Impulskontrolle mit YNAB

Die eigenen Finanzen im Griff zu haben, ist nicht immer so einfach. Seien es die Werkstattkosten, die plötzlich doch doppelt so hoch sind, da diverse Filter und andere Dinge ausgetauscht werden müssen. Die Abo-Kosten, die man vollkommen vergessen hat. Oder aber auch eine Vorbestellung, die man vor Monaten getätigt hat und plötzlich 100 € von der Kreditkarte abbuchen. Es gibt immer wieder Ausgaben, die zu übersehen sind, die einen überraschen können oder eben plötzlich sehr viel höher ausfallen, als erwartet.

Deshalb habe ich gerne einen Überblick. Nicht nur über die Ausgaben, die ich getätigt habe, sondern auch darüber, was in Zukunft auf mich zukommen wird und kann. Dafür ist es notwendig, ein Budget aufzustellen und jedem Euro, den man einnimmt, einen Job zu geben. Denn alle erfüllen eine gewisse Aufgabe und ihnen diese zuzuweisen, kann sehr beruhigend sein, da man weiß, man ist auf fast alle Eventualitäten vorbereitet.

Ich persönlich verwende dafür die App YNAB (You Need A Budget). Seit Jahren begleitet mich die App schon und ich würde sie nicht mehr hergeben wollen. Allein dieses beruhigende Gefühl, dass ich nicht nur meine Ausgaben von heute eintragen und dadurch einen Überblick bekomme, wie viel ich für Lebensmittel, Versicherungen, Kredit und Wohnungskosten jeden Monat brauche, sondern ebenso gut planen kann, machen die Abo-Kosten allemal wett. Mit YNAB bin ich auch auf den nächsten Werkstatttermin vorbereitet und es kann mich kein Abo und keine Vorbestellung mehr überraschen, da ich alles immer gleich eintrage und wenn es regelmäßige Ausgaben sind, richtige ich eine Wiederholung und eine Kategorie ein.

In YNAB arbeitet man mit verschiedenen Kategorien und Gruppen. Ich habe zum Beispiel eine Gruppe für meine alltäglichen Ausgaben wie das Tanken des Autos, Lebensmittel und Pflegeartikel. Außerdem habe ich Gruppen für Abonnements, Wohnungskosten und Versicherungen, Sparziele und ein paar mehr. Unter jeder Gruppe legt man dann entsprechende Kategorien an. Für jedes Abo, das ich habe, legte ich mir eine eigene Kategorie an. So kann ich, auch wenn ein Abo nur einmal im Jahr fällig ist, wie eben YNAB, jeden Monat ein paar Euro der Kategorie zuweisen und in einem Jahr habe ich die Summe beisammen.

Genau das ist das Prinzip hinter „jeder Euro hat einen Job“. Egal, ob es die Ausgaben für diesen Monat sind oder welche, die erst nächstes Jahr fällig sind, man weist jeder Kategorie etwas zu, sodass man vorbereitet ist. So weiß ich beispielsweise auch, ob ich mir spontan das Buch kaufen oder den Film ausleihen oder dieses Abo zusätzlich abschließen kann. Ein Blick auf das Budget und es wird klar, ob und wie viel diesen Monat noch übrig bleibt und was ich ausgeben kann.

Natürlich funktioniert das nicht immer zu hundert Prozent, man ist schließlich nur ein Mensch und manchmal obsiegt der Wille, etwas haben zu wollen, über das Budget. Doch über die Jahre bin ich immer besser darin geworden, zuerst YNAB zu konsultieren und dann entsprechend zu handeln. Und es muss ja nicht immer alles gleich und sofort sein. Im Zweifel erstelle ich ein Sparziel in Form einer neuen Kategorie, lege jeden Monat etwas auf die Seite und wenn die entsprechende Summe beisammen ist, kaufe ich es mir. Manchmal ist es auch so, dass es nur ein impulsiver Moment war, und einen Tag oder ein paar Wochen später schon wieder ganz anders aussieht und man es doch nicht braucht oder haben möchte. Und genau das bietet YNAB ebenfalls, Zeit, sich kurz darüber Gedanken zu machen, ob der Kauf nicht nur möglich, sondern eben notwendig ist.

Im Englischen gibt es den schönen Begriff des peace of mind, des Seelenfrieden, wenn man so will – genau das bringt mir YNAB und das damit eingerichtete Budget. Und darüber die Kontrolle über die eigenen Finanzen zu haben und einen guten Überblick, ist einfach fantastisch. YNAB bietet einen 31-Tage-Testzeitraum an und ich kann nur wärmsten empfehlen, das Angebot wahrzunehmen. Für mich funktioniert es ausgesprochen gut und ich möchte wirklich nicht mehr ohne diese App auskommen wollen.

Der Untergang von ComiXology

Im Sommer des vergangenen Jahres wurde das nicht gerade glorreiche Ende einer Institution und wahrlichen Bastion eingeleitet, mit dem eigentlich keiner so richtig gerechnet hatte. Und wieder einmal war es das unverständliche Handeln eines Mega-Konzerns, das das Leben so vieler Menschen berührt hat. Doch manchmal, so schmerzhaft es sein mag, ist eine aufgezwungene Veränderung notwendig, um neuen Dingen eine Chance geben zu können, zu wachsen.

ComiXology war seit vielen Jahren der eine Platz in den Weiten des Internets, wenn man Comics digital kaufen wollte. Sämtliche Verlage haben dort ihre Comics und Graphic Novels angeboten. Es gab immer wieder ausgezeichnete Deals, und die Handhabung war durchaus gelungen. Das Web-Interface hätte vielleicht mal eine Modernisierung vertragen können, doch es hat wunderbar funktioniert und ich bin ja durchaus der Meinung, dass man manche Dinge belassen kann, wenn sie doch funktionieren.

Kurzer Einschub: Mein Paradebeispiel für eine Verschlimmbesserung zu diesem Thema ist die Marvel Unlimited App. Vor etwa zwei Jahren wurde diese „modernisiert“. Sie mag davor etwas in die Jahre gekommen sein, aber die App hat über 30.000 einzelne Comic-Ausgaben im Sortiment – beinahe die komplette Marvel-Geschichte ist dort abgebildet. Da ist das vielleicht ganz angebracht. Man konnte kommod durch die ganzen Ausgaben scrollen und selbst Reihen wie Spider-Man mit mehreren hundert Heften waren schnell und einfach zu navigieren. Nach dem großen Update war es nur mehr mühselig, langsam und alles andere als benutzerfreundlich. Manche Features wurden sogar entfernt.

Deshalb mochte ich auch ComiXology so gerne. Ich habe immer wieder die tollen Angebote genutzt und viele Omnibus, Trade Paperbacks und Collected Editions gekauft, weil ich gerne alles an einem Platz haben wollte. Und es war der einzige Ort, wo man wirklich digitale Comics gut kaufen konnte. Außerdem hatte die ComiXology App den besten Reader am Markt, was Comics anbelangte. Niemand konnte ihnen das Wasser reichen, es war einfach fantastisch.

Doch Amazon wollte alles unter einem Dach vereinen. Seit Jahren gehörte ComiXology zu ihnen, und es existierten beide nebeneinander vor sich hin. Doch mit der immer weiter voranschreitenden Kindle-Integration war das Ende wohl abzusehen und nur mehr eine Frage der Zeit.

Schließlich wurde letztes Jahr die ComiXology-Homepage eingestellt, einen wirklichen Ersatz dafür gab es allerdings nicht. Zumindest international nicht. Die US-Seite von Amazon hat das ComiXology Interface integriert, alle anderen warten noch immer darauf, soweit ich weiß. Nun wurde auch noch die ComiXology App eingestellt und alle meine buchstäblich tausenden Comics sind irgendwo zwischen Büchern und Dokumenten in meiner Kindle-App einsortiert. Eine Filterung funktioniert eher schlecht als recht.

Es ist schade und war unnötig. Es hat nicht nur die Fans erzürnt, sondern wahrscheinlich den Verlagen Geld gekostet. Seitdem Lese ich deutlich weniger Comics, auch weil ich auf Amazon keine mehr kaufen möchte.

Doch mit den kürzlich erschienenen Apps Omnibus und GlobalComix gibt es inzwischen wieder zwei Alternativen. Es haben sich diesen jungen Unternehmen bereits viele Verlage angeschlossen und nach und nach mache ich mich mit ihnen vertraut. Es ist ein Umgewöhnen, so etwas braucht immer Zeit. Wenn man etwas jahrelang anders gewohnt war, muss man sich erst damit auseinandersetzen, dass es eben nicht mehr zurückkommt.

Mir haben Comics immer sehr viel bedeutet und waren für Jahre mein primäres Unterhaltungsmedium. Seien es die typischen Superhelden-Verlage wie Marvel oder DC, oder unbekanntere wie Valiant. Der Verlag Image hat teilweise die besten Reihen auf den Markt gebracht, die mich sehr bewegt haben. Sei es Giant Days, The Wicked + The Devine oder die unzähligen anderen. Neue Verlage haben sich etabliert, wie Boom!Studios, andere haben an Ruhm eingebüßt. Ich habe Podcasts dazu gehört und jahrelang auf diversen Blogs darüber geschrieben. Dass mir Comics wichtig waren, ist eine wahrliche Untertreibung. Und all das wurde durch ComiXology erst möglich gemacht, anders wäre ich auf legale Weise nicht zu den Tausenden Comics gekommen, die sich in meiner Library der App gesammelt hatten.

Aber vielleicht hatte das Ganze ja etwas Gutes. ComiXology besaß seit jeher eine Monopolstellung auf die Distribution von digitalen Comics. Nun gibt es zwei neue Anbieter, die es davor vielleicht nie versucht hätten, in dieses Geschäft einzusteigen. Nur hätte man diesen Niedergang einer solchen Institution, die für manche Menschen einen der einzigen wirklich guten Zugänge zu Comics darstellte, etwas rühmlicher gestalten können.

Es ist eben immer schwierig, sich digital etwas aufzubauen, sei es eine Comic-Sammlung, Filme oder Musik, und sich von einer einzigen Firma abhängig zu machen. Man kauft immerhin nur das Recht, etwas anzuschauen, solange es dieses Unternehmen gutheißt. Einen Vorschlag oder eine Lösung, es besser zu machen oder eine Art Handreichung, wie es besser gehen könnte, die eigenen digitalen Inhalte zu verwalten und zu speichern, habe ich leider nicht. Allerdings ist es ganz angebracht, zumindest darüber nachzudenken, von wem man sich abhängig machen will und ob es das wert ist.

Throwback Thursday: Death of Wolverine

Diese Woche habe ich drei Reviews herausgesucht. Ende 2014 habe ich das Mini-Event Death of Wolverine verfolgt und mich mit den einzelnen Ausgaben eingehender beschäftigt. Als ich mir die Rezensionen nach so vielen Jahren mal wieder durchgelesen habe, war ich eigentlich recht positiv überrascht. Ich besprach nicht nur die Geschichte, sondern bin auch auf den Zeichenstil eingegangen und wie dieser zur Atmosphäre beiträgt.

Eine Sache, bei der ich mir bis heute etwas unsicher bin, wenn ich Bücher, Comics, Filme oder dergleichen textuell bespreche, ist, wie viel ich verraten soll. Eigentlich mag ich das Ganze vorsichtige Getue um Spoiler nicht. Natürlich gibt es Geschichten, die, sobald der Twist verraten wird, nicht mehr ganz so gut funktionieren. Dennoch sollte die Kenntnis darüber, wie etwas endet, die Reise dorthin nicht zunichtemachen können. Das macht gute Erzählungen aus. Und wenn ich wirklich gar nichts wissen möchte, kann ich die Rezension immer noch im Nachhinein lesen und die Meinung mit der Autor*in des Artikels vergleichen.

Womit ich allerdings nicht mehr ganz mit meinem vergangenen Ich übereinstimme, ist die Conclusio der Geschichte, was das Opfer von Wolverine betrifft. Aber so ändern sich eben Meinungen über die Zeit. Gerade deshalb empfinde ich es als interessant, alte Artikel Revue passieren zu lassen.

Wie immer werden die Texte in nicht editierter Originalform wiedergegeben. Das Erscheinungsdatum steht bei der jeweiligen Rezension dabei.


Death of Wolverine #1

Veröffentlicht am 12.10.2014

Dieses Jahr scheint geradezu in Events zu ersticken! Bei DC Comics laufen parallel mehrere Events, bei Marvel ebenso. Würde ein normalsterblicher alle Events verfolgen wollen, müsste er wahrscheinlich seinen Job kündigen und sehr viel Geld und Zeit investieren…

Ich habe für mich den Entschluss gefasst, Death of Wolverine ist das letzte Event, welches ich mit einzelnen Comicheften verfolgen werde. Früher oder später erscheint sowieso eine Collected Edition oder eine Omnibus Version, mit deren Hilfe nicht nur Geld gespart, sondern das Event auch in kürzerer Zeit gelesen werden kann.

Dies ist auch der Grund, warum ich vom Spider-Verse Event nurmehr die Hefte Reviewn werde, die ich zu Hause liegen habe. In ein paar Monate erscheint nämlich bereits ein Hardcover Buch mit allen wichtigen Heften. Death of Wolverine besteht lediglich aus vier Heften und seit den X-Men Filmen, in denen Hugh Jackmann den Mann mit Adamantium-Skelett, Selbsheilungskräften und Krallen hervorragend in Szene setzt, wie es kein zweiter schaffen wird, bin ich ein großer Fan des Charakters. Also lasst uns beginnen und erforschen, wie Wolverine stirbt.

“Half those guys took each other out trying to get at me. And the rest … decided they’d rather fight than have a conversation.” – Logan

Das Heft beginnt mit den in großen Buchstaben gedruckten Worten “THE END” und das ist es auch, was die gesamte Ausgabe hindurch spürbar ist – es gibt kein zurück, kein Happy End. Dies ist die Geschichte vom Tod von Wolverine. Auch wenn in Comics natürlich nie jemand wirklich für immer stirbt (Ausnahmen bestätigen die Regel), ist die Atmosphäre die hier aufgebaut wird besonders.

Wir erfahren, das sich Logan bereits an einige der größten Genies gewendet hat, die ihm eventuell helfen können und Reed Richards ist der letzte auf seiner Liste. Doch auch er kann nur diagnostizieren, was Logan bereits wusste: Seine Selbstheilungskräfte funktionieren nicht mehr. Seine Krallen sollte er nun besser nicht mehr verwenden, denn jedes mal, wenn er diese wieder einfährt, fluten Bakterien seinen Körper. Dies ist ein Aspekt, an den ich bisher nicht gedacht hatte. Wolverine wird plötzlich menschlicher, verwundbarer und er muss sich an Dinge gewöhnen, an die er vorher wahrscheinlich nie gedacht hat.

Aber gleichzeitig mit der Diagnose ist ihm auch deutlich bewusst, dass er sich ein ruhiges Leben abschminken kann. Wenn der große Wolverine verwundbar ist, wird sich das herumsprechen und es werden Leute Jagd auf ihn machen. Er zieht sich auf eine Insel zurück. Diese ist bereits gespickt von den Leichen derer, die ihn töten wollten und vom Jäger Nuke, dessen Jagd Teil dieser Ausgabe ist, erfährt er, dass es eine Frau namens Viper ist, die ein Lösegeld auf ihn ausgesetzt hat.

Mich hat diese Ausgabe sehr begeistert. Die Geschichte von Charles Soule, gekoppelt mit den Illustrationen von Steve McNiven, Jay Leisten und Justin Ponsor, machen diese Ausgabe zu einem Genuss. Die Zeichnungen machen das Ende geradezu spürbar, denn sie sind schonungslos ehrlich, dreckig, roh, blutig und brutal. Es gibt hier keine Kompromisse und freue mich schon auf die Ausgabe.

Das besondere an dieser Ausgabe ist aber auch das Bonusmaterial. Es gibt ein ausführliches Interview über die Anfänge von Wolverine, einen Directors Cut und Kommentare zu verschiedenen Skizzen. Der Leser kann sich dadurch noch intensiver mit der Thematik auseinandersetzen und bekommt gleichzeitig einen kleinen Einblick, wie Comics entstehen.

Death of Wolverine #2

Veröffentlicht am 01.11.2014

Da mich die erste Ausgabe sehr begeistert hat, konnte ich es kaum erwarten die nächste in Händen zu halten und ich muss sagen die Autoren leisten eine hervorragende Arbeit. Es ist leider zu oft der Fall, dass solche Events bzw. Miniserien an sich, an Qualität verlieren. Dies ist hier allerdings nicht der Fall. Das Tempo wird etwas gedrosselt und das Team konzentriert sich auf eine Handvoll Charaktere, was der Geschichte eine andere dynamik verleiht…

“Hey, Darling” – Logan

Seit dem Handlungsbogen aus der vorherigen Ausgabe ist nicht viel Zeit vergangen. Es hat sich im letzten Panel bereits angedeutet, dass Viper einer der Drahtzieher zu sein scheint, die das Lösegeld auf Wolverine ausgesetzt hat und Logan macht sich natürlich auf den Weg zu ihr. Hier setzt die Geschichte nun auch an – er reist nach Madripoor, um durch das Einfädeln eines Deals (er möchte ihr einen Iron Man Helm verkaufen) an Viper heran zu kommen.

Wie gesagt, ist mir als erstes das Erzähltempo aufgefallen. Das Ganze scheint ruhiger abzulaufen und den wenigen Charakteren, die eine Rolle spielen, wird mehr Raum zugesprochen. Durch die hervorragenden, detaillierten Zeichnungen von Steve McNiven, Jey Leisten und Justin Ponsor ändert sich die Atmosphäre, so als sei dies die letzte Ruhe vor dem Sturm.

Natürlich kommt die Action auch nicht zu kurz. Es gibt einen wunderbaren Kampf zwischen Wolverine und Vipers Sklaven Sabretooth. Das Panel in dem er eingeführt wirkt strotzt nur so von Zeichen der Bedrohung. Dunkle Farben, eine aggressive, angriffslustige Haltung und die Tatsache, dass er aus dem Panel zu quillen scheint, treiben die Vorfreude auf die Spitze. Selbstverständlich gibts es zum Schluss noch einen Twist, den ich schon überraschend gefunden habe, außerdem weckt er das Interesse auf den dritten Teil.

Im Anhang finden sich auch wieder ein paar Bonusseiten. Auch wenn es diesmal nicht so ausführliches Material ist, wie im letzten Heft, bekommt man wieder einen netten Einblick in die Entstehungsgeschichte präsentiert.

Death of Wolverine #3 & #4

Veröffentlicht am 05.12.2014

Wie endet das Leben eines unsterblichen Mutanten, der seine Heilungskräfte verloren hat und auf dessen Kopf ein verlockend hohes Lösegeld ausgesetzt ist? In einem spektakulären Kampf? Still und Emotional? Diese Fragen habe ich mir oft gestellt, als ich die letzten beiden Teile gelesen habe und die Antwort war verblüffend…

“Sometimes I wonder if it might be better to find some place where I can watch the sun set, then just…” – Logan

Leider habe ich die X-Men Comics nie wirklich verfolgt, da ich es immer sehr schwierig fand, einen geeigneten Zugang zu finden. Erst die Filme haben mir diese Welt etwas eröffnet und Wolverine zu einem meiner Lieblingscharaktere gemacht. Deshalb finde ich es etwas schade, die Antagonisten nicht zu kennen und ihre gemeinsame Geschichte mit Logan verpasst zu haben. Als erstes hatten Viper, die anscheinend mehr als nur eine Freundin war, dann kommt in der dritten Ausgabe ein körperloses Wesen namens Ogun hinzu. Von dem was ich aus der Geschichte ableiten kann, handelt es sich wahrscheinlich um einen ehemaligen Samurai, der Logan und Kitty Pryde trainiert hat. Vor langer Zeit wird er gestorben sein und muss sich nun Wirte suchen, von denen er Besitz ergreifen kann. Als Drahtzieher entpuppt sich schließlich ein Doktor namens Abraham Cornelius. Dieser ist für Logans Adamantium Skelett verantwortlich und ist nun etwas größenwahnsinnig geworden.

Sein Ziel ist es eine Armee von Wolverines zu kreieren. Aus diesem Grund möchte er Logan auch lebend haben. Seine Heilungskräfte sollen dafür sorge tragen, dass die unfreiwilligen Patienten, die das Adamantium “verabreicht” bekommen, während der Operation nicht sterben.

Das Labor in dem Logan den Doktor schließlich findet, habe ich als sehr unheimlich und erschreckend empfunden. In der Mitte liegen drei Personen auf hochmodernen Operationstischen, umgeben von automatisch gesteuerten Roboterarmen. Später werden sie dann bei vollem Bewusstsein aufgeschnitten und operiert. Bei manchen Panels sieht man sogar Tränen, die ihnen aus den Augenwinkeln laufen – wie gesagt, sehr beängstigend, wenn man sich in die Personen hineinversetzt.

Nach einem Kampf mit einem gewissen “Sharp”, den Logan mit Leichtigkeit besiegt, kann Cornelius flüchten und die einzige Möglichkeit, die Logan sieht, um die Opfer zu retten besteht darin, den Behälter mit Adamantium zu zerstören. Dabei wird allerdings er mit dem Metall übergossen und während dieses langsam aushärtet, verfolgt er den Drahtzieher und tötet ihn.

Alles was schließlich von Logan übrig bleibt, ist eine Statue aus Adamantium, die den Sonnenuntergang kniend beobachtet.

Auch wenn ich das Finale etwas unspektakulär und seltsam finde, gefällt mir der Gedanke, dass Logan eben doch nicht wirklich stirbt, sondern eben “nur” mit Adamantium übergossen wurde. Anders als wenn er tatsächlich getötet worden wäre, kann er aus dieser Situation vergleichsweise simpel wieder befreit werden. Versteht mich nicht falsch, er muss immer noch irgendwie wiederbelebt werden, allerdings existiert sein Körper noch innerhalb einer Adamantiumschicht und wahrscheinlich halten ihn seine eventuell wiedergekehrten Selbstheilungskräfte am Leben. Drastischere Maßnahmen, bei denen er tatsächlich von jemand anderes getötet wird und nicht sich selbst opfert, hätte ich persönlich favorisiert. Aber alles in allem ist es eine gute Geschichte, mit einem überraschendem Ende. Bleibt nur noch die Frage: Wie lange wird Logan tot sein und wie wird er gerettet?

Teezeit

Ich trinke sehr gerne Tee. Seit Jahren habe ich es mir angewöhnt, dass ich mir jeden Morgen, wenn ich ins Büro fahre, eine Kanne Tee mitnehme. Selbst im Sommer trinke ich gerne warmen Tee oder auch diverse Eisteesorten, die man im kalten Wasser ziehen lassen kann.

Mit Softdrinks habe ich mich noch nie wirklich anfreunden können. Entweder sind sie zu süß, haben zu viel Kohlensäure, zu wenig Kohlensäure oder schmecken einfach nur künstlich. Mir geht es hauptsächlich darum, etwas Geschmack zu haben und nicht nur Leitungswasser zu trinken. Tee ist da die perfekte Ergänzung.

Zwar habe ich vor Jahren mit losem Tee experimentiert und war eigentlich ganz zufrieden, doch der Aufwand mit Menge und der richtigen Wassertemperatur waren mir irgendwann zu aufwendig. Die einen Blätter möchten mit 70 Grad übergossen werden, die anderen mit 85, es war einfach nicht so meins und wenn, dann will ich es schon richtig machen.

Manche Liebhaber mögen Teebeutel zwar nicht als richtigen Tee ansehen, aber es macht die Sache doch einfacher und auch besser zu transportieren. Teebeutel wirft man quasi einfach in die Tasche, lose Blätter, da benötigt man schon wieder ein Gefäß.

Von den Sorten her mische ich gerne durch. Natürlich mag ich die saisonalen Sorten wie Italienische Limone, Türkischer Apfel, Karibische Mango und dergleichen sehr gerne, da sie etwas Besonderes sind und ich sie eigentlich nur im Sommer trinke. Blutorange und die winterlichen Rezepturen wie Winterzauber und Kaminzauber gehören natürlich in die kalte Jahreszeit. Aber auch die Kräutertees von willidungl genieße ich, auch wenn diese etwas spezielle Namen haben wie Halsfreund, Magenfreund und so weiter, aber da gibt es durchaus esoterischere Marken.

Selbst die Eistees schmecken wunderbar und je nach Sorte kann man diese mit ein paar Kräutern oder frischer Zitrone noch etwas aufwerten. Ein paar Beeren können natürlich auch nicht schaden und schon hat man ein erfrischendes Getränk.

In den letzten Wochen habe ich die Sonnentor-Marke für mich entdeckt, die ebenfalls ausgezeichnete Früchte- und Kräutertees im Sortiment hat. Zwischendurch darf es gerne auch ein Chai mit ein wenig Hafermilch sein. Hier kann ich nur die Barista-Edition empfehlen, die anderen Milch-Alternativen schmecken nicht ganz so gut, wobei es für Proteinshakes reicht.

Tee ist etwas Wunderbares und ladet durchaus zum Experimentieren mit den unterschiedlichsten Sorten ein. So wird es nie langweilig und eine wirklich schlechte Sorte, die mir gar nicht schmeckt, habe ich noch nicht entdeckt – zumindest nicht, dass ich mich erinnern könnte.

Alleine schon das kleine Ritual, etwas Wasser aufzukochen, wenn man sich nur eine Tasse zwischendurch macht, dies kurz abzuwarten und anschließend den Tee die paar Minuten ziehen lässt. Es bringt eine gewisse Ruhe und Gelassenheit in den Tag, selbst wenn es mal etwas stressiger zugeht.

Der Charme einer Reading Order

Wenn man sich mit Comics beschäftigt, ist es meist ein Fass ohne Boden. Das meine gar nicht in einem negativen Sinn, die Möglichkeiten sind einfach grenzenlos. 

Ich finde es immer wieder faszinierend, dass, wenn man jemandem dieses doch eher nischige Hobby offenbart, weiterhin so einige unverständliche Vorurteile damit verbunden sind. Entweder man denkt, es sei nur etwas für Kinder. Comics seien nur in einfacher Sprache geschrieben. Oder es gäbe nur Superhelden-Comics. Die Liste ist schier endlos. Dabei ist es wie Filme, Bücher oder Musik nichts anderes als ein weiteres Medium, um Geschichten zu erzählen. Seien es Biografien, Science-Fiction, Romanzen, Slice of Life Geschichten oder eben, wie das bekannteste Genre: Superhelden. Wobei sich selbst dieser übergeordnete Begriff in Sub-Genres aufteilt, aber das würde an dieser Stelle zu weit führen.

Ich selbst beschäftige mich schon seit Jahren intensiver mit dem Thema und es gab Zeiten, da habe ich nichts anderes gelesen. Es ist ein breites Spektrum, dem man sich hingeben kann, vor allem wenn man sich nicht nur für ein bestimmtes Genre interessiert, sondern von allem etwas mitnehmen möchte. Das Medium Comics gehört für mich zu einer der faszinierendsten und schönsten Methoden, um Geschichten zu erzählen. Ich bin immer wieder überrascht, was sich die Autor*innen und Künstler*innen einfallen lassen. Allerdings kann die Auswahl, wo man beginnt, durchaus überwältigend werden.

Besonders wenn man sich mit Superhelden-Comics auseinandersetzt, kommt man an Reading Orders (also eine empfohlene Reihenfolge, in der man die Comics am besten liest, um das meiste aus der Geschichte als Ganzes herauszuholen) nicht vorbei. Aber auch im Indie-Bereich gibt es mittlerweile komplexe Universen, wo sich solche Lesereihenfolge empfehlen. Sei es das Massive-Universe von Kyle Higgins, Star Wars Legends Comics, Teenage Mutant Ninja Turtles, Power Rangers von Boom! Studios, Hellboy oder viele weitere. So einige Webseiten beschäftigen sich allein damit, den Leser*innen eine Hilfestellung zu geben, wo sie am besten anfangen sollen.

Natürlich kann das ausarten, wenn man beispielsweise versucht, die „wichtigsten“ Spider-Man-Comics chronologisch zu lesen. Ich bin aktuell irgendwo in den 90ern und habe seit Monaten nicht mehr weitergelesen, aber es läuft nebenbei mit und macht weiterhin Spaß. Es hat einfach etwas an sich, die Geschichten in der Reihenfolge zu lesen, in der sie veröffentlicht wurden, oder in der sie von den Erschaffer*innen gemeint waren, erlebt zu werden.

Mittlerweile mache ich das auch bei Büchern bzw. Buchreihen gerne, dass ich mich erst mal etwas einlese und schaue, was Fans empfehlen. Bei manchen ist es recht einfach, so wie bei The Horus Heresy von Warhammer bzw. Games Workshop. Man fängt bei Buch 1 an und liest sich bis zum Ende durch. Man kann also nicht viel falsch machen, außer eben die Veröffentlichungsreihenfolge einzuhalten. So gehe ich auch in Bezug auf Star Wars The High Republic vor. Die Bücher dieser Initiative erscheinen nunmehr seit fast drei Jahren und es gibt so einiges, was man lesen könnte. Es gibt sogar Bücher, die für spezielle Altersgruppen geschrieben sind. Comic-Reihen wurden seither natürlich auch ein paar veröffentlicht. Natürlich will ich nicht alles lesen, aber die wichtigsten und interessantesten sollen schon mitgehen.

Für Phase 1 von The High Republic werde ich mir die folgenden Bücher ansehen1:

  • Light of the Jedi – Adult (January 5, 2021)
  • A Test of Courage – Middle Grade (January 5, 2021)
  • Into the Dark – Young Adult (February 2, 2021)
  • The Rising Storm – Adult (June 29, 2021)
  • Race to Crashpoint Tower – Middle Grade (June 29, 2021)
  • Out of the Shadows – Young Adult (July 27, 2021)
  • The Fallen Star – Adult (January 4, 2022)
  • Midnight Horizon – Young Adult (February 1, 2022)
  • Mission to Disaster – Middle Grade (March 1, 2022)
  • Tempest Runner – Adult (March 15, 2022)

Genauso wie die Comic-Reihen:

  • The High Republic
  • The High Republic Adventures 
  • The High Republic — Trail of Shadows

Natürlich nicht alles hintereinander oder auf einmal, aber ich benötige einen roten Faden, wenn ich mich einer Welt nähere, an dem ich mich entlang hangeln kann. Reading Orders können in Comics eine wichtige Aufgabe erfüllen, da sie einem die Geschichten und Abenteuer gewisser Charaktere in einer Reihenfolge näher bringen, sodass man als Leser*in das meiste bekommt. Und es ist spannend, die verschiedenen Seiten dazu zu lesen, man bekommt die Fan-Seite mit und die Leidenschaft, die Personen dafür aufbringen. Es ist ansteckend und einfach wunderbar.

  1. Die Reihenfolge der Bücher habe ich von dieser Website (die Unterteilung in die einzelnen Phasen habe ich mir dann woanders herausgesucht): https://www.tlbranson.com/high-republic-reading-order/ ↩︎

Motivations App

Seit über einem Jahr habe ich die Motivations-App auf meinem iPhone. Das Prinzip ist recht simpel: Es fungiert als Widget auf dem Homescreen und liefert einem in selbst definierbaren Intervallen neue Sprüche, Zitate und Aussagen. Erst war ich skeptisch dem Konzept gegenüber, da es einen überfordern kann, aber dann konnte mich die App doch von sich überzeugen.

Ich habe mir sogar die Premiumversion bei einem Sale gegönnt, da sich hier noch mehr Individualisierungen vornehmen lassen. Aus einer Unmenge an Kategorien kann man einen eigenen Mix an Zitaten zusammenstellen und aussuchen, wie oft am Tag diese wechseln sollen.

Beispielsweise kann man sich Kategorien aussuchen wie: Positive Thinking, Affirmations, Mental Health, Depression, Sadness, Uncertainty, Be strong, Self-esteem, Happiness, Letting go, Be yourself, Calm und noch sehr sehr viele mehr. Sich einen eigenen Mix zusammenzustellen und diesen auch immer mal wieder zu ändern, je nachdem in welcher Stimmung man sich gerade befindet, oder was einem so durch den Kopf geht, finde ich besonders interessant. So wechseln auch die entsprechenden Zitate und Sprüche oft genug durch, sodass man selten einem zweimal begegnet. Und selbst wenn, ist das halb so schlimm.

Denn nicht immer, wenn ich mein iPhone entsperre, schenke ich dem Widget und dem darin befindlichen Zitat Beachtung. Ein oder zweimal am Tag allerdings lese ich mir den Inhalt dann doch bewusst durch. Es sind immer wieder Zitate dabei, die einen zum Nachdenken bringen, Freude bereiten oder einfach nur den Tag etwas versüßen.

Ich mag Apps, die sich eine Kernaufgabe als Ziel setzen und dieses kompetent umsetzen. Man kann sich in dem Widget auch den Hintergrund aussuchen, sodass sich das Look-and-Feel der App mit der Zeit ändert.

Gute Zitate haben es mir schon immer angetan. Spätestens seit der Serie Criminal Minds. Dort beginnt und endet jede Episode mit einem Zitat, welches mehr oder weniger zum Thema passt. Ein paar davon gehen mir heute noch durch den Kopf. Vielleicht nicht gerade wortwörtlich, aber der Sinn kann trotzdem hängen bleiben und einen nachhaltig beschäftigen. Und genau darum geht meiner Meinung nach auch bei dieser App. Man muss sich nicht jedes gute Zitat oder welches einen gerade persönlich am meisten trifft oder beschäftigt auswendig lernen (dafür kann man diese für später speichern). Der Kern ist eher, denn Sinn daraus zu ziehen und für sich selbst etwas mitnehmen zu können. Das zu entdecken und sich immer mal wieder Gedanken darüber zu machen ist so viel wertvoller als Instagram oder andere Apps zu öffnen, die nur sinnlos ablenken. Dann doch lieber einen kleinen Gedankenanstoß lesen und darüber sinnieren.

“Doctors won’t make you healthy. Nutritionists won’t make you slim. Teachers won’t make you smart. Gurus won’t make you calm. Mentors won’t make you rich. Trainers won’t make you fit. Ultimately, you have to take responsibility. Save yourself.”

Naval Ravikant

Gesellschaftlicher Alkoholkonsum

Vergangenes Jahr habe ich zufälligerweise ein Interview mit Tom Holland auf YouTube entdeckt. Es dauert fast zwei Stunden, wird von Jay Shetty geführt und hat meine Sicht auf den Schauspieler komplett geändert. Ich bin Spider-Man-Fan und mochte Tom Hollands Darstellung des Charakters.

Ich hatte ein relativ positives Bild des Schauspielers und dachte, ich höre einfach mal rein. Die Erwartungen waren neutral. Ich gehe immer spazieren, wenn ich Podcasts höre, so auch dieses Mal. Machte mich also auf den Weg und startete das Interview. Die nächsten zwei Stunden gehören zu den besten Podcast-Momenten (und einem der erkenntnisreichsten Momente), die ich 2023 hatte. Ich war gefesselt und hätte noch gerne länger zugehört.

Holland erzählt so offen, verletzlich und ehrlich, es ist ansteckend und erfrischend. Er erzählt davon, wie aus einem dry january (einer Challenge, bei der man einen Monat lang keinen Alkohol trinkt) zu einer echten Herausforderung wurde und er gemerkt hat, er hat vielleicht ein Problem oder stand kurz davor, eines zu bekommen. Die Erfahrungen und Anekdoten, Herausforderungen und Kompensationsstrategien, von denen er berichtet, haben mich nachhaltig beeindruckt.

Seitdem beobachte ich nicht nur mein eigenes Verhalten sehr genau, sondern auch das von meinem Umfeld und der gesellschaftlichen Einstellung Alkohol gegenüber.

Immer wieder bin ich schockiert darüber, wie alltäglich und normal es ist, zu trinken. Manche berichten sogar davon, noch mit dem Auto zu fahren, obwohl sie genau wissen, dass es an der Grenze des erlaubten kratzt, wo ich nur kopfschüttelnd daneben sitzen kann, ob der Leichtfertigkeit, mit der diesem Thema begegnet wird. Ich kann darin nichts Spaßiges oder Lustiges erkennen.

Gerne mache ich auch Experimente und entscheide mich bewusst, wenngleich ich mit dem Zug unterwegs bin, zu einem Anlass, Event oder einfach so, keinen Alkohol zu trinken. Die Rechtfertigungen, die ich dazu ablegen muss, das Unverständnis meines nicht-trinkens gegenüber, überraschen mich jedes Mal. Sollte es nicht umgekehrt sein? Müssten sich nicht die anderen rechtfertigen, vor allem wenn sie regelmäßig über die Stränge schlagen? Ich kann nur jedem und jeder empfehlen, ein ähnliches Experiment zu machen. Man lernt Menschen von einer völlig anderen Seite kennen, die man manchmal gar nicht so genau kennen wollte.

In unserer Gesellschaft, die Droge Alkohol stärker zu besteuern oder stärkere Reglementierungen einzuführen, ist wahrscheinlich ähnlich schwierig wie in Deutschland eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn erreichen zu wollen. Mir fehlt in den alltäglichen Diskussionen und Unterhaltungen über dieses Thema ein bisschen die Ernsthaftigkeit, und die Gefahren und Konsequenzen werden meist ohnehin ausgeblendet.

Matthew Dicks schreibt in seinem Buch storytelling, dass es drei Regeln in Bezug auf Geschichten gibt. Geschichten, die die meisten für spannend oder lustig halten, aber von denen eigentlich niemand hören will. Regel Nummer eins ist, dass niemand von deinem Urlaub hören will. Regel Nummer zwei ist, dass, selbst wenn jemand nach deinem Urlaub fragt, nicht davon hören will. Regel Nummer drei sind Alkohol-Geschichten, die niemand hören will und von denen niemand erzählen sollte. Das geht auf seine Konzepte zurück, was gute Geschichten ausmachen, und die eben genannten erfüllen sie meistens nicht.

Regel drei ist mir in den vergangenen Monaten, in Verbindung mit dem Tom Holland Interview, besonders im Gedächtnis geblieben. Wenn man manchen Menschen so zuhört, was sie einem erzählen und was sie lustig oder erlebenswert finden, muss ich ehrlicherweise sagen, dass manche ganz schön an Respekt eingebüßt haben.

Ich will eigentlich immer auf einer positiven Note enden, aber das Thema ist mir wichtig geworden und ich kann nur dazu einladen, die eigene Umgebung und das eigene Verhalten etwas mehr unter Beobachtung zu stellen. Auch von der Challenge, einen Monat nichts zu trinken, die Tom Holland so einiges über sich selbst beigebracht hat, könnten mehrere profitieren. Denn für manche ist es genau das, eine Herausforderung und im schlimmsten Fall gelangt man zu einer erhellenden Erkenntnis.

Das Interview kann ich nur empfehlen. Die Ehrlichkeit und Offenheit, die Tom Holland an den Tag legt, sind beeindruckend und ein Vorbild für alle. Denn nein zu sagen und für die eigenen Prinzipien einzustehen, auch wenn vielleicht »die Gesellschaft« es anders sieht, sollte nichts sein, wofür man sich rechtfertigen muss, sondern etwas, das respektiert wird. Hier das Interview:

Von Jahreszahlen und Entscheidungen

Gerade ist mir wieder aufgefallen, dass ich immer etwas länger brauche, um die richtige Jahreszahl aufzuschreiben. Sei es in meinem Fünf-Jahres-Journal oder auch bei den ersten Entwürfen für die hier veröffentlichten Texte. Meine Hoffnung ist, da ich das Problem nun ausformuliert habe und es sich damit erledigt hat. Den Bann brechen, indem man es aktiv anspricht, sozusagen. Künftig bleibe ich bei der 24. Es ist auch die hübschere Zahl, immerhin verbirgt sich eine 42 darin. Soweit der unverfängliche Teil. 

Ich nutze einen Urlaub wie den aktuellen gerne dazu, meine Tage mit einer entspannten Tasse Kaffee und einer Tageszeitung zu starten. Es hat etwas Beruhigendes an sich, die Geschehnisse des letzten Tages Revue passieren zu lassen und entsprechende Einordnungen und Analysen zu lesen. Man ist vorbereitet und informiert, was ja nie ein schlechtes Konzept ist.

In den vergangenen Tagen jedoch ist mir immer wieder ein Wort begegnet, welches sich schon jetzt als Unwort des Jahres relativ gut platzieren könnte: Superwahljahr. Es gibt dabei allerdings nicht nur einen Artikel jeden Tag in den Salzburger Nachrichten, und ich vermute einmal ganz stark bei den anderen auch, der sich damit beschäftigt, sondern immer gleich mehrere. Alle reden davon, dass ein entscheidungsträchtiges Jahr auf uns zukommt. Eine Zeit der Veränderung bricht an. Es wird nichts mehr so sein, wie es einmal war.

Das erinnert mich interessanterweise an Marvel und DC. Die Comic-Verlage haben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immer wieder mit großen Events geworben, die mittlerweile jedes Jahr stattfinden. Damit sollen neue Leser*innen angezogen werden, wobei solche Events, offen gesagt, meist nichts für frische Leser*innen sind, da sie oft viel Vorwissen voraussetzen. Die Rhetorik ist mittlerweile etwas zurückgeschraubt, aber es gab Zeiten, da wurde gefühlt jeden Monat etwas Bahnbrechendes, alles Veränderndes angekündigt, kein Stein bleibt auf dem anderen und so weiter. Am Ende war es, wenn man Glück hatte, ein interessantes und spannendes Event, wo viele Charaktere involviert waren, doch danach war alles beim Alten. Nur ein paar Details oder Positionen hatten sich verändert. Oder wenn es die großen Änderungen gab, wurden sie in den kommenden Monaten wieder revidiert und zurückgedreht, weil einfach der Mut fehlte, mal etwas wirklich Neues auszuprobieren. Die Krakoa-Ära von den X-Men, die sich über die letzten Jahre hinzog, war und ist eine willkommene Abwechslung gewesen, aber auch die scheint sich dem Ende zu nähern.

Aber ich schweife ab. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was mich genau an der Berichterstattung über das aktuelle Jahr stört, aber ich mag dieses künstliche Aufbauschen von Themen nicht. In der Vergangenheit hat sich das schon öfter als der falsche Weg entpuppt. Und aktuell kann man, denke ich, ohnehin nichts anderes tun als abwarten und sich informieren.

Und die Zeit bis zu den Wahlen könnte man doch viel produktiver nutzen. Denn viel interessanter als darüber zu berichten, es gibt ein Superwahljahr und wie sich etwas eventuell verändern könnte, wäre eine Vorstellung, wer zur überhaupt zur Wahl steht. Wer ist wie positioniert, welche Entscheidungen stehen in den Parteien selbst in den nächsten Monaten noch an. Wenn schon so viele Wahlen anstehen, warum nicht jeden Tag eine Partei, eine Person oder was auch vorstellen. Gewisse Positionen und Ideen gegeneinander aufstellen. Über die Ziele, Versprechen und Themen berichten, für die die jeweiligen Personen/Parteien einstehen und was sie erreichen wollen.

Das Jahr ist noch sehr jung und alle kommen aus den Feiertagen zurück, sind vielleicht noch etwas nervös oder aufgeregt. Deshalb hoffe ich, dass etwas mehr Ruhe in den nächsten Wochen einkehrt und über die Dinge berichtet wird, die tatsächlich zur Wahl stehen und nicht nur darüber spekuliert wird, was passieren könnte.

Natürlich passiert das schon zu einem gewissen Teil, doch die großen Artikel und Berichte sind für meinen Geschmack doch noch zu aufgeregt darüber, dass ein Superwahljahr stattfindet. Nutzen wir die Zeit doch bitte für etwas Besseres.

Supermarkt Shopping

Beim wöchentlichen Einkauf lasse ich mir gerne Zeit. Manche mögen mit einer fixen Liste an benötigten Dingen durchgehen, diese in den Einkaufswagen werfen und den Supermarkt möglichst rasch wieder verlassen wollen – ich jedoch lasse mir gerne etwas Zeit.

Gemütlich durch den Supermarkt zu schlendern und zu schauen, was es eventuell Neues zum Ausprobieren gibt, macht mir immer eine Freude. Zwar habe ich meine Liste mit Dingen, die ich auf jeden Fall brauche, aber die ist nicht immer komplett und offen für Zusätzliches. Und sei es nur, dass man Obst mitnimmt, das man schon länger nicht mit in die Küche durfte (bei mir waren es letztens Kiwi) oder Käsesorten, die einen seit Längerem anlächeln.

Deshalb konnte und kann ich mich weiterhin nicht mit Click&Collect anfreunden. Ich möchte mich nicht auf einem Bildschirm durch das Sortiment klicken und einfach nur am Eingang des Supermarktes alles abholen und wieder fahren. Das Obst will schon selbst ausgesucht werden, vielleicht gibt es neue Sorten von innocent (die kleinen gemischten Fruchtsaftfläschchen nehme ich zwar nicht oft mit, aber bisweilen sind sie ganz lecker), und das Fleisch will ich selbst sehen, bevor es im Einkaufswagen landet.

Nicht dass man unbedingt schlechte Sachen bekommt, wenn man es bestellt, ich habe selbst ein paar Wochen mit HelloFresh experimentiert und war eigentlich ganz zufrieden. Es war mir dann nur etwas zu viel für mich alleine und je weniger man nimmt, desto teurer wird es. Außerdem sammelt sich viel Verpackung an, selbst wenn diese zum größten Teil aus Papier und Karton besteht.

Vor allem das Buch Der Ernährungskompass hat mich nochmal mehr zum Experimentieren und Kochen inspiriert. Deshalb ist das zu einem meiner Vorsätze geworden, wie ich diese Woche bereits geschildert hatte: Etwas mehr mit der Ernährung experimentieren. Und das geht am besten, wenn man sich etwas Zeit lässt beim Einkaufen und auch mal Dinge in den Einkaufswagen legt, die man sonst nie oder nur sehr selten mitnimmt.