Käse im Überfluss

In Salzburg gibt es abseits der Linzergasse ein unscheinbares Weinlokal namens Coquette. Betrieben von einem ausgesprochen netten Paar, bin ich mit Freund J. vor einigen Jahren an einem verregneten Abend durch die Tür gestolpert und seither finden wir uns im Durchschnitt sicherlich jedes zweite Wochenende dort wieder. Es ist charmant, man wird kompetent und freundlich beraten, man fühlt sich wohl – wie ein zweites Wohnzimmer.

Die geheimen Helden dieses Weinlokals sind allerdings nicht die Weine oder die französischen Säfte und Eistees. Sie sind fantastisch und ich entdecke immer wieder etwas Neues dort, aber das Beste an dem Lokal ist das Essen (verbunden mit den Weinen).

Eine einfache Antipasti-Platte in diesem Lokal gehört zu den Top drei Speisen, die in Salzburg zu finden sind. Und über die Jahre war ich in schon sehr vielen Lokalen und kenne so einige Küchen. Nur wenige kommen an das kulinarische, geschmackliche und sensorische Erlebnis vom Coquette heran.

Auf den ersten Blick ist es nichts Besonderes. Prosciutto, Schinken, Salami, umgeben von verschiedenen Käsesorten, angerichtet mit Oliven und etwas Gemüse, begleitet mit Olivenöl und Baguette. Doch jede einzelne Zutat dieser Platte ist von herausragender Qualität, das Olivenöl kann man buchstäblich trinken und die Käsesorten (die sich je nach Saison und was gerade verfügbar ist, abwechseln) haben mir eine vollkommen neue Welt des Geschmacks eröffnet.

Als ich vor nicht allzu langer Zeit schließlich lernte, von wo sie ihren Käse beziehen, war es also nur eine Frage der Zeit, bis ich mir den Namen gegoogelt hatte. So kam es letztens, dass ich beim Tölzer Kasladen eine Bestellung um zu viel Geld tätigte. Meiner Coronaerkrankung und anderen Verhinderungen habe ich es zu verdanken, dass ich es nun schon länger nicht mehr in das Weinlokal geschafft habe. So beschloss ich selbst etwas von diesen fantastischen Sachen zu Hause haben zu wollen. Dazu noch etwas von dem feinen Feigen- bzw. Birnen-Senf, und das nächste Abendessen ist gerettet.

Die Bestellung kam diese Woche an und zweieinhalb Kilogramm Käse sind doch mehr, als man vermuten würde, wie das Foto meiner Käselade (formerly known as Gemüselade) beweist. Ich habe jedenfalls bis Ende des Jahres erst einmal genug Käse zu Hause und bin schon gespannt, was ich alles entdecke. Der erste kleine Einblick beim Mittagessen war jedenfalls sehr vielversprechend.

Throwback Thursday: Ultimate Spider-Man – Eine Einführung

Eigentlich hatte ich meinen ersten Blog (geek-planet) mit der Absicht erstellt, mich eingehender mit Spider-Man zu beschäftigen. Mich durch die verschiedenen Comic-Iterationen, Autoren und Künstler, die den Charakter über die letzten Jahrzehnte geprägt haben, zu arbeiten und darüber zu schreiben. Es kamen am Ende auch sehr viele Artikel über Spider-Man zustande, aber den Anfang bildete die folgende Einführung. Wenn man ehrlich ist, vielleicht ein überflüssiger Artikel, da es immerhin Wikipedia für solche Sachen gibt, aber ich wollte es mir damals einfach nicht entgehen lassen, eine kleine Einführung zu schreiben. Danach ging es mit den Rezensionen zu diversen Comics weiter. Aber hier erst einmal meine Einführung zu Ultimate Spider-Man.

Der Artikel wurde zum ersten Mal am 01.06.2014 veröffentlicht und wird hier in nicht editierter Originalform wiedergegeben.


Nicht nur durch The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro hat der Marvel-Superheld in letzter Zeit wieder an Beliebtheit und Nachfrage gewonnen. Auch der Neustart der Amazing Spider-Man Comic-Reihe hat das Interesse gesteigert (Mit über 500k Bestellungen einer der erfolgreichsten Comic-Hefte). Ich habe mich zum Einstieg etwas intensiver mit dem Ultimate Universum von Spider-Man auseinandergesetzt und möchte hier die Ergebnisse meiner Recherchen zusammenfassen. Achtung: Spoilers! 

Faktencheck 

Ultimate Spider-Man ist eine von Marvel Comics monatlich, seit Oktober 2000 erscheinende Comic Serie, welche ein alternatives Universum zu dem “gewöhnlichen” Marvel-Kosmos (auch bekannt als Earth-616) darstellt. Seit dem ersten Heft zeigt sich Brian Michael Bendis als Writer verantwortlich. Als Artists seien hier Mark Bagley (#1 – #111, #156 – #160), Stuart Immonen (#111 bis #133), David Lafuente (#134 bis #155) und Sara Pichelli (Ultimate Comics: Spider-Man) genannt. 

“I was into Comics because these were my real male role models, even though at the time, I didn’t know it.” B.M. Bendis 

Mit großer Macht… 

Bevor Brian Michael Bendis mit seiner Arbeit bei Marvel begann, war er bei Image Comics tätig. Der Verlag ist unter anderem für die Veröffentlichung der Spawn Comics verantwortlich. Hier hat Bendis das Spin-off Sam and Twitch betreut. Im Jahr 2000 bat ihn ein Freund (David Mack) für die Marvel Knights Reihe um Rat. Daraufhin wurde er vom Chefredakteur Joe Quesada empfohlen, um Ultimate Spider-Man einzuführen und in weiterer Hinsicht das gesamte Ultimate Universum auszubauen. Für diese Aufgabe tat er sich mit Mark Bagley zusammen. Dieser hatte bereits Erfahrung mit Spider-Man sammeln können, da er für das große Zugpferd Amazing Spider-Man als Artist gearbeitet hatte. 

Mit der ersten Ausgabe von Ultimate Spider-Man, die im Oktober 2000 erschien, begann die Geschichte des kompletten Ultimate Universums, das auch als Earth-1610 bekannt ist. Marvel wollte das neue Universum einführen, um den Einstieg für neue Leser zu vereinfachen und den Helden eine Frischzellenkur zu verpassen und so in das moderne Zeitalter zu holen. Daher folgten dem Wandkrabbler noch weitere Helden, wie die Fantastic Four, Avengers und X-Men mit eigenen Serien. Da es sich um ein alternatives Universum handelt hatten Bendis und Bagley die Möglichkeit, den Charakteren ihren eigenen Stempel aufzudrücken. So ist der Mann unter dem Kostüm zwar immer noch Peter Parker, doch dieser wird nicht von einer radioaktiven, sondern einer genetisch veränderten Spinne gebissen. Ferner sind manche Origin-Stories, Charaktereigenschaften und Kostüme von Antagonisten different zu Earth-616. Dies machte die Serie nicht nur für Comic-Neueinsteiger interessant, sondern auch für Profis, da es spannend ist die beiden Spider-Man Welten zu vergleichen und zu analysieren. Es wird auch der ein oder andere Charakter genauer unter die Lupe genommen, als in bisher veröffentlichten Geschichten bzw. sind deren Intentionen andere.
Das bringt mich gleich auf die eigentliche Entstehungsgeschichte von Spider-Man. Stan Lee hatte bei dessen ersten Auftritt in Amazing Fantasy #15 gerade einmal 11 Seiten benötigt, um aus dem jungen Parker unseren rot-blau kostümierten Helden zu machen. Bendis, bereits bekannt für seinen langsameren Erzählstil, fügte einige Details hinzu und so kam seine Version auf 180 Seiten. Bei späteren Story-Arcs ließ sich der Autor ebenso mehr Zeit und man findet in den Ultimate Spider-Man Comics nur Geschichten, die sich über mehrere Ausgaben erstrecken.
Bendis und Bagley haben bis zur Ausgabe #111 zusammengearbeitet. Bei Marvel ist dies die längste Zusammenarbeit eines Kreativ-Teams. Stan Lee und Jack Kirby waren bis zu diesem Zeitpunkt die Rekordhalter, mit ihrer Kooperation bei den Fantastic Four. Die #111 hat Bagley gemeinsam mit seinem Nachfolger Stuart Immonen entworfen. Sie haben sich die Ausgabe geteilt: den ersten Akt übernahm Bagley, den Zweiten Immonen. Dieser hat die Serie dann bis zu Ihrem ersten Relaunch begleitet. Wobei weiterhin Bendis als Writer fungierte. 

Relaunch 

Im Laufe der Zeit hat es nicht nur einen Relaunch der Serie gegeben. Der erste Versuch eines solchen wurde nach der 133. Ausgabe unternommen. Um diesen Neustart zu verdeutlichen wurde auch der Artist gewechselt und so übernahm David Lafuente den Part. Der Neustart war jedoch nicht sehr erfolgreich und Marvel hat sich entschlossen die Nummerierung der ursprünglichen Serie, mit der #16 des Relaunch, wieder aufzunehmen. Ultimate Spider-Man ging dann weiter bis zur 160. Ausgabe. Für das Finale hat sich Bendis ein einzigartiges, fulminantes Story-Arc überlegt. Mark Bagley kehrte für das Finale als Artist zurück und so wurden die letzten fünf Ausgaben von demjenigen gezeichnet, der vor fast elf Jahren das Ultimate Universum begründete.
Genauere Details zum Ende kann und möchte ich hier nicht verraten. 

Doch schon im September 2011 trat der junge Schüler Miles Morales das Erbe von Peter Parker an. Im Zuge dessen wurde auch der Name der Comic-Reihe angepasst in Ultimate Comics: Spider-Man. Bendis, inspiriert durch die Wahl Barack Obamas als den ersten afroamerikanischen Präsidenten, entschied sich, dass es Zeit für einen großen Schritt war und so führte er mit Miles den ersten afroamerikanischen Spider-Man ein. Auch dieser wurde von einer genetisch veränderten Spinne gebissen und erhielt so ähnliche Fähigkeiten wie Peter Parker. Zwei Jahre später, mit den Ereignissen des so genannten Cataclysm Story-Arcs, wurde die Serie um Miles beendet. Sie brachte es auf 28 Ausgaben. 

2014 begann eine neue Serie mit einem älteren Miles. Seit Mai nennt sie sich Miles Morales: Ultimate Spider-Man. 

Bilanz 

Das Ultimate Universum von Spider-Man bietet einiges zum entdecken. Ich werde demnächst mit der ersten Collected Edition (Volume 1: Power and Responsibility) starten und Reviews zu einigen Ausgaben schreiben. Ich denke, ich habe in der Zusammenfassung alle wichtigen Punkte aufgelistet, die einem die Entscheidung erleichtern sollen, ob es sich lohnt mit dem Lesen zu beginnen.


Was ich mir bis heute noch nicht angeeignet habe und auch ein Kaufgrund für die Premiumversion von LanguageTool war: die Regeln der Beistrichsetzung. Entweder ich setze zu wenige oder zu viele – meine Intuition lässt mich hier im Stich. Rechtschreibung war manchmal auch optional, wie mir scheint. Und Terminologie war mir damals ohnehin ein Fremdwort, da ich die Englischen und Deutschen Begriffe unregelmäßig und ohne Konzept gemischt und durcheinander geworfen habe. Mal ganz davon abgesehen, dass ich nicht eine einzige Quelle angegeben habe, für die Informationen, die ich hier präsentiere. Habe ich mir das ausgedacht, aus Büchern entnommen oder nur Wikipedia zusammengefasst? Who knows.

Auch die sogenannte Bilanz ist etwas nichtssagend und könnte man getrost weglassen. Heute würde ich so einen Einführungsartikel sehr viel kürzer halten und eher meine Absichten und Intentionen beschreiben, sowie meine persönliche Geschichte mit dem Charakter erzählen. Dies baut eventuell eine bessere Beziehung mit meiner Leserschaft auf und macht auch klar, warum ich das mache. Vielleicht sollte ich das in Zukunft mal nachholen.

Commonplace books

Für manche Begriffe gibt es keine einfache Übersetzung. Das gilt wahrscheinlich für jede Sprache. Seien es Sprichwörter, Wortphrasen oder spezielle Bezeichnungen. Ein solcher Begriff ist der, um den es mir heute geht: commonplace books.

Darüber bin ich vor wenigen Wochen gestolpert und das Konzept hat es mir ehrlicherweise etwas angetan. Aufgaben und Termine habe ich gerne digital bei mir am iPhone. So kann ich jederzeit darauf zurückgreifen und mir immer Notizen bzw. Erinnerungen schreiben, sollte mir spontan etwas einfallen.

Womit ich aber tatsächlich seit Jahren kämpfe, ist ein System, um Informationen aus Webseiten, Notizen und Abschnitte aus Büchern, Zitate und dergleichen festzuhalten. Zwar gibt es in jedem Browser Lesezeichen, aber das nimmt früher oder später überhand. Außerdem können Webseiten verschwinden. Interessante Artikel und Newsletter, die ich konzentriert lesen will, speichere ich mir in Instapaper. In Büchern markiere ich Abschnitte und Passagen mithilfe von Post-its und dergleichen. Das alles sind aber getrennte Systeme und eigentlich muss man wissen, wo etwas abgelegt ist, damit man darauf zugreifen kann.

Für einen Teil dieses „Problems“ habe ich nun das Konzept der commonplace books für mich entdeckt. Ich befinde mich hier zwar noch in der Testphase, allerdings finde ich es ansprechend, alle Informationen mehr oder weniger strukturiert in einem Notizbuch ablegen zu können.

Wie das im Detail funktioniert, kann sich jede*r auf YouTube ansehen. Es gibt genug Erklärungen dazu. Mir geht es darum, das Konzept an sich etwas zu erläutern, um einen besseren Überblick zu bekommen.

So schreibe ich mir Passagen aus Büchern heraus, kommentiere diese gegebenenfalls, schreibe Zitate und Schnipsel aus Artikeln darin auf. Am Anfang des Notizbuchs gibt es ein kleines Inhaltsverzeichnis mit den Büchern und Texten, die dieses beinhaltet, und dann geht es auch schon los. Dieses zwang- und formlose Notieren von Inhalten hilft auch dabei, das Gelesene auf eine andere Art zu verarbeiten und prägt einem die Inhalte besser ein. Und ich kann jederzeit darauf zurückgreifen und weiß genau, wo ich eventuelle Notizen finde. Ein interessantes Konzept, das sich zu testen lohnt. 

Abo-Falle?

Grundsätzlich habe ich nichts dagegen für Apps eine Abo-Gebühr zu bezahlen. Vor allem, wenn ich den Dienst ausführlich nutze. Die Entwickler sollen immerhin etwas für ihre Arbeit bekommen, und ich erwarte schließlich als Nutzer auch, dass die Apps mit jeder neuen iOS-Generation weiterhin funktionieren und verbessert werden.

Was ich allerdings nicht verstehe, sind Apps, die einen bereits beim ersten Mal Öffnen mit einem Abo-Bildschirm begrüßen und 70 € von einem Verlangen. Zwar bekommt man immer auch eine gewisse Testperiode mit, trotzdem empfinde ich es als abschreckend. Ist es nicht möglich, einfach zu sagen: „Hey, hier hast du sieben Tage um die App vollumfänglich zu nutzen, danach musst du bezahlen.“

Zwar kündige ich vorsichtshalber das Abo immer gleich nach dem Abschließen, damit sich nichts automatisch verlängert, was ich eigentlich nicht mehr nutze, aber übersehen kann man immer etwas.

Es muss eine bessere Lösung für die Testphase geben, als gleich vom Nutzer Geld zu verlangen, ohne dass er oder sie überhaupt die Möglichkeit hatte die ersten Buttons zu drücken oder die ersten Einstellungen vorzunehmen. Nur so eine Idee.

Spielerischer Voyeurismus

Anderen Leuten beim Spielen zusehen? Am besten noch während man es sich selbst auf dem Sofa gemütlich macht und denkt: „Das könnte ich besser.“, oder „Schau doch mal da links, da ist doch was!“ Warum sollte ich mir so etwas antun, anstatt es selbst zu machen?

Das war jedenfalls meine Einstellung vor noch einem Jahr, nicht wissend, dass Let’s Plays bald eine größere Rolle in meinem Entertainment-Konsum spielen sollten als Filme oder Serien. Gut gemachte Let’s Plays sind allerdings schwer zu finden. Manche quatschen einfach unentwegt in die Dialoge rein oder machen ein Horrorspiel zunichte, indem sie alles ins lächerliche ziehen, was sie sehen. Dann entdeckte ich TheRadBrad.

Nichtsahnend war ich erstaunt und erfreut über meinen Fund, bis ich die Zuschauerzahlen in teilweise Millionenhöhe sah und wusste, dass er doch bekannter ist, als ich ahnte. Aber das sollte meiner Begeisterung nichts abtun. Jedes Video ist jemandes Erstes.

Ich mag seine Art, die Spiele zu kommentieren und dass er sofort den Mund hält, wenn ein Dialog anfängt, auch wenn er mitten im Satz ist. Er lässt sich auf die Geschichte ein, hat einen wunderbaren Abenteuer- und Entdeckergeist. Und selbst wenn ein Spiel nicht so gut sein sollte, erzählt er witzige Geschichten oder zieht unterhaltsame Vergleiche. Selbst von den schwierigsten Gegnern schreckt er nicht zurück. Mein erstes komplettes Spiel, das ich mit ihm erlebt habe, war tatsächlich Elden Ring. Und es war eine Tour de Force. Ich bin absoluter Fan dieses Spiels, obwohl ich es selbst noch keine Minute gespielt habe. Malenia (Blade of Miquella) ist wohl der beste Charakter, die je in einem Spiel anzutreffen war. Einfach episch.

Selbst Horrorspiele, die ich eigentlich nicht mag, haben es mir mittlerweile sehr angetan. Diese mit TheRadBrad zu erleben ist großartige, gruselige Unterhaltung. Sei es Amnesia – The Bunker, Layers of Fear oder Trepang2. Alles Spiele, die an mir vorbeigegangen wären, hätte ich sie nicht mit TheRadBrad erlebt. Oder auch die Resident Evil Reihe – langsam aber sicher arbeite ich mich durch alle Teile (R.E. 2, 3, 4 und Village habe ich bereits durch, gerade schaue ich 7).

Ich mag es, mich überraschen zu lassen, so wie ich es in der Lage war, mit dem Konzept von Let’s Play Videos. Spiele sind eine hohe Kunst der Unterhaltung, an der sehr viele talentierte Menschen involviert sein können und ich selbst habe entweder nicht die Geduld oder Zeit, mich en détail mit jedem Spiel zu beschäftigen. Außerdem habe TheRadBrad gerade zur richtigen Zeit für mich entdeckt, denn wie so vielen anderen Menschen (was ich immer wieder den Kommentaren unter den Videos entnehme) hat er mir durch eine nicht gerade einfache Zeit geholfen. Es ist wie früher, wo man sich mit seinen Freunden getroffen und Mario gezockt und einen spaßigen Nachmittag verbracht hat.

Deshalb empfinde ich es als essenziell, die eigenen Ansichten und Einstellungen des Öfteren infrage zu stellen und bereit zu sein, sich überraschen zu lassen. Und sei es wie bei so einfachen Dingen wie Let’s Play Videos. Vielleicht entdeckt man etwas, womit man nicht gerechnet hat, und wird positiv überrascht.

Dungeons & Dragons, meine Anfänge

Nachdem ich innerhalb kurzer Zeit etwa dreizehn Episoden von Critical Role geschaut hatte, wollte ich unbedingt mehr über D&D, die Regeln und wie man sich einen Charakter erschafft, wissen. Deshalb kamen vor nicht allzu langer Zeit die drei grundlegenden Regelwerke für D&D an: das Spieler-, Monster- und Spielleiterhandbuch. Auch wenn das Set etwas teurer ist, so ist die Gestaltung der Hardcover-Bücher und des Schubers schon etwas Besonderes.

In dem Bundle, das ich mir geshoppt habe, war auch noch Xanathars Ratgeber für alles dabei, eine kleine Erweiterung der Standardregeln. Es enthält weitere Erklärungen und Optionen für die unterschiedlichen Charakterklassen und -typen, sowie weitere Informationen für den Spielleiter.

Ich arbeite mich gerade durch das Spielerhandbuch und schmökere etwas in das Monsterhandbuch hinein. Es ist ein spannendes, aber auch komplexes System. Die Völker und Klassen mit ihren verschiedenen Eigenschaften und Einschränkungen, wie man sich einen Charakter ausdenkt und gestaltet, und die verschiedenen Spielmechaniken, die mit jeder Option einhergehen. Es ist schon viel, was da einen erwartet. Und da habe ich noch nicht einmal angefangen, mich mit dem Einsatz und der Funktion von Magie und Zauberei zu beschäftigen.

Wenn ich mir das so durchlese, dann erhöht das nur meine Anerkennung und meinen Respekt für alle, die sich damit auskennen und seit Jahren damit beschäftigen. Aber ein umfangreiches ad hoc Wissen kommt wahrscheinlich mit der Erfahrung. Gleiches habe ich zum Beispiel mit Warhammer. Zwar habe ich nie wirklich aktiv gespielt, aber seit meiner Kindheit beschäftige ich mich mal mehr und mal weniger damit. Dadurch eignet man sich automatisch ein umfangreiches und vielschichtiges Wissen an. Sei es durch das Auseinandersetzen mit der Geschichte, das Lesen der Bücher und Magazine oder das Bemalen der Figuren. Nicht zu vergessen die Unmengen an YouTube-Videos (Arbitor Ian kann ich nur jedem ans Herz legen, was die Lore-Videos anbelangt oder Midwinter Minis für das Hobby an sich).

Ich werde mich jedenfalls weiter mit D&D beschäftigen und sei es nur, damit ich vielschichtige Charaktere erschaffen kann. Es hilft natürlich auch dabei, besser zu verstehen, was das Critical Role Team macht und welche Entscheidungen sie treffen. Zwar spielen sie nicht im D&D Universum per se, aber die grundsätzlichen Regeln bleiben doch dieselben.

Eigentlich, Berlin

Eigentlich sollte ich gerade in Berlin auf dem Weg zur Philharmonie sein und mir ein klassisches Konzert mit zwei Freunden ansehen, doch stattdessen sitze ich zu Hause in Österreich und genieße eben hier mein verlängertes Wochenende. Was kam dazwischen?

Ein Streik der Deutschen Bahn. Sarkastischer Weise könnte man jetzt behaupten oder infrage stellen, was genau der Unterschied ist zwischen einer streikenden Bahn und einer „normal“ funktionierenden, schlussendlich wahrscheinlich nicht sehr viel, doch das wäre gemein. Ich muss zugeben, etwas im Zwiespalt mit mir selbst zu sein, was dieses Thema anbelangt, immerhin war ich selbst dieses Jahr schon bei einem Streik von ein paar Stunden beteiligt. Warum also sollten die Mitarbeiter*innen der Bahn nicht das gleiche Recht haben, um uneinsichtige, weltfremde Manager*innen von ihren Forderungen zu überzeugen?

Andererseits fügt man unschuldigen Menschen sehr viel Schaden zu. Ich kam beispielsweise so nicht nach Berlin und bleibe auf meinen Konzertkosten und den Kosten für den Flug nach Hause sitzen. Zwar werde ich versuchen, etwas bei der Bahn an Gutschein oder dergleichen herauszuholen, doch die Antwort wird die gleiche sein wie beim letzten Mal: nope.

Natürlich etwas ausformulierter und um gute Gründe ringend, richtig, aber an der Tatsache ändert es trotzdem nichts. Produzierende Branchen schaden eigentlich nur ihren eigenen Firmen und senden ihrem Management ein Signal. Bei Dienstleistungen sind sehr viele Menschen betroffen, die eigentlich nichts damit zu tun haben. Abertausende Menschen sitzen irgendwo fest oder kommen nicht an ihr Ziel, weil jemand seine Arbeit niederlegt. Die indirekten Kosten und Schäden, die damit angerichtet werden, steigen ins Unermessliche. Und da sind nicht einmal die eventuellen psychischen Auswirkungen eingerechnet, je nachdem, was der Grund für Reisen ist und welche Auswirkungen ein nicht Antreten der Reise oder ein Festsitzen haben können.

Wie zuvor erwähnt, ich stehe im Zwiespalt, ob ich es gut finde oder nicht. Das Prinzip des Streiks unterstütze ich aber. So ist immerhin die Signalwirkung eine große, aber ob es wert ist, auf so vielen Schultern diesen Kampf auszufechten, muss sich erst noch herausstellen.

In Gewerkschaften sollten sich dennoch so viele Menschen wie möglich organisieren, da man so mehr Macht und Druck ausüben kann. Besonders gut sieht man das gerade am Beispiel von Tesla in Skandinavien. Tesla will eine Gewerkschaftsbildung verhindern, jetzt setzen sich andere, bereits organisierte Branchen für die Mitarbeiter*innen ein. Die Gebäude werden nicht mehr gereinigt, die Post nicht mehr zugestellt und in Finnland, Schweden und ich glaube sogar in Dänemark und Norwegen blockieren die Hafenarbeiter*innen die Lieferungen von Tesla. Ganz davon abgesehen, dass man einem bestimmten Menschen, dessen Namen ich nicht in den Mund nehmen will, schadet, zeigt es sehr deutlich, was eine gut organisierte Gesellschaft bewirken kann.

Adventkalender

Wirklich praktische Adventkalender gibt es eigentlich nicht viele. Die meisten sind mit irgendwelchem Süßkram oder gar Alkohol gefüllt – Sachen, die man sich dann zusätzlich zu den Keksen und dem Glühwein, die ohnehin überall herumstehen und verteilt werden, in den Mund schiebt. Ganz zu schweigen von den Weihnachtsfeiern und Familientreffen.

Da ist es mir dann doch lieber, einen gewissen Nutzen aus einem Adventkalender zu ziehen. Etwas, das Spaß macht und vielleicht sogar eine gewisse Linie über den Monat verfolgt, ohne dass man am Ende mit 24 Figürchen oder Basteleien dastehen hat, die als Staubfänger in der Wohnung verteilt werden. Und spätestens am 26. Dezember verschwinden diese in einer Kiste im Keller.

Zum Glück hat dieses Jahr BlueBrixx ihren ersten Klemmbaustein-Adventkalender herausgebracht. Einen mit einem Star Trek Thema und einen als Hommage für die Burg Blaustein. Der Star Trek Kalender ist genauso eine Bastelei-Geschichte, die mir nicht zusagt, aber der für die Burg Blaustein hat mich direkt angesprochen. Wer hat nicht gerne ein kleines Modell einer Burg am Schreibtisch stehen.

Über die 24 Tage baut man an dem kleinen, knapp 1000 Teile umfassenden Modell. Es macht Spaß, man hat jeden Tag eine Kleinigkeit zu tun und am Ende kommt ein wunderbares, hübsches Objekt dabei heraus.

Das perfekte Gegenstück zu meiner mittlerweile über 22.000 Teile umfassenden, großen Burg Blaustein. Einfach wunderbar. Bitte mehr davon. Oder gar dieselben Erweiterungen, die für die normale Burg Blaustein herauskamen? Oder ein ganzes, kleines, mittelalterliches Dorf. Ein Raumschiff. Ein Stargate-Diorama mit Figuren. Es gibt so viele Möglichkeiten, und ich bin gespannt, was sie sich für nächstes Jahr einfallen lassen.

Throwback Thursday: Scott McCloud – Comics Richtig Lesen

Testen wir mal etwas. Eine vielleicht lustige Idee, die mir durchaus schnell peinlich oder unangenehm werden könnte: alte Artikel von mir kommentiert, annotiert oder einfach so hier aufzubereiten – nicht editiert, versteht sich. Artikel, die ich entweder für eine meiner ersten Webseiten geschrieben habe, die es mittlerweile nicht mehr gibt (geek-planet) oder Beiträge, die ich für Rogues Portal ausgearbeitet habe. Rogues Portal operiert heute unter einem anderen Namen: geekd-out. Mal sehen, wie es sich entwickelt und wie sehr es mir zuwider ist, meine alten Sachen zu lesen. Allerdings kann das auch von Vorteil sein, da ich so sehe, wie ich mich verbessert habe, was ich heute anders machen würde und so weiter.

Den Anfang macht mein wahrscheinlich erster Artikel und behandelt das Buch Comics richtig lesen von Scott McCloud. Das Review wurde zum ersten Mal veröffentlicht am 17.05.2014 und wird hier in Originalform wiedergegeben. Viel Spaß.


Faktencheck

Das Buch “Comics richtig lesen” von Scott McCloud erschien erstmals 1993 beim Carlsen Verlag. Seither gilt es als eines der Standardwerke über Comics und deren Verständnis und Geschichte. Die hier besprochene, deutsche Ausgabe ist von 2001 und umfasst 224 Seiten.

Über den Autor

McCloud wurde 1960 in Boston, Massachusetts geboren. Bereits mit 15 Jahren hatte er den Entschluss gefasst sein zukünftiges Leben als Comic-Zeichner zu verbringen. Später, 1984, begann er mit der Veröffentlichung seiner ersten Comicbuch-Serie “Zot!”, die es auf 36 Ausgaben schaffte und später als beste neue Serie ausgezeichnet wurde. Daraufhin folgten Graphic Novels und eine Beschäftigung bei DC Comics. Schon lange beschäftigt er sich auch mit der Theorie der Comics und hat dazu bis jetzt drei Bücher publiziert.

“Today, comics is one of the very few forms of mass communication in which individual voices still have a chance to be heard.” – S. McCloud

Das Buch

Comics richtig lesen ist im Prinzip ein Comic über Comics. Scott McCloud stellt sich selbst als Cartoon dar und führt einen durch das gesamte Buch. Dadurch wird es zu einem amüsanten, kurzweiligen Vortrag über Theorie und Praxis der verschiedenen Comic-Genres und -Ausprägungen. Auch die Aufbereitung der Kapitel ist klasse gewählt. Zum Beispiel beginnt das erste Kapitel mit einer Einführung in die Geschichte und Entstehung der Comics und macht einen deutlich wie alt diese Kunst bereits ist. Weiter geht es mit den verschiedenen Stilen, mit denen man Comics zeichnen kann und macht einem deutlich, welch kleinen Bereich, im Verhältnis zur gesamten Ausprägung, die so genannten Mainstream-Comics rund um Superman, Batman, Spawn und dergleichen einnehmen.

Die Leichtigkeit mit der der Autor an die verschiedenen Themen herangeht und zum Beispiel den Cartoon herleitet und seine verschiedenen Gruppierungen darstellt, faszinieren und machen Lust darauf, Comics der verschiedenen Stile selbst zu lesen, zu vergleichen und zu analysieren. Ich zum Beispiel habe mich noch nie besonders für die japanische Comic-Kunst interessiert, allerdings hat es McCloud geschafft, dass ich sehr neugierig darauf geworden bin.

Der Detailgrad, mit der er die Kunst der Comics zerlegt ist bemerkenswert. Er verdeutlicht, dass hinter den so genannten Rinnsteinen zwischen den Panels mehr steckt, als nur ein weißer streifen. Die Zeit, die darin vergeht ist ein ebenso komplexes Thema, wie die Emotionen die durch die Panels veranschaulicht werden oder die Farbe die in ihnen steckt.

Fazit

Jedem, der sich gerne mit Comics auseinandersetzen möchte oder dies bereits tut, kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Der Autor, Scott McCloud, hat einen wunderbaren Erzählstil, der einem die Theorie des Comics näher bringt. So können nicht nur Anfänger, die gerade begonnen haben eine leider oft unterschätzte Kunst kennenzulernen, etwas mitnehmen, sondern auch langjährige Leser werden Punkte finden, die sie unter solchen Aspekten noch nicht betrachtet haben.


Beim Durchlesen fallen einem schnell so einige Wortphrasen und Begrifflichkeiten auf, die sich oft wiederholen, etwas, womit ich heute auch noch so meine Probleme habe, dem man aber mit ein wenig Übung schnell wieder entgegensteuern kann. Füllworte verwende ich auch gerne. Die Unterteilung in Mini-Abschnitte würde ich heute ebenfalls weglassen, genauso wie die Abhandlung über den Autor – dafür gibt es Wikipedia. Vielleicht hätte ich auch etwas detaillierter über den Inhalt schreiben können. Mir mehr Zeit lassen. Aber grundsätzlich, für den Anfang, ganz in Ordnung.

Mal sehen, was ich für nächste Woche ausgrabe.

Zweifelhafte, pragmatische Ansichten

Diese Woche war als Beilage zu den Salzburger Nachrichten mal wieder der Pragmaticus dabei. Eine monatliche Zeitschrift, in der sich scheinbar intelligente Menschen über aktuelle Probleme und Herausforderungen der Gesellschaft Gedanken machen. Ein gutes Viertel jeder Ausgabe fokussiert sich dabei auf ein Titelthema, das von unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet wird, der Rest beschäftigt sich mit einer Bandbreite an Thematiken.

Bis vor Kurzem hatte ich eigentlich einen recht positiven Eindruck dieses Magazins. Sie hatten etwa dieses Jahr mal den Panda als Titelthema und haben sich darüber Gedanken gemacht, ob man diese Spezies nicht aussterben lassen sollte, ob des unverhältnismäßig hohen Aufwands, sie am Leben zu erhalten. Dabei haben sie sich selbst nie allzu ernst genommen, dachte ich zumindest, und haben von diesem doch eher kontroversen Standpunkt aus gesehen, die Geschichte und aktuellen Zustand dieser Spezies beleuchtet.

Aus heutiger Sicht betrachtet bin ich mir allerdings nicht mehr so sicher, ob sie es nicht doch zu 100 % ernst gemeint haben, mit ihrer Aussage. Ich bildete mir auch ein, dass bisherige Titelthemen aus unterschiedlichen Blickwinkeln behandelt und diskutiert wurden. Denn warum sollte man sich viele Autor*innen leisten, wenn sie doch alle nur die Titelthese stützen sollen, die von Anfang an feststand und die das Team lediglich wiederkäuen soll.

Die letzte Ausgabe hat sich das Thema gendern in der deutschen Sprache ausgesucht, ein Thema, das natürlich in keinster Weise kontrovers oder über-emotionalisiert diskutiert wird, in der Öffentlichkeit. Es wurde auch auf dem Titelblatt ein subtiles, großes, rotes Stoppschild abgebildet mit der Aufforderung, man solle doch bitte mit dem Gendern aufhören und die deutsche Sprache mit diesem Unsinn nicht verschandeln. Also eine übliche, objektive Herangehensweise an ein Thema.

Trotzdem wollte ich den Autor*innen, Journalist*innen und Philosoph*innen eine Chance geben, sich doch noch differenziert mit dem Thema zu beschäftigen. Etwas skeptisch habe ich dann begonnen, die Artikel der Ausgabe zu lesen. Was mich erwartet hat, waren Artikel, die mich zutiefst schockiert haben. Es wurden Fakten falsch dargestellt (beispielsweise die Transfeindlichkeit einer gewissen Harry Potter Autorin – she, who shall not be named). Jeder Artikel war eine Kundgebung einer Meinung, ohne sich wirklich tiefer mit dem Thema zu beschäftigen oder auch betroffene Personen zu Wort kommen zu lassen. Es wurde eine Umfrage der Leserschaft bekannt gegeben, die mit fragwürdigen Grafiken dargestellt wurde – gerne würde ich wissen wollen, wie viele Menschen sie befragt haben, welches Geschlecht diese hatten, welche sexuelle Orientierung, etc. Kontext hilft manchmal. Auch die Beispiele für „schlecht“ gegenderte Texte waren katastrophal. Ich hatte den Eindruck, als hätte man absichtlich Texte herausgesucht, wo sich die jeweilige Person einfach keine Gedanken machen wollte, wie man einen schönen Text schreibt ohne unzählige Sternchen, Schrägstriche und sonstige Gender-konforme Zeichen und Formulierungen zu verwenden. Man müsste sich halt einfach ein bisschen Zeit nehmen, recherchieren und nachdenken, etwas, wozu auch die Autor*innen dieser Ausgabe des Pragmaticus scheinbar nicht imstande sind zu tun.

Ich musste die Ausgabe des Öfteren weglegen, bevor ich weiterlesen konnte. Die steilste These in der gesamten Ausgabe war die, dass man in Friedenszeiten quasi zu viel Zeit hat, sich Gedanken über die eigene Identität zu machen und dann solche „Trends“ wie das Gendern entwickelt – was nach dem Überfall auf die Ukraine und jetzt im Kontext mit den Geschehnissen in Israel und Gaza, mehr als nur geschmacklos war und ist.

Ich bitte darum, mich zu berichtigen, wenn sich herausstellen sollte, dass es sich hier eigentlich um ein rein satirisches Magazin handelt. Wer diese Ausgabe im Speziellen freigegeben hat für den Druck, sollte sich wirklich mal Gedanken über die eigenen Werte machen und wie man mit seinen Mitmenschen umgehen und kommunizieren will.

Vor einiger Zeit habe ich geschrieben, dass ich mich gerne mit positiven Einflüssen umgebe. Seien es die Newsletter von Matthew Dicks oder Arnold Schwarzenegger, oder andere Personen und Persönlichkeiten, die die Welt optimistisch betrachten und an das Gute im Menschen glauben. Menschen, die mit Ruhe und bedacht an Probleme und Herausforderungen herantreten. Das heißt nicht, dass man die Augen vor der Realität verstecken sollte oder alles immer nur durch die rosarote Brille betrachtet, lediglich eine positivere mentale Einstellung der Welt gegenüber. Das ist manchmal ein Kraftakt und nicht immer einfach, aber notwendig.

Diese spezielle Ausgabe des Pragmaticus war das genaue Gegenteil davon. Man ist mit einer vorgefertigten Meinung an ein Thema herangetreten, hat sich mit Ja-Sagern und Menschen umgeben, die diese Meinung ebenfalls haben und dann darauf basierend Artikel geschrieben. Ich bin gerne bereit, über Themen wie das Gendern zu diskutieren, aber dann muss man auch bereit sein, den eigenen Standpunkt zu hinterfragen und mit einem offenen Ohr an das Ganze heranzugehen.

Echokammern sind für niemanden gut, man braucht mal etwas Gegenwind oder andere Meinungen, muss sich mit anderen Kulturen und Sichtweisen auseinandersetzen, den eigenen Horizont erweitern – besonders wenn man etwas nicht versteht. Aber Fakten falsch darstellen und geschmacklose Thesen in den Raum zu werfen, geht einfach zu weit.

Mit etwas mehr Akzeptanz, Verständnis, Ruhe und Demut durchs Leben gehen, täte so manchen nicht schlecht. Oder wie es David Foster Wallace so treffend zusammengefasst hat: This is water.