In Salzburg gibt es abseits der Linzergasse ein unscheinbares Weinlokal namens Coquette. Betrieben von einem ausgesprochen netten Paar, bin ich mit Freund J. vor einigen Jahren an einem verregneten Abend durch die Tür gestolpert und seither finden wir uns im Durchschnitt sicherlich jedes zweite Wochenende dort wieder. Es ist charmant, man wird kompetent und freundlich beraten, man fühlt sich wohl – wie ein zweites Wohnzimmer.
Die geheimen Helden dieses Weinlokals sind allerdings nicht die Weine oder die französischen Säfte und Eistees. Sie sind fantastisch und ich entdecke immer wieder etwas Neues dort, aber das Beste an dem Lokal ist das Essen (verbunden mit den Weinen).
Eine einfache Antipasti-Platte in diesem Lokal gehört zu den Top drei Speisen, die in Salzburg zu finden sind. Und über die Jahre war ich in schon sehr vielen Lokalen und kenne so einige Küchen. Nur wenige kommen an das kulinarische, geschmackliche und sensorische Erlebnis vom Coquette heran.
Auf den ersten Blick ist es nichts Besonderes. Prosciutto, Schinken, Salami, umgeben von verschiedenen Käsesorten, angerichtet mit Oliven und etwas Gemüse, begleitet mit Olivenöl und Baguette. Doch jede einzelne Zutat dieser Platte ist von herausragender Qualität, das Olivenöl kann man buchstäblich trinken und die Käsesorten (die sich je nach Saison und was gerade verfügbar ist, abwechseln) haben mir eine vollkommen neue Welt des Geschmacks eröffnet.
Als ich vor nicht allzu langer Zeit schließlich lernte, von wo sie ihren Käse beziehen, war es also nur eine Frage der Zeit, bis ich mir den Namen gegoogelt hatte. So kam es letztens, dass ich beim Tölzer Kasladen eine Bestellung um zu viel Geld tätigte. Meiner Coronaerkrankung und anderen Verhinderungen habe ich es zu verdanken, dass ich es nun schon länger nicht mehr in das Weinlokal geschafft habe. So beschloss ich selbst etwas von diesen fantastischen Sachen zu Hause haben zu wollen. Dazu noch etwas von dem feinen Feigen- bzw. Birnen-Senf, und das nächste Abendessen ist gerettet.
Die Bestellung kam diese Woche an und zweieinhalb Kilogramm Käse sind doch mehr, als man vermuten würde, wie das Foto meiner Käselade (formerly known as Gemüselade) beweist. Ich habe jedenfalls bis Ende des Jahres erst einmal genug Käse zu Hause und bin schon gespannt, was ich alles entdecke. Der erste kleine Einblick beim Mittagessen war jedenfalls sehr vielversprechend.



