie). Das mache ich ein- bis zweimal im Jahr. Dabei suche ich mir Bücher, DVDs und Blu-Rays heraus, manchmal auch elektronische Geräte, die ich nicht mehr benötige, und schicke diese zu diversen Ankaufsstellen. Meistens Rebuy oder Momox, da diese es einem sehr einfach machen.

Doch nach der aktuellen Aufräumaktion hat es mich noch unter den Fingern gejuckt. Es hat nicht gereicht. Es störten mich weiterhin die vielen ungelesenen Bücher, die herumstanden. Dazu muss man wissen, dass ich die schwierige Angewohnheit habe, mir immer gleich ganze Reihen von Büchern zuzulegen. Statt mir beispielsweise das erste Buch der The High Republic Publikationsinitiative von Star Wars zu kaufen, besorge ich mir lieber gleich die ganze Reihe. Dazu durchforste ich ebay oder Gebrauchtwarenläden und hole mir diese günstig. Oder auch die alten Star Wars Bücher, die nun unter dem Legends-Label laufen. Stephen King und Warhammer sind ebenso Namen bzw. Franchises, wo ich erstmal versuche, Reihen zu vervollständigen.

Das führt dazu, dass sich über die vergangenen Jahre viele Bücher und Buchreihen angesammelt haben, die nur darauf warteten, gelesen zu werden. Ich lese zwar oft und regelmäßig, aber zu diesen angehäuften Vorsätzen bin ich nicht wirklich gekommen. Oder ich hatte einfach keine Lust dazu, die 21-teilige New Jedi Order Reihe zu lesen. Vor allem auch deshalb, weil es davor noch zig andere Bücher gegeben hätte, die es zu lesen galt, um die chronologische Reihenfolge der wichtigsten Post-Episode-VI-Bücher einzuhalten.

Nach vielen Jahren habe ich mich indessen dazu überwunden, all diese Bücher zu verkaufen und wegzuschicken. Gleiches gilt für diverse Warhammer-Romane und andere Bücher, die sich angesammelt haben und mir quasi indirekt ein schlechtes Gewissen einreden wollten. Es ist schon erleichternd, sich dieses Gefühl zu entledigen. Es schafft nicht nur Platz in den Regalen und Zimmern, sondern befreit ebenso den Geist. So ist wieder Platz für Neues.

Zwar bediene ich mich weiterhin gerne der HumbleBundles zu unterschiedlichen Schwerpunkten, doch das sind digitale Bücher, die nicht ständig in meinem Blickfeld sind. Sie liegen auf einer Festplatte und warten darauf, dass mich die Muse küsst und ich Lust bekomme, in ein bestimmtes Universum einzutauchen. Und vor allem ist es um einiges günstiger, als sich die Bücher in gedruckter Form ins Regal zu stellen. Ich bin zwar grundsätzlich ein Freund von gefüllten Bücherregalen, aber man muss es ja nicht übertreiben.

So bin ich diesen Monat 81 Bücher, 37 BluRays bzw. BluRay-Boxen, 3 Spiele und 1 iPad Mini losgeworden. Per Willhaben kommen dann noch 1 Spiel und die Dungeons & Dragons Regelbücher dazu. Zwar gibt es sicher noch weitere Dinge, die ich nicht mehr benötige, aber fürs Erste sollte das ausreichen. Ein nächstes Projekt steht mir allerdings schon bevor: Spielkarten.

Ehemalige Kollegen und ich hatten uns zeitweilig mit Magic und Yu-Gi-Oh! auseinandergesetzt. Es war zu Zeiten von Corona und man konnte wenig machen; da wendet man sich gerne nostalgischen Hobbys zu. Diese Spielkarten zu sammeln, war eine nette Fluchtmöglichkeit. Aber die ganzen Karten und das Zubehör müssen irgendwann auch mal wieder weg. Leider ist das Verkaufen über CardMarket etwas aufwendiger. Trotzdem werde ich mich in den Wintermonaten darum kümmern.

Wie das abläuft und funktioniert, was ich so reinstelle und welche Karten sich angesammelt haben, darüber werde ich auf jeden Fall berichten. Es ist ebenso eine kleine Reise in die eigene Kindheit und ein Franchise, das mir viel Freude bereitet hat. Mal sehen, was wir alles entdecken.