Throwback Thursday: Captain America – Civil War

Diese Woche habe ich mir für unseren Artikel aus längst vergangener Zeit einen herausgesucht, der an bessere Zeiten eines gewissen Franchise erinnert. Ein bisschen sehnt man sich als Marvel-Film-Fan durchaus in diese Zeit zurück. Es war der 22.05.2016, als ich den folgenden Text auf meiner damaligen Webseite geek-planet veröffentlichte.

Heute träumt man von dieser Qualität an Marvel-Filmen leider nur, aber immerhin hat es mich etwas motiviert, mir eventuell einzelne Marvel-Filme mal wieder anzusehen, die ich schon seit Jahren nicht mehr gesehen habe. Es war eine Zeit, wo jeder Film, zumindest zu einem gewissen Grad, noch für sich stehen konnte. Man musste nicht erst drei Serien auf Disney+ schauen und dann noch den einen Film von vor 4 Jahren, um den Anschluss zu finden. Vor allem Streaming hat meiner Meinung nach dazu beigetragen, dass die Qualität der Filme so sehr gelitten hat, seit Endgame.

Aber wir wollen nicht jammern, sondern uns der Filme erfreuen, die wir haben. Schauen wir also zurück auf Captain America: Civil War.


Die Russo Brüder sind zurück im Marvel Cinematic Universe und nachdem sie bereits mit Captain America: The Winter Soldier eine neue Messlatte für Comic-Verfilmungen gelegt haben, setzen sie mit Civil War noch einmal einen drauf. Sie kreieren einen spannenden sowie komplexen Film, der nicht nur eine in Stein gemeißelte Freundschaft zerbrechen lässt, sondern auch noch zwei neue Charaktere bravourös einführt.

“Compromise where you can. Where you can’t, don’t. Even if everyone is telling you that something wrong is something right. Even if the whole world is telling you to move, it is your duty to plant yourself like a tree, look them in the eye, and say, ‘No, YOU move’.” – Peggy Carter

Die Ausgangslage für den Film könnte nicht besser ausgearbeitet sein, und hier zahlt sich die Vorarbeit, die Marvel mit den bisherigen Filmen aus der ersten und zweiten Phase geleistet hat, wahrlich aus. Angefangen beim Desaster aus The Avengers über Age of Ultron und Winter Soldier, bis zu den Ereignissen, die am Beginn von Civil War stattfinden, werden viele Referenzen eingebaut. Dies macht diesen Film natürlich für Neueinsteiger schwierig. Zwar lässt sich der grundlegenden Handlung durchaus folgen, jedoch bleiben viele Motive im Unklaren und die emotionale Wucht, mit der so manche Szenen ausgestattet sind, wird verpuffen. Treue Fans werden aber mit dem Konflikt zwischen den großen zwei Helden Iron-Man und Captain America belohnt, der mit einer überraschenden Tiefe und Verständnis für beide Seiten aufwarten kann.

Die Regierungen der Welt oder zumindest 117 von ihnen haben sich zusammengeschlossen, um eine Kommission aufzubauen, die zukünftig darüber entscheiden soll, wann und wo die Avengers eingreifen. Somit wird aus dem Privatunterfangen eine von Staaten gesteuerte Organisation. Wer diese Papiere nicht unterschreibt und trotzdem einem Heldendasein nachgeht, ist fortan ein Krimineller. Tony Stark, der durch vergangene Ereignisse geprägt wurde und nicht mehr zusehen kann, wie die Avengers die Welt auf ihre Weise schützen wollen, sieht sich seinem besten Freund Steve Rogers gegenüber. Dieser sieht eine Bedrohung darin, wenn sie nur mehr von einem Komitee gesteuert werden.

Im Laufe des Films werden noch mehr Motive klar, doch diese möchte ich an dieser Stelle nicht vorwegnehmen. Die Russo-Brothers überzeugen mit soliden Standpunkten, die sich beide als nachvollziehbar und verständlich herausstellen. Somit wird es tatsächlich schwer, sich endgültig für eine Seite zu entscheiden und es werden noch viele Stunden unter Fans vergehen, in denen darüber debattiert wird, wer auf der „richtigen“ Seite steht.

Was diesen Film aber auch noch als perfekt darstellt, neben den ganzen Helden, auf die ich gleich zu sprechen komme, ist der Gegner, mit dem es die Avengers dieses Mal zu tun haben. Man könnte durchaus sagen, dass gerade dessen Abwesenheit sehr zur Spannung beiträgt. Zemo (Daniel Brühl) ist wohl der beste Gegner seit Loki. Er ist sich bewusst, dass er es nicht mit den Helden aufnehmen kann und treibt stattdessen einen Keil zwischen sie. Er macht dies auf sehr subtile Art und streut viele Zweifel auf beiden Seiten. Zwar könnte man argumentieren, dass er sich sehr auf sein Glück verlässt, doch im Großen und Ganzen wirkt es geplant und naheliegend. Auch seinen Standpunkt kann man verstehen, was den Film noch einmal um eine Stufe komplexer gestaltet.

Kommen wir nun zu den Helden: Bereits aus Age of Ultron kennen wir Vision (Paul Bettany) und Scarlett Witch (Elisabeth Olson), deren Chemie einfach unschlagbar ist. Es wird auch eine potenzielle Beziehung zwischen den beiden angedeutet, die auch schon in den Comics stattfand. Wieder zurück sind unter anderem Black Widow (Scarlett Johansson), Hawkeye (Jeremy Renner), Ant-Man (Paul Rudd), Falcon (Anthony Mackie) und War-Machine (Don Cheadle). Besonders Black Widwo sticht wieder so großartig heraus, dass sie sich ihren eigenen Solo-Film mittlerweile mehr als verdient hat, doch unverständlicherweise steht dieser noch nicht auf dem Plan von Kevin Feige.

Wie dem auch sei, alle Helden sind durch ihre Abenteuer zu einem guten Team geworden und nehmen ihre eigenen kleinen Bürden zum Konflikt mit. Sie sind zwischen den beiden Standpunkten irgendwie hin- und hergerissen und wissen nicht so recht, wie ernst sie sich jetzt wirklich bekämpfen sollen, was bei der ein oder anderen Stelle immer wieder deutlich wird.

Neu dabei ist zum einen Black Panther. T´Challa wird von Chadwick Boseman mit solch einer Inbrunst verkörpert, komplett mit seiner Agilität, akrobatischen Fähigkeiten und dem passenden Dialekt, dass man kaum auf seinen Solo-Film warten kann. Das Design seines Kostüms ist erstaunlich gut gelungen und besonders die Mid-Credit-Szene gibt einen fantastischen Einblick in seine Heimat. Leider kenne ich den Charakter nicht gut genug, um die Comic-Treue feststellen zu können, doch das, was hier geboten wird, ist mitreißend und fesselt.

Als zweiten Neuankömmling haben wir Spider-Man. Endlich ist der Held im MCU angekommen und hatten wir mit Andrew Garfield bereits einen beinahe perfekten Peter Parker / Spider-Man, so ist Tom Holland die wahre Personifizierung. Dabei muss ich wohl erwähnen, dass der Wandkrabbler zu meinem Lieblingscharakter zählt (er teilt sich Platz eins mit Batman und Spawn). Aus diesem Grund kann ich nicht wirklich Objektiv bleiben, wenn es um ihn geht. Aber glaubt mir, wenn ich sage, dass ich mir den Film allein seinetwegen insgesamt dreimal angesehen habe. Es passt einfach alles. Angefangen vom neu designten Kostüm, das trotzdem an Stan Lees und Steve Ditkos Original aus dem Jahr 1962 erinnert, über seine Attitüde, hin zum ständigen Geplapper und seinen Pop-Kultur-Referenzen. Seine Rekrutierung durch Tony und ihre Unterhaltung, bevor Peter mit in den Kampf zieht, könnte man sich im Dauer-Replay ansehen. Vom Kampf zwischen Spidey, Falcon und Bucky möchte ich gar nicht erst anfangen.

Trotz all dieser Charaktere verliert man aber nie den Überblick über alles, was auf der Leinwand geschieht, und es bleibt ein Captain America Film. Die Szenen zwischen ihm und Bucky sind sehr mitreißend und verdeutlichen noch einmal, wie nahe sie sich wirklich stehen. Das ein oder andere Mal kann man sich dann schon denken, woher die Fan-Theorien um eine Beziehung der beiden kommen, und mich würde es offen gesagt nicht überraschen, doch dass Marvel diesen Schritt durchzieht, kann ich mir nicht vorstellen. Jedenfalls ist mit Bucky ein möglicher Nachfolger von Rogers gefunden, sollte sich Chris Evans nach Infinity War dazu entschließen, das Schild an den Nagel zu hängen. Doch eines kann ich euch sagen: Niemand wird es jemals schaffen, so glaubwürdig einen startenden Hubschrauber mit seinen bloßen Händen festzuhalten wie Chris Evans als Captain America. Diese Szene ist so heroisch, ich bekomme schon Gänsehaut, wenn ich daran denke!

Und da wir gerade bei Nachfolgern sind, kann ich mir auch bei Thor eine Nachfolge von Chris Hemsworth vorstellen (auch wenn er nicht in Civil War auftaucht). Hier wäre eine Comic-Adaption aus der jüngsten Reihe des Gottes möglich. Doch einer, den ich nicht missen möchte. Und sollte er 100 Millionen pro Film kosten, ist Robert Downey Jr. Angefangen bei dem ersten Iron-Man-Abenteuer, hat er wohl die größte Entwicklung von allen durchgemacht. Die erwähnten Konsequenzen, die in Civil War aufgegriffen werden, schmerzen beim Zusehen, und sein Schauspiel ist so brillant und erschütternd, ich möchte ihn nicht ersetzt sehen. Auch wenn er keinen eigenen Film mehr haben sollte, so spielt er zumindest im Spidey-Solo-Film eine zentrale Rolle und natürlich auch in Infinity War. Es wäre schön, wenn er uns auch bis über Phase 4 hinaus begleiten und mit den Marvel-Filmen alt werden würde. Diese Konstanz ist wahrscheinlich Wunschdenken, doch ein Nerd darf wohl noch träumen dürfen.

Aber kommen wir zurück zum Film. Zwei Action-Sequenzen möchte ich besonders hervorheben. Zum einen die wohl beste Verfolgungsjagd, seit Matrix Reloaded. Wir befinden uns in einem Tunnel und dürfen Zeuge davon werden, wie Rogers, Bucky und Black-Panther zu Fuß an Autos vorbeilaufen und über sie springen. Es ist wirklich erstaunlich, wie glaubwürdig das alles ist. Die Stunt-Leute haben erstklassige Arbeit geleistet und sich wieder einmal selbst übertroffen. Das Sahnehäupchen ist allerdings die Szene, als Bucky sich ein Motorrad in voller fahrt schnappt, aufspringt und wegfährt – und das alles in einer glatten Bewegung! Perfektion!

Die zweite Szene, welche auch schon im Trailer angedeutet wurde, ist die berühmte Flughafenszene. Jede Kombination an Konfrontationen, die man schon immer auf der Leinwand sehen wollte, wird einem geboten. Inklusive Ant-Man als Giant-Man, The Empire Strikes Back Referenz von Spidey und cooler Fist-Fight-Szenen. An dieser Stelle ein großes Lob an die Kamera, denn es wird immer wunderbar zwischen Handkamera und schönen weiten Shots gewechselt (nicht nur hier, auch sonst im Film), sodass die Action nie unübersichtlich oder chaotisch wirkt. Es steckt eine gewisse Ordnung darin und auch Figuren, die gerade nicht im Blickfeld sind, behält man im Hinterkopf und weiß, wo sie sich befinden.

Ob Captain America: Civil War die beste Comic-Verfilmung ist, seit The Dark Knight wird die Zeit zeigen, doch immerhin ist sie bei den Marvel-Filmen auf Platz eins gelandet, zumindest für mich. Das Talent der Russo-Brothers und die Tatsache, dass sie sich die Bürde einen großartigen Film zu schaffen, teilen können, haben definitiv Früchte getragen. Es ist schön, dass sie uns auch noch für den Infinity War Zweiteiler erhalten bleiben, und ich bin sehr gespannt, was sie daraus machen. Sie haben das Gesicht des MCU durch ihre beiden Captain America Filme verändert – sehr zum Positiven.

Der Blick zurück

Ich hätte mir ja nie vorstellen können, dass ich jemand bin, der sich Biografien von Menschen durchliest. Gut, es gibt wenige Biografien von Tieren oder anderen Lebewesen, wobei ich das auch nicht unbedingt ausschließen möchte, aber ich schweife ab. Jedenfalls habe ich mich bis vor Kurzem nur mit zwei Biografien auseinandergesetzt. Beides Personen, die ich da über viele Jahre verfolgt und gefeiert hatte: Michael Jackson und Steve Jobs. Sehr unterschiedliche Charaktere, aber die Biografien habe ich durchaus gerne gelesen.

Nun habe ich in den vergangenen Monaten diverse Bücher in der Hand gehabt, die eben unter jene Kategorie fallen. Manche nennen es Memoiren, andere Autobiografien – fällt aber alles unter die gleiche Kategorie. Ganz nebenbei googelte ich den Unterschied zwischen den beiden Begriffen, und man hätte es sich denken können: Memoiren erzählen Geschichten aus einem Leben, die Autobiografie will über ein gesamtes Leben berichten. Wäre das also schon mal geklärt.

Was mir nun aufgefallen ist, sind die unterschiedlichen Herangehensweisen, wie sich die Personen entscheiden, über ihr Leben zu berichten. Patrick Stewart fokussiert sich beispielsweise sehr stark auf seine professionelle Laufbahn. Was natürlich verständlich ist, aber er klammert dabei natürlich viele Dinge aus, die in seinem Privatleben passiert sind oder erwähnt diese nur hier und da in einem Halbsatz. Seine Kindheit, bis er in die Schauspielerei einsteigt, stellt er sehr ausführlich dar, mit all seinen (teils unangenehmen) Aspekten. Ich mochte überraschenderweise seine Berichte und Beschreibungen der unterschiedlichen Shakespeare-Aufführungen sehr gerne, an denen er mitgewirkt hat.

Vor kurzem beendete ich die Memoiren von Peter Falk. Er erzählt, anders zu Patrick Stewart, sehr episodisch und in kurzen Geschichten. Manche umfassen nur wenige Absätze, die längsten sind gerade mal ein paar Seiten lang. Eine durchaus spannende und interessante Herangehensweise. So kann er sich auf die aus seiner Sicht wichtigsten Ereignisse, Begegnungen und teils sehr lustigen Geschichten aus seinem Leben konzentrieren, ohne dabei allzu sehr ins Detail zu gehen. Trotzdem lernt man Peter Falk etwas besser kennen, vor allem, dass er durchaus viel zu Drehbüchern und Charakteren beigetragen hat, indem er Teile umgeschrieben oder ergänzt hat. Es sind auch viele Fotos enthalten und seine künstlerische Seite wird mit diversen Abbildungen der Kunstwerke untermalt.

Vergangenes Jahr habe ich Pageboy von Elliot Page gelesen. Ich kannte ihn bereits von den X-Men-Filmen und natürlich von der fantastisch, verrückten Netflix-Serie Umbrella Academy. Ich wollte mich (und will natürlich weiterhin) mehr mit der LGBTQIA+-Community auseinandersetzen. Als queere Person will ich einfach mehr über meine Community wissen und sie besser verstehen. Da ich über Trans-Menschen noch nicht viel wusste und mehr über deren Lebensrealität erfahren wollte, habe ich zum Buch von Elliot Page gegriffen. Es ist ein mitreißendes, teils beklemmendes und schwieriges Buch, aber auch eines der wichtigsten, die in letzter Zeit erschienen sind.

Ähnlich war es beispielsweise auch mit Asexualität. Ich wusste nicht viel darüber, wenn nur Halbwahrheiten, also habe ich zum Buch A.C.E. von Angela Chen gegriffen. Es ist wichtig, wenn man nichts oder wenig über gewisse Lebensrealitäten weiß, sich erst mal ein Bild davon zu machen. Es bringt einem die Menschen näher und man versteht sich gegenseitig besser. Vor allem, wenn es um Gruppen geht, die in der Gesellschaft wenig Beachtung oder gar Verachtung erfahren, sollte man sich besonders damit auseinandersetzen.

Eine Biografie, die mir aktuell noch bevorsteht und schon auf dem Lese-Stapel liegt, ist This Much is True von Miriam Margolyes. Ich habe zwar noch nichts mit ihr gesehen, wenn ich mich richtig entsinne, wurde auf sie aber durch die Talkshow von Graham Norton aufmerksam. Eine fantastische, offene und lustige Persönlichkeit und ich freue mich schon, sie durch das Buch näher kennen zu lernen.

Biografien sind etwas Wunderbares. Ich bin sehr froh, nun auch diese Bücherkategorie mehr zu erkunden. Ich kann es nur empfehlen.

Die beste Mahlzeit des Tages

Es mag vielleicht nicht die wichtigste Mahlzeit des Tages sein, aber für mich gibt es kaum etwas Besseres als ein ausführliches Frühstück. Unter der Woche esse ich meistens am Vormittag etwas Cottage Cheese mit Gemüse und einem Vollkornbrot, da ich da nicht großartig etwas vorbereiten möchte. Ich brauche etwas Einfaches, das ich im Büro essen kann und einfach zu transportieren ist.

Einmal die Woche allerdings, meistens samstags, genieße ich es mir Zeit zu lassen, etwas Kaffee zu trinken, die Wochenendzeitung zu lesen (aktuell den Standard) und anschließend zu frühstücken. Das besteht dann aus guten Weckerl oder Schwarzbrot (am liebsten allerdings den sogenannten Halbweißen vom örtlichen Bäcker). Was nicht fehlen darf, ist Butter und Marmelade. Wobei ich mittlerweile zu den Fruchtaufstrichen greife, da diese mehr Fruchtanteil haben. Die normalen Marmeladen sind mir zu süß und geschmacklich uninteressant. In Salzburg gibt es den Laden Azwanger, der die Marke JamSession vertreibt. Deren Fruchtaufstriche sind zwar nicht gerade günstig, aber gelegentlich sich ein Birnen- oder Pfirsichglas zu gönnen ist schon was Feines.

Dazu natürlich noch eine ordentliche Portion Rührei – man braucht schließlich auch Proteine. Das hält dann den Tag über satt und man ist für allerlei Schabernack gewappnet. Einmal die Woche brauche ich das einfach, mir ein gutes Frühstück zu gönnen. Mit den verschiedenen Fruchtaufstrichen, es müssen ja nicht immer dieselben sein, ist dann durchaus auch geschmacklich eine gewisse Abwechslung dabei. Die verschiedenen Konsistenzen und Zusammensetzungen der Speisen machen es zu einem kulinarischen Erlebnis.

Ich bin großer Frühstücksfan, wie man vielleicht merkt, und probiere durchaus gerne mal etwas Neues, so wie letztens einen Lachsbagel, der mit einem weichen Spiegelei ausgestattet war. Es war hervorragend – vielleicht etwas zu viel Lachs – aber im Großen und Ganzen eine wunderbare Speise. Fisch zum Frühstück, wie eben in Form von geräuchertem Lachs, beispielsweise, ist sowieso etwas unterschätzt. Zumindest bei mir. Vielleicht sollte ich den bei meinem nächsten Samstagsfrühstück einbauen. Nur die Fruchtaufstriche passen dann eher weniger dazu.

Was ich allerdings nie ganz verstanden habe, sind Menschen, die über Stunden frühstücken können. Das sind wahrscheinlich die gleichen Leute, die auch über Stunden am Raclette sitzen. Ich bin nicht dafür geeignet oder eingestellt, mir so viel Zeit beim Essen zu lassen und dazwischen groß Unterhaltungen zu führen. Wenn ich esse, esse ich. Ich lasse mir gerne Zeit und genieße es natürlich, aber das über die Maße künstlich zu strecken, hat sich mir noch nie erschlossen.

Stadt, Land, Fluß

04.02.2024

Bei meinem letzten Besuch in Stuttgart hat mir Freund T. das Hermann Hesse Buch Peter Camenzind ausgeliehen. Im Studium habe ich schon sein Buch Siddhartha außerordentlich genossen. Die buddhistische Geschichte und Herangehensweise dieser Neuinterpretation, wenn man so will, hat mich fasziniert und begeistert mich noch heute. Es ist ein Buch, das in Erinnerung bleibt. Die Sprache und der Schreibstil begeistern, und die Charaktere, die Hesse entwirft, sind fesselnd. So war es also nur eine Frage der Zeit, bis ich ein weiteres seiner Bücher in Händen halten würde.

Es hat zwar etwas länger gedauert, aber nun hielte ich also Peter Camenzind in Händen. Anfangs war ich etwas skeptisch, als ich zu lesen anfing, da die Beschreibungen des Protagonisten doch sehr auf die Natur abgezielt haben. Nicht, dass ich das nicht mochte, aber ich hatte etwas Sorge, dass es das ganze Buch über so weitergehen würde. Zum Teil tut es das zwar, doch die Reisen, die der titelgebende Charakter unternimmt und dessen Einstellung zum Leben haben mich doch recht schnell in den Bann gezogen.

Im ersten Drittel des Buches kommen immer wieder absurde Situationen vor, die ich so nicht erwartet hätte. Es sind alltägliche Situationen, die beinahe jeder im Leben durchmacht (oder irgendwann durchmachen muss), aber der menschenscheue und zu sozial noch unbeholfene Peter Camenzind beschreibt diese auf eine einzigartige Art und Weise. Ich sollte vielleicht erwähnen, dass er in einem kleinen Bergdorf in der Schweiz aufwächst, wo jeder zweite den Namen Camenzind trägt und sich nicht viel Spannendes ergibt. So werden die umher liegenden Berge und Wälder, aber vor allem auch die Wolken zu seinen besten Kameraden. Bis ihn ein Angebot erreicht, das ihn in die Welt hinaus treibt und er in Europa herumreisen kann.

Sein großer Traum ist die Schriftstellerei, der er sich irgendwann voll und ganz widmen möchte. Ob ihm das gelingt, will ich an dieser Stelle nicht verraten. Aber im Allgemeinen mag ich an dem Buch, dass es kein Ziel per se gibt. Es ist ein leicht tänzelndes Buch, in dem Peter Camenzind von seinem Leben berichtet. Von daher hat es auch ein etwas offenes Ende, das dem oder der geneigten Leser*in vorbehalten ist, zu interpretieren.

Die Geschichte an sich ist mal lebensfroh, mal melancholisch, aber der grundlegende Optimismus des Protagonisten geht doch nie so ganz verloren. Auch ein paar Liebeleien kommen vor und innige Freundschaften. Eine davon, so viel sei verraten, ist so sehr voller wunderbarer, liebkosender Formulierungen und überbordender Hingabe beschrieben, dass ich nicht umhin kann, darin etwas mehr hineinzuinterpretieren. Das mag meine queere, LGBTQ+-Sichtweise sein, aber die Freundschaft mit Richard, die er beschreibt, könnte durchaus einen romantischen Aspekt innehaben.

Es ist zwar ein recht kurzes Buch, aber trotzdem steckt so viel Leben darin, dass es mich sicher noch eine Weile beschäftigen wird. Peter Camenzinds Reisen und Berichte, Freundschaften, Affären und Abenteuer sind mitreißend und laden durchaus auch zum Träumen ein – zum Reflektieren und Sinnieren über das eigene Leben. Ich bin froh, es gelesen zu haben und bin motiviert, mir sicherlich noch weitere Hermann Hesse Werke zuzulegen.

Künstliche Bilder

Seit ein paar Jahren entwickeln sich künstliche Intelligenzen, die als spezifisches Werkzeug für Bilder und Texte dienen, in einer wirklich beeindruckenden Geschwindigkeit weiter. Man kann sich von ChatGPT Rezepte geben oder Programme schreiben lassen, sogar ganze Texte werden in einem bestimmten Stil ausformuliert ausgegeben. Deren Korrektheit ist zwar nicht immer gewährleistet, aber die Treffsicherheit doch erstaunlich.

Mir kommt es allerdings so vor, als wären besonders die bildgebenden KIs diejenigen, die am schnellsten verteufelt werden. Besonders wenn man Künstlern beispielsweise auf Instagram oder YouTube folgt, haben diese einstweilen keine guten Worte für diese Werkzeuge übrig. Zu einem gewissen Grad kann ich das sehr gut nachvollziehen.

Meine Arbeit als technischer Redakteur kann irgendwann mit Sicherheit, zu einem gewissen Teil, von einer KI erledigt werden und mir so die Arbeit erleichtern. Solange es keine Arbeitsplätze ersetzt und niemandem etwas wegnimmt, sondern als unterstützendes Werkzeug eingesetzt wird, sehe ich kein Problem darin, diese zu verwenden. Und meist, so kommt es mir jedenfalls vor, kommt diese grundlegende Abneigung aus einer tief sitzenden Angst hervor, ersetzt zu werden. Deshalb waren die Autor*innen- und Schauspieler*innen-Streiks in Amerika so wichtig, da es genau darum ging, eben nicht ersetzt zu werden, so wie die Studios das wollten, um Geld zu sparen. Ich weiß nicht, welche Rahmenbedingungen dort nun verhandelt wurden, aber was man aus diversen Berichten entnehmen konnte, gehe ich davon aus, dass es durchaus im Sinne der Streikenden zu Ende gegangen ist.

Aber zurück zu den KIs, die der breiten Masse zur Verfügung stehen. Ich selbst verwende Midjourney ganz gerne, um Bilder zu erstellen. Ich bin kein begnadeter Zeichner und Künstler, aber manchmal würde man trotzdem gerne die eigenen Ideen als Bilder umgesetzt sehen. In Software wie Midjourney gebe ich diese Ideen als Text ein, inklusive von ein paar Parametern, und ich erhalte Bildideen dazu. Natürlich entsprechen diese nicht immer meinen ursprünglichen Ideen, aber es kommen immer wieder interessante Konzepte dabei heraus. Ein paar davon habe ich in einer eigenen Galerie zusammengefasst, die unten verlinkt ist.

Die Texteingaben zu machen, also die so genannten Prompts zu schreiben, ist eine eigene Kunstfertigkeit, die man können muss. Dabei geht es nicht nur um die Parameter, die man einstellen kann, sondern auch, welche Formulierungen gewählt und wie diese gewichtet werden. Es ist durchaus spannend, damit zu experimentieren und der Fantasie freien Lauf zu lassen. Diese Art von Software wird sicher immer mehr Einsätze finden und sich damit ein wenig auseinanderzusetzen, kann nicht schaden.

Und, was auch wichtig ist, ich nehme ja niemandem etwas weg. Ich würde mir sicherlich niemanden engagieren, der meine Ideen in Bilder umsetzt. Das wäre nicht nur kostspielig, sondern auch unpraktikabel und eine unnötige Spielerei. Aber eine Software heranzuziehen, mit der ich mich beschäftigen, verschiedene Szenarien ausprobieren und interessante Ergebnisse erzielen kann, lasse ich mir einreden.

Ich buche mir Midjourney auch nicht jeden Monat, da es mit 30 € auf der eher teureren Seite ist. Aber ich mag die Art und Weise, wie die Prompts eingegeben werden, und die Parameter habe ich halbwegs verstanden. Ein oder zweimal im Jahr buche ich mir die Software für jeweils einen Monat und lasse mich überraschen, was Midjourney aus meinen Ideen macht.

Man darf sich nur nicht zu sehr von den Ergebnissen beeinflussen lassen, sondern muss manchmal auf seine eigenen Konzepte im Kopf bestehen. Software kann immerhin keine Gedanken lesen und wenn ich beispielsweise einen bestimmten Charakter für eine Geschichte im Kopf habe, kann ich mich vielleicht durch die abweichenden Ergebnisse von Midjourney inspirieren lassen, aber muss eventuell auch einfach an meinen Ideen festhalten. Es ist eine Gratwanderung und wie so oft sollte man gewisse Vorsicht walten lassen. Es sollte ja ein Tool, ein Werkzeug bleiben. Aber das ist mit allen KIs so – es kommt immer darauf an, wofür man sie verwendet.

Hier nun der Link zu meiner Midjourney-Collage

Von Büchern und der Kunst, Dinge zu Ende zu bringen

Es heißt doch so schön, dass aller Anfang schwer wäre, aber manchmal ist es das zu Ende bringen von gewissen Dingen, was im Wege steht. Man rappelt sich auf oder nimmt sich etwas vor und fängt voller Elan an, nur um dann, wie eine Katze, von etwas anderem, scheinbar viel Schönerem, Neuerem und Glitzernden abgelenkt zu werden. Das ursprüngliche Vorhaben wird aufgeschoben, mit dem festen Vorsatz, es bestimmt später zu Ende zu bringen. Wer kennt es nicht? Es braucht dabei nicht nur Disziplin, sondern auch Durchhaltevermögen.

Man muss den inneren Strudelwurm, wie es Maja Storch benennt, davon überzeugen, dass es eine gute Sache ist, einen selbst voranbringt und es sich auszahlt „durchzubeißen“ oder durchzuhalten, was eine nettere Formulierung ist. Dabei kann es sich um alles Mögliche handeln: Haushaltstätigkeiten, die man vor sich her schiebt, die Verkleidung im Bad, die seit Monaten locker ist, mit einem einfachen doppelseitigen Klebeband und ein paar Minuten erübrigter Zeit, aber einfach festzumachen wäre. Oder aber die Warhammer-Figuren, die angefangen in einer Box liegen und still auf die Fertigstellung warten. Alles rein fiktive Beispiele, natürlich.

Im Januar habe ich mir vorgenommen, dass ich abends, statt Serien oder Filme zu schauen oder das kürzlich erworbene, hervorragende Spiel Prince of Persia zu spielen, Bücher lese. Und zwar nicht irgendwelche Bücher, sondern die, die ich vergangenes Jahr angefangen, aber nie zu Ende gelesen habe. Einfach als Experiment, mit diesem Vorhaben starten und sehen, wie es sich anfühlt. Ist es eher eine Plackerei und lag ich richtig darin, diese Bücher zu überspringen bzw. liegenzulassen oder hätte ich etwas verpasst, wenn ich sie nicht gelesen hätte?

Ich kann schon mal vorwegnehmen, dass ich von jedem der sechs Bücher begeistert war (ob man den Ernährungskompass komplett zählen will, sei mal dahingestellt, da ich nur mehr wenige Kapitel übrig hatte). Alle Bücher hatten etwas anderes zu bieten und haben mich in eine fantastische Welt entführt oder mir eine bisher unbekannte näher gebracht. Aber bevor ich auf Details eingehe, hier die Liste der Bücher:

  1. Bas Kast: Der Ernährungskompass
  2. Charles Soule: Das Licht der Jedi
  3. Erzählungen des Verrats (Buch 10 der Horus Heresy)
  4. Mike Lee: Gefallene Engel (Buch 11 der Horus Heresy)
  5. Stephen King: Fairy Tale
  6. Patrick Stewart: Making it so

Über den Ernährungskompass habe ich schon des Öfteren geschrieben und Das Licht der Jedi, ebenfalls in einem eigenen Text besprochen (Aufbruch in eine neue Ära). Die Warhammer-Bücher werde ich gleichsam im Detail einmal durchnehmen, wenn ich mit dem Sammelband durch bin.

Stephen Kings Fairy Tale hat mich durchweg begeistert, und ich weiß nicht, warum ich es nicht gleich beim ersten Mal fertig gelesen habe. Die Geschichte mit der Kombination von verschiedenen Märchen und zweier Parallelwelten ist schön erzählt und entführt in eine wahrlich fantastische Welt. Ein großartiger Roman mit viel Herz. Es ist teilweise eine tragische Erzählung, teils eine Abenteuergeschichte, in die man selbst gerne hineinstolpern möchte. Es hat sehr viel zu bieten, und ich werde sicherlich noch gesondert darüber schreiben müssen.

Making it so, die Memoiren von Patrick Stewart haben mich ebenso fasziniert. Man mag vielleicht tagträumen, wie es ist, ein Schauspieler zu sein, in diesem Buch erfährt man, welch ein Kampf es sein kann. Kompromissbereitschaft, Engagement und Durchhaltevermögen gehören natürlich dazu. Seine Lebensgeschichte so dargestellt zu lesen und auch seine schwierige Kindheit hier aufgearbeitet zu sehen hat mich mitgerissen. Und er nimmt einen mit in die verschiedenen Zeiten, die er durchlebt, und wie sich das auf das Theater ausgewirkt hat.

Ich habe verschiedene Kommentare gesehen, wo er kritisiert wird, zu viele Namen zu nennen und damit zu prahlen, aber ich finde, das macht die Geschichten greifbarer. Er hat in hunderten Theateraufführungen mitgewirkt, bevor er mit Mitte vierzig der Captain der Enterprise geworden ist, da haben sich eben so manche Geschichten und Begegnungen angesammelt. Seine Erzählung seiner beruflichen Laufbahn ist spannend und man fiebert durchaus mit ihm mit, wenn ich ehrlich bin. Man spürt seine Leidenschaft für diesen Beruf auf jeder Seite.

Was ich mir vielleicht mehr gewünscht hatte, wäre ein etwas tieferer Einblick in das Privatleben, das parallel dazu natürlich ebenfalls stattgefunden hat. Beispielsweise berichtet er kaum über seinen Part als Vater zweier Kinder. Der Fokus liegt eindeutig auf der beruflichen Laufbahn. Seine Kindheit und frühen Jahre als Schauspieler sind ausgeglichener dargestellt, mit einer Mischung aus beiden Welten. In einem Nebensatz erwähnt Patrick Stewart einmal, dass er als Vater kaum anwesend war, weil er viel gearbeitet hat und damit auch viele Reisen einhergingen. Der Wechsel zwischen Hollywood-Produktionen, UK-Filmen und Serien, und Theatern war sicherlich keine einfache Aufgabe. In dem einen Nebensatz steckt viel drin und ich hätte mir gewünscht, dass er näher darauf eingegangen wäre.

Worüber er durchaus schreibt, sind seine Ehen, aber meist auch nur vage. Zum Schluss hin wird er offener, wenn er auf Sunny trifft, mit der er noch heute verheiratet ist. Überraschenderweise schreibt er wenig über die X-Men Filme. Star Trek findet regelmäßig Erwähnung, und er scheint darüber eher aus dem Nähkästchen zu plaudern. Da hätte ich mir ebenfalls gewünscht, etwas mehr zu erfahren. Aber abgesehen davon ist es ein hervorragendes Buch, welches ich gerne gelesen habe. Es bringt einem nicht nur das Leben von Patrick Stewart näher, sondern auch die Welt des Theaters, die Magie Shakespeares und das Handwerk des Schauspielens.

Die Laufsaison kann beginnen

Am Montag kam ich etwas später nach Hause als üblich, da wollte ich unbedingt noch ein wenig raus. Podcast hören und spazieren gehen hat mich allerdings nicht gereizt, stattdessen habe ich mir die Laufschuhe angezogen und bin dieses Jahr meine erste Runde gelaufen. Es heißt ja so schön, dass Athleten im Winter gemacht werden, aber wenn es kalt ist und schneit, ist es drinnen dann doch etwas angenehmer. Aber ich habe mich durch Krafttraining und diverse HIIT-Sessions versucht, auf einem halbwegs guten Level zu halten.

Erstaunlicherweise hat das funktioniert. Denn die Laufrunde in der Sonne bei guten 10 Grad war einfach fantastisch. Zwischendurch ein paar Sprints, um sich wirklich auszupowern und das gute Gefühl des Laufens so richtig auszukosten.

Das habe ich dann gleich am Mittwoch nochmal gemacht und bin wieder richtig motiviert, regelmäßig zu laufen. Ich mache das gerne ohne AirPods im Ohr, also ohne Musik oder Podcasts als Ablenkung bzw. Ergänzung. Das Laufen nutze ich gerne, um Gedanken schweifen zu lassen, abzuschalten und mich mit Zeit immer mehr auf das Training zu konzentrieren. Die Atmung, die Schritte, die Herzfrequenz und einfach die Tätigkeit an sich genießen.

Klar funktioniert das nicht immer zu hundert Prozent, aber mit der Zeit und Routine natürlich immer öfter. Besonders als Ausgleich fürs Sitzen im Büro und als Ergänzung zu meinen sonstigen sportlichen Tätigkeiten ist Laufen etwas Wunderbares. Ich mag die Einfachheit dahinter. Ein paar Sportsachen, Laufschuhe von Asics und schon kann man los.

Asics, muss man wissen, hat sich über die Jahre zu meiner absoluten Lieblingsmarke entwickelt und ich besitze entschieden zu viele Schuhe davon. Ich nutze diese nicht nur zum Sport, sondern auch als Freizeitschuhe, für Gartenarbeit und alles, was sonst noch so ansteht. Ich trage sie unfassbar gerne.

Natürlich kann man, wie bei jedem Sport und Hobby, auch das Laufen immer wieder mit allem möglichen aufwerten. Sei es ein Brustgurt zur Herzfrequenzmessung, etwas bessere Sportkleidung, besonders für den Winter oder diverse andere Dinge, aber sie sind eben kein muss. Laufen kann man immer und überall, die Sachen haben in fast jedem Koffer Platz und das Einzige, was eine oder einen davon abhält, ist die eigene Motivation.

Zwar würde es mich auch wieder reizen, mehr Rad zu fahren, aber dafür würde ich erst mal ein neues Rad benötigen, da das alte doch ausgedient hat. Dann ist natürlich die Frage, ob E-Bike oder nicht. Es macht Spaß, keine Frage, aber ist eben auch ein bisschen aufwendiger, als einfach nur gute Laufschuhe zu kaufen und zu starten.

In diesem Sinne hoffe ich, dass die diese Woche offiziell für mich gestartete Laufsaison konstant weitergeht. Auch, wenn mal schlechteres Wetter herrschen sollte. Offen gestanden laufe ich durchaus gerne im Regen, besonders wenn es wieder wärme wird. Und sich im Finstern mit Stirnlampe durch einen Schneefall zu plagen, hat immer wieder etwas Besonderes an sich. Insbesondere dann, wenn man im Wald nach links oder rechts blickt und einem zwei leuchtende Augen entgegen blicken. Es sind in den meisten Fällen eher Katzen und ähnliches Kleinvieh, aber trotzdem hat es auch immer etwas leicht unheimliches an sich.

Laufen macht einfach nur Spaß und ist ein toller, abwechslungsreicher Sport.

Throwback Thursday: Unbroken

Die heutige Ausgabe meiner wöchentlichen Kolumne, in der ich mir einen Artikel aus längst vergangener Zeit heraussuche, als ich noch den Blog geek-planet hatte, behandelt den Film Unbroken. Es ist nie leicht, einen Film zu besprechen, der wahre Begebenheiten darstellen möchte, denn, anders als ich es damals in meiner Rezension geschrieben habe, nehmen sich die Verantwortlichen immer kreative Freiheiten. Das mag verschiedenste Gründe haben. Ein wichtiger Faktor ist natürlich die Zeit – in zwei bis drei Stunden lässt sich eben kein ganzes Leben darstellen. Andere Gründe haben mit Dramaturgie und dergleichen zu tun.

Aus Neugierde, wie der Film damals ankam, habe ich den Wikipedia-Artikel überflogen. Es sind durchschnittliche bis gute Bewertungen, das Drehbuch wird oft kritisiert und dass man mehr aus dem Material hätte herausholen können – aber ist das nicht immer der Fall? Wie dem auch sei, ich habe mir Unbroken, seit ich damals im Kino war, nicht wieder angesehen. Einmal hat mir vollkommen gereicht. Manche Filme nehmen mich einfach so sehr mit, dass es mir genügt, sie einmal gesehen zu haben.

Vielleicht ist die Rezension, die vom 03.02.2015 stammt, etwas zu überschwänglich und unkritisch, den Entscheidungen gegenüber, die Angelina Jolie und ihr Team getroffen haben. Und wie kann ich mir anmaßen zu beurteilen, ob ein solcher Film „authentisch“ ist?

Der Film ist mir jedenfalls in Erinnerung geblieben, genauso der Kampf und das Leben von Louis Zamperini. Darauf kommt es doch bei solchen Filmen an – nicht zu Vergessen und aus der Vergangenheit zu lernen. Das war mir damals schon wichtig und ist es auch heute noch.


Unbroken ist Angelina Jolies zweite Regiearbeit (die Erste scheine ich verpasst zu haben) und erzählt die wahre Geschichte eines Soldaten und Olympiasportlers, der im Zweiten Weltkrieg von den Japanern gefangen genommen und in ein Arbeitslager verfrachtet wurde.

“If I can take it, I can make it” –Louis “Louie” Zamperini

Wie schon bei Filmen zuvor, wusste ich nicht genau, was ich von Unbroken erwarten soll. Irgendwie schaffte ich es keinen Trailer davon gesehen zu haben, Angelina Jolie ist eine gute Schauspielerin, aber kann sie auch Regie führen? Des Weiteren war es der zweite WWII-Film innerhalb einer Woche, daher war ich mehr oder weniger auf das Thema eingestellt und konnte die Vorstellung vorurteilsfrei, soweit so etwas überhaupt möglich ist, besuchen. Dass mich der Film aber noch Tage danach beschäftigen wird und mich auf einer Ebene berührt, wie es nur wenige Filme schaffen, hatte ich tatsächlich nicht erwartet.

Wenn ich jemandem die drei wichtigsten Bestandteile des Films aufzählen müsste, wären das die Kameraeinstellungen, die Schauspieler und der Soundtrack. Angelina Jolie versteht es wirklich, einen Film zu machen. Sie holt das Letzte aus ihren Schauspielern heraus und stellt die Ereignisse so überzeugend und authentisch dar, sodass ich mir nicht die Frage stelle, ob sie sich nicht zu viele dramaturgische Freiheiten erlaubt hat. Sie bringt mich tatsächlich dazu, ihr zu glauben, dass es so und nicht anders war.

Die Bilder im Film sind atemberaubend und stellen die tragischen Ereignisse in keiner Weise übertrieben effektvoll dar. Die Musik untermalt an den richtigen Stellen das Geschehen und rundet das Gesamtpaket ab.

Jolie unterteilt den Film in drei Lebensabschnitte von Louis: Seine sportliche Karriere, sein Leben beim Militär (inkl. eines 45-tägigen Überlebenskampfes auf offener See) und seinen Erlebnissen in japanischer Gefangenschaft.

Allein die körperlichen Veränderungen, die der Schauspieler Jack O’Connell und seine hervorragenden Kollegen durchmachen, sind bemerkenswert. Von einem durchtrainierten Läufer und Soldaten, zu einem abgemagerten Schiffbrüchigen, der sich wieder etwas erholt und schließlich zu einem ausgezehrten Kriegsgefangenen verkommt, werden alle Facetten geboten. Mich würde sehr ein Making-of interessieren. Sind die Szenen in der Reihenfolge der körperlichen Veränderungen gedreht worden? Wahrscheinlich nicht. Wurde digital nachgeholfen?

Der Kampf um Leben und Tod auf hoher See ist fantastisch dargestellt. Mit den Bildern, die der Kameramann Roger Deakins liefert, hat man als Zuschauer tatsächlich das Gefühl, mit auf dem Rettungsboot zu sitzen und nichts als das weite Meer vor sich zu haben. Da freut man sich dann mit den drei Soldaten, als sie mit bloßen Händen (!) einen Hai aus dem Meer fischen und endlich etwas zu essen bekommen.

Nachdem dann letztlich zwei (Louis und Phil) von ihnen gerettet werden, gibt es noch kurz einen letzten heiteren Satz von Phil, bevor der Film zu einem beinharten Drama wird, welches wenige Aussichten auf ein gutes Ende bietet. Die Folter, die Louis (er wird hier gänzlich zur zentralen Figur) erleidet, ist unbeschreiblich grausam. Mit jeder Minute die vergeht bekommt man mehr Hass auf die Übeltäter und die Kriegsverbrechen, die sie an ihren Gefangenen verüben. Die tragischste Szene war für mich, als der psychopathische und völlig verrückte Lager-Leiter Watanabe, der einen unverständlichen Hass auf Louis hat, alle Gefangenen dazu zwingt, einzeln Louis mit der Faust ins Gesicht zu schlagen. Die Zeit, die vergeht, bis alle durch sind, scheint endlos, und die untergehende Sonne macht deutlich, wie lange das Prozedere tatsächlich dauert. Schließlich müssen drei japanische Soldaten den Geschlagenen halten und seinen Kopf stützen, da er einfach nicht mehr kann. Allein der Gedanke an diese Szene erhöht wieder meinen Puls, macht mich betroffen.

Dieser Film hat mir wieder deutlich gemacht, dass es wichtig ist, unsere Vergangenheit nicht zu vergessen, sondern aus ihr zu lernen und die Fehler nicht zu wiederholen. Wir Menschen haben es leider zu einer Kunst werden lassen, sogenannte Feinde und Gegner zu demütigen, foltern, hinrichten. Warum?

Am meisten überraschte mich das Ende des Films, dass das Leben von Louis Zamperini, der im Jahr 2014 im Alter von 97 Jahren gestorben ist, nach der Befreiung durch beschreibende Texte, echte Foto- und Videoaufnahmen darstellt. Seine Charakterstärke und Persönlichkeit sind inspirierend und bewegend.

Zwischen den Welten

Was mich schon immer fasziniert hat, besonders wenn das Wetter so ist, wie gerade, sind die dünnen Frostschichten, die sich am Waldrand im Schatten bilden. Oder besser gesagt, die nicht verschwinden, sondern immer schön mit den Schatten mitzuwandern scheinen. Wenn es nachts unter null Grad sind, am Tag allerdings die Sonne scheint und es ein paar Grad Plus bekommt, kann man das besonders gut beobachten.

So war es, als ich letztens am Sonntag, recht früh am Vormittag, unterwegs war. Es ist an sich nichts Besonderes, im Schatten und am Waldrand bleibt es natürlich besonders kühl. Trotzdem ist es immer wieder interessant zu beobachten.

Zwei Welten, die nur ein paar Zentimeter voneinander entfernt sind, aber dennoch sehr unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Vielleicht auch mit verschiedenen Gefühlen verbunden sind. Die eine Seite in der warmen Sonne und auf der anderen im kalten Winter festsitzen – es hat etwas Magisches an sich.

Ich habe erst vor Kurzem das großartige Stephen King Buch Fairy Tale zu Ende gelesen, was meine Affinität zu diesem Thema und meine Gedanken daran vielleicht etwas manipuliert. In dem Buch geht es genauso um zwei Welten, die durch eine einfache Treppe miteinander verbunden sind, aber vollkommen unterschiedlich funktionieren. Vielleicht muss ich darüber auch mal gesondert berichten. Aber zwei Welten, die nur durch eine dünne Schicht voneinander getrennt sind, findet man ja vielleicht öfter. Man muss nur die Augen offen halten.

Newsletter Konventionen

Was ich immer wieder gerne ausprobiere, und zwar aus den unterschiedlichsten Bereichen, sind Newsletter. Es gibt zwar die sozialen Medien, auf denen man den diversen Personen und Institutionen, von denen man regelmäßig etwas mitbekommen möchte, aber ich habe schon vor längerer Zeit festgestellt, dass das nichts für mich ist. Ich mag die ausgiebigere Form und die Ruhe von Newslettern sehr gerne. Man ist nicht auf eine gewisse Textlänge beschränkt oder muss Threads erstellen, sondern kann sich so viel oder so wenig Raum lassen, wie das diskutierte Thema eben benötigt.

Außerdem kommen sie automatisch in mein Postfach, ich kann ihnen meine Zeit widmen, wenn ich den Kopf dafür habe und es läuft mir nichts davon. Des Weiteren kommt nicht ein dauernder Strom an Kommentaren und Meinungen zu diesen Dingen mit. Ich kann mir selbst ein Bild des Gelesenen bilden und lasse mich nicht durch die Untiefen von Kommentarspalten und sozialen Netzwerken beeinflussen.

Wenn ich diese Kommentare und Meinungen lesen und hören will, dann mache ich das explizit, indem ich die News-Seite der Wahl öffne. Oder ich besuche die Seite des Podcasts und schaue dort nach, was die Leute darüber denken. Das ist auch das Angenehme an der gedruckten Zeitung – das Losgelöste, die Ruhe und das Analoge.

Habe ich mir früher eher die Newsletter von bestimmten Personen abonniert, so habe ich aktuell eher Nachrichten und andere Seiten abonniert. Was nicht bedeutet, dass ich die Einzelpersonen komplett de-abonniert habe, nur eben etwas reduziert.

Der frühere Personenkult, wenn man so will, kam daher, dass ich immer auf dem Laufenden sein wollte, was sich in der Comic-Welt gerade so tut und was die Autor*innen und Künstler*innen im Schilde führen. Daher hatte ich von Aditya Bidikar, über Kieron Gillen, Scott Snyder, Chip Zdarsky, bis hin zu James Tynion IV, so einige Newsletter im Abo. Auch durch den Einstieg von Firmen wie Substack in den Comic-Bereich, hat das Medium Newsletter einen neuen Hype erfahren. Außerdem hatte man dadurch die Möglichkeit, die Erschaffenden (es gibt leider keine wirklich gute deutsche Entsprechung für das Wort creator) direkt zu unterstützen.

Auch wenn ich heute noch gewisse Newsletter von Einzelpersonen, wie eben den Autor Matthew Dicks, abonniert habe, so probiere ich aktuell gerne diverse Nachrichtenseiten aus. DerStandard, Falter, Krautreporter und Ähnliches, habe ich mittlerweile schon durch. Dadurch habe ich erst so richtig realisiert, was ich eigentlich von einem Newsletter erwarte.

Zwar lese ich gerne den Standard im Print oder Online, aber der Newsletter entspricht nicht meinen Erwartungen. Es sind einfach nur viele Links auf diverse Storys des Tages, die ich auf deren Seite ebenso finde, da brauche ich nicht den Newsletter. Der Falter macht das komplette Gegenteil. Sie haben Newsletter zu verschiedensten Fokus-Themen, zu denen man dann mehr oder weniger täglich einen Text lesen kann, der explizit für dieses Medium geschrieben worden ist. Dieser Text dient sozusagen als Einleitung, darunter sind dann ein paar wenige Artikel verlinkt, wenn man sich damit noch tiefer auseinandersetzen will. Ähnlich machen es auch die Krautreporter.

Ich abonniere also gerne Newsletter, die als eigenständiger Text funktionieren. Es ist zwar schön und durchaus Pflicht, gerade von journalistischen Newslettern, dass die Quellen und weiterführenden Artikel im Text verlinkt sind, aber es sollte eben nicht nur eine Link-Sammlung an sich sein. Wie gesagt, ich erwarte, dass man den Text an sich lesen kann und dann zumindest eine (oberflächliche) Idee des Themas hat – eine gute Zusammenfassung eben.

Was ich auch sehr empfehlen kann, ist übrigens der Montagsblock, wo sich drei Autor*innen jede Woche abwechseln und ausführlich über verschiedenste Themen schreiben.

All diese Newsletter bieten unterschiedliche Perspektiven und Einblicke in ein Thema oder Themengebiet. Am positivsten überrascht hat mich eindeutig der Falter. Die Inhalte, die hier geboten werden, sind hochwertig und werden gut verständlich dargestellt. Außerdem mag ich, dass man sich für bestimmte spezifische Themenbereiche oder auch Ressorts entscheiden kann und nicht automatisch alles bekommt.

Aber es ist immer wieder ein Testen und Ausprobieren, was die Institutionen und Personen an Inhalten zu bieten haben und welches Format man schlussendlich bevorzugt. Wert, damit zu experimentieren, ist es auf jeden Fall.