FF: First Steps

Ich habe mir endlich den neuen Fantastic-Four-Film angesehen. Nach meinem MCU-Rewatch war ich durchaus optimistisch gestimmt. Die fünfte Phase des MCU war grundsätzlich schwierig und von unterschiedlichsten Qualitätsstufen geprägt. Doch sie endete mit Thunderbolts auf einem Höhepunkt. Ganz so, als würde sich Marvel wieder auf die einzelnen Filme konzentrieren. Qualität steht im Vordergrund und nicht unbedingt Quantität. Außerdem sah der Film anders aus. Geerdet und das CGI fügt sich gut in die Live-Action-Szenen ein. Trotzdem konnte ich mich lange nicht dazu überwinden, einen Blick in »Fantastic Four: First Steps« zu werfen.

Nun bin ich allerdings sehr froh, dass ich es getan habe. Es ist ein guter Auftakt für diese neue, wohl sehr prägende Phase des MCU. Der Film fühlt sich frisch an. Filme wie Thor haben sich abgehangen und fad angefühlt. Es war mehr vom Gleichen, nur schlechter. Doch FF ist neu und sieht so toll anders aus. Der Look ist retro und modern zugleich. Es sieht alles so echt und zum Anfassen aus. CGI und Praktisches fließen nahtlos ineinander. Es macht allein schon Freude, den Film anzuschauen, bevor man ein Auge auf die Story und Charakterentwicklung wirft. Aber auch hier muss sich First Steps nicht verstecken.

Wie schon bei Spider-Man verzichtet Marvel erfreulicherweise auf eine Origin-Story. Diese hatten wir in den vergangenen Jahrzehnten zur Genüge. Der Ursprung ihrer Kräfte wird zwar angerissen, aber angenehm kurz gehalten. Auch die ersten Kämpfe gegen Bösewichte werden in einer gut gemachten Montage zusammengeschnitten. Manche davon werden später für die Geschichte noch wichtig. Ich frage mich, wo diese Sorgfalt fürs Storytelling bei Filmen wie »Thor 4« oder »The Marvels« war. Hatten die Verantwortlichen damals zufällig Urlaub oder waren sie krank? Es ist aber schön, dass sie wieder da sind.

Die Charaktere an sich machen ebenso Spaß. Ich hatte immer mal wieder die Befürchtung zwischendurch, dass es zum Fremdschämen werden würde. Erinnerungen an die alten FF-Filme wurden wach. Doch die Charaktere um Susan, Reed, Johnny und Ben werden gekonnt in das Jahr 2025 geholt und modernisiert. Besonders bei Johnny hatte ich so meine Befürchtungen. Er wird zwar als Frauenheld charakterisiert, aber nicht darauf reduziert. Joseph Quinn ist eine tolle Wahl für den Charakter. Überhaupt ist der Cast ein Wahnsinn. Von Pedro Pascal, Vanessa Kirby, Ebon Moss-Bachrach, Ralph Ineson als Galactus und Julia Garner als Silver Surfer, machen alle eine gute Figur.

Das Besondere an First Steps ist allerdings die Atmosphäre. Der Film ist grundsätzlich hoffnungsvoll. Natürlich wird Marvels First Family herausgefordert und es gibt tragische Szenen. Doch darunterliegend findet man stets Hoffnung und einen Optimismus, den ich vermisst habe. Er wirkt nicht aufgesetzt, wie bei anderen neuen Einträgen ins MCU, sondern wirkt ehrlich und als Teil der Charaktere und ihrer Geschichte.

Die FF sind zurück und das in einer Qualität, die ich so nicht erwartet hatte. Ich bin sehr froh, dass es Marvel gelungen ist, zu ihren Stärken zurückzufinden. Es bleibt abzuwarten, ob sie dies aufrechterhalten können. Ich hoffe jedenfalls, dass sie sich für den zweiten Teil nicht zu viel Zeit lassen. Ich möchte tatsächlich mehr von den Fantastic Four sehen. Und wann konnte ich das das letzte Mal nach einem Marvel-Film ehrlich behaupten?

Die Kunst, zu telefonieren

Vielleicht liegt es an mir. Aber ich finde die Art, wie in unserer Gesellschaft mittlerweile ein Smartphone verwendet wird, äußerst fragwürdig. In einem Aspekt besonders. Die Telefonierfunktion ist natürlich schon seit vielen Jahren in den Hintergrund gerückt. Trotzdem sollte man doch wissen, wie man so etwas verwendet. Selbst wenn man es nur aus dem Fernsehen kennen sollte (oder Streaming), so weiß man doch im Allgemeinen, wie man einen Telefonhörer hält. Ein Ende ans Ohr, das andere vor den Mund. Im Idealfall Mikrofon und Lautsprecher richtig herum. Scheinbar ist es allerdings für viele schwierig, diese Konstellation auf ein Smartphone zu abstrahieren.

Ich weiß nicht, wie oft ich schon Menschen dabei beobachtet habe, einfach nur beim Vorbeigehen oder beim aufmerksamen Durch-die-Welt-Gehen, wie sie ihre Sprachnachrichten abhören. Manche halten das Telefon vor sich. Dabei ist der Lautsprecher auf das Gesicht ausgerichtet. Kann man machen. Lustig wird es, wenn dann der Lautsprecher an das Ohr gehalten wird und das Smartphone quasi im 90-Grad-Winkel vom Ohr absteht. Ist es eine geheime Information, dass man das Smartphone wie einen Telefonhörer ans Ohr halten kann und dann die Sprachnachricht aus dem oberen Lautsprecher kommt? Und zwar in einer Lautstärke, sodass es nur die betroffene Person hört und nicht der ganze Zug oder Bus. Oder weiß das nur ein ausgewählter Kreis an Personen?

Aber es geht noch absurder. Erst vor Kurzem habe ich jemanden im Zug beobachten dürfen. Dieser junge Mann hat kein Videotelefonat geführt, das Smartphone aber trotzdem entsprechend vor das Gesicht gehalten. Zwischendurch mal den Lautsprecher ans Ohr, damit er die andere Person versteht. Er ist nicht auf die Idee gekommen, das Smartphone „normal“ zu halten und so zu telefonieren. Er ist auch nicht auf die Idee gekommen, die Over-Ear-Kopfhörer, mit denen er später Musik oder so gehört hat, zum Telefonieren zu verwenden. Stattdessen wird der gesamte Zug damit belästigt.

Bin ich das Problem oder ist es wirklich so schwierig, ein Smartphone korrekt zum Telefonieren zu verwenden? Ist das etwas, das mit der Zeit komplett verloren gehen wird? So wie die Existenz von Röhrenfernsehern und Röhrenmonitoren nicht unbedingt als eine allgemeingültige Information gehandelt werden kann? Fragen, die wohl nur die Zeit beantworten kann.

Everything X-Men | Kirby & Lee (Teil 3/3)

Wie jeden Donnerstag werfen wir auch heute einen Blick in die Vergangenheit. Für mein Medienwissenschaftsstudium habe ich ein Projekt namens »Everything X-Men« auf die Beine gestellt. Ich habe mich darin eingehend mit den X-Men beschäftigt. Die Textreihe erschien sowohl auf einer eigenen Webseite als auch auf dem amerikanischen Blog »Rogues Portal«, bei dem ich drei Jahre mitwirkte. Die Texte des Projektes übersetze ich für die Aufbereitung hier mithilfe von DeepL und redigiere sie anschließend.

Bisher sind folgende Texte erschienen:

Heute geht es mit dem dritten und letzten Teil der Ära Kirby/Lee weiter.


Freund oder Feind

Mit jeder Ausgabe kommt ein neuer Mutant hinzu. Und bei jedem Mutanten spielt die Rekrutierung eine wichtige Rolle. Dafür hat der Professor ein Gerät entwickelt: Cerebro. Die Einführung von Cerebro, einem Gerät, das andere Mutanten aufspüren kann, war sehr unbefriedigend. In den Filmen muss Professor X mit dem Gerät verbunden sein, damit Cerebro funktioniert. In den Comics hingegen ist es ein eigenständiges Gerät. Und es ist in einen Schreibtisch eingebaut, einen Holzschreibtisch. Cerebro hat nichts Majestätisches oder Beeindruckendes an sich. Vielleicht ist das aber auch ein Vorteil.

Bei der Frage der Rekrutierung und Suche nach anderen Mutanten kann man eine gewisse Diskriminierung nicht ignorieren. Sie sind sehr streng, was ihre neuen Mitglieder angeht. Ein Thema, das mich stört, ist Folgendes: Auf der einen Seite stehen die X-Men und auf der anderen Seite die Bruderschaft der bösen Mutanten. Magneto hat die Gruppe gegründet, und die ersten Mitglieder sind The Toad, Pietro alias Quicksilver, Wanda alias Scarlet Witch und Mastermind. Immer wieder kämpfen die beiden Teams um neue Mitglieder. Das Problem dabei ist, dass es offenbar keine Alternative zu diesen beiden gibt. Mutanten schließen sich ihnen entweder an oder – nun ja, was genau? Ich weiß nicht, was passiert, wenn sie sich keinem der Teams anschließen wollen, aber es klingt immer wie ein Ultimatum.

Nehmen wir zum Beispiel Blob. Die X-Men gehen so unvorsichtig auf ihn zu, dass es kein Wunder ist, dass er sich keinem der beiden Teams anschließen will. Nach ihrem anfänglichen Scheitern greifen sie ihn an, und natürlich wehrt er sich. In dieser Situation waren die X-Men selbst die eigentliche Bedrohung. Und der größte Fehler ihres Vorgehens ist, dass sie ihm sofort ihre richtigen Namen nennen. Keine geheimen Identitäten, keine Kostüme oder Ähnliches – nur ihre richtigen Namen und Alltagskleidung. Zugegeben: Wären sie etwas empathischer gewesen, hätten sie die Geheimidentität wahrscheinlich nicht gebraucht.

Hier sind einige Beispiele für Charaktere, um die Charles und Magneto (dessen richtiger Name in diesen 19 Ausgaben nie genannt wird) kämpfen: Prinz Namor/Sub-Mariner (der die Gesetze der Physik auf unschöne Weise beugt), Unun (der von seinen eigenen Kräften besiegt wird), Ka-Zar alias Lord of the Jungle (der in einem geheimen Land unter der Antarktis lebt) und einige andere. Zwei der faszinierendsten Bösewichte dieser Ära (neben dem oben erwähnten Juggernaut und der Bruderschaft) sind The Stranger und Luzifer.

Ja, richtig gehört, sie kämpfen sogar gegen Luzifer selbst. Oder zumindest Charles Xavier tut es. Luzifer ist derjenige, der den Professor in den Rollstuhl gebracht hat (wobei ich die Erklärung aus dem Film »X-Men: First Class« besser finde), und jetzt ist er zurückgekehrt, um Rache zu nehmen. In dieser Ausgabe müssen die X-Men auch gegen die Avengers kämpfen, denn wenn sie Luzifer zu früh besiegen, wird eine Bombe explodieren. Es ist eine großartige Ausgabe, und ich glaube nicht, dass Luzifer ein Mutant ist. Sondern nur ein Mensch mit viel Zeit und Ressourcen. Quasi wie Batman.

The Stranger ist ebenfalls sehr faszinierend. Und interessanterweise ist er nicht einmal ein Mutant, sondern ein Außerirdischer. Die elfte Ausgabe ist auch die Quelle eines außergewöhnlich guten Zitats (Achtung, Sarkasmus voraus) eines Zivilisten: „Holt einen Arzt! Die Frauen fallen hier wie die Fliegen um!!“ Man beachte die beiden Ausrufezeichen am Ende, die für eine so großartige Aussage notwendig sind. Abgesehen davon ist die Ausgabe eine gute Lektüre. The Stranger stammt von einem anderen Planeten und rekrutiert mutierte Kreaturen, um sie zu studieren – er nimmt Magneto und The Toad mit und lässt Mastermind in Stasis zurück. Dieses Ende war sehr überraschend, und keine der beiden Seiten kann wirklich gegen die Bedrohung kämpfen. Er ist einfach zu mächtig. Ich könnte mich irren, aber ich glaube, dies könnte auch die erste Ausgabe sein, die mit einem Teaser am Ende endet! Zumindest fühlte es sich mehr wie ein Cliffhanger/Teaser an als in den vorherigen Ausgaben.

Fazit

Sobald man anfängt, nach Quellen für Artikel wie diesen zu suchen, kann es schnell wie ein Fass ohne Boden erscheinen. Eins führt zum anderen, und man hat Dutzende von Aufsätzen, Büchern und Artikeln zu lesen und zusammenzufassen, damit man nicht vergisst, dieses oder jenes Thema oder diesen oder jenen Hinweis zu erwähnen. Ich bin Perfektionist, und gerade der erste Artikel dieser Reihe sollte spannend sein.

Ich wollte einen Überblick über die Entstehung der X-Men sowie über die Art und Weise geben, wie sie dargestellt wurden. Dazu habe ich mich auf eine Handvoll Quellen und meine Interpretation des Materials konzentriert. Eines möchte ich jedoch erwähnen: Ich habe nicht über die Bezüge zum Kalten Krieg gesprochen, weil andere das bereits viel besser getan haben, als ich es jemals könnte. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich etwas Neues beitragen könnte. Stattdessen war es mir wichtig, aus einer anderen Perspektive ausführlich über die ursprüngliche Serie zu sprechen und den Leser*innen hoffentlich einige Anregungen zu geben, sich ebenfalls diese frühen Ausgaben anzuschauen.

Der nächste Artikel wird sich mit der »Comic Book Authority« befassen, und dann setzen wir unsere Reise mit Neal Adams und Roy Thomas (Ausgaben Nr. 55 bis Nr. 66) fort.

Quellen:


Ich hatte ganz vergessen, wie lang die Texte teilweise geworden sind. Trotzdem fällt mir jetzt auf, wie kurz sie in gewisser Weise auch waren. Immerhin bespreche ich drei Jahre an X-Men-Geschichten. Vieles habe ich teilweise nur angedeutet oder verkürzt dargestellt. Themen, die ich aus heutiger Sicht betrachtet gerne ausführlicher besprechen würde. Aber die Texte sind immerhin 8 Jahre alt und ich habe mich in dieser Zeit auch weiterentwickelt. Trotzdem ist es interessant, die Texte von »Everything X-Men« durchzugehen, und ich bin schon sehr gespannt, wie die nächsten Texte ausfallen.

Von Statistiken und Videospielen

Einer meiner liebsten YouTube-Kanäle ist »Daryl Talks Games« (DTG). Es ist wohl einer der Kanäle, den ich am längsten verfolge und sogar auf Patreon unterstütze. Er hat durch anregende Essays auf sich aufmerksam gemacht. DTG analysiert Videospiele auf äußerst spannende Weise. Besonders in der Frühzeit des Kanals haben psychologische Studien eine zentrale Rolle gespielt. Das heißt, die Analysen hatten obendrein noch einen wissenschaftlichen Touch. Das hat mich natürlich begeistert und mitgerissen. Der Produktions- und Rechercheaufwand davon scheint allerdings immens gewesen zu sein. Denn der Kanal ist mit der Zeit von diesen eher wissenschaftlich inspirierten Analysen weggegangen. Das hat jedoch dazu geführt, dass sich die Essays etwas freier anfühlen und mehr emotionale Wucht in sich tragen. Nicht, dass die vorherigen Essays das nicht getan hätten. Es ist eben anders, aber gut, anders.

Vor drei Jahren hat DTG ein Experiment gestartet, das es seither als jährliche Tradition gibt: das Backlog-Video. Das erste Jahr war eine Mammutaufgabe. Daryl wollte seinen gesamten Backlog in einem Jahr aufholen. Das war sehr engagiert, gelinde gesagt. Dadurch war das Jahr unter anderem von Stress, zu viel zwanghaftem Spielen und anderen Effekten geprägt. Doch mit der Zeit wurde das Format lockerer. Ein Thema, das sich, wie es scheint, durch den gesamten Kanal zieht. Ich mag das. Dieses Jahr habe ich mich davon anstecken lassen und möchte über die nächsten Monate am Backlog-Experiment teilnehmen. Ich liebe Statistiken über mein Konsumverhalten und kaum etwas lässt sich besser tracken als die Stunden, die man in Spielen verbringt.

Ich habe mir die Tabelle von DTG als Vorbild genommen und auch seine Spielzeiten dürften mehr oder weniger mit meinen übereinstimmen. Im Schnitt geht er von 40 Spielstunden pro Monat aus. Über die Wochen und Monate wird sich ein klareres Bild davon ergeben, aber als Startpunkt ist das schon mal nicht schlecht. Des Weiteren ist das Ziel, drei Spiele pro Monat durchzuspielen. Auch das sollte hinkommen, wenn man bedenkt, dass manche Spiele auf meinem Stapel auch 10 Stunden und weniger als How-Long-To-Beat-Zeit aufweisen. Ansonsten gibt es nichts Spezielles zu beachten. Es soll die Freude an Videospielen und dem Medium im Zentrum stehen.

Natürlich habe ich schon eine gewisse Vorauswahl an Spielen getroffen. Das ist aber nur eine erste Idee und kann sich natürlich ändern. Grundsätzlich ist es ein nobles Unterfangen, den eigenen Backlog auf eine mehr oder weniger strukturierte Weise anzugehen. Mit diversen Sales auf Steam und anderen Plattformen hat sich eine ordentliche Bibliothek angesammelt. Ich möchte zumindest die meisten Spiele davon angespielt haben. Den Anspruch, alles durchzuspielen, habe ich nicht. Manche werden mir schlichtweg nicht zusagen. Auch das ist im Backlog-Experiment erlaubt: Spiele abbrechen, die man nicht mag.

Zum Schluss möchte ich noch zwei Webseiten empfehlen, die mir in der Vorbereitung weitergeholfen haben. Zum einen natürlich die bereits angesprochene Seite howlongtobeat.com. Damit lässt sich herausfinden, wie lange man für ein Spiel in etwa benötigen wird. Man kann auch den eigenen Steam-Benutzernamen eingeben und sich eine Liste der eigenen Bibliothek ausgeben lassen. Dann wäre da noch exophase.com. Diese Seite habe ich benutzt, um meine bisher gespielten PlayStation- und Xbox-Spiele und die darin verbrachte Zeit in Erfahrung zu bringen.

Das alles habe ich in eine Numbers-Tabelle (die Excel-Alternative von Apple) kopiert, etwas aufgehübscht und fertig war eine Liste, mit der man gut arbeiten kann. Wenn ich mir schon eine Übersicht mache, dann richtig. Aber wirklich komplex oder aufwendig war diese Vorbereitung nicht. Nun kann es an das eigentliche Spielen gehen. Immer mal wieder trage ich die Spiele und Zeiten in der Monatsübersicht ein, aber das war es dann auch schon. Immerhin will ich nicht mehr Zeit mit der Pflege der Liste verbringen als mit dem Abarbeiten des Backlogs. Mich motiviert dieses Experiment. Ich bin äußerst neugierig, wie es sich im Laufe des Jahres weiterentwickeln und vielleicht verändern wird. Spätestens im November 2026 werde ich wieder berichten.

  • YouTube | Daryl Talks Games | I Let Viewers Make My 2025 Gaming Backlog. Here’s What Happened.

Auf nach Pharloom

Ich konnte nicht anders. In den vergangenen Wochen habe ich so einige Runden in »Hollow Knight« gedreht. Doch für einen Steel-Soul-Run war ich noch nicht motiviert genug. Also habe ich mich in den Nachfolger »Silksong« gestürzt. Das Spiel ist jetzt schon, nur wenige Wochen bzw. Monate nach Veröffentlichung, berühmt-berüchtigt für den scharfen Schwierigkeitsgrad. Das Let’s Play von Jokerface, welches ich fleißig mitverfolge, ist gespickt mit stundenlangen Bosskämpfen und frustrierenden Parkour-Einlagen. Also genau das Richtige für mich. Oder?

Ich schreibe diese Zeilen Anfang November und wenn dieser Text veröffentlicht wird, werden schon zig Stunden in »Silksong« geflossen sein. Doch öfter als einmal die Woche möchte ich eigentlich nicht über Spiele berichten. Es gibt noch mehr Themen, die mich beschäftigen. Jedenfalls bin ich nach den ersten Stunden in dieser Spielwelt äußerst angetan. Der Vorgänger »Hollow Knight« ist fast schon in Schwarz-Weiß getaucht, die Geschichte undurchdringlich – man muss den Hinweisen penibel folgen. Die Atmosphäre ist melancholisch, die Hoffnung dieser Welt scheint verloren gegangen zu sein. Trotzdem ist sie fesselnd, spannend, und es macht Spaß, sie zu erkunden. Immer wieder.

»Silksong« ist anders. Der zweite Teil der Reihe hat eine inhärente Putzigkeit. Die Welt ist farbenfroher, positiver und optimistischer. Das fängt bei Charakteren wie Sherma an. Sie ist eine Pilgerin auf dem Weg zur Zitadelle, wie so viele Charaktere im Spiel. Ihr Glaube und ihre Musik tragen sie. Ich könnte ihr stundenlang zuhören, wie sie mit ihren Glöckchen Musik macht und dazu singt. Es hat etwas Beruhigendes. Oder Shakra, die Kartografin (und ebenfalls eine Kriegerin) dieser Welt, die nach ihrer Meisterin sucht. Auch sie versucht, durch Gesang sie zu finden und auf sich aufmerksam zu machen. Auch ihr könnte ich stundenlang zuhören. Musik prägt »Silksong«. Es kommt Glockenläuten vor, Quests haben mit Musik zu tun und immer wieder arbeiten Mechanismen mit Klang und Sound. Akustisch ist »Silksong« ein Traum.

Auch ein Unterschied zum Vorgänger sind die Charaktere selbst. Man spielt nicht mehr ein namenloses Gefäß eines Kriegers, sondern Hornet. Man kennt sie aus dem ersten Teil. Sie hat einen Namen und spricht. Das unterscheidet sie schon mal vom Hauptcharakter aus Teil 1. Dadurch wird die Geschichte deutlicher und nachvollziehbarer. Der Austausch mit den Charakteren macht Freude beim Lesen und man hilft dabei, diese Welt besser zu machen. Außerdem ist sie ein starker weiblicher Charakter. Viele große Hollywood-Produktionen scheitern daran, echte, nachvollziehbare Charaktere zu schaffen, besonders wenn es sich um weibliche Hauptcharaktere handelt. Das Team rund um »Silksong« schafft dies hier mit einer beneidenswerten Leichtigkeit. Und Hornet ist bei weitem nicht der einzige weibliche Charakter. Viele der Charaktere lassen sich weiblich lesen. Ich finde das großartig.

Zum Schwierigkeitsgrad kann ich noch nicht so viel sagen. Dazu bin ich noch nicht allzu weit vorgedrungen. Doch wie auch schon in »Hollow Knight« muss man natürlich mit Bedacht vorgehen. Man kann sich nicht einfach in Gegnerhorden stürzen oder versuchen, durch die Welt zu laufen. Das funktioniert nicht. Auf einen Gegner konzentrieren, die Muster und Angriffe lernen, dann zum Nächsten. So fallen die Gegnerwellen, denen man sich immer mal wieder stellen muss, leichter. Es ist wichtig, die größeren Bedrohungen zuerst auszuschalten und sich so vorzuarbeiten. Am Anfang hat man auch noch nicht alle Fertigkeiten. Diese schaltet man erst frei. Manche Bosse lasse ich also erst einmal in Ruhe und komme später wieder zurück, wenn ich etwas besser bin und mehr Fertigkeiten habe.

Ein großes Thema bei der Veröffentlichung war das Nach-unten-Schlagen. War es in »Hollow Knight« ein senkrechter Schlag nach unten, so stürzt sich Hornet im 45-Grad-Winkel nach links oder rechts unten. Das ist gewöhnungsbedürftig. Zwar kann man das durch eine spätere Fertigkeit ändern, doch man muss erst einmal dorthin kommen. Ich weiß noch nicht, ob ich es ändern werde. Immerhin ist es von den Entwickler*innen so vorgesehen. Jedoch lassen sie den Spieler*innen auch die Wahl. Ich werde mich etwas durchprobieren und dann entscheiden.

Die Welt von »Silksong« zu erkunden, auch wenn ich parallel das Let’s Play von Jokerface weiterschauen werde, macht Freude. Die Detailverliebtheit, die in diese Welt geflossen ist, spürt man. Ich bin sehr gespannt, wie lange ich damit beschäftigt bin und wie schwer die kommenden Bosse wirklich sein werden. Die positive Grundstimmung und die tollen Charaktere machen es einem allerdings sehr schwer, zurückzutreten und das Spiel zu verlassen. Man will ihnen helfen und sehen, wo ihre Reise hingeht. Und natürlich will man die Geschichte von Hornet besser kennenlernen. Erfährt man mehr über ihre Vergangenheit? Warum wurde sie in diese Welt entführt? Wie verändert diese Welt und ihre Bewohner Hornets Einstellung? Alles spannende Fragen, die hoffentlich noch erkundet werden.

Emanzipation von Vergleichen

Es ist wahrlich nicht leicht. Jedoch für die eigene psychische Gesundheit notwendig. YouTuber sind in keiner Welt eine Metrik, die man zum Vergleich heranziehen sollte. Besonders diejenigen, die von ihren Kanälen, Patreon-Unterstützer*innen und Co. leben können. Seien es BookTuber, die Bücher vorstellen, oder diejenigen, die in der Welt von Warhammer und Table-Top-Gaming zu Hause sind. Man darf nie vergessen, dass diese Kanäle ihr Job sind. Sie haben den ganzen Tag Zeit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und zu beschäftigen. Natürlich kann man da nicht mithalten.

Wenn jemand jeden Tag ein paar Stunden Zeit hat, um zu lesen, dann kommen da in einem Monat einige Bücher zusammen. Wenn jemand den halben Tag zur Verfügung hat, um Figuren zu bemalen und an diesen zu arbeiten, dann hat dieser Mensch rasch eine Armee bemalt. Außerdem müssen sie das machen. Immerhin müssen sie Content produzieren, Videos veröffentlichen. Das ist nicht gerade wenig Aufwand. Ich glaube, manche arbeiten, was die Stunden anbelangt, mehr als einen Vollzeitjob und haben vielleicht nicht immer die größte Freude daran. Wobei das hoffentlich zu den Ausnahmen gehört.

Deshalb ist ein Vergleich mit diesen Content produzierenden Menschen nicht sinnvoll und auch nicht gesund. Wenn jemand ein Buch im Monat liest, ist das doch sehr viel mehr wert, als wenn man durch die Bücher hetzt und sich nichts merken kann. Da beschäftige ich mich lieber intensiver damit, mache mir Notizen, markiere mir Stellen und hebe so die Erfahrung der Geschichte und ihrer Charaktere auf ein anderes Level. Oder ich lasse mir Zeit beim Bemalen von Figuren. Immerhin sollen sie hübsch aussehen, und ich mache das für mich und nicht, um einer künstlichen Frist hinterherzujagen. Ich muss keine Videos produzieren. Oder ich baue nur gelegentlich Klemmbausteinsets. Wer hat schon den Platz für 17 Burgen und 25 Raumschiffe?

Vergleiche sind immer schwierig, und man sollte generell versuchen, sie zu vermeiden. Natürlich gelingt das nicht immer. Doch besonders, wenn es um Influencer oder YouTuber oder all die anderen Menschen geht, die mit ihrem Content ihren Lebensunterhalt verdienen, können Vergleiche schnell problematisch werden. Man redet sich selbst schlecht, weil man nicht genug liest oder macht oder malt oder baut. Für die meisten sind und bleiben es Hobbys, die Freude machen sollen. Immerhin geben wir unser Geld dafür aus und manchmal nicht gerade wenig. Da möchte ich so viel aus dem Erlebnis ziehen, wie nur möglich. Videos darüber dürfen andere machen.

Was ist die Herausforderung?

Ich schaue aktuell wieder vermehrt »Star Trek: The Next Generation«. Die Serie mag schon das ein oder andere Jahr auf dem Buckel haben, trotzdem wird sie nicht alt. Und dank der Überarbeitung von vor einigen Jahren sieht die Serie tatsächlich auch noch sehr gut aus. Sie gewährt auch einen Blick in die Struktur von Serien, wie sie damals normal war. Staffeln hatten über 20 Folgen und viele Probleme und Herausforderungen der Protagonist*innen wurden in 42 Minuten gelöst. Eine Kunst, die heute etwas verloren gegangen scheint.

In alten Serien – man muss gar nicht mal so lange zurückgehen, um weitere Beispiele zu finden – war es Standard, dass ein Handlungsbogen innerhalb einer Folge abgeschlossen wird. Heute füllen solche Handlungsstränge ganze Staffeln. Zugegeben, man muss schon suchen, um Serien zu finden, deren Staffeln über 10 Folgen haben. Trotzdem wird vieles auf eine außergewöhnliche Länge gestreckt. Das ist manchmal berechtigt, ebenso oft könnte man es aber auch auf einen Zweiteiler zusammenkürzen. Doch durch die Geschichten wird trotz allem in TNG nicht gehetzt. Es gibt auch die ruhigeren Momente.

Erst letztens sah ich Anfang der zweiten Staffel einen Moment zwischen Guinan und Wesley. Mehrere Sekunden sagte niemand etwas von beiden. Der vorangegangene Dialog bzw. die Frage von Guinan hing einfach in der Luft. Der Moment bekam Zeit, zu wirken. Ich mag das. Das ist ein angenehmes Gefühl, wenn man als Zuschauer*in nicht für dumm verkauft wird oder als jemand, dessen Aufmerksamkeitsspanne nur bis zum nächsten Ping des Smartphones reicht. Natürlich muss man sich bei TNG auf das Ganze einlassen können. Manches wirkt aus heutiger Sicht kitschig oder man würde es so nicht mehr machen. Trotzdem kann man es sich noch sehr gut ansehen. Und die philosophischen Aspekte haben nichts an ihrer Aktualität verloren.

Beispielsweise in der finalen Folge der ersten Staffel („The Neutral Zone“). Die Romulaner kehren in das Star-Trek-Universum zurück. Währenddessen muss sich die Crew der Enterprise mit drei Menschen auseinandersetzen, die aus der Zeit gefallen sind. Bei ihrem Tod wurden sie eingefroren und die Kapsel vergessen. Sie sind die einzigen Überlebenden dieses Cryo-Prozesses. Mehrere Jahrzehnte, wenn nicht gar über 100 Jahre, liegen zwischen ihrem Einfrieren und dem Erwachen auf der Enterprise. Einer von ihnen ist Kapitalist und war zu seiner Zeit ein wohlhabender Mann. Langsam kann Picard ihm bewusst machen, dass es auf Geld oder Besitz nicht mehr ankommt. Dies habe die Menschheit überwunden. Die Frage des Mannes daraufhin lautet schlicht: »What’s the challenge?« (Was ist die Herausforderung?)

Und die ebenso einfache und einleuchtende, doch gleichzeitig so schwere Antwort von Picard lautet, sich selbst zu verbessern. Zu wachsen, zu lernen, über sich hinauszuwachsen. Star Trek war schon immer die Idee einer optimistischeren Zukunft. Ein Vorschlag, wie wir es besser machen könnten. In der Welt von Star Trek ist die Menschheit durch ihre dunkelste Stunde gegangen, bevor es die Erleuchtung gab. Bevor man einen alternativen Weg gesehen hat. Befinden wir uns gerade in der dunkelsten Stunde? Manchmal kommt es mir so vor. Vielleicht besinnen wir uns ja doch noch eines Besseren und lernen, dass es auf Besitz und Reichtum nicht ankommt. Die Herausforderung ist, besser zu sein als gestern. An sich selbst zu arbeiten, zu lernen und die Menschheit ein klein wenig in eine bessere Zukunft zu führen.

Ausgaben 2025

Wer meinen Blog schon länger verfolgt, wird wissen, dass ich meine Ausgaben gerne mit der App/Webseite »You Need A Budget« tracke. Seit Jahren verwende ich YNAB, um einen Überblick über meine Ausgaben zu behalten. Der Service kostet mittlerweile selbst eine gute Stange Geldeinheiten, aber aktuell ist es mir YNAB noch wert. Ich habe bisher allerdings nur einen Teil von YNAB genutzt. Nämlich das Aufzeichnen der Ausgaben an sich. Natürlich schaue ich gelegentlich in die Zusammenfassungen der Monate rein oder in andere praktische Übersichten. Trotzdem kann man noch mehr herausholen.

Deshalb habe ich mich Ende November einmal hingesetzt und mir einen Überblick über die größten Ausgaben dieses Jahres gemacht. Dazu habe ich nach und nach jeden einzelnen Monat herausgefiltert und nach den Ausgaben sortiert. Die größten Posten habe ich mir dann manuell in mein Journal eingetragen. So habe ich auf einer Doppelseite einen hervorragenden Überblick, wofür ich dieses Jahr Geld ausgegeben habe. Immerhin kann ein Jahr sehr lang sein. Manches hat man schon wieder vergessen, andere Dinge vielleicht verkauft oder gar nicht mehr auf dem Schirm, dass es dieses Jahr war.

Es mag nicht immer einfach sein, sich den nackten Zahlen zu stellen, aber es ist notwendig, wenn man sich verbessern möchte. Wenn all die Ausgaben auf einem Blatt vor einem liegen, kann man diese Monat für Monat durchgehen und mit entsprechendem Abstand beurteilen, ob sich diese Ausgaben gelohnt haben oder nicht. Das Klimagerät hat sich beispielsweise sehr bezahlt gemacht und mir im Sommer gemütliche Abende beschert, während einige Klemmbausteinsets oder Blu-rays nicht hätten sein müssen. Das sind aber nur drei Beispiele von vielen, die sich im Laufe eines Jahres ansammeln. So habe ich für mich das Gefühl, ich kann für nächstes Jahr oder den nächsten Neustart von YNAB etwas dazulernen. Das ist nämlich das Ziel.

Ich habe im Dezember mit einem frisch aufgesetzten YNAB angefangen. Nochmal alles auf null zu setzen und von vorne zu beginnen, kann durchaus helfen, sich auf neue Ziele zu konzentrieren. Es richtet den Fokus neu aus. In YNAB gibt man jedem Euro einen Job. Mit einem frischen Blatt, wenn man so will, kann ich jede Kategorie neu bewerten. Benötige ich diese wirklich? Wie viel möchte ich jeden Monat dort reinstecken? Was kann ich mir sparen und wo ist es besser angelegt? Das reicht von Versicherungen, Kredit, Lebensmitteln, Kosmetikartikeln über Abos, Urlaubsplanung, Essen gehen und Hobbys in alle einzelnen Lebensbereiche hinein. Ich mache fast jedes Jahr einen dieser Neustarts. Nicht nur wirft man damit alten Ballast ab, es fühlt sich auch optimistischer an. Man hat sich mit der Vergangenheit auseinandergesetzt und ist nur bereit, sich auf die Gegenwart zu konzentrieren und in die Zukunft zu blicken.

Regelmäßigkeit

Gesundheitstipps gibt es wie Sand am Meer. Welche man befolgen sollte und nützlich sind, ist eine äußerst persönliche Entscheidung. Denn bei Gesundheit gilt mehr als in anderen Bereichen: ausprobieren und selbst herausfinden, was am optimalsten funktioniert. Ernährung ist nur ein Bereich von Gesundheit. Einzelne Studien können immer mal wieder Ausreißer ins Zentrum stellen. Wichtig sind hier die Metastudien, die sich einen Überblick über das Ganze verschaffen und Tendenzen besser feststellen können. Deshalb mag ich das Buch »Der Ernährungskompass« von Bas Kast so gerne, weil er genau das macht.

Ernährung ist allerdings nur ein Aspekt. Sport ist ein anderer. Kategorien wie zu viel oder zu wenig sind eine persönliche Entscheidung und werden sich mit der Zeit verändern. Wie intensiv verträgt man es und was kann der eigene Körper aushalten? Immer wieder interessante Fragen und manchmal an die Grenzen zu gehen kann durchaus spannend sein. Manchmal übersieht man die Ruhephasen, die der Körper braucht. Diese sollten natürlich nicht zu ausgedehnt sein, aber ein paar Tage Ruhe können Wunder wirken.

In all diesen Bereichen ist Regelmäßigkeit ein Schlüssel zu nachhaltigem Erfolg. Ein Bereich, den ich bisher eher unterschätzt habe, ist Schlaf. Natürlich braucht man ausreichend Schlaf. Für mich ist der Sweetspot siebeneinhalb Stunden. Manche benötigen mehr, andere weniger. Im Oktober und November hatte ich eine Zeit, in der ich sehr unregelmäßig ins Bett gegangen bin. Das konnte um 21 Uhr sein, oder aber auch um Mitternacht. Besonders am Wochenende, das kennen wohl viele, geht man gerne etwas später ins Bett.

Doch für mich ist eine konstante Uhrzeit, zu der ich ins Bett gehe, Gold wert. Ich versuche auch am Wochenende nicht zu spät ins Bett zu gehen und fahre mit dieser Strategie sehr gut. Man liest ja des Öfteren Tipps, die empfehlen, dass eine regelmäßige Bettroutine positive Auswirkungen hat. Aber wie die meisten Gesundheitstipps sind das doch sicherlich nur Richtlinien. Können sie natürlich sein, doch für mich funktioniert es erstaunlich gut. Durch die Regelmäßigkeit fühle ich mich erholter, ausgeruhter und entspannter.

Gesundheit ist ein sehr persönliches Thema. Für die meisten funktioniert A, für andere B und dann gibt es die Ausreißer C. Erst einmal sollte man sich wahrscheinlich an dem orientieren, was für die meisten funktioniert. Experimentieren und herausfinden, was dem eigenen Körper guttut, ist stets ein interessantes Unterfangen. Und zu 100 % korrekt, muss man sowieso nichts machen. Ausnahmen bestätigen immerhin die Regel.

Everything X-Men | Kirby & Lee (Teil 2/3)

Heute ist Donnerstag, das heißt, wir werfen einen Blick in die Vergangenheit. Und zwar sehen wir uns die Textreihe »Everything X-Men« an, die ich als sogenanntes Projektstudium für mein Medienwissenschaftsstudium geschrieben habe. Darin habe ich mich ausführlich mit den X-Men beschäftigt. Die Texte habe ich damals auf Englisch verfasst, möchte sie heute aber in Deutsch präsentieren. Die initiale Übersetzung (auch der vorkommenden Zitate) habe ich mit DeepL gemacht. Natürlich redigiere ich die Texte danach noch.

Bisher sind folgende Texte erschienen:

Vergangene Woche begannen wir mit der Ära Kirby/Lee. Heute geht es weiter mit dem zweiten Teil des Textes.


Die Charaktere

Ein wiederkehrendes Thema in Stan Lees X-Men-Reihe sind die Trainingseinheiten, die zu Beginn fast jeder Ausgabe stattfinden. Scott, Bobby, Hank und Warren werden sogar im Rahmen einer solchen Einheit vorgestellt. Auf diese Weise lernen wir ihre Fähigkeiten kennen und können ihre Kameradschaft einschätzen. Wie sie miteinander umgehen und wie ihre Beziehung zueinander ist. Es scheint auch ein sehr militärischer Ansatz für die Geschichte zu sein, da Professor X ihnen immer wieder genaue Zeitvorgaben macht, die sie einhalten müssen. Er sagt Dinge wie „Ihr habt drei Sekunden Zeit“, „Ihr habt genau 15 Sekunden Zeit“ oder Ähnliches.

Die Fähigkeiten der Kinder werden sehr früh deutlich. Im Gegensatz zu ihnen scheinen die Fähigkeiten des Professors zu wachsen oder zu schwinden – immer passend zur Geschichte. Zunächst scheint es, als hätte Xavier nur mentale Fähigkeiten, um Gedanken zu lesen. Aber manchmal werden diese so weit ausgebaut, dass er Erinnerungen löschen kann. Kann er Menschen wie in den Filmen kontrollieren? Diese Frage wird in den ersten Ausgaben leider nicht beantwortet. Er hat jedoch eine weitere Fähigkeit, die Anlass zur Sorge gibt: Astralprojektion.

Das erste Mal, dass ich dieser Fähigkeit in anderer Form begegnete, war in den ersten Staffeln der Fernsehserie »Charmed«, in der Prue diese Fähigkeit entwickelt. Wenn sie eine Astralprojektion vornimmt, kann sie diese Projektion ihrer selbst jederzeit deaktivieren. Das scheint plausibel, da es sich um eine mentale Erweiterung des Geistes handelt, die nicht an einen physischen Gegenstand gebunden ist. Die Astralprojektion des Professors muss jedoch zu ihrem Besitzer zurückkehren, bevor sie deaktiviert werden kann. Interessant ist auch, dass Magneto offenbar ebenfalls über mentale Fähigkeiten verfügt – zumindest bis zu einem gewissen Grad.

Dies würde nahelegen, dass sie irgendwie miteinander verwandt sind, was eine Wendung wäre, die ich nicht erwartet hätte. Aber der Professor ist mit einem anderen Mutanten verwandt: dem Juggernaut. Er ist sein Stiefbruder und heißt Cain Marko (Kain; wie in Kain und Abel). Cain erhielt seine Kräfte aus einem Tempel der dunklen Magie und dem magischen Gegenstand Cyttorak. Er ist eine unaufhaltsame Kraft. Die zweiteilige Geschichte, die in den Ausgaben # 12 und # 13 erzählt wird, gehört zu meinen Favoriten aus dieser Zeit.

Besonders # 12 ist wie ein Horrorfilm inszeniert und erinnert mich ein wenig an »Alien«. Der Professor weiß, was kommen wird, und lässt seine Schüler Vorbereitungen treffen, während sich der Juggernaut nähert. Aber wir sehen ihn nie direkt, er wird nur angedeutet. Jack Kirby hat unglaubliche Arbeit geleistet. Die Geschichte ist sehr spannend und auch ein bisschen beängstigend, obwohl alles am helllichten Tag passiert. X-Men # 12 ist auch ein großartiges Beispiel für die Teamarbeit der Kinder. Sie haben sehr hart trainiert und können nun von diesen intensiven Anstrengungen profitieren.

Leider wird Jean Grey in den ersten paar Ausgaben nicht gut behandelt. Und mit „paar“ meine ich etwa 14 Ausgaben. Es beginnt in den ersten drei Comics und wird von da an immer gruseliger. Ihre vermeintlichen Freunde bezeichnen sie als umwerfend, wunderschön und sind davon besessen, sie ständig zu berühren. Wenn sie nicht da ist (und manchmal sogar, wenn sie da ist), streiten sie sich darum, wer ihr Freund sein soll. Es ist sehr frustrierend, zu sehen, wie sie behandelt wird – als hätte sie in dieser Angelegenheit nichts zu sagen.

Der unangenehmste Moment von allen ereignet sich jedoch während eines Dialogs in der dritten Ausgabe, als der Professor denkt: „Als ob ich mir keine Sorgen um die Person machen könnte, die ich liebe! Aber ich kann es ihr niemals sagen! Ich habe kein Recht dazu! Nicht, solange ich der Anführer der X-Men bin und an diesen Rollstuhl gefesselt bin!“ [Ausgabe Nr. 3]

Wie John Darowski in seinem Essay „Böse Mutanten schrecken vor nichts zurück, um die Kontrolle über die Menschheit zu erlangen!“ schreibt, muss Marvel Girl verschiedene Rollen erfüllen. Ob Mutter, Schwester oder Freundin – sie ist das, was die Geschichte von ihr verlangt [Darowski]. Das zeigt sich sogar während der Trainingseinheiten. Während die anderen gefährliche und körperlich anstrengende Übungen machen (im Raum herumhüpfen und Flammen ausweichen), muss sie sich mit Büchern beschäftigen (sie schweben lassen) oder an der Präzision ihrer Fähigkeiten arbeiten (mit Nadel und Faden). Wenn die Übungen zu anstrengend werden, wird sie ohnmächtig oder muss von Cyclops gerettet werden.

All dies trotz ihrer hervorragenden Einführung. Auf den ersten Seiten schafft sie es, sich gegen die Jungen zu behaupten und ihre Kräfte einzusetzen. Sie ist ein selbstbewusstes junges Mädchen. Dieses Bild von ihr wird sehr schnell zunichte gemacht, wie das oben erwähnte Zitat von Professor X beweist. Erst ab der vierzehnten Ausgabe gewinnt sie wieder die Kontrolle und entwickelt eine echte Persönlichkeit. Am Ende ist sie den anderen ebenbürtig.

Bobby, Warren und Hank machen in diesen Ausgaben keine solche Entwicklung durch. Sie trainieren und schlagen sich während ihrer Missionen ziemlich gut. Aber ansonsten haben sie keine solchen Schwierigkeiten. Allerdings hat jeder von ihnen ein persönliches Problem. Hank zum Beispiel rettet an einer Stelle der Geschichte ein Kind. Zum Helden wird er aber nicht erklärt. Aus dem Nichts greift ihn buchstäblich eine Menschenmenge an. Vor diesem Vorfall wird nie deutlich, dass die Gesellschaft die X-Men hasst oder überhaupt von ihnen weiß. Zu einem gewissen Grad sind sie sogar angesehen, denn über eine direkte Verbindung zum FBI übernimmt der Professor Missionen für die Regierung. Es ist nicht klar, ob die Welt die X-Men hasst oder liebt oder ob sie einfach beschlossen hat, sie zu ignorieren.

Warren hingegen hat ein persönlicheres Problem. Seine Eltern besuchen die Schule und werden schnell von Magneto gefangen genommen. Dies ist eine weitere Parallele zwischen der queeren Community und den X-Men. Seine Eltern wissen nichts von seinem „Zustand” und versuchen daher, ihn geheim zu halten. Dies ist ein sehr emotionales Thema und die einzige Entwicklung, die er in den ersten 19 Ausgaben durchläuft.

Bobby kann seine Kräfte ein wenig weiterentwickeln. Am Anfang kann er sich buchstäblich in einen Schneemann verwandeln – indem er seinen ganzen Körper mit flauschigem Schnee bedeckt. Durch das Training wird der Schnee dichter und er kann eine kristallinere „Haut“ um seinen Körper bilden.

Scott ist meiner Meinung nach derjenige, der sich am meisten weiterentwickelt. Am Anfang und während der gesamten Reihe kämpft er mit seinen Fähigkeiten. Die Zerstörung, die seine Laseraugen verursachen können, ist eine echte Bedrohung. Der Professor macht ihn dennoch zu seinem Nachfolger, und Scott kann sich in Situationen, in denen sein Mentor nicht da ist, gut behaupten. Es wäre toll gewesen, wenn Kirby und Lee die Liebesgeschichte auf Scott und Jean konzentriert hätten. Sie scheinen ein perfektes Paar zu sein. Aber die oben erwähnten Kommentare, Streitereien und Verhaltensweisen machen es seltsam und unangenehm, zu lesen. Immerhin sind die X-Men ein Team und hätten sich auch hier gegenseitig unterstützen können.


Das soll es für heute gewesen sein. Nächste Woche geht es mit dem dritten und letzten Teil dieses Textes weiter.