Klemmbausteine als Hobby

Ich mag Klemmbausteine. Vor ein paar Jahren bin ich zufällig durch einen Arbeitskollegen auf den YouTube Kanal Held der Steine aufmerksam geworden. Damals war er noch sehr viel Lego-lastiger als heute. Von da an war es aber um mich geschehen und ich hatte ein neues, teures und leider auch sehr platzintensives Hobby. Denn am coolsten sind natürlich die Modelle zu bauen, die ein paar tausend Teile haben und am besten noch mit Erweiterungen und Zusatzpaketen, etc. ausgestattet werden. Nichts gegen kleinere Sets, auch diese haben ihren Charm und machen Spaß zu bauen.

Doch nichts schlägt Burg Blaustein von BlueBrixx. Gerade ist auch ein erneuter Live-Stream zu Ende gegangen und da kamen wieder einmal spannende Themen auf. Aber ich bleibe erst einmal beim Mittelalter und Fokussiere mich auf Burg Blaustein und das Dorf darum herum. Sage ich jetzt, wo bald eine Black Friday Woche voller neuer Angebote kommt, denen ich wahrscheinlich nicht widerstehen kann. Vielleicht zerlege ich die Burg ja ein zweites Mal und fange dann nochmal von vorne an. Stargate kommt auch nächstes Jahr als eigenes Thema, was völlig neue Möglichkeiten eines Mittelalter-Stargate-Fremder-Planet-Diorama eröffnet.

Mal sehen was da noch alles auf mich zukommt. Das einzige Problem (neben den Kosten) ist der Platz. Man muss einfach ein bisschen aufgeben und akzeptieren, das die Wohnung zu einem gewissen Teil aus Klemmbausteinsets besteht (don‘t call it Lego). Ich mag die unterschiedlichen Bauweisen und Herausforderungen in der Konstruktion. Wer bisher nur Lego gebaut hat, kann dies wahrscheinlich nicht wirklich nachvollziehen, aber andere Hersteller sind in der Qualität und konstruktiven Kreativität längst an Lego vorbeigezogen. Mould King ist an massiven Sets kaum übertroffen, BlueBrixx ist in allen Themenbereichen vertreten und wird mit jedem Jahr sichtbar besser in allen Bereichen, Cada macht teilweise die besten Techniksets am Markt, Cobi ist was den Modellbau anbelangt unübertroffen und viele andere Hersteller ziehen nach. Es ist ein faszinierendes und sehr kreatives Hobby. Ergänzt sich in gewisser Weise auch gut zu Warhammer, da es zwei völlig unterschiedliche Arten sind, um an das Thema Modellbau heranzugehen.

Und wer sich nicht neue Sets kaufen will oder kann, für diejenigen gibt es einen sehr aktiven gebraucht-Markt. Ich selbst verkaufe teilweise Sets dann auch wieder weiter. Bevor sie Jahrelang bei mir im Regal verstauben, soll jemand anderes Freude am Set haben. Und die Teile halten ewig. Selbst wenn sie verstaubt oder leicht verschmutzt sind: eine Runde in der Waschmaschine und sie sehen aus wie neu.

Letztes Jahr, glaube ich, habe ich alle meine alten Legosteine in so einigen Wäschezyklen durchgewaschen und sortiert. Aufwendig, aber es hat sich gelohnt. Natürlich kennt man manchen Steinen das Alter an, aber sie sind weiterhin völlig in Ordnung. Nur das kreative selbst entwerfen und bauen habe ich mir noch nicht so angeeignet. Entweder fehlt mir die Kreativität oder die Übung.

Um dem etwas entgegen zu wirken, habe ich mir tatsächlich schon überlegt ein eher mageres Set zu kaufen (beispielsweise mit wenig Innenleben) und an so einem Set dann Umbauten, Modifizierungen und Erweiterungen vorzunehmen. Eine nette kleine ~9000 Teile Burg von Mork würde mir da in den Sinn kommen. Aber das ist bisher nur eine Idee. Erstmal will eine Figur fertig bemalt werden. Soll immerhin ein Geschenk für Weihnachten werden.

Man muss auch mal zuhören

Es kommt ja durchaus vor, dass man im eigenen Universum feststeckt und es schwer fällt über den eigenen Tellerrand zu blicken. Immerhin, und ich bin mir nicht mehr sicher wer es gesagt hat, ist man ja unzweifelhaft das Zentrum des eigenen Universums. In besonders egoistischen Momenten gibt es dann auch nur die eigenen Probleme oder Dilemma. Da tut es dann durchaus mal gut, kurz zu reflektieren und sich bewusst zu machen, dass es eben andere Leute nicht nur auch noch gibt, sondern diese eben diverse Herausforderungen Tag für Tag erleben. Wir sind eben doch alle nur Menschen. Wenn man dann auch noch so weit über den eigenen Schatten springen kann und aktiv zuhört, kann man eventuell auch noch etwas lernen.

So habe ich heute etwas über das sehr komplexe Steuerwirrwarr gelernt, wenn ein Grundstück verkauft wird und auch etwas Neues über Solaranlagen. Denn scheinbar ist es gar nicht mehr so wichtig, dass die Paneele einen perfekten Winkel zur Sonne haben. Who knew.

In solchen Momenten kommt mir stets die Rede „This is water“ von David Foster Wallace in den Sinn. Wer sie noch nicht kennt, unbedingt auf YouTube anhören. Es gab Zeiten, da habe ich sie mir mindestens zweimal im Jahr zu Gemüte geführt, um die Lehren daraus nicht zu vergessen. Vielleicht ist es mal wieder an der Zeit einen Blick rein zu werfen. Vielleicht muss ich auch mal gesondert darüber schreiben.

Gewohnheiten

Das Auto musste heute in die Werkstatt – nichts tragisches, nur ein Reifenwechsel und der jährliche Service standen an. Ich nehme mir immer ein Leihauto, weil es erstens nicht viel kostet und recht praktisch ist, trotzdem ein Auto zur Verfügung zu haben. Heute bekam ich eine Renaut Zoë. Erstens ist es ein Elektroauto, das erste, das ich in meinem Leben fahre und natürlich ein Automatik. Der nette Herr der Werkstatt hat mir dann noch eine kurze Einführung gegeben und sobald ich hinter dem Steuer des anderen Autos saß, war gefühlt alles vergessen, was ich über Autos wusste. Das Bremspedal hat sich versteckt, dann hätte ich doch glatt den linken Fuß drauf gesetzt, bis ich darauf hingewiesen wurde, den linken Fuß doch buchstäblich links liegen zu lassen. Etwas beschämt betätigte ich also die Bremse mit dem rechten Fuß und testete die Schaltung durch: Parken (P), Rückwärtsgang (R), Neutral (N) und Fahren (D).

Nachdem er mich dann alleine ließ mit meinem Glück, musste ich rückwärts ausparken und fuhr dann gleich auch noch fast an einer Absperrung an. Die restliche Heimfahrt war dann spannend aber ohne größere Zwischenfälle. Zwar hatte ich schon so einige Leihautos in meinem Leben, aber so dumm habe ich mich, glaube ich, noch nicht angestellt. Allerdings habe ich gelernt, dass mir die Zoë allein vom Fahrgefühl und Aufbau der Konsole nicht wirklich zusagt. Kann natürlich Gewohnheit sein, jedoch kann ich eine gewisse Umständlichkeit bei so manchen Sachen nicht ignorieren.

Der Abstand zwischen Gaspedal und Bremse scheint mir zu groß, der Fußraum allgemein zu klein und das Display regelt die Helligkeit nicht automatisch bei Dunkelheit runter. Dies hat zur Folge, dass man immer leicht geblendet wird, wenn man auf den Tacho blickt. Kann sein, dass es sich einstellen lässt, aber der erste Eindruck ist gemischt. Aber ein Elektroauto zu testen ist das auf jeden Fall wert und irgendwann wird auch bei mir fix eines in der Garage stehen. Bisher jedoch, leistet mir mein Opel Astra noch sehr gute Dienste.

Notizbücher

Eine große Schwäche von mir sind Notizbücher. In allen Formen, Farben und Ausführungen. Am liebsten sind mir, was die innere Gestaltung anbelangt, aber die punktierten. Dies ermöglicht eine kreativere Gestaltung und ein besseres handling, was immer man mit dem Notizbuch auch machen will.

Im Moment, wo ich diese Zeilen schreibe, liegen insgesamt vier Notizbücher mit auf dem Tisch.

  • Ein „The 5 Year Memory Book“ von Leuchtturm, welches ich seit August 2021 mit Inhalt fülle und jetzt so richtig merke, wie wunderbar es ist auf diese Weise einen kleinen Einblick in die Jahre seines eigenen Lebens zu bekommen.
  • Ein blaues Dingsbats A4 Notizbuch (punktiert natürlich) mit Delphin Motiv auf dem Cover. Dieses dient als Journal, aber ich verwende es auch zum Nachdenken oder für meine Crash&Burn Sessions.
  • Ein größeres Moleskin Softcover Notizbuch (nicht ganz A4, punktiert). Dieses habe ich tatsächlich erst heute angefangen mit Inhalt zu füllen, da ich kürzlich erst auf das Konzept eines „commonplace books“ gestoßen bin. Später vielleicht mehr dazu, wenn ich es länger ausprobiert habe.
  • Und ein kleines Moleskin Pocketbook in Schwarz mit Softcover (punktiert). Hier trage ich spontane Notizen, Ideen und dergleichen ein, die dann später weiter verarbeitet oder in andere Notizbücher übertragen werden können.

Der Punkt ist, ich experimentiere gerne mit unterschiedlichen Methoden, um zum einen ein Journal zu führen, zu reflektieren, Ideen festzuhalten und aufzubereiten, sowie mein Leben zu einem gewissen Grad zu planen. Das klingt jetzt alles sehr viel strukturierter als es eigentlich ist, und solange ich einen Nutzen daraus ziehen kann, ist es schonmal ein Erfolg. Für nächstes Jahr habe ich mir ein Hobonichi Techo Weeks bestellt, und hoffe so ein paar digitale und analoge Methoden um Termine, Erinnerungen und Notizen zu verwalten, in einem System zusammenführen zu können. Zwar habe ich über die Jahre meine Methoden und Apps gefunden, aber es wird auch langsam etwas unübersichtlich, wie es des Öfteren sein kann, wenn etwas über Jahre wächst und gedeiht. Irgendwann wird es Zeit Unkraut zu jäten und Überschüssiges abzuschneiden. Oder auch einfach etwas Neues auszuprobieren. Vielleicht mache ich in den nächsten Wochen noch weitere deep dives in meine Notiz- und Kalendermethoden, um auch für mich ein kleinen Überblick zu bekommen und darüber zu reflektieren. Wir werden sehen.

Städtereisen

Städtereisen sind schon etwas fantastisches, sei es einfach nur von Samstag bis Sonntag, oder wie dieses Wochenende von Freitag bis Sonntag. Es ist immer wieder toll neue Städte zu erkunden. Aber der primäre Grund für meine Wochenendausflüge ist und bleibt der Besuch von Freunden. Da ist es mir auch nicht so wichtig die typischen touristischen Aktivitäten zu machen, sondern eine schöne Zeit miteinander zu verbringen.

Etwas Sightseeing (wie die Aussicht von der Burg in Würzburg) oder etwas kulturelle Unternehmungen (eine kleine Führung durch die Residenz) oder auch die kulinarischen Köstlichkeiten der Stadt zu probieren (Tacos und Schweinekrustenbraten) sind ein willkommener Bonus der oben drauf kommt. Dieses Mal kam mir sogar die eine Stunde Verspätung der Bahn gerade recht, so konnte man sich noch in Ruhe voneinander verabschieden und wir konnten noch die Residenz erforschen.

Mittlerweile bin ich dann tatsächlich auch so, dass ich teilweise vergesse Fotos zu machen oder es bevorzuge mich an die Momente zu erinnern und die kostbarsten davon in meiner „Homework for Life“ Liste festzuhalten. Hier das einzige Foto, welches ich von der Burg aus gemacht habe.

Bahn fahren

Mit der Deutschen Bahn unterwegs zu sein ist immer ein spannendes Unterfangen. Kommt man pünktlich an? Fahren die Züge die man gebucht hat? Ist die Reservierung noch da, wenn man in den Wagon einsteigt? Fällt mal wieder ein Bahnhof komplett aus und man landet im nirgendwo, ohne das die Bahn für Schienenersatzverkehr oder Alternativen gesorgt hätte? Alles schon einmal oder auch öfter passiert. Teilweise sogar bei einer einzigen Reise von A nach B. Aber mittlerweile nehme ich das etwas entspannter hin und lasse mich einfach davon überraschen was passiert. Irgendwie komme ich schon an mein Ziel.

Würzburg lautet dieses Ziel heute. Ein schönes Wochenende mit fünf Freunden verbringen, in einer kleinen Wohnung, wo man sich nicht aus dem Weg gehen kann, ist die perfekte Situation für mich. Allerdings würde mir mein 100-jähriges Ich gehörig in den Hintern treten, wenn ich nicht diese wunderbare Gelegenheit nutzen würde. Ich habe erst Letztens solch kleine Wochenendtrips (ein bis zwei Nächte) für mich entdeckt. Perfekt um Freunde zu besuchen, die nicht all zu weit entfernt wohnen, oder auch mal eine neue Stadt entdecken. Zugegeben, so oft habe ich es seither noch nicht unternommen, aber man braucht ja Vorsätze. Weihnachtsmärkte sind auch so eine Gelegenheit und eine gute Ausrede für kleinere Ausflüge. Nur an die Kälte habe ich mich noch nicht so ganz gewohnt, kommt aber auch noch.

Der 100-jährige im Hinterkopf

Langsam aber sicher entwickle ich mich zu einem Jünger von Matthew Dicks. Aber er bietet einfache und nachvollziehbare Techniken an, die das Leben wertvoller gestalten und so manche Entscheidungen erleichtern. Der TED-Talk mit dem 100-jährigen Ich, welches die Entscheidungen für einen Treffen soll, beeindruckt mich weiterhin und schon nach wenigen Tagen sitzt dieser 100-jährige tatsächlich in meinem Hinterkopf und schaut mir zu, was ich mit meinem Leben gerade so anfange. Und das begeistert mich aktuell so sehr an all den Techniken und Ratschläge (auch wenn dieses Wort in den letzten Jahren etwas verwässert wurde, weil einfach alles und jeder zu allem einen Ratschlag hat). Sie sind einfach zu implementieren. Und es braucht nicht viel Zeit pro Tag um einen storyworthy-Moment zu finden oder eine Burn&Crash Session zu machen.

Es ist auch eine Frage des Konsums und was will ich aus meinem Leben jeden Tag machen. Auch dazu habe ich ein passendes Video entdeckt. Es ist eine Frage, die mir des Öfteren durch den Kopf herum schwirrt. Will man das eigene Leben damit verbringen anderen dabei zuzusehen wie sie Dinge kreieren und in die Welt setzen. Will ich mich einfach nur unterhalten lassen von anderer Leute Kreationen. Nur passiv konsumieren? Oder verwende ich einen Teil meiner geistigen und/oder körperlichen Kraft darauf selbst etwas zu erschaffen und mich aktiv an der Welt zu beteiligen. Das kann natürlich verschiedene Kanäle finden, je nachdem was einem persönlich wichtig ist. Sei es das Schreiben, Zeichnen/Malen, Gartenarbeit, Holzarbeiten, Tanz, Sport, usw. Es muss auch nicht das eine sein, indem man sich verwirklicht. Aber sich zumindest einmal Gedanken darüber zu machen, was will ich mit meinem Leben anfangen, ist schonmal ein guter Anfang. Abstand gewinnen vom Doomscrolling. Sich nicht nur in fiktive Welten hinein steigern, sondern sich mit der Realität auseinandersetzen. Vielleicht entdeckt man ja etwas Neues.

Live Life like you‘re 100-years old
https://youtu.be/vnatyrn6DFE?si=6KlSBp7iH806mfV9
How I put my phone down and started making art
https://youtu.be/0rguAMMTIYY?si=QoUffE77_Pt3eCp3

Halloween

Nächstes Jahr muss ich mich schon verkleiden. Zumindest ein bisschen. So ein Miles Morales inspiriertes Spider-Man Outfit wäre durchaus mal drin. Vor allem wenn ich, wie gestern Abend in Salzburg live beobachtet, so sehe was sich manche nicht antun bei ihren Kostümen, muss man schon etwas heraus stechen.

Matthew Dicks inspiriert mich weiterhin. Habe gestern den TED-Talk mit der Technik gesehen, wo es darum geht Entscheidungen anhand dessen zu treffen, was das eigene, 100-jährige Ich sagen würde, zu dieser Situation, rückblickend. Und auch das man die Verpflichtung hat, anderen gegenüber unterhaltend zu sein, fand ich sehr ansprechend und hat mich durchaus nachdenklich gemacht. Ich hoffe diese neuen Einsichten lassen sich auch mit den nächsten beiden Sachbüchern halbwegs gut verbinden, die ich lesen werde, aber darüber dann mehr, wenn ich sie durch habe.

Und schließlich hat mich auch noch die Last Week Tonight Sendung bzgl. Schokolade, und dass man eigentlich keine Tafel kaufen kann, wo nicht Kinderarbeit beteiligt war oder diejenigen, die den Koka anbauen furchtbar ausgebeutet werden. Wenn sich jemand Schokolade abgewöhnen will, dass hilft auf jeden Fall. Werde mit Sicherheit mehr darüber nachdenken, ob ich wirklich zugreifen muss oder ob es nicht auch etwas anderes tut. Ich habe ja noch meine Erdnussbutter. Bitte nehmt mir nicht meine Erdnussbutter weg…

Aber das waren erst einmal drei schöne und vielleicht auch einschneidende Erkenntnisse, die mich durchaus noch länger begleiten werden.

Nachrichten und die reale Welt

Ich habe seit knapp einem Jahr ein digitales Abo der Salzburger Nachrichten, das ich eigentlich nicht haben möchte und bisher kaum genutzt habe. Aber im Buch storyworthy schreibt Matthew Dicks von einer Challenge einer Lehrerin: eine Woche kein Fernsehen, außer es sind Nachrichten. Heutzutage ist das natürlich noch einmal schwieriger geworden, aber die Grundidee hat mich trotzdem begeistert. Das und die Tatsache, dass er nicht müde wird zu erwähnen, dass wir ja sonst nichts besseres zu tun hätten am Abend, als sich die immer die gleichen Serien, mit den immer gleichen Enden anzusehen. Da kann ich eigentlich nur zustimmen.

Zwar mache ich Homework for Life jetzt gerade einmal eine Woche, aber die Zeit “opfere“ ich gerne, wenn es heißt, mein Leben mehr zu schätzen, bewusster zu leben und meine Depression im Zaum zu halten. Ich bin gerne bereit Zeit für kreative Arbeiten aufzubringen, heute auf jeden Fall mehr als noch bis vor kurzem, oder spontan wegzufahren, was zu unternehmen, weil ich es immer mit dem Bild vergleiche, auf der Couch zu sitzen und nichts (produktives) zu tun.

Aber zurück zu den Nachrichten. Ich lese den Politikteil der SN, schaue zumindest die ZiB 1 des Tages, wenn nicht sogar noch die ZiB2. Ich will mich bilden, allgemein, als auch zu spezifischen Themen. Ich will bereit sein für Diskussionen zu gender, sex, und Diskriminierung. Ich will nicht Vermutungen anstellen müssen, sondern wissen wovon ich rede, oder wirklich sagen können, ich weiß es nicht. Ja, die Welt ist aktuell und war wahrscheinlich schon immer: komplex, krisenbehaftet und manchmal schwer zu ertragen. Aber die Augen davor zu verschließen hilft auch nicht. Wissen hilft. Sich damit auseinandersetzen, hilft. Das ist mir jetzt nochmal deutlicher geworden, als es ohnehin schon war und ich will versuchen dies beizubehalten. Fiktive Welten in Comics und Spielen laufen nicht davon, sie bleiben immer erreichbar, wann immer man es will. Die reale Welt ist ein Fluß.

Friends

Es ist manchmal durchaus schwer sich ein Thema des Tages oder der Woche heraus zu greifen und dann darüber zu schreiben, auch wenn es nur ein paar Zeilen sein sollen. Zum einen will ich darüber berichten, dass eine neue Burg Blaustein Erweiterung (die fünfte) angekündigt wurde und ich nun meine Wohnung umräumen muss, aber das hat ja eigentlich auch bis nächstes Jahr Zeit, so schnell wird diese, denke ich zumindest, nicht erscheinen.

Außerdem will ich in meinem Journal hier festhalten, dass Matthew Perry vor ein paar Tagen überraschend verstorben ist. Das hat mich schon etwas getroffen und nachdenklich gemacht. So oft wie in den vergangenen Jahren Friends immer wieder geschaut habe und wie viel Freude er und die anderen mir bereitet haben, ist schon beeindruckend. Friends war und ist eine Serie, die bei vielen Menschen einen Eindruck hinterlassen, manchen vielleicht auch durch schwere Zeiten geholfen hat. Sich auf etwas verlassen zu können, wie eine Serie oder auch (wie es heute wahrscheinlich eher der Fall sein wird) ein YouTuber oder Podcast, kann zur eigenen Variante eines „emotional support animals“ werden. Friends war das zwar nicht für mich, trotzdem war es immer wieder ein Teil meines Lebens und hat Spaß gemacht. Vergleichbar oft habe ich wahrscheinlich nur Seinfeld und Criminal Minds gesehen – und ja, das ist ein wahnsinniges Spektrum, was ich hier aufmache, aber man braucht ja Abwechslung.

Alles was ich damit eigentlich nur sagen will: Rest in Peace, Matthew Perry. Vielen Dank für die endlosen Stunden der Freude und des mitfiebern.