Pflanzen pflegen

Etwa einmal im Jahr kümmere ich mich ausführlich um meine Pflanzen in der Wohnung. Zwar mache ich das natürlich mehr oder weniger wöchentlich, aber Dinge wie Umtopfen und sie mit frischer Erde versorgen, macht man dann doch nicht so häufig. Außerdem werden diejenigen Pflanzen zu Grabe getragen, die den nächsten Winter nicht überstünden. Vor einem oder zwei Jahren gab es beim Bauhaus beispielsweise eine kleine Papiertasche mit drei Grünpflanzen im Angebot. Seit vergangener Woche sind keine mehr davon übrig. Es ist immer schwierig zu sagen, warum es manche schaffen und manche schon nach zwei Tagen aussehen, als hätten sie wochenlang in der Sonne gestanden und kein Wasser bekommen.

Andere dagegen wachsen und gedeihen wie Unkraut. Eine Drei-Euro-Minze, die ich mir beim Spar mitgenommen habe, wächst, als gäbe es keinen Morgen. Mittlerweile habe ich diese seit einigen Wochen auf einem Regal in der Küche stehen und die Auswüchse reichen schon fast bis in die Spüle. Auch meinem Elefantenfuß-Sprössling geht es weiterhin hervorragend. Es kommen immer wieder neue Triebe dazu und sie wird immer größer. Natürlich dauert es einige Zeit, bis es ein waschechter Elefantenfuß sein wird, aber es ist jetzt schon eine wundervolle Pflanze.

Ebenso wächst der Säulenhanf ins Unermessliche. Manche haben den halben Meter bereits überschritten und langsam gehen mir die großen Töpfe aus. Zumindest diejenigen, die auf das Fensterbrett passen. Außerdem wollen sie natürlich etwas gestützt werden, damit sie weiterhin stabil stehen. Einen versuche ich etwas in eine Bogenform zu bringen, da bin ich mal gespannt, ob das so hinhaut, wie ich mir das vorstelle. Allerdings bin ich guter Dinge. Mit kleinen Drahtstücken halte ich die Äste zusammen und forme sie. Man muss nur regelmäßig kontrollieren, ob sie nicht zu eng sind und die dickeren Äste gut Platz haben. Mir ist es schon mehrfach passiert, dass ich es übersehen habe und manche etwas eingeklemmt waren. Jedoch macht es Freude, sich um sie zu kümmern und zu sehen, wie es ihnen scheinbar hervorragend geht.

Für meine Kakteen habe ich mir extra Handschuhe bestellt, die für deren Pflege geeignet sind. Ansonsten kann das Umtopfen zu einer schmerzhaften Erfahrung werden. Bei namhaften Online-Händlern wird man diesbezüglich allerdings schnell fündig und sie funktionieren tadellos. Manche der Kakteen sind wankelmütiger, als ich mir das gedacht habe. Sie sahen eher fest aus, aber da man sie ja kaum anfasst, hat dieser Schein getrogen. Daher wurden diese ebenfalls mit ein paar Ästen stabilisiert, damit sie nicht irgendwann aus dem Topf kippen.

Zu guter Letzt noch ein kleines Update bzgl. meines Weihnachtssterns. Dieser hat zwar kurz nach Ostern die letzten tapferen Blätter verloren, allerdings wachsen bereits kleine Sprieße nach. Ganz langsam, äußerst langsam sogar, aber sie sehen saftig grün aus, von daher bin ich vorsichtig optimistisch. Mit Wasser bin ich sehr sparsam, da ich glaube, dass er in diesem Zustand nicht viel benötigt. Woanders hinstellen will ich ihn auch nicht, da er dann vielleicht gleich aufgibt und stirbt. Von daher lasse ich ihn an Ort und Stelle und hoffe auf das Beste.

Gaming Controller III

Ich wollte wirklich nicht, dass sich das Thema zu einer Art Kolumne entwickelt, aber manchmal liegen die Dinge eben außerhalb meiner Kontrolle. Was bisher geschah, können die geneigten Leser*innen an folgenden Stellen nachlesen: Gaming Controller und Gaming Controller II.

Die gute Nachricht ist, dass mittlerweile der tatsächlich neue Controller angekommen ist und hervorragend funktioniert. Zwar haben die Xbox Elite 2 durchaus ihre Schwächen, wenn es um die Haltbarkeit gewisser Tasten geht, und die Thumbsticks könnte man durch welche mit Hall-Effekt-Sensoren ausstatten, um die Langlebigkeit zu erhöhen, aber für den Preis sind es fantastische Controller. Außerdem bekommt man (hoffentlich) guten Support, wenn wirklich etwas kaputtgehen sollte – aber dazu gleich mehr.

Was ich empfehlen kann, ist, dass man die Controller gleich mal auf der Xbox-Webseite aktiviert und so mit dem eigenen Account verknüpft. So hat man immer eine gute Übersicht, ob sie noch in der Garantie sind. Ist der Controller dann mit der Xbox-Konsole verbunden, muss man häufig erstmal ein Update durchführen. Das hat bei mir allerdings nicht allzu lange gedauert. Anschließend noch die Profile, die man sich für die Tastenbelegungen gespeichert hat, darauf speichern und schon kann es losgehen. Es ist herrlich, wie klicky ein neuer Controller ist und wie satt sich die Tasten anhören. Das macht einfach Freude. Soweit zum neuen Elite 2.

Den alten wollte ich nun also einschicken und habe dafür einen Service-Auftrag auf der Xbox-Webseite gestartet. Das Versandlabel kam kurze Zeit später per E-Mail. Ausgedruckt musste ich allerdings feststellen, dass es sich um ein deutsches Versandetikett handelt und nicht eines für den Versand aus Österreich. Ich habe schon des Öfteren festgestellt, dass mein Xbox-Account scheinbar eine schizophrene Ader hat, der irgendwie mit meiner österreichischen Adresse klarkommt, aber trotzdem noch auf irgendeine Art in Deutschland verankert ist? Keine Ahnung.

Jedenfalls hatte ich ein deutsches Versandetikett und musste das Paket irgendwie loswerden. Zum Glück wohne ich in Grenznähe, aber die Deutsche Post ist an sich ja eine ähnliche Katastrophe wie die Bahn, von daher sah ich mich nicht in der Lage, eine Filiale ausfindig zu machen, wo ich mein Paket abgeben konnte. Ein Anruf bei Microsoft endete damit, dass irgendwann die Verbindung unterbrochen wurde und ich wollte es mir nicht noch einmal antun, jemandem dieses komplizierte Problem zu erklären.

Mittlerweile war ich mir selbst unsicher, ob es sich tatsächlich um ein deutsches Versandetikett handelt und fuhr zur nächsten Post. Einfach für den außergewöhnlichen und kaum vorstellbaren Fall, dass ich Unrecht haben sollte. Wir haben zum Glück eine Postfiliale mit Selbstbedienungsstelle. Doch das Scannen beider Barcodes, die auf dem Etikett zu finden waren, führte zu keinem Erfolg. Ich hatte kurz überlegt, unverrichteter Dinge wieder zu fahren. Doch bevor ich die vorhin beschriebene Odyssee erneut durchstehen muss, habe ich mir kurzerhand ein eigenes Versandlabel ausgedruckt und es weggeschickt.

Hat zwar knapp 13 € gekostet, aber bevor ich noch mehr Zeit und Energie investiere, wollte ich den alten Controller einfach weg haben. Positiv zu erwähnen ist, dass das neue Label genau die beiden Barcodes auf dem Versandetikett von Microsoft abgedeckt hat, der Rest aber noch zu lesen war. So musste ich mir keine weiteren Gedanken machen, wie ich die Barcodes unleserlich machen könnte oder die anderen Informationen erhalte.

Damit ist also ein neuer Controller im Einsatz und der alte auf dem Weg zum Microsoft Return Center in Nürnberg. Mal sehen, was als Nächstes passiert, ob ich den alten Controller je wieder sehe, was sie damit machen und wie lange der neue durchhält. Es bleibt spannend.

Puppentheater

Nachdem ich mit dem ersten Durchlauf vom Elden Ring DLC Shadow of the Erdtree fertig war, habe ich gleich mal ein New Game Plus gestartet. Ein paar Dungeons habe ich erledigt, sowie ein paar Bosse. Margit, Godrick, Renalla, Radahn und Mohg standen ganz oben auf der Liste, damit ich quasi wieder Zugang zum DLC habe, sowie jederzeit meine Fähigkeiten-Punkte bei Renalla neu verteilen kann. Außerdem habe ich mich etwas um die Quest rund um Hyetta gekümmert, da ich das Frenzied Flame Ende sehen will. Allerdings plane ich zuerst das DLC durchzuspielen, da ich wissen will, ob sich die Dialoge der NPCs verändern, wenn der Erdtree noch intakt ist.

Allerdings habe ich gemerkt, dass nach knapp 300 Stunden Elden Ring die Luft etwas raus war. Es hat zwar durchaus noch Spaß gemacht, aber vieles lief mechanisch ab. Ich brauchte etwas Ablenkung und einfach ein anderes Spiel, in das ich mich stürzen kann. Zum Glück brachte mich dann jemand auf Lies of P. Bereits vor ein paar Monaten habe ich es mir per Game Pass auf die Xbox geladen, doch so wirklich gepackt hat es mich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Wahrscheinlich brauchte ich erst Elden Ring als meine Einstiegsdroge in das soulslike Genre. Denn ich muss sagen: Es ist fantastisch.

Die Atmosphäre, die Geschichte, die Dialoge, die Sprecher*innen, die Charaktere und die vielen Details und Easter Eggs, die in diesem Spiel untergebracht sind, begeistern mich immer wieder aufs Neue. Zwar habe ich erst 15 Stunden in das Spiel investiert, doch jede einzelne davon war großartig. Es ist herausfordernd, manchmal frustrierend, aber eigentlich nie gemein. Die Bosskämpfe sind toll inszeniert, mit epischer Musik untermalt und kreativ gestaltet. Man merkt eindeutig die Einflüsse von FromSoftware-Spielen. Doch sind die Mechaniken und Spielelemente nicht geklaut, sondern sie haben sich einfach der besten Dinge daraus bedient und etwas Neues geschaffen. Es ist eine Hommage an das Genre und eine Verbeugung vor den Meistern.

Auch bei Lies of P freue ich mich bereits auf ein New Game Plus, da so manche Dialogoptionen mit Entscheidungen einhergehen, die sich natürlich nicht mehr ändern lassen. Da würde ich gerne testen, was passiert, wenn man sich anders entscheidet. Außerdem gibt es eine Fülle an Waffenoptionen, Ausrüstungsgegenständen und so weiter, die man kaum in einem Durchgang alle verwenden kann.

Ich habe mir wieder Jokerface als Begleiter herausgesucht. Wie kann es anders sein? Zwar hat er noch keinen Einsteigerguide zu Lies of P gemacht, aber sein erstes eigenes Walkthrough ist ja verfügbar. Das habe ich parallel laufen, sodass wir quasi dieses fantastische Spiel gemeinsam entdecken. Praktisch ist natürlich, dass er Kommentare bekommen hat, die ihn darauf hinweisen, wenn er etwas vergessen hat oder was man noch machen könnte; diese Dinge nehme ich dann natürlich gerne mit. Wie beim Elden Ring Einsteigerguide erinnert es mich etwas an die Couch Coop Spiele, die man früher als Kind gespielt hat.

Interessant ist es ebenfalls, weil das Let’s Play von Jokerface natürlich aus der Zeit stammt, als das Spiel frisch auf dem Markt war (September 2023). Jetzt erkennt man deutlich die Modifikationen, die das Entwicklerstudio seitdem vorgenommen hat. Sie haben den Schwierigkeitsgrad etwas heruntergeschraubt (zumindest an manchen Stellen), sind mit Items großzügiger und die Heiltränke regenerieren mehr Lebenspunkte.

Lies of P ist wieder einmal ein Spiel, in das ich mich so richtig reinfuchsen kann und wo ich ständig weiterspielen könnte. Deshalb ist der Urlaub perfekt für dieses Spiel. Durchspielen werde ich zwar nicht schaffen, ein paar andere Dinge und Unternehmungen wollen schließlich ebenfalls gemacht werden, aber für einen Einstieg in das Spiel ist es perfekt. Ich will zwar noch nicht zu weit vorausplanen, aber mit Lords of the Fallen will ich es tatsächlich ähnlich machen. Doch, ein Spiel nach dem anderen. Es läuft ja nichts davon.

Jungfernfahrt

Am Mittwoch habe ich mein Rad endlich eingeweiht, nachdem es mir am Montag leider nicht ganz so gut ging. Dafür kamen bis Mittwoch die beiden Lampen, der Handyhalter und eine kleine Satteltasche an, die dann gleich montiert wurden. Auch wenn es ein sonniger Tag ist, wie an jenem Mittwoch, habe ich zumindest gerne das Rücklicht montiert und eingeschaltet, damit ich in dunkleren Umgebungen, wie Waldstücken oder dergleichen, gut zu sehen bin. Die Satteltasche dagegen ist praktisch, um für Notfälle etwas Geld dabei zu haben und ein paar Kleinigkeiten unterzubringen.

Da es wieder ein warmer bis heißer Tag werden sollte, bin ich in der Früh bereits um kurz vor sieben Uhr losgefahren. Es war angenehm kühl, die Sonne schien bereits und auf den Straßen war vergleichsweise wenig los. Nach einer kleinen Aufwärmrunde und um wieder ein Gefühl fürs Radfahren zu bekommen, bin ich in Richtung Nussdorf abgebogen. Dort gibt es eine schöne lange, halbwegs gerade Straße, die ich entlanggefahren bin. Ich fahre zwar prinzipiell eher ungern auf Bundesstraßen, aber um am Anfang einer Rad-Session Strecke gutzumachen, ist es natürlich sehr praktisch.

Bei Lamprechtshausen bin ich dann auf kleinere Nebenstraßen ausgewichen und habe etwas die Gegend erkundet. Um den Rückweg zu finden, orientiere ich mich, zumindest wenn ich von dieser Seite her komme, am hohen Schornstein einer Fabrik in Ostermieting. Den sieht man aus Kilometer weiter Entfernung und kann sich hervorragend dadurch einen Weg suchen. Schließlich bin ich über Eching und Vollern wieder nach Hause gefahren. Eine wunderbare Strecke, die herrliche Ausblicke bietet und Freude macht beim Fahren. Denn man fährt den ein oder anderen Hügel hinauf, um kurze Zeit später diesen wieder hinabzustürzen. Wirklich fantastisch.

Einziger Wermutstropfen sind Autofahrer, die partout keine Geduld für Radfahrer aufbringen möchten. Lkw-Fahrer sind da um einiges geduldiger, müssen sie auch sein, wenn man entsprechende schwere Geräte durch die Gegend bewegt. Aber Autofahrer drängen sich teilweise an einem vorbei, dass ich manchmal Sorgen mache, sie würden mich noch mit ihren Spiegeln streifen. Einer hatte sogar die Anmaßung, mich anzuhupen. Dabei war an dieser Stelle eine Bushaltestelle rechts von mir, eine Verkehrsinsel links, in der Mitte der Fahrbahn, und Gegenverkehr. Wie sich dieser Wahnsinnige vorstellte, in dieser Situation überholen zu wollen, bleibt wohl für immer sein Geheimnis.

Aber davon darf man sich weder unterkriegen lassen noch den Tag vermiesen. Es war eine großartige Fahrt. Insgesamt bin ich auf knapp über 40 km gekommen, in unter 2 Stunden. Eine durchaus beachtliche Leistung für meine erste Radtour, die ich seit langem unternommen habe. Im Urlaub will ich auf jeden Fall noch mindestens eine Runde fahren. Vielleicht suche ich mir sogar im Vorhinein ein Ziel heraus. Denn normalerweise fahre ich einfach darauf los und lasse mich überraschen, wo es mich hinzieht. Aber ein konkretes Ziel vor Augen zu haben, kann natürlich ebenso reizvoll sein.

Ausflug aufs Schloss

Diese Woche ist Urlaubswoche und es stehen so einige Aktivitäten auf dem Plan. Mein neues Rad wird natürlich eingeweiht (darüber werde ich noch berichten), kulturelle Ausflüge in Salzburg und eine kleine Reise nach Hellbrunn. Mit dem Bus sind es vom Rathaus gerade einmal 20 Minuten, die man benötigt, um vor den Toren des Schlosses zu stehen. Zwar war ich zum Adventmark schon des Öfteren dort, aber bisher nur mit dem Auto. Deshalb hatte ich angenommen, dass es etwas länger dauern würde, dort hinzukommen.

Dort angekommen haben wir uns erst einmal das Schlossgelände angesehen, das ohne Marktstände nochmal deutlich opulenter und größer wirkt. Dann ging es auch schon zu den Aussichtspunkten. Man kann am Berg hinter dem Schloss nicht nur die Stadt bewundern, sondern hat einen Ausblick auf ein fantastisches Bergpanorama. Dazwischen liegt noch ein Theater, welches regelrecht in den Stein gehauen wurde. Man kann dort wirklich gut herumspazieren und kleine Winkel entdecken. Wenn es dann noch so ein schönes Wetter wie an jenem Dienstag hat, kann man sich kaum mehr wünschen.

Nach einer kleinen Erfrischung im Café im Schlossareal ging es weiter zum Gwandhaus. Dort hatte zwar das Restaurant geschlossen, doch dafür wären wir sowieso nicht angezogen gewesen. Aber das kleine Café hatte geöffnet und versorgte uns mit Kaffee und Apfelstrudel. Natürlich mussten wir ebenso das Trachtengeschäft und die dortige Auswahl bewundern. Scheinbar ist es allerdings etwas kleiner als früher, da das Geschäft vom dritten Stock ins Erdgeschoss gewandert ist, wo deutlich weniger Platz ist.

Nett war allerdings die Verkäuferin. Denn es sollte am Abend eine Modeschau der nächsten Kollektion stattfinden. Beim Betreten des Geschäftes wurden Freund J. und ich dann gefragt, ob wir Hilfe benötigen oder zu den Models gehören, die bereits den ganzen Tag über im Gebäude unterwegs sind. Wie könnte es nach so einem Kompliment ein schlechter Tag sein? Einfach herrlich.

Den Tag haben wir schließlich mit einem kleinen Mahl im Stiegl Keller ausklingen lassen. Ich mag diese Tagesausflüge nach Salzburg und in die Umgebung. Mit dem Klimaticket muss man keine Gedanken an irgendwelche Kosten, Tickets oder sonstiges verschwenden, sondern setzt sich einfach in den nächsten Bus oder Zug und fährt, wohin es einen auch zieht. Und diese Ausflüge und Tage des Entdeckens neuer Ecken in Salzburg habe ich immer wieder und jedes Mal bin ich überrascht und begeistert von den tollen Seiten der Stadt. Ich dachte schon, irgendwann hätte man alles gesehen, aber so ist es nicht. Es ist jedes Mal anders und neue Perspektiven und Winkel gibt es immer wieder zu erkunden.

Geek-Planet: Ultimate Spider-Man – Volume 6

Wie jeden Donnerstag werfen wir heute erneut einen Blick in die Vergangenheit, auf einen alten Text von mir. Der folgende, zur sechsten Collected Edition von Ultimate Spider-Man, erschien am 30. Dezember 2014 auf meinem damaligen Blog Geek-Planet. Da es diesen nicht mehr gibt, ich allerdings meine Texte an einem Ort versammelt haben möchte, gibt es regelmäßig redigierte Versionen dieser alten Texte nun auch hier zu lesen.

Redigiert deswegen, weil sich damals durchaus ein paar Fehler eingeschlichen haben. Manche Formulierungen sagen mir heute nicht mehr zu oder sind unnötig kompliziert. Ich neige gerne zu längeren Sätzen, da kann man sich im Eifer des Gefechts etwas verhaspeln. Peinlich wird es vor allem dann, wenn Namen falsch geschrieben sind. Was bei folgendem Text zum Glück nicht der Fall war.


Endlich gibt es das lang ersehnte Aufeinandertreffen der beiden Erzfeinde: Venom und Spider-Man. Sie begegnen sich in dieser Ausgabe das erste Mal und wer bisher nur die Ursprungsgeschichte des schwarzen Aliens kennt, die in einem nicht allzu guten Film erzählt wurde, wird hier auf eine Überraschung stoßen. Brian Michael Bendis hat sich für ihn nämlich etwas Besonderes einfallen lassen.

“Just because you’re Spider-Man doesn’t mean you have to be Spider-Man every single second of every single day.” – Nick Fury

Bei der letzten Geschichte war das Grundthema die öffentliche Wahrnehmung von Spider-Man und wie er damit umgeht – auch wenn er noch keine Lösung gefunden hat. Dieser Ausgabe würde ich das Thema Freundschaft zuordnen. Peter findet im Keller seiner Tante einen kleinen, abgegrenzten Raum und dort hat sie all die Jahre die Sachen seiner Eltern aufbewahrt, bis er einmal alt genug sein würde, um sie zu übernehmen. Dies hat mich sehr an die neuen Filme mit Andrew Garfield erinnert und ich bin gespannt, was in den Comics noch von seinen Eltern auftauchen wird.

Es ist eine bewegende Szene, wie Peter und seine Tante ein altes Video ansehen, auf dem die ganze Familie zu sehen ist. Mark Bagley gelingt es herrlich, die jüngeren Versionen der Charaktere darzustellen, auch wenn man mit den unbekannten Gesichtern etwas durcheinander kommen kann. Dieses Video nimmt Peter zum Anlass, seinen ehemaligen besten Freund Eddie Brock zu Besuchen und die Dinge nehmen ihren Lauf.

Der Autor Brain Michael Bendis lässt sich mit dem Aufbau seiner Geschichten viel Zeit. Damit bekommt man als Leser*in genug Zeit, sich mit den neuen Charakteren auseinanderzusetzen – sie besser einzuschätzen und ihre Motive zu verstehen. Die Idee, dass der Symbiont Venom eigentlich von Peters und Eddies Vätern geschaffen wurde, um Krebs zu heilen und hier nur „the suit“ genannt wird, finde ich spannend. Natürlich kommt zuerst Peter in die Verlegenheit, den Anzug ausprobieren zu dürfen. Diese intensiven, kurzen Szenen strotzen nur so von der Aggressiven und frontalen Konfrontationshaltung, die der Anzug einem verleiht.

Als schließlich die beiden späteren Erzfeinde aufeinandertreffen, wirkt Venom dynamisch und seine Auswüchse scheinen geradezu zu pulsierend und selbstständig zu agieren. Eine tolle Darstellung des Künstler Bagley.

Die einzelnen Ausgaben der Geschichte beinhalten erneut viele Monologe, die von unterschiedlichsten Personen gehalten werden und sind entweder bewegend oder regen zum Nachdenken an. Bendis versteht es ausgezeichnet, solche Texte zu schreiben und ich freue mich immer wieder darauf. Etwas überraschend ist allerdings, wie viele Menschen mittlerweile über Peters Geheimnis bescheid wissen. Darunter sind nicht nur Nick Fury und Mary Jane, sondern ebenso Eddie Brock und Curt Conners. Es bleibt in jedem Fall spannend und die letzte Szene deutet eine ungewöhnliche Freundschaft an, die in den nächsten Abenteuern eine größere Rolle spielen könnte.

Linzergassenfest 2024

Am Wochenende war in Salzburg das alljährliche Linzergassenfest. Wobei alljährlich nicht so ganz stimmt, da es während Corona natürlich nicht stattgefunden hat. Aber auch danach war es nicht so sicher, ob es in gewohnter Weise mit dem Fest weitergehen wird. Vergangenes Jahr war eine Art Abwandlung des Festes, das allerdings nicht so gut angekommen ist, wie mir scheint. Dieses Jahr läuft es wieder unter dem altbekannten Namen. Es ist eine Zusammenführung mit den gut funktionierenden Dingen aus dem Jahr davor.

Beispielsweise die Musiker, die durch die Stadt ziehen. Entweder es wird im Gehen musiziert oder man lässt sich für eine Weile an einem Ort nieder, gibt ein paar Lieder zum Besten und zieht schließlich zum nächsten Platz weiter. Eine wirklich fantastische Idee. Manche Lokale gehen Kooperationen ein; beispielsweise meine favorisierte Weinbar hat sich mit einem Restaurant zusammen getan und bietet von denen zwei Hauptgerichte an. Kurz bestellt, werden die Gerichte 15 Minuten später vom Kellner geliefert. Es hat eben seinen Vorteil, wenn sich quasi benachbarte Lokale zusammenschließen und sich ergänzen können. Außerdem ist es natürlich gute Werbung.

Im Großen und Ganzen also eigentlich ein Erfolg, auch wenn nicht so viele Menschen unterwegs waren, wie ich vermutet hätte. Zu den besten Zeiten des Linzergassenfests wurde man förmlich durch die Straße durchgeschoben, weil diese zum Bersten mit Menschen gefüllt war. Doch am vergangenen Wochenende war in so einigen Orten durchaus was los. Es war das Electric Love Festival in Salzburg, in Oberdorf fand das Parkfest statt, in Lamprechtshausen Waldfest und so weiter. Es haben alle das Wochenende genutzt, da sicherlich einige bald in den wohlverdienten Urlaub aufbrechen.

Trotzdem war es ein schöner Nachmittag/Abend in Salzburg. Das Wetter war zwar schwül und warm, doch am Abend hat es etwas abgekühlt. Zudem blieb das vorhergesagte Unwetter aus. Von daher ein gelungener Tag.

Gaming Controller II

Warum müssen manche Dinge unnötig kompliziert werden? Vergangene Woche habe ich über meine Anschaffung eines neuen Controllers berichtet (Gaming Controller). Eigentlich wollte ich deshalb heute meine konkreten Einstellungen teilen. Doch bevor ich dazu komme, muss ich über die konkrete Anschaffung jenes Controllers berichten. So einfach ist es nämlich gar nicht.

Ich bestellte den ersten neuen Elite 2 Controller bei Amazon. Es war ein gutes Angebot von unter 130 €. Für einen Controller, der normalerweise jenseits der 150 € kostet, also ein guter Deal. Dieser kam zügig an. Beim Auspacken stellte ich allerdings fest, dass die Verpackung schon etwas mitgenommen aussah und ein Amazon Warehouse Sticker aufgeklebt war. Kurzer Blick in die Bestellung und tatsächlich hatte ich ein gebrauchtes Modell gekauft. Etwas ärgerlich, da mir das nicht bewusst war. Mittlerweile stehen so viele Informationen über den verschiedenen Kaufen-Buttons auf der Amazon-Webseite, dass man wirklich öfter kontrollieren sollte, was man da eigentlich bestellt. Zwar hatte der Controller ein paar Gebrauchsspuren, fühlte sich ansonsten aber gut an. Aufgeladen, angeschlossen und konfiguriert konnte es also losgehen.

Bis mir nach einer Weile ein seltsamer Geruch auffiel, der so nicht üblich ist in meiner Wohnung. Kurz am Controller geschnüffelt wurde mir erst so richtig bewusst, dass dieser eindeutig in einem Raucherhaushalt im Einsatz war. Der gesamte Controller stank nach kaltem, altem Rauch. Über kurze Spielsession hatte sich dieser sogar schon auf meine Hände ausgebreitet. Mir wurde beinahe schlecht. So schnell hatte ich noch nie ein gerade erst erhaltenes Produkt wieder eingepackt, wie diese Zumutung. Entsprechendes schrieb ich auch auf die Rücksende-Plattform. Ich bezweifle, dass sich das jemals jemand ansehen wird.

Ich habe mir noch am selben Abend auf einer anderen Plattform, Galaxus, einen Ersatz bestellt. Zwar kostete dieser fast 20 € mehr, aber dafür kann ich hierbei davon ausgehen, dass es sich wirklich um einen neuen Controller handeln wird. Oft habe ich bei Galaxus bislang nicht bestellt, aber die wenigen Male waren stets gute Erfahrungen und die Preise sind in Ordnung. Ich hoffe, dieser kommt ebenfalls zügig an, damit ich meinen halb-kaputten Controller bald einschicken kann. Viel Aufwand, der eigentlich nicht hätte sein müssen. Aber so ist es nun einmal. Wermutstropfen ist, dass Amazon immer einfach ist, wenn es um Rücksendungen geht.

Nachdem ich mir das von der Seele geschrieben habe, können wir zum eigentlichen Thema kommen: Tastenbelegungen. Denn wenn ich schon so enthusiastisch über den Elite 2 Controller berichte, wie das letzte Mal, dann interessiert es manche vielleicht auch, wie ich den verwende. Zu beachten ist, dass die aktuellen Einstellungen hauptsächlich einem flüssigen Elden Ring Gameplay dienen. Da man teilweise Menüs während des Kampfes nur über eine bestimmte Taste aufrufen kann, habe ich mir diese beispielsweise auf die rückseitigen Tasten gelegt. Dazu gehören unter anderem das Rufen von Torrent, Aschegeister beschwören und dergleichen mehr. Je nachdem, welches Item oder welche Aktion ich eben gerade dort belegt habe.

Mittlerweile sind diese rückseitigen Tasten dermaßen in mein muscle memory übergangen, dass ich nicht mehr ohne auskommen würde. Zumindest nicht bei Elden Ring, da ich im Eifer des Gefechts sicherlich nach den Tasten greifen würde. Mal sehen, ob sich diese Belegungen bei anderen Spielen ebenso in diesem Ausmaß bezahlt machen, aber dazu müsste ich erst einmal mehr Spiele auf der Xbox spielen. Spider-Man 2 oder Final Fantasy XVI sind bisweilen Playstation-exklusiv. Lies of P werde ich wahrscheinlich auf der Xbox genießen, da kann ich dann weiter testen.

Leider musste ich feststellen, dass man vom Menü der Xbox keine Screenshots machen kann, also folgt ein Foto des Fernsehers mit den entsprechenden Einstellungen. Warum einfach, wenn es kompliziert geht? Wie bereits erwähnt, sind diese optimiert für Elden Ring.

In den Horizont

Es ist schon lange her, seit ich das letzte Mal auf einem Rad gesessen bin. Vor zwei Jahren habe ich mich neu eingekleidet, was Ausrüstung zum Radfahren anbelangt. Allerdings ist mein damaliges und aktuelles Rad deutlich in die Jahre gekommen. Es macht nicht mehr wirklich Freude damit zu fahren, die Bremsen sind seltsam (ich vertraue denen nicht mehr so ganz) und das allgemeine Fahrgefühl passt für mich nicht mehr. Zwei Jahre habe ich nun überlegt und mir Zeit gelassen, wie mein nächstes Fahrrad aussehen soll.

Heutzutage ist das gar nicht so einfach. Jede*r zweite hat gefühlt ein E-Bike zu Hause stehen. Für mich hatte es ebenfalls seinen Reiz, mir entsprechendes zuzulegen. Was mich abgeschreckt hat, sind zum einen die hohen Preise, wobei es durchaus gut aufbereitete, gebrauchte E-Bikes gibt und zum anderen die Frage, ob ich wirklich ein Rad mit E will. Ich fahre hauptsächlich des Sportes wegen und man kann natürlich die Unterstützung eines E-Bikes entsprechend einstellen, je nachdem wie man aktuell fahren will, doch es ist nochmal etwas anderes aus eigener Muskelkraft ein Zweirad durch die Prärie zu wuchten.

Die Freude, mit dem Fahrrad zu fahren, hat ebenso etwas mit der Distanz zu tun, die man in der Lage ist, zu überwinden. Man kann neue Gegenden erkunden, kommt bei regelmäßigem Training immer weiter herum und vielleicht bleibt man an einem tollen Wochenende auch mal wo über Nacht, bevor es am nächsten Morgen nach Hause geht. So zumindest meine idealisierte Vorstellung. Ein neues Rad gehört zu diesem Fahrgefühl dann auf jeden Fall dazu. Eigentlich stand die Anschaffung eines Gaming-PCs als Nächstes auf dem Plan, doch den werde ich auf Herbst verschieben. Immerhin kommt dann noch Black Friday und Cyber Monday und wie sie nicht alle heißen. Also muss erstmal ein neues Rad her.

Am Freitag war ich im lokalen Radgeschäft und habe mich entsprechend beraten lassen. Was mir wichtig war, ist eine ordentliche Scheibenbremse und dass ich auch mal über Feldwege fahren kann. Also kein reines Rennrad oder so. Das erste Gravelbike, das mir der kompetente Verkäufer gezeigt hat, war zwar von der Ausstattung und allem hervorragend, allerdings weit jenseits meiner Preisvorstellungen. Aber man kann ja über alles reden und so sind wir dann schnell auf ein Modell gekommen, das schon eher hinkommt und von der Ausstattung her ebenso meinen Vorstellungen entspricht. Ich habe dann nochmal eine Nacht darüber geschlafen und dann am nächsten Morgen zugeschlagen.

Die Bedenkzeit war ebenso gut dafür, dass ich die Klick-Pedale meines alten Rads demontieren und zum Kauf mitnehmen konnte, da es ab einem gewissen Preispunkt eher unüblich ist, dass diese dabei sind. Noch etwas verhandelt und ich habe etwas Nachlass bekommen und entsprechende Handschuhe obendrauf. Perfekt. So wurde es ein KTM X-Strada 30 Fit. Es sieht toll aus, lässt sich exzellent fahren und sollte mir lange Zeit einen guten Dienst erweisen. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen.

Wie man eine IP zerstört

Eigentlich wollte ich gar nicht darüber schreiben. Allerdings gibt es Themen, die einem nicht aus dem Kopf gehen. Das ist für mich dann ein klares Zeichen: Ein Text will geschrieben werden, ansonsten finde ich keine Ruhe. Es geht um ein Thema, das mir naheliegt. Eine IP, die ich gerne schaue oder Bücher davon lese. Ein Unternehmen, das gerade drauf und dran ist, diese IP zu zerstören. Mittlerweile bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass dies mutwillig passiert. Weshalb genau, kann ich nicht sagen, anders lässt sich aber die katastrophale PR nicht erklären. Worum geht es? Disneys aktuelles Vergehen an den Star Wars Rechten und der Serie The Acolyte. Also, los gehts.

Auf YouTube kann man sich die katastrophale PR zur Serie ansehen. Sie ist dermaßen auf dem Thema »woke« aufgebaut und redet über nichts anderes, sodass selbst mir es zu viel wird. Dabei mag ich es, wenn Filme, Serien, Bücher etc. mutige Entscheidungen treffen. Ich würde es gerne sehen, wenn in einer Star Wars Serie 50 % der Charaktere queer sind. Egal auf welche Art und Weise. Doch der Fokus sollte nicht auf die Queerness der Charaktere liegen, sondern auf die Geschichte. Die Charaktere müssen sich weiterentwickeln, müssen Fehler haben, müssen Fehler machen dürfen, um aus diesen lernen zu können. Greifbare Personen und Wesen aus dem Star Wars Universum, denen man gerne bei ihren Abenteuern zusieht. Doch das, was The Acolyte macht, scheint alles andere als gut zu sein.

Ich weigere mich, der Serie überhaupt eine Chance zu geben. Zu sehr schrecken mich die Reviews und Interviews mit den „Stars“ der Serie ab. Da werden Aussagen getroffen, die allen Fans ein Schlag ins Gesicht sind. Anakin wird mit Luke verwechselt, wenn es um die Zerstörung des Todessterns geht; R2D2 wird als lesbisch bezeichnet; die einzige Charakterzuschreibung, die eine Person des Casts für ihre Figur findet, ist »strong, female leader«; George Lucas wird beleidigt; der Kern von Star Wars wird als so toll beschrieben, weil es keine definitiven guten oder bösen Seite gäbe. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Dabei geht es mir nicht einmal um die Verwechslung der Charaktere. Kann im Eifer des Gefechts, man ist vielleicht nervös, durchaus passieren. Aber ein dermaßen respektloser Umgang mit dem, was George Lucas geschaffen hat, ist einfach nur falsch. Was der Regisseurin nicht bewusst sein mag, ist: vor 1977 gab es kein Star Wars. George Lucas hat ein gesamtes Universum geschaffen, das Fans und Autor*innen über die Jahre immer weiter verfeinert haben. Er mag mit den Prequels keine Meisterwerke geschaffen haben und hätte sich vielleicht Unterstützung holen sollen, wie bei den anderen Filmen, trotzdem sind es interessante, komplexe Geschichten, mit dreidimensionalen Charakteren.

Nicht zu vergessen, dass er mit Mon Mothma, Leia und Amidala bereits starke Frauenfiguren geschaffen hat, die die jeweilige Rebellion ihrer Zeit angeführt haben. Lando führt als Schwarzer die Flotte der Rebellen gegen den Todesstern. Wenn man R2D2 schon eine Zuschreibung aufhalsen möchte, dann doch bitte eine asexuelle Beziehung mit C-3PO. Die beiden sind das bildgewordene Klischee eines »old married couple«. Und selbstverständlich ist der Kern von Star Wars gut gegen böse. Es sind unüberlegte, dumme Aussagen, die davon zeugen, dass sich niemand von den Beteiligten auch nur annähernd mit Star Wars beschäftigt hat.

Dabei fange ich noch nicht einmal an, mich über die Änderungen aufzuregen, die die Regisseurin mit dem Konzept der Macht vorhat. Man scheint sich nicht bewusst zu sein, dass es die Fans sind, die Star Wars zu dem gemacht haben, was es bis vor ein paar Jahren war. Doch seit Disney das Ruder in der Hand hat, wird diese Marke Stück für Stück auseinandergenommen. Die Fans sind egal.

Die Tag-Line von Star Wars ist »Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis«. Es ist Fantasy, Science-Fiction. Da sollten Konzepte wie Sexualität und dergleichen keine Rolle spielen. Die Charaktere sollten einfach queer sein dürfen, ohne dass es einer Erklärung bedarf oder unsere Begriffe benutzt werden. Wenn zwei Männer verheiratet oder zusammen sind, dann ist das einfach so. Und schon gar nicht sollte es zur primären (und wahrscheinlich einzigen) Charakterzuschreibung werden.

Ich hatte mich eigentlich schon auf die Serie gefreut. Sie spielt ja in der gleichen Zeit, wie die Bücher der Initiative »Die hohe Republik«. Ich habe zwar bisher nur eine Handvoll der Bücher gelesen, doch sie waren bisher alle durchaus gut und lesenswert. Sie machen Freude beim Lesen, haben interessante Charaktere, mysteriöse neue Gegner. Es ist ein Zeitalter, das 200 Jahre vor der Skywalker-Saga spielt. So viel Potenzial zu vergeuden, muss man erst einmal hinbekommen.

Wieso lässt man den Autor*innen der Bücher nicht eine Serie konzipieren, die das Zeitalter gut einführt, die Gegner etabliert? Darauf kann man dann weiter aufbauen. Stattdessen gibt man jemandem eine Serie, die keine Ahnung von Star Wars hat, nur ihre eigene (Lebens)Geschichte erzählen will, auf Kosten von Fans, die sie weder respektiert noch kennt. Deshalb kann ich nicht umhin zu denken, dass man diese tolle Marke mutwillig zerstört. Warum auch immer man das tun sollte. Mit Andor hatten sie bereits gezeigt, dass es eigentlich anders geht. Doch das war wahrscheinlich nur die Ausnahme, die die Regel bestätigt.