Der Anfang vom Ende?

Anfang September erschien die nächste Erweiterung für Bug Blaustein von BlueBrixx. Mit weiteren über 4.000 Teilen hat die Burg damit die 26.000 Teile überschritten. Da ich den Fortschritt gerne fotografisch festhalte, dachte ich mir, ich teile diese Fortschritte die nächsten drei Wochen über, immer dienstags. So kann man den Bau Schritt für Schritt miterleben.

Von der Epoche her sind wir, laut dem Produktvideo von BlueBrixx, im Spätmittelalter angekommen. Unser Baron, Fürst, Burgherr oder wer auch immer darin das Sagen hat, hat das Münzrecht erhalten und mit dem Prägen ebendieser begonnen. Um die Münzen sicher prägen zu können und die Burg weiter zu befestigen, wird die bisher hölzerne Vorburg ebenfalls aus Stein gebaut. Der Wachturm wandert nach draußen in die nun vor dem Berg gelagerte Vorburg. Das Torhaus befindet sich gerade im Bau und wird mit der nächsten Erweiterung abgeschlossen.

Ob das Torhaus die letzte Erweiterung ist, ist noch nicht sicher. Ich würde mir fast wünschen, dass alles nochmal mit einem ordentlichen Boden untermauert wird. Die Burg quasi nochmal um eine Höhe von 4 bis 6 Ebenen erhöhen, sodass man die Vorburg ebenfalls auf einem Boden befestigen kann. Das wird zwar ein enormes Set, das kaum etwas an der Burg ändern, sie lediglich in einem Diorama unterbringt, würde für mich aber das Ganze schön abschließen. Aber da lasse ich mich einfach überraschen, was die Zukunft bereithält.

Erstmal gilt es, den Münzturm fertig aufzubauen. Natürlich muss zuerst alles abgetragen werden, was ersetzt wird. Dabei gilt es darauf zu achten, dass man Dinge, die nicht zerlegt werden sollen, auch wirklich ganz lässt. Es ist mir bei ein paar Kleinigkeiten passiert, dass ich sehr energisch war, was das Zerlegen anbelangt. Auch gilt es bei dieser Erweiterung genau darauf zu achten, welche Steine von der Mauer entfernt werden sollen und welche nicht. Aber im Laufe des Baus kommt man schon drauf, was zu viel ist oder zu wenig.

Der Bau der ersten zweieinhalb Bauschritte war bisher wieder einmal sehr faszinierend. Die viertausend Teile sind, wie erwartet, viele kleine Teile. Das liegt an den vielen Winkeln, Ecken und kleinen Umbauungen, die notwendig sind, um den Turm und die Vorburg auf dem relativ beschränkten Areal gut unterzubringen. Vor allem auch mit dem speziellen Winkel, den bisher der Wachturm innehatte. Mir gefällt die Art, wie der Berg Stufe für Stufe umbaut wird, außerordentlich. Außerdem mag ich, dass die Mauern erneut dick und wuchtig ausfallen. Das verleiht der Burg einen authentischen Touch, der mir bei anderen Herstellern fehlt.

BlueBrixx baut solche Gebäude stets mit einer Üppigkeit und in einem Detailgrad, der seinesgleichen sucht. Wenn jetzt noch entsprechend hochwertige Figuren dazu kommen, kann man die Burg darüber hinaus mit Leben füllen, wenn man so will. Aber das ist sicher nur eine Frage der Zeit.

Einziges Manko, das ich wirklich habe, sind die Teile, die man aus vergangenen Bauschritten benötigt. Wie bereits erwähnt, zerlegt man zu Beginn des Baus einen großen Teil der Vorburg und diese Teile werden wieder verwendet. Das ist so weit in Ordnung, da die Teile schon da waren, auf der Burg. Jedoch wird immer davon ausgegangen, dass man sich die restlichen Teile, die von der vorherigen Erweiterung übrig geblieben sind, ebenfalls so lange aufbewahrt, bis die nächste Erweiterung erscheint. Das finde ich ein No-Go.

Es handelt sich im Grunde um nicht viele Teile. Aber manche sind doch etwas spezieller oder kommen im Allgemeinen eher seltener vor. Vielleicht habe ich diese schon bei eigenen Dioramen benötigt oder in einem anderen Set verbaut, weil sie dort gefehlt haben. Es wäre sicher keine große Herausforderung, eine Tüte beizulegen, die die entsprechenden Teile enthält. Wer sich die Teile aus dem vorherigen Bau aufgehoben hat, hat dann eben zusätzliche Teile zur Verfügung. Bei dem Erfolg und der Nachfrage von Burg Blaustein kann das wirklich nicht das Problem sein und wäre ein netter Service.

Bei mir war außerdem eine Tüte mit lauter 1×1 Dark Brown Plates nicht in Bauschritt 1, sondern in Bauschritt 6 untergebracht. Ich hatte mich schon gewundert, woher ich die ganzen Plates nehmen soll, bis ich in die anderen Bauschritte hineingeschaut und die sortenreine Tüte gefunden habe.

Ansonsten bin ich allerdings vom bisherigen Bau begeistert und freue mich auf die restlichen Bauschritte. Der Anfang des Torhauses, inklusive des Baukrans ist gemacht und der Eingang zum Münzturm gesichert. Jetzt kann man sich darauf konzentrieren, diesen Turm fertig zu bauen und mit der ersten Kanone der Burg auszustatten. Ich bin gespannt, welche Details es noch zu entdecken gibt.

Cleveres Püppchen

Ich musste gerade schockiert feststellen, dass mein erster Durchgang von Lies of P gerade einmal zwei Monate her ist (siehe unter anderem den Text: Schlaues Püppchen). Ich dachte, dass seitdem schon mehr Zeit ins Land gezogen wäre. Doch scheinbar ist seit Mitte Juli doch viel passiert und es gab andere Spiele, die mein Interesse gepackt hatten. Doch da das DLC von Lies of P dieses Jahr noch erscheinen soll, dachte ich mir, es wäre nicht schlecht, einen entsprechenden Speicherstand parat zu haben. Ähnlich wie bei Elden Ring und dessen DLC Shadow of the Erdtree, will ich bereit sein, wenn es so weit ist.

Erfreulicherweise kann ich berichten, sehr viel besser mit dem Spiel klargekommen zu sein als noch beim ersten Mal. Bei den einzelnen Levels hatte ich zwar beim ersten Mal nicht wirklich Probleme oder Frust (ausgenommen den letzten Abschnitt von Kapitel XI), aber einige Gegner haben mich dann doch länger beschäftigt. Da seien zum Beispiel die letzten beiden Gegner genannt (Magnus und die namenlose Puppe), aber vor allem der Zwischenboss »Walker Of Illusions«.

Dieser Boss, der am Ende von der eingestürzten Straße auf einen wartet, hat mich beim ersten Durchgang wirklich Nerven gekostet. Die erratischen Attacken, das Klonen zwischendurch und der Schaden, den dieser Boss austeilt, war nicht von schlechten Eltern. Ich hatte meine Probleme, die Attacken zu durchschauen und wirklich parieren konnte ich auch nicht. Bei dem zweiten Durchgang allerdings war der Boss beim ersten Versuch erledigt. Schon erstaunlich, wie man seine Fähigkeiten weiterentwickelt und besser wird, in solchen Spielen.

Soulslike Spiele, wie Lies of P eines ist, fordern die Spieler*innen auf unterschiedliche Art und Weise. Mittlerweile habe ich mehrere hundert Stunden in Elden Ring und Lies of P ist mir auch nicht unbekannt. Scheinbar hat diese Kombination und die Erfahrung aus dem ersten Durchgang zu einer signifikanten Verbesserung bei mir geführt. Außerdem kenne ich mittlerweile die verschiedenen Optionen, die das Spiel einem bietet, besser. Beim ersten Durchlauf kann dies etwas überfordernd sein. Seien es Wurfgeschosse, die unterschiedlichen Modifikationen des Waffen-Arms oder auch der Umgang mit speziellen Waffen – ich habe all mein Wissen eingesetzt und so die Oberhand behalten.

Allein die Möglichkeiten, eine eigene Waffe zu kreieren, scheinen endlos. Man kann die Klinge einer Waffe mit dem Griff einer anderen kombinieren und so Move-Sets, Fertigkeiten und Schaden beliebig zusammenstellen. Das hat mir nicht nur bei Laxasia geholfen, sondern auch bei Magnus, den ich nun beim ersten Versuch erledigt hatte. Die namenlose Puppe war mit dem zweiten Versuch besiegt. Es ist ein tolles Erfolgserlebnis, wie es nur soulslike Spiele vermitteln können. »Get good«, also »werde gut«, ist tatsächlich ein passendes Motto.

Der zweite Durchgang hat mir am Ende auch mehr Freude bereitet. Ich wusste, was auf mich zukommt, kannte die Gegnertypen und es war toll, sich mit ihnen anzulegen. Beim ersten Mal kam mir das letzte Kapitel, genauer gesagt der letzte Abschnitt, unfassbar lange vor. Man muss sich hier einen Turm hochkämpfen, bis man schließlich dem finalen Boss gegenübertreten darf. Beim ersten Durchlauf zog sich das alles wie ein Kaugummi und der Turm nahm gefühlt kein Ende. Doch wenn man weiß, wie lange es noch dauert und wo man sich aktuell befindet, ist dieses Gefühl nicht mehr vorhanden. So scheint das finale Kapitel der Geschichte ebenso stringent und nachvollziehbar, wie die restlichen.

Ich finde auch den Wiederspielwert von Lies of P um einige höher als von Elden Ring. Bei Elden Ring ist man 80 Stunden mit dem Hauptspiel beschäftigt, wenn man alles machen möchte und dann nochmal 40 Stunden mit dem DLC. Bei Lies of P ist man in gut 20 Stunden durch. Auch was die Spielzeit anbelangt, konnte ich mich um über 10 Stunden verbessern. Durch die kürzere Spielzeit wirken die Level abwechslungsreicher, kurzweiliger und die Motivation bleibt konstant. Zwei Monate haben jetzt vollkommen ausgereicht, um ein neues Spielerlebnis damit zu haben. Bei Elden Ring brauche ich wohl eine längere Pause.

Lies of P ist und bleibt ein Meisterwerk der Spielgeschichte. Es zeigt, dass nicht nur FromSoftware in der Lage ist, herausragende soulslike Spiele zu machen. Ich bin sehr gespannt auf den DLC und hoffe, wir müssen nicht mehr allzu lange warten. Bis dahin werde ich mir noch die anderen Enden und weitere Achievements erkämpfen, neue Kampfstile und Waffen ausprobieren. Lies of P bietet genug Möglichkeiten, es immer wieder neu und anders zu erleben.

The Boys – Ein Zwischenfazit

Die dritte Staffel von The Boys habe ich zwar angefangen zu schauen, als diese frisch erschien, doch fertig geschaut habe ich sie nie. Warum ich nach der dritten Episode aufgehört habe, kann ich nicht wirklich sagen. Aber manches Mal ist es einfach so, dass man an etwas das Interesse oder es aus den Augen verliert. Doch nach einem Gespräch mit Freund T. über die weiteren Entwicklungen in Staffel vier hat sich Neugierde in mir geregt.

Ohne weitere Umschweife habe ich mich also wieder in die dritte Staffel gestürzt. Es ist zwar mittlerweile über ein Jahr her, doch ich habe mich schnell wieder in der Welt zurechtgefunden. The Boys ist eine Serie, die sich selbst nicht allzu ernst nimmt und alles over-the-top macht. Alles ist übertrieben und auf 11 gedreht. Der Kampf von den Boys gegen Vaught und deren Superhelden nimmt immer absurdere Züge an, ohne jedoch lächerlich zu werden. Die Serie bleibt sich selbst stets treu. Es ist ein Balance-Akt, den sie bisher geschafft haben.

Gast-Star in der dritten Staffel war Jensen Ackles als Soldier Boy. Ein tragischer Charakter, wie könnte es anders sein, der sich nach kurzer Zeit als geheimer Bösewicht herausstellt. Er kann es mit Homelander aufnehmen und anderen Superhelden die Kräfte rauben. Seine Kräfte sind radioaktiver Natur und damit brennt er förmlich die Ursache für die Superkräfte der Helden aus deren Körpern. Das führt zu bemerkenswerten Szenen zwischen den unterschiedlichen Fronten.

Gespannt bin ich vor allem auf die weitere Entwicklung von Ryan. Homelanders Sohn, den er unter seine Fittiche nimmt und versucht zu erziehen. Doch seine Lehren, wenn man diese so bezeichnen kann, scheinen nicht wirklich anzukommen. Der Einfluss der verstorbenen Mutter, und von Butcher, sind einfach zu groß gewesen; zu prägend. Er kann Menschen nicht als Spielzeuge sehen und wenn er aus Versehen jemanden umbringt, geht ihm das Nahe. Etwas, das sein Vater nicht nachvollziehen kann. Wie er es wohl aufnimmt, wenn ihm sein Sohn den Rücken kehrt und zu Butcher geht (meine nicht ganz abwegige Theorie über die weiteren Entwicklungen)? Sicher gut und gelassen, wie Homelander eben mit Situationen umgeht.

Die Inszenierung ist weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Special Effects, Cinematographie und Kostüme und die Wahl der Schauspieler*innen überzeugen auf ganzer Linie. Es macht Laune, die Geschehnisse zu verfolgen. Antony Starr als Homelander schafft es immer wieder, ein unangenehmes, bedrohliches Gefühl zu erzeugen, sobald er am Bildschirm auftaucht. Die Mimik und Gestik ist der Wahnsinn. Genauso wie er dem Wahnsinn nahe ist und immer kurz vorm Überkochen. Es ist und bleibt ein undurchschaubarer Charakter, was ihn nur umso bedrohlicher macht.

Aber auch die Entwicklungen der anderen Figuren sind durchaus nachvollziehbar. Sowohl die Beziehung zwischen Annie und Hughie, als auch Frenchys Homosexualität und seine innige Freundschaft zu Kimiko. All die schrecklichen, nervenzerreibenden Momente, in denen das Schicksal immer wieder auf die Probe gestellt wird, machen die wenigen schönen, herzerweichenden Szenen umso süßer.

Mit Jeffrey Dean Morgan und Jensen Ackles sind nun schon zwei Supernatural-Schauspieler in The Boys vertreten. Mal sehen, ob sie es schaffen, Jared Padalecki ebenfalls noch dazu zu überreden. Es wäre schon cool, eine kleine Reunion in diesem völlig anderen Universum zu schaffen. Solange es nicht gezwungen wirkt und mit der Geschichte vereinbar ist, natürlich. Fan-Service nur aufgrund des Fan-Service zu betreiben, ist meist zum Scheitern verurteilt. Doch gut gemacht, können daraus hervorragende und erinnerungswürdige Momente entstehen.

Mit der vierten Staffel bin ich noch nicht ganz durch, aber es sind nur mehr ein paar Episoden ausständig. Diese Staffel ist, besonders aufgrund ihrer politischen Anspielungen, teilweise besonders schwierig zu schauen. Ob dies von Anfang an so geplant war oder das Leben die Kunst einmal mehr zu imitieren vermag, oder die Kunst dem Leben voraus greift, sei dahingestellt. Besonders in Verbindung mit dem neuen Charakter Sage, ihren Experimenten und scheinbaren Einsichten wird die vierte Staffel zu einem perversen Vergnügen. The Boys eben.

Vertane Chance

Lords of the Fallen ist ein Spiel, auf das ich mich durchaus gefreut hatte. Es kam 2023 mehr oder weniger gleichzeitig mit Lies of P heraus und sah sehr vielversprechend aus. Es handelt sich bei Lords of the Fallen um ein soulslike Spiel in der Tradition von Dark Souls und Demon’s Souls. Die Trailer versprachen eine morbide, düstere Atmosphäre, knüppelharte Gegner und eine fantastisch designte Welt.

Der Kniff an dem Spiel und was dem Ganzen etwas Einzigartiges verlieh, war die Einführung der Umbral-Welt. Normalerweise, wenn man in soulslike Spielen stirbt, verliert man alle bis dahin gesammelte Währung und muss diese wieder einsammeln, ohne noch einmal zu sterben. Scheitert man, ist alles verloren. Bei Lords of the Fallen ist man allerdings nicht sofort tot, sondern findet sich in Umbral wieder. Einer Unterwelt, die parallel zur eigentlichen Spielwelt existiert. Hier hat man noch einmal eine Chance, sich zum nächsten Checkpoint vorzuarbeiten.

Je länger man sich allerdings in Umbral aufhält, desto mehr Gegner werden es. Hat man eine gewisse Zeit überschritten, wird man irgendwann vom roten Reaper verfolgt, der einen endgültig richtet. Eine tolle Idee, wie ich finde. Das Besondere an Umbral ist allerdings auch, dass man manchmal dorthin reisen muss. Das geschieht mit Hilfe einer Lampe, die der Charakter bei sich trägt. Damit kann man einen Blick in Umbral werfen und auch dorthin reisen. Denn manche Tore oder Gräben kann man nur in Umbral durch- und überqueren. Manche Upgrades für Waffen oder Heilflaschen finden sich ebenfalls nur in Umbral wieder.

Leider war der Start von Lords of the Fallen alles andere als gelungen. Eine Schippe obendrauf legte das Timing mit Lies of P. Denn dieses Spiel zeigte, wie man ein soulslike richtig gestaltet; wie so ein Spiel funktionieren muss. Zwar holte Lords of the Fallen alles aus der Unreal Engine 5 heraus und sah fantastisch aus, doch die Spielmechanik war alles andere als ausgereift. Davon zeugen auch die weit über 40 Patches, die in den Wochen nach Erscheinen veröffentlicht wurden. Damit sollte Balancing verbessert, Bugs ausgeräumt und die allgemeine Spielmechanik ausgefeilter werden. Es zeugte von einem Mangel an Tests, die vor Veröffentlichung durchgeführt werden sollten.

Ich selbst habe zweimal versucht, mich mit dem Spiel anzufreunden. Beim zweiten Mal sogar mit einem Let’s Play von Jokerface, das ich nebenbei laufen ließ. Doch schnell setzte der Frust bei mir ein. Für mich war es kein Vergnügen, sich durch Gegnerhorden zu prügeln und zu quälen. Bei Lies of P gab es zwar auch Abschnitte, die sehr herausfordernd waren und meine Geduld strapazierten, doch es fühlte sich nie unfair an oder als würde das Spiel aktiv gegen mich arbeiten. Stets waren es meine Fähigkeiten, die besser werden mussten.

Schließlich habe ich es aufgegeben, mich selbst durch Lords of the Fallen zu quälen und mir stattdessen das Let’s Play fertig angeschaut. Damit wurde ich diese Woche fertig – ja, ich habe später damit angefangen und mir Zeit gelassen. Besonders die letzten Spielstunden haben mir bestätigt, dass es eine gute Entscheidung war, das Spiel beiseitezulegen. Teilweise sah es so aus, als würde man sich durch die Level sterben, bis man irgendwann einen Checkpoint erreicht. Nach einem wirklichen Spielspaß oder dass ein flüssiges Gameplay möglich wäre, sah es nicht aus.

Hinzu kommt, dass es mehrere Enden gibt. Das ist so weit nichts Ungewöhnliches in solcher Art von Spielen. Allerdings ist es bei Lords of the Fallen so, dass man einen wirklich verdammt langweiligen Endboss bekommt, wenn man sich für das »falsche« Ende entscheidet. Von einer Entscheidung kann allerdings keine Rede sein, da ich beim ersten Durchlauf idealerweise noch nicht weiß, welche Enden auf mich warten. Da quält man sich stundenlang durch die schlecht platzierten, übertrieben gestalteten und unfair ausgerüsteten Gegner, nur am Ende den wohl langweiligsten Boss-Kampf zu erleben. Ein zufriedenstellendes Ende sieht anders aus.

Es ist wirklich schade um das Spiel, weil es wirklich toll aussieht. Die Kulissen sind morbide und mit viel Liebe zum Detail errichtet. Die Mechanik mit den beiden parallelen Welten ist eine fantastische Idee, führt schlussendlich, in der aktuellen Umsetzung, allerdings nur zu unnötigem Stress. Soulslike Spiele leben von ihren Welten und dass man sich darin umsehen kann; ihnen ihre Geheimnisse entlockt. Doch wenn immer wieder neue Gegnerhorden auf einen einprügeln, hat man keine Zeit dafür und übersieht viel.

Viele der anfänglichen Probleme wurden sicherlich mit den Patches behoben und vielleicht ist es jetzt ein gutes Spiel. Nicht umsonst haben die Entwickler groß mit der Version 1.5 geworben und es sogar auf die Verpackung gedruckt. Aber eigentlich sollte ein solches Spiel nicht erst mit Version 1.5 fertig sein. Lieber noch einmal sechs Monate warten, testen und patchen – dann veröffentlichen. Nicht umgekehrt.

Vielleicht gebe ich dem Spiel in einem oder zwei Jahren noch einmal eine Chance, wenn der anfängliche Eindruck etwas verblasst und die negativen Reviewstimmen verklungen sind. Doch eine solche initiale Veröffentlichung, die fast schon mit einem Verriss gleicht, macht man nur schwer wieder wett. Einen ersten Eindruck kann man eben nur einmal hinterlassen. Falls es irgendwann einen zweiten Teil geben wird, hoffe ich, dass die Entwickler aus den Fehlern gelernt haben. Denn großartige Welten erschaffen können sie. Ich würde ihre Herausforderung gerne einmal annehmen.

Endlich ein Gaming-PC

Nach monatelangem Überlegen, ob ich mir nun einen Gaming-PC zulegen soll oder nicht, wurde mir diese Entscheidung zu meinem Geburtstag abgenommen. Vergangene Woche bekam ich ein kleines Ding überreicht, wo ich zuerst nicht so recht wusste, was es ist. Es war in rotes Geschenkband gewickelt und sah aus wie ein kleines Päckchen, wo sich ein Geschenk darin verstecken könnte. Wie sich herausstellte, war es besagter Gaming-PC – zu einem gewissen Grad.

Es handelt sich um einen 3D gedruckten, bemalten Gaming-PC, mit allen Komponenten, die man so benötigt: Netzteil, Chip, Grafikkarte, jede Menge Lüfter. Alles war dabei – sogar eine entnehmbare Festplatte. Nur mit dem Anschließen an meinen Monitor wollte es nicht so ganz klappen. Eine wirklich tolle Idee.

Jetzt muss ich ihn nur noch irgendwie durch die Tür bekommen. Aber das Problem sollte sich ebenfalls lösen lassen.

Geek-Planet: Ultimate Spider-Man – Volume 14

Warriors ist die nächste Geschichte von Ultimate Spider-Man, die wir uns ansehen. Mein ursprünglicher Text dazu erschien am 09. Dezember 2016 auf meinem damaligen Blog Geek-Planet, den es heute nicht mehr gibt. Auf meiner neuen Webseite sollen diese Texte allerdings ebenfalls ihren angestammten Platz finden.

Eine durchaus beeindruckende Szene in dieser Geschichte ist das Aufeinandertreffen zwischen Spider-Man und dem King Pin. Kein Kampf, kein Handgemenge oder sonst etwas in der Art. Einfach nur ein fantastisch geschriebener, spannungsgeladener Dialog zwischen Held und Bösewicht. Ich mag sowas.

Es kommt in solchen Geschichten vielleicht zu selten vor. Klar sind die Kämpfe, egal ob in Filmen, Serien oder Comics, wenn sie gut inszeniert und geschrieben sind, toll anzusehen und gehören dazu. Jedoch ist es oft spannender, die Charaktere auf einer intellektuellen Ebene zu konfrontieren. Was sind ihre jeweiligen Ansichten und Philosophien? Wie sehen sie die Welt? Was ist ihre Geschichte und wie stehen sie zueinander wirklich? Denn dadurch können die dann folgenden Kämpfe erst so richtig ihre volle Wucht entfalten. Dann wissen wir, was wirklich auf dem Spiel steht.


In der nächsten Storyline von Ultimate Spider-Man kommt es zu einer Art Klassentreffen. Nicht nur diversen Superhelden nehmen daran teil, sondern ebenso Anti-Helden und andere Gäste, die wir bisher in dieser Reihe kennengelernt haben. Unfreiwilliger Gastgeber ist Hammerhead, dem seine aktuellste Tat über den Kopf zu wachsen scheint.

  • Ausgaben: #79 bis #85
  • Erscheinungsdatum: August 2005 bis Januar 2006
  • Autor: Brian Michael Bendis
  • Zeichner: Mark Bagley
  • Inker: Art Thibert
  • Colorer: Transparency Digital
  • Letterer: Chris Eliopoulus

“Did you set a perimeter?!! Did you call in for emergency services? No! No?? There’s a live crime scene in there and you’re busy cuffing the only damn person who’s doing the damn job you’re supposed to!! Go be cops before someone else gets hurt!!!“ – Police Captain de Wolfe

Da der Kingpin gerade nicht besonders aktiv sein kann, da er unter Beobachtung steht, nutzt Hammerhead die Gelegenheit, sich einige von dessen Territorien zu eigen zu machen. So etwa ein Lagerhaus am Hafen. Doch Spider-Man kommt ihm dazwischen. Allerdings explodiert das Ganze schließlich doch und der junge Held muss sich mit einem neuen Anti-Helden auseinandersetzen, der in der Ultimate Reihe sein Debut feiert: Moon Knight. Die beiden halten einen ziemlich beeindruckenden Kampf ab, bevor Peter realisiert, dass er einfach abhauten könnte.

Während der Kingpin Elektra engagiert und Peter ein paar Tage später durch die Stadt schwingt, kommt Peter auf die glorreiche Idee, wieso er nicht einfach bei dem Verbrecherboss vorbeischauen sollte. Entgegen aller Erwartungen entfacht sich aber kein harter Kampf, sondern sie setzen sich an einen Tisch und unterhalten sich. Die seltsame Szene wird nur mehr dadurch getoppt, dass ihm Wilson Fisk ein Stück Pizza anbietet und er sie akzeptiert. Es ist ein Gespräch über Ziele im Leben und was sie nicht alles gemeinsam haben. Eigentlich ziemlich cool und Bendis Verständnis für Dialoge kommt wieder perfekt zur Geltung. Das Aufeinandertreffen endet schließlich damit, dass Spider-Man von Fisk die Adresse von Hammerhead bekommt, damit er diesen ausschalten kann.

Rat suchend flieht er zur Polizeichefin de Wolfe, die wir auch schon aus ein oder zwei vorherigen Geschichten kennen. Es ist fantastisch, wie sich immer wieder die konstant fortgesetzte Geschichte bezahlt macht, da Referenzen auf Ereignisse und Personen aus der Vergangenheit aufgegriffen werden können. Die beiden haben schon ein gewisses Vertrauen zueinander aufgebaut und an mehr als nur einer Stelle zeigt de Wolfe, dass sie an die guten Dinge glaubt, die Spider-Man macht. Dies kommt besonders dann gut zur Geltung, wenn sie wieder einmal ihre Männer zusammenstaucht, weil sie einfach so ohne irgendwelche guten Gründe auf Spider-Man schießen. Manchmal werden die Polizisten in diesen Geschichten schon absurd dämlich dargestellt.

Parallel zu diesen Ereignissen kehrt Danny Rand nach New York zurück. Bei ihm handelt es sich um Iron Fist. Er besucht seinen Kumpel Shang-Chi. Scheinbar haben sie lange Zeit zusammen trainiert und gekämpft. Doch sie werden von Hammerhead überrumpelt, was zu einer kleinen Straßenschlacht ausartet. Hammerhead versteht es wirklich, sich viele Feinde zu machen. Als Abrundung des Ganzen kommt dann noch Black Cat in die Geschichte mit rein, die Hammerhead eigentlich helfen möchte, da er Fisk ausschalten will. Und da Fisk Felicias Vater getötet hat, spielt ihr das nur allzu gut in die Hände.

Durch viele verschiedene Nebenhandlungen und kleine Meinungsverschiedenheiten kommt es dazu, dass sich alle in Hammerheads Wohnung einfinden. Moon Knight, Elektra, Spider-Man, Black Cat, Danny Rand, Shang-Chi und ein paar Handlanger von Heammerhead machen bei der Party mit. Es ist ziemlich unterhaltsam, dem Metallkopf dabei zuzusehen, wie er, bevor die Schlägerei losgeht, versucht, diverse Charaktere auf seine Seite zu ziehen. Da erkennt man auch, wo die Loyalitäten liegen. Wenn überhaupt welche vorhanden sind, denn manchmal bedarf es nur einer Menge Geld.

Die Kunstfertigkeit von Mark Bagley auf diesen Seiten zu beobachten, ist fantastisch. Ich weiß nicht wie er es schafft, dass man als Leser*in stets den Überblick über das Geschehen behält. Alles greift flüssig ineinander über, die Bewegungen wirken dynamisch und mit keinem Mal wird es langweilig oder wirkt überborden. Es ist ein spektakulärer Kampf zwischen unterschiedlichsten Helden, Anti-Helden und Bösewichten. Der Kampf endet damit, dass Spider-Man alle mit seinem Netz irgendwo festhält.

Zu guter Letzt kommt auch noch de Wolfe zur Party dazu und nimmt diejenigen Fest, denen die Flucht nicht gelungen ist. Warriors ist eine unterhaltsame Geschichte, bei der Bendis Talent, viele kleine Schauplätze auf einmal zu bedienen und dann wie selbstverständlich zusammenzuführen, hervorragend zur Geltung kommt.

Wassermengen

Am Sonntag habe ich einen ausführlichen Spaziergang durch Oberdorf gemacht. Nachdem es in den vergangenen Tagen unfassbare Mengen geregnet hat, hat mich interessiert, wie es an der Salzach aussieht. Wenn man sich die Lage in den östlichen Gebieten Österreichs ansieht, sind wir noch sehr glimpflich davongekommen. Es stehen Wiesen Unterwasser und zum Teil gab es sicherlich Überschwemmungen, doch so heftig wie in Wien oder Niederösterreich wurde es zum Glück nicht.

Das ist auch den knapp 1.800 Feuerwehrleuten und Einsatzkräften zu verdanken, die quasi im Dauereinsatz sind. Auf Salzburg24 gibt es dazu einen Live-Ticker mit den neuesten Meldungen.

Von der Salzach aus kam es in Oberndorf zum Glück zu keinen Überschwemmungen. Zwar ist sie höher als Üblich, doch noch weit entfernt über den Damm zu brechen. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass das Wasser in der Vergangenheit derart hoch war.

Nachdem ich die Salzach entlanggegangen bin, bin ich in die Au hinunter und wollte den Weg Richtung Oichtensiedlung gehen. Dieser Weg blieb mir allerdings von einem überschwemmten Weg versperrt. Man muss sich ja nicht unnötig in Gefahr begeben und wer weiß, wie tief das Wasser weiter den Weg entlang noch geworden wäre, also bin ich wieder umgedreht. Außerdem wurde mir von Freund C. berichtet, dass weite Teile des Gebiets unter Wasser standen und bereits Enten die Wege entlangschwimmen würden.

Eingepackt in Regenhose und -jacke, kann man dem Regen gut trotzen, dazu dann noch einem gepflegten Podcast-Gespräch lauschen. Über zwei Stunden war ich unterwegs, auch deshalb, weil ich eben einmal umdrehen musste, aber es hat gutgetan, sich die Beine zu vertreten. Getreu dem Motto, dass es kein schlechtes Wetter gibt, sondern nur schlechte Vorbereitung. Zudem muss ich mich ja für den Island Urlaub nächstes Jahr vorbereiten. Da kann es auch mal regnen und man muss trotzdem raus und das Zelt aufbauen oder dergleichen. Alles eine Sache der Einstellung.

Snoopy lernt

Die nächste Erweiterung von Burg Blaustein war Anfang des Monats verfügbar und musste natürlich umgehend bestellt werden. Nicht, dass die Bestände wieder einmal eher knapp bemessen sind und ich Monate auf die nächste Lieferung warten muss. Von dem Produktvideo zu urteilen, das BlueBrixx auf YouTube veröffentlicht hat, sind es eher kleine Teile. Das erklärt auch den etwas günstigeren Preis im Vergleich zu den vorherigen Erweiterungen.

Deshalb war es eine leichte Entscheidung, ein paar kleine Snoopy-Sets mitzubestellen. Die meisten kosten gerade einmal 5 € und sehen sehr putzig aus. Wenn ich mehrere aufgebaut habe, muss ich mir eine kleine Vitrine besorgen. Besonders mit den Hintergrundbildern, die bei den Sets beiliegen, sehen die kleinen Dioramen wirklich toll aus. Die Figuren sind großartig. Ich hoffe, die anderen Peanuts kommen auch noch. Denn zurzeit ist, verständlicherweise, meistens nur Snoopy vertreten, aber gelegentlich ist auch Woodstock dabei.

So wie bei dem Set, das ich heute vorstellen möchte. Ein kleines Diorama mit angedeutetem Schulbus, einem Blumenstand und vielen kleinen Details, die es zu entdecken gilt. Natürlich wäre es schön gewesen, wenn keine Aufkleber dabei gewesen wären. Stattdessen hätte man die Teile bedrucken können, aber das hätte den Preis wahrscheinlich etwas in die Höhe getrieben.

Ansonsten bin ich sehr zufrieden mit dem Set. Es geht leicht von der Hand und ist stabil gebaut. Für Kinder könnte vielleicht der Schulbus eine kleine Herausforderung sein, da dieser Teil des Sets erst so richtig stabil wird, wenn er fertig gebaut ist. Davor ist es etwas wackelig. Aber grundsätzlich keine herausfordernden Bautechniken – wir sind hier ja nicht bei Burg Blaustein. Ein entspanntes, kleines Bauerlebnis, für den Abend.

Mich freut besonders, dass ich jetzt eine kleine Woodstock-Figur in meiner Sammlung habe. Nicht, dass ich eine spezifische Sammlung aufbauen würde, aber zu Snoopy gehört Woodstock einfach dazu. Ich glaube, er ist nur in zwei oder drei Sets vertreten, deshalb war die Anschaffung dieses Sets fast schon Pflicht. Ich bin allerdings begeistert.

Zahnhygiene

Wie putzt man Zähne richtig? Zahnseide vor dem Putzen verwenden oder danach? Welche Mundspülung enthält keine giftigen Stoffe? Elektrisch oder Schall? Mit 35 Jahren beschäftigt mich das Thema Zahnhygiene in einer Tiefe, mit der ich nicht gerechnet hatte. Auslöser gab es, soweit ich mich entsinnen kann, keinen bestimmten. Aber es gibt immer wieder Themen, die sich anschleichen und einen beschäftigt halten.

Nachdem ich einen Test zu Mundspülungen geschickt bekommen habe, mich mit diversen Leuten unterhalten und deren Zahnarzt-Empfehlungen gehört habe, habe ich mich etwas neu eingedeckt, was Zahnhygiene anbelangt. Deshalb habe ich mir gedacht, ich teile meine bisherigen Erkenntnisse und Anschaffungen.

Zum einen habe ich in eine Schallzahnbürste von Happybrush investiert, inklusive deren Mundspülung. Allerdings wird diese nun nicht mehr täglich verwendet, sondern nur ein paar Mal pro Woche. Listerine ist dafür aus meinem Bad verbannt worden.

Als Zahnpasta dienen zwei unterschiedliche Sensodyne-Produkte. Für Zahnfleisch und Zunge habe ich eine eigene Mikrofaser-Zahnbürste, da sowohl elektrische als auch Schall-Zahnbürsten zu brutal sind. Diese kommt außerdem in die Zahn-Zwischenräume. Ein netter Bonus. Als Abrundung des Ganzen dann noch die Superfloss Zahnseide von Oral-B, als Ergänzung zu den Sticks, die ich bisher verwendet habe.

Natürlich verwende ich nicht alle Produkte innerhalb eines Tages oder bei einer Zahnreinigung. Das wird jeden Tag etwas anders gemacht, einzige Konstante ist natürlich die Schallzahnbürste. Aber alle Bonus-Dinge, wenn man so will, werden nicht ständig verwendet; das wäre auch zu viel für Zahnfleisch und Co.

Zahnhygiene ist etwas Wichtiges und wenn man etwas Zeit investiert, jeden Tag, dann kann man sich später viele Probleme ersparen. Konsistenz ist hier King. Deshalb beschäftige ich mich aktuell gerne mit dem Thema. Man lernt immer wieder etwas dazu und muss natürlich ebenso Neues probieren. Es ist vielleicht ein Thema, mit dem sich Menschen nicht gerne beschäftigen, aber es lohnt sich.

Intellektuell unredlich

Eigentlich wollte ich diesen Text nicht mehr schreiben. Genauer gesagt fehlte mir etwas die Inspiration zu dem Thema und ich wusste nicht genau, worauf ich hinaus wollte. Ob ich überhaupt etwas dazu schreiben will. Auch der Anfang schien schwierig. Doch wie es manchmal so ist, schlägt die Inspiration einfach zu und man schreibt die wenigen Sätze, die einem in den Sinn kommen, nieder. Es begann, wie so oft, mit einer Podcast-Episode. In diesem Fall einer Ausgabe des Realitätsabgleichs. Eine Sendereihe des WRINT-Podcasts, mit Holger Klein und Toby Baier.

Holgi verwendete darin den Begriff »intellektuell unredlich«. Ich finde das eine wunderbare und elegante Formulierung. Seitdem geht sie mir nicht mehr aus dem Kopf. Deshalb musste ein Text dazu her. Es ging um das Thema Migration und dass das, was viele Politiker*innen im Moment machen, genau das ist: intellektuell unredlich. Man könnte es auch Lügen nennen oder verschleiern der Tatsachen.

Unser Problem ist meiner Meinung nach nicht die Migration, sondern die Integration. Und wir sind hauptsächlich selbst daran schuld. Geflüchtete Menschen kommen zu uns, verlassen ihre Heimat, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. »Heimat«, auch so ein Begriff, den wir für uns in der deutschen Sprache als einzigartig definieren wollen. Aber wenn es um andere Menschen geht, verwehren wir ihnen dieses Gefühl, dieses Bedürfnis, sich woanders zu Hause fühlen zu können. Vielleicht eine neue Heimat zu finden.

Wir jammern immer wieder über den mythischen Fachkräftemangel, den es schon seit Jahrzehnten geben soll. In bestimmten Bereichen ist es auch so. Pflege zum Beispiel oder an Schulen, Handwerker ebenso. Wo denken wir, dass all die Menschen, die diese Lücken auffüllen sollen, herkommen?

Sämtliche Österreich*innen müssten sich wie die Karnickel vermehren und ganze Rudel werfen, um das zu wuppen. Und selbst dann dauert es 15 bis 20 oder noch mehr Jahre, je nach Beruf, bis diese Nachkommen einsatzbereit sind. Ganz zu schweigen, dass die Schulen in diesem hypothetischen Fall noch mehr überfordert wären als jetzt schon.

Wieso nutzen wir nicht die Chance und bilden die Menschen, die zu uns kommen, in diesen Berufen aus? Warum investieren wir nicht heute das Geld in die entsprechenden Ressourcen, um die Probleme der Zukunft bewältigen zu können? Aber dazu müsste man das Ego in der Politik hinter sich lassen und über die nächste Wahl hinaus denken können. Man müsste dem Land und der EU im Allgemeinen wünschen können, dass es morgen besser ist als heute. Doch manche scheinen ihre Aufgabe als Politiker*in nicht als solche zu begreifen.

Besonders Sprachen spielen doch zukünftig immer wichtigere Rollen. Besonders, wenn Menschen von überall auf der Welt bei uns Schutz und eine Zukunft suchen. Wer Französisch spricht oder Spanisch, Chinesisch oder Japanisch gilt als gebildet und intelligent. Türkisch, Syrisch, Ukrainisch, Arabisch, Bosnisch, Serbisch, Kroatisch und Polnisch wird dies aber scheinbar nicht zugeschrieben. Dabei ist das doch zukünftig von großem Nutzen.

Könnten uns diese Menschen, die diese Sprachen sprechen, nicht zukünftig darin unterstützen, Neuankömmlinge willkommen zu heißen? Ihnen Deutsch beibringen, auf Augenhöhe kommunizieren, ihnen zeigen, wie, was bei uns funktioniert und gemacht wird (von Bürokratie hin zu Jobsuche und so weiter).

Ich bin immer wieder fassungslos über die Vorschläge, die stattdessen gemacht werden. Unmenschlich und ethisch fragwürdig. Wollen wir wirklich so sein? Oder zu behaupten, man könnte ein Verbrechen stoppen, indem man Einwanderung stoppt? Im Sinne von „wäre der nicht reingekommen, hätte es Verbrechen x nicht gegeben“. Das ist gelogen und falsch. So funktioniert das nicht. Man kann nichts vorhersagen. Schon gar nicht, wenn man Daten von heute auf gestern anwendet, wo wir das noch nicht wussten. Es ist anmaßend und eine Unverfrorenheit, denn dann könnte man doch in der Gleichen Logik Suizide vorhersagen. Funktioniert aber auch nicht.

Nutzen wir doch die Chancen, statt immer mehr Mauern aufzubauen –buchstäblich, sowie im übertragenen Sinn. Und entlarven wir diejenigen, die es wagen zu behaupten, schreckliche Verbrechen vorhersagen zu können und diese tragischen Ereignisse für sich instrumentalisieren. Entweder sind sie Lügner und wissen es, oder aber sie sind zu einfältig, um ihre Lügen und falschen Behauptungen selbst zu begreifen. Beide Fälle haben nichts in der Politik zu suchen. Eigentlich ist intellektuell unredlich eine viel zu nette Formulierung.