Schienenersatzverkehr

Normalerweise ist dieses Wort eines, das man nicht gerne zu hören bekommt oder liest, da es bedeutet, etwas ist nicht in Ordnung und man muss einige Mühen auf sich nehmen, um von Punkt A zu Punkt B zu kommen.

Vor allem bei der Lokalbahn in Salzburg und Umgebung war es in den letzten eineinhalb Jahren immer wieder der Fall – besonders aber in den vergangenen Monaten. Irgendwann hat man genug von Ausfällen, Verspätungen und dergleichen. Aber langsam neigt sich die umfangreiche Modernisierung und der Umbau dem Ende zu. Da kam es gerade passend, dass der Sturm der letzten Tage die Strecke gleich nochmal in Mitleidenschaft gezogen hat und wieder Busse als Ersatz dienen mussten.

Doch so sehr man sich darüber ärgern kann und beschweren, wurde mir letztens bewusst, dass es durchaus etwas Gutes an sich hat. Denn egal wann und wieso die Züge ausfallen, es stehen immer genügend Busse und Busfahrer zur Verfügung, um dies auszugleichen. Natürlich dauert die Reise dann etwas länger, aber der SEV ist meist zügig eingerichtet.

Nicht alle Schienen-Transport-Institutionen bekommen das hin. Da muss man nur nach Deutschland blicken. Egal, warum ein Zug dort ausfällt, du bist auf dich alleine gestellt, eine Lösung zu finden. Ersatzbusse oder Ähnliches habe ich noch nicht erlebt. Da bevorzuge ich doch die Lokalbahn, die das optimal auf die Reihe bekommt.

Fiction | Goldie, der Goldhamster

Ich habe mir vorgenommen, wieder etwas mehr Kurzgeschichten oder etwas Vergleichbares zu schreiben. In den vergangenen Jahren habe ich mich bereits an so manchen Geschichten versucht und die Ergebnisse möchte ich natürlich auch gerne hier teilen. Manche habe ich einfach so geschrieben, andere im Zuge eines VHS-Kurses, den ich vor Jahren besucht habe. Den Anfang bildet eine meiner liebsten Kurzgeschichten, die ich geschrieben habe. Eine nette kleine Geschichte über Goldie, den Goldhamster. Inspiriert wurde die Geschichte vom Podcast Sprechkabine mit Philipp Seidel und Timo Hetzel. Viel Spaß.


Goldie der Goldhamster erwachte mit einem sanften Lächeln auf seinem spitznäsigen, pausbäckigen Gesicht. Das Fell war von der Nacht noch ganz durcheinander. Da machte es auch nichts, wenn er gleich noch ein paar Runden auf dem Laufrad zurücklegte, um die restliche Müdigkeit abzuschütteln. Es war ein tolles Rad. Aus Holz, in einem kräftigen Rot gestrichen und feinen Balken, sodass man durchsehen konnte, während sich das Rad immer schneller und schneller drehte. Ein herrliches Gefühl, sich in den verschwommenen, vorbei sausenden Bewegungen zu verlieren. 

Nach dem Training gab es erst einmal etwas zu trinken und so nuckelte Goldie der Goldhamster an dem metallenen Stutzen, der kaltes, frisches Wasser spendete. Was für ein toller Start in diesen besonderen Tag. Denn es war kein Tag, wie jeder andere. Goldie der Goldhamster war auserwählt worden, Glück und Freude über die Menschen zu bringen. Es waren auch andere ausgewählt worden, denn die Welt war so groß und Goldie so furchtbar klein. Doch gemeinsam konnten sie die Aufgabe schaffen. Während sich Goldie Gedanken über seine bevorstehende Aufgabe machte, kam auch schon der Mensch vorbei, der ihn vorbereiten und zur Rampe bringen sollte. 

„Guten Morgen, Goldie“, sagte der Mensch mit einer sanften Stimme. „Bist du bereit für deinen großen Tag?“ 

Aufgeregt begann Goldie der Goldhamster zu fiepen und mit einem der hinteren Beine zu schaben. Der Mensch nahm Goldie den Goldhamster aus seinem üppigen Käfig. Während er das kleine Tierchen in der Hand hielt, streichelte er über dessen weißen flauschigen Bauch. Da zuckten und strampelten die Hinterpfoten wie wild. Was für ein herrliches Gefühl. 

Nun war es an der Zeit, sich fertig zu machen. So begann der Mensch Goldie seinen Anzug anzuziehen. 

„Es wird Zeit für deinen Anzug, Goldie. Wir wollen doch schließlich nicht, dass du frierst.“ 

Ein großes Lächeln stand auf dem Gesicht des Menschen. Das verstand Goldie der Goldhamster nicht. Aber das machte nichts. Die Uniform bedeckte seinen gesamten, winzigen Körper. Und er glänzte so hübsch silbern. Ein blaues Symbol war auch darauf zu sehen. Das bedeutete, dass Goldie der Goldhamster wichtig war. Nicht jeder bekam solch eine Uniform mit dem Symbol. Das war nur für die besonderen Goldhamster. Hübsch eingepackt, machten sich die beiden auf den Weg zur Rampe. Goldie der Goldhamster durfte dabei die ganze Zeit auf der Hand des Menschen sitzen. Sie gingen durch lange Gänge, sahen andere Menschen und gelangten schließlich zu einer großen schweren Tür. Von draußen konnte man bereits die Menge toben hören. 

Hinter Goldie dem Goldhamster und seinem Menschen stellten sich nun auch die anderen Goldhamster mit ihren Begleitern auf. Goldie der Goldhamster konnte es kaum erwarten, bis es losging. Sein kleiner Körper zitterte vor Aufregung. Da begann Musik zu spielen. Viele Instrumente erklangen und es war eine schöne Musik. Das Tor öffnete sich und sie gingen los. 

Ein langer roter Teppich begrüßte sie und viele Menschen waren gekommen, um sich zu verabschieden. Es war laut und die Menschen klatschten und jubelten. Langsam gingen die Goldhamster und ihre Menschen zwischen der Menge entlang. Goldie der Goldhamster fürchtete sich zwar, es war viel zu viel Lärm für seine kleinen spitzen Ohren, aber das gehörte nun einmal dazu. An der Rampe angekommen winkten die Menschen der Menge noch einmal zu. Die Goldhamster fiepen aufgeregt, doch niemand konnte sie bei dem Lärm hören. 

Schließlich stiegen sie alle in einen Lift ein und fuhren nach oben. Dort angekommen gingen sie über einen kurzen Steg und stiegen durch eine kleine Luke in das große, mächtige Gefährt. Leider kannte Goldie der Goldhamster nicht den richtigen Namen, aber das machte nichts. Die Menschen setzten die Goldhamster ab und sicherten sie mit winzigen Gurten. Dann setzten sie sich ebenfalls und bereiteten alles vor. Sie alle schauten jetzt nach oben. Es war ein klarer, blauer Himmel zu sehen. 

Plötzlich zischte es. Dann donnerte es. Dann rüttelte und schüttelte sich scheinbar die ganze Welt. Goldie der Goldhamster wurde in seinen Sitz gepresst. Es tobte und plärrte. Er verhielt sich mucksmäuschen still. Der blaue Himmel wurde immer dunkler, bis schließlich Sterne zu sehen waren. Es wurde ganz still. Das Rütteln und Schütteln hörte auf und alles schien sich zu entspannen. 

Während die Menschen ihre Arbeit verrichteten, schliefen die Goldhamster ein. Eine solch lange Reise war anstrengend für die kleinen Nager. Sie hatten es sich verdient, sich auszuruhen. 

Goldie der Goldhamster knabberte gerade genüsslich an einer halben Walnuss. Wie herrlich das schmeckte. Da wurde er plötzlich sanft geschüttelt. Er sah seinen Menschen vor sich. „Bist du bereit, Goldie?“ Es war leider nur ein Traum gewesen. Etwas bedrückt nickte Goldie. Aber er freute sich auch, denn nun ging es los. 

Goldie der Goldhamster bekam seinen kleinen Helm aufgesetzt und schwebte langsam mit dem Menschen zu einer anderen, größeren Luke. Die Menschen hatten große, dicke Uniformen an, und hielten ihre Goldhamster in der Hand. Wieder zischte es, dann glitt die Luke zur Seite. Vor ihnen lag die Erde. Was für ein wundervoller Anblick. 

Nacheinander schwebten sie alle hinaus und die Menschen hielten sich an einer Stange an der Seite des Gefährtes fest. Jeder hatte seinen Goldhamster in der Hand. Sie sagten etwas zueinander, aber Goldie konnte sie bedauerlicherweise nicht hören. Es war ganz still. Der Mensch nickte Goldie mit einem breiten Lächeln zu. Das war das Zeichen. Goldie, der Goldhamster fiepe. Ein ernster Blick erschien auf dem sanften Gesicht. Er war bereit.

Der Mensch hob Goldie an und warf den Goldhamster in Richtung Erde. 

Immer näher kam der blaue Planet. Die Sonne war auf der anderen Seite fast verschwunden. Es war still und ruhig. Goldie der Goldhamster, hörte nur seinen eigenen Atem. Er flog immer weiter und weiter. Die anderen Goldhamster konnte er leider nicht sehen. Er wollte sich umdrehen, doch all sein Strampeln und Zappeln half nichts. 

Etwas stimmte nicht. 

Er wollte zurück, doch er konnte nichts machen. 

Unaufhaltsam kam die Erde näher und näher, immer schneller und schneller. Und es wurde auch wärmer. Plötzlich erschien etwas vor Goldies Helm. Waren das Flammen? Sie züngelten an Goldies Helm und seiner Uniform. Es wurde heiß. Jetzt hatte Goldie der Goldhamster wirklich Angst. Panik machte sich breit. Die Flammen züngelten weiter. Seine Uniform löste sich langsam auf. Er konnte Wind und Hitze spüren. Goldie fiepte und fiepte, doch er konnte sich nicht einmal selbst hören. Immer tiefer stürzte er, direkt auf die Erde zu, seinem Ziel entgegen. Als die Katastrophe unausweichlich schien, hatten sich die Flammen Goldies kleinen Körper einverleibt. Es wurde schwarz vor seinen Augen. Und so verglühte Goldie, der Goldhamster.

Zurück auf der Erde zog ein kleines Mädchen, in einem rosafarbenen Kleidchen, an der Jacke ihrer Mutter. „Schau Mami, die Schernschuppen sind wieder da!“ 

„Ja, Lili“, antwortete die Mutter, „und jedes Jahr scheinen sie hübscher zu glühen.“ 

Glitzerndes Geschenkpapier

Ich scheine ein bisher verborgenes Talent zu haben. Ein Talent, das mich einmal im Jahr beglückt. Das mich nachhaltig verfolgt und letztes Jahr seinen Anfang nahm: unweigerlich, glitzerndes Geschenkpapier zu kaufen.

Ist es nicht toll, wenn etwas glitzert? Vor allem zu Weihnachten und wenn die Geschenke, die man anderen überreicht, etwas Besonderes an sich haben? Ich mag das. Deshalb habe ich letztes Jahr den vermeintlichen Fehler gemacht und mit goldenem Glitzerstaub bestücktes Geschenkpapier gekauft. Das hat sich nicht nur beim Einpacken in der gesamten Wohnung verteilt, sondern beim Auspacken bei den Beschenkten nochmal. So hatte jeder wirklich lange etwas davon.

Dieses Jahr wollte ich es besser machen. Aber ein bisschen glitzern musste es schon. So griff ich zu einem Geschenkpapier mit goldenen Hirschen darauf. Konnte ich ahnen, dass sich diese in kleinste Teile auflösen, sobald die schützende Plastikfolie weg war?

Aber jetzt hatte ich immerhin schon angefangen mit dem Einpacken und wollte es durchziehen. Ich versuchte Schadensbegrenzung, sodass nur der Esstisch mit Gold gesprenkelt wurde, nicht aber der Rest der Wohnung. Es gelang einigermaßen okay. Die gute Nachricht: auch dieses Jahr haben die Beschenkten wieder mehr, als sie eigentlich wollten. Und zwar, wenn sich beim Auspacken die restlichen goldenen Hirsche lösen.

Vielleicht klappt es im nächsten Jahr besser. Oder ich ergebe mich meinem Talent und streue gleich selbst etwas Glitter in die Geschenke hinein.

Abschlussängste?

Unentspannt. So würde ich den allgemeinen Gemütszustand von Leuten in dieser Woche beschreiben. Tiefe Seufzer, Beschwerden und Aufregungen über Dinge und Prozesse, die man sowieso nicht ändern kann, und dann gibt es natürlich noch diejenigen, die halb krank in der Arbeit erscheinen. Am Ende war es schon sehr anstrengend, um es gelinde auszudrücken.

Dabei unterscheiden sich die nächsten beiden Wochen nicht unbedingt von den Sommerwochen, in denen ebenfalls viele Urlaub haben – nur dass eben ein paar mehr Feiertage sind. Aber grundsätzlich scheint es Menschen zu stressen, dass das Jahr endet. Als müsste unbedingt noch alles erledigt werden. Die Bedeutung von Silvester wird meiner Meinung nach überbewertet – zugegeben, ich mag die Idee eines “frischen” Jahres, aber das war es dann auch schon.

Diese Woche allerdings hat direkt an meinem sonst entspannten Gemüt und meiner Psyche gezerrt. Da war die etwas größere Einkaufsrunde am Mittwoch durch verschiedene Geschäfte im Ort angenehmer. Nicht zu vergessen, ein zuvor sehr entspannender Friseurbesuch. An dem Tag habe ich mich auf dem Weg nach Hause zudem noch spontan – oder unterbewusst – entschieden, einen anderen Weg zu fahren, der mich an dem Haus vorbeiführt, in dem ich üblicherweise die Physiotherapie habe. Kaum hatte ich das Haus gesehen, fiel mir ein, dass ich ja Tags davor mein Handtuch vergaß. Kurz geparkt und reingesprungen, lugte auch schon mein Physiotherapeut aus einer Tür und reichte mir kurze Zeit später das sicher verwahrte Handtuch. Ich war begeistert. Ein Nachmittag bzw. Abend voller kleiner Erfolgserlebnisse.

Und dann kam auch noch die 40th Anniversary Merch Box von Warhammer an, mit perfekt sitzenden Pullovern und einer coolen Tasse. Ich bin begeistert.

Dieses künstlich herbei gedachte Ende eines Jahres scheint Menschen nicht nur zu stressen, sondern immer wieder zu überraschen. Es muss nicht alles vor Weihnachten abgeschlossen sein. Ich freue mich auf ein paar Aufgaben, die ich mir für zwischen die Feiertage vorgenommen habe und ein paar Dinge, die im neuen Jahr auf mich warten. Ich entscheide mich im Zweifel stets für Optimismus, auch wenn es manchmal anstrengend sein kann.

Throwback Thursday: Disney, Star Wars und die Konkurrenz 

Für diese Woche habe ich einen Artikel ausgegraben, der einen fantastischen Einblick in die naive Vorstellung der Vergangenheit gewährt. Eine Zeit, in der sich die Idee breit machte, Marvel und im größeren Sinne Disney, wären unfehlbar und Maschinerien an Unterhaltung, die uns mit großartigen neuen Star Wars Filmen und dergleichen beglücken würden. Auch die Avatar-Fortsetzungen waren noch für 2017 geplant, die mittlerweile ebenfalls dem Disney-Konzern gehören. Wie schon beim Throwback-Artikel von letzter Woche fehlt natürlich jede Angabe an Quellen. Damals hatte ich es wohl nicht so sehr damit. Für die Zukunft gelobe ich Besserung.

Der Artikel stammt vom 15.11.2015 und wird in nicht editierter Originalform reproduziert.


In letzter Zeit habe ich mich immer mehr mit der Frage auseinandergesetzt, warum mich Star Wars so sehr begeistert. Woran liegt das? Ist das Alter eventuell ein erster Anhaltspunkt? Warum erscheint für einen Nerd ausgerechnet das Universum von Star Wars so faszinierend und nicht ein anderes? Klar spielt die persönliche Präferenz eine zentrale Rolle, doch wenn man sich genauer mit diesem omnipräsenten Thema beschäftigt, kommt man nicht an der faszinierenden Geschichte von Disney vorbei. Ich kann hier nur einen kleinen Auszug liefern, man könnte Bücher damit füllen und es wurden auch genügend geschrieben. Ich wollte nur noch einmal die spannendsten Stationen zusammenfassen… 

Disney im Kaufrausch 

Ohne jeden Zweifel gehört die von Walt und Roy Disney gegründete Firma zu den wohl einflussreichsten der Welt. Kaum ein Kind aus den 70er, 80er und 90er Jahren kam an deren Filme vorbei. Angefangen bei den Klassikern um Mickey, Donald und co. fanden auch Helden wie Aladdin, Arielle und natürlich Simba Platz in unseren Herzen. Der Erfolg währte lange, doch in den 90er Jahren stürzte der Konzern in eine Krise. Nicht nur blieben die Erfolge an den Kinokassen aus, auch im TV Geschäft lief es alles andere als gut. Als folge dessen gingen auch die Besucherzahlen der Parks immer weiter zurück. Klar, wenn man keine Figuren in den Medien präsentiert und bewirbt, haben Eltern auch wenig Sinn darin gesehen, ihre Kinder in die teuren Parks zu bringen. Was tut man also, wenn man es nicht selbst schafft, wieder auf die Füße zu kommen? Richtig, man kauft sich externe Kräfte ein. Den Anfang bildete Pixar. Das von Apple-Visionär Steve Jobs gegründete Unternehmen hatte bereits eine langjährige Partnerschaft mit Disney, als es schließlich 2006 für 7,4 Mrd. Dollar übernommen wurde. Ausgezahlt wurde diese Summe in Aktien und da Steve Jobs die meisten Aktien bei Pixar hatte, wurde er auch bei Disney zum größten Einzelaktionär und ist dies bis zu seinem Tod geblieben. Die Kreativen Köpfe vom Konzern, der hinter “Toy Story”, “Findet Nemo” und anderen Erfolgsgeschichten stand, übernahmen teilweise auch Führungspositionen beim neuen Mutterkonzern – die Filme wurden besser und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. 

Drei Jahre später, 2009, verkündete Marvel, dass es für 4,3 Mrd. Dollar von Disney übernommen werde. Auch wenn dies etwas überraschend kam, so war es doch ein logischer Schritt, einen im Comic-Bereich äußerst erfolgreichen Konzern zu übernehmen (Marvel und DC sind in Sachen Comics die beiden größten Konzerne, Image ist allerdings seit Jahren auf der Aufholjagd und präsentiert ebenso faszinierende Geschichten, die sich nicht nur um Superhelden drehen – aber das ist eine andere Geschichte). Es ist eine symbiotische Beziehung, denn auch Marvel konnte die Unterstützung gebrauchen, da doch das eigens Gegründete “Marvel Entertainment” Studio die Produktion von Filmen vorantreiben wollte (der erste Iron-Man Film erschien 2008). Man muss aber dazu sagen, dass sich das Studio die Filme selbst finanziert hat, zumindest soweit ich das verstanden habe, denn für den ersten Film wurden so viele Filmrechte an Figuren verkauft, bis man genug Geld beisammen hatte, um sich diesen leisten zu können. Ironie der Geschichte ist, dass auch wenn die größten Zugpferde verkauft wurden, es an Marvel blieb, eines der erfolgreichsten und umfassendste Franchises zu schaffen, die – nur die Mutanten tanzen etwas aus der Reihe (eine weitere Ironie der Geschichte). Schließlich schreiben wir das Jahr 2012 und LucasFilm, geht für ebenfalls 4 Mrd. Dollar an den Disney Konzern – die hälfte wurde in bar bezahlt (man kann es sich ja wieder leisten). Es hat auch nicht lange gedauert, bis die Verlautbarung kam, mehr Star Wars Filme produzieren zu wollen und glaubt man den Analysten und den bisher veröffentlichten Trailern von Episode VII, so hat dieser Potential, der erfolgreichste Film der Geschichte zu werden – ich würde es ihm gönnen und werde meinen Teil dazu beitragen. Das bringt mich dann auch schon zum nächsten Thema: 

Star Wars: Im Kanon der Geschichte 

Die Meldung machte wohl aus guten Gründen Schlagzeilen: Alles was vor dem 25.4.2014 unter dem Star Wars Banner veröffentlicht wurde, wird als nicht mehr zum offiziellen Kanon dazugehörig gezählt – quasi degradiert auf die billigen Plätze. Mit einem Schlag wurde die Fundgrube an Geschichte, welche über zahllose Medien verstreut geschrieben und erzählt wurden, welche epische 36.000 Jahre umspannt und Charaktere hervorbrachte, die ihresgleichen suchen, nichtig. Für Fans ein Schlag in die Magengrube. Hat doch dieses reichhaltige, von Fans und Verantwortlichen erschaffene Universum, doch schon sechs Monate vor dem eigentlichen Beginn des Star Wars Wahns, mit einem Buch zum Film “A New Hope”, begonnen.
Allerdings muss man auch gestehen, dass es nach der Übernahme nur ein logischer Schritt zu sein schien. Mit einem neuen Konzern an der Spitze, wollte man etwas Ordnung in den angestaubten, wuchernden Wulst an Geschichten bringen. So blieben also nur mehr die sechs Filme (manche hatten sich wohl gewünscht nur drei) und die Serie “The Clone Wars” übrig. Von da an, hatten Menschen bei Disney und LucasFilm die sprichwörtliche Macht über die Geschichte. Ihr Ziel ist es, dass alles in sich konsistent und logisch aufgebaut ist. Ein großes Unterfangen, welches mit verschiedensten Comic-Reihen, Büchern, Spielen usw. sicher nicht einfach wird über die Jahre aufrecht zu erhalten. 

Für mich ergibt es ehrlich gesagt wenig Sinn, sich weiterhin mit dem alten, nun unter dem Banner “Star Wars Legends” stehenden Kanon zu beschäftigen. Der Neue ist schon umfangreich genug und ich starte meine Aufholjagd wohl gleich, bevor es in einem Jahr unmöglich scheint. Dazu habe ich hier eine übersichtliche Grafik gefunden, die einen guten Überblick darüber gibt, wann welche Handlung stattfindet. Bei den Comics bin ich eigentlich auf dem laufenden, nur die Bücher, die ich mir in Form von Hörbüchern gönnen werde, stellen eine größere Herausforderung dar. Diese nehme ich allerdings sehr gerne an. Nur um euch einen kleinen Überblick zu geben – ich werde mit diesen Büchern anfangen, nicht unbedingt in der Reihenfolge, aber höchst wahrscheinlich: Lords of the Sith, Tarkin, Heir to the Jedi, Dark Disciple, Aftermath. 

Bis Disney vermeldet hat, dass Star Wars nun doch (hoffentlich ehrenvoll und qualitativ hochwertig) fortgesetzt wird, dachte ich ja, dass ein anderes Sci-Fi / Fantasy Universum das Potential hätte, eine Art modernes Star Wars zu werden. 

Avatar: Eine unendliche Geschichte 

Wir schreiben erneut das Jahr 2009, genauer gesagt Dezember und gerade ist Avatar in den Kinos erschienen. Der Film wird einschlagen wie eine Bombe, die wohl niemand erwartet hätte. Klar stellte dieser animationstechnisch eine gewaltige Herausforderung dar und James Cameron hat extra dafür Techniken entwickelt und entwickeln lassen, damit er ihn so machen kann, wie er ihn sich vorgestellt hat. Für die Sequels, die ab 2016 oder 2017 in die Kinos kommen, ist er sogar mit einem eigenen U-Boot den Marianengraben hinunter getaucht. 

Die Welt, welche sich Cameron ausgedacht hat, ist so unendlich und reichhaltig, wie das Universum selbst. Es stellte für mich lange ein modernes Star Wars da, auch wenn es weniger Sci-Fi-lastig ist, aufgrund der nicht vorhandenen bzw. anders aufgebauten Raumschiffe – doch das ist gut so. Wir brauchen keine Kopien, sondern originelle Originale. Deshalb hat es mich umso mehr gefreut, als er auch angekündigt hat, Bücher dazu zu veröffentlichen, welche die Geschichte weiterführen sollen. Es war 2013, als er dafür den Autor Steven C. Gould engagiert hat und seither ist es leider recht still um das Projekt geworden. Kein Veröffentlichungsplan. Nichts. Nur die Hoffnung auf vier Romane. 

Nun hat Cameron erneut etwas versprochen: Comics. Dessen Geschichte soll vor, während und nach dem ersten Film Platz finden und noch vor dem ersten Sequel erscheinen. Ich habe so meine Zweifel daran. Es scheint so, als hätte sich Cameron mit diesem Mammutprojekt “Avatar” übernommen und kann versprechen nicht so richtig einhalten. Alles verschiebt sich immer weiter nach hinten oder es wird vollkommen Still um die Projekte. Ich hoffe sehr, dass wir bald Lebenszeichen hören, den faszinierend ist diese Welt auf jeden Fall. Es kann natürlich sein, dass ich viel zu ungeduldig bin und teilweise trifft dies mit Sicherheit zu, doch ab und an mal ein Lebenszeichen wahrzunehmen würde schon helfen, die doch lange Wartezeit zu überbrücken. Solche Filme sind ein großer Aufwand, vor allem in der Post-Production, da muss man Wege finden, das Publikum noch für das Thema zu interessieren. Ein Blog oder Twitter-Account, der in unregelmäßigen Abständen News veröffentlicht, würde schon helfen – falls jemand einen kennt, bitte ich um Empfehlungen. 

Damit habe ich meinem Drang, etwas Klarheit in meinem Kopf zu schaffen etwas genüge getan und konnte euch hoffentlich auch helfen, Fragen rund um Disney, Star Wars und Avatar zu beantworten – drei Themen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, aber bei genauerem hinsehen eine Welt eröffnen, die man ein Leben lang studieren kann, sind faszinierend und es auf jeden Fall wert, genauer betrachtet zu werden. 


Gute Star Wars Filme, Avatar Bücher und ein florierendes Marvel-Universum – alles Dinge, auf die ich heute noch warte oder die ich mir (zurück)wünschen würde. Mit The Way of Water hat James Cameron tatsächlich eine gewaltige filmische Fortsetzung geliefert, doch der Rest sieht etwas bescheiden aus. Das einzige Gute, was an Star Wars herauskam, war The Mandalorian und Andor (mal von den Büchern und Comics abgesehen), und Marvel befindet sich gerade auch eher am absteigenden Ast. Dafür ist natürlich die Wokeness und „The Message“ dafür verantwortlich, was auch immer das genau heißen soll.

Ich fand es einen interessanten Blick in die Vergangenheit und es gab mir Ideen für zukünftige Themen, über die ich berichten und schreiben will.

Kein Podcast im Ohr

Normalerweise stecke ich mir immer gleich die AirPods ins Ohr, sobald ich aus dem Haus gehe und in irgendeiner Art und Weise einen Spaziergang unternehme. Dieses Mal hatte ich einen Termin in Oberndorf, es war ein sonniger Tag, warum also nicht zu Fuß gehen – vor allem, wenn das Weihnachtswochenende wirklich so stürmisch und regnerisch werden soll.

Heute allerdings öffnete ich die Akkuschale, setzte beide ein und … nichts. Der Akku war leer. Nicht zum ersten Mal habe ich es vollkommen übersehen, dass die AirPods zwischendurch geladen werden wollen. Mit einer einzigen Ladung kommt man wirklich lange aus, aber irgendwann ist eben Schluss.

Kurzzeitig machte sich etwas Ärger in mir breit, da für den Rückweg zur Wohnung keine Zeit mehr blieb und ich mich auf die restliche Folge von WRINT Nummer 1549 freute. Doch am Ende war ich ganz froh, mal nichts anzuhören. Es gab mir die Möglichkeit, meine Umgebung genauer zu beobachten, den Leuten, denen man begegnet, etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken und die Gedanken schweifen zu lassen.

Ich begrüße solche spontanen Momente ganz gerne, wenn manchmal auch erst im Nachhinein betrachtet. Zu oft steckt man in einem Trott fest, da kommt ein leerer Akku bisweilen ganz gelegen.

Den inneren Saboteur gibt es nicht

Vor einiger Zeit habe ich das Buch Machen Sie doch, was Sie wollen von Maja Storch gelesen. Darin geht es um das Konzept des Strudelwurms, der als Sinnbild für das Bauchgefühl oder die (manchmal vielleicht fehlgeleitete) Intuition steht. Sie beschreibt, wie man die Vorhaben und Ideen des Verstandes mit den Vorstellungen und Entscheidungen, die der Strudelwurm treffen will, in Einklang bringt. Und zwar ohne sich durch selbst geißelnde Zwangskontrolle zu einer bestimmten Verhaltensweise zu zwingen – was der eigenen Psyche auf lange Sicht nicht guttut.

Es ist ein kompaktes, doch dicht gefülltes Buch. Storch schafft es darin, komplexe psychologische Zusammenhänge auf ihre grundsätzlichsten Prinzipien herunterzubrechen. Außerdem ist jedes Kapitel mit Beispielen angereichert, die die erklärten Konzepte verdeutlichen und nachvollziehbar machen.

Was ich besonders an der Autorin schätze, ist, dass sie nicht lange um den heißen Brei herum redet und auch deutliche Formulierungen und Worte findet, wenn es darum geht, mit im Volksglauben verbreiteten, teils falschen Konzepten aufzuräumen.

Beispielsweise hört man des Öfteren Aussagen, dass man den eigenen, inneren Saboteur bezwingen muss. Diesen überwinden, nicht auf ihn hören oder was auch immer. Unzählige Apps, Bücher und sonstige Selbsthilfe- und Motivationsschleudern wollen aufzeigen, wie man sich selbst manipuliert, austrickst oder sonstige hinterlistigen Dinge anstellt, um unseren ach so dummen Körper/Verstand/Geist zu einem „richtigen“ Verhalten zu bringen.

Das war mir alles schon immer sehr suspekt. Es hat einen negativen Hauch an sich, der mir nicht gefällt. Sich selbst manipulieren oder durch irgendwelche künstlich erzeugten Reize zu etwas überreden. Die eigene Produktivität erhöhen. Herr über die Zeit (sprich: den Kalender) zu werden. Und sonstige Unfassbarkeiten.

Da scheint mir das Konzept, meinen Strudelwurm (mein Bauchgefühl) und meinen Verstand in Einklang zu bringen, doch sehr viel sympathischer.

Denn dies führt im Grunde dazu, dass man sich selbst besser versteht – ja sogar besser verstehen muss, wenn man sich wirklich verändern will oder begreifen, warum man sich in gewissen Situationen so und nicht anders verhält. Denn das Bauchgefühl ist genau das: ein Gefühl. Etwas, das sich oft nur schwer in Worte fassen lässt, eine mag ich/mag ich nicht Bewertung (wie Storch im Buch schreibt). Es zwingt mich (im positiven Sinne) zu hinterfragen, Antworten zu finden auf Fragen, die ich mir vorher vielleicht noch nie gestellt habe oder gar zu stellen traute.

Es gibt keinen inneren Saboteur.

Werfen wir doch bitte diese irrsinnige Idee über Bord.

Oft ist es schwierig, herauszufinden, was man wirklich will. Dauernd sind wir fremden Ideen, Lebensentwürfen und Vorstellungen ausgeliefert. Dinge, die man tun sollte. Filme/Serien, die man schauen muss. Bücher, die man gelesen haben sollte. Länder, die man besuchen muss. Und wenn man x oder y nicht bis maximal Ende 20 gemacht hat, ist es ohnehin schon zu spät. Nicht zu vergessen, die tausenden möglichen Morgen-Routinen, die man jeden Tag machen sollte, 2–3 Stunden dauern und ganz sicher in den Alltag der meisten Leute passen.

Wenn es einen Saboteur gibt, dann ist dieses Monster extern zu finden. Wir selbst sind es uns nur schuldig, diese äußeren Einflüsse auszublenden. Raum und Zeit zu schaffen, in denen wir in Ruhe reflektieren können, nachdenken. Alles andere sind nur „Influencer“, die ihr Zeug verkaufen wollen.

Tatsächlich sind es drei Bücher, die ich kürzlich dicht hintereinander gelesen habe und in dieselbe Kerbe schlagen. Ich kann sie nur wärmstens empfehlen: storyworthy von Matthew Dicks, Machen Sie doch, was Sie wollen von Maja Storch und Be Useful von Arnold Schwarzenegger. Ich werde sicherlich noch öfter über diese Bücher berichten, vor allem auch da ich sie noch ein zweites Mal lesen will und mich wirklich mit den Konzepten auseinandersetzen.

Aber das Konzept, die Idee, einen inneren Saboteur überwinden zu müssen, das können wir gleich ad acta legen.

Weihnachtsmarktwahnsinn

Der ganze Schnee von Anfang Dezember war relativ rasch wieder weg, dem warmen Wetter und mehreren Tagen Regen geschuldet. Damit verschwand auch meine Weihnachts- und Adventstimmung. Bei sieben oder acht Grad, mehr oder weniger schönem Wetter und grünen Wiesen ist es nicht so einfach, sich auf Weihnachten einzustellen, was ja bereits am kommenden Sonntag stattfindet.

Dem hat allerdings ein Besuch des Salzburger Christkindlmarkts etwas entgegengewirkt. Zuerst Glühwein bei den Franziskanern, wo beim Vorbeigehen zufälligerweise die Tore offen standen und freundliche Menschen Glühwein zu einem angemessenen Preis ausschenkten. Anschließend ein bisschen über den eigentlichen Christkindlmarkt schieben lassen, ein Raclette-Speck-Brötchen genießen und etwas von dem hervorragenden Ausseer-Lebkuchen kaufen – so stellt sich dann durchaus etwas winterliche Stimmung ein.

Es war verrückt, wie viele Menschen am Samstagabend auf dem Markt waren oder allgemein in Salzburg unterwegs. Sei es in der Linzer- oder Getreidegasse oder, offen gestanden, auch überall sonst – gefühlt war die gesamte Stadt und Umgebung draußen und wollte den herrlich sonnigen Tag mit einem Glühwein oder ähnlichen Heißgetränken ausklingen lassen. Aber irgendwie gehört dies auch dazu, ein wenig Chaos.

Was mir einfach besonders gefällt zur Weihnachtszeit, ist auf Märkten oder in Geschäften unterwegs zu sein und nicht unbedingt dem Kapitalismus zu frönen (wobei ich das durchaus auch tat), sondern die Dekorationen und Beleuchtungen zu bewundern. Ich selbst habe in der Wohnung einen schlichten Adventkranz und ein paar saisonale Servietten, aber das war es dann auch schon. Da begrüße ich die Extravaganz und das überbordende, was die Geschäfte an den Tag legen.

Deshalb wollte ich auch unbedingt noch in den Europark, was ich am Wochenende ebenfalls geschafft habe. Sei es der überdimensionierte Weihnachtsbaum, die viel zu großen golden-glitzernden Würfel mit riesigen Christbaumkugeln, die Kränze oder all das (künstliche?) Grünzeug, sowie die geschmückten Läden und der Weihnachtsmarkt. Es ist einfach toll, ein bisschen durchzuschlendern und alles auf sich wirken zu lassen.

Das Einzige, was ich nicht unbedingt brauche, sind rücksichtslose und zum Teil offen respektlose Menschen. Selbst in einem Chaos und wenn die halbe Bevölkerung des Bundeslandes sich durch Ikea und Einkaufszentren schiebt, kann man trotzdem aufeinander achtgeben und entspannt einkaufen. Doch viele scheinen dies verlernt zu haben. Sei es an der Supermarktkasse, wo ich noch nicht einmal gezahlt hatte und sich die nächsten bereits mit ihren Einkaufswagen und -taschen hinter und neben mir breit machten. Oder Leute, die mitten am Weg stehen bleiben, um etwas verwackelt und mit maximalem digitalem Zoom zu fotografieren, was am Ende ohnehin niemand mehr identifizieren kann.

Wir leben immerhin in einer Gesellschaft des Überflusses, in einem wohlhabenden Land, da sind ein paar Sekunden, die ich vielleicht später ins Geschäft komme, nicht so ausschlaggebend, als das ich sämtliche Rücksicht und jedweden Respekt ablege, ob der irrsinnigen Idee, sinnlose materielle Dinge etwas früher kaufen zu können, als die anderen. Es ist mehr als genug da. Für jeden und jede. Wir wollen doch alle nur eine halbwegs schöne Zeit verbringen, das Jahr gut abschließen und mit frischem Elan in das neue Jahr starten.

Da wäre es nicht zu viel verlangt, sich selbst etwas zurückzunehmen und auf die Menschen im Umfeld zu achten. Denn eigentlich geht es zu Weihnachten nicht darum, wer die besten, meisten Geschenke bekommt, sondern darum, eine schöne Zeit mit den liebsten Menschen im Leben zu verbringen. Und wenn man dann noch gute Ideen und Inspirationen für gute Geschenke hat, ist das ein willkommener Bonus obendrauf. Aber eben nicht der Kern. Die Winterzeit im Allgemeinen ist doch eine Zeit, in der die Natur zurückschaltet und eine Ruhe einkehrt, die wir manchmal zu vergessen scheinen. Viele Termine zu haben, Besorgungen machen zu müssen und dorthin bzw. hierhin zu müssen – all das muss nicht gleich Stress bedeuten. Man kann sich auch entscheiden, alles mit einer gewissen inneren Ruhe anzugehen, sich nicht anstecken zu lassen von der Hektik der anderen. Es mag etwas Kraft oder bewusstes Handeln erfordern, doch was man dadurch gewinnt, ist so viel mehr wert.

Zwischen Hobby und Impulskontrolle

Manchmal bin ich leicht beeinflussbar. Sei es, dass mir Freunde etwas empfehlen, das genau in eine Hobby-Kerbe schlägt oder ein YouTuber nebenbei erwähnt, dass gerade Hero Quest preiswert zu haben ist. So geschah es diese Woche, dass ich mir ein Video von Midwinter Minis angeschaut habe, wie man einfach aber gut Skelette bemalen kann und Guy eben jenen Fakt erwähnt.

Kurz auf Amazon geschaut und Vergleichsportale befragt und schon war festgestellt, dass es tatsächlich keine 60 € kosten würde, sich das Basisset zu besorgen. 40 % gespart. Da ist es doch nur sinnvoll, gleich eine der Erweiterungen mitzubestellen, die ebenfalls coole und interessante Miniaturen enthalten. Wie das Foto unten beweist, dauerte es also nicht lange und die beiden Boxen kamen bei mir an.

Die Boxen kamen in einem mit Kartonverstrebungen stabilisierten Umkarton an, was ich bisher auch noch nicht oft gesehen habe. Die Inhalte des Basissets und der Erweiterung sind ebenfalls wunderbar angeordnet. Eine Plastikhülle dient als Unterbringung für die Miniaturen, sodass diesen nichts passieren kann. Die Karten und Anleitungen sind auf hochwertigem Papier gedruckt, und das Spielfeld macht einen stabilen Eindruck. Auch die Details an den Miniaturen und die allgemeine Qualität sind ansprechend und brauchen sich vor Warhammer Figuren nicht zu verstecken.

Ich freue mich schon darauf, die ersten Figuren zu bemalen, aber erst einmal wollen andere, bereits angefangene Projekte, fertiggestellt werden. Aber sobald die Ersten fertig sind, werde ich auf jeden Fall davon berichten.

Nun muss man allerdings wissen, dass das Warhammer-Hobby, zumindest was das Bemalen von Figuren angeht, meist nur theoretisch bei mir stattfindet. Heißt: Ich kaufe gerne coole Figuren und Boxsets und nutze gerne Angebote, doch tatsächlich bemalen tue ich sie relativ selten. Das ist auch ein Grund, warum ich in den vergangenen Monaten immer wieder durch kleine Kniffs versucht habe, Barrieren zu entfernen, die mir eventuell einen Strich durch die Rechnung machen könnten.

Sei es eine Mal-Station zu besorgen, die man komfortabel verstauen kann, die aber alle notwendigen Farben, Pinsel und Zubehör in sich aufnehmen kann. Dadurch dauert es nur ein paar Minuten, um diese aufzubauen und zum Malen anzufangen. Aber der Esstisch in der Küche ist nur eine suboptimale Lösung für solch ein Hobby. Es kann durchaus vorkommen, dass dieser mit Zeug vollgeräumt ist, doch ein Dauerzustand soll es auch nicht gerade sein. Immerhin muss er auch als Büroalternative herhalten, wo ich beispielsweise die Blog-Artikel schreibe.

Also habe ich mir am Wochenende einen großen Eckschreibtisch bei Ikea besorgt, wo ich nicht nur malen kann, sondern auch noch meine Burg Blaustein unterbringe (inkl. zukünftiger Erweiterungen – hoffe ich zumindest). Dies war auch eine gute Gelegenheit, um mal wieder die Wohnung etwas neu zu gestalten. Besonders zum Jahreswechsel hin bekomme ich immer wieder den Drang, etwas neu gestalten oder einrichten zu müssen.

Aber was das Malen als Hobby angeht, muss ich erst noch herausstellen, ob der neue Arbeitsplatz dafür auch die Regelmäßigkeit erhöht, mit der ich einen Pinsel in die Hand nehme. Zumindest freue ich mich schon darauf, diesen neuen Arbeitsplatz nutzen zu können. Jetzt muss ich nur noch die Zeit dazu finden. Ungünstigerweise wurde diese Woche der erste DLC zu Final Fantasy XVI veröffentlicht. Aber dazu später einmal mehr.

Weihnachtliche Keks-Vorbereitungen

Das Mehl steht bereit. Die Eier sind geschlagen. Die Butter leicht erwärmt. Zucker verteilt sich über die Arbeitsplatte. Die Küchenmaschine quält sich an der übervollen Schüssel an Teig ab. An jedem Finger kleben Teigreste. Aber irgendwann ist die Masse angerührt und sie durfte noch etwas ruhen, bevor man sich an den Tisch setzt und beginnt den Teig auszurollen. Es beginnt das große Kekse-Auszustechen. Legt diese anschließend behutsam auf ein Blatt Backpapier und befördert dieses mitsamt Backblech in einen Ofen. Langsam aber sicher füllt sich die Wohnung mit einem angenehmen süßen Geruch. Nach der ersten Ladung geht es dann Schlag auf Schlag. Vanillekipferl. Mit Schokolade überzogen. Mit Marmelade gefüllt. Mit Mandeln getoppt. Geschnittene und getunkte Nussecken. Aus einer alten Maschine von Oma gepresste Kekse. Lebkuchen. Es füllen sich die vorbereiteten Keksdosen langsam aber sicher.

Am Ende des Tages sitzt man schließlich zufrieden, ob der getanen Arbeit auf dem Sofa und genießt die ersten Kekse des Jahres. Selbstgemacht, schön. Stolz, aber auch müde legt man sich später ins Bett und freut sich auf den erholsamen Schlaf.

So, oder so ähnlich hätte es dieses Jahr aussehen können. Stattdessen habe ich mich von verschiedenen Bäckern in der Umgebung bedient und mir dort die “selbst gemachten” Kekse gekauft. In die eigene Keksdose habe ich sie dennoch gelegt und man könnte fast meinen, sie stammen aus dem hauseigenen Ofen und wurden von den eigenen Händen geformt. Tja, dieses Jahr nicht.

Ein bis zwei Sorten habe ich die letzten Jahre immer gemacht, primär freue ich mich jedes Jahr auf Lebkuchenkekse. Mit einem Teig vom Bäcker ausgestattet. Die fertigen Kekse reifen dann im Idealfall ein bis zwei Wochen in der Keksdose, damit sie schön weich werden. Sie gehören durchaus zu meinen Favoriten. Dicht gefolgt von Nussecken (die sehr einfach und schnell gemacht sind, da man quasi nur Teig auf ein Blech schüttet und in den Ofen steckt).

Der diesjährige Dezember fühlt sich allerdings irgendwie anders an. Zum einen ist er mit mehr Terminen und Aufgaben gefüllt als üblich. Zum anderen macht es auch Spaß, sich durch die örtlich ansässigen Bäcker zu probieren. Es macht doch jeder die Kekse auf eigene Art und Weise. Mal größer, mal kleiner, verschiedene Sorten und natürlich auch unterschiedliche Preise gehören dazu. Aber auch alle durchaus gut und empfehlenswert.

Wer weiß, vielleicht bewahrheitet sich die oben geschilderte Szene im nächsten Jahr. Wir lassen uns überraschen.