Teezeit

Ich trinke sehr gerne Tee. Seit Jahren habe ich es mir angewöhnt, dass ich mir jeden Morgen, wenn ich ins Büro fahre, eine Kanne Tee mitnehme. Selbst im Sommer trinke ich gerne warmen Tee oder auch diverse Eisteesorten, die man im kalten Wasser ziehen lassen kann.

Mit Softdrinks habe ich mich noch nie wirklich anfreunden können. Entweder sind sie zu süß, haben zu viel Kohlensäure, zu wenig Kohlensäure oder schmecken einfach nur künstlich. Mir geht es hauptsächlich darum, etwas Geschmack zu haben und nicht nur Leitungswasser zu trinken. Tee ist da die perfekte Ergänzung.

Zwar habe ich vor Jahren mit losem Tee experimentiert und war eigentlich ganz zufrieden, doch der Aufwand mit Menge und der richtigen Wassertemperatur waren mir irgendwann zu aufwendig. Die einen Blätter möchten mit 70 Grad übergossen werden, die anderen mit 85, es war einfach nicht so meins und wenn, dann will ich es schon richtig machen.

Manche Liebhaber mögen Teebeutel zwar nicht als richtigen Tee ansehen, aber es macht die Sache doch einfacher und auch besser zu transportieren. Teebeutel wirft man quasi einfach in die Tasche, lose Blätter, da benötigt man schon wieder ein Gefäß.

Von den Sorten her mische ich gerne durch. Natürlich mag ich die saisonalen Sorten wie Italienische Limone, Türkischer Apfel, Karibische Mango und dergleichen sehr gerne, da sie etwas Besonderes sind und ich sie eigentlich nur im Sommer trinke. Blutorange und die winterlichen Rezepturen wie Winterzauber und Kaminzauber gehören natürlich in die kalte Jahreszeit. Aber auch die Kräutertees von willidungl genieße ich, auch wenn diese etwas spezielle Namen haben wie Halsfreund, Magenfreund und so weiter, aber da gibt es durchaus esoterischere Marken.

Selbst die Eistees schmecken wunderbar und je nach Sorte kann man diese mit ein paar Kräutern oder frischer Zitrone noch etwas aufwerten. Ein paar Beeren können natürlich auch nicht schaden und schon hat man ein erfrischendes Getränk.

In den letzten Wochen habe ich die Sonnentor-Marke für mich entdeckt, die ebenfalls ausgezeichnete Früchte- und Kräutertees im Sortiment hat. Zwischendurch darf es gerne auch ein Chai mit ein wenig Hafermilch sein. Hier kann ich nur die Barista-Edition empfehlen, die anderen Milch-Alternativen schmecken nicht ganz so gut, wobei es für Proteinshakes reicht.

Tee ist etwas Wunderbares und ladet durchaus zum Experimentieren mit den unterschiedlichsten Sorten ein. So wird es nie langweilig und eine wirklich schlechte Sorte, die mir gar nicht schmeckt, habe ich noch nicht entdeckt – zumindest nicht, dass ich mich erinnern könnte.

Alleine schon das kleine Ritual, etwas Wasser aufzukochen, wenn man sich nur eine Tasse zwischendurch macht, dies kurz abzuwarten und anschließend den Tee die paar Minuten ziehen lässt. Es bringt eine gewisse Ruhe und Gelassenheit in den Tag, selbst wenn es mal etwas stressiger zugeht.

Der Charme einer Reading Order

Wenn man sich mit Comics beschäftigt, ist es meist ein Fass ohne Boden. Das meine gar nicht in einem negativen Sinn, die Möglichkeiten sind einfach grenzenlos. 

Ich finde es immer wieder faszinierend, dass, wenn man jemandem dieses doch eher nischige Hobby offenbart, weiterhin so einige unverständliche Vorurteile damit verbunden sind. Entweder man denkt, es sei nur etwas für Kinder. Comics seien nur in einfacher Sprache geschrieben. Oder es gäbe nur Superhelden-Comics. Die Liste ist schier endlos. Dabei ist es wie Filme, Bücher oder Musik nichts anderes als ein weiteres Medium, um Geschichten zu erzählen. Seien es Biografien, Science-Fiction, Romanzen, Slice of Life Geschichten oder eben, wie das bekannteste Genre: Superhelden. Wobei sich selbst dieser übergeordnete Begriff in Sub-Genres aufteilt, aber das würde an dieser Stelle zu weit führen.

Ich selbst beschäftige mich schon seit Jahren intensiver mit dem Thema und es gab Zeiten, da habe ich nichts anderes gelesen. Es ist ein breites Spektrum, dem man sich hingeben kann, vor allem wenn man sich nicht nur für ein bestimmtes Genre interessiert, sondern von allem etwas mitnehmen möchte. Das Medium Comics gehört für mich zu einer der faszinierendsten und schönsten Methoden, um Geschichten zu erzählen. Ich bin immer wieder überrascht, was sich die Autor*innen und Künstler*innen einfallen lassen. Allerdings kann die Auswahl, wo man beginnt, durchaus überwältigend werden.

Besonders wenn man sich mit Superhelden-Comics auseinandersetzt, kommt man an Reading Orders (also eine empfohlene Reihenfolge, in der man die Comics am besten liest, um das meiste aus der Geschichte als Ganzes herauszuholen) nicht vorbei. Aber auch im Indie-Bereich gibt es mittlerweile komplexe Universen, wo sich solche Lesereihenfolge empfehlen. Sei es das Massive-Universe von Kyle Higgins, Star Wars Legends Comics, Teenage Mutant Ninja Turtles, Power Rangers von Boom! Studios, Hellboy oder viele weitere. So einige Webseiten beschäftigen sich allein damit, den Leser*innen eine Hilfestellung zu geben, wo sie am besten anfangen sollen.

Natürlich kann das ausarten, wenn man beispielsweise versucht, die „wichtigsten“ Spider-Man-Comics chronologisch zu lesen. Ich bin aktuell irgendwo in den 90ern und habe seit Monaten nicht mehr weitergelesen, aber es läuft nebenbei mit und macht weiterhin Spaß. Es hat einfach etwas an sich, die Geschichten in der Reihenfolge zu lesen, in der sie veröffentlicht wurden, oder in der sie von den Erschaffer*innen gemeint waren, erlebt zu werden.

Mittlerweile mache ich das auch bei Büchern bzw. Buchreihen gerne, dass ich mich erst mal etwas einlese und schaue, was Fans empfehlen. Bei manchen ist es recht einfach, so wie bei The Horus Heresy von Warhammer bzw. Games Workshop. Man fängt bei Buch 1 an und liest sich bis zum Ende durch. Man kann also nicht viel falsch machen, außer eben die Veröffentlichungsreihenfolge einzuhalten. So gehe ich auch in Bezug auf Star Wars The High Republic vor. Die Bücher dieser Initiative erscheinen nunmehr seit fast drei Jahren und es gibt so einiges, was man lesen könnte. Es gibt sogar Bücher, die für spezielle Altersgruppen geschrieben sind. Comic-Reihen wurden seither natürlich auch ein paar veröffentlicht. Natürlich will ich nicht alles lesen, aber die wichtigsten und interessantesten sollen schon mitgehen.

Für Phase 1 von The High Republic werde ich mir die folgenden Bücher ansehen1:

  • Light of the Jedi – Adult (January 5, 2021)
  • A Test of Courage – Middle Grade (January 5, 2021)
  • Into the Dark – Young Adult (February 2, 2021)
  • The Rising Storm – Adult (June 29, 2021)
  • Race to Crashpoint Tower – Middle Grade (June 29, 2021)
  • Out of the Shadows – Young Adult (July 27, 2021)
  • The Fallen Star – Adult (January 4, 2022)
  • Midnight Horizon – Young Adult (February 1, 2022)
  • Mission to Disaster – Middle Grade (March 1, 2022)
  • Tempest Runner – Adult (March 15, 2022)

Genauso wie die Comic-Reihen:

  • The High Republic
  • The High Republic Adventures 
  • The High Republic — Trail of Shadows

Natürlich nicht alles hintereinander oder auf einmal, aber ich benötige einen roten Faden, wenn ich mich einer Welt nähere, an dem ich mich entlang hangeln kann. Reading Orders können in Comics eine wichtige Aufgabe erfüllen, da sie einem die Geschichten und Abenteuer gewisser Charaktere in einer Reihenfolge näher bringen, sodass man als Leser*in das meiste bekommt. Und es ist spannend, die verschiedenen Seiten dazu zu lesen, man bekommt die Fan-Seite mit und die Leidenschaft, die Personen dafür aufbringen. Es ist ansteckend und einfach wunderbar.

  1. Die Reihenfolge der Bücher habe ich von dieser Website (die Unterteilung in die einzelnen Phasen habe ich mir dann woanders herausgesucht): https://www.tlbranson.com/high-republic-reading-order/ ↩︎

Motivations App

Seit über einem Jahr habe ich die Motivations-App auf meinem iPhone. Das Prinzip ist recht simpel: Es fungiert als Widget auf dem Homescreen und liefert einem in selbst definierbaren Intervallen neue Sprüche, Zitate und Aussagen. Erst war ich skeptisch dem Konzept gegenüber, da es einen überfordern kann, aber dann konnte mich die App doch von sich überzeugen.

Ich habe mir sogar die Premiumversion bei einem Sale gegönnt, da sich hier noch mehr Individualisierungen vornehmen lassen. Aus einer Unmenge an Kategorien kann man einen eigenen Mix an Zitaten zusammenstellen und aussuchen, wie oft am Tag diese wechseln sollen.

Beispielsweise kann man sich Kategorien aussuchen wie: Positive Thinking, Affirmations, Mental Health, Depression, Sadness, Uncertainty, Be strong, Self-esteem, Happiness, Letting go, Be yourself, Calm und noch sehr sehr viele mehr. Sich einen eigenen Mix zusammenzustellen und diesen auch immer mal wieder zu ändern, je nachdem in welcher Stimmung man sich gerade befindet, oder was einem so durch den Kopf geht, finde ich besonders interessant. So wechseln auch die entsprechenden Zitate und Sprüche oft genug durch, sodass man selten einem zweimal begegnet. Und selbst wenn, ist das halb so schlimm.

Denn nicht immer, wenn ich mein iPhone entsperre, schenke ich dem Widget und dem darin befindlichen Zitat Beachtung. Ein oder zweimal am Tag allerdings lese ich mir den Inhalt dann doch bewusst durch. Es sind immer wieder Zitate dabei, die einen zum Nachdenken bringen, Freude bereiten oder einfach nur den Tag etwas versüßen.

Ich mag Apps, die sich eine Kernaufgabe als Ziel setzen und dieses kompetent umsetzen. Man kann sich in dem Widget auch den Hintergrund aussuchen, sodass sich das Look-and-Feel der App mit der Zeit ändert.

Gute Zitate haben es mir schon immer angetan. Spätestens seit der Serie Criminal Minds. Dort beginnt und endet jede Episode mit einem Zitat, welches mehr oder weniger zum Thema passt. Ein paar davon gehen mir heute noch durch den Kopf. Vielleicht nicht gerade wortwörtlich, aber der Sinn kann trotzdem hängen bleiben und einen nachhaltig beschäftigen. Und genau darum geht meiner Meinung nach auch bei dieser App. Man muss sich nicht jedes gute Zitat oder welches einen gerade persönlich am meisten trifft oder beschäftigt auswendig lernen (dafür kann man diese für später speichern). Der Kern ist eher, denn Sinn daraus zu ziehen und für sich selbst etwas mitnehmen zu können. Das zu entdecken und sich immer mal wieder Gedanken darüber zu machen ist so viel wertvoller als Instagram oder andere Apps zu öffnen, die nur sinnlos ablenken. Dann doch lieber einen kleinen Gedankenanstoß lesen und darüber sinnieren.

“Doctors won’t make you healthy. Nutritionists won’t make you slim. Teachers won’t make you smart. Gurus won’t make you calm. Mentors won’t make you rich. Trainers won’t make you fit. Ultimately, you have to take responsibility. Save yourself.”

Naval Ravikant

Gesellschaftlicher Alkoholkonsum

Vergangenes Jahr habe ich zufälligerweise ein Interview mit Tom Holland auf YouTube entdeckt. Es dauert fast zwei Stunden, wird von Jay Shetty geführt und hat meine Sicht auf den Schauspieler komplett geändert. Ich bin Spider-Man-Fan und mochte Tom Hollands Darstellung des Charakters.

Ich hatte ein relativ positives Bild des Schauspielers und dachte, ich höre einfach mal rein. Die Erwartungen waren neutral. Ich gehe immer spazieren, wenn ich Podcasts höre, so auch dieses Mal. Machte mich also auf den Weg und startete das Interview. Die nächsten zwei Stunden gehören zu den besten Podcast-Momenten (und einem der erkenntnisreichsten Momente), die ich 2023 hatte. Ich war gefesselt und hätte noch gerne länger zugehört.

Holland erzählt so offen, verletzlich und ehrlich, es ist ansteckend und erfrischend. Er erzählt davon, wie aus einem dry january (einer Challenge, bei der man einen Monat lang keinen Alkohol trinkt) zu einer echten Herausforderung wurde und er gemerkt hat, er hat vielleicht ein Problem oder stand kurz davor, eines zu bekommen. Die Erfahrungen und Anekdoten, Herausforderungen und Kompensationsstrategien, von denen er berichtet, haben mich nachhaltig beeindruckt.

Seitdem beobachte ich nicht nur mein eigenes Verhalten sehr genau, sondern auch das von meinem Umfeld und der gesellschaftlichen Einstellung Alkohol gegenüber.

Immer wieder bin ich schockiert darüber, wie alltäglich und normal es ist, zu trinken. Manche berichten sogar davon, noch mit dem Auto zu fahren, obwohl sie genau wissen, dass es an der Grenze des erlaubten kratzt, wo ich nur kopfschüttelnd daneben sitzen kann, ob der Leichtfertigkeit, mit der diesem Thema begegnet wird. Ich kann darin nichts Spaßiges oder Lustiges erkennen.

Gerne mache ich auch Experimente und entscheide mich bewusst, wenngleich ich mit dem Zug unterwegs bin, zu einem Anlass, Event oder einfach so, keinen Alkohol zu trinken. Die Rechtfertigungen, die ich dazu ablegen muss, das Unverständnis meines nicht-trinkens gegenüber, überraschen mich jedes Mal. Sollte es nicht umgekehrt sein? Müssten sich nicht die anderen rechtfertigen, vor allem wenn sie regelmäßig über die Stränge schlagen? Ich kann nur jedem und jeder empfehlen, ein ähnliches Experiment zu machen. Man lernt Menschen von einer völlig anderen Seite kennen, die man manchmal gar nicht so genau kennen wollte.

In unserer Gesellschaft, die Droge Alkohol stärker zu besteuern oder stärkere Reglementierungen einzuführen, ist wahrscheinlich ähnlich schwierig wie in Deutschland eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn erreichen zu wollen. Mir fehlt in den alltäglichen Diskussionen und Unterhaltungen über dieses Thema ein bisschen die Ernsthaftigkeit, und die Gefahren und Konsequenzen werden meist ohnehin ausgeblendet.

Matthew Dicks schreibt in seinem Buch storytelling, dass es drei Regeln in Bezug auf Geschichten gibt. Geschichten, die die meisten für spannend oder lustig halten, aber von denen eigentlich niemand hören will. Regel Nummer eins ist, dass niemand von deinem Urlaub hören will. Regel Nummer zwei ist, dass, selbst wenn jemand nach deinem Urlaub fragt, nicht davon hören will. Regel Nummer drei sind Alkohol-Geschichten, die niemand hören will und von denen niemand erzählen sollte. Das geht auf seine Konzepte zurück, was gute Geschichten ausmachen, und die eben genannten erfüllen sie meistens nicht.

Regel drei ist mir in den vergangenen Monaten, in Verbindung mit dem Tom Holland Interview, besonders im Gedächtnis geblieben. Wenn man manchen Menschen so zuhört, was sie einem erzählen und was sie lustig oder erlebenswert finden, muss ich ehrlicherweise sagen, dass manche ganz schön an Respekt eingebüßt haben.

Ich will eigentlich immer auf einer positiven Note enden, aber das Thema ist mir wichtig geworden und ich kann nur dazu einladen, die eigene Umgebung und das eigene Verhalten etwas mehr unter Beobachtung zu stellen. Auch von der Challenge, einen Monat nichts zu trinken, die Tom Holland so einiges über sich selbst beigebracht hat, könnten mehrere profitieren. Denn für manche ist es genau das, eine Herausforderung und im schlimmsten Fall gelangt man zu einer erhellenden Erkenntnis.

Das Interview kann ich nur empfehlen. Die Ehrlichkeit und Offenheit, die Tom Holland an den Tag legt, sind beeindruckend und ein Vorbild für alle. Denn nein zu sagen und für die eigenen Prinzipien einzustehen, auch wenn vielleicht »die Gesellschaft« es anders sieht, sollte nichts sein, wofür man sich rechtfertigen muss, sondern etwas, das respektiert wird. Hier das Interview:

Von Jahreszahlen und Entscheidungen

Gerade ist mir wieder aufgefallen, dass ich immer etwas länger brauche, um die richtige Jahreszahl aufzuschreiben. Sei es in meinem Fünf-Jahres-Journal oder auch bei den ersten Entwürfen für die hier veröffentlichten Texte. Meine Hoffnung ist, da ich das Problem nun ausformuliert habe und es sich damit erledigt hat. Den Bann brechen, indem man es aktiv anspricht, sozusagen. Künftig bleibe ich bei der 24. Es ist auch die hübschere Zahl, immerhin verbirgt sich eine 42 darin. Soweit der unverfängliche Teil. 

Ich nutze einen Urlaub wie den aktuellen gerne dazu, meine Tage mit einer entspannten Tasse Kaffee und einer Tageszeitung zu starten. Es hat etwas Beruhigendes an sich, die Geschehnisse des letzten Tages Revue passieren zu lassen und entsprechende Einordnungen und Analysen zu lesen. Man ist vorbereitet und informiert, was ja nie ein schlechtes Konzept ist.

In den vergangenen Tagen jedoch ist mir immer wieder ein Wort begegnet, welches sich schon jetzt als Unwort des Jahres relativ gut platzieren könnte: Superwahljahr. Es gibt dabei allerdings nicht nur einen Artikel jeden Tag in den Salzburger Nachrichten, und ich vermute einmal ganz stark bei den anderen auch, der sich damit beschäftigt, sondern immer gleich mehrere. Alle reden davon, dass ein entscheidungsträchtiges Jahr auf uns zukommt. Eine Zeit der Veränderung bricht an. Es wird nichts mehr so sein, wie es einmal war.

Das erinnert mich interessanterweise an Marvel und DC. Die Comic-Verlage haben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immer wieder mit großen Events geworben, die mittlerweile jedes Jahr stattfinden. Damit sollen neue Leser*innen angezogen werden, wobei solche Events, offen gesagt, meist nichts für frische Leser*innen sind, da sie oft viel Vorwissen voraussetzen. Die Rhetorik ist mittlerweile etwas zurückgeschraubt, aber es gab Zeiten, da wurde gefühlt jeden Monat etwas Bahnbrechendes, alles Veränderndes angekündigt, kein Stein bleibt auf dem anderen und so weiter. Am Ende war es, wenn man Glück hatte, ein interessantes und spannendes Event, wo viele Charaktere involviert waren, doch danach war alles beim Alten. Nur ein paar Details oder Positionen hatten sich verändert. Oder wenn es die großen Änderungen gab, wurden sie in den kommenden Monaten wieder revidiert und zurückgedreht, weil einfach der Mut fehlte, mal etwas wirklich Neues auszuprobieren. Die Krakoa-Ära von den X-Men, die sich über die letzten Jahre hinzog, war und ist eine willkommene Abwechslung gewesen, aber auch die scheint sich dem Ende zu nähern.

Aber ich schweife ab. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was mich genau an der Berichterstattung über das aktuelle Jahr stört, aber ich mag dieses künstliche Aufbauschen von Themen nicht. In der Vergangenheit hat sich das schon öfter als der falsche Weg entpuppt. Und aktuell kann man, denke ich, ohnehin nichts anderes tun als abwarten und sich informieren.

Und die Zeit bis zu den Wahlen könnte man doch viel produktiver nutzen. Denn viel interessanter als darüber zu berichten, es gibt ein Superwahljahr und wie sich etwas eventuell verändern könnte, wäre eine Vorstellung, wer zur überhaupt zur Wahl steht. Wer ist wie positioniert, welche Entscheidungen stehen in den Parteien selbst in den nächsten Monaten noch an. Wenn schon so viele Wahlen anstehen, warum nicht jeden Tag eine Partei, eine Person oder was auch vorstellen. Gewisse Positionen und Ideen gegeneinander aufstellen. Über die Ziele, Versprechen und Themen berichten, für die die jeweiligen Personen/Parteien einstehen und was sie erreichen wollen.

Das Jahr ist noch sehr jung und alle kommen aus den Feiertagen zurück, sind vielleicht noch etwas nervös oder aufgeregt. Deshalb hoffe ich, dass etwas mehr Ruhe in den nächsten Wochen einkehrt und über die Dinge berichtet wird, die tatsächlich zur Wahl stehen und nicht nur darüber spekuliert wird, was passieren könnte.

Natürlich passiert das schon zu einem gewissen Teil, doch die großen Artikel und Berichte sind für meinen Geschmack doch noch zu aufgeregt darüber, dass ein Superwahljahr stattfindet. Nutzen wir die Zeit doch bitte für etwas Besseres.

Supermarkt Shopping

Beim wöchentlichen Einkauf lasse ich mir gerne Zeit. Manche mögen mit einer fixen Liste an benötigten Dingen durchgehen, diese in den Einkaufswagen werfen und den Supermarkt möglichst rasch wieder verlassen wollen – ich jedoch lasse mir gerne etwas Zeit.

Gemütlich durch den Supermarkt zu schlendern und zu schauen, was es eventuell Neues zum Ausprobieren gibt, macht mir immer eine Freude. Zwar habe ich meine Liste mit Dingen, die ich auf jeden Fall brauche, aber die ist nicht immer komplett und offen für Zusätzliches. Und sei es nur, dass man Obst mitnimmt, das man schon länger nicht mit in die Küche durfte (bei mir waren es letztens Kiwi) oder Käsesorten, die einen seit Längerem anlächeln.

Deshalb konnte und kann ich mich weiterhin nicht mit Click&Collect anfreunden. Ich möchte mich nicht auf einem Bildschirm durch das Sortiment klicken und einfach nur am Eingang des Supermarktes alles abholen und wieder fahren. Das Obst will schon selbst ausgesucht werden, vielleicht gibt es neue Sorten von innocent (die kleinen gemischten Fruchtsaftfläschchen nehme ich zwar nicht oft mit, aber bisweilen sind sie ganz lecker), und das Fleisch will ich selbst sehen, bevor es im Einkaufswagen landet.

Nicht dass man unbedingt schlechte Sachen bekommt, wenn man es bestellt, ich habe selbst ein paar Wochen mit HelloFresh experimentiert und war eigentlich ganz zufrieden. Es war mir dann nur etwas zu viel für mich alleine und je weniger man nimmt, desto teurer wird es. Außerdem sammelt sich viel Verpackung an, selbst wenn diese zum größten Teil aus Papier und Karton besteht.

Vor allem das Buch Der Ernährungskompass hat mich nochmal mehr zum Experimentieren und Kochen inspiriert. Deshalb ist das zu einem meiner Vorsätze geworden, wie ich diese Woche bereits geschildert hatte: Etwas mehr mit der Ernährung experimentieren. Und das geht am besten, wenn man sich etwas Zeit lässt beim Einkaufen und auch mal Dinge in den Einkaufswagen legt, die man sonst nie oder nur sehr selten mitnimmt.

Throwback Thursday: Eine Welt ohne Superman

Dieser Artikel wurde von der Eröffnungsszene von Justice League (der schlechten Version und nicht dem späteren Snyder-Cut) inspiriert. Der Titelsong und die trostlosen Bilder gingen mir nicht mehr aus dem Kopf. Diese dystopische Stimmung benötigte einen Kanal. Daraus entstand dieser Text. Wenn ich ihn heute lese, muss ich schon beinahe lachen, ob der Naivität und was seither alles auf der Welt passiert ist. Mir ist der Text und auch die Eröffnungsszene des Films, wenn ich so zurückblicke und wirklich darüber nachdenke, viel zu negativ.

Es zeichnet ein Bild einer Menschheit, die nicht in der Lage ist, ohne einen Superman zu überleben, der sie schützt und behütet. Dass, sobald Superman gestorben ist, Chaos ausbricht, und die Hoffnung mit ihm verschwunden ist. Aber warum sollte man sich nicht von seinem Vorbild stattdessen inspirieren lassen? Seine Taten als Motivation und Anregung sehen, selbst Gutes zu tun? Dafür braucht es keine Superkräfte, wie Millionen von Menschen jeden Tag aufs neue beweisen. Man muss es nur wollen und das Gute in der Menschheit sehen.

Der folgende Text mag das Gegenteil sagen, allerdings habe ich meine Einstellung geändert. Und gerade deswegen habe ich mich entschlossen, auch diesen Text in einen Throwback Thursday aufzunehmen. Denn ich bin nicht dieselbe Person wie damals, ich habe mich weiter entwickelt, neue Erfahrungen gemacht, meine Meinung zu diversen Themen geändert – so auch zu diesem Text. Manchmal scheinen wir das zu vergessen: Menschen können ihre Meinungen und Einstellungen ändern. So bin ich jetzt optimistischer und will an eine positive Zukunft glauben. Und auf der Leinwand hätte ich gerne mal einen Superman, der der Comic-Version näher ist: eine leuchtende Figur, die inspiriert und farbenfroh daher kommt, die lacht und motiviert.

Der Text wurde am 06.12.2017 erstveröffentlicht und wird in nicht editierter Originalform wiedergegeben.


Seit ich Justice League gesehen habe, liegt mir das Lied “Everybody Knows” von Sigrid im Ohr. In den ersten Minuten des Films wird uns in einer gekonnt inszenierten Szene gezeigt, wie sich eine Welt ohne Superman anfühlt. Es mag zwar keine Apokalypse ausbrechen, doch die Menschen haben alle Hoffnung ad acta gelegt. Gewaltverbrechen und Raube übernehmen die Straßen, gegen die die Behörden nur all zu machtlos erscheinen. Mütter stellen sich schützend vor ihre Kinder, um sie vor den Gefahren der Welt abzuschirmen. Es ist eine düstere Atmosphäre der Angst. Wer wird die Welt nun behüten, jetzt, wo sie ihren Gott verloren hat? Doch um sich eine Welt ohne Superman vorstellen zu können, muss man sich erst einmal Gedanken darüber machen, was es bedeutet in einer Welt MIT Superman zu leben. Einem Wesen, das wie ein Mensch spricht und aussieht. Jemand, der in einem zweiten Leben eine Familie hat, einem Job nachgeht und Steuern bezahlt. Doch er ist kein Mensch. Ganz und gar nicht. Seine Welt wurde zerstört. Vernichtet durch ihre eigene Gier. Doch Zorn und Trauer haben dieses Wesen nicht übernommen oder dessen Sinne benebelt. Er ist gütig. Er ist hilfsbereit. Ein barmherziger Gott.

In Comics und Filmen werden verständlicherweise immer nur Ausschnitte gezeigt. Doch was wäre, wenn tatsächlich ein quasi-unsterbliches Wesen auftaucht. Mit Fähigkeiten, von denen wir nur Träumen können. Batman v Superman, mit all seinen Schwächen, hat zumindest die richtige Frage gestellt, auch wenn sich der Film nie die Mühe gegeben hat sie auch nur im Ansatz zu beantworten: “The world has been so caught up with what Superman can do that no one has asked what he should do.”

Superman ist so schnell wie The Flash, stärker als Wonder Woman, kugelsicherer als Batman und ausgestattet mit Laseraugen, eisigem Atem und so manch anderen Fähigkeiten. Soll er sie anwenden? Aus einer Haltung heraus, die besagt, dass Fähigkeiten nicht nur aus Jux und Tollerei verteilt werden, sondern einem Zweck dienen, muss man nicht eher Fragen: Kann es sich Superman erlauben, seine Fähigkeiten nicht für andere einzusetzen? Sie als Geschenke zu betrachten, die einem Auserwählten in die Wiege gelegt wurden; auserkoren, die Erde unter dem Deckmantel eines Capes zu beschützen? Oder werden wir durch ihre Anwendung zu abhängig davon. Wie ein Junky immer auf der Suche nach dem nächsten Schuss in die Venen giert, gieren wir danach, ihn zu Gesicht zu bekommen. Ihn tatsächlich mit unseren eigenen Augen zu sehen, nur als Beweis dessen, dass er tatsächlich existiert und nicht bloß eine Vorstellung, ja eine künstlich personifizierte Idee ist, konstruiert um uns ruhig zu stellen wie Patienten an einem Tropf.

Doch was bedeutet es wirklich, solch unvorstellbare Fähigkeiten anzuwenden, die in den Geschichten, ja geradezu in allen Geschichten stets unbefriedigend dargestellt werden. Seien wir mal ehrlich. Lassen wir alle subjektiven Aspekte außen vor und betrachten die Batterie an eingebauten Fähigkeiten für sich, können Kämpfe mit Superman nur auf eine Weise Enden. Mit dem unweigerlichen Tod des Antagonisten. Gebrochen, pulverisiert, gefroren, ins All geworfen, im Boden versengt oder buchstäblich auseinandergerissen, es gibt kein anderes Ende. Doch dieses barmherzige Wesen, dieser Gott, hält sich zurück. Sich selbstkasteiend an eine Leine bindend, widersteht er jeder Versuchung in Konfrontationen mit niederen Wesen, seinen Fähigkeiten freien Lauf zu lassen. In unserer Welt könnte er Verbrechen bekämpfen bevor sie passieren oder vollendet werden können, Terroranschläge eindämmen oder vereiteln – in einem informationstechnologischen Netz, wie wir es heute kennen, und der Fähigkeit, alles im Bruchteil einer Sekunden aufzunehmen, zu verarbeiten und entsprechend zu handeln, scheint es unmöglich ein Verbrechen zu begehen, ohne das Superman davon erfährt.

Der zentrale Aspekt ist das Handeln. Wir haben die Kenntnisse, das Wissen, doch was wir missen ist das Handeln. Überall sein zu können. Ohne Aufwand, mit verschwindend geringer Verzögerung. Diese Art von Hoffnung auf eine bessere Welt, die von einer Instanz, die unabhängig von Staaten und anderen Autoritäten agiert, inne gehalten wird, kann man sich nicht vorstellen. Was wir uns vorstellen können ist eine Welt ohne Superman. Immerhin leben wir in ihr. Und das meine ich nicht einmal ironisch. Ich meine damit nicht den Alltag, den wir jeden Tag aufs neue beschreiten: zur Arbeit zu fahren, einzukaufen oder Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen.

Ich meine damit die immer stärkere Präsenz einer Angst. Einer gesellschaftlich anerkannten Angst, die uns durchdringt, uns umgibt und die man aktiv bekämpfen muss. Vielleicht können wir nicht wie Superman alle Informationen blitzschnell aufnehmen und verarbeiten, wir sind ihnen nichts desto trotz hilflos ausgeliefert. Wie in Platos Höhlengleichnis. Auch wenn wir es nicht wollen, entdecken wir, bewusst oder unbewusst, die Schlagzeilen und Titel von Zeitungen und Zeitschriften, die nur danach lechzen vom nächsten Blutbad zu berichten und ihren Profit zu erhöhen – man kann förmlich den Speichel auf den Seiten fühlen oder von der Höhlenwand tropfen sehen, um bei einem Bild zu bleiben. Doch Verallgemeinerungen, von welcher Seite sie auch kommen mögen, sind ungerecht. Denn es gibt sie noch, die anderen. Diejenigen, die auf der Suche nach der Wahrheit durch jedweden Dreck wühlen. Unterbezahlt, überarbeitet und meist wenig beachtet sind sie stets bemüht, der gesellschaftlichen Verwirrung Abhilfe zu schaffen. Einer Wand mit Schattenwesen, erleuchtet mit Angst gefüttertem Feuer, lässt sich jedoch nicht so einfach entkommen. Nicht, wenn man sich an diese wärmenden Hände gewöhnt und sich eingeredet hat, ihre Krallen seien weiches, wohliges Fell.

Wir leben in einer Welt ohne Superman. Und wenn wir uns nicht vorsehen und uns einmal zu oft wegdrehen, statt Paroli zu bieten und der Angst ins Gesicht zu spucken, werden wir von ihr verspeist, verdaut und am andere Ende kraftlos ausgeschieden und zum Verrotten zurück gelassen, dazu verdammt, die Ewigkeit damit zu verbringen, einer Höhlenwand unsere vollkommene Aufmerksamkeit zu bieten. Dann ist es soweit, die Irrationalität übernimmt das Steuer. Andere diktieren wovor wir uns fürchten. Hinterfragen ist gegen die Etikette, aus der Mode gekommen, und all zu kurzfristige Pläne übernehmen jedweden Aspekt des Lebens. Wir leben in einer Welt ohne Superman.

Mittelalterlicher Wohnturm

Es gibt kaum etwas Besseres, als das neue Jahr gleich mal mit einem Klemmbausteinprojekt zu starten. Zwischen den Feiertagen habe ich mir von BlueBrixx den mittelalterlichen Wohnturm gegönnt, der sich wunderbar neben meiner Burg Blaustein macht.

In den letzten zwei Tagen habe ich abends neben ein paar Episoden von Critical Role den Turm aufgebaut. Und auch wenn nun meine Finger etwas schmerzen, da der Turm doch sehr kleinteilig ist, was immer mehr in die Finger geht, lässt sich das Endergebnis durchaus sehen.

Mich überraschen immer wieder die Details, die die Designer von BlueBrixx in die Modelle einbauen. Seien die ausgeklügelten Treppen, die Regale, welche gefüllt sind, mit allen möglichen Lebensmitteln und Krimskrams oder auch die Dächer, die jedes Mal anders konstruiert werden.

Da der Turm nicht in Bauabschnitte unterteilt ist, hat man die knapp über 2.500 Teile auf einmal auf dem Esstisch liegen, was ich gerne mag. Nicht unbedingt bei allen Modellen, besonders wenn es dann schon 3.000 oder mehr Teile sind. Außerdem kann man sich das Bauen besser über mehrere Tage aufteilen, wenn man nicht alle Teile auf einmal vor sich liegen hat. Trotzdem weiß ich diese Herausforderungen zu schätzen, und die Techniken, mit denen der Turm gebaut wird, sind abwechslungsreich genug für ein spaßiges Bauerlebnis.

Jetzt muss ich nur noch eine Möglichkeit finden, diesen gut in die Burg zu integrieren, aber da werde ich mich online von der Community inspirieren lassen. Es finden sich fantastische Beispiele, wie diese selbst noch zu erweitern ist und wie man andere Mittelaltersets von BlueBrixx hübsch aufbereiten kann.

Als Nächstes werde ich den Bergfried um ein Stockwerk erhöhen. Der sieht tatsächlich, wie schon jemand unter einem YouTube-Video zum Set kommentiert hat, wenn ich mich nicht irre, etwas klein aus neben dem Wohnturm. Vielleicht aktualisiere ich den Bergfried auch gleich auf Version 2, ohne die Technik-Teile, aber da bin ich mir nicht ganz sicher. Es würde zwar mehr Stabilität bringen, aber die derzeitige Bauweise gefällt mir relativ gut, da sie etwas Spezielles und Einzigartiges ist.

Vorsätzliches Scheitern

Grundsätzlich bin ich der Idee von Vorsätzen nicht abgeneigt. Auch wenn ich es selbst eher als Ziele sehe, die ich im Laufe des neuen Jahres umsetzen oder erreichen möchte – Dinge, die vielleicht Zeit benötigen. Ein Vorurteil gegenüber Vorsätzen ist ja, dass man mit 1.1. alles ändert, und nach drei Wochen scheitert, weil es zu viele Vorhaben auf einmal waren. Ich sehe den 1.1. als einen neuen Anfang, als eine Art weißes Papier, auf das man fortan das eigene Jahr skizziert und mit Leben füllt.

Eines meiner Ziele ist, mit meiner Ernährung zu experimentieren. Dafür habe ich in den letzten Wochen von 2023 zum zweiten Mal und nun auch tatsächlich von vorne bis hinten Der Ernährungskompass von Bas Kast durchgelesen. Darin bereitet er die Erkenntnisse aus hunderten Studien und Experimenten kompakt und leicht verständlich auf. Er gibt darin aber nicht die eine Diät als empfehlenswert vor, sondern wägt die Ergebnisse gegeneinander ab, motiviert dazu, sich selbst auszuprobieren und die Ernährungsform zu finden, die am besten zu einem passt. Dabei gibt es natürlich gewisse Lebensmittel, die tendenziell für sehr viele Menschen eher zu meiden sind, andere, die man vorzugsweise in den Alltag integrieren sollte.

Vor allem gefällt mir sein Ansatz des Experimentierens und im weiteren Sinne damit den eigenen Körper besser kennenzulernen. Mal ein paar Wochen das ein oder andere weglasse und sehen, was passiert. Da ich bereits in der Vergangenheit diverse Dinge ausprobiert habe, kann ich für mich feststellen, dass mir eher eine Low-Carb-Ernährung mit Fokus auf die mediterrane Form davon am besten zusagen würde. In den nächsten Wochen werde ich daher diese immer mehr in meinen Alltag implementieren und Bas Kasts Empfehlungen dazu zurate ziehen.

Es geht nicht darum, von einem Tag auf den anderen alles zu ändern, da dies ein Scheitern garantiert. Ich will eher eine Ernährungsweise finden und umsetzen, die langfristig funktioniert. Dabei geht es nicht unbedingt um den Verzicht von etwas, sondern den Gewinn einer neuen kulinarischen Erfahrung und Palette. Oft ist es ja so, dass man im eigenen Alltag und Trott feststeckt und sich wenig bis keine Gedanken macht, welche Auswirkungen manche Lebensmittel haben können. Das Buch von Bas Kast erklärt dies sehr deutlich und nachvollziehbar. Ich bin schon gespannt, was mich an neuen Erkenntnissen erwartet. Außerdem hat er mich wieder zum Kochen motiviert, was ich in den vergangenen Monaten etwas aus den Augen verloren habe.

Es müssen nicht immer die großen, weltbewegenden Veränderungen sein, die man sich aufhalst. Manchmal reichen schon kleine Stellschrauben aus, die dann umso größere Auswirkungen haben. Genau an dem möchte ich mich ausprobieren. Da dies ein großes Projekt ist, halten sich meine anderen Ziele in Grenzen, genauer gesagt sind sie eine Fortsetzung dessen, was ich bereits im vergangenen Jahr getan habe. Apple Fitness Plus ist für mich durch das abwechslungsreiche Angebot weiterhin die perfekte Trainingsapp, und regelmäßig zu laufen hatte ich bereits wieder angefangen.

Das andere große Themengebiet, welches mich 2024 motiviert, abseits von Ernährung und Sport, sind Bücher. 2023 habe ich zwar nicht viele, aber dafür sehr abwechslungsreiche Bücher in die Hand genommen, seien es non-fiction oder fiction. Das will ich dieses Jahr auf jeden Fall beibehalten. Immerhin habe ich noch so einige Bücher in der Horus Heresy zu lesen, Star Wars The High Republic hat es mir angetan und diverse Sachbücher stehen ebenfalls schon auf der Liste. Abwechslung und den eigenen Horizont zu erweitern, könnte man hier als Ziel nennen.

Star Wars Holiday Special

Ich habe eigentlich eine kleine Hassliebe für Star Wars. Besonders, seit sich Disney Lucasfilm einverleibt hat. Davor war Star Wars etwas, das man alle paar Jahre (wenn es gut ging) im Kino erleben durfte. Zwischen Trilogien lagen dabei Jahrzehnte, das einzige offizielle, was es gab, waren Animationsserien, die qualitativ auf sehr hohem Niveau agierten und ansonsten gab es Bücher und Comics. Diese existierten allerdings in einer Art Kanons-Limbo. Einen Zustand außerhalb des Kanons, aber sich trotzdem wunderbar in die Geschichten der Filme einfügten, als zusätzliche Quelle an Geschichten und Legenden dienten, und die Welt ausarbeiteten und neue Charaktere einführten.

Wie schon bei Warhammer mit The Horus Heresy, habe ich bei Star Wars bereits des Öfteren Leseprojekte gestartet, mit dem Ziel, mich chronologisch durch diverse Stoffe zu lesen. Aber ich brauche Abwechslung und angesichts dessen leben diese ebenfalls in einer Art Limbo in meinem Hinterkopf. Nichtsdestoweniger gibt es Phasen, in denen ich dann doch wieder vier oder fünf Bücher hintereinander verschlinge.

Eigentlich mag ich das ganz gerne und genieße diese verschiedenen Phasen, denn es spiegelt auch meinen aktuellen Bedarf an Unterhaltung wider. Es muss nicht immer zwanghaft an einer Linie festgehalten werden, ich mag mich oftmals selbst überraschen, was ich in die Hand nehme. So ist es gerade das Buch Der Ernährungskompass von Bas Kast, das ich lese und sicherlich in Zukunft mal darüber berichte.

Natürlich spukt mir auch Star Wars aktuell wieder im Kopf herum. Sonst wäre die Überschrift dieses Beitrags eher sinnlos. Denn zwischen den ganzen, qualitativ eher schlechteren Live-Action-Serien und -Filmen hat die Disney-Ära von Star Wars durchaus gute Dinge hervorgebracht.

Kurzer Einschub zu den Serien und Filmen: die neue Trilogie ist ein absolutes Chaos, was ich bis heute nicht begreifen kann. Da kauft man sich eine der beliebtesten und langlebigsten Kino-IPs und dann wird eine Trilogie von Film zu Film geschrieben, als dass man sich eine Handvoll guter Autoren sucht, die etwas Ordentliches auf die Beine stellt. Das gibt man dann talentierten Regisseur*innen, die gerne ihre kreative Handschrift dort hinterlassen können. Stattdessen haben wir die Episoden VII bis IX bekommen, die wir heute kennen. Und die Serien leiden unter einer nicht nachvollziehbaren Angst davor, über die Skywalker-Saga hinaus zu denken und zu erzählen. Alles spielt sich innerhalb dieser Jahre ab, baut auf unnötiger Nostalgie und Wiedererkennungswerten auf, die es eigentlich nicht bräuchte. Der Film Rogue One und die Serie Andor sind da die einzigen Lichtblicke, innerhalb einer Ödnis, die ihresgleichen sucht. The Mandalorian würde ich dazu zählen, wobei die Serie mit Staffel drei in seltsame Richtungen abzudriften begann. Ich hoffe sehr, dass wir zukünftig etwas mutigere Unterfangen sehen werden. Es müssen ja nicht immer 300 Millionen Dollar teure Blockbuster sein. Der Film The Creator hat deutlich gezeigt, dass man gute Science Fiction mit vergleichsweise wenig Budget erschaffen kann. Man müsste sich nur vorher ein Konzept überlegen und dabei bleiben. Aber genug der Abschweifungen.

Seit Jahren bin ich großer Fan von dem YouTuber Patrick Willems, der hervorragende Essays zu Filmen macht und dabei auch sein eigenes Narrativ und eine Geschichte einbaut. Dies gipfelte vor ein paar Jahren in einem eigenen Film von ihm. Kann ich nur empfehlen. Vor langer Zeit hat er sich dazu entschieden, keine Videos mehr zu Star Wars zu machen, ob der toxischen Verhaltensweisen von Fans und vielleicht auch wegen des chaotischen Zustands bei Disney.

Vor Weihnachten hat er dann doch ein Video zu Star Wars gemacht und es treffender Weise ein Holiday Special genannt. Dort lässt er die letzten Jahre an Filmen und Serien Revue passieren und fasst diese gekonnt zusammen. Was ich dabei besonders mag ist, dass er nicht nur sagt, es ist schlecht, sondern Lösungsansätze bietet, wie man der Marke in Zukunft wieder etwas mehr Glanz verleihen könnte. Es ist eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema, was ich sehr schätze. Zwar ist es ein langes Video und meines Wissens nach nur auf Nebula verfügbar, allerdings ein Ansehen wert, wenn man Fan von Star Wars ist oder war.

In dem Video erwähnt er auch die Buchreihe The High Republic (Die hohe Republik). Dies ist eine Initiative von verschiedensten Autor*innen, die sich unter der Führung von Lucasfilm zusammengeschlossen haben, um gemeinsam eine fortlaufende, originelle und zusammenhängende Geschichte zu erzählen. Diese spielt sich mehrere hundert Jahre vor der Skywalker-Saga ab (ein ähnliches Vorgehen hätte ich mir für die neue Trilogie gewünscht) und bietet neue Charaktere, neue Bedrohungen und niemand kennt die Skywalkers.

Damals, als die Initiative der hohen Republik gestartet ist, habe ich es aus Gründen versäumt, mir die Bücher zuzulegen und mehr oder weniger parallel mit der Veröffentlichung mitzulesen. Aber angespornt durch Patrick Willems Video habe ich mir diese Woche den ersten Band Das Licht der Jedi von Charles Soule zugelegt. Ich bin schon sehr gespannt, was mich erwartet. Und es ist sicherlich eine nette Abwechslung, Star Wars zu lesen und dazwischen etwas The Horus Heresy von Warhammer einzustreuen. Zwei Science-Fiction-Universen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.