Leseempfehlung zum Thema Kulturkampf

Heute will ich nur eine kurze Empfehlung aussprechen. Schon seit Jahren lese ich immer wieder gerne Texte von Ritesh Babu. Er hat bisher viel über Comics geschrieben. Besonders hat er sich mit DC Comics auseinandergesetzt und über ihre endlosen, immer wiederkehrenden Zyklen der Erneuerung oder Neuerschaffung. Besonders, welche Probleme damit einhergehen. Auch Grant Morrison widmet er sich immer wieder. Ritesh Babu ist ein fantastischer Autor, der sich gekonnt mit einem Thema auseinandersetzen kann. Tiefgreifende Analysen und Schlussfolgerungen, die immer wieder meinen eigenen Standpunkt infrage stellen oder das ausformulieren, was ich mir nur in groben Zügen erklären kann. Es ist immer wieder faszinierend, seine Texte zu lesen.

Kürzlich bin ich zum wiederholten Male über einen etwas älteren Text von ihm gestoßen (The Grift Cycle vom Dezember 2023). Darin geht es um Wokeness und den dahinterstehenden Kulturkampf. Er beschreibt ausführlich, wie sich die Diskussionen dahinter abspielen. Dass sich diejenigen, die sich aufregen, oftmals weder ausführlich mit dem Thema beschäftigt haben, noch eine ausreichende Ahnung haben, um überhaupt eine differenzierte Meinung formulieren zu können. Es geht um Stellvertreterkriege, die Debatten rund um Trans-Menschen und so vieles mehr.

#Es ist einer der Texte, die man immer wieder lesen kann und Neues entdeckt. Leider ist der Newsletter von Ritesh Babu sehr rar. Ich würde mir gerne wünschen, dass er öfter darüber berichtet, wo seine Texte zu finden sind. Seine ausführlichen Analysen zu DC Comics, beispielsweise, findet man auf Comic Book Herald. Hier sind nochmal die Links:

Ein Monat voller Regenbögen

Wir befinden uns mitten im Pride-Month. Es ist schön, immer wieder Regenbögen zu sehen. Sei es als wehende Fahne vor offiziellen Gebäuden, beleuchtete Stadien (da kann selbst ich mich für 5 Minuten für Fußball begeistern), als diverse Hintergründe auf Webseiten oder Social Media Profilen, als Armbänder bei Sportveranstaltungen und so weiter. Es ist wichtig, besonders in einer Zeit wie der heutigen, auf Ungerechtigkeiten hinzuweisen und die vergangenen Fortschritte zu feiern.

Vergangenes Jahr war ich auf meiner ersten Pride in Köln und es war eine tolle Erfahrung, mit der eigenen Community auf diese Weise zu feiern. Besonders in einer Stadt wie Köln, wo der jährliche CSD zu den größten Demonstrationen seiner Art zählt. Leider schaffe ich es dieses Jahr nicht dorthin, aber man kann die Community auf verschiedenste Weisen unterstützen. Außerdem ist eine Pride-Parade nicht unbedingt etwas für alle. Es ist laut, durchaus anstrengend und es feiern Hunderttausende Menschen auf den Straßen der Stadt. Man sollte es aber durchaus mal erlebt haben. Es gibt allerdings unterschiedlichste Arten, die LGBTQ-Community zu feiern. Unter anderem kann man Projekte unterstützen, die sich mit den Menschen dahinter auseinandersetzen oder faszinierende Geschichten erzählen.

Vor kurzem bin ich beispielsweise auf das Magazin Elska (elskamagazine.com) aufmerksam geworden und habe mittlerweile sogar ein Abo abgeschlossen, weil ich es für ein unterstützenswertes Projekt halte. Bei Elska handelt es sich vorwiegend um ein Foto-Magazin. Jede Ausgabe nimmt sich eine andere Stadt zum Fokus. Die bisher erschienenen Ausgaben haben mittlerweile Städte auf allen Kontinenten abgelichtet. Vor die Linse kommen nicht etwa professionelle Models, sondern Menschen, in diesem Fall hauptsächlich Männer, die in der Stadt leben. Wie es auf der Webseite so schön heißt: »a project dedicated to sharing the bodies and voices of a diverse cross-section of men from LGBTQ communities around the world, presented through honest photography and personal storytelling.« (ein Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Körper und Stimmen eines vielfältigen Querschnitts von Männern aus LGBTQ-Communitys auf der ganzen Welt durch ehrliche Fotografie und persönliche Erzählungen vorzustellen).

Allein dass es sich um alltägliche Menschen handelt, verbunden mit den persönlichen Texten, macht das Magazin zu etwas Einzigartigem. Sie berichten in mehr oder weniger kurzen Texten über ihr Leben dort, wie die queere Community dort wahrgenommen wird, wie es ihnen geht, was sie sich erträumen und so viel mehr. Man lernt etwas über die jeweilige Kultur und die Einstellung der Menschen. Dazu gibt es zu jeder Ausgabe eine Art Kompendium-Magazin, Elska Ekstra, mit mehr Hintergründen, mehr Fotos und mehr Geschichten. Es ist ein wunderbares Projekt.

Wer mehr auf der fiktionalen Seite unterwegs ist und nach inspirierenden Geschichten sucht, wird schnell auf Seiten wie Tapas (tapas.io) oder WebToon (webtoons.com) fündig. Ich lese dort regelmäßig eine Fülle an unterschiedlichsten Webcomics. Die Bandbreite an Genres, Zeichenstilen, Charaktere und der schieren Kreativität sind atemberaubend. Zu meinen all-time-favorites zählen unter anderem: Valentine, to the stars and back, R.U. Screwed und natürlich Heartstopper. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs. Es gibt so viel mehr zu entdecken. Geschichten, in denen man sich wahrlich verlieren kann.

Egal, wie man den eigenen Pride-Month gestaltet und feiern möchte, es gibt unzählige Möglichkeiten, die LGBTQ-Community zu unterstützen und aufmerksam zu machen.

Foto von Raphael Renter | @raphi_rawr auf Unsplash

Straßenbau

Es ist schon erstaunlich, was alles beachtet werden muss, wenn eine Straße gebaut wird. Vor allem natürlich, weil Kanäle und Leitungen gleich mit verlegt werden. Nachdem die letzten beiden Wochen Werktags unsere Zufahrt nicht benutzbar war, da sich der Straßenbau in der heißen Phase befand, liegt nun ein frischer Asphalt. Eine neue Straße, die noch komplett schwarz ist, ohne irgendwelche Markierungen, sieht schon toll aus, muss ich sagen. Das erledigt sich nur relativ schnell, sobald man ein paar Tage darüber gefahren ist.

Somit sollten nur noch, je nachdem wie viel Aufwand das schlussendlich ist, die letzten Feinarbeiten fehlen. Aber da lasse ich mich einfach überraschen. Ich dachte mir nur, ich teile ein paar Fotos der letzten Tage. Immerhin wurde an einem Tag nicht nur der grobe Asphalt aufgetragen, sondern nachmittags gleich noch der feine obendrauf. Dafür haben die Arbeiter in den vergangenen Wochen diverse Überstunden gemacht. Abends waren sie nämlich stets länger da. Hut ab, was man in wenigen Wochen, meistens nur in einer Drei-Mann-Besetzung, hinbekommt.

Geek-Planet: Ultimate Spider-Man – Volume 2

Weiter geht es mit unserer Reise durch das Ultimate Universum von Spider-Man und dem zweiten Trade Paperback. Den folgenden Text habe ich zum ersten Mal am 12.07.20214 auf meinem damaligen Blog »geek-planet« veröffentlicht. Witzigerweise habe ich dieses Jahr ebenfalls in der Woche vom 12. Juli Urlaub. Immer diese Zufälle.


Da ich gerade Urlaub habe, habe ich mir gleich die nächste Ausgabe von Ultimate Spider-Man geschnappt und gelesen. Und was soll ich sagen? Diese hat mich gleich wieder gefesselt und in das Universum von Spider-Man entführt – vielleicht sogar noch mehr als die Erste.

Die vorliegende, englische Collected Edition von Volume II: Learning Curve beinhaltet die Ausgaben #8 bis #13.

Auch in diesem Heft werden wieder jede Menge neuer Charaktere eingeführt. Rückblickend empfinde ich es als etwas schade, dass keine Handlungsstränge des ersten Heftes Erwähnung finden. Der Green Goblin oder alles rund um Oscorp hätte sich angeboten, aber das tut der Geschichte keinen Abbruch.

Wie erwähnt, stand die vorherige Ausgabe eher unter dem Banner von Oscorp. Diese könnte man unter dem Banner vom Kingpin stellen. Als großer Fan dieses Charakters freut es mich natürlich sehr, dass er so früh in das Universum eingeführt wird. Ich hoffe, er agiert noch öfter aus dem Hintergrund und zieht die Strippen – Immerhin ist er der King of Crime in New York.

Gleich das erste Panel, in dem der Kingpin gezeigt wird, veranschaulicht seine ungeheure Masse. Er überragt alles und jeden. Später wird Spider-Man einmal neben seinem Bürostuhl dargestellt und er wirkt einfach nur lächerlich winzig im Vergleich zu dem Möbelstück. Beim Kampf zwischen Spider-Man und dem Kingpin wird allerdings auch klar, dass es sich hier eher um Muskelberge als reines Fett handelt – auch wenn unser Held hier ein paar wirklich gute Witze abliefert, wie Fett Wilson Fisk (so der bürgerliche Name vom Kingpin) doch sei.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Beziehung zwischen Peter und seiner Tante May, die auch eine interessante Entwicklung durchmacht. Ich möchte hier nicht zu viel verraten, aber Peters Handeln und seine vielen selbst auferlegten Verpflichtungen haben Konsequenzen. Da macht es ihm der Job als Web-Designer (Web, Spinne, Spider-Man – ich hör’ schon auf) beim Daily Bugle natürlich nicht sehr viel einfacher, auch wenn es eine gute Informationsquelle für ihn ist.

Eine weitere Beziehung, die im Mittelpunkt steht, ist selbstverständlich die von Peter und Mary-Jane. Vom ersten Versuch eines Dates, der leider scheitert, bis zur großen Offenbarung, sind hier alle Tücken eines Teenagers vertreten – unter anderem ein sehr peinliches, für den Leser natürlich super lustiges, Gespräch zwischen Peter und seiner Tante über Sex.

Und natürlich darf die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Bendis und Beglay nicht unerwähnt bleiben. In diesen Ausgaben fällt sie wieder besonders positiv auf. Viel mehr, wie ich finde, als noch im ersten Heft. So können die beiden zwar schnell bei Kampfsequenzen das Erzähltempo anpassen, aber bei langsamen, gefühlvolleren Szenen bremsen sie das Tempo herunter. Es scheinen nur mehr Augenblicke dargestellt zu werden – dabei ändert sich in den Panels teilweise bloß die Mimik der dargestellten Person. Diese Übergänge wirken sehr natürlich und passend und führten bei mir nur dazu, dass ich mich tiefer in die Geschichte hineingezogen fühlte.

Die Darstellung, als Peter Mary-Jane die Wahrheit erklärt, erstreckt sich über das gesamte letzte Kapitel und ist einfach fantastisch. Wie Bendis und Bagley mit nur zwei Figuren und einem einzigen Handlungsort spielen und dramatische, lustige und aber auch intime Momente darstellen, hat mich sehr fasziniert.

Cult of the Lamb

Bevor ich mich dem Elden Ring DLC Shadow of the Erdtree widme, mache ich eine kleine Pause von den Zwischenlanden. Immerhin habe ich in den vergangenen Wochen und Monaten gut 200 Stunden in das Spiel investiert. Zwar bin ich Elden Ring noch nicht überdrüssig, aber immer nur das Gleiche nutzt sich irgendwann ab. Das will ich auf jeden Fall verhindern. Deshalb habe ich mich einem komplett anderen Spiel gewidmet. Cult of the Lamb habe ich vor ein paar Jahren bereits angespielt. Damals besaß ich noch eine Nintendo Switch und war eigentlich recht angetan. Doch die Switch ist schon lange verkauft, also musste eine neue Version des Spiels angeschafft werden. Zum Glück gibt es seit ein paar Monaten ein PS5-Update des Spiels mit neuen Inhalten und Ergänzungen.

Wer schon immer mal einen eigenen Kult oder eine Sekte gründen wollte, ist mit Cult of the Lamb definitiv an der richtigen Stelle. Man spielt ein Lamm, das geopfert werden soll, jedoch von einem mysteriösen Unterwelt-Gott „gerettet“ wird. Daraufhin muss man einen Kult zu Ehren dieses Gottes aufbauen, um diesen von seiner Gefangenschaft zu befreien. Dabei bleibt den Spieler*innen selbst überlassen, wie sie ihre Anhänger behandeln. Wichtig ist nur, dass sie reichlich Glauben in ihren Anführer haben, nicht verhungern und es halbwegs sauber in der Community haben.

Es ist ein fantastisches, absurdes Spiel, das durchaus seine Herausforderungen hat. Man kämpft sich beispielsweise durch verschiedenste kleine Level, schaltet Ressourcen frei und findet auf dem Weg neue Mitglieder für den eigenen Kult. Außerdem werden neue Orte freigeschaltet, an denen man zum Beispiel fischen kann oder andere NPCs trifft, für die man Aufgaben erledigt und dadurch Belohnungen bekommt. Allein schon sich um die Basis und die eigenen Anhänger*innen zu kümmern macht Spaß. Wenn ein Spiel mir ermöglicht, auf dem Spektrum zwischen Gut und Böse zu wandern, tendiere ich meist doch für die gute Hälfte. So auch hier, wo man sich um die Kreaturen kümmert, die einen anbeten. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Es macht das Spiel nochmal unterhaltsamer, dass es sich nicht um Menschen handelt, sondern anthropomorphisierte Kreaturen. Die Gesichter und Köpfe sind an Tieren angelehnt; jetzt erhält das Spiel ein herrlich Comic-artiges Design. Überhaupt ist Cult of the Lamb fantastisch konzipiert – mit viel Liebe zum Detail. Die Welten, die man erkundet und freischaltet, sind abwechslungsreich; die Gebäude sehen nicht nur zweckmäßig aus, sondern haben den Anschein, als wären sie von jemandem so in dieser Welt gebaut worden. Es ist ein kurzweiliges Spiel, wo man vereinzelt mal 30 Minuten reinspielen kann, um sich um den Kult zu kümmern oder aber einige Stunden mit Erkundungen, Missionen und Aufgaben der Anhänger verbringt.

Lange Nacht der Kirchen 2024

Am Wochenende war die alljährliche lange Nacht der Kirchen. Natürlich konnte ich mir diese nicht entgehen lassen. Zwar sollte es ab dem Nachmittag gewittern, aber das Wetter blieb stabil und die Lichtstimmung in der Stadt war fantastisch. Die Bilder unten können nur einen Eindruck davon vermitteln, wie schön der Nachmittag und Abend in Salzburg tatsächlich war. Doch bevor es zu den Kirchen und Friedhöfen der Stadt ging, musste natürlich eine Stärkung her.

Da wir noch nie das K.u.K. nahe dem Mozartplatz getestet haben, fiel die Wahl auf dieses Restaurant. Zwar war das Essen nicht schlecht, doch für den hohen Preis hätte ich mir mehr erwartet. Die Kellner*innen sind durchweg nett und das Essen ließ nicht sehr lange auf sich warten, doch für die Preiskategorie eines St. Peter erwarte ich mir eine vergleichbare Qualität. Diese wurde leider nicht geliefert. Ich habe ein klassisches Kalbsschnitzel mit Petersilie-Kartoffeln und Beilagensalat gegessen. An sich war das Essen nicht schlecht, doch es fehlte das gewisse Etwas von der Art der Zubereitung und Würze, damit der hohe Preis gerechtfertigt ist. Gestärkt konnten wir unser Programm starten.

Im Laufe des Abends besuchten wir unter anderem die Kajetanerkirche mit der Scala Santa, also der heiligen Treppe. Dies ist eine Kopie der heiligen Treppe in Rom und darf nur kniend bestiegen werden. Es befindet sich aber an der Seite eine weitere Treppe, die man normal hinaufgehen kann, um die Kreuzkapelle am oberen Ende zu bewundern. Die heilige Treppe wurde in Salzburg unter anderem deshalb angelegt, damit man nicht unbedingt die Alpen überqueren muss, um zur Treppe in Rom zu gelangen. Das verhalf der Stadt zu einem gewissen Prestige. Die Kirche an sich ist eher klein gehalten, im Vergleich zu anderen, aber trotzdem schön gestaltet.

Die wohl schönste Kirche in Salzburg ist die Stiftskirche St. Peter. Viele Gemälde zieren die Wände der Kirche und der heilige Rupert ist ebenfalls dort untergebracht. Natürlich durfte dann der Ausflug auf den anschließenden Friedhof nicht fehlen. Hier befinden sich diverse kleinere Räumlichkeiten, die es zu bewundern galt. Unter anderem das Ägydius und die dortige Kreuzkapelle. Im Dom galt es, die Krypta zu besuchen, die immer wieder ein faszinierender Ort ist.

Es ist wirklich erstaunlich, wie die Erbauer es schafften, jeden Ort und jeden Raum mit einer eigenen Atmosphäre aufzuladen. Jede Kirche ist anders und selbst in der Krypta des Doms wirken die Räume individuell nach. Die Lange Nacht der Kirchen ist immer wieder eine fantastische Möglichkeit, neue Orte zu entdecken und sich mit der Geschichte Salzburgs auseinanderzusetzen. Es fällt mir allerdings immer noch schwer, die einzelnen Personen, ihre Wappen und Symbole auseinanderzuhalten. Aber ich mache ja genug Führung mit, sodass ich es sicher irgendwann lerne.

Alien: Romulus Trailer

Dieser Tage sind ein paar Trailer zu Filmen herausgekommen, die ich so nicht am Schirm hatte. Da wir allerdings über Venom nicht reden, fokussieren wir uns lieber auf einen scheinbar guten Film. Denn die Venom-Reihe ist ein einziger Affront gegen alles Mögliche und ich verstehe nicht, wie es hier bereits drei Filme geben kann. Aber gut, Netflix versenkt auch hunderte Millionen Dollar in wirklich dumme Filme und die sind scheinbar auch erfolgreich. Wer versteht’s schon?

Der Trailer und die Verantwortlichen dahinter, allen voran Fede Alvarez, machen mir Hoffnung, dass wir es mit einem Alien-Film zu tun bekommen, der eher zurück zu den Wurzeln des Franchise geht. Sci-Fi-Horror vom Feinsten. Dicht gepackte Atmosphäre, gute Darsteller*innen und ein Alien, vor dem man sich fürchten kann. Ich mochte zwar die Vorgänger ebenso und vor allem die Idee dahinter. Der Mythos, der damit aufgebaut werden sollte. Jedoch scheint diese Richtung nun ad acta gelegt worden zu sein und man versucht es mit einem klassischen Alien-Film.

Ich würde hoffen, dass es vielleicht den ein oder anderen Cameo-Auftritt gibt, allerdings dürfen diese nicht nur aus Nostalgie entstehen. Sie müssen so klein sein, dass sie ein nettes Easter Egg für Kenner sind oder einen wirklichen Zweck erfüllen. Sigourney Weaver und Michael Fassbender fallen einem da natürlich als Erstes ein.

Ich bin wirklich mal wieder gespannt auf einen Alien-Film. Einen Satz, den ich so von mir nicht mehr erwartet hätte, muss ich ehrlich zugeben. Der Trailer macht allerdings wirklich einen guten Job. Es wird nicht zu viel verraten, wie es beispielsweise bei allen Terminator-Filmen bisher der Fall war. Man fokussiert sich auf das Wesentliche und es funktioniert. Neben Deadpool 3 der nächste Film, den ich mir wohl im Kino ansehen muss.

Vorbilder

Auf dem Balkon steht ein selbst gebautes Vogelhäuschen, an dem sich sehr viele Vögel den Magen vollschlagen. Der halbe Balkon ist voll von den Schalen der Samen und Futterresten. Die Vogelarten, die regelmäßig zu Besuch kommen, sind äußerst vielfältig. Zuweilen tummeln sich mehr als zehn Vögel um das Häuschen und streiten um das Futter. Auch zwei Tauben kommen regelmäßig vorbei und wenn sie Hunger haben, gewinnen sie meistens das Futterrennen ob ihrer schieren Größe und Maße – im Vergleich zu ihren kleineren Artgenossen. Unter diesen ist auch ein Specht vertreten.

Der scheint große Freude daran zu haben, das Vogelhäuschen auseinanderzunehmen. Es ist zwar schon einige Jahre alt und etwas mitgenommen, sieht aber trotzdem noch gut aus. Nur die meisten, dekorativen Dachschindeln, wenn man diese so bezeichnen will, hat das Häuschen bereits verloren. Aufgabe des Spechts scheint es zu sein, auch die übrigen noch zu entfernen. Es ist allerdings nicht so, als sei der Rest vor ihm sicher. Fröhlich pickt er auf alles ein, was an dem Haus dran ist.

Letztens habe ich beobachtet, wie sich nun auch die kleineren Vögel, die eindeutig nicht zu der Spezies der Spechte gehören, ebenfalls angefangen haben auf dem Dach des Vogelhauses herum zu picken. Sie scheinen den Specht inzwischen schon so lange dabei beobachtet zu haben, dass sie ihn nachahmen. Vielleicht sind es noch recht junge Vögel und diese lernen durch das Nachahmen ihrer Eltern. Dass der Specht indessen kein Elternteil ist, scheint sie nicht zu stören. Jetzt pickt nicht nur der Specht am Haus.

Es ist immer wieder lustig zu beobachten, was sich an einem einzigen Vogelhaus alles abspielen kann. Wenn man im Sommer draußen auf der Terrasse sitzt, hat man einen guten Blick auf den Balkon und kann das Schauspiel beobachten. Vor allem fühlen sich dann die Vögel nicht gestört und gehen ihren Futterritualen nach. Sie bleiben eben doch misstrauisch und scheu, was keine schlechte Eigenschaft ist, um länger zu überleben. Nur den Specht haben sie akzeptiert und stören sich nicht an seinem Geklopfe. Sie nehmen es eher als Vorbild. Vielleicht hilft ihnen diese erlernte Fähigkeit beim Nestbau oder Auffinden von Materialien.

Spoiler und Shadow of the Erdtree

Im April habe ich einen Text über Spoiler-Warnungen geschrieben (Spoiler-Warnungen). Darin habe ich die regelrechte Angst vor Spoilern kritisiert. Eine gute Geschichte könne durch Spoiler nicht wirklich ruiniert werden. Es kann natürlich das Erlebnis ein bisschen trügen, wenn man in einem Krimi von vorneherein den Täter kennt, aber Columbo hat über viele Jahre und viele Episoden gezeigt, dass es auch anders geht. Wie es scheint, bestätigen Ausnahmen die Regel. Denn in zwei Wochen erscheint das Elden Ring DLC Shadow of the Erdtree. Am liebsten würde ich einen Zeitsprung in die Zukunft machen, um so neutral wie möglich in diese Erweiterung einsteigen zu können.

Die ersten YouTuber und Spiele-Webseiten konnten scheinbar schon die ersten drei Stunden des Spiels testen. Den Thumbnails auf YouTube nach zu urteilen, ist es ein fantastisches Spiel. Genau das, was man sich erwartet hat. Eine Erweiterung zu Elden Ring, die auf den etablierten Systemen und Mechaniken aufbaut. Zwar gibt es ein neues Level-System, aber das dient lediglich als Ergänzung zum bestehenden. Es soll verhindern, dass Level 250 Charaktere einfach nur durchspazieren können. Es sollen alle erneut gefordert werden. Das freut mich.

Zu oft erlebt man es, dass Spieleentwickler unbedingt mit einer Fotsetzung oder dergleichen etwas Neues machen wollen. Unbedingt muss sich das Neue vom Alten unterscheiden, weil man nicht zweimal das Gleiche machen kann. In manchen Franchise mag das so sein, aber meistens wollen die Fans doch mehr vom Gleichen. Etwas, das auf dem bekannten aufbaut, aber ein neues Erlebnis als Ganzes liefert. Genau diesen Spagat scheint Shadow of the Erdtree hinzubekommen.

Nur sind die Berichte und Thumbnails schon dermaßen überbordend mit Superlativen, dass ich mich bemühen muss, meine Erwartung bewusst niedrig zu halten. Oder zumindest auf einem guten Mittelmaß. Denn wenn die Erwartungen zu hoch werden, ist das niemandem gegenüber fair. Außerdem frage ich mich, wie zuverlässig es wirklich ist, ein Spiel nach drei Stunden in solchem Maße zu loben. Vielleicht verschießt FromSoftware ihr ganzes Pulver bereits am Anfang. Unwahrscheinlich, aber es könnte sein.

Ich hätte es besser gefunden, wenn niemand vorab einen Blick auf das DLC bekommt. Elden Ring war ein überraschender Erfolg, mit dem wohl niemand so gerechnet hat. Das DLC wird seit Monaten gehypt, es wird darüber spekuliert und jede Sekunde der Trailer analysiert. Da braucht es diese vorab Tests meiner Meinung nach nicht. Viel lieber hätte ich gesehen, wie sich diese spezielle Community als ganzes am 21. Juni hinsetzt und das Spiel quasi gemeinsam erlebt. Ich freue mich schon sehr darauf und will mit so wenig Wissen wie möglich hineingehen.

Immerhin habe ich fast zwei Jahre gebraucht, bis ich Elden Ring angefangen habe. Ich hatte den Luxus von Einsteigerguides, Walkthroughs, Let’s Plays und einem umfangreichen Wiki, sowie zwei dicken Hardcover Büchern, die die Welt und alles darin erklären. Und auch wenn das Let’s Play mit TheRadBrad damals wirklich beeindruckend war beim Zuschauen und ich mitgefiebert habe, so freue ich mich darauf, es dieses Mal komplett selbst zu erleben. Durch ein Nebeltor zu gehen, ohne zu wissen, welcher Boss mich erwartet. Herauszufinden, wie man sie besiegt, welche Taktiken und Strategien man anwenden muss. Und einfach nur die fantastischen Kulissen entdecken, die einen erwarten. Ein wahrhaftiges Elden Ring Erlebnis eben.

Bewältigungsstrategien

Es gibt Menschen, die immer in Kontrolle zu sein scheinen. Sie sind ruhig, bedacht, ärgern sich über nichts. Wenn, dann diskutieren sie vielleicht angeregt über das Thema oder eine Situation, aber das war es dann. Ich versuche selbst, diese Zen-Mentalität aufrechtzuerhalten. Wobei für mich hinter diesem Begriff oder dieser Philosophie ebenfalls eine allgemeine, optimistische Einstellung steckt. Etwas Hoffnungsvolles, wenn man so will. Ich nehme lieber in Kauf, bisweilen enttäuscht zu werden, als durchweg mit einer negativen, pessimistischen Einstellung durchs Leben zu gehen.

Manche Menschen scheinen von Natur aus eine solche Zen-Mentalität zu haben (ich verwende den Begriff ab hier als Abkürzung für die oben beschriebenen Eigenschaften). Ich kaufe ihnen das nicht so recht ab. Zumindest nicht auf den ersten Blick. Denn wenn wir ehrlich sind, steckt mit Sicherheit viel Arbeit dahinter. Wie auch immer diese Arbeit definiert sein mag. Es kann auf Erfahrung beruhen oder Training, mit erlittenen Fehlschlägen zusammenhängen oder einer gesunden, mentalen Stabilität, die man sich hart erkämpft hat. Oder aber alles auf einmal, was mir mehr einleuchtet, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann.

Es gibt nicht das eine Rezept, die Super-Strategie, für eine solche Einstellung. Genauso wenig, wie es die einfache Methode gibt, abzuspecken. Es steckt Arbeit, Kraft und Aufwand dahinter – ein Wille. Zu oft erlebe ich es, wie sich Menschen gütlich damit tun, sich in ihrem Schicksal zu suhlen. Zu jammern, sich aufzuregen, zu schimpfen, Schuldige zu suchen – was auch immer. Sich passiv und reaktiv zu zeigen einer Situation gegenüber oder etwas, das passiert ist, statt einen Weg zu suchen, wie man aus dieser Situation wieder herauskommt.

Dabei muss es nicht um irgendwelche großen Schicksalsschläge gehen. Es reichen die alltäglichen Umstände und Situationen aus. Wie gehe ich mit dem täglichen Wahnsinn um? Nur um es etwas überspitzt zu formulieren. Natürlich kann es gut sein, sich den Frust von der Seele zu jammern. Das kenne ich von mir selbst. Nur sollte man es nicht damit verwechseln, sich in Rage zu reden. Sich immer weiter hineinzusteigern, bis es kaum mehr einen Ausweg zu geben scheint, als sich der Situation zu ergeben und sich noch mehr aufzuregen. Dafür ist mir die Lebenszeit zu schade.

Was ich selbst beispielsweise auch gerne mache, ist, mit anderen darüber zu reden. Mich, wie gesagt, erstmal über die Situation aufregen, wenn es mich wirklich belastet, um den Frust loszuwerden. Wobei ich das mittlerweile eher mache, um die Reaktion und Einschätzung des Gegenübers zu bekommen. Also zu erfahren, ob meine intuitive Reaktion der Situation gegenüber überhaupt gerechtfertigt ist. Oder kann man es vielleicht anders sehen. Einen Perspektivwechsel vornehmen. Manchmal steht man sich dafür selbst im Weg und braucht erst einmal den Input Dritter, um eine andere Sichtweise überhaupt erst in Betracht ziehen zu können.

Ich kann mich auch fragen, ob ich etwas machen kann, damit die Situation besser wird. Oder kann ich sowieso nichts machen, außer abzuwarten? Beispielsweise wenn die Straße zum Haus für ein paar Wochen kaum benutzbar ist, weil diese neu gemacht wird und man deshalb mit Bestellung wartet, bis diese wieder befahrbar ist, weil selbst die Post kaum bis keinen Platz hat, um zum Haus zu gelangen, oder man den Zug zur Arbeit nimmt, um das eigene Auto zu schonen, weil man sich bereits einen Reifen kaputt gefahren hat – nur um ein völlig hypothetisches Beispiel zu nennen. Man kann auch versuchen, es mit etwas Humor zu nehmen, das hilft ja meistens. Oder einen Blog-Beitrag darüber schreiben.

Jedenfalls gibt es verschiedenste Möglichkeiten, damit umzugehen. Ich verliere mich beispielsweise auch gerne im Training. Eine 45-minütige Session mit den Apple Fitness Plus Trainern Dice, Jessica oder Jonelle und schon geht es mir besser. Ich fokussiere mich voll und ganz auf das Workout und vergesse ein bisschen die Welt um mich herum. Anschließend eine kalte Dusche und man fühlt sich wie neu geboren. Auf dem Weg in die Arbeit, den ich mittlerweile lieber mit dem Zug bestreite, genieße ich nicht nur die Entschleunigung zur Arbeit und wieder nach Hause, sondern die frische Luft und die zusätzliche Bewegung. Außerdem habe ich mehr Zeit, um meine liebsten Podcasts zu hören. Die Einkäufe erledige ich am Wochenende, weil da die Straße befahrbar ist.

Zu jeder Situation, die überwunden werden möchte, gehört eben auch eine gewisse Portion Flexibilität. Ich kann nicht erwarten, stur auf meine bisherigen Tagesabläufe zu bestehen, wenn dies den Umständen entsprechend nicht möglich ist. Ich muss mich anpassen, aktiv nach Möglichkeiten suchen, wie ich es besser machen kann. Vielleicht sogar etwas Positives darin zu finden. Ich sage nicht, dass es leicht wäre. Trotzdem versuche ich es jeden Tag aufs Neue besser zu machen und Wege zu finden, meine optimistische Zen-Mentalität aufrechtzuerhalten. Man sollte es nur nicht mit erzwungener Ruhe verwechseln, während innerlich ein Sturm brodelt – das ist wiederum nicht gesund – für niemanden.

Für mich gehört ebenfalls dazu, sich um den Körper zu kümmern. Wie vielleicht schon deutlich wurde. Denn wenn ich Junkfood fressend stundenlang YouTube-Videos schaue und dann schlecht, wenige Stunden schlafe, trägt dies nicht gerade zur (mentalen) Belastbarkeit bei. Ausgeglichenheit ist stets eine Balance zwischen Körper und Geist – was mir zwar etwas zu esoterisch klingt, aber es ist eben auch etwas Wahres dran. Man muss nur aktiv etwas dafür tun wollen. Jedes Mal aufs Neue und mit Zeit wird es immer einfacher.