Zeit finden

Nachdem mich das Buch storytelling von Matthew Dicks ziemlich beeindruckt hat, wollte ich ebenso sein nächstes Sachbuch lesen. Immerhin hat er mich dazu inspiriert, diesen täglichen Blog hier zu starten und nach fast einem Jahr bin ich immer noch dabei; er hat mich ebenso motiviert, seine Homework for Life Strategie in meinen Alltag zu integrieren. Das nächste Buch trägt den Titel Someday is today (grob übersetzt: irgendwann ist heute) und beschäftigt sich mit Strategien und Methoden, kreative Arbeit besser in den Alltag zu integrieren.

Ich erschließe mir das Buch nur langsam und lasse mir bewusst Zeit damit. Ich mag es, bei gewissen Sachbüchern Kapitelweise vorzugehen und die Inhalte auf mich wirken zu lassen. Was bleibt hängen? Worüber denke ich später noch nach? Welche Methoden oder Ideen möchte ich versuchen? Das erste Kapitel beschäftigt sich sehr ausführlich mit dem Thema Zeit und wie man es schafft, jede Minute des Tages voll und ganz auszukosten; jede Sekunde zu nutzen.

Eine Herangehensweise, die er bereits in TED-Talks und dergleichen beworben hat, ist die des 100-jährigen Selbst. Denn im Alltag und direkt in einer Situation ist man nachvollziehbarer Weise sehr von den aktuellen Gefühlen geprägt, von den Einstellungen, der Motivation und eventuell einem Tunnelblick. Dieses Schema kann man aufbrechen, indem man die Entscheidungen, die man trifft, gegen sein 100-jähriges, zukünftiges Ich abwägt. Was würde mir diese Version von mir raten? Welche Entscheidungen sind, auf ein langes Leben umgemünzt, wirklich wichtig? Eine durchaus interessante Strategie, die ich ebenfalls versuche des Öfteren anzuwenden. Es rückt manches in eine andere Perspektive.

Dann dreht sich das restliche Kapitel darum, wie man Zeit gewinnt oder die Zeit, die wir im Alltag haben, am effektivsten nutzt. Da gibt es die Klassiker, wenn man so will. Von Social Media und YouTube hin zu Serien und Filmen schauen. Wie viel Zeit verschwenden wir damit und es ist das wirklich wert, wenn man es aus der Sicht des 100-jährigen Selbst betrachtet? Ist es wirklich wert, eine mittelmäßige Serie zum x-ten Mal zu schauen? Ist die neue Staffel oder der neue Film wirklich so interessant? Muss das YouTube-Video wirklich geschaut werden? Oder kann man die Zeit besser mit einem Buch verbringen? Oder einem kreativen Hobby nachzugehen?

Wie oft beschwert man sich darüber, dass man ja keine Zeit hätte, gleichzeitig aber stundenlang auf der Couch vor dem Fernseher sitzt? Natürlich kosten manche Aktivitäten Überwindung oder es ist nicht immer einfach, etwas Neues auszuprobieren. Doch genau an diesen Überwindungen wächst man. Jedes Mal aufs Neue. Wir haben alle 24 Stunden am Tag zur Verfügung; 1440 Minuten; 86.400 Sekunden. Was ist uns wirklich wichtig, damit wir diese begrenzte Zeit so gut wie möglich verbringen, mit Dingen, die uns voranbringen, stärken und uns guttun?

Im Laufe des Kapitels beschäftigt sich Matthew Dicks mit sehr vielen Strategien, die er anwendet. Wenn er 10-Minuten auf seine Kinder warten muss, nutzt er diese zum Schreiben. Er zählt die Sekunden, die er zum Duschen benötigt, um nicht allzu lange damit Zeit zu verschwenden. Es geht um das Delegieren von Aufgaben; Routinen so effizient wie möglich zu gestalten. Manches davon geht mir zu weit oder wirkt schon fast obsessiv; getrieben von dem Gedanken, jede Minute jedes Tages auszuquetschen und das Maximale herauszuholen. Es ist ein extremer Ansatz, aber besonders weil es ein extremer Ansatz ist, ist er mir im Gedächtnis geblieben.

Ich denke darüber nach, beobachte mich dann selbst bei Dingen, die ich eigentlich gar nicht mehr interessant finde und stattdessen lieber einen Text schreibe. Oder ich lese ein Buch oder einen Comic; gehe spazieren, höre Podcasts oder mache andere Dinge, die mir viel mehr Freude bereiten. Erst hat es mich etwas gestört, dass er diese extremen Situationen auflistet. Aber er ist ein gutes, extremes Beispiel, das es nicht zu kopieren gilt, sondern als Inspiration dienen soll, wie man selbst die eigene, begrenzte Zeit auf dieser Welt besser nutzen, interessanter gestalten kann.

Buschige Bäume

Mittlerweile gibt es für den Bau von einem Diorama tolle kleine Sets von BlueBrixx. Was Klemmbausteine anbelangt, bin ich nicht sehr gut darin, mir eigene Konstruktionen auszudenken. Ich baue sehr gerne komplexe Sets, wie beispielsweise Burg Blaustein, aber selbst etwas in diesem Detailgrad zu entwerfen, da fehlt es mir am entsprechenden Talent. Das überlasse ich lieber anderen. Deshalb freut es mich umso mehr, ein paar dieser Sets für mein Diorama angeschafft zu haben, da sie das Ganze hervorragend abrunden.

Heute soll es um das Büsche und Sträucher Set gehen. Für gut 35 € bekommt man hier vier kleinere Bauten, die unterschiedliche Gegenden darstellen. Sei es ein Gebüsch, in dem es sich Wildschweine gemütlich gemacht haben oder ein kleiner Tümpel. Außerdem gibt es einen umgefallenen, überwucherten Baum und eine Ruine, die hinter Rosensträuchern versteckt ist. Der Bau an sich ist abwechslungsreich, man muss allerdings durchaus etwas Geduld mitbringen. Die vielen kleinen Teile machen es nicht immer zu den stabilsten Sets, aber wenn sie einmal stehen, sehen sie prächtig aus.

Den Apfelbaum habe ich in die Galerie unten ebenfalls noch mit reingeschmuggelt, da es sich nicht wirklich auszahlt, den in einem eigenen Blogpost vorzustellen. Alle, die gerne Klemmbausteine bauen, wissen, dass Bäume bauen nicht gerade das Freudigste ist, aber sie machen sich gut in einer Landschaft und gehören nun einmal dazu. Am Ende sieht auch der Apfelbaum hübsch aus und trägt auch schon die ersten Früchte.

Ode ans Bundle

Bundles sind etwas Tolles. Es gibt sie im digitalen Bereich für alles Mögliche. Sei es Software, Spiele, Bücher oder Comics, man bekommt fast alles irgendwann als Bundle angeboten und kann so etwas Geld sparen. Außerdem erspart man sich so oft zusätzlich die Mühe, die einzelnen Ressourcen zusammenzutragen. Das ist mir neulich wieder bewusst geworden, als ich ein Comic Bundle der Power Rangers Comics entdeckt habe.

Seit meiner exzessiven Comic-Phase behalte ich Humble Bundle immer im Blick, was interessante Deals anbelangt. So habe ich über die Jahre schon einige Bundles erworben. Ob ich die alle dann auch gelesen habe, steht auf einem anderen Blatt und soll hier nicht behandelt werden. Diese Art der Vergangenheitsbewältigung nehmen wir uns für ein anderes Mal vor. Wie dem auch sei, ich habe Warhammer Romane erstanden, Pride Specials, jede Menge Comics, Fantasy Reihen und vieles mehr.

Ich finde es ein tolles Konzept. Besonders bei Comics, wo jede Woche, jeden Monat so viele Neuerscheinungen veröffentlicht werden und Reihen über Jahre und Jahrzehnte laufen, sind solche Bundles sowohl für Leser*innen als auch Verlage interessant. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Power Rangers Comics von vor 5 Jahren noch sehr gut verkaufen. Eher verkauft sich der Beginn der neuen Ära noch sehr gut, aber der Rest vielleicht mittelmäßig.

Dazu muss man wissen, dass Boom!Studios die Rechte für Power Ranger Comics innehat und seit 2016 eine fortlaufende Geschichte erzählt. Lange Zeit habe ich diese jeden Monat verfolgt und war stets begeistert davon. Besonders die Anfänge, die von Kyle Higgins verantwortet wurde, war genial. Ich denke, dass er daraus auch die Inspiration für sein eigenes Universum geholt hat, dass mit Radiant Black seinen Anfang fand: das Massive-verse. Sowohl die Power Rangers Comics, als auch Radiant Black und die dazugehörigen Titel kann ich nur wärmsten Empfehlen.

Wie es aber manchmal so ist, habe ich mit der Zeit die Power Rangers aus den Augen verloren. Mal liegt eine Ausgabe etwas länger am iPad herum, dann ist man weiter im Rückstand, weiß schon nicht mehr, was passiert ist und verfolgt die Reihe schließlich gar nicht mehr. Doch besonders den weiteren Verlauf der Geschichte fand ich damals faszinierend. Boom!Studios hat sich nicht damit zufriedengegeben, typische Power Rangers Geschichten zu erzählen. Nein, sie haben einen gesamten Mythos und eine Historie aufgebaut, mit einer Tiefe und Vielschichtigkeit, die ich so nicht erwartet hatte.

Deshalb hat es mich umso mehr gefreut, dass letztens auf HumbleBundle sämtliche Deluxe Editionen der Power Rangers Comics für nicht einmal 25 € zu haben waren. Vielleicht läuft der Deal sogar noch, wenn dieser Text erscheint. Man kann mit diesem Deal die vergangenen acht Jahre an Geschichten und Abenteuer nachholen, die Boom!Studios veröffentlicht hat. Außerdem gibt es Archiv Editionen von den noch älteren Power Rangers Comics. Ich bin sehr angetan davon und freue mich auf die Lektüre. So habe ich auch die Teenage Mutant Ninja Turtles Comics vom Verlag IDW erstanden, die ebenfalls noch auf meiner Leseliste stehen.

Bundles sind etwas Großartiges. Besonders jetzt, da ich Comics nicht mehr jede Woche kaufe und die Reihen kaum mehr monatlich verfolge, sind Bundles eine tolle Alternative, um meine digitale Sammlung am aktuellen Stand zu halten. Leider haben Marvel und DC noch nicht den Reiz von solchen Deals entdeckt. Sie haben zwar ihre jeweiligen digitalen Unlimited Angebote, wo man für einen monatlichen Preis auf ihre gesamte Bibliothek zugreifen kann, doch Bundles wären sicherlich eine tolle Ergänzung. Besonders, wenn man nur spezifische Charaktere verfolgt oder gewisse größere übergreifende Geschichten lesen will. Indie-Verlage haben schon lange den Reiz und den Vorteil solcher Bundles entdeckt. Ich bin immer wieder begeistert, was man dort so alles findet.

Wenn man das Bundle dann erst einmal erstanden hat, wie eben die vergangenen acht Jahre an Power Rangers Comics, ist die einzige Herausforderung, die bleibt, all diese Dateien in die richtige Reihenfolge zu bekommen. Aber zum Glück gibt es genug Webseiten und Reddit-Diskussionen, die sich genau damit auseinandersetzen und aushelfen. Es greifen hier so viele Themen ineinander, ergänzen sich, und ich bin immer wieder begeistert.

Der mit dem Wolf tanzt

Vergangenes Wochenende war ich mal wieder im Zoo in Hellbrunn. Im August haben sie abends immer etwas länger geöffnet, sodass man die Tiere am in der Dämmerung bewundern kann. Ich war mit den Eltern dort und zur Abwechslung habe ich mal den Eintritt gezahlt. So ändern sich die Zeiten. Aber es war eine großartige Idee, die Zeit noch zu nutzen, solange der Zoo länger geöffnet hat. Und ein vielleicht etwas zu warmer Samstagabend eignet sich da perfekt. Auch wenn es im Zoo dann erstaunlich schwül war.

Es war eine tolle Stimmung, vor allem als langsam die Sonne hinterm Horizont verschwand und es immer dunkler wurde. Es waren noch erstaunlich viele Menschen unterwegs, aber das Angebot kommt sicher gut an. Außerdem sind noch Ferien, insofern ist der Zoo um diese Zeit immer noch ein tolles Ausflugsziel.

Dieses Mal hat man überraschenderweise die Raubkatzen einwandfrei gesehen. Ich war schon lange nicht mehr im Zoo, hatte aber in Erinnerung, dass man diese immer nur aus der Ferne bestaunen könnte. Doch dieses Mal sind sie durchaus nahe an den Zaun herangekommen. Manche haben sogar Nachwuchs bekommen, denen man beim Spielen zuschauen konnte. Einer der schönsten Kreaturen war aber der Mähnenwolf. Er zählt zu den größten Wildhunden und ist ein erstaunliches Wesen. Schönes Fell, sieht beinahe kuschelig aus, strahlt aber doch eine imposante Aura des Respekts aus, den man haben sollte.

Ebenso beeindruckend waren die weißen Wölfe, die vor allem im Dunklen, leicht angestrahlt von einem Scheinwerfer, ihr Revier gut im Blick hatten. Im Finstern konnte man schließlich noch ein paar Tiere beim Schlafen beobachten. Unter anderem den Bären, aber auch einen Otter. Das große Becken, in dem normalerweise die Otter unterwegs sind, war erstaunlich leer. Sie können sich wohl gut verstecken. Im Haus drinnen allerdings, wenn man genau hingesehen hat, konnte man einen Otter beim Schlafen beobachten. Ganz entspannt, allein und in Ruhe, machte er sich in dem kleinen, abgeschiedenen Raum gemütlich. Wie der Kater zu Hause, lag er halb auf dem Rücken da, die Pfoten angezogen und schlief. Ich konnte natürlich nicht umhin und einen kleinen Plüsch-Otter mit nach Hause nehmen.

Magische Anrufungen

Nachdem mich sowohl Stellar Blade als auch Spirit of the North herbe enttäuscht hatten, legte ich eine kleine Spiele-Pause ein. Ich freute mich eigentlich auf Black Myth: Wukong, doch das schaue ich lieber als Let’s Play an, als es selbst zu spielen. Ansonsten hat gerade nichts wirklich mein Interesse geweckt. Lies of P werde ich nochmal angehen, sobald der Release des DLC feststeht und ich mich darauf vorbereiten kann / will. Also habe ich mich erneut in Elden Ring vertieft.

Das schöne ist, dass ich parallel dazu das erste Let’s Play von Jokerface schaue. So habe ich nochmal die initialen Reaktionen, wenn man neue Gebiete entdeckt und die Welt erkundet. Sei es die lange Aufzugfahrt in die Untiefen von Siofra, das Design und die Architektur von Stormveil-Castle oder aber der erste Blick auf Liurnia. Elden Ring ist voller großartiger visueller Eindrücke und hat eine Wucht, die ihresgleichen sucht. Außerdem will ich das DLC nochmal spielen und allein der Weg dorthin nimmt 70 Stunden in Anspruch.

Der Kniff ist allerdings, dass ich zwei Speicherstände parallel hochziehen möchte. Der eine, mit dem ich angefangen habe, ist eine Art Magier. Das heißt, ich konzentriere mich auf die Charakter-Attribute Faith und Arcane. Viele Waffen, Anrufungen und dergleichen, die man im DLC findet, benötigen diese Attribute, um sie ordentlich führen zu können; von daher ist das sicher nochmal interessanter, wenn ich dorthin komme.

Der zweite Speicherstand ist schon etwas älter. Es handelt sich nämlich um meinen allerersten Speicherstand und meinen allerersten Versuch, Elden Ring zu spielen. Damals habe ich frustriert aufgehört. Erst später durch den Einsteigerguide vom oben genannten YouTuber bin ich so richtig in Elden Ring reingekommen und habe die Freude sowie die Magie des Spiels entdeckt. Es sind nur wenige Stunden in dem Spielstand vorhanden, deshalb bin ich gespannt, was die aktuelle Ausrüstung ist und welche Attribute ich gelevelt habe. Ich will es aber nicht auf mir sitzen lassen, diesen Speicherstand unfertig auf der Xbox liegen zu haben. Das spornt mich an.

Nachdem ich nun ein paar Wochen pausiert habe und das Spiel wieder von vorne beginne, macht es Laune, sich erneut in diese Welt zu stürzen. Es ist ein tolles, fesselndes Spiel. Aber ich stresse mich jetzt nicht durch die Dungeons und Katakomben, Bosse und Gegner-Horden. Jeden Tag ein Stündchen oder manchmal auch mehr reicht vollkommen aus. Stetiger Fortschritte eben. Elden Ring ist ein Spiel, das man genießen muss, denn Durchhetzen ist nicht. Von daher wird das durchaus ein längeres Unterfangen. Und wenn zwischendurch Lies of P reingrätscht, ist mir das nur recht.

Pass pro Foto

Beim Buchen des Islandurlaubs für nächstes Jahr habe ich bemerkt, dass mein Reisepass genau einen Monat davor abläuft. Alle zehn Jahre sind Personalausweis und Reisepass zu tauschen. Normalerweise braucht man in Österreich nicht unbedingt einen Personalausweis, aber ich mag die kleine Größe und man hat ihn einfach immer dabei. Das Lästigste am Pass beantragen, sind wohl die Passbilder. Ich würde eigentlich erwarten, dass diese beim Beantragen der Pässe auf der Gemeinde oder im Rathaus gemacht würden. Da wäre nicht viel dabei. Außerdem sind die Pässe an sich schon teuer genug, da sollte man nicht auch noch für Passbilder extra bezahlen müssen.

Das Erstellen der aktuellen Bilder war eine etwas surreale Erfahrung. Der Laden, wo man das üblicherweise in Oberndorf am besten und schnellsten erledigen kann, ist vor Kurzem umgezogen. Der neue Standort ist etwas fragwürdig. Weiter weg vom eigentlichen Zentrum und etwas abgelegen würde ich sagen. Zudem ist das Geschäft an sich nicht gerade das einladendste. Einfach nur eine riesige Fläche mit diversen Tischen, wo man sich für Brillen und sonstige Dinge beraten lassen kann und dazwischen stehen Regale mit den restlichen Produkten.

Ich habe nichts gegen große, offene Ladenflächen, aber diese wollen gut gestaltet sein. Die besten solcher Läden haben ein gewisses Konzept und man findet sich recht schnell zurecht. Die Regale führen einen durch das Geschäft und können gleichzeitig als Raumteiler gelten, sodass es nicht so offen und leer wirkt. Doch hier steht man etwas orientierungslos in der Gegend herum, bis jemand Zeit hat, sich einem anzunehmen.

Auch das Machen der Passbilder selbst war nicht optimal. Kaum hatte ich auf dem entsprechenden Stuhl Platz genommen, waren die Bilder auch schon geschossen. Kurz kontrolliert, ausgedruckt und ich war gut 20 € ärmer. Die Bilder sind nicht schlecht, aber zumindest ein paar Minuten hätte man sich Zeit lassen können. Eine alles in allem unterwältigende Erfahrung. Aber ich habe meine Bilder und zum Ende des Jahres hin werde ich die neuen Pässe beantragen. Hoffentlich wird das eine etwas bessere Erfahrung.

Geek-Planet: Ultimate Spider-Man – Volume 12

Wie jede Woche schauen wir uns auch heute einen alten Text von mir an. Wir machen weiter mit unserer Reise durch die Ultimate Spider-Man-Reihe und der 12. Collected Edition. Der Text erschien zum ersten Mal am 25. November 2016 auf meinem damaligen Blog Geek-Planet.

Kurzgeschichten haben ihre eigene Magie. Die Autor*innen müssen innherhalb kurzer Zeit viel machen und es schaffen, die Leser*innen in den Bann zu ziehen. Eine der besten Beispiele aus dem Filmbereich sind wohl die ersten 10 Minuten von Up (Oben). Sie führen einen der Protagonisten ein und zeigen sein bisheriges Leben und wie er in die aktuelle Situation gekommen ist. Jahrzehnte werden dargestellt, ohne auch nur ein einziges Wort. Trotzdem ist es eine emotionale Achterbahnfahrt sondergleichen. Wer da keine Träne vergießt, sollte sich Gedanken machen.

Aber heute geht es um Spider-Man und Comics. So sehr ich die längeren Geschichten schätze und mag, so sehr mag ich auch die Kürzeren. Leider sind sie eher selten zu finden, im Comic Bereich. Wenn, dann sind es Limited Runs, mit sechs oder zwölf Ausgaben, aber wirkliche Kurzgeschichten muss man bewusst suchen. Deshalb ist diese Collected Edition eine willkommene Abwechslung. Vor allem nachdem, was alles in den vorangegangenen Geschichten passiert ist.


Der Handlungsbogen namens Superstars beherbergt drei Zweiteiler, die alle mit tollen Gaststars aus dem Marvel-Universum aufwarten können. So weitet sich die Welt des jungen Peter Parker erneut. Was bei den Geschichten auffällt, ist, dass diese immer düsterer und dramatischer für unseren Helden werden. Es wird sicher noch eine Weile dauern, bis er sich von den buchstäblichen Albträumen erholt hat.

  • Ausgaben: #66 bis #71
  • Erscheinungsdatum: Dezember 2004 bis März 2005
  • Autor: Brian Michael Bendis
  • Künstler: Mark Bagley
  • Inks: Art Thibert
  • Colors: Transparency Digital
  • Letters: Chris Eliopoulus

„This is the last part of this story, I promise. (I mean, even I couldn’t milk three issues out of this.)“ – Brian Michael Bendis

Der erste Zweiteiler beginnt mit einer kleinen Vorrede von Brian Michael Bendis, der von Mark Bagley in Szene gesetzt wird und sich direkt an die Leser*innen richtet. Er spricht davon, dass es Geschichten im Leben eines Autors gibt, die einfach erzählt werden müssen. Man will sie nicht nur erzählen, man muss. Sie müssen raus und in die Welt gebracht werden. Die folgende Geschichte zählt nicht zu dieser Kategorie. Dieses kleine Intermezzo wird schließlich im zweiten Teil fortgesetzt, wo er seinem Editor die Schuld für diese Geschichte gibt und ihn sogar würgt. Eine ziemlich lustige Einleitung für eine der wohl verrücktesten Geschichten, die ich bisher von der Ultimate Spider-Man-Reihe gelesen habe.

Wir steigen mit einem äußerst übellaunigen Peter Parker in die Handlung ein, der nicht nur Tante May, sondern auch MJ geradezu anschnauzt und eigentlich nichts mit ihnen zu tun haben möchte. Doch kurze Zeit später sehen wir Wolverine, wie er in einem dreckigen, kleinen Apartment aufwacht und sich über den abstrusen Gestank beschwert. Geschockt blickt er in den Spiegel und wundert sich, was mit ihm passiert ist. Peter und Wolverine haben aus unerfindlichen Gründen die Körper getauscht und bis das Schlamassel wieder in Ordnung gebracht ist, müsste der Mutant für Peter in die Schule gehen, da dieser ansonsten suspendiert würde. Sagen wir einfach, es läuft nicht ganz so gut.

Die Auflösung der Geschichte finde ich nicht so gelungen, da es sehr einfach und geradezu billig wirkt. Da kann man schon etwas nachvollziehen, dass Bendis klarstellt, dass es sich um die Idee von jemand anderen handelt und er sie nur in die Tat umgesetzt hat. Aber die Geschichte selbst ist unterhaltsam und manche Abschnitte lustig. Körpertauschgeschichten à la Freaky Friday haben immer das Potenzial, große Freude zu bereiten und Charaktere in Situationen zu stecken, wo man sie normalerweise nicht antrifft. Aber das nächste Mal bitte etwas besser ins Universum eingepasst und nicht so gezwungen.

Die zweite ist die beste der drei Geschichten. Die Fantastic Four werden in dieses Universum eingeführt und halten ihre Identität noch von der Öffentlichkeit fern, da sie selbst noch herausfinden müssen, wie sie mit ihren neuen Fähigkeiten umgehen. Vor allem beschäftigt sie die Frage, was sie mit diesen Fähigkeiten anstellen wollen. Johnny Storm auch bekannt als die menschliche Fackel rebelliert natürlich anfangs, spielt aber dann doch mit. Er geht wieder auf die Highschool, um seinen Abschluss zu machen. Natürlich landet er in derselben Schule, in der auch Peter Parker ist.

Die Freunde rund um MJ und Peter laden ihn dann relativ schnell ein und sie gehen auch gemeinsam zum Strand, wo sich Johnny aus Versehen selbst anzündet und somit seine Fähigkeiten offenbart. Später trifft sich dann, aus reinem Zufall natürlich, Spider-Man mit ihm und die beiden unterhalten sich. Spidey möchte nicht nur herausfinden, was er genau kann und ob er gute Absichten hat; primär geht es ihm darum, einem Freund beizustehen. Später retten sie sogar gemeinsam Menschen aus einem brennenden Haus. Es ist eine schöne Geschichte zwischen zwei Helden, die sich kennenlernen und Gutes tun wollen. Spider-Man und Johnny sind immer wieder ein tolles Team-up.

Schließlich haben wir die dritte Geschichte. Hierin wird Peter mit Ben Urich losgeschickt, um eine Story um den Magier Doctor Strange zu schreiben. Allerdings nicht vom Sorcerer Supreme selbst, sondern von dessen Kind. Durch unglückliche Geschehnisse gerät Peter als Spider-Man zwischen dem jungen Zauberer und dessen Lehrmeister. Ein Dämon oder eine unheimliche Entität nimmt von ihm Besitz und zeigt ihm seine schlimmsten Albträume. Er sieht, wie ihm seine Liebsten Vorwürfe machen und sie auch von anderen getötet werden. Alles, keine schönen Bilder.

Ich hoffe, Peter erholt sich schnell von diesen Erfahrungen und schließt MJ nicht aus seinem Leben aus. Allerdings haben die beiden schon schlimmeres überstanden. Obwohl die einzelnen Geschichten Unterhaltungswert hatten, besonders die Episode mit Johnny Storm, so wirken sie wie Platzhalter. Zu gezwungen starten die einzelnen Geschichten und sind schnell wieder vorbei. Wobei so kurze Geschichten ebenso ihren Charme haben können. Es können auf kurze und prägnante Weise zukünftige Handlungsbögen angedeutet und gestartet werden, ohne dass man fünf bis sechs Ausgaben dafür benötigt.

Künstlerisch sind die Ausgaben wie immer ein Schmaus. Die Zeichnungen von Mark Bagley sind auf dem üblich hohen Niveau und allein visuell zahlt es sich aus, diese Geschichten zu lesen. Ich freue mich nun allerdings wieder auf eine etwas längere Geschichte »Hobgoblin«.

Mohneis

Am Wochenende wurde es Zeit, mal eine neue Weinbar zu testen. Nachdem wir zuerst in der Stein-Bar und dann im Stieglkeller die Aussicht auf die Stadt genossen und uns beim Hinterbrühl mit leckeren Speisen verköstigten, führte uns der Weg zurück zur Steingasse. In dieser unscheinbaren Gasse in Salzburg gibt es diverse kleinere Lokalitäten, die allesamt ihren eigenen Charme haben. Aber irgendwo muss man ja anfangen und so wurde es das unscheinbare Köchelverzeichnis.

Eine kleine Weinbar, mit nur wenigen Sitzplätzen und betrieben von einem sympathischen, jungen Mann, der weiß, was er tut. Das Köchelverzeichnis hat nur drei Tage pro Woche offen und dann auch nur 6 Stunden am Abend. Es gibt, so wie wir das bei diesem ersten Besuch feststellen konnten, nur ein Menü pro Abend. Gegessen haben wir allerdings noch nicht dort, das behalten wir uns für das nächste Mal auf. Doch die Weine waren gut und es war eine tolle erste Erfahrung dort.

Besonders charmant an dem Lokal sind die Sitzplätze draußen. Der Eingang befindet sich auf halber Höhe. Eine kleine Treppe führt dort hinauf. Links neben der Treppe geht es steil den Kapuzinerberg hoch und rechts steht eine breite, brusthohe Mauer. Eine sehr interessante und unscheinbare Bar. Gesessen sind wir am Fuß des Aufgangs, von wo aus man wunderbar Leute beobachten kann. Zwar macht die Steingasse den Anschein, dass sich nicht so viele Menschen dorthin verirren, besonders Touristen, doch es ist stets ein kleines Treiben vorhanden. Von unserem Platz aus hatten wir ebenso eine gute Sicht auf das ehemalige Freudenhaus, das jetzt allerdings leer steht und deutlich heruntergekommen ist.

Nachdem ein guter Wein genossen war, wurde es Zeit für den Weg nach Hause. Wir brachen uns frühzeitig auf, so war noch Gelegenheit sich auf dem Weg mit Eis zu versorgen. Auf Empfehlung von Freund J. hin entschied ich mich, neben Haselnuss, für Mohneis. Mohneis hatte ich noch nie gekostet – aber man muss ja schließlich immer wieder Neues testen. Ich war sehr angetan und kann es nur empfehlen. Ein wunderbarer Abschluss, eines tollen Nachmittags, in einer großartigen Stadt.

Der Bergfried in neuem Glanz

Vor ein paar Wochen habe ich darüber berichtet, wie ich an meiner ersten eigenen Erweiterung für Burg Blaustein gearbeitet habe (Eine eigene Burgerweiterung). Mit dem schlussendlichen Ergebnis war ich an sich zwar ganz zufrieden, jedoch störte es mich, dass die Fenster so anders aussahen, als die original designten. Das lag schlicht daran, dass ich die entsprechenden Teile nicht hatte. Da ich ohnehin ein paar Sachen für mein Mittelalter-Diorama benötigte, bestellte ich die Teile also mit und baute den Turm um.

Beim zweiten Mal ging die ganze Sache schon leichter von der Hand. Ich kümmerte mich nicht mehr allzu sehr darum, es perfekt zu machen. Ich wollte es ausreichend hübsch haben und dass es zum Rest des Turmes passt. Dabei habe ich darauf geachtet, die ganzen Schichten plates, die man zuvor deutlich gesehen hat, zu reduzieren und die Abwechslung bei den verwendeten Steinen zufällig zu halten.

Es sieht sehr viel besser und konsistenter aus als die erste Version des Bergfrieds. Ich mag es auch, dass die Fenster etwas breiter sind als die im unteren Stock. Dadurch, dass ich pro Seite nur ein Fenster verbaut habe, passt es recht gut ins Gesamtbild und füllt gewissermaßen die Lücke zwischen den kleineren Fenstern aus. Außerdem passen die Proportionen der Burg nun ebenfalls wieder, da der Bergfried deutlicher über den Saalbau hinaus ragt. Das hat mir noch gefehlt. So wirkt die Burg weniger gedrängt. Es ist einfach ein fantastisches Bauwerk.

Mittagessen to go

Lange Zeit habe ich mir zum Mittagessen ins Büro ein Joghurt mitgenommen. Dieses war garniert mit Nüssen, etwas Obst, Leinsamen und hat mir lange Zeit eigentlich gut geschmeckt. Das Frühstück bestand aus Obst und ebenfalls Nüssen. Doch in den vergangenen Wochen habe ich gemerkt, dass mir das nicht guttut oder mir langweilig geworden ist. Also habe ich mich auf die Suche nach einer Alternative gemacht. Voraussetzung war nur, dass es etwas Leichtes sein sollte. Am besten mit viel Obst oder Gemüse.

Also habe ich mir eine Salat-Bowl zum Mitnehmen bei Amazon bestellt. Dieses besteht aus einer größeren Schüssel, einem Einsatz und einem gut verschließbaren Deckel. In den unteren Teil der Schüssel kommt der Salat und das zusätzliche Gemüse, wie Tomaten, Gurken, Paprika und so weiter. Der Einsatz ist unterteilt in vier Bereiche. Drei davon sind vorgesehen für etwaige Salatbeigaben, die aber erst später rein sollen, damit dieser nicht labbrig wird. Das nutze ich meist für Feta, Thunfisch, Saatenmischung, Eier oder andere Dinge, die sich gut in einem Salat machen. In der Mitte des Einsatzes ist schließlich noch ein separates Gefäß für das Dressing, das sich eigens verschließen lässt.

Ich nutze das Ding jetzt seit einer Woche und bin wirklich begeistert. Zwar bedarf es nun etwas mehr Vorbereitung am Abend, aber das ist in Ordnung. Als Frühstück dient nun eine Portion Overnight-Oats. Zubereitet aus Haferflocken, einem Esslöffel Chiasamen, Mandelmilch, etwas Joghurt und Zimt. Vielleicht etwas Obst, muss aber nicht sein. Diese Kombination aus den Haferflocken am Morgen und dem Salat zu Mittag bringt mich gut über den Tag. Es ist zwar mehr, als ich vorher gegessen habe, dafür esse ich am Abend etwas weniger.

Vor allem mag ich die Abwechslung, die mir der Salat ermöglicht, da man hier der Fantasie gewissermaßen freien Lauf lassen kann. Die Kombinationsmöglichkeiten sind endlos und wenn man sich etwas am saisonalen Gemüse orientiert, wechselt man zwangsweise über die Monate die Zutaten. Essen ist etwas fundamental wichtiges und muss funktionieren. Leider ist das in der Arbeit aktuell nicht der Fall, aber ich bin durchaus in der Lage, mich selbst zu versorgen.

Da ist eine Bowl-to-go und Overnight-Oats genau das Richtige. Und allein schon die Möglichkeiten beim Dressing des Salates. Wirklich toll und ich freue mich über die nächsten Wochen noch weitere Dinge auszuprobieren. Auch bei den Overnight-Oats gibt es Verschiedenes zum Testen.