WordPress Spielereien und Abschweifungen

Ich betreibe diese Seite hier über WordPress. Das Theme nennt sich passenderweise The Blogger und ich hatte es bereits vor einigen Jahren erworben, als ich an Ideen für einen neuen Blog feilte, doch nicht wirklich wusste, was ich machen will. Erst durch Matthew Dicks Webseite bin ich auf die Idee gekommen, einen täglichen Blog zu machen. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen fordert es die Kreativität, sich jeden Tag hinzusetzen und ein paar Zeilen zu schreiben. Auf der anderen Seite ist es eine immer wiederkehrende Frist, die für mich einen positiven Druck ausübt, mir nicht nur etwas auszudenken, sondern es auch zu (virtuellem) Papier zu bringen. Mittlerweile mache ich das jetzt schon ein paar Monate und die Themen, die mir jeden Tag einfallen, sammle ich mittlerweile in einer immer größer werdenden Liste. Es ist erstaunlich, wie sich der Blick, bzw. die Mentalität dazu ändert. Anfangs musste ich geradezu um die Themen ringen, jetzt kommen mir ständig neue Ideen.

Diese Einstellung kommt aber nicht einfach so zustande. Es entsteht durch das tägliche Hinsetzen und Schreiben, auf der einen Seite. Die zweite, noch wichtigere Veränderung ist meine Einstellung. Ich lese um einiges mehr Tages- und Wochenzeitungen, Online-Artikel, Newsletter und dergleichen zu allen möglichen Themen. Ich habe den Eindruck, dass durch all diese Eindrücke und Informationen eben auch ein etwas anderes denken zustande kommt. Früher habe ich nur auf den Webseiten von DerStandard, SN oder orf.at herumgeklickt, heute lese ich die Zeitungen gerne durch. Aber wie gesagt, es sind erst ein paar Monate – mal sehen, wie es sich weiterentwickelt. Ich finde es jedenfalls sehr spannend und freue mich jeden Tag, neues zu entdecken und die Welt etwas besser kennenzulernen als gestern.

Für solcherlei Projekte muss man „einfach“ nur mit offenen Augen durch die Welt gehen und bereit sein, etwas Zeit zu investieren, statt lange Serien oder Filme zu schauen oder unnötigerweise viel Zeit auf YouTube zu verschwenden. Vielleicht geht es ja manchen ähnlich: man denkt über mögliche Projekte nach oder Dinge, die man umsetzen möchte, es gibt eventuell sogar konkrete Ideen – wirklich umsetzen tut man es am Ende aber doch nicht. Mit diesem Blog und dem täglichen Aufschreiben von Gedanken, Ereignissen und vielem mehr habe ich jeden Tag etwas geschafft. Ein kleines Ziel erreicht. Meine beruflichen Tätigkeiten, die natürlich nicht unerwähnt bleiben sollen, lasse ich hier außen vor. Ich will eine Trennung von Beruf und Privatem, brauche ich auch für meine geistige Gesundheit. Ich gehe zwar gerne meinem Beruf nach, doch eine gewisse Abgrenzung muss eben sein.

Eigentlich wollte ich heute über WordPress-Plugins schreiben, die mir so einige Sachen für die Webseite erleichtern. Beispielsweise Lightspeed Cache, Page Links to, Recent Posts Widget Extended, Smush und ein paar andere. Ein paar andere habe ich auch noch installiert, aber die sind aktuell deaktiviert. So ist auch der scheinbare Konsens: so wenige Plugins wie möglich, da sie zu einem gewissen Grad ein Sicherheitsrisiko darstellen. Ich kann jedoch um mein Leben nicht programmieren, so bin ich auf sie angewiesen. Sie haben eben ihren Vorteil, so ermöglichen Page Links to und Recent Posts Widget Extended es beispielsweise, dass ich direkt von einem gepinnten Beitragstitel zur Archiv-Seite verlinken kann. Auf der Seite selbst, am oberen Ende, finden sich schließlich drei zufällige Beiträge. Die anderen Plugins tragen zu einer schnelleren Webseite im Allgemeinen bei.

Abschweifungen gehören aber auch dazu, wenn man spontan Texte schreibt. Eigentlich will man sich Thema a widmen, am Ende kommt dann eine Mischung dabei heraus, weil Thema a vielleicht doch nicht so ergiebig oder spannend war. Und genau das mag ich so gerne an diesen täglichen Texten, Beiträgen oder wie auch immer man es nennen will. Es ist jeden Tag anders. Man muss nur offen für das Unerwartete sein und sich nicht verbissen an einer Idee entlang hangeln. Einfach überraschen lassen. Das Hinsetzen und Machen ist allerdings meist die größte Hürde, bis es eine Gewohnheit ist, zu etwas Alltäglichem wird.

So ergeht es mir beispielsweise gerade bei einer Geschichte, die ich schreiben möchte. Ich habe die Charaktere im Kopf, aber keine Geschichtsidee dazu. Zumindest noch keine konkrete, nur lose Bilder und Fetzen einer Geschichte. Ich müsste mir nur mal die Charaktere D&D-mäßig auf einem character sheet aufschreiben und mir Gedanken dazu machen, dann kommt sicher auch der Kontext und die Welt dazu.

Ähnlich ergeht es mir mit meinen Warhammer-Figuren, die bemalt werden wollen. Jeden Tag eine halbe Stunde oder so würde mich sehr weit bringen, über die Zeit gesehen, doch irgendwas hindert mich daran. Jetzt habe ich mich mal hingesetzt und mir eine Liste gemacht, was eigentlich ansteht, aber dazu vielleicht morgen mehr.

So ist das nun mal mit Ratschlägen. Erteilt sind sie schnell und in die Welt hinaus getragen, sich selbst daran zu halten oder es zu versuchen, ist etwas völlig anderes. Für morgen ist also das Ziel, mich 30 Minuten hinzusetzen und an einer Figur oder einem Squad zu malen. Einfach mal anfangen, wer weiß, wohin ein erster Schritt führen kann.

Throwback Thursday: Star Wars – The Force Awakens

Meine Rezension zu The Force Awakens zu lesen, ist schon etwas surreal. Vor allem aus der heutigen Sicht und mit den ganzen Serien, Filmen und sonstigen Dingen, die sich in den vergangenen Jahren bei Star Wars ereignet haben. Außerdem war ich doch viel positiver und hoffnungsvoller, als ich eigentlich erwartet hatte. Aber irgendwie ist es auch erfrischend.

Ich meine, wenn man die neue Trilogie als Ganzes sieht, ist es natürlich eine vertane Chance und einfach nur schade, dass Disney und Lucasfilm nicht mit mehr Plan und Fürsorge daran herangetreten sind. Für sich allein genommen jedoch hat der siebte Film der Reihe genau das erfüllt, was er sollte. Er hat neue Charaktere eingeführt, sich stark an der Geschichte der alten orientiert und sich mit allzu viel Neuem zurückgehalten. Wie ich damals geschrieben habe, musste man erst einmal das Vertrauen der Fans wieder gewinnen und das hatte man, denke ich, erreicht. Leider wurde dieses schnell wieder verspielt, aber die initiale Zündung war gelungen.

Im Allgemeinen würde ich im Nachhinein betrachtet vielleicht ein paar Formulierungen ändern und manches umschreiben, in meiner Rezension, aber alles in allem bin ich auch heute noch zufrieden damit. Nur die letzte Zeile ist schwierig gealtert und würde ich so heute auf keinen Fall mehr schreiben. Aber der Vollständigkeit halber und unter dem Motto, dass ich die alten Artikel in nicht editierter Form hier veröffentliche, bleibt sie eben drin. Der Artikel stammt vom 05.01.2016.


17.12.2015 00:01 Uhr, Reutlingen, Deutschland: Das Kino ist wie erwartet äußerst voll mit Menschen, die einen magischen Abend erleben wollen – hier ein Stormtrooper, dort eine Prinzessin Leia und trotz der vielen Lichtschwerter hat niemand eine Hand verloren. Ich hole mir mein Mineralwasser und die M&M’s, gehe in den Kinosaal und suche mir meinen Platz. Bereits den ganzen Tag stieg die Vorfreude immer weiter an und jetzt ist es endlich so weit: Die Lichter im Saal erlöschen, es wird dunkel – schließlich erscheint der “Lucasfilm” Schriftzug auf der Leinwand und ich habe das Gefühl, dass alles gut wird.

Das folgende Review von “The Force Awakens” teilt sich in zwei Teile. Als erstes gebe ich einen kurzen Überblick, was ich von dem Film erwarte – diese Gedanken habe ich direkt vor dem Film geschrieben – anschließend folgt das spoilerhaltige Review.

Die Erwartungen

1983 erscheint das große Finale einer Trilogie, die eine Mythologie und Fanbase nach sich ziehen wird, wie es wohl keiner erwartet hätte. Damit ist es mittlerweile 32 Jahre her, seit wir den letzten (guten) Star Wars Film bekommen haben. Es mag Stellen in den Prequels geben, die man gut finden kann, wie das Podracer Rennen, der Kampf zwischen Obi-Wan, Qui-Gon und Darth Maul, ja, das war’s eigentlich auch schon, doch im Prinzip wurde der Mythos um Darth Vader eher zerstört, als weiter ausgebaut – doch lassen wir dieses Fach zu Sicherheit mal zu.

Mit einer emotionalen und viel debattierten Vergangenheit wie Star Wars ist man schnell verleitet seine ganze Hoffnung in diesen, von JJ Abrams inszenierten, Film zu setzen – dazu zähle ich mich übrigens auch. Hinzu kommt noch, dass dieser für Disney nichts weniger als eine völlig neuartige und moderne Wiederbelebung eines Franchises darstellen soll, dem genauso viele entgegenfiebern, wie sie gefürchtet wird. Ist es also gerechtfertigt, so viel von Abrams und seinem Team zu verlangen? Eigentlich sollte man vorsichtiger an die Sache herangehen, aber das Marketing um Episode VII war so geschickt gemacht, es wurde nichts essentielles verraten und das was gezeigt wurde, strahlte so viel Hoffnung aus, da kann man eigentlich nichts anderes, als das Beste erwarten.

Aber was genau wollen wir – respektive ich – von diesem Film?

  • Keine Jar-Jar-Artige Witzfigur, die den Film “leichter” gestalten soll.
  • Keine langen, langweiligen Senats-Verhandlungen
  • Eine Kombination aus praktischen Effekten und CGI.
  • Atemberaubende Lichtschwert-Kämpfe
  • Gute Charaktere, die sich glaubwürdig weiterentwickeln
  • Ein breites Kaleidoskop verschiedener Charaktere
  • Die Figuren aus den früheren Filmen (Han, Leia, Luke,…) sollen in Ehre gehalten werden.
  • Einen klassischen Einstieg: Logo des Studios, Fanfare, Lauftext usw.

Es wird in diesem Film keine großen Experimente geben. Für solcherlei Dinge gibt es die Anthology-Filme. Hier wird man sich eher an die Basics halten und diese entsprechend gut umsetzen, damit das Vertrauen der Fans wieder gewonnen wird. Ich freue mich auf den Film heute Abend. Es sind noch genau zweieinhalb Stunden bis zur Premiere, das Ticket liegt seit Wochen bereit, der Vorhang kann sich öffnen. May the Force be with us.

Das Review

Erst einmal vorweg: Ich habe mir den Film mittlerweile 4x angesehen – alles natürlich rein zur Recherche, damit ich auch nichts übersehen habe. Bevor ich auf die einzelnen Dinge eingehe, möchte ich euch versichern, dass der Film wirklich gut ist. Wie erwartet hat sich JJ Abrams an bekannten Mustern, vor allem aus denen der Original-Trilogie bedient und diese entsprechend modernisiert und neu aufgearbeitet. Dabei gelingt ihm der Spagat zwischen einem kleinen Remake und einer Fortsetzung des vorhandenen Universums ziemlich gut.

Fangen wir bei einem sehr heiklen Thema an: CGI. Ich weiß nicht genau warum, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass wenn man das Kürzel CGI verwendet, um die Effekte in einem Film zu beschreiben, ist diese Bezeichnung negativ behaftet. Vor kurzem habe ich ein Video auf YouTube entdeckt, welches sehr anschaulich darstellt, dass CGI nicht das Böse etwas ist, dass unsere heutigen Filme zerstört. Ganz im Gegenteil hilft es sogar, die Film so darzustellen, wie es die Visionäre es sich immer geträumt haben. Dabei muss man immer im Auge behalten, welche Art von Film gezeigt werden soll. Bei einem Film wie Avatar rechnet man nicht mit großen real gebauten Sets, die Welt ist einfach zu fantastisch und unterscheidet sich von unserer so sehr, dass es sich nicht anders umsetzen ließe (James Cameron hat dafür eigens diverse Technologien mitentwickelt, um den Film überhaupt machen zu können). Auf der anderen Seite haben mir Mad Max, den alle für seine bodenständige und handgemachte Action loben. Doch dieser würde ohne CGI auch nicht so aussehen, wie er es nun einmal tut. Klar die Autos funktionieren und die feuerspeiende Gitarre gibt es wirklich, doch der tief orange Look und der klare blaue Himmel wurden nachträglich so “eingefärbt”. Bei Star Wars ist es wiederum anders. Hier will man diese Kombination aus praktischen Effekten und CGI haben, damit wir mehr an diese Welt glauben können. JJ hat dies wirklich wunderbar in diesem Film umgesetzt. Doch was nützt es uns nun tatsächlich?

Werden wir etwas konkreter: Rey, unsere Heldin, auf die ich später noch einmal zu sprechen komme, lebt auf dem Planeten Jakku. Dort sammelt sie Schrott, putzt diesen und verkauft ihn für Nahrung weiter. Das kleine Dorf, in welchem sie lebt steht bzw. stand tatsächlich so in einer Wüste. Kreaturen wurden mit Kostümen und Mechaniken zum Leben erweckt. Dies macht die Welt greifbar und wirklich real. Es entsteht sofort eine Atmosphäre, die mit reinem CGI so nicht entstanden wäre (vgl. Prequels). Andererseits ermöglichen die heutigen Computereffekte, dass wir Luftkämpfe direkt über dem Boden sehen können, direkt in der Atmosphäre eines Planeten. Früher wäre so etwas nicht möglich gewesen. Die Animateure haben hier eine wirklich fantastische Arbeit geleistet, denn so etwas, hat man in einem Star Wars Film noch nicht gesehen. Hier gibt es gleich zwei tolle Beispiel. Zum einen die Flucht von Rey, Finn und BB-8 von Jakku und später im Film, sehen wir auch aus der Perspektive Finns, der sich auf dem Boden befindet, Poe diverse T-Fighter und Bodentruppen besiegen. Der letztgenannte Panorama-Shot ist fantastisch gemacht und den könnte ich mir immer wieder ansehen.

Da wir nun in einer Welt sind, die wir nachvollziehen können und die immer wieder beeindruckend aussieht, benötigen wir noch Charaktere, die uns durch die Geschichte führen. Rey ist eindeutig die Heldin des Filmes und auch wenn sie, so wird sie zumindest dargestellt, schon beinahe alles kann (Schiffe fliegen, Dinge reparieren, mit dem Lichtschwert kämpfen usw.), kaufe ich ihr das alles ab. Die Schauspielerin Daisy Ridley verkörpert diese starke, selbstständige Frau, was besonders am Anfang in einer emotionalen, aber auch teils witzigen Sequenzen verdeutlicht wird, hervorragend. Sie ist ein guter Bezugspunkt für den Zuschauer und ich freue mich schon auf die Bücher oder Comics, die ihre Vorgeschichte erzählen und wie sie zu den Fähigkeiten, die sie kann, gekommen ist (diese sind zwar noch nicht bestätigt, doch es ist nur eine Frage der Zeit).

Dann haben wir Finn, den rebellischen First-Order-Soldaten. Anfangs hatte ich so meine Schwierigkeiten mit ihm, da er bis zur hälfte des Film eigentlich nicht viel anderes tut, als schwer zu atmen und den Feigling vom Dienst zu spielen. Bis zum Ende hin wird er aber sympathischer und ich bin gespannt, was seine Reise ist. Den Rebellen-Piloten Poe Dameron bekommen wir leider nur sehr kurz zu sehen, wenn er aber auf der Bildfläche erscheint, räumt er sämtliche Sympathiepunkte ab. Der Schauspieler Oscar Isaac ist sehr charismatisch und perfekt für die Rolle.

Bevor ich dann zur alten Garde komme, möchte ich noch ein paar Worte zu meinem absoluten Favoriten verlieren: Kylo Ren. Er wird zu Beginn des Film als der harte Führer von der First Order dargestellt. Er ist bewandert in der Macht, hat ein nie da gewesenes Lichtschwert und eine auftreten, welches man fürchten kann. Doch nach und nach realisiert man, dass er noch in der Ausbildung seines Meisters Snoke steht und darum kämpf, ob die dunkle Seite tatsächlich die Richtige ist. Als er dann auch noch seine Maske abnimmt und man sein Gesicht sieht, erkennt man wie jung er ist. Wie ist Darth Vader zu seinem Vorbild geworden? Was ist in der Ausbildung mit Luke schief gelaufen? Diese Fragen möchte ich auch gerne in dem ein oder anderen Medium beantwortet haben. Ihm und seinem Vater Han Solo, gehört dann auch der tragischste Moment des ganzen Filmes, den ich hier nicht verraten möchte. Nur so viel: Dieser Moment ist so fantastisch Inszeniert, mit so viel Liebe für’s Detail, Hingabe und Symbolik, man kann nicht anders als schockiert in dem Sessel zu sitzen. Doch die tatsächlichen Auswirkungen dieser Szene, werden erst mit den nächsten Filmen spürbar. Als letztes haben wir dann noch die bereits erwähnte klassische Riege: Han Solo und Chewbacca bekommen dabei die meiste Screentime und das ist auch gut so. Sie sind tolle Begleiter für die neuen Charaktere und bestehen ihre Aufgabe, den Stab an die nächste Generation an Helden weiter zu geben mit Bravour. General Leia ist nicht ganz so oft zu sehen, doch dafür wird sie toll eingesetzt und hat bewegende Momente. C-3PO und R2D2 sind ein schwieriger Fall. Der erstgenannte Droide ist noch gut in die Geschichte eingearbeitet und erfüllt einen Zweck. Andererseits ist R2 so gezwungen in die Handlung integriert, dass ich mich frage, warum sie ihn nicht einfach weggelassen haben. Warum ist er nicht zusammen mit Luke verschwunden und taucht im nächsten Film wieder auf? Immerhin haben wir in diesem Film BB-8, den wohl sympathischsten, witzigsten und best ausgearbeiteten Droiden der Filmgeschichte, da benötige ich nicht auch noch R2, der diese Rolle in sechs Filmen hervorragend erfüllt hat. Er hat mehr verdient, als ein reiner Deus-Ex-Machina zu sein. Doch genug der Charaktere. Was ist noch mit Star Wars verbunden, was nicht fehlen darf? Richtig, die Musik. John Williams, der in bisher allen Filmen den Soundtrack geliefert hat, beweist wieder einmal, dass Star Wars, zumindest was die Musik anbelangt, ihm gehört. Es ist sein Baby und dies kann ihm so leicht niemand wegnehmen. Es gelingt ihm sehr gut, alte Themen aufzugreifen und doch neu zu präsentieren. Die Klänge fügen sich so natürlich in die Geschichte ein und schafft damit ein Gesamtprodukt, welches für sehr viele Gänsehaut-Momente sorgt.Es gibt ja kaum noch große Filmproduktionen, die nicht in 3D auf die Leinwand projiziert werden. Selten hat es wirklich ästhetische Gründe, als viel mehr finanzielle. Bei Star Wars ist es für mich weder Fisch noch Fleisch. Zum Teil funktioniert das 3D wirklich gut und die Konvertierung verleiht dem Film mehr Tiefe (ja, ich weiß, der war billig). Doch zum anderen habe ich es in den vier Besuchen, nur zwei Mal erlebt, dass kein Schatten oder Ghosting, wie es so schon heißt, ersichtlich war. An dieser Stelle muss ich dann wirklich die IMAX Kinosäle loben, da das Bild hier perfekt war. Überhaupt mag ich IMAX sehr gerne. Es verleiht der Präsentation einfach noch das gewisse etwas, das in einem normalen Kinosaal fehlt – vor allem was den Sound anbelangt. Bevor ich jetzt aber schon zum Ende komme, sind ja erst 1800 Wörter, muss ich mich noch etwas über den tatsächlichen Inhalt des Films auslassen: Zum einen die Technologien. Diese bauen meist logisch auf die vorherigen Filme auf, allerdings wird nicht viel neues Präsentiert. Es sind kleinere Designänderungen bei den Raumschiffen und den Stormtroopern (Spezialeinheiten bekommen zum Beispiel eine Waffe mitgeliefert, die den Lichtschwertern etwas entgegen zu setzen haben – ebenfalls ein sehr cooler Moment), doch tatsächlich neues behält man sich noch für später auf. Was dem Zuschauer wirklich auf’s Auge gedrückt wird, ist die “Starkiller Base”. Hier handelt es sich um eine Weiterentwicklung des “Death Star” und ist auch dementsprechend größer. Die First Order hat hier einfach mal den Death Star in einen Planeten integriert und somit eine art Todesplanet erschaffen, der mehrere Ziele auf einmal ausschalten kann und durch einen nahen Stern mit Energie versorgt wird. Es sieht wirklich beeindruckend aus und ich habe nichts dagegen, dass diese Idee hier wieder aufgegriffen wurde. Für die nächsten Filme aber dann bitte keine solchen Dinger mehr – vorerst reicht es. Auch die Lichtschwerter gefallen mir gut. Zugegeben, wir sehen hier nur zwei: Lukes altes Lichtschwert, welches toll eingeführt wird und diese Aura ausstrahlt, wie sie nur eine Jedi-Waffe haben kann und auf der anderen Seite Kylo Rens neues Design. Dieses ist visuell sehr beeindruckend, da die Klinge nicht so geradlinig ist wie bei Lukes, sondern es scheint zu zittern und zu wabern, ganz so als würde die Energie gleich losbrechen und alles in seiner Nähe vernichten. Diese Bedrohlichkeit ist wirklich beeindruckend und über den ganzen Film über spürbar, sobald Kylo es aktiviert.

Der Gesamteindruck des Films ist sehr positiv. Er zeigt viel gut pointierten Humor, sympathische Charaktere, tolle Musik und eine vollgestopfte Geschichte. Ich finde es gut, dass JJ und sein Team auf bekannte Elemente setzen und so einen Film präsentieren, der eine stimmungsvolle Symbiose aus alt und neu darstellt. Wie bereits geschrieben, muss sich Disney erst das Vertrauen der Zuschauer verdienen und zeigen, dass es möglich ist gute Star Wars Filme zu machen. Erst wenn dies erfüllt ist, kann man mit wirklich neuen Ideen die Geschichte auf ein neues Level heben. So wie es derzeit aussieht ist die Mission gelungen, denn “The Force Awakens” nähert sich mit großen Schritten der zwei Milliarden Dollar Marke und ich hoffe er übertrifft diese noch, denn es wird Zeit das James Cameron vom Thron verwiesen wir, immerhin ist er schon lange genug an der Spitze der Box-Office-Charts. Somit blicken wir in eine Zukunft mit vielen neuen Star Wars Abenteuern, die nicht nur diese Geschichte weiter spinnt, sondern auch abseits der Hauptfilme das Universum erweitert, genau wie es bisher die Comics, Bücher und Spiele gemacht haben. Danke JJ, für eine neue Hoffnung.

Zeit für einen Abschied

Dies ist wohl einer der letzten Texte, den ich auf meinem aktuellen MacBook Pro schreiben werde. Seit neun Jahren leistet mir dieses Gerät treue Dienste. Neun Jahre sind eine lange Zeit, und es hat so einiges mitgemacht. Jedoch merke ich, dass es dem Ende zugeht, da manche Arbeiten schon ein bisschen mühsam werden. Vor allem der Akku hält mittlerweile nicht mehr lange durch und so ist es schwierig, das MacBook auf Reisen mitzunehmen. Und jetzt, wo ich wieder jeden Tag schreibe, möchte ich doch ein bisschen mehr Flexibilität haben, wo ich das Gerät mit hinnehmen kann.

Aber auch dem Prozessor merkt man sein Alter an. So manche Kleinigkeiten führen dazu, dass der Lüfter voll aufdreht und gewisse Programme bouncen schon für eine lange Zeit im Dock herum, bevor sie sich öffnen. Das neueste Betriebssystem erhält es seit zwei Jahren nicht mehr und so einige Funktionen und Updates hätte ich dann doch sehr gerne. Wie gesagt, neun Jahre sind eine lange Zeit und es hat ausgesprochen gute Dienste geleistet.

Ich habe das MacBook 2015 gekauft, kurz bevor ich mein Studium in Tübingen begann. So sind einige Essays und Texte für das Medienwissenschafts- und Philosophie-Studium über diese Tastatur entstanden. Inklusive der Lektüre diverser Paper, Texte und Abhandlungen zu allen möglichen Seminaren und Themenbereichen, die ich hierauf gelesen habe. Des Weiteren habe ich mehrere Blogs über dieses Gerät aufgesetzt und betrieben. Da wären mein erster Blog geek-planet, den es von 2014 bis 2018 gab und auf dem ich mehrere hundert Texte geschrieben habe. Dann noch diverse Ableger wie das Projekt Everything X-Men, über das ich sicherlich noch gesondert berichten werde. Ich hatte auch meine erste eigene Seite damit ins Leben gerufen (christophstaffl.at) – die es ebenfalls nicht mehr gibt. Diese Seite hier ist der geistige Nachfolger all der vorangegangenen Projekte. Statt themenspezifischen Seiten schreibe ich hier einfach über alles was mir durch den Kopf geht, Spaß macht oder mich gerade besonders bewegt.

Nicht unerwähnt bleiben darf natürlich das Projekt rogues-portal (heute geek’d out). Ein englischsprachiger Blog, für den ich ebenfalls so einige Artikel geschrieben habe. Dort war ich knapp über drei Jahre beteiligt. Es hat Spaß gemacht, mit anderen gleich gesinnten, die über die Welt verstreut waren, eine nerdige Website zu betreiben und lustige Ideen auszuprobieren.

Zwischendurch habe ich mich mit einer günstigen Spiegelreflexkamera an der Fotografie versucht und so einige Bilder mit Lightroom bearbeitet. Auch wenn ich das Hobby nicht dauerhaft verfolgt habe, war es doch interessant, es einmal auszuprobieren und mit den Einstellungen und online verfügbaren Presets herumzuspielen. Ein paar gute Bilder sind, denke ich, durchaus entstanden.

In der Corona-Zeit, als es noch Lockdowns gab, habe ich dieses MacBook auch genutzt, um an diversen Abenden mit Freunden zu zoomen, mit Menschen in Kontakt zu bleiben und mich abzulenken.

Zwischendurch wurde es zwar von einem iPad abgelöst, aber für so manche Arbeiten benötigt man eben doch noch einen „richtigen“ Rechner bzw. Mac.

Das neue MacBook Pro wird ein 14-Zoll-Gerät mit M3-Pro-Prozessor und 18 GB Arbeitsspeicher. Besonders der größere Arbeitsspeicher war mir wichtig. Bei dem alten habe ich ebenfalls schon darauf geachtet, diesen aufzustocken, da ein Mangel daran schnell spürbar wird, vor allem bei Grafik- und Fotoprogrammen. Mal sehen, wie lange es mir dienen wird, aber ein paar Jahre muss es schon durchhalten. Ich freue mich jedenfalls auf all die Projekte und Lebensabschnitte, auf die es mich begleiten wird. Es hat große Fußstapfen zu füllen.

Grüner Zuwachs

Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass meine Aktion im November, als ich bei etwa sieben bis acht Grad im Garten stand und die Setzlinge meiner Efeutute neu eingesetzt habe, einen kleinen persönlichen Rekord aufstellte. Nun kann ich mit Freude berichten, diesen übertroffen zu haben.

Vor ein paar Wochen habe ich mir von einer anderen Grünpflanze, die schon etwas auswächst, ein paar Setzlinge herunter gezwickt und in ein Glas Wasser gesetzt. So treiben recht schnell Wurzeln aus. Ich bin ehrlich immer wieder überrascht, wie schnell das teilweise geht, und so konnte ich nicht mehr lange warten, um sie einzusetzen. Also habe ich bei null Grad draußen gestanden und die Setzlinge in die Erde gepackt. Da die Erde im Keller untergebracht ist, war diese nicht allzu kalt und ich hoffe, die drei Setzlinge überstehen den kleinen Kälteschock.

Aber sie sehen alle eigentlich einigermaßen gut aus und da die Wurzeln schon zwischen einem und vier Zentimeter lang waren, sollten sie sich in der frischen Erde recht schnell zurechtfinden.

Meinem Elefantenfuß, den ich ebenfalls aus einem Setzling heraus anzüchte und der in den vergangenen Monaten erstaunlich gut wächst, hat ebenfalls ein bisschen frische Erde obendrauf bekommen. Mit der Zeit setzt sich diese doch noch ein wenig ab und etwas frische Erde schadet ja nie.

Auf dem unteren Bild ist im Hintergrund der Weihnachtsstern zu sehen, den ich mir im Dezember beim Lagerhaus mitgenommen habe. Dieser hält sich noch erstaunlich stabil. Aber bei mir steht er weit weg vom Fenster in der Küche, wird durch ein Grow-Light mit 12 Stunden „Sonne“ versorgt und hat ein stabiles Klima, ohne jegliche Zugluft. Das hilft sicher, denn diese Pflanzen sind ja extrem empfindlich, wenn sie nicht immer unter denselben Bedingungen gehalten werden. Mal sehen, wie lange er sich noch hält. Eventuell wird der Weihnachtsstern ja zu einem Osterpflänzchen.

Das gelbe Fähnchen im Topf ist übrigens eine Insektenfalle, die ich gerne gegen die kleinen Fliegen verwende, die sich manchmal nicht vermeiden lassen und sich in der Erde einnisten. Ich habe schon so einige Klebefallen ausprobiert, auch welche mit Geruchsfläschchen und dergleichen, aber diese müssen schon perfekt platziert sein, um effektiv zu wirken. Meiner Erfahrung nach helfen die gelben Klebesticker am besten. Wenn der Befall sehr stark ist, verwende ich durchaus mehrere. Wer ebenfalls bisweilen mit diesen kleinen Nervensägen zu kämpfen hat – ich kann die gelben Klebefallen nur empfehlen.

Wie man 30.000 Bilder sortiert

Seit meinem ersten iPhone (ein iPhone 4 welches ich 2014 kaufte) füllt sich meine iCloud-Photos-App mit allen möglichen Bildern. Nicht nur mit Fotos von Urlauben und den alltäglichen Dingen, die man so ablichtet. Nein, es haben sich tausende Screenshots und Bilder aus dem Netz dazu gesellt. Ich speichere gerne alles in der Photos-App, da ich mir eingebildet habe, dass ich alles jederzeit zur Verfügung habe. Allerdings müllt es natürlich das alles auch zu einem gewissen Grad zu. Und mal ganz ehrlich, wie oft sieht man sich das eine Bild, welches man 2017 zufällig gefunden hat und interessant erschien, tatsächlich an?

Aber was genau sind bei mir diese zusätzlichen Bilder? Screenshots aus Comics und Webcomics sind noch das häufigste, was ich zusätzlich zu tatsächlichen Fotos in der Library habe. Alleine das sind so etwa 3.000 gewesen. Dann kommen noch diverse Playstation und Xbox Screenshots von Spielen hinzu, sowie Bilder und Zeichnungen, die ich im Netz herausgesucht hatte. Seien es Inspirationen zu Warhammer, Dinge für (Kurz-)Geschichten oder andere Fundstücke, die es sich aufzuheben lohnte. Und natürlich sind diverse fotografierte Dokumente ebenfalls dabei. Kurz gesagt, alles, was man eigentlich nicht in der Photos-App braucht.

Da mein iCloud-Speicher voll zu werden drohte, und ich nicht bereit bin mehr als 3€ Aufpreis pro Monat dafür zu zahlen, musste irgendwie Platz geschaffen werden. Also der perfekte Zeitpunkt, um die Library zu bereinigen. Wichtig ist zudem, dass ich alte Familien-Alben digitalisiert und die Bilder, die mit digitalen Kameras über die Jahre gemacht wurden, gesammelt und alles in die Photos-App geladen habe. Ich finde es, wie gesagt, sehr schön, alles an einem Ort zu haben.

Angefangen habe ich mit sämtlichen Videos. Die meisten waren sowieso vom Kater, der Rest von Urlauben oder alltäglichen Dingen, die ich mir nie angesehen habe. Ich will allerdings nichts löschen, daher habe ich mir alle Videos auf eine externe Festplatte gezogen. Alleine das waren schon mal knapp über 20 GB. Jetzt hatte mich aber der Anreiz gepackt und so bin ich die ganze Library durchgegangen.

Zuerst habe ich aber Folgendes gemacht, denn zum Glück bin ich jemand, der gerne Alben anlegt und damit zigtausende Fotos bereits vorsortiert waren. So konnte ich recht einfach die Bilder aus den Alben, deren Bilder gelöscht werden sollten, auf die externe Festplatte ziehen, dann mit dem Keyword „delete“ versehen. Schließlich sucht man in der Gesamtübersicht in der App nach dem Keyword und löscht die Bilder. Wieder ein paar tausend erledigt.

Schlussendlich bin ich die gesamte Zeitlinie von oben bis unten durchgegangen und habe den Rest rausgeworfen. Ein paar Stunden später hatte ich eine bereinigte Photo-Library, die nur mehr wenige ausgewählte, zusätzliche Bilder enthält.

Insgesamt bin ich knapp 7.000 Bilder und Videos los geworden, die mehr als 65 GB an Speicherplatz eingenommen hatten. Mit dem hatte ich zugegebenermaßen nicht gerechnet. Aber so kann ich quasi wieder von vorne anfangen, Screenshots und Ähnliches zu sammeln, bzw. mir diese auf die Festplatte (sei es intern, extern oder auf der iCloud) speichern. Einfach ein bisschen selektiver damit umgehen, was in meine Photos-App darf und was nicht.

Aber manchmal muss man diese aufräumen. Aber dreizehn Jahre warte ich dafür nicht mehr. Stundenlang durch Bilder und Fotos scrollen ist schon etwas anstrengend für die Augen.

Fasten und App-hängikeiten

Ich muss mich für das schlechte Wortspiel im Titel entschuldigen, aber manchmal kann ich nicht widerstehen. Jedenfalls soll es heute zu einem gewissen Teil um das Intervall-Fasten gehen. Diese Technik ist etwas, dem ich viel abgewinnen kann. Es ist eine interessante Übung. Nicht nur für den eigenen Appetit und spontane Kühlschrank-Überfälle, sondern auch in Bezug auf die mentale Seite.

Wenn ich Intervall-faste, dann typischerweise in der beliebten 16:8 Variante, sprich 16 Stunden nichts essen, gefolgt von einem 8-Stunden-Fenster, in dem man isst. Das kann sich schon mal zu einem 20 oder sogar 21 Stunden Fastenzeitraum ausdehnen, sei es, weil ich gerade unterwegs bin oder es gerade gut läuft. Aber manchmal stellt es sich eben auch als eine mentale Übung heraus.

In unserer Gesellschaft und vor allem im westlichen Teil der Welt leben wir im Überfluss. Alles ist jederzeit sofort verfügbar. Die Supermärkte sind mit verarbeiteten Lebensmitteln gefüllt und man kann ja eigentlich nicht nicht essen. Daher ist es eine charmante und kontrastierte Herangehensweise, sich dem etwas zu widersetzen und ein paar Stunden am Tag zu sagen, ich entscheide mich bewusst, meinem Körper eine Pause zu gönnen. Denn diese Pause braucht der Körper zum Teil auch, denn erst, wenn wir mal 12 oder mehr Stunden nichts essen, werden gewisse Prozesse in Gang gesetzt. Autophagie, eine Art Reinigungs- und Erneuerungsprozess der Zellen, kann bis zu 14 oder 16 Stunden dauern, bis dieser aktiviert wird. Deshalb versuche ich zumindest die 12 Stunden jeden Tag vollzumachen. So wie es Bas Kast in seinem Buch Der Ernährungskompass ebenfalls beschreibt, einfach zwischen acht Uhr morgens und acht Uhr abends nicht essen. Eine interessante Übung, die ich nur empfehlen kann.

Mittlerweile gibt es ja für alles Apps und so ist der iOS-App-Store mit Fasten-Apps zum Überfluss gefüllt. Früher hatte ich die Fastic-App getestet und war damit sehr zufrieden. Im Januar hatte ich jetzt die Zero-App. Diese ist zwar von der Bedienung nicht ganz so super und die Statistiken benötigen manchmal einen Neustart der App, bis sie sich alle Infos aus der Health-App bzgl. Trainings und so geholt hat, aber sie besticht durch individualisierte Fasten-Zeiten. Das heißt, die Prozesse, die der Körper nach gewissen Stunden in Gang setzt, sind der eigenen Ernährungsweise angepasst und je nachdem, wann man welchen Sport betreibt. Was sehr begrüßenswert ist.

Ich hatte zum Glück den Winter-Sale verpasst, sonst hätte ich unnötigerweise wahrscheinlich ein Jahresabo abgeschlossen. So habe ich es mir testweise für einen Monat geklickt. Und das reicht, finde ich auch. Ich möchte mich nicht ein Jahr lang mit einer Fasten-App herumschlagen müssen. Mich interessieren auch die Statistiken und so nicht. Was faszinierend ist, sind die Infos, wann man welche Zonen betritt und wie sich Sport beispielsweise darauf auswirkt. Aber nach zwei bis drei Wochen habe ich das verstanden und mit dem Talent, eine Uhr lesen zu können, bin ich selbst in der Lage abzuschätzen, wie lange ich gerade nichts esse.

Und genau darum geht es mir eigentlich. Sich nicht unbedingt durch Apps abhängig in manchen Lebensbereichen zu machen. Ich brauche nicht über alles in meinem Leben eine Statistik. Die Apple Watch zeichnet schon genug Sachen auf, die ich tatsächlich interessant finde. Bei manchen Dingen ist der eigene Hausverstand ausreichend.

Impulskontrolle mit YNAB

Die eigenen Finanzen im Griff zu haben, ist nicht immer so einfach. Seien es die Werkstattkosten, die plötzlich doch doppelt so hoch sind, da diverse Filter und andere Dinge ausgetauscht werden müssen. Die Abo-Kosten, die man vollkommen vergessen hat. Oder aber auch eine Vorbestellung, die man vor Monaten getätigt hat und plötzlich 100 € von der Kreditkarte abbuchen. Es gibt immer wieder Ausgaben, die zu übersehen sind, die einen überraschen können oder eben plötzlich sehr viel höher ausfallen, als erwartet.

Deshalb habe ich gerne einen Überblick. Nicht nur über die Ausgaben, die ich getätigt habe, sondern auch darüber, was in Zukunft auf mich zukommen wird und kann. Dafür ist es notwendig, ein Budget aufzustellen und jedem Euro, den man einnimmt, einen Job zu geben. Denn alle erfüllen eine gewisse Aufgabe und ihnen diese zuzuweisen, kann sehr beruhigend sein, da man weiß, man ist auf fast alle Eventualitäten vorbereitet.

Ich persönlich verwende dafür die App YNAB (You Need A Budget). Seit Jahren begleitet mich die App schon und ich würde sie nicht mehr hergeben wollen. Allein dieses beruhigende Gefühl, dass ich nicht nur meine Ausgaben von heute eintragen und dadurch einen Überblick bekomme, wie viel ich für Lebensmittel, Versicherungen, Kredit und Wohnungskosten jeden Monat brauche, sondern ebenso gut planen kann, machen die Abo-Kosten allemal wett. Mit YNAB bin ich auch auf den nächsten Werkstatttermin vorbereitet und es kann mich kein Abo und keine Vorbestellung mehr überraschen, da ich alles immer gleich eintrage und wenn es regelmäßige Ausgaben sind, richtige ich eine Wiederholung und eine Kategorie ein.

In YNAB arbeitet man mit verschiedenen Kategorien und Gruppen. Ich habe zum Beispiel eine Gruppe für meine alltäglichen Ausgaben wie das Tanken des Autos, Lebensmittel und Pflegeartikel. Außerdem habe ich Gruppen für Abonnements, Wohnungskosten und Versicherungen, Sparziele und ein paar mehr. Unter jeder Gruppe legt man dann entsprechende Kategorien an. Für jedes Abo, das ich habe, legte ich mir eine eigene Kategorie an. So kann ich, auch wenn ein Abo nur einmal im Jahr fällig ist, wie eben YNAB, jeden Monat ein paar Euro der Kategorie zuweisen und in einem Jahr habe ich die Summe beisammen.

Genau das ist das Prinzip hinter „jeder Euro hat einen Job“. Egal, ob es die Ausgaben für diesen Monat sind oder welche, die erst nächstes Jahr fällig sind, man weist jeder Kategorie etwas zu, sodass man vorbereitet ist. So weiß ich beispielsweise auch, ob ich mir spontan das Buch kaufen oder den Film ausleihen oder dieses Abo zusätzlich abschließen kann. Ein Blick auf das Budget und es wird klar, ob und wie viel diesen Monat noch übrig bleibt und was ich ausgeben kann.

Natürlich funktioniert das nicht immer zu hundert Prozent, man ist schließlich nur ein Mensch und manchmal obsiegt der Wille, etwas haben zu wollen, über das Budget. Doch über die Jahre bin ich immer besser darin geworden, zuerst YNAB zu konsultieren und dann entsprechend zu handeln. Und es muss ja nicht immer alles gleich und sofort sein. Im Zweifel erstelle ich ein Sparziel in Form einer neuen Kategorie, lege jeden Monat etwas auf die Seite und wenn die entsprechende Summe beisammen ist, kaufe ich es mir. Manchmal ist es auch so, dass es nur ein impulsiver Moment war, und einen Tag oder ein paar Wochen später schon wieder ganz anders aussieht und man es doch nicht braucht oder haben möchte. Und genau das bietet YNAB ebenfalls, Zeit, sich kurz darüber Gedanken zu machen, ob der Kauf nicht nur möglich, sondern eben notwendig ist.

Im Englischen gibt es den schönen Begriff des peace of mind, des Seelenfrieden, wenn man so will – genau das bringt mir YNAB und das damit eingerichtete Budget. Und darüber die Kontrolle über die eigenen Finanzen zu haben und einen guten Überblick, ist einfach fantastisch. YNAB bietet einen 31-Tage-Testzeitraum an und ich kann nur wärmsten empfehlen, das Angebot wahrzunehmen. Für mich funktioniert es ausgesprochen gut und ich möchte wirklich nicht mehr ohne diese App auskommen wollen.

Der Untergang von ComiXology

Im Sommer des vergangenen Jahres wurde das nicht gerade glorreiche Ende einer Institution und wahrlichen Bastion eingeleitet, mit dem eigentlich keiner so richtig gerechnet hatte. Und wieder einmal war es das unverständliche Handeln eines Mega-Konzerns, das das Leben so vieler Menschen berührt hat. Doch manchmal, so schmerzhaft es sein mag, ist eine aufgezwungene Veränderung notwendig, um neuen Dingen eine Chance geben zu können, zu wachsen.

ComiXology war seit vielen Jahren der eine Platz in den Weiten des Internets, wenn man Comics digital kaufen wollte. Sämtliche Verlage haben dort ihre Comics und Graphic Novels angeboten. Es gab immer wieder ausgezeichnete Deals, und die Handhabung war durchaus gelungen. Das Web-Interface hätte vielleicht mal eine Modernisierung vertragen können, doch es hat wunderbar funktioniert und ich bin ja durchaus der Meinung, dass man manche Dinge belassen kann, wenn sie doch funktionieren.

Kurzer Einschub: Mein Paradebeispiel für eine Verschlimmbesserung zu diesem Thema ist die Marvel Unlimited App. Vor etwa zwei Jahren wurde diese „modernisiert“. Sie mag davor etwas in die Jahre gekommen sein, aber die App hat über 30.000 einzelne Comic-Ausgaben im Sortiment – beinahe die komplette Marvel-Geschichte ist dort abgebildet. Da ist das vielleicht ganz angebracht. Man konnte kommod durch die ganzen Ausgaben scrollen und selbst Reihen wie Spider-Man mit mehreren hundert Heften waren schnell und einfach zu navigieren. Nach dem großen Update war es nur mehr mühselig, langsam und alles andere als benutzerfreundlich. Manche Features wurden sogar entfernt.

Deshalb mochte ich auch ComiXology so gerne. Ich habe immer wieder die tollen Angebote genutzt und viele Omnibus, Trade Paperbacks und Collected Editions gekauft, weil ich gerne alles an einem Platz haben wollte. Und es war der einzige Ort, wo man wirklich digitale Comics gut kaufen konnte. Außerdem hatte die ComiXology App den besten Reader am Markt, was Comics anbelangte. Niemand konnte ihnen das Wasser reichen, es war einfach fantastisch.

Doch Amazon wollte alles unter einem Dach vereinen. Seit Jahren gehörte ComiXology zu ihnen, und es existierten beide nebeneinander vor sich hin. Doch mit der immer weiter voranschreitenden Kindle-Integration war das Ende wohl abzusehen und nur mehr eine Frage der Zeit.

Schließlich wurde letztes Jahr die ComiXology-Homepage eingestellt, einen wirklichen Ersatz dafür gab es allerdings nicht. Zumindest international nicht. Die US-Seite von Amazon hat das ComiXology Interface integriert, alle anderen warten noch immer darauf, soweit ich weiß. Nun wurde auch noch die ComiXology App eingestellt und alle meine buchstäblich tausenden Comics sind irgendwo zwischen Büchern und Dokumenten in meiner Kindle-App einsortiert. Eine Filterung funktioniert eher schlecht als recht.

Es ist schade und war unnötig. Es hat nicht nur die Fans erzürnt, sondern wahrscheinlich den Verlagen Geld gekostet. Seitdem Lese ich deutlich weniger Comics, auch weil ich auf Amazon keine mehr kaufen möchte.

Doch mit den kürzlich erschienenen Apps Omnibus und GlobalComix gibt es inzwischen wieder zwei Alternativen. Es haben sich diesen jungen Unternehmen bereits viele Verlage angeschlossen und nach und nach mache ich mich mit ihnen vertraut. Es ist ein Umgewöhnen, so etwas braucht immer Zeit. Wenn man etwas jahrelang anders gewohnt war, muss man sich erst damit auseinandersetzen, dass es eben nicht mehr zurückkommt.

Mir haben Comics immer sehr viel bedeutet und waren für Jahre mein primäres Unterhaltungsmedium. Seien es die typischen Superhelden-Verlage wie Marvel oder DC, oder unbekanntere wie Valiant. Der Verlag Image hat teilweise die besten Reihen auf den Markt gebracht, die mich sehr bewegt haben. Sei es Giant Days, The Wicked + The Devine oder die unzähligen anderen. Neue Verlage haben sich etabliert, wie Boom!Studios, andere haben an Ruhm eingebüßt. Ich habe Podcasts dazu gehört und jahrelang auf diversen Blogs darüber geschrieben. Dass mir Comics wichtig waren, ist eine wahrliche Untertreibung. Und all das wurde durch ComiXology erst möglich gemacht, anders wäre ich auf legale Weise nicht zu den Tausenden Comics gekommen, die sich in meiner Library der App gesammelt hatten.

Aber vielleicht hatte das Ganze ja etwas Gutes. ComiXology besaß seit jeher eine Monopolstellung auf die Distribution von digitalen Comics. Nun gibt es zwei neue Anbieter, die es davor vielleicht nie versucht hätten, in dieses Geschäft einzusteigen. Nur hätte man diesen Niedergang einer solchen Institution, die für manche Menschen einen der einzigen wirklich guten Zugänge zu Comics darstellte, etwas rühmlicher gestalten können.

Es ist eben immer schwierig, sich digital etwas aufzubauen, sei es eine Comic-Sammlung, Filme oder Musik, und sich von einer einzigen Firma abhängig zu machen. Man kauft immerhin nur das Recht, etwas anzuschauen, solange es dieses Unternehmen gutheißt. Einen Vorschlag oder eine Lösung, es besser zu machen oder eine Art Handreichung, wie es besser gehen könnte, die eigenen digitalen Inhalte zu verwalten und zu speichern, habe ich leider nicht. Allerdings ist es ganz angebracht, zumindest darüber nachzudenken, von wem man sich abhängig machen will und ob es das wert ist.

Throwback Thursday: Death of Wolverine

Diese Woche habe ich drei Reviews herausgesucht. Ende 2014 habe ich das Mini-Event Death of Wolverine verfolgt und mich mit den einzelnen Ausgaben eingehender beschäftigt. Als ich mir die Rezensionen nach so vielen Jahren mal wieder durchgelesen habe, war ich eigentlich recht positiv überrascht. Ich besprach nicht nur die Geschichte, sondern bin auch auf den Zeichenstil eingegangen und wie dieser zur Atmosphäre beiträgt.

Eine Sache, bei der ich mir bis heute etwas unsicher bin, wenn ich Bücher, Comics, Filme oder dergleichen textuell bespreche, ist, wie viel ich verraten soll. Eigentlich mag ich das Ganze vorsichtige Getue um Spoiler nicht. Natürlich gibt es Geschichten, die, sobald der Twist verraten wird, nicht mehr ganz so gut funktionieren. Dennoch sollte die Kenntnis darüber, wie etwas endet, die Reise dorthin nicht zunichtemachen können. Das macht gute Erzählungen aus. Und wenn ich wirklich gar nichts wissen möchte, kann ich die Rezension immer noch im Nachhinein lesen und die Meinung mit der Autor*in des Artikels vergleichen.

Womit ich allerdings nicht mehr ganz mit meinem vergangenen Ich übereinstimme, ist die Conclusio der Geschichte, was das Opfer von Wolverine betrifft. Aber so ändern sich eben Meinungen über die Zeit. Gerade deshalb empfinde ich es als interessant, alte Artikel Revue passieren zu lassen.

Wie immer werden die Texte in nicht editierter Originalform wiedergegeben. Das Erscheinungsdatum steht bei der jeweiligen Rezension dabei.


Death of Wolverine #1

Veröffentlicht am 12.10.2014

Dieses Jahr scheint geradezu in Events zu ersticken! Bei DC Comics laufen parallel mehrere Events, bei Marvel ebenso. Würde ein normalsterblicher alle Events verfolgen wollen, müsste er wahrscheinlich seinen Job kündigen und sehr viel Geld und Zeit investieren…

Ich habe für mich den Entschluss gefasst, Death of Wolverine ist das letzte Event, welches ich mit einzelnen Comicheften verfolgen werde. Früher oder später erscheint sowieso eine Collected Edition oder eine Omnibus Version, mit deren Hilfe nicht nur Geld gespart, sondern das Event auch in kürzerer Zeit gelesen werden kann.

Dies ist auch der Grund, warum ich vom Spider-Verse Event nurmehr die Hefte Reviewn werde, die ich zu Hause liegen habe. In ein paar Monate erscheint nämlich bereits ein Hardcover Buch mit allen wichtigen Heften. Death of Wolverine besteht lediglich aus vier Heften und seit den X-Men Filmen, in denen Hugh Jackmann den Mann mit Adamantium-Skelett, Selbsheilungskräften und Krallen hervorragend in Szene setzt, wie es kein zweiter schaffen wird, bin ich ein großer Fan des Charakters. Also lasst uns beginnen und erforschen, wie Wolverine stirbt.

“Half those guys took each other out trying to get at me. And the rest … decided they’d rather fight than have a conversation.” – Logan

Das Heft beginnt mit den in großen Buchstaben gedruckten Worten “THE END” und das ist es auch, was die gesamte Ausgabe hindurch spürbar ist – es gibt kein zurück, kein Happy End. Dies ist die Geschichte vom Tod von Wolverine. Auch wenn in Comics natürlich nie jemand wirklich für immer stirbt (Ausnahmen bestätigen die Regel), ist die Atmosphäre die hier aufgebaut wird besonders.

Wir erfahren, das sich Logan bereits an einige der größten Genies gewendet hat, die ihm eventuell helfen können und Reed Richards ist der letzte auf seiner Liste. Doch auch er kann nur diagnostizieren, was Logan bereits wusste: Seine Selbstheilungskräfte funktionieren nicht mehr. Seine Krallen sollte er nun besser nicht mehr verwenden, denn jedes mal, wenn er diese wieder einfährt, fluten Bakterien seinen Körper. Dies ist ein Aspekt, an den ich bisher nicht gedacht hatte. Wolverine wird plötzlich menschlicher, verwundbarer und er muss sich an Dinge gewöhnen, an die er vorher wahrscheinlich nie gedacht hat.

Aber gleichzeitig mit der Diagnose ist ihm auch deutlich bewusst, dass er sich ein ruhiges Leben abschminken kann. Wenn der große Wolverine verwundbar ist, wird sich das herumsprechen und es werden Leute Jagd auf ihn machen. Er zieht sich auf eine Insel zurück. Diese ist bereits gespickt von den Leichen derer, die ihn töten wollten und vom Jäger Nuke, dessen Jagd Teil dieser Ausgabe ist, erfährt er, dass es eine Frau namens Viper ist, die ein Lösegeld auf ihn ausgesetzt hat.

Mich hat diese Ausgabe sehr begeistert. Die Geschichte von Charles Soule, gekoppelt mit den Illustrationen von Steve McNiven, Jay Leisten und Justin Ponsor, machen diese Ausgabe zu einem Genuss. Die Zeichnungen machen das Ende geradezu spürbar, denn sie sind schonungslos ehrlich, dreckig, roh, blutig und brutal. Es gibt hier keine Kompromisse und freue mich schon auf die Ausgabe.

Das besondere an dieser Ausgabe ist aber auch das Bonusmaterial. Es gibt ein ausführliches Interview über die Anfänge von Wolverine, einen Directors Cut und Kommentare zu verschiedenen Skizzen. Der Leser kann sich dadurch noch intensiver mit der Thematik auseinandersetzen und bekommt gleichzeitig einen kleinen Einblick, wie Comics entstehen.

Death of Wolverine #2

Veröffentlicht am 01.11.2014

Da mich die erste Ausgabe sehr begeistert hat, konnte ich es kaum erwarten die nächste in Händen zu halten und ich muss sagen die Autoren leisten eine hervorragende Arbeit. Es ist leider zu oft der Fall, dass solche Events bzw. Miniserien an sich, an Qualität verlieren. Dies ist hier allerdings nicht der Fall. Das Tempo wird etwas gedrosselt und das Team konzentriert sich auf eine Handvoll Charaktere, was der Geschichte eine andere dynamik verleiht…

“Hey, Darling” – Logan

Seit dem Handlungsbogen aus der vorherigen Ausgabe ist nicht viel Zeit vergangen. Es hat sich im letzten Panel bereits angedeutet, dass Viper einer der Drahtzieher zu sein scheint, die das Lösegeld auf Wolverine ausgesetzt hat und Logan macht sich natürlich auf den Weg zu ihr. Hier setzt die Geschichte nun auch an – er reist nach Madripoor, um durch das Einfädeln eines Deals (er möchte ihr einen Iron Man Helm verkaufen) an Viper heran zu kommen.

Wie gesagt, ist mir als erstes das Erzähltempo aufgefallen. Das Ganze scheint ruhiger abzulaufen und den wenigen Charakteren, die eine Rolle spielen, wird mehr Raum zugesprochen. Durch die hervorragenden, detaillierten Zeichnungen von Steve McNiven, Jey Leisten und Justin Ponsor ändert sich die Atmosphäre, so als sei dies die letzte Ruhe vor dem Sturm.

Natürlich kommt die Action auch nicht zu kurz. Es gibt einen wunderbaren Kampf zwischen Wolverine und Vipers Sklaven Sabretooth. Das Panel in dem er eingeführt wirkt strotzt nur so von Zeichen der Bedrohung. Dunkle Farben, eine aggressive, angriffslustige Haltung und die Tatsache, dass er aus dem Panel zu quillen scheint, treiben die Vorfreude auf die Spitze. Selbstverständlich gibts es zum Schluss noch einen Twist, den ich schon überraschend gefunden habe, außerdem weckt er das Interesse auf den dritten Teil.

Im Anhang finden sich auch wieder ein paar Bonusseiten. Auch wenn es diesmal nicht so ausführliches Material ist, wie im letzten Heft, bekommt man wieder einen netten Einblick in die Entstehungsgeschichte präsentiert.

Death of Wolverine #3 & #4

Veröffentlicht am 05.12.2014

Wie endet das Leben eines unsterblichen Mutanten, der seine Heilungskräfte verloren hat und auf dessen Kopf ein verlockend hohes Lösegeld ausgesetzt ist? In einem spektakulären Kampf? Still und Emotional? Diese Fragen habe ich mir oft gestellt, als ich die letzten beiden Teile gelesen habe und die Antwort war verblüffend…

“Sometimes I wonder if it might be better to find some place where I can watch the sun set, then just…” – Logan

Leider habe ich die X-Men Comics nie wirklich verfolgt, da ich es immer sehr schwierig fand, einen geeigneten Zugang zu finden. Erst die Filme haben mir diese Welt etwas eröffnet und Wolverine zu einem meiner Lieblingscharaktere gemacht. Deshalb finde ich es etwas schade, die Antagonisten nicht zu kennen und ihre gemeinsame Geschichte mit Logan verpasst zu haben. Als erstes hatten Viper, die anscheinend mehr als nur eine Freundin war, dann kommt in der dritten Ausgabe ein körperloses Wesen namens Ogun hinzu. Von dem was ich aus der Geschichte ableiten kann, handelt es sich wahrscheinlich um einen ehemaligen Samurai, der Logan und Kitty Pryde trainiert hat. Vor langer Zeit wird er gestorben sein und muss sich nun Wirte suchen, von denen er Besitz ergreifen kann. Als Drahtzieher entpuppt sich schließlich ein Doktor namens Abraham Cornelius. Dieser ist für Logans Adamantium Skelett verantwortlich und ist nun etwas größenwahnsinnig geworden.

Sein Ziel ist es eine Armee von Wolverines zu kreieren. Aus diesem Grund möchte er Logan auch lebend haben. Seine Heilungskräfte sollen dafür sorge tragen, dass die unfreiwilligen Patienten, die das Adamantium “verabreicht” bekommen, während der Operation nicht sterben.

Das Labor in dem Logan den Doktor schließlich findet, habe ich als sehr unheimlich und erschreckend empfunden. In der Mitte liegen drei Personen auf hochmodernen Operationstischen, umgeben von automatisch gesteuerten Roboterarmen. Später werden sie dann bei vollem Bewusstsein aufgeschnitten und operiert. Bei manchen Panels sieht man sogar Tränen, die ihnen aus den Augenwinkeln laufen – wie gesagt, sehr beängstigend, wenn man sich in die Personen hineinversetzt.

Nach einem Kampf mit einem gewissen “Sharp”, den Logan mit Leichtigkeit besiegt, kann Cornelius flüchten und die einzige Möglichkeit, die Logan sieht, um die Opfer zu retten besteht darin, den Behälter mit Adamantium zu zerstören. Dabei wird allerdings er mit dem Metall übergossen und während dieses langsam aushärtet, verfolgt er den Drahtzieher und tötet ihn.

Alles was schließlich von Logan übrig bleibt, ist eine Statue aus Adamantium, die den Sonnenuntergang kniend beobachtet.

Auch wenn ich das Finale etwas unspektakulär und seltsam finde, gefällt mir der Gedanke, dass Logan eben doch nicht wirklich stirbt, sondern eben “nur” mit Adamantium übergossen wurde. Anders als wenn er tatsächlich getötet worden wäre, kann er aus dieser Situation vergleichsweise simpel wieder befreit werden. Versteht mich nicht falsch, er muss immer noch irgendwie wiederbelebt werden, allerdings existiert sein Körper noch innerhalb einer Adamantiumschicht und wahrscheinlich halten ihn seine eventuell wiedergekehrten Selbstheilungskräfte am Leben. Drastischere Maßnahmen, bei denen er tatsächlich von jemand anderes getötet wird und nicht sich selbst opfert, hätte ich persönlich favorisiert. Aber alles in allem ist es eine gute Geschichte, mit einem überraschendem Ende. Bleibt nur noch die Frage: Wie lange wird Logan tot sein und wie wird er gerettet?