Gedanken zum Jahresabschluss

Kommen wir zum obligatorischen Jahresabschlussartikel. Da ich es bisher meistens geschafft hatte und in der glücklichen Position war, mir zwischen den Jahresendfeiertagen Urlaub nehmen zu können, kommen mir diese Tage immer ein bisschen wie ein Limbo vor. Tage, die vor sich hin existieren, damit das alte Jahr in Ruhe abgeschlossen werden kann und das Neue vorbereitet wird. Ich lasse mich nicht durch Familientreffen oder dergleichen stressen, sondern genieße es, die ein oder anderen wichtigen Menschen in meinem Leben zu sehen. Es können ein paar Dinge erledigt werden und wie immer mache ich mir Gedanken, wie ich Silvester verbringen möchte.

Üblicherweise schaue ich Filme, bewundere um Mitternacht das Feuerwerk vom Balkon aus und gehe dann ins Bett. Ich brauche keine große Feier zum Jahreswechsel, primär deswegen, weil ich das neue Jahr gerne erholt und frisch starten möchte und nicht verkatert und bis in den Nachmittag hinein schlafend. Beides Konzepte, die sich mir noch nie ganz erschlossen.

Dieses Jahr allerdings freue ich mich, Silvester mit guten Freunden verbringen zu können und dafür nach Stuttgart bzw. Tübingen zu fahren. Zu Silvester war ich schon lange nicht mehr größer unterwegs. Das letzte Mal war vor über 10 Jahren, da habe ich etwa 10 Tage mit zwei guten Arbeitskolleg*innen in London verbracht, was eine herrliche und abwechslungsreiche Reise war. Wir haben uns viel angeschaut, sind sogar bis nach Stonehenge gekommen und sind viel in der Stadt herumspaziert.

Aber zurück zum Jahresrückblick: Das Jahr 2023 hatte es ganz schön in sich. Zum einen natürlich, wenn man das große Ganze betrachtet, geopolitisch gesehen, worauf ich allerdings nicht weiter eingehen möchte – dafür gibt es Tages- und Wochenzeitungen mit herausragenden Journalist*innen, die das besser einordnen können.

Zum anderen war es persönlich ein anstrengendes und herausforderndes Jahr, das mich aber umso stärker gemacht hat. Vor allem das erste Halbjahr war mit so einigen inneren Kämpfen gezeichnet. Außerdem habe ich einen Job gekündigt und einen neuen angefangen. Das war für mich eine hervorragende Entscheidung, auch wenn mir natürlich die alten Kolleg*innen fehlen, aber manchmal muss man Entscheidungen treffen, die nicht nur gute Seiten haben. Solange aber das Positive überwiegt und es einen selbst weiter bringt, ist es oft notwendig, in diesen Situationen über den eigenen Schatten zu springen. Ich bin sehr froh und dankbar, diesen Schritt gewagt zu haben.

Zudem habe ich diverse Bücher gefunden, über die ich schon des Öfteren geschrieben habe, die einen sehr positiven Effekt auf mein Leben hatten. Oder aber auch Bücher, die meinen Horizont erweiterten. Sei es Pageboy von Elliot Page, storyworthy von Matthew Dicks, Machen Sie doch, was Sie wollen von Maja Storch, ACE von Angela Chen, In the Lives of Puppets von T.J. Klune, Be Useful von Arnold Schwarzenegger oder viele weitere; die Palette war sehr breit gefächert. Wenn ich mir einen Vorsatz mache, dann möchte ich im nächsten Jahr ebenfalls verschiedenste Bücher zu unterschiedlichsten Themen lesen. Den eigenen Horizont zu erweitern, ist etwas Essenzielles.

Diverse kleinere Reisen waren dieses Jahr ebenfalls drin. Und die kulinarische Exploration von Salzburg hat wieder einmal neue Höhen erreicht. Ich bin immer wieder fasziniert, wie viel sich in Salzburg entdecken und erkunden lässt; es ist einfach eine großartige Stadt, in die ich mich immer wieder neu verliebe. Ich freue mich schon auf ein weiteres Jahr mit neuen, spannenden Restaurants, Führungen und Abenteuern.

Es war trotz allem ein gutes Jahr und ich bin dankbar für alle Erfahrungen und Lektionen, die ich lernen und erleben durfte. Vor allem dankbar für all die großartigen Menschen in meinem Leben, die mich unterstützt und mir geholfen haben. Ich habe mich selbst von einer neuen Seite kennengelernt und erkunde immer wieder andere Aspekte. Man darf sich nicht vor sich selbst verschließen, offen sein für jede Erfahrung, die man mitnehmen kann, und bewusst durch das Leben gehen.

Ich bin bereit für ein weiteres, aufregendes Jahr.

Abenteuer mit der Bahn

Da ich des Öfteren Freunde in Deutschland besuche, komme ich nicht umhin, mit der Deutschen Bahn zu fahren. Mit dem Auto ist es mir zu unentspannt, hauptsächlich wegen der anderen Leute. Wenn ich einfach nur gemütlich dahin tuckern könnte, wäre das weniger ein Problem. Allerdings nutze ich die Zeit gerne, um in Büchern zu lesen oder Artikel, die ich mir per Instapaper weggespeichert habe, nachzuholen.

So ist es auch heute wieder so weit, dass ich mich auf das Abenteuer Deutsche Bahn einlasse. Seit ein paar Monaten habe ich meine Tickets gebucht, die Züge standen fest, nur Plätze hatte ich mir noch keine reserviert. Zum Glück habe ich damit gewartet, denn diese Woche stapeln sich geradezu die Mails der DB in meinem Postfach.

Beide Züge, die ich gebucht hatte, wurden abgesagt, die Alternative, die sie mir für die Rückfahrt ausgewählt hatten, wurde dann ebenfalls storniert. Die Zugbindung der Tickets ist aufgehoben. Und da ich einmal stark davon ausgehe, nicht der Einzige zu sein, der davon betroffen ist, wird es in den Zügen, die dann vielleicht noch übrig bleiben, umso mehr wimmeln. Es herrscht dann wohl Anarchie.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich meine These, genauer gesagt meinen Vorschlag an dieser Stelle schon mal geäußert habe: wäre ich die DB würde ich ja nur mehr Tickets verkaufen, wo lediglich der Anfangs- und Endbahnhof deklariert ist, dazwischen überlässt man es den Fahrgästen eine eventuell vorhandene Verbindung zu erwischen. Wie gesagt, nur ein Vorschlag. So muss auch niemand mehr entschädigt werden, was sie ohnehin kaum tun, nach meiner eigenen Erfahrung, denn jeder hatte ja die Möglichkeit ans Ziel zu kommen, es war wohl nur vom Schicksal nicht vorgesehen.

Wie dem auch sei. Ich lasse mich an diesem Wochenende mal wieder auf dieses Lottospiel ein und hoffe irgendwann in Tübingen und später wieder zu Hause, anzukommen. Ich werde davon berichten.

Was ich aber bestimmt machen werde, ist auf die erste Klasse upzugraden. Man kann von diesem Zweiklassensystem halten, was man will, aber das mehr an Platz und die ruhigere Atmosphäre (wenn man nicht gerade eine Familie mit zwei kleinen Kindern im Abteil hat) genieße ich schon. Wobei das wahrscheinlich eine schlechte Strategie ist, der DB noch mehr Geld zu geben (wobei sich die Aufpreise wirklich in Grenzen halten und zufällig gewürfelt zu sein scheinen), aber welche Alternative bleibt einem schon übrig? Mit einem Bus zu fahren? Eher nicht.

Ich versuche, optimistisch zu bleiben. Ich habe immer Bücher, Nüsse und Wasser dabei. Wenn es mal weniger gut läuft, kann ich mich ein paar Tage mit ihnen versorgen und unterhalten.

Sky Parking

Es ist schon erstaunlich, wie sehr sich die Stimmung in einem Einkaufszentrum innerhalb weniger Tage ändern kann. War es vor Weihnachten im Europark noch sehr hektisch, alle Menschen voller Stress, so war es diese Woche ruhig, auch wenn eher viel los war.

Ich genieße es, entspannt durch Einkaufszentren wie den Europark zu schlendern, egal zu welcher Jahreszeit. Einfach nur die Menschen zu beobachten und wie sie sich verhalten, je nachdem, was gerade ansteht, ist faszinierend. Auch in Innenstädten oder der Salzburger Altstadt ist es herrlich, in einem Café draußen zu sitzen und die vorbeihuschenden Leute zu beobachten. Wenngleich ich vielleicht nicht viel brauche oder kaufen will. Manchmal reicht es schon, einen Kaffee zu trinken und spontan ein Buch mitzunehmen, oder ein paar alltägliche Erledigungen beim Interspar zu machen.

An dem Tag war es wunderbar sonnig, und ich entschied mich spontan auf das Parkdeck zu fahren. Das ist immer spannend, da die spiralförmige Auffahrt durchaus enge Stellen hat. Seit einigen Jahren gibt es sogar einen zweiten Stock darüber, das sogenannte Sky Parking. Bisher hatte ich mich noch nie dazu überreden können, hochzufahren, aber diese Woche passte es einfach.

Nachdem die etwas versteckte Auffahrt gefunden worden war, stellte sich schnell heraus, dass nicht viele sich die Mühe machen, hier rauf zu fahren. Vielleicht ein kleiner Geheimtipp, wenn wirklich mal wieder sehr viel los sein sollte und man keinen Parkplatz findet. Einfach so weit rauf fahren, bis es nicht mehr geht. Oben wird man dann, herrliches Wetter vorausgesetzt, mit einem schönen Ausblick über die Stadt belohnt.

Hier habe ich auch erst so richtig das rote Metallgestell (wie bezeichnet man diese Verzierungen wirklich?) zu schätzen gelernt. Denn soweit ich das beurteilen kann, dienen diese primär der Verzierung, wobei sie auch einem Zweck dienen könnten, um etwaige Dinge von den Autos fernzuhalten – wer weiß. Jedenfalls ist das Geflecht aus Metallverstrebungen und Netzen von dort oben noch einmal beeindruckender aus als von unten.

Es hat sich also gelohnt, sich mal vom üblichen Standard zu trennen und buchstäblich neue Höhen zu erschließen. Wenn auch nur im kleinen Rahmen.

Throwback Thursday: Low #1

Heute gibt es gleich zwei alte Artikel auf einmal, genauer gesagt einen Artikel, aber in zwei unterschiedlichen Ausführungen. Es geht um ein Review zur ersten Ausgabe des Comic Low.

Wie ich in der Einleitung der zweiten Version des Reviews schreibe, entstand dieser im Zuge eines Schreibwettbewerbs auf scienceblogs. Ich habe ihn kreativer Weise mit “Science Edition” betitelt. Darin verwende ich außerdem den Ausdruck wissenschaftliche Analyse – was ich im Nachhinein betrachtet sehr lustig finde. Wie analysiert man einen Comic wissenschaftlich? Klar kann man sich einem Comic aus einer medienwissenschaftlichen Perspektive nähern, was ich später bei meiner Bachelorarbeit getan habe. Zu dem Zeitpunkt wusste ich das aber nicht, noch habe ich es ordentlich recherchiert.

Wenn ich heute so etwas schreiben müsste oder würde, nähme ich den Comic als Aufhänger und näherte mich dem Thema von dieser Seite, bevor ich mich voll auf das wissenschaftliche Thema stürze. Am Ende sollte dann ein Bogen zum Comic und der Geschichte gemacht werden. Zwar habe ich das hier versucht, doch mit den strikt getrennten Überschriften geschieht dies meiner Ansicht nach etwas holprig.

Es ist schwierig, einen bereits vorhandenen Artikel umzuschreiben oder ein komplett anderes Thema darin einzuarbeiten. Wenn, dann müsste es von Anfang an in die Betrachtung hinein. In die Outline, wenn man so will.

Gleichwohl finde ich die Kombination aus einer Comic-Rezension und einem darin vorkommenden Thema wissenschaftlich zugrunde zu gehen oder es zumindest nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu diskutieren, durchaus interessant.

Die Artikel wurden zum ersten Mal 2014 veröffentlicht. Der Erste am 31.08. und die Science Edition am 21.09. Wie immer werden hier die nicht editierten Originalformen wiedergegeben.


Low #1

Die neueste Comic-Reihe aus dem Hause Image trägt den Titel Low. Ich bin durch den wunderbaren Podcast Talking Comics darauf aufmerksam geworden, als bei der neuesten Episode (zu dem Zeitpunkt wo ich das schreibe Nr. 146) der Rezensent Justin meinte, es sei seine absolute Nummer Eins 2014. Da musste ich natürlich zuschlagen.

Der Inhalt

Low ist ein Science-Fiction-Comic, der besonderen Art. Als Autor fungiert Rick Remender, der zuvor unter anderem bei Black Science tätig war. Die Geschichte spielt in der Zukunft. Die Sonne beginnt gerade sich zu einem roten Riesen aufzublähen und die auf der Erde lebenden Menschen haben sich auf den Grund der Ozeane zurückgezogen, um der lebensfeindlichen Planetenoberfläche zu entkommen. Während die Menschheit versucht unter Wasser zu überleben, machen sich Sonden auf die Suche nach bewohnbaren Planeten, die die Zukunft der Menschheit sichern sollen.

Die Geschichte dreht sich um die Familie von Johl Caine, einer Art Techniker mit spezieller Begabung. Dieser lebt mit seiner Frau Stel und seinen drei Kindern (Tajo, Della und Marik) zusammen. Remender schafft es mit Leichtigkeit, dass ich die einzelnen Mitglieder sympathisch finde und Mitgefühl für diese entwickle, auch wenn ich sie gerade erst kennen gelernt habe. Was die Erzählgeschwindigkeit angeht, passiert in der 30 Seiten umfassenden, ersten Ausgabe sehr viel. Die Familie startet einen gemeinsamen Ausflug mit ihrem U-Boot ähnlichen Schiff, bei dem den Kindern ihre künftigen Aufgaben vorgestellt werden sollen. Da kommen auch schon die Antagonisten ins Spiel. Hier handelt es sich um so etwas wie Piraten, die es nicht nur auf die Ressourcen des Schiffes abgesehen haben…

Durch die voll gepackte Geschichte, wird die Vorstellung der Zukunft kurzweilig und interessant und am liebsten würde ich gleich noch mehr Zeit in dieser Welt verbringen – dies liegt aber natürlich auch an markantesten Teil des Comics:

Der Stil

Der Artist Greg Tocchini schafft es, diese faszinierende Welt so zu gestalten, wie ich persönlich es noch in keinem Comic-Heft gesehen habe. Ich muss zugeben, dass ich gerade einmal ein paar Jahre Erfahrung habe und deshalb wahrscheinlich erst an der Oberfläche des zu lesenden Stoffes gekratzt habe, aber schon ein Blick auf die Titelseite genügt um zu wissen, dass Tocchini etwas besonderes geschaffen hat. Ich würde seinen Stil als schematisch, aber doch detailliert beschreiben. Jeder Raum, jede Technologie und jede Umgebung scheinen in ihren eigenen Grundfarben eingetaucht worden zu sein. Von einem Orangen Farbton für die Personen, über einen grünlich-türkisen Ton für Unterwasserdarstellungen, bis hin zu tiefem Rot als Zeichen der Bedrohung.

Ich habe früher schon einmal geschrieben, dass Comic-Hefte allein wegen der Zeichnungen gekauft werden müssten, diese allerdings verblassen im Vergleich mit dieser Ausgabe. Ob diese Qualität monatlich gehalten werden kann, muss sich erst noch erweisen, aber dieser Einblick in die Zukunft hat mich vollkommen begeistert und ich werde die Serie definitiv weiter verfolgen.


Low #1 (Science Edition)

Im Zuge eines Schreibwettbewerbs auf scienceblogs.de, der von Florian Freistetter organisiert wurde, sollte man einen Blog-Artikel über ein wissenschaftliches Thema schreiben. Lange habe ich nach einer guten Kombination von meinen favorisierten Themen – Comics und Astronomie – gesucht. Mit Low ergab sich nun eine einzigartige Gelegenheit, die ich natürlich ergreifen musste. Hier also meine erste wissenschaftliche Analyse eines Comics – der Artikel ist eine erweiterte Version meines zuvor veröffentlichten Reviews von Low:

Die neueste Comic-Reihe aus dem Hause Image trägt den Titel Low. Ich bin durch den wunderbaren Podcast Talking Comics darauf aufmerksam geworden, als bei der neuesten Episode (zu dem Zeitpunkt wo ich das schreibe Nr. 146) der Rezensent Justin meinte, es sei seine absolute Nummer Eins 2014. Da musste ich natürlich zuschlagen.

Der Inhalt

Low ist ein Science-Fiction Comic, der besonderen Art. Als Autor fungiert Rick Remender, der zuvor unter anderem bei Black Science tätig war. Die Geschichte spielt in der Zukunft. Die Sonne beginnt gerade sich zu einem roten Riesen aufzublähen und die auf der Erde lebenden Menschen haben sich auf den Grund der Ozeane zurückgezogen, um der lebensfeindlichen Planetenoberfläche zu entkommen. Während die Menschheit versucht unter Wasser zu überleben, machen sich Sonden auf die Suche nach bewohnbaren Planeten, die die Zukunft der Menschheit sichern sollen.

Die Geschichte dreht sich um die Familie von Johl Caine, einer Art Techniker mit spezieller Begabung. Dieser lebt mit seiner Frau Stel und seinen drei Kindern (Tajo, Della und Marik) zusammen. Remender schafft es mit Leichtigkeit, dass ich die einzelnen Mitglieder sympathisch finde und Mitgefühl für diese entwickle, auch wenn ich sie gerade erst kennen gelernt habe. Was die Erzählgeschwindigkeit angeht, passiert in der 30 Seiten umfassenden, ersten Ausgabe sehr viel. Die Familie startet einen gemeinsamen Ausflug mit ihrem U-Boot ähnlichen Schiff, bei dem den Kindern ihre künftigen Aufgaben vorgestellt werden

sollen. Da kommen auch schon die Antagonisten ins Spiel. Hier handelt es sich um so etwas wie Piraten, die es nicht nur auf die Ressourcen des Schiffes abgesehen haben…

Durch die voll gepackte Geschichte, wird die Vorstellung der Zukunft kurzweilig und interessant und am liebsten würde ich gleich noch mehr Zeit in dieser Welt verbringen – dies liegt aber natürlich auch an markantesten Teil des Comics:

Der Stil

Der Artist Greg Tocchini schafft es, diese faszinierende Welt so zu gestalten, wie ich persönlich es noch in keinem Comic-Heft gesehen habe. Ich muss zugeben, dass ich gerade einmal ein paar Jahre Erfahrung habe und deshalb wahrscheinlich erst an der Oberfläche des zu lesenden Stoffes gekratzt habe, aber schon ein Blick auf die Titelseite genügt um zu wissen, dass Tocchini etwas besonderes geschaffen hat. Ich würde seinen Stil als schematisch, aber doch detailliert beschreiben. Jeder Raum, jede Technologie und jede Umgebung scheinen in ihren eigenen Grundfarben eingetaucht worden zu sein. Von einem Orangen Farbton für die Personen, über einen grünlich-türkisen Ton für Unterwasserdarstellungen, bis hin zu tiefem Rot als Zeichen der Bedrohung.

Ich habe früher schon einmal geschrieben, dass Comic-Hefte allein wegen der Zeichnungen gekauft werden müssten, diese allerdings verblassen im Vergleich mit dieser Ausgabe. Ob diese Qualität monatlich gehalten werden kann, muss sich erst noch erweisen, aber dieser Einblick in die Zukunft hat mich vollkommen begeistert und ich werde die Serie definitiv weiter verfolgen. Kommen wir nun zum wissenschaftlichen Teil…

Die Sonne

Vor über vier Milliarden Jahren war unser Sonnensystem nichts weiter als ein kalter Nebel aus Gas und Staub. Hauptsächlich bestand dieser aus Wasserstoff und Helium. Vermutlich wurde dieser Nebel durch die gravitative Einwirkung eines vorbeiziehenden Objektes durcheinander gewirbelt und so die “friedliche Ruhe” gestört. Dadurch konnten sich erste Haufen aus Atomen und Gesteinen bilden. Über mehrere 100.000 bis Millionen Jahre dauerte diese Phase an, bis die Ansammlung groß genug war um in ein thermisches Glühen überzugehen. Zu diesem Zeitpunkt findet allerdings noch keine Fusion statt. Jupiter zum Beispiel hat ebenso ein thermisches Glühen, weshalb er, würde die Sonne weggenommen werden, immer noch Licht abgeben würde.

Unser glühender Haufen ist allerdings mit dieser Phase nicht zufrieden und sammelt noch mehr Gas ein. An einem bestimmten Punkt, wenn im Kern genug Druck und eine Temperatur von etwa zehn Millionen Grad Celsius herrscht, beginnen die einzelnen Wasserstoffatome sich zu verbinden und es entsteht Helium. Im Zuge dessen wird auch Deuterium gebildet, aber das macht nur einen verschwindend geringen Teil aus. In der frühen Sonne wirken zwei Kräfte: Zum einen der nach Innen gerichtete Druck der Gravitation und zum anderen eine nach außen gerichtete Kraft, die durch die Kernfusion entsteht (Strahlungsdruck) – Lichtteilchen, so genannte Photonen, kämpfen sich ihren Weg vom Zentrum der Sonne, nach außen. Sind diese Kräfte gleich groß hat sich der Stern stabilisiert und geht in seine Hauptphase über.

Die Hauptphase eines Stern dauert am längsten – bei der Sonne ist diese ca. zehn Milliarden Jahre lang. Hier ändert sich vergleichsweise wenig. Im Kern herrschen durch die Kernfusion Temperaturen von ungefähr 16 Millionen Grad Celsius, wogegen auf der Oberfläche nur mehr eine Temperatur von knapp über 5.500 °C ist. Die Oberflächentemperatur war allerdings nicht immer konstant. Zu Anfang der Hauptphase war diese deutlich höher und ist im Laufe der Zeit leicht gesunken. Da die Temperatur aber immer wieder Schwankungen unterliegt, steigt diese auch wieder an. Manche Theorien gehen davon aus, dass die abgegebene Energie in ca. einer Milliarde Jahre den Punkt überschreiten wird, an dem auch die Erde signifikant davon betroffen ist und sich so sehr erwärmt, dass sogar die Venus neidisch wird:

Es beginnen die Ozeane zu verdampfen, womit der Treibhauseffekt größer wird und die Erde immer heißer. Das Gute daran ist, dass wenn sich die Sonne später zu einem roten Riesen aufbläht und vielleicht sogar die Erde verschluckt, wir längst nicht mehr hier sind…

Aber wie entsteht dieser rote Riese? Wenn der Wasserstoff im Zentrum der Sonne aufgebraucht ist, kann keine Fusion mehr stattfinden und der Strahlungsdruck wird schwächer. Somit gewinnt die Gravitation die Oberhand und die Sonne beginnt zu kontrahieren. Im Zentrum erhöht sich der Druck und die Temperatur bis zu dem Punkt, an dem die Heliumatome beginnen zu fusionieren und es bilden sich Kohlenstoff und Sauerstoff. Durch die Fusion steigt der Strahlungsdruck so sehr an, dass dieser die Gravitation wieder übertrifft und die Sonne beginnt sich auszudehnen. Da durch die Fusion von Helium mehr Energie freisetzt als zuvor bei Wasserstoff, bläht sich die Sonne weiter auf und erreicht eine Ausdehnung von ungefähr dem 200-fachen ihrer derzeitigen Größe. Da der rote Riese eine sehr viel größere Oberfläche hat als zuvor, ist der Stern zwar kühler, allerdings verlassen ihn viel mehr Photonen wodurch er umso heller strahlt.

Die Astronomen sind sich allerdings noch nicht sicher, wie genau das Schicksal der Erde aussehen wird – denn je nachdem, wie sehr sich die Sonne aufbläht wird die Erde von ihr absorbiert oder auch nicht.

Die Phase als roter Riese dauert ein paar Millionen Jahre, in dessen Verlauf die Sonne die äußeren Schichten abstoßt und somit deutlich an Masse verliert. Das Helium geht zur neige und der Strahlungsdruck verringert sich. Wiederholt kontrahiert die Sonne. Ihre Energie reicht nicht mehr aus, um weitere Fusionen in Gang zu setzen und über Millionen von Jahren kühlt sie langsam ab und wird so zu einem weißen Zwerg. In diesem Stadium bleibt sie dann für weitere, viele Billionen Jahre…

Die Analyse

So sieht also das Leben unserer Sonne aus. Da habe ich mich natürlich gefragt, wie sehr ist Low nun Science Fiction und was könnte tatsächlich eintreten? Ich bitte darum die folgenden Worte nicht auf die goldene Waage zu legen, denn manchmal ist mein Drang zu Science Fiction doch zu optimistisch und mein Wissen bei weitem nicht ausreichend, diese detaillierter durchzuführen – aber ich finde es trotzdem interessant sich seine Gedanken darüber zu machen, was wohl möglich wäre:

Wie ich oben geschrieben habe ist es sehr wahrscheinlich, dass wir es nicht erleben werden, bis sich die Sonne zu einem roten Riesen aufbläht – obwohl dies natürlich ein Naturschauspiel wird, dass ihres gleichen sucht. Versetzen wir die Handlung also ein paar Milliarden Jahre weiter nach vorne. Die Erde heizt sich auf, Ozeane verdampfen usw.

Durch diese dramatischen Entwicklungen werden wir also gezwungen, unsere Behausungen auf den Grund der Meere zu errichten. So fantastisch wie bei Low werden sie aber vermutlich nicht aussehen. Vom heutigen Standpunkt aus betrachtet, sind es wohl eher riesige, untereinander verbundene Metallcontainer, die in der Lage sind dem Druck der Wassermassen zu widerstehen. Ich würde uns durchaus zutrauen, ein ähnliches Konstrukt von kleinerem Ausmaße auch heute schon bewerkstelligen zu können. Die Wasserversorgung lässt sich dabei aus dem Meer speisen. Sauerstoff gewinnen wir aus diversen Grünanlagen, die über die Unterwasserstadt verteilt sind, außerdem nehmen sie die CO2 Emissionen auf. Die Pflanzen müssen natürlich mit entsprechendem Licht versorgt werden, damit die Photosynthese stattfinden kann. Weiters kann Luft von der Oberfläche nach unten gesaugt, abgekühlt und danach in die Stadt befördert werden. Ich denke so weit in der Zukunft, ist das zur Verfügung stellen von Energie, Sauerstoff, Wasser und Nahrung kein Problem. In so einem geschlossenem Ökosystem muss natürlich alles perfekt aufeinander abgestimmt sein. So könnte ich mir vorstellen, dass es statt ein oder zwei großer Kolonien, viele kleine Dörfer gibt, die die überlebenden Menschen beherbergen.

Es ist zwar eine interessante Möglichkeit, auf den Boden der Meere auszuweichen, jedoch finde ich persönlich den Gedanken, den Weltraum zu erobern, um einiges interessanter. Wir wissen heute schon, dass es mit der bewohnbaren Erde in ein paar Millionen Jahre vorbei ist (vermutlich noch viel früher, wenn wir so weiter machen wie bisher, aber das ist eine andere Geschichte). Man könnte also beginnen, die Entwicklung der Technologie, die zum betreiben eines Weltraumlifts benötigt wird, voranzutreiben und diesen in den nächsten Jahren auf die Beine stellen. Somit lässt sich Material viel leichter in den Weltraum transportieren. Von da aus ist es nur mehr ein Katzensprung bis zum Mond oder zum Mars, wo weitere Stationen und Kolonien errichtet werden können.

Natürlich könnte man nebenbei die Entwicklung und den Bau von Generationenschiffen starten. Wie wahrscheinlich dieses Transportmittel allerdings ist, kann ich nicht beantworten.

Wie ihr seht, ist der Vorstellungskraft, was dieses Thema betrifft, keine Grenzen gesetzt und vieles davon wird in Zukunft sicher zu realisieren sein. Was denkt ihr über dieses Thema und meine Theorien? Habt ihr alternative Vorschläge zur Rettung der Menschheit?

Schwemmholz

Mit dem vielen Regen und den stürmischen Tagen vor Weihnachten war es natürlich absehbar, dass entsprechend viel Schwemmholz an den Ufern der Salzach landet. So musste natürlich am wunderbaren Auerlebnisweg in Weitwörth entsprechendes erkundet werden.

Nicht zuletzt auch deshalb, weil es nach den trüben, regnerischen Tagen sehr angenehm war, mal wieder ein paar Sonnenstrahlen abzubekommen. Die Wege in der Weitwörther Au sind immer wieder toll zu gehen, vor allem da sie weiterhin ausgebaut und gepflegt werden. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich die Au in Anthering in das Ganze eingliedern wird, aber das wird noch ein paar Jahre dauern, bis die Wege entsprechend aufbereitet sind.

Das Einzige, was dieses Mal gefehlt hat, waren die Schwäne. Normalerweise sieht man doch eine Handvoll oder so auf dem kleinen See herumschwimmen. Doch die scheinen sich gute Verstecke vor dem Sturm gesucht zu haben, so sah man nur jede Menge Enten, die es sich mitten am See in der Sonne gemütlich gemacht haben.

Was das Schwemmholz angeht, so war die Auswahl dort doch recht groß und es geht natürlich gar nicht, dass auf dem Rückweg nicht das ein oder andere Stück Holz mitgeht. Selbst wenn das bedeutet, dass die Stücke den ganzen Weg zurück zum Auto getragen werden müssen. Aber das ist ja der halbe Spaß daran. Ein bisschen über die Steine klettern, ergründen, wie kalt das Wasser ist (Spoiler: sehr frisch) und die schönsten bzw. skurrilsten Stücke Holz aussuchen.

Stürmische Zeiten

Die Tage vor Weihnachten waren durch heftige Stürme in ganz Österreich gekennzeichnet. Wir hatten Glück, da es in Salzburg bzw. an dem Ort, wo ich wohne, nicht allzu heftig wurde, was die Böen anging. Zwar waren auch hier viele Einsatzkräfte unterwegs, vor denen ich nur immer wieder meinen Hut ziehen kann, ob der Gefahren, denen sich diese oft freiwilligen Menschen aussetzen, um anderen zu helfen. Es ist bewundernswert und man kann einfach nur dankbar sein, dass es diese Menschen gibt.

Bis auf ein paar verbogene Zäune und weggeblasene Dinge blieb am Haus allerdings alles unversehrt. Bei mir ist es allerdings so, dass solche Stürme mit der Zeit vor allem auch psychisch anstrengend werden, da ich immer etwas nervös bin. Kann natürlich auch daran liegen, dass sich meine Wohnung im Dachgeschoss befindet und ich daher nochmal mehr von den Windböen mitbekomme. Es macht mich unruhig – das dann über mehrere Tage zu haben, ist dann doch anstrengend.

Was mich aber im Nachgang interessiert, sind die Schäden, die der Sturm in den umliegenden Wäldern angerichtet hat. Meine typische Spazierrunde führt durch zwei Wälder und natürlich musste ich diese abgehen, sobald dies wieder gefahrlos möglich war.

Dort sah ich, zu welchen gewaltigen Kräften ein Sturm fähig ist. Dutzende Bäume wurden umgehauen und geradezu entwurzelt. Ich musste mich über und unter umgefallene Bäume hindurchkämpfen, um mir einen Weg durch den Wald zu bahnen. Ein abenteuerliches Unterfangen.

Die Arbeiten, die im Nachgang des Sturms noch notwendig sind, um ein halbwegs normales Bild wiederzubekommen, werden sicherlich noch einiges an Zeit in Anspruch nehmen. Nicht nur in den umliegenden Wäldern, sondern auch die persönlichen Schicksale, die sich in diesen stürmischen Tagen ereignet haben.

Schienenersatzverkehr

Normalerweise ist dieses Wort eines, das man nicht gerne zu hören bekommt oder liest, da es bedeutet, etwas ist nicht in Ordnung und man muss einige Mühen auf sich nehmen, um von Punkt A zu Punkt B zu kommen.

Vor allem bei der Lokalbahn in Salzburg und Umgebung war es in den letzten eineinhalb Jahren immer wieder der Fall – besonders aber in den vergangenen Monaten. Irgendwann hat man genug von Ausfällen, Verspätungen und dergleichen. Aber langsam neigt sich die umfangreiche Modernisierung und der Umbau dem Ende zu. Da kam es gerade passend, dass der Sturm der letzten Tage die Strecke gleich nochmal in Mitleidenschaft gezogen hat und wieder Busse als Ersatz dienen mussten.

Doch so sehr man sich darüber ärgern kann und beschweren, wurde mir letztens bewusst, dass es durchaus etwas Gutes an sich hat. Denn egal wann und wieso die Züge ausfallen, es stehen immer genügend Busse und Busfahrer zur Verfügung, um dies auszugleichen. Natürlich dauert die Reise dann etwas länger, aber der SEV ist meist zügig eingerichtet.

Nicht alle Schienen-Transport-Institutionen bekommen das hin. Da muss man nur nach Deutschland blicken. Egal, warum ein Zug dort ausfällt, du bist auf dich alleine gestellt, eine Lösung zu finden. Ersatzbusse oder Ähnliches habe ich noch nicht erlebt. Da bevorzuge ich doch die Lokalbahn, die das optimal auf die Reihe bekommt.

Fiction | Goldie, der Goldhamster

Ich habe mir vorgenommen, wieder etwas mehr Kurzgeschichten oder etwas Vergleichbares zu schreiben. In den vergangenen Jahren habe ich mich bereits an so manchen Geschichten versucht und die Ergebnisse möchte ich natürlich auch gerne hier teilen. Manche habe ich einfach so geschrieben, andere im Zuge eines VHS-Kurses, den ich vor Jahren besucht habe. Den Anfang bildet eine meiner liebsten Kurzgeschichten, die ich geschrieben habe. Eine nette kleine Geschichte über Goldie, den Goldhamster. Inspiriert wurde die Geschichte vom Podcast Sprechkabine mit Philipp Seidel und Timo Hetzel. Viel Spaß.


Goldie der Goldhamster erwachte mit einem sanften Lächeln auf seinem spitznäsigen, pausbäckigen Gesicht. Das Fell war von der Nacht noch ganz durcheinander. Da machte es auch nichts, wenn er gleich noch ein paar Runden auf dem Laufrad zurücklegte, um die restliche Müdigkeit abzuschütteln. Es war ein tolles Rad. Aus Holz, in einem kräftigen Rot gestrichen und feinen Balken, sodass man durchsehen konnte, während sich das Rad immer schneller und schneller drehte. Ein herrliches Gefühl, sich in den verschwommenen, vorbei sausenden Bewegungen zu verlieren. 

Nach dem Training gab es erst einmal etwas zu trinken und so nuckelte Goldie der Goldhamster an dem metallenen Stutzen, der kaltes, frisches Wasser spendete. Was für ein toller Start in diesen besonderen Tag. Denn es war kein Tag, wie jeder andere. Goldie der Goldhamster war auserwählt worden, Glück und Freude über die Menschen zu bringen. Es waren auch andere ausgewählt worden, denn die Welt war so groß und Goldie so furchtbar klein. Doch gemeinsam konnten sie die Aufgabe schaffen. Während sich Goldie Gedanken über seine bevorstehende Aufgabe machte, kam auch schon der Mensch vorbei, der ihn vorbereiten und zur Rampe bringen sollte. 

„Guten Morgen, Goldie“, sagte der Mensch mit einer sanften Stimme. „Bist du bereit für deinen großen Tag?“ 

Aufgeregt begann Goldie der Goldhamster zu fiepen und mit einem der hinteren Beine zu schaben. Der Mensch nahm Goldie den Goldhamster aus seinem üppigen Käfig. Während er das kleine Tierchen in der Hand hielt, streichelte er über dessen weißen flauschigen Bauch. Da zuckten und strampelten die Hinterpfoten wie wild. Was für ein herrliches Gefühl. 

Nun war es an der Zeit, sich fertig zu machen. So begann der Mensch Goldie seinen Anzug anzuziehen. 

„Es wird Zeit für deinen Anzug, Goldie. Wir wollen doch schließlich nicht, dass du frierst.“ 

Ein großes Lächeln stand auf dem Gesicht des Menschen. Das verstand Goldie der Goldhamster nicht. Aber das machte nichts. Die Uniform bedeckte seinen gesamten, winzigen Körper. Und er glänzte so hübsch silbern. Ein blaues Symbol war auch darauf zu sehen. Das bedeutete, dass Goldie der Goldhamster wichtig war. Nicht jeder bekam solch eine Uniform mit dem Symbol. Das war nur für die besonderen Goldhamster. Hübsch eingepackt, machten sich die beiden auf den Weg zur Rampe. Goldie der Goldhamster durfte dabei die ganze Zeit auf der Hand des Menschen sitzen. Sie gingen durch lange Gänge, sahen andere Menschen und gelangten schließlich zu einer großen schweren Tür. Von draußen konnte man bereits die Menge toben hören. 

Hinter Goldie dem Goldhamster und seinem Menschen stellten sich nun auch die anderen Goldhamster mit ihren Begleitern auf. Goldie der Goldhamster konnte es kaum erwarten, bis es losging. Sein kleiner Körper zitterte vor Aufregung. Da begann Musik zu spielen. Viele Instrumente erklangen und es war eine schöne Musik. Das Tor öffnete sich und sie gingen los. 

Ein langer roter Teppich begrüßte sie und viele Menschen waren gekommen, um sich zu verabschieden. Es war laut und die Menschen klatschten und jubelten. Langsam gingen die Goldhamster und ihre Menschen zwischen der Menge entlang. Goldie der Goldhamster fürchtete sich zwar, es war viel zu viel Lärm für seine kleinen spitzen Ohren, aber das gehörte nun einmal dazu. An der Rampe angekommen winkten die Menschen der Menge noch einmal zu. Die Goldhamster fiepen aufgeregt, doch niemand konnte sie bei dem Lärm hören. 

Schließlich stiegen sie alle in einen Lift ein und fuhren nach oben. Dort angekommen gingen sie über einen kurzen Steg und stiegen durch eine kleine Luke in das große, mächtige Gefährt. Leider kannte Goldie der Goldhamster nicht den richtigen Namen, aber das machte nichts. Die Menschen setzten die Goldhamster ab und sicherten sie mit winzigen Gurten. Dann setzten sie sich ebenfalls und bereiteten alles vor. Sie alle schauten jetzt nach oben. Es war ein klarer, blauer Himmel zu sehen. 

Plötzlich zischte es. Dann donnerte es. Dann rüttelte und schüttelte sich scheinbar die ganze Welt. Goldie der Goldhamster wurde in seinen Sitz gepresst. Es tobte und plärrte. Er verhielt sich mucksmäuschen still. Der blaue Himmel wurde immer dunkler, bis schließlich Sterne zu sehen waren. Es wurde ganz still. Das Rütteln und Schütteln hörte auf und alles schien sich zu entspannen. 

Während die Menschen ihre Arbeit verrichteten, schliefen die Goldhamster ein. Eine solch lange Reise war anstrengend für die kleinen Nager. Sie hatten es sich verdient, sich auszuruhen. 

Goldie der Goldhamster knabberte gerade genüsslich an einer halben Walnuss. Wie herrlich das schmeckte. Da wurde er plötzlich sanft geschüttelt. Er sah seinen Menschen vor sich. „Bist du bereit, Goldie?“ Es war leider nur ein Traum gewesen. Etwas bedrückt nickte Goldie. Aber er freute sich auch, denn nun ging es los. 

Goldie der Goldhamster bekam seinen kleinen Helm aufgesetzt und schwebte langsam mit dem Menschen zu einer anderen, größeren Luke. Die Menschen hatten große, dicke Uniformen an, und hielten ihre Goldhamster in der Hand. Wieder zischte es, dann glitt die Luke zur Seite. Vor ihnen lag die Erde. Was für ein wundervoller Anblick. 

Nacheinander schwebten sie alle hinaus und die Menschen hielten sich an einer Stange an der Seite des Gefährtes fest. Jeder hatte seinen Goldhamster in der Hand. Sie sagten etwas zueinander, aber Goldie konnte sie bedauerlicherweise nicht hören. Es war ganz still. Der Mensch nickte Goldie mit einem breiten Lächeln zu. Das war das Zeichen. Goldie, der Goldhamster fiepe. Ein ernster Blick erschien auf dem sanften Gesicht. Er war bereit.

Der Mensch hob Goldie an und warf den Goldhamster in Richtung Erde. 

Immer näher kam der blaue Planet. Die Sonne war auf der anderen Seite fast verschwunden. Es war still und ruhig. Goldie der Goldhamster, hörte nur seinen eigenen Atem. Er flog immer weiter und weiter. Die anderen Goldhamster konnte er leider nicht sehen. Er wollte sich umdrehen, doch all sein Strampeln und Zappeln half nichts. 

Etwas stimmte nicht. 

Er wollte zurück, doch er konnte nichts machen. 

Unaufhaltsam kam die Erde näher und näher, immer schneller und schneller. Und es wurde auch wärmer. Plötzlich erschien etwas vor Goldies Helm. Waren das Flammen? Sie züngelten an Goldies Helm und seiner Uniform. Es wurde heiß. Jetzt hatte Goldie der Goldhamster wirklich Angst. Panik machte sich breit. Die Flammen züngelten weiter. Seine Uniform löste sich langsam auf. Er konnte Wind und Hitze spüren. Goldie fiepte und fiepte, doch er konnte sich nicht einmal selbst hören. Immer tiefer stürzte er, direkt auf die Erde zu, seinem Ziel entgegen. Als die Katastrophe unausweichlich schien, hatten sich die Flammen Goldies kleinen Körper einverleibt. Es wurde schwarz vor seinen Augen. Und so verglühte Goldie, der Goldhamster.

Zurück auf der Erde zog ein kleines Mädchen, in einem rosafarbenen Kleidchen, an der Jacke ihrer Mutter. „Schau Mami, die Schernschuppen sind wieder da!“ 

„Ja, Lili“, antwortete die Mutter, „und jedes Jahr scheinen sie hübscher zu glühen.“ 

Glitzerndes Geschenkpapier

Ich scheine ein bisher verborgenes Talent zu haben. Ein Talent, das mich einmal im Jahr beglückt. Das mich nachhaltig verfolgt und letztes Jahr seinen Anfang nahm: unweigerlich, glitzerndes Geschenkpapier zu kaufen.

Ist es nicht toll, wenn etwas glitzert? Vor allem zu Weihnachten und wenn die Geschenke, die man anderen überreicht, etwas Besonderes an sich haben? Ich mag das. Deshalb habe ich letztes Jahr den vermeintlichen Fehler gemacht und mit goldenem Glitzerstaub bestücktes Geschenkpapier gekauft. Das hat sich nicht nur beim Einpacken in der gesamten Wohnung verteilt, sondern beim Auspacken bei den Beschenkten nochmal. So hatte jeder wirklich lange etwas davon.

Dieses Jahr wollte ich es besser machen. Aber ein bisschen glitzern musste es schon. So griff ich zu einem Geschenkpapier mit goldenen Hirschen darauf. Konnte ich ahnen, dass sich diese in kleinste Teile auflösen, sobald die schützende Plastikfolie weg war?

Aber jetzt hatte ich immerhin schon angefangen mit dem Einpacken und wollte es durchziehen. Ich versuchte Schadensbegrenzung, sodass nur der Esstisch mit Gold gesprenkelt wurde, nicht aber der Rest der Wohnung. Es gelang einigermaßen okay. Die gute Nachricht: auch dieses Jahr haben die Beschenkten wieder mehr, als sie eigentlich wollten. Und zwar, wenn sich beim Auspacken die restlichen goldenen Hirsche lösen.

Vielleicht klappt es im nächsten Jahr besser. Oder ich ergebe mich meinem Talent und streue gleich selbst etwas Glitter in die Geschenke hinein.

Abschlussängste?

Unentspannt. So würde ich den allgemeinen Gemütszustand von Leuten in dieser Woche beschreiben. Tiefe Seufzer, Beschwerden und Aufregungen über Dinge und Prozesse, die man sowieso nicht ändern kann, und dann gibt es natürlich noch diejenigen, die halb krank in der Arbeit erscheinen. Am Ende war es schon sehr anstrengend, um es gelinde auszudrücken.

Dabei unterscheiden sich die nächsten beiden Wochen nicht unbedingt von den Sommerwochen, in denen ebenfalls viele Urlaub haben – nur dass eben ein paar mehr Feiertage sind. Aber grundsätzlich scheint es Menschen zu stressen, dass das Jahr endet. Als müsste unbedingt noch alles erledigt werden. Die Bedeutung von Silvester wird meiner Meinung nach überbewertet – zugegeben, ich mag die Idee eines “frischen” Jahres, aber das war es dann auch schon.

Diese Woche allerdings hat direkt an meinem sonst entspannten Gemüt und meiner Psyche gezerrt. Da war die etwas größere Einkaufsrunde am Mittwoch durch verschiedene Geschäfte im Ort angenehmer. Nicht zu vergessen, ein zuvor sehr entspannender Friseurbesuch. An dem Tag habe ich mich auf dem Weg nach Hause zudem noch spontan – oder unterbewusst – entschieden, einen anderen Weg zu fahren, der mich an dem Haus vorbeiführt, in dem ich üblicherweise die Physiotherapie habe. Kaum hatte ich das Haus gesehen, fiel mir ein, dass ich ja Tags davor mein Handtuch vergaß. Kurz geparkt und reingesprungen, lugte auch schon mein Physiotherapeut aus einer Tür und reichte mir kurze Zeit später das sicher verwahrte Handtuch. Ich war begeistert. Ein Nachmittag bzw. Abend voller kleiner Erfolgserlebnisse.

Und dann kam auch noch die 40th Anniversary Merch Box von Warhammer an, mit perfekt sitzenden Pullovern und einer coolen Tasse. Ich bin begeistert.

Dieses künstlich herbei gedachte Ende eines Jahres scheint Menschen nicht nur zu stressen, sondern immer wieder zu überraschen. Es muss nicht alles vor Weihnachten abgeschlossen sein. Ich freue mich auf ein paar Aufgaben, die ich mir für zwischen die Feiertage vorgenommen habe und ein paar Dinge, die im neuen Jahr auf mich warten. Ich entscheide mich im Zweifel stets für Optimismus, auch wenn es manchmal anstrengend sein kann.