Geek-Planet: Saga – Book One

Als ich mich durch alte Texte von mir wühlte, um einen davon für diese Woche herauszusuchen, bin ich auf die folgende Rezension des ersten Saga-Buches gestoßen. Wenn ich mich richtig erinnere, war Saga damals schon ein recht erfolgreicher Comic, den ikonischen Status musste es sich aber noch erarbeiten. Mittlerweile gehört Saga zu den besten und erfolgreichsten Comics.

Auch ist es nicht mehr der Autor Brian K. Vaughan der als Erstes mit diesem Meisterwerk identifiziert wird, sondern die Künstlerin Fiona Staples. Die Art und Weise, wie sie diese fantastische Sci-Fi-Geschichte zum Leben erweckt, ist etwas Einzigartiges. Jeder Charakter hat distinktive Eigenschaften; die Kreativität, die von diesen Seiten förmlich zu tropfen scheint, ist unfassbar. Saga gehört zu meinen großen Lieblingscomics. Ich habe die Reihe auch schon des Öfteren und immer wieder gelesen, weil so viel darin steckt; es gibt stets neues zu entdecken.

Deshalb freut es mich umso mehr, dass ich vor fast neun Jahren ähnlich begeistert darüber dachte. Werfen wir heute also einen Blick zurück auf den 26.08.2015, als ich diesen Text auf meiner damaligen Homepage geek-planet veröffentlichte.


Während des Urlaubs ist bei mir das Image-Fieber ausgebrochen und ich habe mir in einem Comic-Book-Store in Dublin den ein oder anderen Trade gekauft. Unter anderem die erste Hardcover-Ausgabe von Saga, der hochgelobten und preisgekrönten Serie, von deren Qualität ich mich endlich mal selbst überzeugen wollte. Book One enthält neben den ersten 19 Ausgaben auch noch viele Extras, die einen tieferen Blick hinter die Kulissen gewähren.

  • Writer: Brian K. Vaughan
  • Artist: Fiona Staples
  • Lettering + Design: Fonografiks
  • Coordinator: Eric Stephenson

“What if the Writer is suggesting that war will never end, that it’s a self-perpetuating cycle of pointless brutality that can only be ‘stopped’ with more war” – Marko

Worum geht es in Saga? Die Geschichte dreht sich um das ungleiche Paar Alana und Marko. Beide sind frisch verliebt, verheiratet und auf den ersten Seiten bekommen sie auch schon ein Baby, dessen Namen ich an dieser Stelle nicht verraten werde, denn den zu entdecken haben die Macher*innen geschickt in die Erzählung eingebunden. Schon die ersten Seiten verraten viel über den Stil und die Aufmachung des Comics. Er ist direkt und versucht nichts zu beschönigen, selbst wenn die Ereignisse verstörend sein mögen oder es manchmal wehtut. Doch wer sind eigentlich die beiden Protagonisten?

Alana stammt vom Planeten Landfall und Marko von dessen Mond Wreath. Beide Parteien stehen seit ewigen Zeiten im Krieg, der mittlerweile die ganze Galaxis mit sich zu reißen scheint, denn die Schauplätze der Schlachten wurden von den Himmelskörpern weg auf andere Territorien verlegt. Denn eines Tages mussten die Völker einsehen, dass Planet und Mond in Koexistenz miteinander leben und die Zerstörung des einen zur unweigerlichen Vernichtung des anderen führt. Man könnte sich zwar dann auch gleich vertragen, aber wer will schon Frieden, wenn man einen schönen Krieg führen kann.

Der Comic beginnt mit einer einfachen Prämisse: Die Familie kämpft auf der Flucht vor beiden Regierungen um ihr Überleben. Doch sie entwickelt sich schnell zu einem packenden Thriller mit komplexen Charakteren, glaubwürdigen Motiven, verzwickten Beziehungen und mehr. Brian K. Vaughan zieht einen förmlich in seine Welt hinein. Die Dialoge sind fantastisch und das von ihm aufgebaute Universum so glaubwürdig, detailliert und liebevoll ausgearbeitet, dass ich fest daran glauben möchte, dass irgendwo, in einem weit entfernten Universum, eine solche Welt existiert. Dabei ergründen wir auf unserer Reise mit Alana und Marko nicht nur ihre Vergangenheit und begegnen verflossenen Geliebten, sondern werden auch Teil des Lebens von vermeintlichen Antagonisten. Was bewegt sie, warum machen sie so erbittert Jagd auf unsere Freunde – diese Fragen werden spannend und facettenreich beantwortet, sodass die Sympathie nicht immer nur auf der Seite des im Zentrum stehenden Paares bleibt.

Doch all das wäre nichts, ohne die grandiosen Zeichnungen von Fiona Staples. Allein der Aufbau der Panels, lässt das Auge auf natürliche, geradezu selbstverständliche Weise über die Seiten fliegen, womit die bunten und farbreichen Darstellungen oft nicht genug Beachtung finden. Saga profitiert sehr von seiner erwachsenen Alterseinstufung, da sich die Künstlerin nicht zurückhalten muss und die Geschichte so wiedergeben kann, wie sie sein muss: brutal, erotisch, ruhig, liebevoll, gefühlvoll, roh – eben genau so, wie es die Szene gerade benötigt. Die Liebe zum Detail, die unterschiedliche Farbauswahl, je nachdem, wo wir uns gerade befinden, alles fügt sich zu einem großen Ganzen zusammen. Dies kennt man nicht nur bei den handelnden Personen und deren Mimik und Gestik, auch die Landschaften und Fahrzeuge, welche für Planetare und Interstellare Reisen verwendet werden, passen sich wundervoll in die Welt ein. Zeichnen von der unvorstellbaren Kreativität, Fiona Staples.

Wenn ich einen Comic lese, bin ich immer versucht, jedem Charakter seine eigene Stimme in meinem Kopf zu geben. So wird es zu einem intensiveren Erlebnis. Wenn dann noch ein Lettering wie bei Saga hinzukommt, das gerade dazu einlädt, mit Dialekten, Betonungen und Aussprachen zu spielen, entsteht ein regelrechter Film.

Das Hardcover selbst macht einen hochwertigen, stabilen Eindruck und am Ende der Geschichte finden sich noch Erläuterungen, Skizzen und Interviews, die ich mir erst zu Gemüte führen muss. Das Buch ist in jedem Fall ein schöner Blickfang und darf in keiner Sammlung fehlen.

Wie ihr seht, bin ich von Saga schlichtweg überwältigt. Ich wusste zu Anfang nicht, was ich von dem Comic halten soll. Lediglich die positiven Kritiken waren mir bekannt, doch dass es so eine emotionale und packende Reise durch ein lebendiges Universum wird, wo nie sicher ist, was hinter der nächsten Ecke lauert, darauf war ich nicht vorbereitet.

In meinem übermäßigen Schwall an Begeisterung, habe ich auch gleich alle weiteren digitalen Ausgaben gekauft, um diese schnell nachlesen zu können, denn ich möchte nicht warten, bis Book Two erscheint (auch wenn ich es mir für meine Sammlung später natürlich zulegen werde).

Lest Saga! Lasst euch auf die Geschichte ein und erlebt ein Abenteuer, das ihr so schnell nicht vergessen werdet.

Das Bekannte neu kennengelernt

Am vergangenen Wochenende hatte ich mal wieder eine Führung durch Salzburg. Dieses Mal ging es durch die Linzer Gasse und welche Geschichten sich an diesem Ort so zugetragen haben. Ich gehe fast jede Woche durch die Linzergasse, aber dass an einem Gebäude hoch über den Köpfen ein Pferdekopf hängt, ist mir noch nicht aufgefallen. Oder dass an einem anderen Gebäude ein Gedicht eines Künstlers verewigt ist. Es erstaunt mich immer wieder, welche Details man bei solchen Führungen entdeckt, an denen man bereits unzählige Male vorbeigelaufen ist.

Es war wieder eine Führung, geleitet von Irene Gramel. Sie gehört zu den besten Guides der Stadt und wenn eine Führung normalerweise eineinhalb Stunden dauern würde, kann man mindestens 15 Minuten dazurechnen. Was nicht unbedingt etwas Schlechtes ist, da sie scheinbar zu jeder Ecke Anekdoten der Geschichte wiederzugeben weiß. Außerdem weiß sie es, diese Geschichten spannend und unterhaltsam zu erzählen. Das Wissen, das sich all die Guides aneignen, die durch Salzburg führen, muss gewaltig sein.

All die Jahreszahlen, Personen, Hintergründe und Details, die sie in den jeweiligen themenspezifischen Führungen wiedergeben, sind aber wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs. Dahinter steckt sicherlich ein viel umfangreicheres Wissen. Wer einmal die Möglichkeit hat, eine entsprechende Führung mitzumachen, ich kann es nur empfehlen.

Und es muss natürlich nicht nur in Salzburg sein. Die eigene Stadt oder die eigene Umgebung durch dieses einfache Mittel besser kennenzulernen, schadet nie. Vor allem abseits der touristischen Angebote findet man immer wieder interessantes, das sich eher an die Bewohner*innen der Umgebung richtet. Für Ende des Monats habe ich mir bereits einen Platz in der Führung »Liebe, Intrigen, Skandale & Affären« reserviert. Ich erwarte mir spannende Einblicke in den Klatsch und Tratsch der Geschichte Salzburgs.

(Ver)Änderungen sind wichtig

Ich empfinde es als begrüßenswert, die eigene Meinung, die eigene Einstellung anzupassen, wenn sich neue Erkenntnisse, Informationen oder Einsichten auftun. Es sollte doch ein Ziel eines Menschen sein, sich mit den Jahren weiterzuentwickeln; dazu gehört ebenfalls, die eigenen Einstellungen immer mal wieder zu hinterfragen. Das ist auch einer der Beweggründe, warum ich jeden Donnerstag alte Texte von mir wieder veröffentliche. Diese sind teilweise zehn Jahre alt und es ist interessant, die Meinungen von meinem früheren Ich zu lesen. Manches Mal kann ich mich so gar nicht mehr damit identifizieren, weiß allerdings sehr wohl, woher diese Äußerungen kommen oder worauf sie basieren. Das ist besonders bei dem Text zu The Beauty #1 der Fall, den ich mir Ende des Monats vornehme.

Jedenfalls ist es immer wieder erstaunlich, wenn berühmten Persönlichkeiten (egal welcher Art) etwas vorgeworfen wird, das sie vor Jahren, manchmal Jahrzehnten gesagt oder getwittert haben. (Als Twitter noch ein Ding war und nicht das elende Chaos, das es heute ist.)

Menschen entwickeln sich weiter und ändern ihre Meinung. Wer weiß, wie ich so manche Dinge sehe, zu denen ich hier schreibe, wenn ich in einigen Jahren darauf zurückblicke. Doch um sich weiterzuentwickeln, gehört Selbstreflexion dazu, und das ist sicherlich nicht immer einfach, aber ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Das alles ist mir durch den Kopf geschossen, als ich einen der letzten Falter-Newsletter zu einem Interview von Nick Cave las. Ich kannte den Namen des Musikers nicht, habe wahrscheinlich auch noch keine Musik von ihm gehört. Aber ein Zitat, das in dem Newsletter wiedergegeben wurde, hat es mir angetan und will es natürlich auch hier teilen:

„Ich bin froh, nicht zu jenen zu gehören, die so geprägt sind von ihrer Jugend, dass sie nichts mehr anderes werden konnten.“ Und weiter: „Solche Leute gibt es zum Beispiel in Berlin. Sie halten an einer Handvoll Idealen fest, die sie mit 20 hatten, und verteidigen diese noch mit 65. Sie glauben, dass sie keine Kompromisse eingegangen sind. Das ist die größte Verschwendung von Leben, die ich mir vorstellen kann. Schon klar, es gibt fundamentale Wahrheiten, an denen wir festhalten. Aber wenn jemand seine Ideen nie ändert, macht er was falsch in seinem Leben.“

100 Stunden und noch lange kein Ende in Sicht

Mir ist aufgefallen, dass ich schon seit einer Woche nicht mehr über Elden Ring geschrieben habe, also muss diesem Versäumnis unbedingt Abhilfe geschafft werden. Deshalb habe ich mir überlegt, die vergangene Gaming-Woche Revue passieren zu lassen. Denn jeden Tag am Abend spiele ich ein paar Stunden. Das ist zwar für den allgemeinen Spielfortschritt recht gut, meiner Schlafenszeit ist dies allerdings nicht sonderlich zuträglich.

Montag / Dienstag

Konträr zu dem, was ich vor ein paar Sätzen geschrieben habe, begann diese Woche mit einer Pause. Das Wochenende war, wie des Öfteren in den vergangenen Wochen, etwas Spiel-intensiver. Daher hat eine kleine Pause und etwas Abstand ganz gutgetan. Außerdem habe ich von BlueBrixx das Asgard-Schiff Beliskner gebaut, über das ich demnächst detaillierter berichte.

Ganz ohne Elden Ring war ich aber trotzdem nicht in den zwei Tagen. Die Videos des YouTubers Bushy haben es mir angetan. Er macht sehr viele verschiedene Challenge-Runs von Elden Ring, die unterhaltsam sind und bei denen man tatsächlich etwas über das Spiel lernt. Die Waffen, Zauber und Rüstungen, die er jedem Run spezifisch anpasst, sind immer wieder interessant zu sehen. Vor allem, welche Möglichkeiten einem das Spiel bietet, faszinieren mich immer wieder.

Mittwoch

Schließlich ging es doch mal wieder weiter. An dem Abend habe ich mich um das optionale Gebiet rund um den Haligbaum gekümmert. Ein schwieriges Gebiet, da man sich fast permanent auf einem riesigen Baum bewegt, der von allen möglichen Gegnern besetzt wird. Ich habe leicht über 400.000 Runen verloren. Es war eine regelrechte Geduldsprobe, sich durch dieses Gebiet zu kämpfen. Malenia wollte ich noch nicht versuchen, das hebe ich mir fürs Wochenende auf.

Donnerstag

Scheinbar haben die Katakomben Giants’ Mountaintop Catacombs meine verzweifelten Versuche vom Haligbaum mitbekommen und sich gedacht: hold my beer; das können wir besser. So startete der Donnerstagabend ebenfalls mit einer unfassbar nervigen Geduldsprobe. Spoiler: Ich habe es nicht bis zum Ende geschafft. Es gibt in den Katakomben ein optionales Tief liegendes Untergeschoss, das ich natürlich machen wollte. Dort befinden sich mehrere, sogenannte Wachhunde, die auch noch Frostzauber können. Die Truhe in dem untersten Stockwerk habe ich irgendwann geschafft, weil es dort eine Marika-Statue gibt, sodass man nicht wieder von ganz vorne anfangen muss. Allerdings bin ich dann später im »normalen« Dungeon-Bereich, kurz vor Ende, am dritten Wachhund gestorben und bin ganz zum Anfang zurückgebracht worden. Ich wollte mir das alles nicht noch einmal antun und bin dann schließlich zum Feuerriesen und habe diesen erledigt. An der riesigen Schmiede angekommen, die wirklich beeindruckend gestaltet ist, hat sich Melina geopfert und den Erdtree in Brand gesetzt. Erwacht bin ich dann in Farum Azula – einem visuell sehr beeindruckenden Level. Es ist immer wieder erstaunlich, wie fantastisch, episch und gewaltig die Kulissen von FromSoftware-Spielen sind, besonders in Elden Ring. Alleine die Welt zu erkunden, spornt immer wieder zum Weitermachen an.

Freitag

Am Vortag hatte ich schon etwas mit Farum Azula angefangen – nichts ahnend, dass das schwierigste noch vor mir liegen würde. So habe ich mich am Freitag also durch die zweite Hälfte dieses beeindruckenden Gebiets gekämpft. Das gefürchtete Godskin Duo war mit Hilfe von ein paar Schlafzauber und meiner Mimic Tear kein Problem, genauso wenig wie Maliketh oder später, in der Asche-Hauptstadt Leyndell, der Magier Gideon Ofnir. Auch gegen Godfrey / Hoarah Loux konnte ich mit der Mimic Tear gut bestehen. Manchmal fühlt es sich ein bisschen wie cheaten an, aber beim ersten Durchlauf ist das, denke ich, erlaubt.

Jedenfalls war Farum Azula prinzipiell eine Geduldsprobe. Die Gegner halten viel aus, können gut austeilen und man muss aufpassen, dass nicht zu viele auf einmal ankommen. Am meisten gefordert hat mich tatsächlich, erneut, ein Schmelztiegelritter. Egal, ob man auf Level 50 ist oder 160 oder welche Waffen man hat, ich komme mir bei diesen Monstern immer vor wie ein Baby auf Level 1, das sinnlos am Boden herumrollt und es trotzdem nicht schafft auszuweichen.

Ein kleiner Trost war dann der Kampf gegen den Drachenfürst Placidusax. Ein epischer Kampf auf allen Ebenen. Drachen bekämpfe ich grundsätzlich gerne und mag auch das Design. Die mächtige Arena hat ihr Übriges dazu getan, dass es ein unvergessliches Duell geworden ist.

Damit bleiben nur noch drei Bosse, bis zum Finale: Malenia, Radagon und Elden Biest.

Samstag

Also Malenia werde ich mir nächste Woche vornehmen. Nachdem ich sogar mit Hilfe der Mimic Tear einige Male gescheitert bin, zog ich zum Erdtree weiter.

Dort warteten nur mehr Radagon und das Elden Biest auf mich. Diese waren durchaus fordernd, wenn auch nicht so sehr wie Malenia. Ich nahm die Mimic Tear zu Hilfe und nach einigen Anläufen war es schließlich geschafft. Die Kämpfe an sich sind beeindruckend, so wie alles in Elden Ring. Die Musik, die Umgebung, das Design der Kreaturen – es ist ein wahnsinnig schönes Spiel.

Nach fast genau 100 Stunden wurde ich zum Elden Lord oder eigentlich nicht, denn mit Ranni wurde das Zeitalter der Sterne eingeläutet. So wie Ranni die letzten Worte spricht und ich ihr ewige Gefolgschaft schwöre, kann ich nicht umhin, Vermutungen anzustellen, ob es sich nun um ein gutes oder böses Ende handelt. Sie ist ein cooler Charakter, aber genauso ambivalent und undurchdringlich sind ihre Motive und tatsächlichen Ziele.

Den Abend habe ich dann mit etwas farmen beendet, da ich mich mit reichlich Schmiedesteinen und Dunkelschmiedesteinen eindecken wollte.

Sonntag

Wie die Woche begann, so endete sie auch: mit einer Spielpause. Erst einmal die Siege feiern und das Adrenalin aus dem System lassen, dann kann es weitergehen. Es warten noch ein paar fiese Dungeons auf mich und diverse Dinge, die gesammelt werden wollen.

Neben einem New Game Plus will ich parallel einen komplett neuen Durchlauf starten. Ich will versuchen, mich mit einem Level 1 Charakter von Grund auf neu auszustatten und durch die Welt zu bewegen. Es wollen noch so einige Experimente und Ausrüstungsgegenstände getestet werden. Besonders der Magie werde ich mich im NG+ widmen.

Ich bin äußerst froh, Elden Ring eine Chance gegeben zu haben. Nachdem man es einmal durchgestanden hat, fällt es vielleicht einfacher, sich an Bossen und Gegnern auszuprobieren, da man es ja bereits einmal geschafft hat. Oder es kommt ganz anders. Ich werde es herausfinden.

Zustellungsprobleme

Eigentlich sollte ich diese Woche ein Paket bekommen. Ich habe die Post-App am iPhone installiert, die erstaunlich akkurat funktioniert und immer frühzeitig Bescheid gibt, wenn eine Zustellung ansteht oder sich ein Paket ankündigt. So sollte dieses spezielle Paket also am Montag zugestellt werden; der Status änderte sich im Laufe des Vormittags entsprechend. Es wurde allerdings nicht zugestellt.

An sich kein Problem, ich bin ein ruhiger Fahrer (wie der Held der Steine zu sagen pflegt) und ging davon aus, dass sie viel zu tun haben, nicht mehr bis zu uns gekommen sind. Wird es wohl am nächsten Tag zugestellt. So war es übrigens die Woche davor. Nichts Unübliches also. Der Masse an Paketen und dem Mangel an Personal geschuldet. Alles verständliche Gründe, warum es etwas länger dauern könnte und damit habe ich kein Problem. Grundsätzlich bin ich immer ein Fan davon, nichts Böswilliges zu unterstellen, ruhig an eine Sache heranzutreten, sich Zeit zu lassen – vielleicht nachfragen, wenn notwendig.

Am Dienstagabend kam aber dann die Statusmeldung, dass die Zustellung verspätet sei. Grund dafür: das Paket wurde beschädigt und der Inhalt muss überprüft werden. Das hatte ich bis jetzt bisher nicht. Wiederum ging ich davon aus, dass man sich das Paket in der Oberndorfer Postfiliale ansehen würde, in eine neue Umverpackung gibt und mir am nächsten Tag zustellt. Zwei Tage änderte sich der Status allerdings nicht, also fragte ich nach.

Fun Fact: Die Chatfunktion auf der Webseite der Post ist erst ab 12 Uhr Mittag verfügbar. Die Öffnungs- und Servicezeiten von Ämtern und Post sind immer wieder erstaunlich. Jedenfalls befragte ich die nette Dame am anderen Ende der Chat-Leitung, wie es nun weitergehen würde. Ein paar mehr Informationen wären nicht schlecht. Die überraschende Aussage war, dass das Paket in das Verteilzentrum nach Salzburg geschickt, dort der Inhalt geprüft und schließlich darüber entschieden wird. Was genau entschieden wird, weiß ich leider nicht, nur dass es bis zu drei Wochen dauern kann.

Bei aller Liebe finde ich drei Wochen für solch einen Vorfall nicht tragbar. Vor allem nicht, dass der Inhalt meines Pakets von Personen begutachtet und geprüft wird, die mit der Materie wahrscheinlich nichts zu tun haben. Wie können sie den Inhalt und seine Tüchtigkeit prüfen? Was machen die drei Wochen lang damit? Viel einfacher wäre es doch, mir einen Zettel in den Briefkasten zu werfen, mit der Information, dass mein Paket beschädigt wurde und ich dieses doch bitte in der Filiale begutachten sollte. Von mir aus kann dabei auch gerne ein*e Mitarbeiter*in zusehen und man sieht sich das gemeinsam an. Dann kann man immer noch eine Entscheidung darüber fällen, wie damit weiter vorgegangen wird.

Meinen Unmut darüber, wie in solch einem Fall verfahren wird, habe ich in einer entsprechenden E-Mail-Adresse an den Service geschrieben. Natürlich nett und höflich formuliert – selbst wenn man sich über eine Situation ärgert, gibt es keinen Grund, unnötig arglistig zu werden. Ich bin auf die Antwort gespannt, wenn überhaupt eine kommt. Und ob ich jemals mein Paket bekommen werde.

Experimente mit dem Logo

Logos sind ein schwieriges Thema. Es haben sowohl komplexere, grafisch aufwendigere Designs ihren Platz, als auch die schlichten, simplistischen. Die einfachen, mit wenig Schnickschnack, erscheinen mir aber doch reizvoller. Wenn sie etwas Einzigartiges aufweisen können, merkt man sich diese besser. Sie können einen immensen Wiedererkennungswert haben und sind einprägsam. Für meinen Blog schwebt mir eine kreative Spielart mit den Buchstaben C und S vor. Deshalb habe ich in den vergangenen Wochen etwas damit herumexperimentiert. Wie sollen die Buchstaben angeordnet sein, welche Farben sprechen mich an, soll es eher rund oder eckig sein? Alles Fragen, die man sich stellen kann.

Man könnte natürlich jemanden dafür engagieren und über Fiverr oder ähnliche Webseiten kann man sogar gut justieren, wie viel man am Ende für eine Dienstleistung ausgeben möchte. Vielleicht mache ich das noch, aber erst einmal will ich selbst experimentieren, um einem eventuellen Designer sagen zu können, was ich mir überhaupt vorstelle. Denn „mach mal was mit den Buchstaben C und S“ ist doch sehr allgemein und unspezifisch. Selbst das Einschränken von Farben ist sicherlich schon mal hilfreich oder wie abstrakt es werden darf oder soll. Und wenn man etwas gewillt ist, Zeit zu investieren, kann man mit guten Programmen schon einiges erreichen.

Die Software-Suite von Affinity hat es mir schon seit Jahren angetan. Sie sind eine hervorragende Alternative zu Adobe, mit dem Vorteil, dass sie (noch) kein Abomodell haben. Man zahlt pro Versionssprung einen einmaligen Preis und darf diese so lange man will benutzen. Ein fast schon archaisches Modell des Softwarevertriebs, aber manche erhalten diese Tradition noch bei, was ich persönlich äußerst charmant finde. Die zweite Version von den drei Programmen Affinity Photo, Designer und Publisher sind ein guter Sprung nach vorne gewesen und ich unterstütze sie gerne bei der Weiterentwicklung.

Wie dem auch sei. Ich habe mich also die letzten Wochen über etwas mit Logos beschäftigt, indem ich mit dem Affinity Designer herumgespielt habe. Schließlich bin ich bei dem Layout gelandet, das seit Anfang der Woche meine Webseite ziert. Ob es das finale Logo sein wird, bin ich mir nicht sicher, wahrscheinlich nicht, aber es gefällt mir auf jeden Fall besser als nur mein Name als Schriftzug. Es erscheint nun auch etwas aufgeräumter, da auf mobilen Geräten alles in einer Ebene sein sollte; sprich, die drei parallelen Linien zum Aufrufen des Seitenmenüs sollten nun immer links oben sein und daneben das Logo. Es sieht etwas schlichter aus und gefällt mir mehr als die vorherige Version.

Die Selbstbeschreibungen unterhalb der Zierlinie sind vielleicht etwas klein ausgefallen, da müsste ich mich nochmal damit beschäftigen, wie groß die sein müssten, damit man sie halbwegs lesen kann. Aber wer es wirklich wissen will, kann ja etwas reinzoomen. Ansonsten ist es, finde ich, eine definitive Verbesserung zur ersten Version und kann erst einmal so bestehen bleiben. Mit der Zeit kommen sicher noch neue Ideen oder ich stoße auf Inspirationen.

Ein Frühjahrsputz

Am vergangenen Wochenende ist vieles zusammengekommen. Sahara-Sand flog durch die Luft, gefühlt hat alles gleichzeitig zu blühen begonnen und es war sehr warm und eher trocken. Dazu kam noch ein dezenter Wind, der alles schön miteinander vermischt und vermengt hat. Das Ergebnis war, dass man kaum das Fenster geöffnet hatte und schon eine halbe Sand-Pollen-Burg bauen konnte. Als ich dann meine diversen Wetter-Apps konsultierte (ja, man benötigt mehrere Wetter-Apps) und es hieß, am Dienstagabend würde es regnen, habe ich beschlossen, nach der Arbeit die Wohnung mal wieder ordentlich zu putzen.

Das heißt bei mir dann eine beinahe Grundreinigung, von oben bis unten. Ich habe meine Wohnung im Dachgeschoss mit Dachschrägen und Giebeldecke, wo man nur mit einem langen Besen rauf kann. Außerdem Dachbalken, die abgestaubt und gewischt werden wollen. Am besten alles von oben nach unten sauber machen, da man am Ende hoffentlich alles einsaugen und aufwischen kann, was zwischenzeitlich den Weg nach unten fand.

Natürlich waren das schlimmste die unmittelbaren Umgebungen der Fenster. Hier war alles Gelb, von den Vorhängen, über Fensterbänke, hin zu den Gewürzbehältnissen in der Küche. Alles wollte gewaschen und geputzt werden. Natürlich hatte das Ganze einen Nachteil: Ich konnte so lange die Fenster nicht öffnen, bis es tatsächlich zu regnen begann oder alles wäre umsonst gewesen. Zum Glück hat es dann am späten Abend tatsächlich angefangen zu regnen und es kühlte auf eine angenehme Temperatur herab. Über 25 Grad im April sind eben doch anstrengend und ungewohnt.

Jedenfalls tut so eine beinahe Grundreinigung bisweilen ganz gut. Ich schreibe »beinahe«, da für mich eine wirkliche Grundreinigung auch beinhalten würde, sämtliche Regale und Schubladen und so weiter ebenfalls auszuräumen, zu säubern und, im Idealfall, besser wieder einzuräumen. Aber das sind so Themen, die gehe ich gerne separat an. Dafür braucht man Zeit, Geduld und zumindest eine Vorstellung davon, wie es am Ende aussehen soll. Das andere war mir aber diese Woche auf jeden Fall wichtiger.

Ein Frühjahrsputz tut tatsächlich ganz gut. Man hat sich mal wieder um alles gekümmert und kann anschließend im gewohnten Rhythmus weiter machen. Es ist ein kleiner Reset zwischendurch, den man sich gönnen kann. Und ich mag die Idee von kleinen Resets, wie ich in der Vergangenheit schon des Öfteren berichtet habe (Immer wieder Resets).

Geek-Planet: The Amazing Spider-Man – Brand New Day

Ich habe mir vorgenommen, mehr Spider-Man-Artikel für die zukünftigen Donnerstage herauszusuchen. Immerhin war dieser Charakter und die unzähligen Comics, in denen er vorkommt, der Grund, warum ich meinen damaligen Blog »geek-planet« gestartet habe. Also sollen diese Texte auch hier einen entsprechenden Stellenwert einnehmen. Mit Sicherheit nicht jeden Donnerstag, aber ich nehme sie mehr in den Fokus.

Der folgende Text stammt vom 17. Juni 2016 und behandelt einen soften Reboot der Spider-Man-Reihe, nachdem die vorangegangene Geschichte nicht gerade gut aufgenommen wurde. Aber das behandle ich ausführlich im Text.

  • Ausgaben #546-564
  • Autoren: Dan Slott, Marc Guggenheim, Bob Gale, and Zeb Wells
  • Zeichner: Steve McNiven, Salvador Larroca, Phil Jimenez, Chris Bachalo, Marcos Martin, and Barry Kitson
  • Inker: Dexter Vines, Andy Lanning, and Tim Townsend
  • Farben: Morry Hollowell, Dave Stewart, Jason Keith, Jeromy Cox, and Antonio Fabela

Nach dem ziemlich enttäuschenden Ende der letzten Story-Arc (One More Day), scheinen sich die kreativen Köpfe von Marvel etwas Neues überlegt zu haben. Oder es war schon immer ihr Plan, eine so enttäuschende StoryArc zu schreiben, dass das, was folgt, umso besser wirkt. Aber wer weiß das schon? Egal, was sich hinter den Vorhängen abgespielt hat, nach #545 kann es nur mehr Bergauf gehen. Leider müssen wir uns, wie bereits im letzten Artikel erwähnt, von der Idee verabschieden, dass wir es mit einem Spider-Man zu tun bekommen, dessen Identität jeder Person auf der Welt bekannt ist. Stattdessen bekommen wir mit Brand New Day quasi einen frischen, alten, neuen Spider-Man.

Getreu dem Motto: back to the roots, wurde nicht nur das kollektive Gedächtnis aller Menschen gelöscht, was das alter Ego von Peter Parker betrifft, sondern auch die Beziehung mit Mary-Jane ist nichtig geworden. Es hätte nur noch gefehlt, dass Peter zurück in die Highschool muss und wir wären wieder am Startpunkt angelangt. Natürlich ist nicht alles hinfällig geworden, denn der Registration Act, um den es im Civil-War-Event ging, ist immer noch aktuell. Da Peter sich eines besseren besinnt hat und sich nicht wie zuvor registrieren lässt, ist er ein gesuchter Superheld geworden. Diese Tatsache ist ziemlich gut in die Geschichten eingewoben und unser Held macht natürlich jede Menge Sprüche darüber, besonders wenn ihm eine gewisse Anfängerin namens »Jackpot« begegnet. Sie ist neu im Superheldengeschäft und ließ sich selbstverständlich brav registrieren. Leider begeht sie aber einen Anfängerfehler, der dazu führt, dass eine Stadträtin ums Leben kommt. Dies nagt natürlich an beiden.

Es ist etwas, was im Laufe der Geschichte immer wieder aufgegriffen wird: Konsequenzen. Vergangene Ereignisse, die nicht unbedingt nur in Brand New Day stattgefunden haben, zollen ihren Tribut und Spidey muss einen Weg aus dem Schlamassel finden. Überhaupt haben wir es hier wieder mit einem Spider-Man zu tun, den wir kennen. Er macht einen Spruch nach dem anderen, redet pausenlos und kommt in Situationen, in die nur er gelangen kann. Dabei »verliert« (wenn man es so sagen möchte) er gleich am Anfang einen seiner Web-Shooter und im weiteren Verlauf auch ein Kostüm nach dem anderen. Humor wird nach den letzten beiden StoryArcs wieder großgeschrieben und tut der Geschichte richtig gut.

Den verschiedenen Autoren und Künstlern gelingt es herrlich, das Privatleben und Superhelden-Dasein miteinander zu verknüpfen und beiden genug Raum zur Entfaltung zu bieten. Brand New Day wird gleich von einer Handvoll verschiedener Teams betreut, die jede ihre eigene kleine Geschichte präsentieren darf. Damals erschien The Amazing Spider-Man dreimal im Monat und pro Monat gab es einen Handlungsbogen.

Im Allgemeinen sind die Zeichnungen wirklich fantastisch. Die Bewegungen unseres Helden im Kampf und bei seinen Reisen durch die Stadt wirken dynamisch. Zusammen mit den bunten, unverkennbaren Farben wird der Comic zu einem wahren Augenschmaus. Jedoch, und dies muss hier kurz erwähnt werden, sind nicht alle Stile immer gleich gut. Das ist natürlich sehr subjektiv, doch an der ein oder anderen Stelle haben mir die Darstellungen nicht so zugesagt, auch wenn die verschiedenen Künstler sich um einen ähnlichen Look bemühen.

Die Bösewichte sind abwechslungsreich. Angefangen von Mr. Negativ, Manace und einem sich sehr schnell entwickelnden Freak, hin zu einem Maya-Gott und natürlich Paper Doll. Alle stellen auf ihre eigene Art und Weise eine Herausforderung für Spider-Man dar und bringen ihre eigenen Motive und Hintergründe mit. Dies gefällt besonders gut, da diese klar dargebracht und deshalb nachvollziehbar werden. Es sind nicht immer nur Gegner, die er so schnell wie möglich besiegen muss; es ist Zeit, dass sich in gewisser Weise Mitgefühl entwickelt.

Doch es gibt genauso viele eigene Herausforderungen, die Peter Parker in den Griff bekommen muss. Seine typischen Geldprobleme, eine Wohnungssuche und sein neuer Job beim DB, der sich auch auf seine Beziehungen auswirkt, sind nur die Spitze des Eisbergs. Ihr denkt jetzt sicher, DB steht für Daily Bugle. Leider nicht mehr. Denn unser cholerischer J. Jonah Jameson hat es endlich zu einem Herzinfarkt geschafft; so wie er sich immer aufführt, wundert es ja schließlich niemanden, warum das nicht schon früher passiert ist. Seine Frau hat sich dann kurzerhand dazu entschlossen, die Zeitung an einen gewissen Dexter Bennett zu verkaufen.

Dieser macht zwar noch mehr Jagd auf Spider-Man, als JJJ das jemals gemacht hat und biegt auch gerne mal ein paar Geschichten zurecht, doch zumindest bezahlt er Peter anständig für seine Fotos. So kann er sich nicht nur eine eigene Wohnung, sondern neue Netzflüssigkeit leisten, genauer gesagt, die Inhaltsstoffe, damit er diese zusammenbrauen kann.

Brand New Day ist eine Spider-Man-Geschichte, wie ich sie mir gewünscht habe, seit ich den Film Civil War gesehen habe. Immer lässige Sprüche auf den Lippen und eine gute Mischung aus verschiedensten Problemen, die er mit seiner lockeren Attitüde zu bewältigen versucht. Die Zeichnungen, die wie bereits erwähnt von den unterschiedlichsten Künstlern stammen, sind zum überwiegenden Teil unfassbar gut gemacht und tragen ihr Übriges zu einer unterhaltsamen Lesestunde bei. Unerwähnt lassen darf ich auch nicht die unterhaltsamen Editor-Notes, die sich über die gesamten Ausgaben hinweg finden. Sie zeugen von einer, wie ich finde, guten Zusammenarbeit des Teams und haben großen Unterhaltungswert.

Zwar hätte es mich interessiert, wie die Geschichte von Back in Black sich ohne One More Day fortgesetzt hätte, aber dieser kleine Neuanfang ist wirklich gut gelungen. Ich freue mich auf die kommenden Abenteuer. Vielleicht lese ich zwischendurch ein paar »Ultimate Spider-Man« Geschichten, denn immerhin sind sie der Grund, warum ich diesen Blog überhaupt gestartet habe.

Ein kleines Rebranding

Über die letzten Monate habe ich jeden Donnerstag einen alten Text von mir veröffentlicht. Dabei handelt es sich um Rezensionen, Essays, Kommentare etc., die ich auf meiner damaligen Webseite geek-planet veröffentlicht habe. Einen Blog, den es schon seit Jahren nicht mehr gibt. Aber ich hielt es für ein spannendes Experiment, diese Texte hier wiederzuveröffentlichen. In kommentierter und leicht überarbeiteter Form.

Meist schreibe ich dazu eine kleine Einleitung, wie ich heute zu dem Text und den Meinungen darin stehe. Dann folgt der Text. Die Überarbeitungen halten sich größtenteils in Grenzen. Formulierungen erscheinen mir etwas seltsam? Dann passe ich diese an. Natürlich haben sich auch diverse Rechtschreibfehler oder Ähnliches eingeschlichen, die ich ebenfalls korrigiere. All das hilft hoffentlich beim Lesefluss.

Bisher habe ich diese Texte unter dem Titel »Throwback Thursday« veröffentlicht. Wikipedia definiert diesen Begriff als Internet-Trend, den Nutzer*innen dafür verwenden, um an Donnerstagen Nostalgie auslösende Inhalte, meistens natürlich Bilder, auf sozialen Netzwerken zu teilen. Ich finde den Begriff eines »zurückblickenden Donnerstags« immer noch interessant, weil es die Leser*innen gut darauf vorbereitet, was folgt.

Aber schon seit einer Weile bin ich unzufrieden mit »Throwback Thursday« als Kategorie für meine Texte. Immerhin habe ich noch so einige Artikel, die ich jeden Donnerstag neu veröffentlichen möchte und über Jahre eine Kategorie nach einem Internet-Trend zu benennen, ist nicht unbedingt meine Vorstellung eines griffigen Schlagwortes.

Deshalb habe ich mich dazu entschieden, einfach den Namen meines damaligen Blogs als Kategorie-Namen zu verwenden. Jeden Donnerstag gibt es also weiterhin alte Texte von mir, in kommentierter Form, aber nun eben mit einem vorangestellten »geek-planet«.

Ob ich die bisher erschienenen Texte anpasse, weiß ich noch nicht. Aber wahrscheinlich nicht. Diese Seite soll ja wachsen, sich weiterentwickeln – ein Abbild meines Selbst sein; zu einem gewissen Grad. Sie soll sich genauso weiterentwickeln, wie ich mich hoffentlich weiterentwickle. Änderungen dieser Art sind eben solche kleinen Veränderungen, die sich mit den Jahren ergeben werden.

Von letzten Kirchen und einer Vertrauensfrage

Da ich aktuell mit Elden Ring beschäftigt bin und nicht so sehr zum Lesen komme, ziehe ich den folgenden Text etwas vor. Ich habe nämlich bereits im Februar mit dem vierten Sammelband der Horus Heresy Reihe angefangen und die ersten zwei Bücher darin gelesen. Jeder Sammelband enthält nämlich drei Bücher, was diese zwar etwas unhandlich macht, aber sie sehen gut im Bücherregal aus. Jedenfalls wird es noch etwas dauern, bis ich zum dritten und längsten Buch des Sammelbandes komme; deshalb gibt es heute bereits die Texte zu Erzählungen des Verrats und Gefallene Engel.

Erzählungen des Verrats

Hierbei handelt es sich quasi um einen Sammelband im Sammelband, denn Erzählungen des Verrats enthält verschiedenste Kurzgeschichten von unterschiedlichsten Autor*innen. Diese haben entweder schon zuvor für die Horus Heresy geschrieben oder dürfen hier ihr Debüt feiern. Die Geschichten sind durchaus abwechslungsreich, fokussieren sich auf jeweils andere Legionen der Astartes und spielen teilweise zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Häresie oder sogar noch davor.

Zu meinen Favoriten in der Sammlung zählen Die letzte Kirche von Graham McNeill und Nach Desh’ea von Matthew Farrer, da sie die Bandbreite an Stilen zeigen, die hier dargeboten werden. Die letzte Kirche ist eine ganz besondere Darbietung an schriftstellerischer Kunst, denn im Grunde ist es ein einziger langer Dialog zwischen einem Priester und einem Ungläubigen – wenn man so will. Der Schauplatz ist eingeschränkt. Dadurch baut sich kontinuierlich Spannung auf. Die Atmosphäre ist beklemmend und auch wenn man vielleicht auf halbem Wege absehen kann, wo es hingeht, sind die verschiedenen Ansichten und verbalen Konfrontationen fantastisch zu lesen.

Nach Desh’ea ist grundsätzlich auch reduziert, was Schauplatz und Charaktere anbelangt, aber deutlich brutaler. Es geht um die Entdeckung eines ganz speziellen Primarchen und wie sehr die Astartes ihre Väter als Halbgötter feiern und verehren. Bis zu dem Zeitpunkt, wo Horus alle verrät und der Bruderkrieg beginnt, hätte niemals jemand einen Primarchen als fehlbar eingeschätzt, geschweige denn eine Hand gegen einen Primarchen erhoben. Ihnen zu widersprechen, war undenkbar. So kann einfaches Unwissen einerseits und blinde Verehrung andererseits schwerwiegende Folgen haben.

Gefallene Engel von Mike Lee

Manchmal empfinde ich es als schwierig, die einzelnen Astartes der Legionen auseinanderzuhalten, da nicht nur die Namen teilweise ähnlich sind. Es kommen schlichtweg sehr viele in den Geschichten vor. Natürlich kommt auch hinzu, dass sie bis zum Verrat des Horus alle sehr ähnliche Charakterzüge haben. Erst durch den Verrat und den damit angestoßenen Ereignissen, so kommt es mir zumindest vor, entwickeln sie tatsächliche Charakterzüge und Eigenschaften. Sie werden gezwungen, sich mit ihrer eigenen Existenz auf eine Art und Weise auseinanderzusetzen, wie sie es zuvor noch nicht tun mussten.

Hinzu kommt natürlich, dass es sich hierbei um eine Reihe handelt, die insgesamt mehr als hundert Bücher umfasst. Die meisten haben nicht nur einen Protagonisten, sondern spiegeln mehrere Sichtweisen und Charaktere wider. Es stehen teilweise ganze Legionen im Zentrum der Handlungen, da wird es irgendwann eben schwierig, sie alle auseinanderzuhalten. Zum Glück gibt es für die Zusammenhänge genügend YouTube-Videos und Online-Artikel, die sich damit beschäftigen. Mir geht es um die Geschichten an sich und manchmal muss man sich einfach darauf einlassen.

In Gefallene Engel verfolgt man grundsätzlich zwei Gruppen an Dark Angels. Zum einen den Primarchen Lion El’Jonson, der versucht dem Verräter Horus einen Planeten des Mechanicum zu entreißen bzw. zu verhindern, dass dieser ihn einnehmen kann. Die Konstruktionen und Waffentechnologien dort könnten von entscheidender Bedeutung sein. Auf der anderen Seite haben wir Luther, der scheinbar von seinem Primarchen auf den Heimatplaneten der Dark Angels, Caliban, verbannt wurde, samt seinen Truppen. Dort sollen sie für die Ausbildung der neuen Rekruten verantwortlich sein. Eine Aufgabe, die des Herrn von Caliban und der rechten Hand Lion El’Jonsons eher unwürdig erscheint. Beide Geschichten sind interessant zu lesen, vor allem aber die Ereignisse auf Caliban haben es mir unerwarteterweise angetan. Es geht viel um Vertrauen, um die Kräfte des Warp und wie weit die Verehrung eines Primarchen wirklich geht.