Autopflege

Für mich ist ein Auto ein Gebrauchsgegenstand. Es muss funktionieren, mich zuverlässig von A nach B bringen und gut zu fahren sein. Dabei muss es weder stets fein säuberlich geputzt und poliert sein, noch machen mir die ein oder anderen Kratzer etwas aus. Deshalb kaufe ich auch keine neuen Autos, sondern wenn, dann Gebrauchte von der Werkstatt meines Vertrauens. Natürlich sollte es mir optisch gefallen, aber ich bin jetzt niemand, der besonders viel Wert auf den eingebildeten Statuswert eines Fahrzeugs gibt.

Deshalb bin ich sehr froh, eine Werkstatt zu haben, die nicht nur einen guten Ruf hat, sondern wo alle Mitarbeiter*innen einen kompetenten Eindruck machen. Ich vertraue auf deren Meinung, kann mich darauf verlassen, dass alles in Ordnung ist, wenn ich mein Auto zurückbekomme und es wird sich wirklich um die Fahrzeuge gekümmert. Ich möchte mich nicht mit dem Auto und dessen Details oder so beschäftigen müssen; das lagere ich gerne an die Werkstatt aus.

Nicht nur, weil ich mir einen Reifen kaputt gefahren habe, wie ich bereits vor ein paar Tagen berichtete, war ich zum Reifenwechsel diese Woche dort, sondern auch weil ich endlich die Sommerreifen montieren lassen wollte. Meine Reifen lasse ich in der Werkstatt einlagern. Dort werden sie gewaschen und ordnungsgemäß verstaut, bis sie wieder gebraucht werden und die Reifen beim Wechseln rotiert oder durchgetauscht. Macht man das noch? Ist das notwendig? Ich weiß es nicht und will es auch gar nicht wissen.

Im Zweifel weiß ich, wie man einen Reifen am Straßenrand wechselt – bin schon fast ein Profi darin; auch bin ich froh mein Reserverad. Den Rest dürfen die netten Mechaniker*innen machen, die wissen da sicherlich mehr Bescheid als ich. Das soll aber nicht heißen, dass mir mein Auto egal wäre. Mittlerweile habe ich meinen Opel Astra seit über 6 Jahren und schon viel damit erlebt, einige Roadtrips überstanden (u. a. nach Italien) und Ausflüge gemacht. Es ist zuverlässig und dient mir hoffentlich noch einige Jahre als treues Fahrzeug.

Die Küche aufräumen

Neben dem Keller oder Dachboden, je nachdem was man hat, gehört die Küche wohl zu den aufwendigsten Räumen bei einer Aufräumaktion. Es sind viele Schubladen, Schränke und anderer Stauraum involviert. Die Dinge, die sich darin finden, fangen bei Geschirr, Töpfen, Pfannen, vergessenen Küchengeräten und diversen Schneidbrettern an und enden irgendwo bei den unterschiedlichsten Nahrungsmitteln, in den verschiedensten Formen; Dosen, Nudeln in Plastiksäcken oder Kartonverpackungen, Mehl in den verschiedenen Mengen, Säften, Schokolade, Nüsse oder all das, was ich jetzt nicht aufzählen will. Es hat jede*r ein eigenes Bild davon.

Aber trotzdem ist es alle paar Jahre einmal notwendig auszusortieren und die Schubladen und Schränke zu reinigen. Das habe ich vergangenes Wochenende endlich nachgeholt. Schon seit längerem hätte ich es mir vorgenommen, aber es schien doch immer ein Berg zu sein, den ich nicht besteigen wollte. Wie so oft ist aber lediglich der Anfang schwer, denn einmal begonnen, ging es relativ flott dahin. So groß ist meine Küche dann auch nicht und die Sachen schnell ausgeräumt.

Bei den Lebensmitteln wurden die paar abgelaufenen oder seit Jahren im Schrank verstaubende Dinge entsorgt, der Rest in einem leicht überarbeiteten System wieder eingeräumt. Gleiches mit den Küchengeräten, wobei ich hier natürlich nichts entsorgt, sondern einfach nur anders eingeräumt habe, sodass es mehr Sinn ergibt. Über die Jahre entwickelt man ein eigenes System und weiß immer besser, wo welche Dinge hin sollten und bei einer Aufräumaktion lässt sich dieses System nochmal etwas verfeinern.

Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und habe alles gut untergebracht. Ein limitierter Platz ist immer für Kreativität in den Lösungsfindungen gut und verhindert, dass sich zu viel anhäuft. Außerdem habe ich mal wieder gesehen, was man sich so über die Jahre zugelegt hat und welche Dosen-Sachen noch übrig sind (besonders Bohnen, Kichererbsen und dergleichen sind noch einige da), die ich auf jeden Fall in nächster Zeit aufbrauchen möchte.

Dahingehend scheinen sich Keller und Küchen ebenfalls zu ähneln: Man kauft sich etwas, von dem man überzeugt ist, es zu benötigen, weil es gut für einen ist oder es attraktiv erscheint, aber am Ende wird es eingelagert und für viel zu lange Zeit mitgeschleppt, ohne es wirklich zu beachten. Von daher wollen doch einige Dinge aufgebraucht werden, in den nächsten Wochen. Auch ein Vorteil von Lebensmitteln in Dosen: sie halten recht lange und es wird so nicht verschwendet, sondern kann jederzeit verwendet werden.

Die Aufräumaktion in der Küche war für mich also ein voller Erfolg. Ich bin froh es endlich durchgezogen zu haben und fühle mich nun wieder wohler darin. Mal sehen, was ich mir als Nächstes vorknöpfe. Vielleicht landen ja ein paar Dinge auf Willhaben, die ich nicht mehr benötige. Es ist immer schön, wenn jemand anderes Freude mit Dingen hat, die man selbst nicht mehr benötigt oder zu belasten drohen. Aber dazu, ein anderes Mal mehr.

Geek-Planet: The Amazing Spider-Man – New Ways to Die

Heute sehen wir uns einen Text an, den ich am 01. Juli 2016 auf meiner damaligen Webseite geek-planet zum ersten Mal veröffentlichte. Eigentlich müsste ich mir mal eine komplette Übersicht zusammenstellen, welche Ausgaben von den verschiedenen Spider-Man Comics ich bereits gelesen habe. Denn über die Jahre habe ich immer mal wieder an den unterschiedlichsten Punkten angefangen, mich durch die Comics zu lesen, aber so richtig strategisch, wenn man so will, war ich dabei eigentlich nicht.

Es gibt zwar noch einige Artikel und Texte zu meinem liebsten Marvel-Charakter, die wir uns ansehen können, aber nachdem ich meinen Blog 2019 eingestellt habe und stattdessen für den amerikanischen Blog Rogues Portal zu schreiben begonnen hatte, habe ich nicht mehr darüber geschrieben. Ist vielleicht auch ein nettes kleines Projekt, mal alles an Spider-Man Comics herauszusuchen, was ich so gelesen habe. So aufwendig ist das gar nicht, da ich immer davon Buch geführt habe, welche Comics ich pro Jahr gelesen habe, um nicht den Überblick zu verlieren.

Ja, ich war sehr tief im Comic-Game drin, dass ich sogar ausführliche Numbers-Tabellen (das Apple-Pendant zu Excel) geführt habe und es zum Teil auch heute noch tue. Ich habe gerne Übersichten und einen Überblick. Man kann sich ja nicht immer alles merken.


Neue Charaktere. Großartige Comebacks. Mehr Hintergrundinformation. Der Handlungsbogen New Ways to Die öffnet den Weg für neue Konflikte. Dabei gelingt es dem Autor Dan Slott Gut und Böse neu zu definieren. Wer hat recht? Wer ist auf die schiefe Bahn geraten?

  • Ausgaben: #568-573
  • Writer: Dan Slott
  • Pencils: John Romita Jr.
  • Inks: Klaus Jonson
  • Colors: Dean White
  • Letters: VCs Cory Petit

“You are the thing that led me into darkness! You´re a poison! A disease! And I-I´m the cure!” – Anti-Venom

In dieser Ausgabe haben wir es mit so manchen Konflikten zu tun, die sich wahrscheinlich auch auf zukünftige Storylines auswirken werden. Da hätten wir zum einen ein Duell zweier ungleicher Gegner: The DB vs. Front Line. Klatschblatt trifft auf Qualitätsjournalismus. Als Medienwissenschaftsstudent finde ich die Darstellung dieses Zwists ziemlich gelungen. Dexter Bennets Blatt, das jedem etwas anhängen möchte, um ihn durch den Dreck ziehen zu können und damit Profit zu machen, ist eine äußerst erfolgreiche Zeitung. Front Line von Ben Urich dagegen setzt auf gut recherchierte und handfeste Geschichten. Er möchte Missstände aufklären und die Welt darüber informieren.

Allerdings ist Front Line weit weniger erfolgreich und muss zusehen, dass sie sich über Wasser halten. Deshalb ist es umso erfreulicher, dass immer mehr Leute von The DB zu Front Line wechseln und Bennet damit klarmachen wollen, dass sie seine Methoden alles andere als gutheißen. Es bleibt spannend, wie und ob sich J. Jonah Jameson sein Blatt wieder zurückholen kann und wird. Allerdings könnte er alternativ noch einmal von vorne anfangen. Es könnte aber auch sein, dass bald sein Kampf um die Position des Bürgermeisters von New York beginnt. Denn wie wir wissen, ist er in zukünftigen Ausgaben ebendieser und was würde sich besser als Startpunkt eignen als der Verlust seiner Zeitung?

Der zweite Konflikt ist nicht weniger aufregend, umfasst um einiges mehr Charaktere und ist etwas komplexer. Denn hier kommen nicht nur neue Charaktere zum Vorschein, es gibt auch ein wiedersehen mit Figuren, mit denen man nicht unbedingt gerechnet hat. Im Zentrum stehen Spider-Man und Norman Osborn. Letztgenannter hat mit seinen Thunderbolts eine »Heldentruppe« zusammengestellt, deren offizielle Aufgabe es ist, nicht lizenzierte Helden zu fangen.

Die Thunderbolts setzen sich aus Songbird, Radioactive Man und Venom zusammen. Wobei der Symbiont Venom nicht Eddie Brock als Wirt hat (wie es normalerweise der Fall ist), sondern Gargan. Eddie hingegen taucht in der Suppenküche auf, wo Tante May arbeitet. Diese wird von dem wohlhabenden Mann Martin Li betrieben, der Bennets nächstes auserwähltes Opfer ist. Grund dafür sind Gerüchte, die davon berichten, dass dort Wunderheilungen stattfinden (Li hat tatsächlich besondere Fähigkeiten, die er beeindruckend zu Schau stellt).

Wie ihr seht, entwickelt sich ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Charaktere. Deren Motivation wird in der Geschichte nicht immer komplett geklärt, außerdem bleibt immer offen, wer nun zu den vermeintlich guten gehört und wer nicht. So ist zum Beispiel Li dafür verantwortlich, dass aus Eddie Brock Anti-Venom wird. Was steckt dahinter? Will Li etwa, dass Brock wieder seinen rechtmäßigen Platz als Venom einnimmt?

Dass er es freiwillig macht, ist eher unwahrscheinlich, da in einem Flashback der harte Weg gezeigt wird, den Eddie gegangen ist, nachdem er sich von seinem Symbionten getrennt hat. Darunter der Kampf gegen Krebs. Was auch immer dahinterstecken mag, es tobt ein gewaltiger Kampf zwischen den beiden Symbionten, der sehr beeindruckend dargestellt wird und ich hoffe, dass wir sie in Zukunft öfter sehen werden.

Es mag jetzt so erscheinen, als ob Spider-Man eher in den Hintergrund gerät. Dies ist tatsächlich an manchen Stellen der Fall, jedoch ist er oft genug in die Kampfhandlungen verstrickt, bzw. wird Ziel von Osborns Rachegelüsten. Die einzelnen Handlungsstränge, die aber dann zusammenlaufen, sind jeder für sich sehr spannend und machen Lust auf mehr.

Das Einzige, was an New Ways to Die nicht überzeugt hat, und dies ist jetzt rein subjektiv, sind die Zeichnungen. An die Darstellungen selbst musste ich mich erst gewöhnen, da sie sich doch sehr von den bisherigen unterscheiden. Sie sind weit nicht so kontrastreich und farbenfroh, wie es noch in Brand New Day war. Es kommen viele matte Töne zum Einsatz und manchmal fehlt mir das knallige, das meiner Meinung nach zu Spider-Man gehört. Die ist allerdings ein Preis, den man zahlen muss, wenn man, wie es damals eben war, dreimal im Monat neue Ausgaben veröffentlichen möchte: Man benötigt viele Künstler*innen und vielleicht leidet unter dem Zeitdruck manchmal die Qualität.

Es geht nicht um mich

Manchmal begegnet einem immer wieder dasselbe Thema innerhalb kürzester Zeit. Durch ein Ereignis wird man vielleicht auf dieses spezifische Thema aufmerksam und sieht es dann an jeder Straßenecke, sozusagen – plötzlich sieht man überall kastanienbraune Opel Astra. Für mich war es im Groben ein Thema, über das ich schon des Öfteren geschrieben habe. Und zwar, dass man selbst vielleicht das Zentrum des eigenen Universums ist, aber eben nicht das Zentrum des gesamten Universums. Ein Unterschied, der vielen nicht immer klar zu sein scheint, weil es die geistige Größe erfordert, sich selbst gelegentlich aus der Gleichung zu nehmen, sich in andere hineinzuversetzen, Empathie zu zeigen, die Perspektive zu wechseln.

Im normalen Alltag, wenn alles mehr oder weniger gewohnt dahin geht, mag das theoretisch einfach sein, aber wenn man vor eine Herausforderung gestellt wird oder dieser Glaube auf dem Prüfstand steht, ist es gar nicht mehr so leicht, an diesem scheinbar simplen Prinzip festzuhalten. Deshalb tausche ich mich so gerne mit anderen aus, rede über die Themen, die mich beschäftigen, um immer wieder mein eigenes Verhalten, meine Standardreaktionen sozusagen, auf den Prüfstand stellen zu können. Eine neue Perspektive zu erhalten, diese zu evaluieren und sich vielleicht zukünftig daran zu orientieren.

Ich glaube, Matthew Dicks hat in einem seiner letzten Newsletter über etwas Ähnliches geschrieben – wie bereits erwähnt, begegnete mir das Thema vergangene Woche häufiger. Dabei ging es darum, wer im Rahmen von Freundschaften und Bekanntschaften, wen, wie oft kontaktiert. Durchaus etwas, worüber ich mir auch bisweilen Gedanken mache, aber zu denjenigen Dingen gehört, die man schnell zu sehr verkopfen kann. Denn eigentlich ist es vollkommen egal, wer wen kontaktiert und wie oft. Wenn ich gerne Zeit mit einer Person verbringe, schreibe ich dieser eben, egal ob dieser Kontakt nun meist von mir ausgeht oder nicht. Manche sind organisierter oder haben das eher am Schirm als andere. Es ist einfach egal und nicht wert, einen Gedanken darüber zu verschwenden.

Genauso wie wenn mir Dinge zustoßen und die erste Frage, die sich im Kopf breit macht, ist: »Warum immer ich?« Wie ein enger Freund letztens meinte, darf man sich diese Frage gar nicht erst stellen. Sie am besten aus dem eigenen Repertoire verbannen und nie wieder erwähnen. Denn wenn man sich diese Frage öfter stellt, ist die Gefahr groß, in einer gefährlichen Spirale zu landen. Sich selbst immer als das Opfer sehen, in eine defensive Rolle zu versetzen, immer wieder, bis es sich so weit im eigenen Gedächtnis verankert hat, dass man es wirklich glaubt. Es ist ein verzerrtes Weltbild, das man nur schwer wieder los wird.

Das kann dazu führen, dass man schnell dem Glauben anheimfällt, es stünden einem Dinge zu. Es ist ein Weg abseits von Demut und Dankbarkeit, den ich auf keinen Fall gehen will. Ein Weg, der kaum von Empathie gesäumt ist. Deshalb ist es egal, wie man es nennt oder in welcher Lebenssituation man es anwendet. Sei es mein von David Foster Wallace geklautes Mantra »This is water«, das Verbannen von »warum immer ich« aus dem Wortschatz, dem eigenen Ego den Weg aus dem Zentrum des Universums zeigen oder ob man immer der- oder diejenige ist, die Freunde kontaktiert – es ist egal. Wichtig ist, wie man mit der jeweiligen Situation umgeht.

Erfahrungspunkte und Diskussionskultur

Auf meiner Suche nach einem guten Gaming-Podcast bin ich endlich fündig geworden. Dabei war die Suche danach gar nicht so einfach, weil ich nicht so genau wusste, was eigentlich meine Erwartungen an einen Gaming-Podcast sind. Ich habe also tatsächlich relativ offen in diejenigen Podcasts hineingehört, die ich mir heruntergeladen habe.

Die meisten fokussieren sich zumeist auf aktuelle Spiele, was nur verständlich ist. Leider haben sie eher selten allgemeinere Themen im Fokus. Dabei interessieren mich stundenlange Diskussionen über ein spezifisches Spiel kaum bis gar nicht. Ich habe festgestellt, dass ich eher Diskussionen zu Meta-Themen interessanter finde. Also Sendungen, in denen ein bestimmtes Thema von Spielen diskutiert und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wird.

Wie wunderbar so etwas funktionieren kann, wurde mir bei einer der letzten Episoden des Podcasts Auf ein Bier von gamespodcast.de bewusst. Dabei ging es um das Thema XP, also Erfahrungspunkte in Videospielen. Ausführlichst wurde dabei deren Ursprung erkundet, welche Vergleiche sich zum realen Leben ziehen lassen, ob man diese als Motivation in Videospielen überhaupt benötigt und so vieles mehr. Der Podcast wird von ehemaligen Gamestar-Redakteur*innen auf die Beine gestellt und es sind nicht immer dieselben Leute in allen Episoden dabei, was es nochmal abwechslungsreicher macht.

Ich habe über die Jahre schon sehr viele Podcasts gehört und wenn man dann mal etwas wirklich Großartiges mitbekommt, sticht das auf jeden Fall hervor. So war es bei der Walter Ulbricht Sendung von WRINT mit Holger Klein, so ist es nun mit dieser XP Sendung von Auf ein Bier. Beide bestechen natürlich aus komplett unterschiedlichen Gründen, doch es haben beide sehr viel Spaß gemacht beim Zuhören. Sie hatten dieses besondere Etwas, dass sich nur schlecht in Worte fassen lässt. Deshalb ist es auch immer wieder schön, neue Podcasts auszuprobieren. Das tue ich zwar nicht oft, aber wenn, dann sollten es schon interessante Gespräche sein.

Ein Brief von drei Präsidenten

In der Wochenendausgabe der Salzburger Nachrichten war ein gemeinsamer Brief dreier europäischer Präsidenten abgedruckt. Er wird in vielen Zeitungen zu finden sein und stammt von Sergio Mattarella (Staatspräsident der Republik Italien), Frank-Walter Steinmeier (Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland) und Alexander Van der Bellen (Bundespräsident der Republik Österreich). Es ist ein Aufruf, wählen zu gehen, die Macht der Demokratie zu nutzen, um diese aufrechtzuerhalten. Es beeindruckender und zugleich mahnender Brief, den jede*r lesen sollte. Hoffentlich zeigt er entsprechende Wirkung.

»Gemeinsamer Brief der Präsidenten Deutschlands, Italiens und Österreichs an die Wählerinnen und Wähler der Europawahl 2024.« (https://www.bundespraesident.at/aktuelles/detail/gemeinsamer-brief-steinmeier-mattarella-vanderbellen)

Vorbereitungen auf ein DLC

Nachdem Elden Ring nach 100 Stunden durchgespielt war, wollte ich eigentlich eine kleine Pause einlegen. Diese Pause hat genau einen Tag lang gehalten, dann bin ich schon ein paar unerledigte Aufgaben nachgegangen. Die Woche darauf begann ich sogar mit einem völlig neuen Durchlauf – also kein New Game Plus oder so, sondern begann komplett von vorne. Mit einem Charakter, der nichts hatte; keine Ausrüstung, keine Talismane, keine Waffe – nur ein Hauch von Lendenschurz und eine Keule. Ich wollte mich quasi von einem Bettler zum Elden Lord hocharbeiten und bisher läuft es relativ gut.

Zwischendurch habe ich sogar Bloodborne, welches glücklicherweise im PS Plus Abo enthalten ist, angespielt und mir Lords of the Fallen während der Amazon Gaming Week zu einem günstigen Preis besorgt. Beiden konnten meine anhaltende Begeisterung für Elden Ring jedoch nicht bremsen. Stand heute, wo ich diese Zeilen schreibe, sind es noch 43 Tage, bis das DLC erscheint. Woher ich das so genau weiß? Nun, ich habe mir ein Countdown-Widget auf dem iPhone installiert, um das immer im Blick zu haben. Die Collectors Edition von Shadow of the Erdtree ist schon seit einer Weile vorbestellt. Kurz: Ich bin bereit für das DLC.

Nun ja, fast. In meinem neuen Durchlauf muss ich mich noch bis zu der Stelle durchkämpfen, an der das DLC dann vermutlich auch starten wird. Dazu muss man nämlich Mohg, den Lord of Blood, besiegen. Dieser bewacht die Überreste von Miquella, der es sich in einem Ei »bequem« gemacht hat und dessen Hand, die aus dem Ei herausragt, die Spieler*innen in das Gebiet des DLC entführen wird. Ich bin schon sehr gespannt, was uns da alles erwartet und wie schwer es tatsächlich werden wird. Aber etwas Vorbereitungszeit ist ja noch, bis dahin.

Ein New Game Plus des ersten Durchlaufs habe ich ebenfalls parallel gestartet, da ich wissen wollte, wie es ist, mit Magie zu spielen und mein Level ausgereicht hat, um die Punkte entsprechend zu verteilen. Nach ein paar Stunden kann ich sagen, dass Magie wohl eher nichts für mich ist, zumindest nicht als primäre Waffe. Als Ergänzung kann ich es mir durchaus vorstellen, aber für einen reinen Magie-Build ist mir das alles zu träge und speziell. Da hau ich lieber mit einer gut gelevelten Waffe drauf und probiere mich durch das ganze Arsenal an Schwertern, Äxten, Speeren, Degen, Ankern, Fäustlingen und was es nicht noch alles gibt.

Immer wieder fasziniert mich, wie mich dieses Spiel selbst nach über 130 Stunden weiterhin so sehr begeistern kann. Ein wahrlich hervorragendes Spiel und eine fesselnde Spielwelt, die immer wieder etwas zum Entdecken bietet. Ganz zu schweigen von der komplexen und tiefgründigen Geschichte hinter dieser Welt und ihren Charakteren.

Reifenwechsel auf der Autobahn

Bereits zum zweiten Mal in meinem Leben musste ich einen ungeplanten Reifenwechsel durchführen. Das erste Mal war ich einfach nur unvorsichtig und bin an der Ausfahrt aus der Europark-Tiefgarage in die Kante des Bordsteins gefahren. Dabei wurde der Reifen teilweise ziemlich aufgerissen und musste gewechselt werden. Es war eine ziemliche Herausforderung, die Muttern zu lösen, da diese sehr fest saßen und ich musste mich erst einmal wieder mit einem Wagenheber auseinandersetzen. Am Ende hat es aber einwandfrei funktioniert und die Fahrt konnte weitergehen.

Dazu muss man wissen, dass ich meine Reifen normalerweise in der Werkstatt wechseln lasse. Dort lagern die jeweiligen nicht-Saison-Reifen ein, werden gewaschen, gewuchtet und ich habe keinen Aufwand damit. Es ist ein Luxus, den ich mir gerne gönne, da ich mich darauf verlassen kann, dass alles seine Richtigkeit hat und passt. Es ist ein peace-of-mind, der es mir wert ist.

Dieses Mal habe ich es erst spät gemerkt, dass bei meinem Reifen etwas nicht in Ordnung ist. Bei uns ist gerade einiges los an Baustellen; unter anderem wird die Straße zum Haus erweitert und der Kanal ausgebaut. Da passieren natürlich viele Bagger-Arbeiten, es ist eine provisorische Schotterstraße aufgeschüttet und manchmal muss man etwas warten, bis Platz zum Durchfahren ist. Gestern bin ich allerdings scheinbar etwas zu nah am Bagger vorbeigefahren und habe mir an dessen Schutzblech den halben Reifen aufgeschlitzt. Ich hatte mich schon gewundert, warum jemand der Bauarbeiter gepfiffen hat.

Aber zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nichts von meinem Glück; bin also normal weitergefahren bis zum Europark. Die Fahrgeräusche waren zwar durchaus anders, aber ich habe das auf den Schlamm und Schotter zurückgeführt und dass sich etwas irgendwo verfangen hat – außerdem legten sich die Geräusche nach ein paar Minuten wieder. Im Europark, ja der scheint bei meinen Reifenwechsel-Manövern eine zentrale Rolle zu spielen, habe ich nicht mehr daran gedacht und eine schöne Zeit mit netten Menschen verbracht.

Aber auf dem Weg aus der Tiefgarage heraus wusste ich bereits, dass etwas nicht stimmt; die Luft war nun endgültig entwichen und ich hörte deutlich, dass der Reifen nicht in Ordnung ist. Ich rettete mich noch zum Messezentrum und habe dort eine Parkbucht gefunden, wo ich den Reifen wechseln konnte. Zum Glück habe ich noch einen Ersatzreifen im Kofferraum – das ist ja mittlerweile auch nicht mehr wirklich Standard. Mit dem Prozedere bereits von vor ein paar Jahren vertraut, zwar mit einem anderen Auto, aber trotzdem, war der Reifen schnell gewechselt.

Ich bin sehr froh, heil sowohl zum Europark als auch dann zum Parkplatz vor dem Messezentrum gekommen zu sein, ohne dass sich Teile des Reifens von der Felge gelöst haben oder sonst etwas Schlimmeres passiert ist. Zum Glück müssen sowieso die Sommerreifen drauf, von daher verschieben sich die Kosten in den Herbst, was mir aktuell ganz recht ist. Zwar musste ich mich ziemlich ärgern über den ganzen Vorfall, aber schlussendlich hat keiner daran Schuld. Die erste Reaktion ist zumeist, einen Schuldigen zu finden und dafür verantwortlich zu machen, doch solche Sachen passieren nun mal.

Aber es hat mir gezeigt, dass es wichtig ist, gewisse Fertigkeiten zu haben oder zumindest zu wissen, wie man bei manchen Dingen vorgehen muss. Und wenn es nur ein Reifenwechsel am Straßenrand ist.

Lokale und globale Nachrichten

Seit ein paar Monaten habe ich kein Abo der Salzburger Nachrichten mehr. Auch wenn ich es Anfangs selten genutzt habe, so bin ich im Laufe der Zeit doch auf den Geschmack gekommen. Vor allem die Nachrichten rund um Salzburg und was sich in der unmittelbaren Umgebung so tut, haben es mir angetan. Zwar habe ich in letzter Zeit viele tolle Alternativen dazu entdeckt, besonders im Hinblick auf geopolitische Themen und was sich im Globalen Süden abspielt, doch der lokale Aspekt fehlt in diesen Angeboten natürlich völlig.

Falls jemand ebenfalls einen Blick in mein Potpourri an journalistischen Anbieter*innen werfen möchte, folgt hierzu ein kleiner Überblick. Etwas, das ich schon seit geraumer Zeit nutze, ist das Angebot der Krautreporter. Es sind toll recherchierte Artikel zu allen möglichen Themen, die man vielleicht gar nicht am Schirm hat. Es dreht sich viel um soziale Aspekte und der tägliche Newsletter gibt eine Übersicht über die aktuellen Geschehnisse. Riffreporter und Correctiv sind noch recht frisch in meinem E-Mail-Postfach, da kann ich noch nicht allzu viel dazu sagen. Aber von Correctiv bin ich schon recht begeistert. Außerdem nutze ich den Newsletter von Sham Jaff. Sie widmet sich Themen aus dem Globalen Süden und bereitet diese einmal die Woche wunderbar auf.

Das Charmante an all diesen Angeboten ist, dass man sie kostenlos testen und abonnieren kann. So ist es möglich, erst ein Gefühl zu bekommen, ob das Format, die Themen und Angebote etwas sind und ob sie interessieren. Bei den Krautreportern werfe ich mittlerweile etwas Geld ein, da mich, wie zuvor erwähnt, die Artikel sehr begeistern. Auch bei Sham Jaff überlege ich, ob ich das Abo nicht zumindest einmal teste. Die Kosten für beide sind überschaubar, von daher durchaus einen Blick wert.

Weiterhin nutze ich verschiedene themenspezifische Newsletter vom Falter, habe aber kein Abo, da mir hier das Angebot und die Themen der Newsletter völlig ausreichen. Der New Yorker hatte letztens ein gutes Angebot für drei Monate Testzeitraum und bereitet teils wieder völlig andere Themen auf als die mitteleuropäischen Journalist*innen. Und zu guter Letzt habe ich wieder ein Abo bei den Salzburger Nachrichten abgeschlossen, da es ebenfalls ein attraktives Angebot gab. Für alle unter 39 kostet das digitale Abo gerade einmal 20,90 €/Monat. Als junger, dynamischer Typ, der selbstverständlich im Digitalen zu Hause ist und noch ein paar Jahre zur 39 hat, konnte ich dieses Angebot nicht ablehnen.

Das wäre ein kleines Update zu den Nachrichten-Angeboten, die ich aktuell in Verwendung habe. Was mir dabei wichtig ist, ist, dass zum einen natürlich die Kosten nicht explodieren sollen und die Newsletter der jeweiligen Verlage und Organisationen gut aufbereitet sind. Zu oft habe ich schon gesehen, dass Newsletter als reine Linksammlung verwendet werden, die nicht gut aufbereitet oder designt sind. Zumindest sollte eine Einleitung in die Themen stattfinden, wenn man schon nicht die vollständigen Artikel darin abdrucken möchte. Die oben genannten Newsletter erfüllen diesen Standard bisher relativ gut. Wie praktikabel sie schlussendlich sind, muss sich noch zeigen. Vor allem benötigt man auch etwas Zeit, um das alles zu lesen und es sollte nicht überfordern. Aber auch das ist ein Abwägen und Ausprobieren.

Geek-Planet: Deadpool

Da demnächst der lang ersehnte dritte Teil von Deadpool in den Kinos läuft, dachte ich mir, ich suche für diese Woche meine Review zum ersten Teil heraus. Dieses erschien am 28.02.2016 auf meinem damaligen Blog geek-planet, den es heute nicht mehr gibt, aber der als Kategorie auf dieser Webseite weiter existieren darf.

Deadpool hat damals eingeschlagen, wie es wohl kaum jemand erwartet hat. Ich finde auch den zweiten Teil hervorragend gemacht und eine tolle Fortsetzung. Dass Reynolds nun Hugh Jackman überzeugen konnte, ein wirklich letztes Mal in die Rolle von Wolverine zu schlüpfen, ist unfassbar. Ich bin sehr gespannt, wie der Film tatsächlich wird. Allzu lange muss man sich aber nicht mehr gedulden.

Man hat allerdings nicht den Fehler machen dürfen, sich in den vergangenen Jahren weitere Reynolds-Filme angesehen zu haben. Denn seit Deadpool spielt er leider in jedem Film denselben Charakter: eine schlechte Kopie von Deadpool. Das trübt dann natürlich die Erfahrung, wenn er alle paar Jahre in die ikonische Rolle schlüpft. Es fühlt sich dann nicht mehr originell an. Zum Glück oder bedauerlicherweise, je nach Sichtweise, scheinen es aber nicht unbedingt überragende Filme zu sein, die man verpasst. Für mich reichen jedenfalls die Deadpool-Filme allemal. Bevor es also zum großen Finale (?) der Trilogie kommt, blicken wir zurück auf die Anfänge von Deadpools Filmkarriere.


In Zeiten, in denen sogar Actionfilme mit Sylvester Stallone durch niedrigere Alterseinstufungen für ein größeres Publikum zugeschnitten werden, widersetzt sich ein Charakter dem Trend: Deadpool!

„From the studio that inexplicably sewed his f*cking mouth shut the first time, comes… me!“ – Deadpool

Erschaffen von Rob Liefeld, erblickte der Charakter 1991 das Licht der Welt. Wade Wilson, so der bürgerliche Name, ist ein Söldner, der eines Tages tödlichen Krebs diagnostiziert bekommt. Doch er ist ein zu guter Kämpfer, als dass man seine Talente einfach so vergeuden würde, also wird er Teil eines geheimen Experiments. Damit sollen Supersoldaten ähnlich wie Captain America erschaffen werden – nur mit mehr Fähigkeiten. Doch der schmerzvolle Versuch scheint zu scheitern und Wade wird »entsorgt«. Allerdings legten seine Fähigkeiten lediglich eine Spätzündung hin. Ausgestattet mit den wohl besten Selbstheilungskräften, allerdings böse entstellt, macht er sich auf die Suche nach seinen Peinigern.

Eines der wichtigsten Alleinstellungsmerkmale ist, dass Deadpool die vierte Wand durchbricht. Er spricht also direkt mit seinen Leser*innen und ist sich bewusst, dass er in einem Comic steckt. Doch nicht nur das macht ihn zu einem Unikat. Die Geschichten zeichnen sich auch durch die rohe Darstellung an Gewalt und eine vulgäre Sprache aus. Deadpool ist als Charakter zwar relativ unbekannt, hat allerdings eine große und vor allem treue Fangemeinde hinter sich. Dies ist auch der Grund, warum sein erster Kinoauftritt, in dem Film X-Men Origins: Wolverine alles andere als gut aufgenommen wurde. Das Studio beraubte ihn nicht nur seines typischen, rot-schwarzen Anzugs, sondern nähte ihm buchstäblich den Mund zu. Außerdem statteten sie ihn mit irrwitzigen Fähigkeiten aus. Im Prinzip schufen sie eine neue Figur, die nichts mit dem Original zu tun hatte.

Es ist dem Schauspieler Ryan Reynolds und dem Regisseur Tim Miller geschuldet, dass nun endlich eine originalgetreue Version erscheint. Plakate und Trailer haben einen Deadpool versprochen, wie er in den Comics steht, und die Erwartungen waren dementsprechend groß.

Der Film erzählt die oben geschilderte Origin-Story des Charakters bzw. überlässt es diesem selbst. So erzählt Deadpool, wie er zu Deadpool wurde und liefert dabei die bisher wohl schrägste Comic-Verfilmung. Egal, ob Dialoge, One-Liner, Slapstick oder die toll choreografierten Kämpfe – alles setzt sich zu einem fantastischen Gesamteindruck zusammen. Durchgehend erblickt man Popkultur-Referenzen und es wird alles aufs Korn genommen (auch Ryan Reynolds selbst). Der Film bietet sehr kurzweilige Unterhaltung und durch die immense Dichte an einprasselnden Eindrücken möchte man den Film am liebsten gleich nochmal ansehen.

Das Publikum im Saal gab dabei auch des Öfteren Szenenapplaus, was ich bisher nur selten erlebt habe. Dabei galt der größte Applaus der Comic-Legende Stan Lee. Sein Cameo-Auftritt, der bei keinem Marvel-Film fehlen darf, ist bravourös eingebaut.

Die gesamte Inszenierung, darunter auch die tolle Auswahl an Musik der späten 90er-Jahre, rundet das Paket ab. Doch nicht nur Fans werden an diesem Film Gefallen finden. Wer an einem etwas anderen Film Interesse hat und einen Charakter kennenlernen möchte, den es so kein zweites Mal gibt, sollte sich diesen Film definitiv ansehen. Besonders die gerechtfertigte FSK18-Einstufung tut ihm gut. So kann Deadpool seiner Natur freien Lauf lassen. Der Film ist ein Meilenstein – bitte mehr davon!