Everything X-Men | Comic-Epochen (1/5)

Es ist Donnerstag. Das heißt, wir sehen uns einen alten Text von mir an. Für das dritte Jahr des täglichen Blogs habe ich mir hierzu etwas Besonderes herausgesucht. Für das Medienwissenschaftsstudium habe ich eine Textreihe zu den X-Men geschrieben. Dabei habe ich nicht nur die Comics analysiert, sondern mich auch mit den Themen beschäftigt, die darin vorkommen. In den nächsten Wochen erscheinen die Texte zu den Comic-Epochen. Da der ursprüngliche Text etwas länger ausfiel, erschien mir die Aufgliederung in fünf Teile sinnvoll.

Heute geht es um die erste Einteilung und das Zeitalter der Proto-Superhelden. Anders als bei den Texten bisher habe ich hier einiges mehr geändert. Nicht weil ich meine Meinung geändert hätte, sondern weil mir eine gewisse Nuance gefehlt hat. Das ist die Kehrseite, wenn man sich mit alten Texten beschäftigt. Man kann etwas ändern. Aber das gefällt mir auch an diesem Projekt.

Der ursprüngliche Text erschien auf Englisch. Für den Blog habe ich diesen mithilfe von DeepL übersetzt und anschließend redigiert.

Als Letztes sind erschienen:


Vor der Recherche zu diesem Text habe ich mich nur am Rande mit den verschiedenen Epochen der Comicgeschichte auseinandergesetzt. Ich war zwar interessiert, brauchte aber irgendwie einen Grund, mich tiefgehender damit zu beschäftigen. Jetzt, wo ich diese Büchse der Pandora geöffnet habe, kann ich sie leider nicht mehr schließen. Es ist faszinierend, wie sehr die Meinungen auseinandergehen. Nicht nur was die Benennung der Epochen anbelangt, sondern auch bei der zeitlichen Einordnung. Ich habe Informationen von verschiedenen Quellen gesammelt und ihre Beschreibungen und Argumente für ihr System gelesen. Um ehrlich zu sein, hat mich das nicht zufriedengestellt. Also habe ich basierend auf dem vorhandenen Material eine eigene Einteilung vorgenommen. Hier ist sie also – die ultimative, endgültige, sicherlich nie wieder infrage gestellte Liste der Comic-Epochen:

  • Proto-Superhelden
  • Golden Age
  • Atomic Age
  • Silver Age
  • Bronze Age
  • Dark Age (Copper Age)
  • Extreme Age
  • Steel Age
  • Diamond Age

Aber was verbirgt sich hinter diesen Bezeichnungen? Lasst uns darüber sprechen und in einen Kaninchenbau hinuntersteigen, den wir so schnell nicht mehr verlassen werden.

Das Zeitalter der Proto-Superhelden

Diese Idee habe ich von einer sehr beliebten und wichtigen Website namens tvtropes.com (The Ages of Super Hero Comics). Meiner Meinung nach ist dies ein sehr passender Name für alles, was vor dem Aufkommen der Comics geschah, aber gleichzeitig auch ein sehr ungenauer, weil er alles in einen Topf wirft. Tausende Jahre Kultur werden in eine große, unordentliche Schublade gesteckt. Aber dies sind die Epochen der Comics, und nicht jeder konzentriert sich dabei unbedingt auf die Comics an sich, wenn es um deren Benennung geht.

Eine Einordnung vorzunehmen und zu wissen, was vorher da war, ist natürlich wichtig. Denn nicht jede Figur aus diesen frühen Tagen wird von uns in Erinnerung behalten und geehrt:

„Nur eine glückliche Handvoll (Zorro, Tarzan, The Shadow, The Phantom, The Lone Ranger, Golden Bat) ist seit ihrer Entstehung in der Öffentlichkeit bekannt geblieben. Aber ob mit Superkräften oder ohne, ob weithin bekannt oder nicht, es sind diese Proto-Superhelden, denen die späteren Comic-Superhelden des goldenen, silbernen, bronzenen, dunklen und modernen Zeitalters ihren Erfolg verdanken, als Inspiration für ihren Archetyp und die Industrie, die sie hervorgebracht hat.“ (Proto-Superhero, n. d.)

Scott McCloud spricht in seinem Buch „Understanding Comics“ ausführlich über die Geschichte der Comics. Die Definition von „Sequential Art“ von Will Eisner ist nach McClouds ausführlicher Analyse dieses Begriffs die perfekte Beschreibung für Comics. Aber schon vor 1842 – dem Jahr des ersten Comicstrips – gab es ähnliche Dinge. Vor über 2000 Jahren hatten die Ägypter ein ganzes Schriftsystem, das auf Symbolen basierte. Sie erzählten Geschichten und Ereignisse ausführlich an Wänden und in Pyramiden.

Andere Kulturen hatten ähnliche Dinge und erzählten Geschichten über ihre Helden, Legenden und Mythen. Betritt man eine Kirche, kann man das Leiden Jesu Bild für Bild sehen. Zugegeben, es gibt keine Dialoge oder Sprechblasen, aber sie erzählen eine Geschichte. Es gibt ganze Graphic Novels, die kein einziges Wort enthalten. Das Wort „Comic“ kann also eine ziemlich weit gefasste Definition für etwas sein.

Diese breite Definition müssen wir für unser Vorhaben jedoch etwas eingrenzen. Denn worüber wir bei den Comic-Epochen hier sprechen, sind hauptsächlich amerikanische Comics. Mangas haben mit Sicherheit eigene Einteilungen, genauso wie europäische Comics und so weiter. Man kann nicht alles über einen Kamm scheren, nur weil mit Bildern und eventuell Text Geschichten erzählt werden. Das wäre zu einfach und würde die kulturellen Unterschiede, ihre Ursprünge und ihr Aufkommen komplett ignorieren. Außerdem lese ich selbst hauptsächlich amerikanische Comics und beschäftige mich seit Jahren auf der Metaebene mit diesen. Es wäre anmaßend, zu behaupten, ich könnte eine generelle Einteilung für weitere Comic-Iterationen treffen. Und von den sarkastischen, einleitenden Worten abgesehen ist das hier meine eigene Einteilung. Es gibt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Korrektheit. Nach all meiner Recherche fühlt es sich für den Moment richtig an. Und ich fand es allein schon spannend, mich weiter mit der Geschichte auseinandersetzen zu können.

Karten im Fokus

Seit ich angefangen habe, Dokumentationen auf YouTube zu schauen, ist mir eine Sendung besonders positiv aufgefallen: »Mit offenen Karten – In Fokus«. Hier handelt es sich um eine knapp drei Minuten dauernde Sendung von Arte. Viermal die Woche nimmt sich die Sendung ein Thema vor und erklärt es auf äußerst anschauliche Weise. Einmal die Woche, wenn ich den Sendungsplan richtig verstanden habe, erscheint eine längere Sendung von knapp 15 Minuten, die ein Thema etwas ausführlicher beleuchtet. Ein Aspekt der Sendung, der hier natürlich der Hauptfokus ist, aber den ich mir auch in anderen Sendungen und Nachrichten wünschen würde, sind die Karten.

Man liest meist täglich Nachrichten. Sei es, man überfliegt die Themen, liest längere Artikel zu einem Thema oder schaut sich Nachrichten und andere Sendungen im Fernsehen oder auf Mediatheken an. Man hört Namen von Ländern und Städten. Manchmal wird gezeigt, wo das liegt, manchmal aber auch nicht. Natürlich kennt man die Namen und kann sie größtenteils zuordnen. Bei den Hauptakteuren des Weltgeschehens, die immer wieder vorkommen, ist das selbstverständlich einfacher als bei anderen Ländern und Städten. Während ich also noch darüber nachdenke, wo Stadt x nun genau liegen mag, ist schon wieder das nächste Thema an der Reihe. Hier würde ich mir etwas mehr Informationen wünschen, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen würden.

Bei »Mit offenen Karten« wird stets genau gezeigt, welches Land gemeint ist und wo die Stadt liegt. Es werden Zusammenhänge erklärt und Abhängigkeiten. Ich habe es mir mittlerweile zur Gewohnheit gemacht oder bin aktuell dabei, mir jede dieser Sendungen, wenn eine neue Ausgabe erscheint, anzuschauen. In den wenigen Minuten wird durchaus einiges an Informationen vermittelt. Die Sendung wirkt allerdings nicht gehetzt oder gestresst, sondern es wird in ruhigem Ton und unaufgeregt über das Thema referiert. Etwas, das ich überhaupt an den Arte-Sendungen und Dokumentationen schätzen gelernt habe. Arte entwickelt sich zu meinem liebsten YouTube-Kanal.

Das einzige Problem, das ich damit habe, ist, dass zu viele interessante Sendungen erscheinen, die ich mir unmöglich alle anschauen kann. Meine „später ansehen“-Liste auf YouTube wird immer länger. Ich finde es tatsächlich auch sehr entspannend, am Abend eine oder zwei Dokumentationen (je nach Länge mal mehr oder weniger) anzuschauen. National Geographic macht ebenso tolle Dokumentationen. Aber sie sind mir manchmal zu effekthascherisch. Letztens hat man bei einer Folge von »Drain the Oceans« den Sprecher kaum verstanden, weil die Effekte und die Musik im Vergleich so laut waren. An der Abmischung muss noch etwas optimiert werden.

»Mit offenen Karten« kann ich allerdings ohne Einschränkungen empfehlen. Man sieht die Welt mit anderen Augen. Einordnungen fallen leichter und die allgemeine Geografie der Erde wird einem nähergebracht. Zumindest ergeht es mir so.

Politische Diskussionen

Politische Diskussionen können durchaus eine gewisse Freude bereiten. Natürlich unter gewissen Voraussetzungen. Besonders wenn es sich um das Weltgeschehen handelt, spielen immer wieder Spekulationen, Interpretationen und gefährliches Halbwissen eine Rolle. Wir sind im Allgemeinen keine Journalisten oder gar vor Ort stationierte Korrespondent*innen, die sich eingehend mit einem Thema auseinandersetzen. Vielleicht liest man mal ein Buch zu einem spezifischen Thema, aber der Rest sind Informationen aus Zeitungen und anderen Informationsmedien.

Deshalb finde ich es meist befremdlich, wenn jemand vehement auf einem Standpunkt besteht oder eine Sichtweise geradezu fanatisch verteidigt. Natürlich kann und sollte man die eigene Meinung verteidigen. Mir geht es eher darum, dass man gewillt sein sollte, andere Positionen, und seien sie nur marginal von der eigenen abweichend, anzuhören. Ausreden lassen, zuhören, vielleicht mal die eigene Redezeit, wenn man so will, zurückstellen und jemanden zu Wort kommen lassen, der oder die bisher nicht so viel gesagt hat. Unter solchen Voraussetzungen können politische Diskussionen Spaß machen.

Mir geht es nicht darum, recht zu haben. Keiner von uns kann auf das Weltgeschehen signifikant eingreifen. Wir können bei Wahlen unsere Stimme abgeben und damit unseren kleinen Teil beitragen. Man kann gegen Diskriminierung vorgehen, sich für Demokratie einsetzen. Das geht alles auf unterschiedlichsten Wegen, und sei es, dass man nur einen kleinen Blog schreibt. Andere Standpunkte zu hören und zu versuchen, sie zu verstehen, finde ich spannend. Solange es in einem Rahmen bleibt. Was beispielsweise gewisse rechte Parteien von sich geben, rechne ich bestimmt nicht unter „spannende Standpunkte“. Das sind einfach nur ignorante, opportunistische Idioten, die mit den Gefühlen der Bevölkerung spielen und mit Hass und Hetze Unruhe stiften. Aber das würde jetzt zu weit führen.

Wie gesagt, geht es mir nicht darum, in einer Diskussion recht zu haben. Dazu fehlt in manchen Bereichen das Detailwissen. Ich kann mich auch mal irren oder etwas Falsches sagen. Das Wichtige ist nur, auch mit diesen Fehlern umgehen zu können. Sie zu akzeptieren und zu korrigieren oder korrigieren zu lassen. Wenn es anderen passiert, nicht darauf herumzureiten oder sie ins Lächerliche zu ziehen. Ich bin gerne bereit, Neues zu lernen. Wenn man entsprechend respektvoll mit den anderen Perspektiven umgeht. So können es gerne auch mal Streitgespräche werden, denn wenn die Voraussetzungen stimmen, kann man sich am Ende immer noch in die Augen sehen und akzeptieren, dass es verschiedene Ansichten gibt, die weder richtig noch falsch sein müssen.

Gut genug?

Was ist das Erste, das man in eine Suchleiste eintippt, wenn man nach einem Gerät im Jahre 2026 sucht? Wahrscheinlich so etwas wie »bestes DAP«, »beste Kaffeemaschine«, »Gaming Monitor Test« und dergleichen. Am Ende landet man bei diversen Bestenlisten und Vergleichsvideos, die das beste und erstrebenswerteste Produkt anpreisen. Die Frage ist nur: Benötige ich wirklich das Beste? Ist nicht ausreichend gut genug? Was sind überhaupt meine Erwartungen an das gesuchte Gerät? Was soll es für mich erfüllen? Ist es ein Hobby, in das ich erst einsteige und bei dem ich noch gar nicht genau weiß, ob ich es länger verfolgen will, oder ist es eine jahrelange Leidenschaft? In beiden Fällen werde ich zu zwei völlig unterschiedlichen Schlüssen gelangen.

Meine Anforderungen an ein MacBook sind beispielsweise eher gering. Ich schreibe hauptsächlich damit und schaue Videos. Trotzdem habe ich mich vor ein paar Jahren für einen M3-Pro-Prozessor entschieden, weil ich es für längere Zeit verwenden möchte. Außerdem hantiere ich mit der Affinity Suite und dippe immer mal wieder einen Zeh in Foto- und Videobearbeitung. Mein letztes MacBook hat fast 10 Jahre durchgehalten, entsprechende Erwartungen habe ich an das Gerät, auf dem ich diese Zeilen schreibe. Ein E-Reader soll Bücher gut darstellen können. Man kann mehrere hundert Euro für einen ausgeben, aber das ist es mir zum einen nicht wert, zum anderen benötige ich die ganzen Features nicht. Ein Kindle im Sale tut es allemal.

Seit ein paar Wochen beschäftige ich mich etwas mehr mit Musik. Ich habe mir ein paar gebrauchte CDs gekauft, mich mit dem Rippen eben jener CDs auseinandergesetzt und Videos bzw. Texte zum Thema gelesen. Irgendwann landet man bei DAPs. Das ist die moderne Bezeichnung für MP3-Player – Digital Audio Player. Diese gibt es für wenige 10er hin zu ein paar Tausend Euro. Am Ende sollen sie Musik abspielen. Für mein gelegentliches Hören von Musik reicht ein Einstiegsgerät allemal. Dazu in einem anderen Text mehr. Die Frage ist nur: Was ist, wenn das Gerät, welches ich mir ausgesucht habe, nicht gut genug ist?

Man kann sich immer fragen: Hätte ich 50 € mehr ausgeben sollen? Reicht der RAM wirklich aus oder wäre es besser gewesen, die nächste Stufe auszuwählen? Das Gemeine ist ja: Wenn man einmal zu einem Thema recherchiert hat, besonders auf YouTube, bekommt man immer mehr Videos zu dem Thema vor die Füße geworfen. Man sieht sich ein paar davon an und lässt sich verunsichern. Man hört von Features, die nett gewesen wären, oder lässt sich das gekaufte Gerät schlechtreden. F.O.M.O. (Fear of missing out) kommt auf.

Der Vergleich mit anderen, der mithilfe von YouTube, Social Media und dem Internet im Allgemeinen so einfach geworden ist, wird zu einem Problem. Hier muss man die Stärke haben, um abzuschalten – das ist verdammt schwer. Man sollte das Gerät erst einmal genießen und dankbar sein, dass man es sich leisten konnte. Wenn man nach dem besten Gerät einer Kategorie sucht, kommt die Versuchung auf, immer auch das Beste haben zu wollen. Aber entspricht das wirklich meinen Anforderungen? Und einmal entschieden, sollte man tunlichst weitere Vergleiche meiden. Das wäre zumindest mein Ziel. Ich habe eine Entscheidung getroffen und bin damit zufrieden. Darauf kommt es doch an.

Rip it!

Ich habe bereits des Öfteren davon berichtet, dass ich mir eine neue Musikbibliothek aufbauen möchte. Eines meiner neuen Hobbys, welches ich Ende 2025 entdeckt habe, ist tatsächlich Musik. Im Spezielleren ein bewussteres Auseinandersetzen damit. CDs zu kaufen, diese zu digitalisieren, meiner Bibliothek hinzuzufügen und dann anzuhören. Mich intensiver oder genauer damit zu beschäftigen, statt beliebig aus Millionen von Songs einen auszuwählen. Zwar sind Streaming-Dienste gut, um neue Sachen zu entdecken, aber mein Hauptaugenmerk liegt auf einer eigens kuratierten Sammlung, die auch mir gehört. Doch wie digitalisiert man Musik im Jahre 2026?

Mein MacBook Pro hat kein CD-Laufwerk. Die Herausforderung beginnt also schon einmal damit, die CD irgendwo einlegen zu können. Ich habe mir bei Amazon ein günstiges, gut bewertetes Laufwerk geklickt. Die Marke heißt Amicool, habe ich noch nie zuvor gehört, aber bisher leistet es gute Arbeit. Einfach per USB-C anschließen und es kann losgehen. Nun liegt die CD also drin, das MacBook erkennt: Da ist etwas, was nach Musik riecht, und startet Music. Ich könnte jetzt Music die Arbeit überlassen und den Import hier starten, aber ich möchte mehr Kontrolle darüber haben.

Deswegen habe ich mir die Software XLD installiert. XLD steht für »X Lossless Decoder: Lossless audio decoder for Mac OS X«. Ein kleines, einfaches, aber doch äußerst mächtiges Stück Software. Es bedient sich der Informationen, die Apple Music über die CD gefunden hat (wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, wird man aufgefordert, auszuwählen, welche CD eingelegt ist). Ich habe etwas online gesucht, welche Einstellungen empfohlen werden, und mich an diesen orientiert. Zuerst wollte ich FLAC als Standard verwenden und von da aus die benötigten Formate ableiten. Aber warum nicht gleich den CD-Standard verwenden? Speicherplatz ist 2026 doch kein Problem mehr. Also rippe ich die CDs im Format AIFF. Dabei handelt es sich um ein lossless-Format, welches so auch auf der CD vorhanden ist, wenn ich es richtig verstanden habe.

Das Rippen dauert ein wenig, aber irgendwann hat man alle Alben, Singles und Co. auf dem Rechner. Was macht man nun damit? Als Erstes konvertiere ich die lossless AIFF-Dateien nach ALAC (Apple Lossless Audio Codec). Diese Dateien kann ich dann in Apple Music importieren, sie werden hochgeladen und ich kann von allen meinen Geräten darauf zugreifen. Wichtig dabei ist, dass man überall einstellt, dass man lossless herunterladen und streamen möchte. Ob ich mir einen separaten Player für Musik hole, weiß ich noch nicht. Ich liebäugle mit einem gemoddeten iPod Classic, aber es gibt auch moderne Alternativen. Aber diese Entscheidung eilt ja nicht.

Im Moment ist meine Hauptsoftware für Musik also weiterhin Apple Music. Allerdings habe ich meine alte Bibliothek exportiert und dann aus der Bibliothek gelöscht. Außerdem habe ich sämtliche über das Streaming-Angebot gespeicherten Alben entfernt. Ich wollte mit einer leeren Bibliothek starten. Ich teste allerdings auch Alternativen wie Swinsian oder MusicBee. Leider gibt es MusicBee nicht für Mac und muss über Crossover laufen. Das ist mir aber zu teuer. Vielleicht kommt doch noch eine macOS-Version; ich würde es sehr begrüßen.

Die Frage ist auch, wenn ich mir einen Musik-Player kaufe, wie ich darauf die Musik speichere. Kopiert man diese einfach rüber oder können manche mit Software wie MusicBee oder Swinsian kommunizieren? Damit beschäftige ich mich, wenn es so weit ist. Für heute wollte ich nur einmal kurz meinen Prozess des CD-Rippens darstellen. Ich besitze meine Musik. Trotzdem kann ich diese Rippen und so überall anhören. Retro, aber mit einem modernen Touch.

Journalistische Integrität

Seit etwa einem Jahr lese ich regelmäßig den Falter. Ich habe mir ein digitales Abo geklickt, als sie ein attraktives Angebot hatten. Im Februar werde ich dieses Abo zum normalen Preis verlängern. Zu den anderen journalistischen Angeboten, die ich regelmäßig nutze, zählen orf.at und DerStandard (die Online-Variante). Ich muss jedoch immer wieder feststellen, dass mir der Falter am besten zusagt. Die anderen beiden sind nicht schlecht, um sich täglich informiert zu halten. Über die aktuellen Geschehnisse wird man hier (teils hervorragend) informiert. Den Falter online nutze ich eigentlich nie. Wenn, lese ich die digitale Ausgabe der Wochenzeitung. Hier wird nachgedacht, recherchiert und fundierte Meinungen präsentiert.

Anfangs hat mich der Meinungsteil der Zeitung etwas abgeschreckt. Ich möchte doch fundiert und unabhängig informiert werden. Doch genauso wie den täglichen Newsletter weiß ich inzwischen die Meinungsspalten sehr zu schätzen. Denn was hier präsentiert wird, sind fundierte Meinungen, die auf Fakten beruhen. Man kann mit diesen Meinungen übereinstimmen, die Fakten dahinter kann man allerdings nicht leugnen. Und wenn wir uns ehrlich sind, werden diese ersten Seiten zwar als „Meinung“ präsentiert, doch eigentlich sind es kurze Meldungen des Tagesgeschehens der vergangenen Woche. Eingeordnet und mit dem subjektiven Charme des Schreibenden versehen. Das tut deren Wahrheitsgehalt aber keinen Abbruch.

Im Studium habe ich gerne »Die Zeit« gelesen. Ebenfalls eine Wochenzeitung. Das Format der Wochenzeitung sagt mir sehr zu. Denn hier wird über die Themen der Woche nachgedacht. Man ist nicht unterjocht, jede bescheuerte, unwichtige Meldung aufzunehmen, die durch die anderen Zeitungen und Portale gejagt wird. Selbst wenn es sich eigentlich um für mich irrelevante Informationen handelt. Das scheint mir im modernen Journalismus etwas verloren zu gehen. Wie ich im Studium gelernt habe, ist ein Faktor für Nachrichten die Nähe zum Publikum und zur Leserschaft. Aber was hat Nachricht x mit meinem Leben in Österreich zu tun? Ich denke, allen fällt mindestens ein Beispiel ein. Ein unnötiges Stück Information, auf das man gerne verzichtet und dafür etwas Lokales gelesen hätte. Diesem Druck, über alles zu berichten, entgehen Wochenzeitungen etwas. Besonders in deren Printausgabe (egal ob man diese digital lesen mag).

Der Falter schreckt auch nicht davor zurück, Kritik an anderen journalistischen Inhalten zu üben. Ich mag das, da es die gesamte Newslandschaft einordnet und zur Verantwortung zieht. Sie schreiben, wenn andere voreilige, falsche Schlüsse ziehen oder sich von Politiker*innen ihre Berichterstattung indirekt diktieren lassen und so in den Bereich von Verschwörungstheorien abdriften. Das klingt jetzt dramatischer, als es ist. Jedes Medium kann aus verschiedenen Gründen, wie Stress und (Zeit-)Druck, die falschen Schlüsse ziehen oder voreilig über etwas berichten. Deshalb mag ich es auch, verschiedene seriöse Quellen zurate zu ziehen und so einen umfassenderen Blick zu bekommen.

Für die herausragenden Recherchen (unter anderem die Aufdeckung der fürchterlichen Zustände und Vorgänge bei SOS-Kinderdorf) werden sie regelmäßig mit Auszeichnungen versehen. In Zeiten wie diesen braucht es ein Medium wie den Falter. Unabhängigen, seriösen, gut recherchierten Journalismus, der sich nicht bestechen lässt. Die keine eigene Agenda verfolgen. Deshalb ist es auch so wichtig, dass das Mediengesetz überarbeitet wird und Boulevardmedien, wie jene mit den großen Buchstaben, ihre künstlich gepushte Reichweite einbüßen. Ich hoffe sehr, dass Babler damit Erfolg hat, und drücke ihm die Daumen.

Start in den Tag

Wie wohl bei den meisten Menschen unterscheiden sich meine morgendlichen Routinen unter der Woche deutlich von jenen am Wochenende. Unter der Woche brauche ich vom Aufstehen bis zum Verlassen des Hauses etwa fünfzehn Minuten. Ich halte mich nicht mit Kaffee oder Frühstück auf, sondern mache mich gleich auf, in die Arbeit. Seit jeher fange ich gerne um 6 Uhr an. Wer früher anfängt, kann auch wieder früher aufhören. Auch wenn ich meinen Job gerne mache, so nutze ich doch den Nachmittag für mich. Besonders im Winter ist diese Herangehensweise ein Vorteil, da man noch etwas Sonne abbekommt. Ich habe Zeit für Sport, kann Texte schreiben und so weiter. Am Wochenende sieht das anders aus.

Manchmal fahre ich samstags frühmorgens einkaufen. Da ist nichts los, man bekommt frische Sachen und ein Abstecher zum Bäcker ist auch noch drin. So hat man herrliches Brot zum Frühstück. Ich lasse mir am Wochenende gerne Zeit. Trinke Kaffee, esse etwas und lese Zeitung (meistens die aktuelle Ausgabe des Falters). Das mache ich auch in Hotels gerne. Wenn ich Freunde besuche oder Städtetrips mache (zumindest wenn ich alleine unterwegs bin) kann es gut und gerne vorkommen, dass ich über eine Stunde am Frühstück sitze. Ich hole mir immer mal wieder eine Kleinigkeit zu essen, probiere das Frühstücksbuffet und lese zwischendurch Texte. Zu Hause nutze ich die Zeit auch gerne zum Schreiben.

So ein langes und ausführliches Frühstück reicht für den ganzen Tag. In Stuttgart habe ich schon meine Stammstrecke entdeckt, die ich spazieren gehe. So bin ich gerne mal über zwei Stunden zu Fuß unterwegs, streife durch den Stadtpark und mache mich auf zu neuen Entdeckungen. Beim nächsten Mal möchte ich noch andere Parks testen. Das Problem ist nur, dass man zu diesen mit der U-Bahn fahren müsste Meist übernachte ich in der Nähe des Hauptbahnhofs, und da gibt es eben nur einen großen Park, den man für ausgiebige Spaziergänge nutzen kann.

Natürlich gibt es auch Tage, an denen ich nur kurz eine Kleinigkeit esse, einen Kaffee genieße und mich dann auf den Weg mache. Mir ist im Prinzip beides recht. Ich mag es auch nicht, wenn jede Woche, jeder Tag immer wieder gleich strukturiert ist. Die Kreativität braucht Abwechslung, neue Sinneseindrücke, Informationen und Ortswechsel. Seien diese Durchbrechungen im Kleinen oder im Großen. Ich begrüße sie mittlerweile. Besonders die kleinen sind hervorragend dazu geeignet, die Grenzen der Komfortzone auszutesten. Man muss diese ja nicht immer gleich mit Gewalt durchbrechen. Es reicht gelegentlich aus, die Grenzen neu abzustecken.

Everything X-Men | X-Men First Class v1 (2007)

Wie jede Woche am Donnerstag werfen wir auch heute wieder einen Blick in die Vergangenheit. Genauer gesagt auf eine Reihe von Texten, die ich im Rahmen des Projektstudiums während meines Medienwissenschaftsstudiums geschrieben habe. In diesen Texten habe ich mich eingehend mit den X-Men beschäftigt. Damals habe ich die Texte auf Englisch verfasst, möchte sie heute jedoch auf Deutsch präsentieren. Dazu habe ich sie zuerst mit DeepL übersetzt (inkl. der Zitate) und anschließend redigiert.

Der heutige Text befasst sich mit einer alternativen Origin-Story der X-Men. Die letzten Texte haben sich mit Stan Lee und Jack Kirby auseinandergesetzt und damit, wie Roy Thomas deren Ideen weitergedacht hat. Doch wie sähe eine alternative Fassung aus? Macht sie es besser, wird die Geschichte modernisiert?

Als Letztes sind erschienen:


Die letzten Artikel habe ich den frühen Jahren der X-Men gewidmet. Wo ihre Geschichte begann und wo sie endete, bevor es zum kleinen Reboot kam. Dieser Reboot war der Auftritt von Chris Claremont. 20 Jahre hat er die X-Men geprägt, wie kein anderer. Doch bevor wir uns seinen Geschichten zuwenden, werfen wir einen Blick auf eine andere Interpretation der Entstehung der X-Men.

Die Schöpfer

»X-Men First Class« von 2007 umfasst acht Ausgaben. Jeff Parker schrieb sie und Roger Cruz ist für die fantastischen Zeichnungen verantwortlich. Für Jeff Parker war »First Class« einer seiner ersten Aufträge für Marvel. Bevor er mit dieser limitierten Serie begann, schrieb er »Agents of Atlas«. Dabei handelt es sich um ein Superheldenteam, das sich aus Figuren zusammensetzt, die erstmals in den 50er- und 60er-Jahren vorgestellt wurden. Der Name »Atlas« bezieht sich auf Marvels geistigen Vorgänger »Atlas Comics«. (Wikipedia, 2017) Roger Cruz hat viel für Marvel Comics gearbeitet. Er hat eine DeviantArt-Seite, die einen Besuch wert ist. Die beeindruckenden Kunstwerke von Cruz stammen nicht nur von den Seiten von Comics. Sie strotzen vor Kreativität und unterstreichen sein Gespür für Körpersprache. Mir gefallen auch die verschiedenen Gesichtsausdrücke, die er auf dieser Seite gepostet hat. DeviantArt ist etwas, das man öfter besuchen sollte – und damit meine ich auch mich selbst. Es ist ein großartiger Ort, um sich inspirieren zu lassen. Aber kommen wir zurück zum Thema.

Die Charaktere

Ich habe den ersten Band von »First Class« gelesen, der aus acht Ausgaben besteht. Wie es in einem Beitrag auf Comicvine über die Lesereihenfolge der gesamten X-Men-Reihe heißt: „Diese Serie eignet sich besonders gut für jüngere Kinder, die X-Men lesen möchten.“ (TEC2030, 2017).

Diesmal werden die Charaktere von Bobby Drake alias Iceman vorgestellt. Er schreibt einen Brief an seine Eltern und erzählt ihnen von seinem letzten Abenteuer. Wir erfahren, was er über seine Klassenkameraden denkt und was sie können. In den ursprünglichen X-Men von Jack Kirby und Stan Lee wussten die Eltern nicht, dass ihre Kinder Mutanten sind. Daher können die Kinder nicht offen über ihre Schule und ihre Erfahrungen sprechen. Dies wird besonders deutlich, als Angels Eltern zu Besuch kommen. Bobby scheint sich schon vor einiger Zeit geoutet zu haben, und es ist schön, zu sehen, wie er über die aktuellen Ereignisse spricht.

Im gesamten ersten Band ist präsent, dass wir es mit einer echten Schule zu tun haben, mit jungen Erwachsenen, die erst noch aufwachsen müssen. Das beginnt schon auf der Einführungsseite jeder Ausgabe. Dort wird jeder Charakter kurz vorgestellt. Nur ein Bild ihres Gesichts und eine Beschreibung mit ihrem Namen und ihren Fähigkeiten. Diese Seiten werden von den Charakteren selbst zum Zeichnen und Kommentieren genutzt. Natürlich ist in jeder Ausgabe eine andere Person dran. Was denken sie über sich selbst? Wen mögen sie? Es sind spannende Einblicke in die Dynamiken des Teams. Aus diesen kleinen Kommentaren kann man viel über Beziehungen und Freundschaften herauslesen.

Neben Bobby werden uns auch die ursprünglichen Mitglieder der X-Men vorgestellt. Warren alias The Angel, Scott alias Cyclops, Jean alias Marvel Girl, Hank alias The Beast und natürlich der Professor. Cerebro wurde aufgerüstet. Es ist nicht nur ein Gerät, mit dem man Mutanten finden kann, sondern es kann nun die Schüler unterrichten. Dieser Aspekt der „Schule“ wurde in der ursprünglichen Serie völlig ignoriert, was mich immer ein wenig gestört hat. Es gab keine richtigen Unterrichtsstunden, nur Trainingseinheiten. Aber jetzt, wie wir auch in den ersten drei X-Men-Filmen gesehen haben, bekommen die Schüler Unterricht mit Hausaufgaben, Tests usw.

Die Geschichten

Das Team hat es meist mit neuen Bösewichten zu tun. Der erste ist zum Beispiel ein Busch. Ja, ein Busch. Die X-Men kämpfen gegen einen Busch. Genauer gesagt gegen einen Azaleenbusch. Von diesem Moment an war mir klar, dass ich ein Buch für Kinder vor mir hatte. Das ist keine Beschwerde, sondern nur eine Beobachtung. Und es braucht diese Comics ebenso. Sie bringen Kindern die Charaktere näher. Aber normalerweise steckt hinter der Geschichte ein größerer Plan oder ein Thema, mit dem die Autor_innen und Künstler_innen aktuelle Diskussionen anstoßen wollen.

Zuerst konnte ich es nicht genau benennen. Aber ich wusste, dass etwas fehlte. Es war wie bei einem faden Gericht. Man weiß, dass etwas fehlt, aber man weiß nicht, was man noch hinzufügen soll. Genauso war es mit dieser Geschichte. Bis ich eine Rezension auf The Literary Omnivore (McBride, 2013) las: „In diesem Fall handelt es sich um eine Reihe von geradlinigen Abenteuern, die keine besonders tiefgründigen Themen behandeln.“

Und genau das ist es. Jeff Parker geht nicht tiefer. Die meisten Geschichten beginnen mit dem Alltag des Teams. Sie machen Urlaub, werden in etwas verwickelt, das sich im Kopf des Professors abspielt, oder gehen einfach nur aus. Sie stolpern zufällig über ein Abenteuer und einige Bösewichte, und das war’s. Das meiste wird auch in einer Ausgabe erledigt. Die Comics machen Spaß zu lesen, aber man darf keine großartigen, tiefgreifenden Charaktermomente oder gar eine Verbesserung gegenüber Stan Lees Jean-Grey-Problem erwarten. Ich habe in einem der letzten Artikel geschrieben, dass der Professor in Jean verliebt war. Das war einer der gruseligsten und unangenehmsten Momente. Leider wird es hier nicht besser:

„Aber in einer Geschichte befiehlt Professor X Cyclops und Jean, sich in einem gemieteten Haus in Florida auszuruhen. Cyclops ist niedergeschlagen, aber Professor X zwinkert ihm telepathisch zu und sagt ihm, dass er dafür gesorgt hat, dass Cyclops Zeit allein mit Jean verbringen kann.“ Aus dem Zusammenhang gerissen ist das ein netter Moment. Zwar klingt es so, wie aus einer Teenie-Komödie, aber nett. Jedoch bekommen wir in diesen Geschichten nicht viel von Jeans Gedanken mit, sodass sie eher wie ein Preis als wie ein Mitglied des Teams wirkt. Es wird besser – beispielsweise gibt es eine Geschichte, in der Angel mit Scarlet Witch ausgeht und Jean ihrem Bruder Pietro sagt, er solle aufhören, ihr Verhalten kontrollieren zu wollen –, aber es fühlt sich trotzdem nicht richtig an. (McBride, 2013)

Das Ende

Was mir gefallen hat, waren die Crossovers mit anderen Marvel-Charakteren. So bekommt man ein echtes Gefühl für ein größeres Universum. Ich verstehe, dass Stan Lee und Jack Kirby am Anfang nicht so viele Crossover machen konnten, weil die relevanten Charaktere erst vorgestellt werden mussten. Jetzt gibt es Geschichten mit Doctor Strange, Curt Conners und den Skrulls. Sogar die alten Bösewichte haben einen Gastauftritt in der dritten Ausgabe.

Zu dieser Serie gibt es nicht mehr viel zu sagen. Sie ist eine großartige Einführung in die Charaktere, insbesondere für jüngere Leser*innen. Aber um ehrlich zu sein, freue ich mich nun auf die Comics von Chris Claremont und darauf, wie er die X-Men neu erfunden hat. Wie er ihnen eindrucksvolle Geschichten verliehen und aus ihnen vielfältige, dreidimensionale Charaktere gemacht hat. Wir werden uns dann die X-Men-Ausgaben Nr. 94 bis Nr. 110 etwas genauer ansehen.

Quellen

  • Agents of Atlas. (o. D.). In Wikipedia. Abgerufen am 19. September 2017.
  • TEC2030. (2017, 02. April). Guide to Reading X-Men Comics, Blogpost | comicvine.gamespot.com
  • McBride, C. (27. September 2013). Review: X-Men: First Class, Volume 1, Blogpost | theliteraryomnivore.wordpress.com

Ballet Revolución

Anlässlich eines Geburtstags war ich übers Wochenende in Stuttgart. Wenn ich in Städten wie Stuttgart ein paar Tage verbringe und ich an einem Abend noch nichts Spezifisches vorhabe, schaue ich gerne nach Veranstaltungen, die ich besuchen könnte. Das letzte Mal, als ich hier war, habe ich mir beispielsweise »Queen – We Will Rock You« angeschaut. Auch wenn das Musical ein Genuss war, so wollte ich es nicht schon wieder anschauen. Immerhin ist es erst ein paar Monate her. Also fiel meine Wahl dieses Mal auf »Ballet Revolución« – und ja, ich habe es immer falsch ausgesprochen.

Es sollte mein erstes „reines“ Ballett werden, wenn man so möchte. Doch da der Beiname „Revolución“ versprach, dass es etwas moderner gestaltet sein würde, war ich guter Hoffnung. Ich schaue mir ungern im Vorhinein etwas zu den Veranstaltungen an, die ich besuche. Ich möchte mich überraschen lassen. Es zum ersten Mal live mit den anderen Zuschauer*innen erleben. Ich machte mich zu gegebener Zeit also auf den Weg zum Theaterhaus. Da ich das Ticket schon einige Zeit zu Hause hatte, wusste ich nicht mehr genau, wo ich meinen Platz gebucht hatte. Die Nummerierung der Plätze lässt darauf auch nicht immer Schlüsse zu. Es war leicht abseits der Mitte, in der ersten Reihe der Tribüne. Also perfekter Blick über die Parkett-Reihen auf die Bühne.

Die ersten zehn Minuten waren wohl die anstrengendsten? Ich weiß nicht, ob dies das richtige Wort dafür ist. Es fiel mir schwer, reinzukommen, aber das ist durchaus des Öfteren der Fall. Ich schaue mir gerne neue Dinge an, da braucht es eine gewisse Eingewöhnungsphase. Die ersten zehn Minuten waren auch geprägt durch klassisches Ballett. Sofern ich das mit meinem vollumfänglichen Unwissen beurteilen kann. Die Musik wirkte etwas eintönig, dazu Balletttanz und gelegentliches Schreien der Tänzer*innen. Ich wusste nicht, ob es eine Zurschaustellung der Fertigkeiten ist, also reine Choreografie zur Musik, oder ob ich die Sprache des Balletts kennen müsste, um das, was auf der Bühne passiert, verstehen zu können.

Jedenfalls waren es beeindruckende Fertigkeiten, die alle auf der Bühne präsentierten, soweit ich das beurteilen kann. Die Dame, die neben mir saß, war ein guter Indikator, wenn schwierige Techniken oder Sprünge stattfanden, da sie diese stumm lobte. Eine gute Orientierung. Ich habe mich anfangs auch damit abgelenkt, herauszufinden, wer der attraktivste Tänzer des vorwiegend männlichen Casts ist. Eine selbstverständlich oberflächliche, unnötige und unfaire Ablenkung, aber was soll’s. Die Frage stellte sich rasch als irrelevant heraus, sobald der komplette männliche Cast plötzlich oben ohne auf der Bühne erschien. Für wenige Minuten hatte die Show den Anstrich einer Stripper-Show à la Chippendales. Ich hatte nichts dagegen.

Nach den anfänglichen Schwierigkeiten fand ich somit dann doch noch in die Show hinein. Wie sich herausstellen sollte, sind nur die anfänglichen ca. 10 Minuten der beiden Akte der Show von klassischem Ballett geprägt. Bereits am Anfang des zweiten Aktes konnte ich diesen schon mehr genießen, vor allem weil die Tänzer*innen einmal mehr mit den wohl schwierigsten Posen und Tanzeinlagen des Balletts aufwarteten. Der Rest der beiden Akte war gefüllt mit durchweg gut gespielten Covers von Songs. Den Anfang bildete ein gekonnt gesungenes Cover von Adeles »Hello«. Die Cover führten zu abwechslungsreichen und energiegeladenen Tanz-Performances. Die Tänzer*innen, gemeinsam mit der Band, verstanden es, Stimmung zu machen und das Publikum zu animieren, wie ich es selten erlebt habe – besonders bei dem eher zurückhaltenden deutschen Publikum.

Ich bin sehr froh, mich für »Ballet Revolución« entschieden zu haben. Es war eine neue Erfahrung. Mein erstes Ballett und dann auch noch in modernem Gewand. Etwas enttäuscht war ich, dass es keinen Merch zu kaufen gab. Seit Maria Theresia wollte ich es mir eigentlich angewöhnen, jedes Mal die CD mitzunehmen, als kleines Andenken und um immer wieder in die Show reinhören zu können. Entweder es gab wirklich keinen Merch oder ich habe den Stand einfach nicht gesehen. »Ballet Revolución« ist jedenfalls einen Besuch wert.

Schätze in Kisten

Es ist immer wieder erstaunlich, was man so alles in alten Kisten finden kann. Seit ein paar Wochen beschäftigt mich das Hobby Musik. Dazu gehört natürlich eine qualitativ gute Möglichkeit, diese anzuhören. Also mussten gute Kopfhörer her. Ich habe zuerst die »Sennheiser Momentum 4« getestet, aber die haben mir nicht ordentlich gepasst. Ungute Druckstellen machten das Tragen auf Dauer unangenehm. Ich habe sie wieder zurückgeschickt. Sie waren mir außerdem zu teuer, wenn man ehrlich ist. Ich brauche den ganzen Schnickschnack nicht. Noise-Cancelling und Bluetooth sind überflüssig, wenn man Lossless-Audiodateien im FLAC-Format anhört, da das alles zu Beeinträchtigungen führen kann.

Ein synaptischer Kurzschluss führte dazu, dass sich mein alterndes Gehirn daran erinnert hat, dass ich mir vor vielen, vielen Monden Beyerdynamic-Kopfhörer gekauft habe (DT 770 Pro, um genau zu sein). Nachdem ich diese ein paar Jahre hatte, habe ich aus Versehen den AUX-Anschluss am Kabel verbogen, was zu unschönen Effekten geführt hat. Aber vielleicht kann man sie günstig reparieren lassen. Ein entsprechendes Formular findet man auf der Herstellerseite recht schnell. Also habe ich sie mir herausgesucht und war erst einmal positiv überrascht. Der AUX-Anschluss war gar nicht so sehr verbogen, wie ich es in Erinnerung hatte. Man musste schon genau hinsehen, um es zu erkennen. Also habe ich sie getestet.

Weder am MacBook noch mit dem »Snowsky Echo Mini« waren irgendwelche Einschränkungen, Verzerrungen oder andere störende Effekte zu hören. Ich sparte mir also die Reparatur. Ich hatte sie sogar schon auf Reisen mit und sie haben problemlos ihre Dienste vollbracht. Das Einzige, was mich an den Beyerdynamic-Kopfhörern stört, ist das fixe Kabel. Warum nicht auch am Kopfhörer einen AUX-Anschluss anbringen, sodass man die Länge den eigenen Bedürfnissen anpassen kann? So läuft man ständig mit einem über 2 m langen Kabel herum. Entschieden zu viel. Vielleicht werden es noch Teufel Massive Kopfhörer, die durchaus gute Bewertungen haben und mit einem wesentlich kürzeren Kabel aufwarten, das man tauschen kann. Mehr Bass ist natürlich auch immer gut.

Ich habe nicht nur alte CDs gefunden, sondern auch noch perfekt funktionierende, hochwertige Kopfhörer. Ich glaube, dass sie die letzten 10 Jahre in der Kiste verbracht haben. Es lohnt sich also, immer mal wieder in den eigenen Beständen zu graben. Vielleicht entdeckt man den ein oder anderen Schatz, der ein neu entdecktes, altes Hobby wieder aufleben lässt.