Fliegengitter

Einmal im Jahr wechsle ich die Fliegengitter der Fenster. Es sind nicht viele, ich habe nur drei Fenster – der Vorteil einer Dachgeschosswohnung, die hauptsächlich aus drei großen Räumen besteht. Dieses Jahr bin ich damit schon sehr spät dran. Normalerweise mache ich das im Frühling. Jetzt wurde es aber Zeit, da sich das Fliegengitter im Wohnzimmer schon halb gelöst hat und das im Schlafzimmer Löcher hatte. Keine idealen Voraussetzungen für eine gute Insektenabwehr. Vor allem, weil sich Wespen an einer Ecke des Daches eingenistet haben und das nicht unweit meines Schlafzimmers ist.

Diese Woche bin ich nach der Arbeit weiter spaziert in Richtung Lagerhaus, in der Hoffnung, sie haben noch welche da. Scheinbar gehen Fliegengitter aktuell ständig über die Ladentheke. Kein Wunder, bei der Wespenplage. Aber es waren noch genug vorrätig. Üblicherweise nehme ich die schwarzen Gitter. Diese sind zum Rausschauen einfach besser. Doch ich wollte mal wieder auch ein weißes testen, da ich nicht mehr genau wusste, wie sich das macht. Also habe ich ein weißes für das Küchenfenster mitgenommen.

Zu Hause habe ich dann erstmal eine kurze Trainingsession abgehalten. Nichts Aufregendes, nur etwas Krafttraining und Yoga. Ich hatte eigentlich nicht vor, die Gitter an dem Tag noch auszutauschen. Doch das im Schlafzimmer hat mich schon sehr gestört und auch das im Wohnzimmer sah alles andere als optimal aus. Also habe ich mal mit einem angefangen. Altes Gitter raus, Fensterrahmen geputzt, Fenster geputzt, neuen Klebestreifen rein, während dieser festkleben kann, sozusagen, das Schlafzimmer aufgeräumt und gesaugt, neues Gitter rein. Dauerte eigentlich nicht allzu lange.

Ergebnis des Unterfangens: über zweieinhalb Stunden später waren alle Fliegengitter gewechselt, die Fenster sauber und die Wohnung von oben bis unten geputzt. Um Viertel vor acht saß ich dann endlich mit einem guten Abendessen auf der Couch und genoss meinen Feierabend. Aber es hat sich ausgezahlt, es gleich zu erledigen. Das hatte ich in letzter Zeit schon öfter, dass eine kleine Aktion zu immer größeren führt. Aber ich mag das. Klein anfangen und sich dann zu größeren Dingen hocharbeiten. Das kann man auf alle möglichen Bereiche des Lebens anwenden, lässt sich auf viele Situationen übertragen. Auch auf das Wechseln von Fliegengittern.

Das weiße Gitter ist übrigens noch etwas gewöhnungsbedürftig. Es sieht nicht schlecht aus und macht sich durchaus gut in der Küche, aber im Wohnzimmer oder Schlafzimmer hätte ich es nicht gewollt. Bis zum nächsten Wechsel lasse ich es auf jeden Fall drin. Es ist mal wieder etwas Neues, Ungewohntes.

Kinkes Fundstück

Heute habe ich eine Leseempfehlung, die ich unbedingt teilen wollte. In vielen Städten waren und sind aktuell Prides und natürlich gibt es genug Diskussionen darum. Aber ein Thema habe ich nie wirklich verstanden: warum man zwar eine Pride abhalten möchte, die queeres Leben feiert, aber dann innerhalb der Community darüber diskutiert wird, eine bestimmte Sub-Gruppe davon auszuschließen ist? Es geht natürlich um Pet- und Puppy-Play. Der Text von Jeff Mannes auf queer.de (eine Seite, die ich sowieso empfehlen kann) fasst das Thema hervorragend zusammen und arbeitet wunderbar die Hintergründe und vor allem Missverständnisse mit dem Thema auf.

Was mich erst den Text lesen machte, ist der Verweis auf die seelische und psychische Gesundheit der Kinder. Auch das wird im Text von Jeff Mannes diskutiert. Besonders schön finde ich den Hinweis, dass wir als Erwachsene das Geschehen auf einer Pride natürlich auch mit den Augen eines Erwachsenen beurteilen. Kinder sehen die Welt anders. Das muss man immer mitdenken. Kinder werden oft als Vorwand genommen, warum man dieses oder jenes verbieten sollte.

Ein Beispiel, das mir dazu gleich eingefallen ist, sind natürlich Comics. Ich habe mich jahrelang intensiv mit dem Thema beschäftigt. Und als Fan von Comics kommt man früher oder später an der Comics Code Authority nicht vorbei. Dabei handelt es sich um eine 1954 ins Leben gerufene Selbstkontrolle der Verlage. Sehr stark verkürzt dargestellt: Es gab in den Vereinigten Staaten einen Protest besonders gegen Horror- und Crime-Comics, also jedwede Geschichten, in denen Monster, Kriminalität oder sonstiges dargestellt wurde.

Besonderen Einfluss auf das Thema hatte Fredric Wertham auf diese Bewegung. In seinem nicht gerade subtil betitelten Buch Seduction of the Innocent (Verführung der Unschuldigen) erhob er an den Haaren herbei gezogene Vorwürfe gegen Comics. Unter anderem postulierte er einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Comics und verübten Straftaten und unterstellte den Verlagen, mit dem Teufel verbündet zu sein. Also alles wissenschaftlich fundierte Belege.

Um einem Verbot zu entgehen, haben sich die Verlage schließlich einer Selbstkontrolle unterworfen. Ich kann nur empfehlen, dem Thema mal etwas hinterher zu recherchieren. Wenn man sich aus heutiger Sicht die Einschränkungen und alles, was mit dem Comics Code einherging, durchliest, kann man nur die Hände über dem zusammenschlagen. Der Wikipedia-Artikel ist ein guter Anfang, aber nur die Spitze des Eisbergs.

Jedenfalls wurden damals ebenfalls Kinder als Grund vorgeschoben, etwas zu verbieten, was eigentlich nur Menschen mit einer beschränkten Weltsicht gestört hat. Genauso dienen sie heute noch oft als Vorwand. Der Text  Kink ist Pride – und Kinder sollen das sehen! stellt das wunderbar dar, erklärt Hintergründe, steigt etwas tiefer ein und diskutiert auch andere Aspekte des Themas. Mehr, als es wahrscheinlich diejenigen tun, die Dinge verbieten wollen, weil es sie stört. Viel Spaß bei der Lektüre.

Ein außergewöhnliches Ende – The Umbrella Academy

Zwei Jahre ist das Finale der dritten Staffel von The Umbrella Academy her. Zwei Jahre mussten wir auf die vierte und leider letzte Staffel warten. In sechs Episoden können wir den Hargreeves noch einmal bei ihren Abenteuern zusehen und mitfiebern. The Umbrella Academy hat mich mit der ersten Staffel, die 2019 auf Netflix erschien, überrascht. Ich kannte und kenne die Comics nicht, weiß nur, dass sie hochgelobt werden. Doch mit dem, was The Umbrella Academy zu bieten hatte, habe ich nicht gerechnet.

Es ist nicht nur ein actionreiches Spektakel. Nein, es gibt viele schöne Momente zwischen den Charakteren. Doch was ist The Umbrella Academy überhaupt? Sir Reginald Hargreeves hat 1989 mit einem außergewöhnlichen Experiment dafür gesorgt, dass 43 Kinder spontan auf die Welt kommen. Frauen, die zuvor am Morgen noch nicht schwanger waren, bekamen spontan Kinder. Diese Kinder sollten jeweils spezielle Fähigkeiten haben. Da dies ein weltweites Phänomen ist, war es für Sir Reginald Hargreeves nicht so leicht, diese Kinder aufzuspüren und in seine Obhut zu bringen. Sieben treibt er auf.

Die Kinder wuchsen bei ihm auf, lernten unter teils fragwürdigen Bedingungen ihre Superkräfte kennen und erledigten Missionen für den exzentrischen Milliardär. In der ersten Staffel begegnen wir den Erwachsenen Versionen dieser Kinder und verfolgen sie bei ihren Abenteuern. Der Twist ist, dass es sich meist um das Ende der Welt dreht, das irgendwie verhindert werden muss und meistens ist einer der sieben Geschwister schuld am Ende der Welt ist – sei es direkt oder indirekt. Es kommen parallele Welten vor, Zeitreisen, Multiversen und noch vieles mehr.

Doch all das wird auf eine selbstironische, unterhaltsame Art erzählt, die Freude macht beim Zuschauen. Die Serie nimmt sich selbst nicht allzu ernst, doch sie schafft es stets trotzdem intime, gefühlvolle Szenen umzusetzen. Jeder einzelne Charakter ist ausgearbeitet. Die Schauspieler*innen sind durch die Bank fantastisch. Die Geschwister werden porträtiert von Elliot Page, Tom Hopper, David Castañeda, Emmy Raver-Lampman, Robert Sheehan und Aidan Gallagher. Immer wieder entstehen wunderbare Szenen zwischen den Charakteren, die zu viele sind, um sie hier alle gesondert hervorzuheben.

Zwar zählt die finale, vierte Staffel nur sechs Episoden, trotzdem kommen diese wertvollen Szenen immer wieder vor. Es sind dicht gepackt Episoden, in denen sehr viel Geschichte erzählt wird und manchmal könnte man meinen, dass es etwas gehetzt wirkt. Doch dann kommen Sequenzen, die einen Gang herunterschalten und sich Zeit lassen. Zeit lassen, um einen kleinen Ausschnitt en détail zu erzählen und den Charakteren Luft zum Atmen zu geben. Allen voran fällt mir hier natürlich die Sequenz zwischen Five und Lila in der multidimensionalen U-Bahn ein – if you know, you know. Auch das Finale selbst kann tatsächlich überzeugen und ist für mich ein schlüssiges Ende der Serie.

Mich würde es natürlich sehr reizen, jetzt die Comics zu lesen und zu sehen, wo die Unterschiede zur Serie liegen. Doch sind mir die Charaktere in der Form und Darstellung der Schauspieler*innen durchaus ans Herz gewachsen. Der Comic hat da natürlich eine ganz andere Version oder Interpretation. Aber einen Blick riskiere ich auf jeden Fall; ich möchte ja wissen, wo die Serie herkommt.

The Umbrella Academy war ein tolles Abenteuer und eine der wenigen originellen Superhelden-Serien, die man aktuell findet. Kein großes Franchise oder Spin-off oder potenzielles Cinematic Universe oder sonst etwas. Ein erfolgreicher Indie-Comic umgesetzt als Serie, die den richtigen Fokus setzt und sich auf die Charaktere konzentriert. Schade, dass es nur vier Staffeln waren. Aber schön, dass wir diese bekommen haben.

Geek-Planet: Ultimate Spider-Man – Volume 11

Wie jeden Donnerstag sehen wir uns auch heute einen alten Text von mir an. Dieser stammt vom 11. November 2016 und bespricht die 11. Collected Edition von Ultimate Spider-Man. Er erschien damals auf meinem Blog Geek-Planet, den es heute nicht mehr gibt.

Tode von wichtigen oder zentralen Charakteren gut zu inszenieren ist schwierig. Game of Thrones ist dafür bekannt geworden, in den frühen Staffeln und den dazugehörigen Büchern, Charaktere einfach so mal zu töten. Und vielleicht ist das die schockierendste Variante, die man wählen kann. Durchaus einen heroischen Tod, aber einen plötzlichen, unerwarteten, den man nicht vorhersehen kann. Der, in moderneren Erzählungen, quasi im Alltag der Personen passiert.

Gwens Tod im Film The Amazing Spider-Man war fantastisch umgesetzt und ein emotionaler Faustschlag. Hier, im Ultimate Spider-Man Comic, plötzlich und spontan – so wirkt es zumindest. Es ging mir damals schon fast zu schnell. Sie hat erst vor Kurzem von Peters Geheimnis erfahren und hätte zu einer tollen Kameradin und Unterstützerin werden können. Aber auch das zeugt von einem guten Charakter und einer guten Geschichte – wenn man sich fragt: „Was wäre, wenn …“


Seit ich die Liste der Story-Arcs von Ultimate Spider-Man überflogen habe, freue ich mich auf die von Carnage. Er und Venom gehören zu den wohl zu den ikonischsten Spider-Man-Gegnern, neben Doc Ock und Vulture. Welche Interpretation des Charakters hat Brian Michael Bendis für uns vorbereitet?

  • Ausgaben: #60 bis #65
  • Erscheinungsdatum: August bis November 2004
  • Autor: Brian Michael Bendis
  • Künstler: Mark Bagley
  • Inks: Art Thibert
  • Colors: Transparency Digital
  • Letters: Chris Eliopoulus

„You mixed my genetically altered DNA with your genetically altered DNA using my father’s stolen work. To see what would happen. This is the most disgusting thing I could ever imagine …“ – Peter Parker

Es ist eine traurige Woche. Gerade erst habe ich das 9. und 10. Buch von The Walking Dead beendet und die darin vorkommenden Tode verarbeitet. Da kommt mir nichts, dir nichts, die Carnage Story-Arc um die Ecke und beschließt einen der besten Protagonisten zu töten, von der ich mir noch viel versprochen hatte. Aber dazu später mehr.

Was mich an dieser Reihe immer wieder begeistert, ist, wie viel Zeit Bendis der Geschichte gibt, sich zu entfalten. Es werden nicht einfach so Gegner und Ideen eingeworfen, sondern er investiert zwei Ausgaben darauf, die Grundlagen für die Entstehung von Carnage zu legen. Das Einzige, was mich etwas überrascht hat, ist, dass Peter sich bei Verletzungen plötzlich an Doctor Connors wendet. Diesen hat er in den letzten drei bis vier Geschichten nicht ein einziges Mal erwähnt. Aber darüber kann man hinwegsehen.

Jedenfalls fängt sich Peter eine Erkältung ein, wodurch er etwas geschwächt ist und sich so gegen einen Riesen durchsetzen muss, der ein Museum in Angst und Schrecken versetzt. Knapp gelingt es ihm, dieses Monster von einem Mann zu überwältigen, wird allerdings verletzt. Er schwingt sich, bevor er endgültig zusammenbricht, noch in das Labor von Connors und lässt sich dort von ihm wieder zusammenflicken. Die beiden haben eine tolle Chemie miteinander und ich hätte es willkommen geheißen, hätte ihn Bendis das ein oder andere Mal erwähnt. Er hätte zu einer Art Vertrauten für Peter werden können, indem er gelegentlich bei ihm vorbei schwingt. So hätte diese Beziehung noch mehr Gewicht.

Wenn man eine Lektion aus dieser Geschichte lernen kann, dann dass man niemals sein Blut einfach so irgendwo „herumliegen“ lassen sollte. Besonders wenn man in die Verlegenheit kommt, Fähigkeiten durch eine genetische Veränderung zu entwickeln. Vor allem sollte man sein Blut nicht bei einem Genie in Bezug auf Genetik, wie es Connors einer ist, liegen lassen. Denn dieser entdeckt Großes in Peters Blut und fängt, metaphorisch gesprochen, schon einmal an, seine Dankesrede für den Nobelpreis zu schreiben. Er holt sich zwar die Erlaubnis von Peter, an seinem Blut forschen zu dürfen, doch wie das oben genannte Zitat zeigt, geht er sehr unklug dabei vor.

Eines stört mich hier gewaltig: Connors ist ein Wissenschaftler; er hat, gelinde gesagt, schlechte Erfahrungen damit gemacht, einfach so mit mutierter DNA herumzupfuschen. Wieso geht er dann nicht in kleinen Schritten vor? Stattdessen wirft er alles, was sein Labor hergibt, in einen Topf und lässt sich überraschen, was dabei herauskommen mag. Natürlich entsteht nichts Gutes daraus und dieses Etwas, was hier heranwächst, ist natürlich Carnage.

Dieses Wesen saugt Blut und was weiß ich nicht alles aus den Menschen, denen seine eigene DNA am nächsten kommt, aus, um zu überleben. Aus einem unbekannten Grund hat es auch vage Erinnerungen von Peter übernommen, was es zu dessen Haus führt. Leider findet er dort nicht ihn vor, sondern seine Mitbewohnerin: Gwen Stacy.

Am liebsten hätte ich zu diesem Zeitpunkt den Comic und Bendis angeschrien. Wie kann man Gwen Stacy nur so sterben lassen? Ich war fassungslos. Einfach so. Weg. Da ist man dann sehr dankbar um Peters Reaktion, der Connors sämtliche Vorwürfe macht und am liebsten ordentlich verprügeln würde.

Hier macht der Autor einen interessanten Schritt, der in diesem Zusammenhang reibungslos funktioniert. Denn wir erleben den finalen Kampf zwischen Peter und Carnage gewissermaßen nicht live, sondern Peter erzählt Connors später, wie er es getan hat. Das Schreckliche an diesem Bild ist, dass er dabei nicht sein Kostüm anhat, sondern nur seine Pyjamahosen. Er ist verschwitzt, dreckig und sowohl traurig als auch immens wütend. Der Kampf an sich, so gut er auch visuell dargestellt ist, fällt leider etwas kurz aus und auch wenn wir weiterhin nicht das Letzte von Carnage gesehen haben, hätte ich mir etwas mehr erwartet. Allerdings muss man zugeben, dass es in dieser Geschichte primär nicht um die beiden geht, sondern um die ethische Verantwortung, die Connors in dieser Situation hatte und natürlich die Freundschaft zwischen Gwen, Peter und MJ.

Eine sehr bewegende und tiefsinnige Geschichte, die Peter daran zweifeln lässt, ob er als Spider-Man überhaupt einen Unterschied macht. Dies wird im Epilog der Geschichte noch einmal wunderbar aufgegriffen. Er befindet sich zufällig auf einem Dach eines Gebäudes und in der Zwischenstraße darunter wird gerade eine Frau überfallen. Peter kann gar nicht anders als zu helfen. Selbst wenn er noch so stark versucht, diesen Drang zu unterdrücken, es geht nicht. Menschen in Not beizustehen und zu unterstützen, ist tief in seiner DNA verankert.

Peter Parker ist Spider-Man. Daran kann nichts und niemand etwas ändern. Und statt sich durch den Verlust von Gwen schwächen zu lassen, wird er einen Weg finden, diesen Vorfall zu nutzen, um dafür zu sorgen, dass sich dies nicht wiederholt. Ähnlich wie beim Tod seines Onkels Ben. Aber Gwen wird in der folgenden Geschichte sicherlich fehlen. Schade, dass sie so früh gehen musste.

Snoopy im Wohnzimmer

BlueBrixx hat seit einiger Zeit eine Peanuts-Lizenz. Dazu sind in den vergangenen Wochen immer mal wieder Sets rausgekommen. Ich schätze die Peanuts sehr. Zwar habe ich sie weder regelmäßig gelesen noch geschaut, aber immer mal wieder tauchen sie in meinem Leben auf. Sei es, dass ich mir einen Comic kaufe oder aus einem meiner Bücherregale einen herausnehme. Sei es, dass ich auf Apple TV+ die tollen Animationsserien rund um die Peanuts schaue. Oder aber auch, dass ich mir den Kinofilm anschaue, der nun schon wieder einige Jahre her ist.

Es ist sehr erstaunlich, wie langlebig und vor allem wie zeitlos diese Geschichten und Charaktere sind. Von einfacherer Unterhaltung bis zu tiefgründigen Themen findet man dort wirklich alles. Deshalb konnte ich nicht umhin, mir ein paar der erstaunlich günstigen Sets mitzubestellen, als ich mir Sets für mein Mittelalter-Diorama herausgesucht habe. Es sind immer nur ein paar Teile, aber mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet. Ich werde diese nach und nach vorstellen.

Heute gibt es Snoopy im Wohnzimmer. Besonders nett finde ich, dass als Hintergrund eine gedruckte Karte verwendet wird, die auf der Rückseite bedruckt und nummeriert ist. So trägt dieses Set die Nummer 4, ist also das 4. Set aus der Reihe. Ob ich die Serie mit der Zeit vervollständige? Wir werden sehen.

Urlaubsplanung

Nächstes Jahr geht es nach Island. Urlaubsplanung finde ich persönlich immer schwierig, vor allem wenn viele Menschen beteiligt sind. Es kommen dann zu viele verschiedene Vorstellungen zusammen. Jede*r hat einen eigenen Tagesrhythmus und eine eigene Idee, wie so ein Urlaub ablaufen soll. Drei Personen, wie vor ein paar Jahren bei einem Roadtrip durch Frankreich, finde ich perfekt. Man ist sich schnell einig, was man machen möchte und wohin man geht.

Deshalb freue ich mich, dass wir bei Island zu zweit sind und mit einer sehr ähnlichen Vorstellung in den Urlaub gehen. Da doch einige Sachen im Vorhinein zu buchen waren, wie Flug, Mietauto und zwei Hotelübernachtungen in Reykjavik, haben wir das von einem Reisebüro machen lassen. Das letzte Mal, als ich einen Fuß in ein Reisebüro gesetzt hatte, ist schon lange her. Aber ich hatte bisher nur gute Erfahrungen gemacht, so auch dieses Mal.

Nach dem ersten Besuch gab uns die nette Mitarbeiterin ein paar Kataloge mit, die wir durchforstet haben. Diese Pauschalreisen anzusehen und ein paar Berichte zu lesen, geben einen wunderbaren Eindruck dessen, was einen erwartet. So kann man für sich schnell feststellen, was einem zusagt und was man eher nicht möchte. Deshalb haben wir auch nur die erste und letzte Nacht in Reykjavik gebucht, den Rest machen wir spontan vor Ort. Was wir am Ende dann gebucht haben, war preislich in einem guten Rahmen und lag sogar etwas unterhalb unseres berechneten Budgets.

So bleibt nun etwas mehr Geld übrig für die noch notwendigen Besorgungen: ein Feldbett und ein guter Schlafsack. Letzterer sollte den doch recht kühlen Nächten in Island standhalten und einen warm halten. Immerhin wollen wir die meiste Zeit über campen und einen richtigen Abenteuerurlaub verbringen. Ich bin schon sehr gespannt auf das Land, die Umgebung und wie der Urlaub so ablaufen wird. Ein klein wenig konnte ich entsprechende Erfahrungen schon sammeln, als ich vor Jahren einmal in Irland und dann in Schottland unterwegs war. Island ist jedoch ein komplett eigenes Pflaster.

So bleibt, nachdem jetzt die essenziellen Dinge gebucht sind, noch mehr als genug Zeit, sich etwas mit dem Land zu beschäftigen. Vor allem das herauszusuchen, was wir uns wirklich ansehen wollen. Ein paar Eckpunkte zu haben, ist schließlich nicht schlecht. Bis dahin will ich mich außerdem etwas mit der Geschichte des Landes beschäftigen. Immerhin hat es mir seit Längerem das Mittelalter angetan, da ist es nicht mehr allzu weit weg, sich mit anderen Epochen europäischer Geschichte auseinanderzusetzen.

Gefährliche Verharmlosung

Ich habe schon des Öfteren über Alkoholkonsum geschrieben (zum Beispiel hier: Gesellschaftlicher Alkoholkonsum). Heute geht es mir um eine Podcast-Empfehlung zu dem Thema. Eine Episode, die ich so nicht erwartet hatte und die mich offen gestanden etwas kalt erwischt hat. Es ist ein äußerst offenes Gespräch und ich bin sehr froh, es gehört zu haben. Darin unterhalten sich Jochen Gebauer und Nathalie Stüben über Alkoholkonsum und wie sehr diese Droge in der Gesellschaft verankert ist, sowie über ihre persönlichen Geschichten.

Besonders Jochen, dessen Podcast es ist, in dem sie sich unterhalten, liefert erstaunlich private Einblicke in seine Vergangenheit. Es ist ein verletzliches, aber durchaus unterhaltendes Gespräch. Jochen hat Nathalie Stüben eingeladen, um das Gespräch zu moderieren, da sie nicht nur Bücher zum Thema geschrieben hat, sondern ebenfalls einen Podcast betreibt.

The Pod ist normalerweise ein Spiele-Podcast. Doch so richtig hat es mir der Podcast angetan, durch Metagespräche. Auch darüber habe ich bereits des Öfteren geschrieben (Erfahrungspunkte und Diskussionskultur). Ich mag es einfach, wenn man den Menschen in diesen Diskussionen anmerkt, dass sie nicht nur eine Leidenschaft für das Thema haben, sich vorbereitet haben und auskennen, sondern wenn es auf einer persönlichen Ebene ebenso funktioniert. Wer Podcasts hört, kennt das wahrscheinlich. Deshalb freut es mich jedes Mal, wenn man kleine Schnipsel aus dem Privatleben mitbekommt; es rundet das Podcast-Erlebnis ab, wenn man so will.

Jedenfalls geht es in dem Gespräch um Jochens Vergangenheit mit Alkohol und wie es nicht nur ihn, sondern auch seine Mitmenschen beeinflusst hat. Besonders die Verharmlosung spielt dabei immer wieder eine Rolle, die ich selbst ebenfalls in Gesprächen mitbekomme. Beispielsweise, als letztens die neuesten Zahlen des Konsumierten reinen Alkohols in Österreich und Europa veröffentlicht wurden. Schnell drehte sich die Diskussion dahin, die Zahlen zu relativieren und man selbst würde ja gar nicht so oft trinken und nicht so regelmäßig und so weiter. Man steht oft sprachlos und kopfschüttelnd solchen Gesprächen gegenüber.

Das Gespräch zwischen Nathalie und Jochen kann ich jedem und jeder nur herzlichst empfehlen. Vielleicht kann man sich etwas für sich selbst mitnehmen.

Ironischerweise heißt der Podcast
Auf ein Bier – Runde #489.5: Die Sache mit dem Alkohol (ft. Nathalie Stüben)

Naturgewalten

Diese Woche gab es so einige Sommergewitter, die es in sich hatten. Zum Glück sind wir bisher einigermaßen verschont geblieben von den zentralen Gewitterpunkten und haben meist die Ausläufer mitbekommen. Einer der heftigsten war am späten Dienstagabend. Wie es aussah, fanden die meisten Blitze in den Wolken statt und es wollte gar nicht mehr aufhören. Mehrmals pro Sekunde erhellten sich die Wolken, nur der Donner blieb lange Zeit aus.

Schließlich aber zog die Gewitterfront doch an uns vorbei und das Haus bebte regelrecht von den heftigen Blitzen. Es war geradezu gruselig, diese Szenerie zu beobachten. Dennoch wohnt so einem Gewitter stets eine morbide Faszination bei. Der Kraft der Natur ausgeliefert zu sein. Was auch immer passieren mag, passiert eben und man kann nichts dagegen tun. Wie bei der Sommerhitze und dem schwülen Wetter. Entweder man jammert und ergibt sich den Umständen oder man akzeptiert es und versucht sich so gut es geht daran zu gewöhnen.

In den vergangenen Jahren gab es schon immer Sommergewitter und sie gehören dazu. Doch ob sie so heftig und regelmäßig waren, wie es diesen Sommer der Fall ist, weiß ich nicht. Es scheint extremer zu werden. Wie auch die Stürme. Deshalb ist es mir immer noch ein Rätsel, wie wir ob dieser wahnsinnigen Naturgewalten immer noch darüber debattieren, ob Klimaschutz notwendig ist und ob wir nicht schon genug machen. Sehenden Auges rennen wir wie die Lemminge auf eine Klippe zu. Nur kommt diese Klippe nicht plötzlich und unerwartet.

Nein, sie kündigt sich an. Über Jahrzehnte hinweg bereits kündigt sie sich an. Und wir stehen begeistert daneben und beobachten die faszinierenden Blitze und Donner eines erstaunlich intensiven Sommergewitters. Bis wir irgendwann nicht mehr nur daneben stehen, sondern selbst betroffen sind, von den Naturgewalten, die auf uns einprasseln.

Pesto

Zufällig bin ich bei einem meiner letzten Einkäufe auf ein Knoblauchpesto gestoßen. Normalerweise bin ich nicht so der Pesto-Esser, aber das hat mich dann doch interessiert. Für alles gibt es eine Einstiegsdroge und für mich scheint es das Knoblauchpesto gewesen zu sein. Von dem war ich nämlich ziemlich angetan. Außerdem sind Pesto nicht auf die Verwendung in Kombination mit Pasta beschränkt, sondern können auf eine vielfältige Weise Anwendung finden. Beispielsweise bei einer guten Jause, auf ein frisches, leckeres Baguette.

Was ich mittlerweile auch gerne mache, ist, das Pesto auf eine Pizza zu streichen. Erst kommt natürlich der Pizzateig, darauf dann gleich das Pesto und dann die Tomatensoße. Besonders das Knoblauchpesto verleiht der Pizza einen gewissen Kick und passt wunderbar dazu.

Letztens, bei meinem Wocheneinkauf, habe ich wieder nach dem Knoblauchpesto gesucht, wurde aber leider nicht fündig. Ich war in einem anderen Supermarkt unterwegs, das erschwert die Suche dann natürlich immer etwas. Vor allem, wenn man etwas ganz bestimmtes sucht, wird man häufig nicht fündig. Jedenfalls bin ich dann auf ein Knoblauch-Olivenöl-Chili-Pesto gestoßen. Anhand dessen habe ich festgestellt, dass die Pestos mit Olivenöl am besten schmecken. Das wäre mein einziges Manko an dem vorherigen: das Sonnenblumenöl. Es ist nicht schlecht, aber über ein gutes Olivenöl kommt eben doch nichts.

Das Pesto mit dem Chili habe ich dann auch in Kombination mit Feta-Käse probiert. Dazu etwas Frühlingszwiebel, fein geschnittenem Paprika und ein paar Tomaten – herrlich. Die Zusammensetzung aus Knoblauch und Chili ist wenig überraschend ziemlich scharf. Aber gelegentlich scharf zu essen ist sowieso nicht schlecht und ich mag das ganz gerne. Auch das Pesto eignet sich gut als Zusatz auf einer Pizza. Nur mit der Menge sollte man etwas haushalten.