Das Jahr neigt sich dem Ende zu und viele beschäftigen sich damit, was sie im neuen Jahr anders machen wollen. Es gibt Vorsätze, Ziele und meist haben diese etwas mit Gewicht oder Sport zu tun. Das ist an sich nichts Schlechtes, aber muss man wirklich immer bis zum Jahreswechsel warten, bevor man sich etwas Neuem widmen kann? Warum nicht einen Monat früher beginnen?
Ich finde den Januar tatsächlich gar nicht so prickelnd, wenn es um die Umsetzung neuer Projekte oder Vorhaben geht. Es war gerade noch Silvester, man hat ein bisschen gefeiert und ist am 1.1. eventuell noch etwas verschlafen und träge. Das ist nicht gerade ein Gefühl, mit dem ich ein cooles neues Vorhaben verbinde. Deshalb habe ich schon im Dezember mit ein paar Dingen angefangen, die ich anders machen möchte. Ich finde auch, dass es nicht immer die großen Würfe sein müssen. Manchmal reichen kleine Veränderungen aus. Diese können einen Dominoeffekt nach sich ziehen. Konkret habe ich zwei Dinge getan.
Zum einen habe ich mit Ende November/Anfang Dezember mein YNAB neu gestartet. Seit Jahren verwende ich »You Need A Budget« für meine Finanzplanung. Das Tolle an YNAB ist, dass man jedem Euro einen Job gibt. Statt einfach nur die Ausgaben aufzuschreiben, was an sich keinerlei Aussage hat, plant man hier im Vorhinein, was jeder einzelne Euro tun muss. Sei es Miete, Versicherung oder diverse Haushaltskosten. Bei Ausgaben, die einmal im Jahr kommen, kann man ebenso monatlich ansparen. Wenn ich für eine Versicherung im Oktober Betrag x benötige, gebe ich das in YNAB so ein und die App rechnet aus, wie viel ich pro Monat auf die Seite legen muss.
Es ist einfach und funktioniert erstaunlich gut. Nur habe ich das in den vergangenen Monaten eher vernachlässigt. Ich habe zwar die Ausgaben festgehalten, aber nicht wirklich das Prinzip hinter YNAB verfolgt. Neu zu starten und mit einem frischen Plan anzufangen, war deshalb dringend notwendig. Zum Glück hat YNAB auch einen sehr gut geführten YouTube-Kanal mit äußerst sympathischen Menschen. Diese bringen einem nicht nur die App an sich bei, sondern reden allgemein über den finanziellen Umgang und geben Anregungen, was man besser machen kann. Sie beschimpfen einen nicht und betonen immer wieder individuelle Bedürfnisse. Ich bin ehrlich begeistert von diesem Service.
Zum zweiten habe ich mit einem frischen Bullet-Journal angefangen. Mein aktuelles neigte sich sowieso mit November dem Ende zu. Das heißt, ich musste ohnehin ein neues heranziehen. Ein leeres Notizbuch steckt voller Potenzial und Möglichkeiten. Ich mag das. Ich halte auch alles Mögliche darin fest, klebe Tickets oder Rechnungen ein, schreibe über Konzerte oder tolle Erlebnisse, mache mir Notizen zu verschiedenen Projekten. Der Begriff „Tagebuch“ fasst es für mich zu kurz, es ist ein Journal. Ich verwende ein A5-Notizbuch von Leuchtturm mit einem Softcover. Das ist flexibel und bleibt stabil, selbst wenn man es mit einigen Zusatzdingen füllt.
Ich habe dieses Jahr mit kleineren Notizbüchern experimentiert. A6 ist ein tolles Format, um es immer in der Tasche mitzuführen. Jedoch bietet es mir zu wenig Platz für ausgiebigere Einträge. Zwei Notizbücher sind mir aber zu viel. Deshalb gehe ich wieder zu einem zurück. Das ist auch für später praktischer. Gelegentlich blättere ich gerne in alten Journalen. Wenn ich dann zwei getrennte Bücher für denselben Monat durchblättern muss, wird das schnell unübersichtlich und lästig. Ich habe gerne alles in einem zusammengefasst.
Ich gehe gerne zu den Basics zurück. Sei es in YNAB oder bei einem Bullet-Journal. Von da aus kann man Anpassungen vornehmen – ein System besser den persönlichen Bedürfnissen anpassen. Sich immer wieder die Grundpfeiler vor Augen zu führen und Ballast, der sich über die Wochen und Monate angesammelt hat, abzuwerfen, halte ich für unumgänglich. So fällt ein Neustart leichter. Und wenn man damit schon im Dezember beginnt, kann man das neue Jahr entspannter angehen.




