Throwback Thursday: Eine Welt ohne Superman

Dieser Artikel wurde von der Eröffnungsszene von Justice League (der schlechten Version und nicht dem späteren Snyder-Cut) inspiriert. Der Titelsong und die trostlosen Bilder gingen mir nicht mehr aus dem Kopf. Diese dystopische Stimmung benötigte einen Kanal. Daraus entstand dieser Text. Wenn ich ihn heute lese, muss ich schon beinahe lachen, ob der Naivität und was seither alles auf der Welt passiert ist. Mir ist der Text und auch die Eröffnungsszene des Films, wenn ich so zurückblicke und wirklich darüber nachdenke, viel zu negativ.

Es zeichnet ein Bild einer Menschheit, die nicht in der Lage ist, ohne einen Superman zu überleben, der sie schützt und behütet. Dass, sobald Superman gestorben ist, Chaos ausbricht, und die Hoffnung mit ihm verschwunden ist. Aber warum sollte man sich nicht von seinem Vorbild stattdessen inspirieren lassen? Seine Taten als Motivation und Anregung sehen, selbst Gutes zu tun? Dafür braucht es keine Superkräfte, wie Millionen von Menschen jeden Tag aufs neue beweisen. Man muss es nur wollen und das Gute in der Menschheit sehen.

Der folgende Text mag das Gegenteil sagen, allerdings habe ich meine Einstellung geändert. Und gerade deswegen habe ich mich entschlossen, auch diesen Text in einen Throwback Thursday aufzunehmen. Denn ich bin nicht dieselbe Person wie damals, ich habe mich weiter entwickelt, neue Erfahrungen gemacht, meine Meinung zu diversen Themen geändert – so auch zu diesem Text. Manchmal scheinen wir das zu vergessen: Menschen können ihre Meinungen und Einstellungen ändern. So bin ich jetzt optimistischer und will an eine positive Zukunft glauben. Und auf der Leinwand hätte ich gerne mal einen Superman, der der Comic-Version näher ist: eine leuchtende Figur, die inspiriert und farbenfroh daher kommt, die lacht und motiviert.

Der Text wurde am 06.12.2017 erstveröffentlicht und wird in nicht editierter Originalform wiedergegeben.


Seit ich Justice League gesehen habe, liegt mir das Lied “Everybody Knows” von Sigrid im Ohr. In den ersten Minuten des Films wird uns in einer gekonnt inszenierten Szene gezeigt, wie sich eine Welt ohne Superman anfühlt. Es mag zwar keine Apokalypse ausbrechen, doch die Menschen haben alle Hoffnung ad acta gelegt. Gewaltverbrechen und Raube übernehmen die Straßen, gegen die die Behörden nur all zu machtlos erscheinen. Mütter stellen sich schützend vor ihre Kinder, um sie vor den Gefahren der Welt abzuschirmen. Es ist eine düstere Atmosphäre der Angst. Wer wird die Welt nun behüten, jetzt, wo sie ihren Gott verloren hat? Doch um sich eine Welt ohne Superman vorstellen zu können, muss man sich erst einmal Gedanken darüber machen, was es bedeutet in einer Welt MIT Superman zu leben. Einem Wesen, das wie ein Mensch spricht und aussieht. Jemand, der in einem zweiten Leben eine Familie hat, einem Job nachgeht und Steuern bezahlt. Doch er ist kein Mensch. Ganz und gar nicht. Seine Welt wurde zerstört. Vernichtet durch ihre eigene Gier. Doch Zorn und Trauer haben dieses Wesen nicht übernommen oder dessen Sinne benebelt. Er ist gütig. Er ist hilfsbereit. Ein barmherziger Gott.

In Comics und Filmen werden verständlicherweise immer nur Ausschnitte gezeigt. Doch was wäre, wenn tatsächlich ein quasi-unsterbliches Wesen auftaucht. Mit Fähigkeiten, von denen wir nur Träumen können. Batman v Superman, mit all seinen Schwächen, hat zumindest die richtige Frage gestellt, auch wenn sich der Film nie die Mühe gegeben hat sie auch nur im Ansatz zu beantworten: “The world has been so caught up with what Superman can do that no one has asked what he should do.”

Superman ist so schnell wie The Flash, stärker als Wonder Woman, kugelsicherer als Batman und ausgestattet mit Laseraugen, eisigem Atem und so manch anderen Fähigkeiten. Soll er sie anwenden? Aus einer Haltung heraus, die besagt, dass Fähigkeiten nicht nur aus Jux und Tollerei verteilt werden, sondern einem Zweck dienen, muss man nicht eher Fragen: Kann es sich Superman erlauben, seine Fähigkeiten nicht für andere einzusetzen? Sie als Geschenke zu betrachten, die einem Auserwählten in die Wiege gelegt wurden; auserkoren, die Erde unter dem Deckmantel eines Capes zu beschützen? Oder werden wir durch ihre Anwendung zu abhängig davon. Wie ein Junky immer auf der Suche nach dem nächsten Schuss in die Venen giert, gieren wir danach, ihn zu Gesicht zu bekommen. Ihn tatsächlich mit unseren eigenen Augen zu sehen, nur als Beweis dessen, dass er tatsächlich existiert und nicht bloß eine Vorstellung, ja eine künstlich personifizierte Idee ist, konstruiert um uns ruhig zu stellen wie Patienten an einem Tropf.

Doch was bedeutet es wirklich, solch unvorstellbare Fähigkeiten anzuwenden, die in den Geschichten, ja geradezu in allen Geschichten stets unbefriedigend dargestellt werden. Seien wir mal ehrlich. Lassen wir alle subjektiven Aspekte außen vor und betrachten die Batterie an eingebauten Fähigkeiten für sich, können Kämpfe mit Superman nur auf eine Weise Enden. Mit dem unweigerlichen Tod des Antagonisten. Gebrochen, pulverisiert, gefroren, ins All geworfen, im Boden versengt oder buchstäblich auseinandergerissen, es gibt kein anderes Ende. Doch dieses barmherzige Wesen, dieser Gott, hält sich zurück. Sich selbstkasteiend an eine Leine bindend, widersteht er jeder Versuchung in Konfrontationen mit niederen Wesen, seinen Fähigkeiten freien Lauf zu lassen. In unserer Welt könnte er Verbrechen bekämpfen bevor sie passieren oder vollendet werden können, Terroranschläge eindämmen oder vereiteln – in einem informationstechnologischen Netz, wie wir es heute kennen, und der Fähigkeit, alles im Bruchteil einer Sekunden aufzunehmen, zu verarbeiten und entsprechend zu handeln, scheint es unmöglich ein Verbrechen zu begehen, ohne das Superman davon erfährt.

Der zentrale Aspekt ist das Handeln. Wir haben die Kenntnisse, das Wissen, doch was wir missen ist das Handeln. Überall sein zu können. Ohne Aufwand, mit verschwindend geringer Verzögerung. Diese Art von Hoffnung auf eine bessere Welt, die von einer Instanz, die unabhängig von Staaten und anderen Autoritäten agiert, inne gehalten wird, kann man sich nicht vorstellen. Was wir uns vorstellen können ist eine Welt ohne Superman. Immerhin leben wir in ihr. Und das meine ich nicht einmal ironisch. Ich meine damit nicht den Alltag, den wir jeden Tag aufs neue beschreiten: zur Arbeit zu fahren, einzukaufen oder Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen.

Ich meine damit die immer stärkere Präsenz einer Angst. Einer gesellschaftlich anerkannten Angst, die uns durchdringt, uns umgibt und die man aktiv bekämpfen muss. Vielleicht können wir nicht wie Superman alle Informationen blitzschnell aufnehmen und verarbeiten, wir sind ihnen nichts desto trotz hilflos ausgeliefert. Wie in Platos Höhlengleichnis. Auch wenn wir es nicht wollen, entdecken wir, bewusst oder unbewusst, die Schlagzeilen und Titel von Zeitungen und Zeitschriften, die nur danach lechzen vom nächsten Blutbad zu berichten und ihren Profit zu erhöhen – man kann förmlich den Speichel auf den Seiten fühlen oder von der Höhlenwand tropfen sehen, um bei einem Bild zu bleiben. Doch Verallgemeinerungen, von welcher Seite sie auch kommen mögen, sind ungerecht. Denn es gibt sie noch, die anderen. Diejenigen, die auf der Suche nach der Wahrheit durch jedweden Dreck wühlen. Unterbezahlt, überarbeitet und meist wenig beachtet sind sie stets bemüht, der gesellschaftlichen Verwirrung Abhilfe zu schaffen. Einer Wand mit Schattenwesen, erleuchtet mit Angst gefüttertem Feuer, lässt sich jedoch nicht so einfach entkommen. Nicht, wenn man sich an diese wärmenden Hände gewöhnt und sich eingeredet hat, ihre Krallen seien weiches, wohliges Fell.

Wir leben in einer Welt ohne Superman. Und wenn wir uns nicht vorsehen und uns einmal zu oft wegdrehen, statt Paroli zu bieten und der Angst ins Gesicht zu spucken, werden wir von ihr verspeist, verdaut und am andere Ende kraftlos ausgeschieden und zum Verrotten zurück gelassen, dazu verdammt, die Ewigkeit damit zu verbringen, einer Höhlenwand unsere vollkommene Aufmerksamkeit zu bieten. Dann ist es soweit, die Irrationalität übernimmt das Steuer. Andere diktieren wovor wir uns fürchten. Hinterfragen ist gegen die Etikette, aus der Mode gekommen, und all zu kurzfristige Pläne übernehmen jedweden Aspekt des Lebens. Wir leben in einer Welt ohne Superman.

Mittelalterlicher Wohnturm

Es gibt kaum etwas Besseres, als das neue Jahr gleich mal mit einem Klemmbausteinprojekt zu starten. Zwischen den Feiertagen habe ich mir von BlueBrixx den mittelalterlichen Wohnturm gegönnt, der sich wunderbar neben meiner Burg Blaustein macht.

In den letzten zwei Tagen habe ich abends neben ein paar Episoden von Critical Role den Turm aufgebaut. Und auch wenn nun meine Finger etwas schmerzen, da der Turm doch sehr kleinteilig ist, was immer mehr in die Finger geht, lässt sich das Endergebnis durchaus sehen.

Mich überraschen immer wieder die Details, die die Designer von BlueBrixx in die Modelle einbauen. Seien die ausgeklügelten Treppen, die Regale, welche gefüllt sind, mit allen möglichen Lebensmitteln und Krimskrams oder auch die Dächer, die jedes Mal anders konstruiert werden.

Da der Turm nicht in Bauabschnitte unterteilt ist, hat man die knapp über 2.500 Teile auf einmal auf dem Esstisch liegen, was ich gerne mag. Nicht unbedingt bei allen Modellen, besonders wenn es dann schon 3.000 oder mehr Teile sind. Außerdem kann man sich das Bauen besser über mehrere Tage aufteilen, wenn man nicht alle Teile auf einmal vor sich liegen hat. Trotzdem weiß ich diese Herausforderungen zu schätzen, und die Techniken, mit denen der Turm gebaut wird, sind abwechslungsreich genug für ein spaßiges Bauerlebnis.

Jetzt muss ich nur noch eine Möglichkeit finden, diesen gut in die Burg zu integrieren, aber da werde ich mich online von der Community inspirieren lassen. Es finden sich fantastische Beispiele, wie diese selbst noch zu erweitern ist und wie man andere Mittelaltersets von BlueBrixx hübsch aufbereiten kann.

Als Nächstes werde ich den Bergfried um ein Stockwerk erhöhen. Der sieht tatsächlich, wie schon jemand unter einem YouTube-Video zum Set kommentiert hat, wenn ich mich nicht irre, etwas klein aus neben dem Wohnturm. Vielleicht aktualisiere ich den Bergfried auch gleich auf Version 2, ohne die Technik-Teile, aber da bin ich mir nicht ganz sicher. Es würde zwar mehr Stabilität bringen, aber die derzeitige Bauweise gefällt mir relativ gut, da sie etwas Spezielles und Einzigartiges ist.

Vorsätzliches Scheitern

Grundsätzlich bin ich der Idee von Vorsätzen nicht abgeneigt. Auch wenn ich es selbst eher als Ziele sehe, die ich im Laufe des neuen Jahres umsetzen oder erreichen möchte – Dinge, die vielleicht Zeit benötigen. Ein Vorurteil gegenüber Vorsätzen ist ja, dass man mit 1.1. alles ändert, und nach drei Wochen scheitert, weil es zu viele Vorhaben auf einmal waren. Ich sehe den 1.1. als einen neuen Anfang, als eine Art weißes Papier, auf das man fortan das eigene Jahr skizziert und mit Leben füllt.

Eines meiner Ziele ist, mit meiner Ernährung zu experimentieren. Dafür habe ich in den letzten Wochen von 2023 zum zweiten Mal und nun auch tatsächlich von vorne bis hinten Der Ernährungskompass von Bas Kast durchgelesen. Darin bereitet er die Erkenntnisse aus hunderten Studien und Experimenten kompakt und leicht verständlich auf. Er gibt darin aber nicht die eine Diät als empfehlenswert vor, sondern wägt die Ergebnisse gegeneinander ab, motiviert dazu, sich selbst auszuprobieren und die Ernährungsform zu finden, die am besten zu einem passt. Dabei gibt es natürlich gewisse Lebensmittel, die tendenziell für sehr viele Menschen eher zu meiden sind, andere, die man vorzugsweise in den Alltag integrieren sollte.

Vor allem gefällt mir sein Ansatz des Experimentierens und im weiteren Sinne damit den eigenen Körper besser kennenzulernen. Mal ein paar Wochen das ein oder andere weglasse und sehen, was passiert. Da ich bereits in der Vergangenheit diverse Dinge ausprobiert habe, kann ich für mich feststellen, dass mir eher eine Low-Carb-Ernährung mit Fokus auf die mediterrane Form davon am besten zusagen würde. In den nächsten Wochen werde ich daher diese immer mehr in meinen Alltag implementieren und Bas Kasts Empfehlungen dazu zurate ziehen.

Es geht nicht darum, von einem Tag auf den anderen alles zu ändern, da dies ein Scheitern garantiert. Ich will eher eine Ernährungsweise finden und umsetzen, die langfristig funktioniert. Dabei geht es nicht unbedingt um den Verzicht von etwas, sondern den Gewinn einer neuen kulinarischen Erfahrung und Palette. Oft ist es ja so, dass man im eigenen Alltag und Trott feststeckt und sich wenig bis keine Gedanken macht, welche Auswirkungen manche Lebensmittel haben können. Das Buch von Bas Kast erklärt dies sehr deutlich und nachvollziehbar. Ich bin schon gespannt, was mich an neuen Erkenntnissen erwartet. Außerdem hat er mich wieder zum Kochen motiviert, was ich in den vergangenen Monaten etwas aus den Augen verloren habe.

Es müssen nicht immer die großen, weltbewegenden Veränderungen sein, die man sich aufhalst. Manchmal reichen schon kleine Stellschrauben aus, die dann umso größere Auswirkungen haben. Genau an dem möchte ich mich ausprobieren. Da dies ein großes Projekt ist, halten sich meine anderen Ziele in Grenzen, genauer gesagt sind sie eine Fortsetzung dessen, was ich bereits im vergangenen Jahr getan habe. Apple Fitness Plus ist für mich durch das abwechslungsreiche Angebot weiterhin die perfekte Trainingsapp, und regelmäßig zu laufen hatte ich bereits wieder angefangen.

Das andere große Themengebiet, welches mich 2024 motiviert, abseits von Ernährung und Sport, sind Bücher. 2023 habe ich zwar nicht viele, aber dafür sehr abwechslungsreiche Bücher in die Hand genommen, seien es non-fiction oder fiction. Das will ich dieses Jahr auf jeden Fall beibehalten. Immerhin habe ich noch so einige Bücher in der Horus Heresy zu lesen, Star Wars The High Republic hat es mir angetan und diverse Sachbücher stehen ebenfalls schon auf der Liste. Abwechslung und den eigenen Horizont zu erweitern, könnte man hier als Ziel nennen.

Star Wars Holiday Special

Ich habe eigentlich eine kleine Hassliebe für Star Wars. Besonders, seit sich Disney Lucasfilm einverleibt hat. Davor war Star Wars etwas, das man alle paar Jahre (wenn es gut ging) im Kino erleben durfte. Zwischen Trilogien lagen dabei Jahrzehnte, das einzige offizielle, was es gab, waren Animationsserien, die qualitativ auf sehr hohem Niveau agierten und ansonsten gab es Bücher und Comics. Diese existierten allerdings in einer Art Kanons-Limbo. Einen Zustand außerhalb des Kanons, aber sich trotzdem wunderbar in die Geschichten der Filme einfügten, als zusätzliche Quelle an Geschichten und Legenden dienten, und die Welt ausarbeiteten und neue Charaktere einführten.

Wie schon bei Warhammer mit The Horus Heresy, habe ich bei Star Wars bereits des Öfteren Leseprojekte gestartet, mit dem Ziel, mich chronologisch durch diverse Stoffe zu lesen. Aber ich brauche Abwechslung und angesichts dessen leben diese ebenfalls in einer Art Limbo in meinem Hinterkopf. Nichtsdestoweniger gibt es Phasen, in denen ich dann doch wieder vier oder fünf Bücher hintereinander verschlinge.

Eigentlich mag ich das ganz gerne und genieße diese verschiedenen Phasen, denn es spiegelt auch meinen aktuellen Bedarf an Unterhaltung wider. Es muss nicht immer zwanghaft an einer Linie festgehalten werden, ich mag mich oftmals selbst überraschen, was ich in die Hand nehme. So ist es gerade das Buch Der Ernährungskompass von Bas Kast, das ich lese und sicherlich in Zukunft mal darüber berichte.

Natürlich spukt mir auch Star Wars aktuell wieder im Kopf herum. Sonst wäre die Überschrift dieses Beitrags eher sinnlos. Denn zwischen den ganzen, qualitativ eher schlechteren Live-Action-Serien und -Filmen hat die Disney-Ära von Star Wars durchaus gute Dinge hervorgebracht.

Kurzer Einschub zu den Serien und Filmen: die neue Trilogie ist ein absolutes Chaos, was ich bis heute nicht begreifen kann. Da kauft man sich eine der beliebtesten und langlebigsten Kino-IPs und dann wird eine Trilogie von Film zu Film geschrieben, als dass man sich eine Handvoll guter Autoren sucht, die etwas Ordentliches auf die Beine stellt. Das gibt man dann talentierten Regisseur*innen, die gerne ihre kreative Handschrift dort hinterlassen können. Stattdessen haben wir die Episoden VII bis IX bekommen, die wir heute kennen. Und die Serien leiden unter einer nicht nachvollziehbaren Angst davor, über die Skywalker-Saga hinaus zu denken und zu erzählen. Alles spielt sich innerhalb dieser Jahre ab, baut auf unnötiger Nostalgie und Wiedererkennungswerten auf, die es eigentlich nicht bräuchte. Der Film Rogue One und die Serie Andor sind da die einzigen Lichtblicke, innerhalb einer Ödnis, die ihresgleichen sucht. The Mandalorian würde ich dazu zählen, wobei die Serie mit Staffel drei in seltsame Richtungen abzudriften begann. Ich hoffe sehr, dass wir zukünftig etwas mutigere Unterfangen sehen werden. Es müssen ja nicht immer 300 Millionen Dollar teure Blockbuster sein. Der Film The Creator hat deutlich gezeigt, dass man gute Science Fiction mit vergleichsweise wenig Budget erschaffen kann. Man müsste sich nur vorher ein Konzept überlegen und dabei bleiben. Aber genug der Abschweifungen.

Seit Jahren bin ich großer Fan von dem YouTuber Patrick Willems, der hervorragende Essays zu Filmen macht und dabei auch sein eigenes Narrativ und eine Geschichte einbaut. Dies gipfelte vor ein paar Jahren in einem eigenen Film von ihm. Kann ich nur empfehlen. Vor langer Zeit hat er sich dazu entschieden, keine Videos mehr zu Star Wars zu machen, ob der toxischen Verhaltensweisen von Fans und vielleicht auch wegen des chaotischen Zustands bei Disney.

Vor Weihnachten hat er dann doch ein Video zu Star Wars gemacht und es treffender Weise ein Holiday Special genannt. Dort lässt er die letzten Jahre an Filmen und Serien Revue passieren und fasst diese gekonnt zusammen. Was ich dabei besonders mag ist, dass er nicht nur sagt, es ist schlecht, sondern Lösungsansätze bietet, wie man der Marke in Zukunft wieder etwas mehr Glanz verleihen könnte. Es ist eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema, was ich sehr schätze. Zwar ist es ein langes Video und meines Wissens nach nur auf Nebula verfügbar, allerdings ein Ansehen wert, wenn man Fan von Star Wars ist oder war.

In dem Video erwähnt er auch die Buchreihe The High Republic (Die hohe Republik). Dies ist eine Initiative von verschiedensten Autor*innen, die sich unter der Führung von Lucasfilm zusammengeschlossen haben, um gemeinsam eine fortlaufende, originelle und zusammenhängende Geschichte zu erzählen. Diese spielt sich mehrere hundert Jahre vor der Skywalker-Saga ab (ein ähnliches Vorgehen hätte ich mir für die neue Trilogie gewünscht) und bietet neue Charaktere, neue Bedrohungen und niemand kennt die Skywalkers.

Damals, als die Initiative der hohen Republik gestartet ist, habe ich es aus Gründen versäumt, mir die Bücher zuzulegen und mehr oder weniger parallel mit der Veröffentlichung mitzulesen. Aber angespornt durch Patrick Willems Video habe ich mir diese Woche den ersten Band Das Licht der Jedi von Charles Soule zugelegt. Ich bin schon sehr gespannt, was mich erwartet. Und es ist sicherlich eine nette Abwechslung, Star Wars zu lesen und dazwischen etwas The Horus Heresy von Warhammer einzustreuen. Zwei Science-Fiction-Universen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Gedanken zum Jahresabschluss

Kommen wir zum obligatorischen Jahresabschlussartikel. Da ich es bisher meistens geschafft hatte und in der glücklichen Position war, mir zwischen den Jahresendfeiertagen Urlaub nehmen zu können, kommen mir diese Tage immer ein bisschen wie ein Limbo vor. Tage, die vor sich hin existieren, damit das alte Jahr in Ruhe abgeschlossen werden kann und das Neue vorbereitet wird. Ich lasse mich nicht durch Familientreffen oder dergleichen stressen, sondern genieße es, die ein oder anderen wichtigen Menschen in meinem Leben zu sehen. Es können ein paar Dinge erledigt werden und wie immer mache ich mir Gedanken, wie ich Silvester verbringen möchte.

Üblicherweise schaue ich Filme, bewundere um Mitternacht das Feuerwerk vom Balkon aus und gehe dann ins Bett. Ich brauche keine große Feier zum Jahreswechsel, primär deswegen, weil ich das neue Jahr gerne erholt und frisch starten möchte und nicht verkatert und bis in den Nachmittag hinein schlafend. Beides Konzepte, die sich mir noch nie ganz erschlossen.

Dieses Jahr allerdings freue ich mich, Silvester mit guten Freunden verbringen zu können und dafür nach Stuttgart bzw. Tübingen zu fahren. Zu Silvester war ich schon lange nicht mehr größer unterwegs. Das letzte Mal war vor über 10 Jahren, da habe ich etwa 10 Tage mit zwei guten Arbeitskolleg*innen in London verbracht, was eine herrliche und abwechslungsreiche Reise war. Wir haben uns viel angeschaut, sind sogar bis nach Stonehenge gekommen und sind viel in der Stadt herumspaziert.

Aber zurück zum Jahresrückblick: Das Jahr 2023 hatte es ganz schön in sich. Zum einen natürlich, wenn man das große Ganze betrachtet, geopolitisch gesehen, worauf ich allerdings nicht weiter eingehen möchte – dafür gibt es Tages- und Wochenzeitungen mit herausragenden Journalist*innen, die das besser einordnen können.

Zum anderen war es persönlich ein anstrengendes und herausforderndes Jahr, das mich aber umso stärker gemacht hat. Vor allem das erste Halbjahr war mit so einigen inneren Kämpfen gezeichnet. Außerdem habe ich einen Job gekündigt und einen neuen angefangen. Das war für mich eine hervorragende Entscheidung, auch wenn mir natürlich die alten Kolleg*innen fehlen, aber manchmal muss man Entscheidungen treffen, die nicht nur gute Seiten haben. Solange aber das Positive überwiegt und es einen selbst weiter bringt, ist es oft notwendig, in diesen Situationen über den eigenen Schatten zu springen. Ich bin sehr froh und dankbar, diesen Schritt gewagt zu haben.

Zudem habe ich diverse Bücher gefunden, über die ich schon des Öfteren geschrieben habe, die einen sehr positiven Effekt auf mein Leben hatten. Oder aber auch Bücher, die meinen Horizont erweiterten. Sei es Pageboy von Elliot Page, storyworthy von Matthew Dicks, Machen Sie doch, was Sie wollen von Maja Storch, ACE von Angela Chen, In the Lives of Puppets von T.J. Klune, Be Useful von Arnold Schwarzenegger oder viele weitere; die Palette war sehr breit gefächert. Wenn ich mir einen Vorsatz mache, dann möchte ich im nächsten Jahr ebenfalls verschiedenste Bücher zu unterschiedlichsten Themen lesen. Den eigenen Horizont zu erweitern, ist etwas Essenzielles.

Diverse kleinere Reisen waren dieses Jahr ebenfalls drin. Und die kulinarische Exploration von Salzburg hat wieder einmal neue Höhen erreicht. Ich bin immer wieder fasziniert, wie viel sich in Salzburg entdecken und erkunden lässt; es ist einfach eine großartige Stadt, in die ich mich immer wieder neu verliebe. Ich freue mich schon auf ein weiteres Jahr mit neuen, spannenden Restaurants, Führungen und Abenteuern.

Es war trotz allem ein gutes Jahr und ich bin dankbar für alle Erfahrungen und Lektionen, die ich lernen und erleben durfte. Vor allem dankbar für all die großartigen Menschen in meinem Leben, die mich unterstützt und mir geholfen haben. Ich habe mich selbst von einer neuen Seite kennengelernt und erkunde immer wieder andere Aspekte. Man darf sich nicht vor sich selbst verschließen, offen sein für jede Erfahrung, die man mitnehmen kann, und bewusst durch das Leben gehen.

Ich bin bereit für ein weiteres, aufregendes Jahr.

Abenteuer mit der Bahn

Da ich des Öfteren Freunde in Deutschland besuche, komme ich nicht umhin, mit der Deutschen Bahn zu fahren. Mit dem Auto ist es mir zu unentspannt, hauptsächlich wegen der anderen Leute. Wenn ich einfach nur gemütlich dahin tuckern könnte, wäre das weniger ein Problem. Allerdings nutze ich die Zeit gerne, um in Büchern zu lesen oder Artikel, die ich mir per Instapaper weggespeichert habe, nachzuholen.

So ist es auch heute wieder so weit, dass ich mich auf das Abenteuer Deutsche Bahn einlasse. Seit ein paar Monaten habe ich meine Tickets gebucht, die Züge standen fest, nur Plätze hatte ich mir noch keine reserviert. Zum Glück habe ich damit gewartet, denn diese Woche stapeln sich geradezu die Mails der DB in meinem Postfach.

Beide Züge, die ich gebucht hatte, wurden abgesagt, die Alternative, die sie mir für die Rückfahrt ausgewählt hatten, wurde dann ebenfalls storniert. Die Zugbindung der Tickets ist aufgehoben. Und da ich einmal stark davon ausgehe, nicht der Einzige zu sein, der davon betroffen ist, wird es in den Zügen, die dann vielleicht noch übrig bleiben, umso mehr wimmeln. Es herrscht dann wohl Anarchie.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich meine These, genauer gesagt meinen Vorschlag an dieser Stelle schon mal geäußert habe: wäre ich die DB würde ich ja nur mehr Tickets verkaufen, wo lediglich der Anfangs- und Endbahnhof deklariert ist, dazwischen überlässt man es den Fahrgästen eine eventuell vorhandene Verbindung zu erwischen. Wie gesagt, nur ein Vorschlag. So muss auch niemand mehr entschädigt werden, was sie ohnehin kaum tun, nach meiner eigenen Erfahrung, denn jeder hatte ja die Möglichkeit ans Ziel zu kommen, es war wohl nur vom Schicksal nicht vorgesehen.

Wie dem auch sei. Ich lasse mich an diesem Wochenende mal wieder auf dieses Lottospiel ein und hoffe irgendwann in Tübingen und später wieder zu Hause, anzukommen. Ich werde davon berichten.

Was ich aber bestimmt machen werde, ist auf die erste Klasse upzugraden. Man kann von diesem Zweiklassensystem halten, was man will, aber das mehr an Platz und die ruhigere Atmosphäre (wenn man nicht gerade eine Familie mit zwei kleinen Kindern im Abteil hat) genieße ich schon. Wobei das wahrscheinlich eine schlechte Strategie ist, der DB noch mehr Geld zu geben (wobei sich die Aufpreise wirklich in Grenzen halten und zufällig gewürfelt zu sein scheinen), aber welche Alternative bleibt einem schon übrig? Mit einem Bus zu fahren? Eher nicht.

Ich versuche, optimistisch zu bleiben. Ich habe immer Bücher, Nüsse und Wasser dabei. Wenn es mal weniger gut läuft, kann ich mich ein paar Tage mit ihnen versorgen und unterhalten.

Sky Parking

Es ist schon erstaunlich, wie sehr sich die Stimmung in einem Einkaufszentrum innerhalb weniger Tage ändern kann. War es vor Weihnachten im Europark noch sehr hektisch, alle Menschen voller Stress, so war es diese Woche ruhig, auch wenn eher viel los war.

Ich genieße es, entspannt durch Einkaufszentren wie den Europark zu schlendern, egal zu welcher Jahreszeit. Einfach nur die Menschen zu beobachten und wie sie sich verhalten, je nachdem, was gerade ansteht, ist faszinierend. Auch in Innenstädten oder der Salzburger Altstadt ist es herrlich, in einem Café draußen zu sitzen und die vorbeihuschenden Leute zu beobachten. Wenngleich ich vielleicht nicht viel brauche oder kaufen will. Manchmal reicht es schon, einen Kaffee zu trinken und spontan ein Buch mitzunehmen, oder ein paar alltägliche Erledigungen beim Interspar zu machen.

An dem Tag war es wunderbar sonnig, und ich entschied mich spontan auf das Parkdeck zu fahren. Das ist immer spannend, da die spiralförmige Auffahrt durchaus enge Stellen hat. Seit einigen Jahren gibt es sogar einen zweiten Stock darüber, das sogenannte Sky Parking. Bisher hatte ich mich noch nie dazu überreden können, hochzufahren, aber diese Woche passte es einfach.

Nachdem die etwas versteckte Auffahrt gefunden worden war, stellte sich schnell heraus, dass nicht viele sich die Mühe machen, hier rauf zu fahren. Vielleicht ein kleiner Geheimtipp, wenn wirklich mal wieder sehr viel los sein sollte und man keinen Parkplatz findet. Einfach so weit rauf fahren, bis es nicht mehr geht. Oben wird man dann, herrliches Wetter vorausgesetzt, mit einem schönen Ausblick über die Stadt belohnt.

Hier habe ich auch erst so richtig das rote Metallgestell (wie bezeichnet man diese Verzierungen wirklich?) zu schätzen gelernt. Denn soweit ich das beurteilen kann, dienen diese primär der Verzierung, wobei sie auch einem Zweck dienen könnten, um etwaige Dinge von den Autos fernzuhalten – wer weiß. Jedenfalls ist das Geflecht aus Metallverstrebungen und Netzen von dort oben noch einmal beeindruckender aus als von unten.

Es hat sich also gelohnt, sich mal vom üblichen Standard zu trennen und buchstäblich neue Höhen zu erschließen. Wenn auch nur im kleinen Rahmen.

Throwback Thursday: Low #1

Heute gibt es gleich zwei alte Artikel auf einmal, genauer gesagt einen Artikel, aber in zwei unterschiedlichen Ausführungen. Es geht um ein Review zur ersten Ausgabe des Comic Low.

Wie ich in der Einleitung der zweiten Version des Reviews schreibe, entstand dieser im Zuge eines Schreibwettbewerbs auf scienceblogs. Ich habe ihn kreativer Weise mit “Science Edition” betitelt. Darin verwende ich außerdem den Ausdruck wissenschaftliche Analyse – was ich im Nachhinein betrachtet sehr lustig finde. Wie analysiert man einen Comic wissenschaftlich? Klar kann man sich einem Comic aus einer medienwissenschaftlichen Perspektive nähern, was ich später bei meiner Bachelorarbeit getan habe. Zu dem Zeitpunkt wusste ich das aber nicht, noch habe ich es ordentlich recherchiert.

Wenn ich heute so etwas schreiben müsste oder würde, nähme ich den Comic als Aufhänger und näherte mich dem Thema von dieser Seite, bevor ich mich voll auf das wissenschaftliche Thema stürze. Am Ende sollte dann ein Bogen zum Comic und der Geschichte gemacht werden. Zwar habe ich das hier versucht, doch mit den strikt getrennten Überschriften geschieht dies meiner Ansicht nach etwas holprig.

Es ist schwierig, einen bereits vorhandenen Artikel umzuschreiben oder ein komplett anderes Thema darin einzuarbeiten. Wenn, dann müsste es von Anfang an in die Betrachtung hinein. In die Outline, wenn man so will.

Gleichwohl finde ich die Kombination aus einer Comic-Rezension und einem darin vorkommenden Thema wissenschaftlich zugrunde zu gehen oder es zumindest nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu diskutieren, durchaus interessant.

Die Artikel wurden zum ersten Mal 2014 veröffentlicht. Der Erste am 31.08. und die Science Edition am 21.09. Wie immer werden hier die nicht editierten Originalformen wiedergegeben.


Low #1

Die neueste Comic-Reihe aus dem Hause Image trägt den Titel Low. Ich bin durch den wunderbaren Podcast Talking Comics darauf aufmerksam geworden, als bei der neuesten Episode (zu dem Zeitpunkt wo ich das schreibe Nr. 146) der Rezensent Justin meinte, es sei seine absolute Nummer Eins 2014. Da musste ich natürlich zuschlagen.

Der Inhalt

Low ist ein Science-Fiction-Comic, der besonderen Art. Als Autor fungiert Rick Remender, der zuvor unter anderem bei Black Science tätig war. Die Geschichte spielt in der Zukunft. Die Sonne beginnt gerade sich zu einem roten Riesen aufzublähen und die auf der Erde lebenden Menschen haben sich auf den Grund der Ozeane zurückgezogen, um der lebensfeindlichen Planetenoberfläche zu entkommen. Während die Menschheit versucht unter Wasser zu überleben, machen sich Sonden auf die Suche nach bewohnbaren Planeten, die die Zukunft der Menschheit sichern sollen.

Die Geschichte dreht sich um die Familie von Johl Caine, einer Art Techniker mit spezieller Begabung. Dieser lebt mit seiner Frau Stel und seinen drei Kindern (Tajo, Della und Marik) zusammen. Remender schafft es mit Leichtigkeit, dass ich die einzelnen Mitglieder sympathisch finde und Mitgefühl für diese entwickle, auch wenn ich sie gerade erst kennen gelernt habe. Was die Erzählgeschwindigkeit angeht, passiert in der 30 Seiten umfassenden, ersten Ausgabe sehr viel. Die Familie startet einen gemeinsamen Ausflug mit ihrem U-Boot ähnlichen Schiff, bei dem den Kindern ihre künftigen Aufgaben vorgestellt werden sollen. Da kommen auch schon die Antagonisten ins Spiel. Hier handelt es sich um so etwas wie Piraten, die es nicht nur auf die Ressourcen des Schiffes abgesehen haben…

Durch die voll gepackte Geschichte, wird die Vorstellung der Zukunft kurzweilig und interessant und am liebsten würde ich gleich noch mehr Zeit in dieser Welt verbringen – dies liegt aber natürlich auch an markantesten Teil des Comics:

Der Stil

Der Artist Greg Tocchini schafft es, diese faszinierende Welt so zu gestalten, wie ich persönlich es noch in keinem Comic-Heft gesehen habe. Ich muss zugeben, dass ich gerade einmal ein paar Jahre Erfahrung habe und deshalb wahrscheinlich erst an der Oberfläche des zu lesenden Stoffes gekratzt habe, aber schon ein Blick auf die Titelseite genügt um zu wissen, dass Tocchini etwas besonderes geschaffen hat. Ich würde seinen Stil als schematisch, aber doch detailliert beschreiben. Jeder Raum, jede Technologie und jede Umgebung scheinen in ihren eigenen Grundfarben eingetaucht worden zu sein. Von einem Orangen Farbton für die Personen, über einen grünlich-türkisen Ton für Unterwasserdarstellungen, bis hin zu tiefem Rot als Zeichen der Bedrohung.

Ich habe früher schon einmal geschrieben, dass Comic-Hefte allein wegen der Zeichnungen gekauft werden müssten, diese allerdings verblassen im Vergleich mit dieser Ausgabe. Ob diese Qualität monatlich gehalten werden kann, muss sich erst noch erweisen, aber dieser Einblick in die Zukunft hat mich vollkommen begeistert und ich werde die Serie definitiv weiter verfolgen.


Low #1 (Science Edition)

Im Zuge eines Schreibwettbewerbs auf scienceblogs.de, der von Florian Freistetter organisiert wurde, sollte man einen Blog-Artikel über ein wissenschaftliches Thema schreiben. Lange habe ich nach einer guten Kombination von meinen favorisierten Themen – Comics und Astronomie – gesucht. Mit Low ergab sich nun eine einzigartige Gelegenheit, die ich natürlich ergreifen musste. Hier also meine erste wissenschaftliche Analyse eines Comics – der Artikel ist eine erweiterte Version meines zuvor veröffentlichten Reviews von Low:

Die neueste Comic-Reihe aus dem Hause Image trägt den Titel Low. Ich bin durch den wunderbaren Podcast Talking Comics darauf aufmerksam geworden, als bei der neuesten Episode (zu dem Zeitpunkt wo ich das schreibe Nr. 146) der Rezensent Justin meinte, es sei seine absolute Nummer Eins 2014. Da musste ich natürlich zuschlagen.

Der Inhalt

Low ist ein Science-Fiction Comic, der besonderen Art. Als Autor fungiert Rick Remender, der zuvor unter anderem bei Black Science tätig war. Die Geschichte spielt in der Zukunft. Die Sonne beginnt gerade sich zu einem roten Riesen aufzublähen und die auf der Erde lebenden Menschen haben sich auf den Grund der Ozeane zurückgezogen, um der lebensfeindlichen Planetenoberfläche zu entkommen. Während die Menschheit versucht unter Wasser zu überleben, machen sich Sonden auf die Suche nach bewohnbaren Planeten, die die Zukunft der Menschheit sichern sollen.

Die Geschichte dreht sich um die Familie von Johl Caine, einer Art Techniker mit spezieller Begabung. Dieser lebt mit seiner Frau Stel und seinen drei Kindern (Tajo, Della und Marik) zusammen. Remender schafft es mit Leichtigkeit, dass ich die einzelnen Mitglieder sympathisch finde und Mitgefühl für diese entwickle, auch wenn ich sie gerade erst kennen gelernt habe. Was die Erzählgeschwindigkeit angeht, passiert in der 30 Seiten umfassenden, ersten Ausgabe sehr viel. Die Familie startet einen gemeinsamen Ausflug mit ihrem U-Boot ähnlichen Schiff, bei dem den Kindern ihre künftigen Aufgaben vorgestellt werden

sollen. Da kommen auch schon die Antagonisten ins Spiel. Hier handelt es sich um so etwas wie Piraten, die es nicht nur auf die Ressourcen des Schiffes abgesehen haben…

Durch die voll gepackte Geschichte, wird die Vorstellung der Zukunft kurzweilig und interessant und am liebsten würde ich gleich noch mehr Zeit in dieser Welt verbringen – dies liegt aber natürlich auch an markantesten Teil des Comics:

Der Stil

Der Artist Greg Tocchini schafft es, diese faszinierende Welt so zu gestalten, wie ich persönlich es noch in keinem Comic-Heft gesehen habe. Ich muss zugeben, dass ich gerade einmal ein paar Jahre Erfahrung habe und deshalb wahrscheinlich erst an der Oberfläche des zu lesenden Stoffes gekratzt habe, aber schon ein Blick auf die Titelseite genügt um zu wissen, dass Tocchini etwas besonderes geschaffen hat. Ich würde seinen Stil als schematisch, aber doch detailliert beschreiben. Jeder Raum, jede Technologie und jede Umgebung scheinen in ihren eigenen Grundfarben eingetaucht worden zu sein. Von einem Orangen Farbton für die Personen, über einen grünlich-türkisen Ton für Unterwasserdarstellungen, bis hin zu tiefem Rot als Zeichen der Bedrohung.

Ich habe früher schon einmal geschrieben, dass Comic-Hefte allein wegen der Zeichnungen gekauft werden müssten, diese allerdings verblassen im Vergleich mit dieser Ausgabe. Ob diese Qualität monatlich gehalten werden kann, muss sich erst noch erweisen, aber dieser Einblick in die Zukunft hat mich vollkommen begeistert und ich werde die Serie definitiv weiter verfolgen. Kommen wir nun zum wissenschaftlichen Teil…

Die Sonne

Vor über vier Milliarden Jahren war unser Sonnensystem nichts weiter als ein kalter Nebel aus Gas und Staub. Hauptsächlich bestand dieser aus Wasserstoff und Helium. Vermutlich wurde dieser Nebel durch die gravitative Einwirkung eines vorbeiziehenden Objektes durcheinander gewirbelt und so die “friedliche Ruhe” gestört. Dadurch konnten sich erste Haufen aus Atomen und Gesteinen bilden. Über mehrere 100.000 bis Millionen Jahre dauerte diese Phase an, bis die Ansammlung groß genug war um in ein thermisches Glühen überzugehen. Zu diesem Zeitpunkt findet allerdings noch keine Fusion statt. Jupiter zum Beispiel hat ebenso ein thermisches Glühen, weshalb er, würde die Sonne weggenommen werden, immer noch Licht abgeben würde.

Unser glühender Haufen ist allerdings mit dieser Phase nicht zufrieden und sammelt noch mehr Gas ein. An einem bestimmten Punkt, wenn im Kern genug Druck und eine Temperatur von etwa zehn Millionen Grad Celsius herrscht, beginnen die einzelnen Wasserstoffatome sich zu verbinden und es entsteht Helium. Im Zuge dessen wird auch Deuterium gebildet, aber das macht nur einen verschwindend geringen Teil aus. In der frühen Sonne wirken zwei Kräfte: Zum einen der nach Innen gerichtete Druck der Gravitation und zum anderen eine nach außen gerichtete Kraft, die durch die Kernfusion entsteht (Strahlungsdruck) – Lichtteilchen, so genannte Photonen, kämpfen sich ihren Weg vom Zentrum der Sonne, nach außen. Sind diese Kräfte gleich groß hat sich der Stern stabilisiert und geht in seine Hauptphase über.

Die Hauptphase eines Stern dauert am längsten – bei der Sonne ist diese ca. zehn Milliarden Jahre lang. Hier ändert sich vergleichsweise wenig. Im Kern herrschen durch die Kernfusion Temperaturen von ungefähr 16 Millionen Grad Celsius, wogegen auf der Oberfläche nur mehr eine Temperatur von knapp über 5.500 °C ist. Die Oberflächentemperatur war allerdings nicht immer konstant. Zu Anfang der Hauptphase war diese deutlich höher und ist im Laufe der Zeit leicht gesunken. Da die Temperatur aber immer wieder Schwankungen unterliegt, steigt diese auch wieder an. Manche Theorien gehen davon aus, dass die abgegebene Energie in ca. einer Milliarde Jahre den Punkt überschreiten wird, an dem auch die Erde signifikant davon betroffen ist und sich so sehr erwärmt, dass sogar die Venus neidisch wird:

Es beginnen die Ozeane zu verdampfen, womit der Treibhauseffekt größer wird und die Erde immer heißer. Das Gute daran ist, dass wenn sich die Sonne später zu einem roten Riesen aufbläht und vielleicht sogar die Erde verschluckt, wir längst nicht mehr hier sind…

Aber wie entsteht dieser rote Riese? Wenn der Wasserstoff im Zentrum der Sonne aufgebraucht ist, kann keine Fusion mehr stattfinden und der Strahlungsdruck wird schwächer. Somit gewinnt die Gravitation die Oberhand und die Sonne beginnt zu kontrahieren. Im Zentrum erhöht sich der Druck und die Temperatur bis zu dem Punkt, an dem die Heliumatome beginnen zu fusionieren und es bilden sich Kohlenstoff und Sauerstoff. Durch die Fusion steigt der Strahlungsdruck so sehr an, dass dieser die Gravitation wieder übertrifft und die Sonne beginnt sich auszudehnen. Da durch die Fusion von Helium mehr Energie freisetzt als zuvor bei Wasserstoff, bläht sich die Sonne weiter auf und erreicht eine Ausdehnung von ungefähr dem 200-fachen ihrer derzeitigen Größe. Da der rote Riese eine sehr viel größere Oberfläche hat als zuvor, ist der Stern zwar kühler, allerdings verlassen ihn viel mehr Photonen wodurch er umso heller strahlt.

Die Astronomen sind sich allerdings noch nicht sicher, wie genau das Schicksal der Erde aussehen wird – denn je nachdem, wie sehr sich die Sonne aufbläht wird die Erde von ihr absorbiert oder auch nicht.

Die Phase als roter Riese dauert ein paar Millionen Jahre, in dessen Verlauf die Sonne die äußeren Schichten abstoßt und somit deutlich an Masse verliert. Das Helium geht zur neige und der Strahlungsdruck verringert sich. Wiederholt kontrahiert die Sonne. Ihre Energie reicht nicht mehr aus, um weitere Fusionen in Gang zu setzen und über Millionen von Jahren kühlt sie langsam ab und wird so zu einem weißen Zwerg. In diesem Stadium bleibt sie dann für weitere, viele Billionen Jahre…

Die Analyse

So sieht also das Leben unserer Sonne aus. Da habe ich mich natürlich gefragt, wie sehr ist Low nun Science Fiction und was könnte tatsächlich eintreten? Ich bitte darum die folgenden Worte nicht auf die goldene Waage zu legen, denn manchmal ist mein Drang zu Science Fiction doch zu optimistisch und mein Wissen bei weitem nicht ausreichend, diese detaillierter durchzuführen – aber ich finde es trotzdem interessant sich seine Gedanken darüber zu machen, was wohl möglich wäre:

Wie ich oben geschrieben habe ist es sehr wahrscheinlich, dass wir es nicht erleben werden, bis sich die Sonne zu einem roten Riesen aufbläht – obwohl dies natürlich ein Naturschauspiel wird, dass ihres gleichen sucht. Versetzen wir die Handlung also ein paar Milliarden Jahre weiter nach vorne. Die Erde heizt sich auf, Ozeane verdampfen usw.

Durch diese dramatischen Entwicklungen werden wir also gezwungen, unsere Behausungen auf den Grund der Meere zu errichten. So fantastisch wie bei Low werden sie aber vermutlich nicht aussehen. Vom heutigen Standpunkt aus betrachtet, sind es wohl eher riesige, untereinander verbundene Metallcontainer, die in der Lage sind dem Druck der Wassermassen zu widerstehen. Ich würde uns durchaus zutrauen, ein ähnliches Konstrukt von kleinerem Ausmaße auch heute schon bewerkstelligen zu können. Die Wasserversorgung lässt sich dabei aus dem Meer speisen. Sauerstoff gewinnen wir aus diversen Grünanlagen, die über die Unterwasserstadt verteilt sind, außerdem nehmen sie die CO2 Emissionen auf. Die Pflanzen müssen natürlich mit entsprechendem Licht versorgt werden, damit die Photosynthese stattfinden kann. Weiters kann Luft von der Oberfläche nach unten gesaugt, abgekühlt und danach in die Stadt befördert werden. Ich denke so weit in der Zukunft, ist das zur Verfügung stellen von Energie, Sauerstoff, Wasser und Nahrung kein Problem. In so einem geschlossenem Ökosystem muss natürlich alles perfekt aufeinander abgestimmt sein. So könnte ich mir vorstellen, dass es statt ein oder zwei großer Kolonien, viele kleine Dörfer gibt, die die überlebenden Menschen beherbergen.

Es ist zwar eine interessante Möglichkeit, auf den Boden der Meere auszuweichen, jedoch finde ich persönlich den Gedanken, den Weltraum zu erobern, um einiges interessanter. Wir wissen heute schon, dass es mit der bewohnbaren Erde in ein paar Millionen Jahre vorbei ist (vermutlich noch viel früher, wenn wir so weiter machen wie bisher, aber das ist eine andere Geschichte). Man könnte also beginnen, die Entwicklung der Technologie, die zum betreiben eines Weltraumlifts benötigt wird, voranzutreiben und diesen in den nächsten Jahren auf die Beine stellen. Somit lässt sich Material viel leichter in den Weltraum transportieren. Von da aus ist es nur mehr ein Katzensprung bis zum Mond oder zum Mars, wo weitere Stationen und Kolonien errichtet werden können.

Natürlich könnte man nebenbei die Entwicklung und den Bau von Generationenschiffen starten. Wie wahrscheinlich dieses Transportmittel allerdings ist, kann ich nicht beantworten.

Wie ihr seht, ist der Vorstellungskraft, was dieses Thema betrifft, keine Grenzen gesetzt und vieles davon wird in Zukunft sicher zu realisieren sein. Was denkt ihr über dieses Thema und meine Theorien? Habt ihr alternative Vorschläge zur Rettung der Menschheit?

Schwemmholz

Mit dem vielen Regen und den stürmischen Tagen vor Weihnachten war es natürlich absehbar, dass entsprechend viel Schwemmholz an den Ufern der Salzach landet. So musste natürlich am wunderbaren Auerlebnisweg in Weitwörth entsprechendes erkundet werden.

Nicht zuletzt auch deshalb, weil es nach den trüben, regnerischen Tagen sehr angenehm war, mal wieder ein paar Sonnenstrahlen abzubekommen. Die Wege in der Weitwörther Au sind immer wieder toll zu gehen, vor allem da sie weiterhin ausgebaut und gepflegt werden. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich die Au in Anthering in das Ganze eingliedern wird, aber das wird noch ein paar Jahre dauern, bis die Wege entsprechend aufbereitet sind.

Das Einzige, was dieses Mal gefehlt hat, waren die Schwäne. Normalerweise sieht man doch eine Handvoll oder so auf dem kleinen See herumschwimmen. Doch die scheinen sich gute Verstecke vor dem Sturm gesucht zu haben, so sah man nur jede Menge Enten, die es sich mitten am See in der Sonne gemütlich gemacht haben.

Was das Schwemmholz angeht, so war die Auswahl dort doch recht groß und es geht natürlich gar nicht, dass auf dem Rückweg nicht das ein oder andere Stück Holz mitgeht. Selbst wenn das bedeutet, dass die Stücke den ganzen Weg zurück zum Auto getragen werden müssen. Aber das ist ja der halbe Spaß daran. Ein bisschen über die Steine klettern, ergründen, wie kalt das Wasser ist (Spoiler: sehr frisch) und die schönsten bzw. skurrilsten Stücke Holz aussuchen.

Stürmische Zeiten

Die Tage vor Weihnachten waren durch heftige Stürme in ganz Österreich gekennzeichnet. Wir hatten Glück, da es in Salzburg bzw. an dem Ort, wo ich wohne, nicht allzu heftig wurde, was die Böen anging. Zwar waren auch hier viele Einsatzkräfte unterwegs, vor denen ich nur immer wieder meinen Hut ziehen kann, ob der Gefahren, denen sich diese oft freiwilligen Menschen aussetzen, um anderen zu helfen. Es ist bewundernswert und man kann einfach nur dankbar sein, dass es diese Menschen gibt.

Bis auf ein paar verbogene Zäune und weggeblasene Dinge blieb am Haus allerdings alles unversehrt. Bei mir ist es allerdings so, dass solche Stürme mit der Zeit vor allem auch psychisch anstrengend werden, da ich immer etwas nervös bin. Kann natürlich auch daran liegen, dass sich meine Wohnung im Dachgeschoss befindet und ich daher nochmal mehr von den Windböen mitbekomme. Es macht mich unruhig – das dann über mehrere Tage zu haben, ist dann doch anstrengend.

Was mich aber im Nachgang interessiert, sind die Schäden, die der Sturm in den umliegenden Wäldern angerichtet hat. Meine typische Spazierrunde führt durch zwei Wälder und natürlich musste ich diese abgehen, sobald dies wieder gefahrlos möglich war.

Dort sah ich, zu welchen gewaltigen Kräften ein Sturm fähig ist. Dutzende Bäume wurden umgehauen und geradezu entwurzelt. Ich musste mich über und unter umgefallene Bäume hindurchkämpfen, um mir einen Weg durch den Wald zu bahnen. Ein abenteuerliches Unterfangen.

Die Arbeiten, die im Nachgang des Sturms noch notwendig sind, um ein halbwegs normales Bild wiederzubekommen, werden sicherlich noch einiges an Zeit in Anspruch nehmen. Nicht nur in den umliegenden Wäldern, sondern auch die persönlichen Schicksale, die sich in diesen stürmischen Tagen ereignet haben.