Throwback Thursday: Disney, Star Wars und die Konkurrenz 

Für diese Woche habe ich einen Artikel ausgegraben, der einen fantastischen Einblick in die naive Vorstellung der Vergangenheit gewährt. Eine Zeit, in der sich die Idee breit machte, Marvel und im größeren Sinne Disney, wären unfehlbar und Maschinerien an Unterhaltung, die uns mit großartigen neuen Star Wars Filmen und dergleichen beglücken würden. Auch die Avatar-Fortsetzungen waren noch für 2017 geplant, die mittlerweile ebenfalls dem Disney-Konzern gehören. Wie schon beim Throwback-Artikel von letzter Woche fehlt natürlich jede Angabe an Quellen. Damals hatte ich es wohl nicht so sehr damit. Für die Zukunft gelobe ich Besserung.

Der Artikel stammt vom 15.11.2015 und wird in nicht editierter Originalform reproduziert.


In letzter Zeit habe ich mich immer mehr mit der Frage auseinandergesetzt, warum mich Star Wars so sehr begeistert. Woran liegt das? Ist das Alter eventuell ein erster Anhaltspunkt? Warum erscheint für einen Nerd ausgerechnet das Universum von Star Wars so faszinierend und nicht ein anderes? Klar spielt die persönliche Präferenz eine zentrale Rolle, doch wenn man sich genauer mit diesem omnipräsenten Thema beschäftigt, kommt man nicht an der faszinierenden Geschichte von Disney vorbei. Ich kann hier nur einen kleinen Auszug liefern, man könnte Bücher damit füllen und es wurden auch genügend geschrieben. Ich wollte nur noch einmal die spannendsten Stationen zusammenfassen… 

Disney im Kaufrausch 

Ohne jeden Zweifel gehört die von Walt und Roy Disney gegründete Firma zu den wohl einflussreichsten der Welt. Kaum ein Kind aus den 70er, 80er und 90er Jahren kam an deren Filme vorbei. Angefangen bei den Klassikern um Mickey, Donald und co. fanden auch Helden wie Aladdin, Arielle und natürlich Simba Platz in unseren Herzen. Der Erfolg währte lange, doch in den 90er Jahren stürzte der Konzern in eine Krise. Nicht nur blieben die Erfolge an den Kinokassen aus, auch im TV Geschäft lief es alles andere als gut. Als folge dessen gingen auch die Besucherzahlen der Parks immer weiter zurück. Klar, wenn man keine Figuren in den Medien präsentiert und bewirbt, haben Eltern auch wenig Sinn darin gesehen, ihre Kinder in die teuren Parks zu bringen. Was tut man also, wenn man es nicht selbst schafft, wieder auf die Füße zu kommen? Richtig, man kauft sich externe Kräfte ein. Den Anfang bildete Pixar. Das von Apple-Visionär Steve Jobs gegründete Unternehmen hatte bereits eine langjährige Partnerschaft mit Disney, als es schließlich 2006 für 7,4 Mrd. Dollar übernommen wurde. Ausgezahlt wurde diese Summe in Aktien und da Steve Jobs die meisten Aktien bei Pixar hatte, wurde er auch bei Disney zum größten Einzelaktionär und ist dies bis zu seinem Tod geblieben. Die Kreativen Köpfe vom Konzern, der hinter “Toy Story”, “Findet Nemo” und anderen Erfolgsgeschichten stand, übernahmen teilweise auch Führungspositionen beim neuen Mutterkonzern – die Filme wurden besser und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. 

Drei Jahre später, 2009, verkündete Marvel, dass es für 4,3 Mrd. Dollar von Disney übernommen werde. Auch wenn dies etwas überraschend kam, so war es doch ein logischer Schritt, einen im Comic-Bereich äußerst erfolgreichen Konzern zu übernehmen (Marvel und DC sind in Sachen Comics die beiden größten Konzerne, Image ist allerdings seit Jahren auf der Aufholjagd und präsentiert ebenso faszinierende Geschichten, die sich nicht nur um Superhelden drehen – aber das ist eine andere Geschichte). Es ist eine symbiotische Beziehung, denn auch Marvel konnte die Unterstützung gebrauchen, da doch das eigens Gegründete “Marvel Entertainment” Studio die Produktion von Filmen vorantreiben wollte (der erste Iron-Man Film erschien 2008). Man muss aber dazu sagen, dass sich das Studio die Filme selbst finanziert hat, zumindest soweit ich das verstanden habe, denn für den ersten Film wurden so viele Filmrechte an Figuren verkauft, bis man genug Geld beisammen hatte, um sich diesen leisten zu können. Ironie der Geschichte ist, dass auch wenn die größten Zugpferde verkauft wurden, es an Marvel blieb, eines der erfolgreichsten und umfassendste Franchises zu schaffen, die – nur die Mutanten tanzen etwas aus der Reihe (eine weitere Ironie der Geschichte). Schließlich schreiben wir das Jahr 2012 und LucasFilm, geht für ebenfalls 4 Mrd. Dollar an den Disney Konzern – die hälfte wurde in bar bezahlt (man kann es sich ja wieder leisten). Es hat auch nicht lange gedauert, bis die Verlautbarung kam, mehr Star Wars Filme produzieren zu wollen und glaubt man den Analysten und den bisher veröffentlichten Trailern von Episode VII, so hat dieser Potential, der erfolgreichste Film der Geschichte zu werden – ich würde es ihm gönnen und werde meinen Teil dazu beitragen. Das bringt mich dann auch schon zum nächsten Thema: 

Star Wars: Im Kanon der Geschichte 

Die Meldung machte wohl aus guten Gründen Schlagzeilen: Alles was vor dem 25.4.2014 unter dem Star Wars Banner veröffentlicht wurde, wird als nicht mehr zum offiziellen Kanon dazugehörig gezählt – quasi degradiert auf die billigen Plätze. Mit einem Schlag wurde die Fundgrube an Geschichte, welche über zahllose Medien verstreut geschrieben und erzählt wurden, welche epische 36.000 Jahre umspannt und Charaktere hervorbrachte, die ihresgleichen suchen, nichtig. Für Fans ein Schlag in die Magengrube. Hat doch dieses reichhaltige, von Fans und Verantwortlichen erschaffene Universum, doch schon sechs Monate vor dem eigentlichen Beginn des Star Wars Wahns, mit einem Buch zum Film “A New Hope”, begonnen.
Allerdings muss man auch gestehen, dass es nach der Übernahme nur ein logischer Schritt zu sein schien. Mit einem neuen Konzern an der Spitze, wollte man etwas Ordnung in den angestaubten, wuchernden Wulst an Geschichten bringen. So blieben also nur mehr die sechs Filme (manche hatten sich wohl gewünscht nur drei) und die Serie “The Clone Wars” übrig. Von da an, hatten Menschen bei Disney und LucasFilm die sprichwörtliche Macht über die Geschichte. Ihr Ziel ist es, dass alles in sich konsistent und logisch aufgebaut ist. Ein großes Unterfangen, welches mit verschiedensten Comic-Reihen, Büchern, Spielen usw. sicher nicht einfach wird über die Jahre aufrecht zu erhalten. 

Für mich ergibt es ehrlich gesagt wenig Sinn, sich weiterhin mit dem alten, nun unter dem Banner “Star Wars Legends” stehenden Kanon zu beschäftigen. Der Neue ist schon umfangreich genug und ich starte meine Aufholjagd wohl gleich, bevor es in einem Jahr unmöglich scheint. Dazu habe ich hier eine übersichtliche Grafik gefunden, die einen guten Überblick darüber gibt, wann welche Handlung stattfindet. Bei den Comics bin ich eigentlich auf dem laufenden, nur die Bücher, die ich mir in Form von Hörbüchern gönnen werde, stellen eine größere Herausforderung dar. Diese nehme ich allerdings sehr gerne an. Nur um euch einen kleinen Überblick zu geben – ich werde mit diesen Büchern anfangen, nicht unbedingt in der Reihenfolge, aber höchst wahrscheinlich: Lords of the Sith, Tarkin, Heir to the Jedi, Dark Disciple, Aftermath. 

Bis Disney vermeldet hat, dass Star Wars nun doch (hoffentlich ehrenvoll und qualitativ hochwertig) fortgesetzt wird, dachte ich ja, dass ein anderes Sci-Fi / Fantasy Universum das Potential hätte, eine Art modernes Star Wars zu werden. 

Avatar: Eine unendliche Geschichte 

Wir schreiben erneut das Jahr 2009, genauer gesagt Dezember und gerade ist Avatar in den Kinos erschienen. Der Film wird einschlagen wie eine Bombe, die wohl niemand erwartet hätte. Klar stellte dieser animationstechnisch eine gewaltige Herausforderung dar und James Cameron hat extra dafür Techniken entwickelt und entwickeln lassen, damit er ihn so machen kann, wie er ihn sich vorgestellt hat. Für die Sequels, die ab 2016 oder 2017 in die Kinos kommen, ist er sogar mit einem eigenen U-Boot den Marianengraben hinunter getaucht. 

Die Welt, welche sich Cameron ausgedacht hat, ist so unendlich und reichhaltig, wie das Universum selbst. Es stellte für mich lange ein modernes Star Wars da, auch wenn es weniger Sci-Fi-lastig ist, aufgrund der nicht vorhandenen bzw. anders aufgebauten Raumschiffe – doch das ist gut so. Wir brauchen keine Kopien, sondern originelle Originale. Deshalb hat es mich umso mehr gefreut, als er auch angekündigt hat, Bücher dazu zu veröffentlichen, welche die Geschichte weiterführen sollen. Es war 2013, als er dafür den Autor Steven C. Gould engagiert hat und seither ist es leider recht still um das Projekt geworden. Kein Veröffentlichungsplan. Nichts. Nur die Hoffnung auf vier Romane. 

Nun hat Cameron erneut etwas versprochen: Comics. Dessen Geschichte soll vor, während und nach dem ersten Film Platz finden und noch vor dem ersten Sequel erscheinen. Ich habe so meine Zweifel daran. Es scheint so, als hätte sich Cameron mit diesem Mammutprojekt “Avatar” übernommen und kann versprechen nicht so richtig einhalten. Alles verschiebt sich immer weiter nach hinten oder es wird vollkommen Still um die Projekte. Ich hoffe sehr, dass wir bald Lebenszeichen hören, den faszinierend ist diese Welt auf jeden Fall. Es kann natürlich sein, dass ich viel zu ungeduldig bin und teilweise trifft dies mit Sicherheit zu, doch ab und an mal ein Lebenszeichen wahrzunehmen würde schon helfen, die doch lange Wartezeit zu überbrücken. Solche Filme sind ein großer Aufwand, vor allem in der Post-Production, da muss man Wege finden, das Publikum noch für das Thema zu interessieren. Ein Blog oder Twitter-Account, der in unregelmäßigen Abständen News veröffentlicht, würde schon helfen – falls jemand einen kennt, bitte ich um Empfehlungen. 

Damit habe ich meinem Drang, etwas Klarheit in meinem Kopf zu schaffen etwas genüge getan und konnte euch hoffentlich auch helfen, Fragen rund um Disney, Star Wars und Avatar zu beantworten – drei Themen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, aber bei genauerem hinsehen eine Welt eröffnen, die man ein Leben lang studieren kann, sind faszinierend und es auf jeden Fall wert, genauer betrachtet zu werden. 


Gute Star Wars Filme, Avatar Bücher und ein florierendes Marvel-Universum – alles Dinge, auf die ich heute noch warte oder die ich mir (zurück)wünschen würde. Mit The Way of Water hat James Cameron tatsächlich eine gewaltige filmische Fortsetzung geliefert, doch der Rest sieht etwas bescheiden aus. Das einzige Gute, was an Star Wars herauskam, war The Mandalorian und Andor (mal von den Büchern und Comics abgesehen), und Marvel befindet sich gerade auch eher am absteigenden Ast. Dafür ist natürlich die Wokeness und „The Message“ dafür verantwortlich, was auch immer das genau heißen soll.

Ich fand es einen interessanten Blick in die Vergangenheit und es gab mir Ideen für zukünftige Themen, über die ich berichten und schreiben will.

Kein Podcast im Ohr

Normalerweise stecke ich mir immer gleich die AirPods ins Ohr, sobald ich aus dem Haus gehe und in irgendeiner Art und Weise einen Spaziergang unternehme. Dieses Mal hatte ich einen Termin in Oberndorf, es war ein sonniger Tag, warum also nicht zu Fuß gehen – vor allem, wenn das Weihnachtswochenende wirklich so stürmisch und regnerisch werden soll.

Heute allerdings öffnete ich die Akkuschale, setzte beide ein und … nichts. Der Akku war leer. Nicht zum ersten Mal habe ich es vollkommen übersehen, dass die AirPods zwischendurch geladen werden wollen. Mit einer einzigen Ladung kommt man wirklich lange aus, aber irgendwann ist eben Schluss.

Kurzzeitig machte sich etwas Ärger in mir breit, da für den Rückweg zur Wohnung keine Zeit mehr blieb und ich mich auf die restliche Folge von WRINT Nummer 1549 freute. Doch am Ende war ich ganz froh, mal nichts anzuhören. Es gab mir die Möglichkeit, meine Umgebung genauer zu beobachten, den Leuten, denen man begegnet, etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken und die Gedanken schweifen zu lassen.

Ich begrüße solche spontanen Momente ganz gerne, wenn manchmal auch erst im Nachhinein betrachtet. Zu oft steckt man in einem Trott fest, da kommt ein leerer Akku bisweilen ganz gelegen.

Den inneren Saboteur gibt es nicht

Vor einiger Zeit habe ich das Buch Machen Sie doch, was Sie wollen von Maja Storch gelesen. Darin geht es um das Konzept des Strudelwurms, der als Sinnbild für das Bauchgefühl oder die (manchmal vielleicht fehlgeleitete) Intuition steht. Sie beschreibt, wie man die Vorhaben und Ideen des Verstandes mit den Vorstellungen und Entscheidungen, die der Strudelwurm treffen will, in Einklang bringt. Und zwar ohne sich durch selbst geißelnde Zwangskontrolle zu einer bestimmten Verhaltensweise zu zwingen – was der eigenen Psyche auf lange Sicht nicht guttut.

Es ist ein kompaktes, doch dicht gefülltes Buch. Storch schafft es darin, komplexe psychologische Zusammenhänge auf ihre grundsätzlichsten Prinzipien herunterzubrechen. Außerdem ist jedes Kapitel mit Beispielen angereichert, die die erklärten Konzepte verdeutlichen und nachvollziehbar machen.

Was ich besonders an der Autorin schätze, ist, dass sie nicht lange um den heißen Brei herum redet und auch deutliche Formulierungen und Worte findet, wenn es darum geht, mit im Volksglauben verbreiteten, teils falschen Konzepten aufzuräumen.

Beispielsweise hört man des Öfteren Aussagen, dass man den eigenen, inneren Saboteur bezwingen muss. Diesen überwinden, nicht auf ihn hören oder was auch immer. Unzählige Apps, Bücher und sonstige Selbsthilfe- und Motivationsschleudern wollen aufzeigen, wie man sich selbst manipuliert, austrickst oder sonstige hinterlistigen Dinge anstellt, um unseren ach so dummen Körper/Verstand/Geist zu einem „richtigen“ Verhalten zu bringen.

Das war mir alles schon immer sehr suspekt. Es hat einen negativen Hauch an sich, der mir nicht gefällt. Sich selbst manipulieren oder durch irgendwelche künstlich erzeugten Reize zu etwas überreden. Die eigene Produktivität erhöhen. Herr über die Zeit (sprich: den Kalender) zu werden. Und sonstige Unfassbarkeiten.

Da scheint mir das Konzept, meinen Strudelwurm (mein Bauchgefühl) und meinen Verstand in Einklang zu bringen, doch sehr viel sympathischer.

Denn dies führt im Grunde dazu, dass man sich selbst besser versteht – ja sogar besser verstehen muss, wenn man sich wirklich verändern will oder begreifen, warum man sich in gewissen Situationen so und nicht anders verhält. Denn das Bauchgefühl ist genau das: ein Gefühl. Etwas, das sich oft nur schwer in Worte fassen lässt, eine mag ich/mag ich nicht Bewertung (wie Storch im Buch schreibt). Es zwingt mich (im positiven Sinne) zu hinterfragen, Antworten zu finden auf Fragen, die ich mir vorher vielleicht noch nie gestellt habe oder gar zu stellen traute.

Es gibt keinen inneren Saboteur.

Werfen wir doch bitte diese irrsinnige Idee über Bord.

Oft ist es schwierig, herauszufinden, was man wirklich will. Dauernd sind wir fremden Ideen, Lebensentwürfen und Vorstellungen ausgeliefert. Dinge, die man tun sollte. Filme/Serien, die man schauen muss. Bücher, die man gelesen haben sollte. Länder, die man besuchen muss. Und wenn man x oder y nicht bis maximal Ende 20 gemacht hat, ist es ohnehin schon zu spät. Nicht zu vergessen, die tausenden möglichen Morgen-Routinen, die man jeden Tag machen sollte, 2–3 Stunden dauern und ganz sicher in den Alltag der meisten Leute passen.

Wenn es einen Saboteur gibt, dann ist dieses Monster extern zu finden. Wir selbst sind es uns nur schuldig, diese äußeren Einflüsse auszublenden. Raum und Zeit zu schaffen, in denen wir in Ruhe reflektieren können, nachdenken. Alles andere sind nur „Influencer“, die ihr Zeug verkaufen wollen.

Tatsächlich sind es drei Bücher, die ich kürzlich dicht hintereinander gelesen habe und in dieselbe Kerbe schlagen. Ich kann sie nur wärmstens empfehlen: storyworthy von Matthew Dicks, Machen Sie doch, was Sie wollen von Maja Storch und Be Useful von Arnold Schwarzenegger. Ich werde sicherlich noch öfter über diese Bücher berichten, vor allem auch da ich sie noch ein zweites Mal lesen will und mich wirklich mit den Konzepten auseinandersetzen.

Aber das Konzept, die Idee, einen inneren Saboteur überwinden zu müssen, das können wir gleich ad acta legen.

Weihnachtsmarktwahnsinn

Der ganze Schnee von Anfang Dezember war relativ rasch wieder weg, dem warmen Wetter und mehreren Tagen Regen geschuldet. Damit verschwand auch meine Weihnachts- und Adventstimmung. Bei sieben oder acht Grad, mehr oder weniger schönem Wetter und grünen Wiesen ist es nicht so einfach, sich auf Weihnachten einzustellen, was ja bereits am kommenden Sonntag stattfindet.

Dem hat allerdings ein Besuch des Salzburger Christkindlmarkts etwas entgegengewirkt. Zuerst Glühwein bei den Franziskanern, wo beim Vorbeigehen zufälligerweise die Tore offen standen und freundliche Menschen Glühwein zu einem angemessenen Preis ausschenkten. Anschließend ein bisschen über den eigentlichen Christkindlmarkt schieben lassen, ein Raclette-Speck-Brötchen genießen und etwas von dem hervorragenden Ausseer-Lebkuchen kaufen – so stellt sich dann durchaus etwas winterliche Stimmung ein.

Es war verrückt, wie viele Menschen am Samstagabend auf dem Markt waren oder allgemein in Salzburg unterwegs. Sei es in der Linzer- oder Getreidegasse oder, offen gestanden, auch überall sonst – gefühlt war die gesamte Stadt und Umgebung draußen und wollte den herrlich sonnigen Tag mit einem Glühwein oder ähnlichen Heißgetränken ausklingen lassen. Aber irgendwie gehört dies auch dazu, ein wenig Chaos.

Was mir einfach besonders gefällt zur Weihnachtszeit, ist auf Märkten oder in Geschäften unterwegs zu sein und nicht unbedingt dem Kapitalismus zu frönen (wobei ich das durchaus auch tat), sondern die Dekorationen und Beleuchtungen zu bewundern. Ich selbst habe in der Wohnung einen schlichten Adventkranz und ein paar saisonale Servietten, aber das war es dann auch schon. Da begrüße ich die Extravaganz und das überbordende, was die Geschäfte an den Tag legen.

Deshalb wollte ich auch unbedingt noch in den Europark, was ich am Wochenende ebenfalls geschafft habe. Sei es der überdimensionierte Weihnachtsbaum, die viel zu großen golden-glitzernden Würfel mit riesigen Christbaumkugeln, die Kränze oder all das (künstliche?) Grünzeug, sowie die geschmückten Läden und der Weihnachtsmarkt. Es ist einfach toll, ein bisschen durchzuschlendern und alles auf sich wirken zu lassen.

Das Einzige, was ich nicht unbedingt brauche, sind rücksichtslose und zum Teil offen respektlose Menschen. Selbst in einem Chaos und wenn die halbe Bevölkerung des Bundeslandes sich durch Ikea und Einkaufszentren schiebt, kann man trotzdem aufeinander achtgeben und entspannt einkaufen. Doch viele scheinen dies verlernt zu haben. Sei es an der Supermarktkasse, wo ich noch nicht einmal gezahlt hatte und sich die nächsten bereits mit ihren Einkaufswagen und -taschen hinter und neben mir breit machten. Oder Leute, die mitten am Weg stehen bleiben, um etwas verwackelt und mit maximalem digitalem Zoom zu fotografieren, was am Ende ohnehin niemand mehr identifizieren kann.

Wir leben immerhin in einer Gesellschaft des Überflusses, in einem wohlhabenden Land, da sind ein paar Sekunden, die ich vielleicht später ins Geschäft komme, nicht so ausschlaggebend, als das ich sämtliche Rücksicht und jedweden Respekt ablege, ob der irrsinnigen Idee, sinnlose materielle Dinge etwas früher kaufen zu können, als die anderen. Es ist mehr als genug da. Für jeden und jede. Wir wollen doch alle nur eine halbwegs schöne Zeit verbringen, das Jahr gut abschließen und mit frischem Elan in das neue Jahr starten.

Da wäre es nicht zu viel verlangt, sich selbst etwas zurückzunehmen und auf die Menschen im Umfeld zu achten. Denn eigentlich geht es zu Weihnachten nicht darum, wer die besten, meisten Geschenke bekommt, sondern darum, eine schöne Zeit mit den liebsten Menschen im Leben zu verbringen. Und wenn man dann noch gute Ideen und Inspirationen für gute Geschenke hat, ist das ein willkommener Bonus obendrauf. Aber eben nicht der Kern. Die Winterzeit im Allgemeinen ist doch eine Zeit, in der die Natur zurückschaltet und eine Ruhe einkehrt, die wir manchmal zu vergessen scheinen. Viele Termine zu haben, Besorgungen machen zu müssen und dorthin bzw. hierhin zu müssen – all das muss nicht gleich Stress bedeuten. Man kann sich auch entscheiden, alles mit einer gewissen inneren Ruhe anzugehen, sich nicht anstecken zu lassen von der Hektik der anderen. Es mag etwas Kraft oder bewusstes Handeln erfordern, doch was man dadurch gewinnt, ist so viel mehr wert.

Zwischen Hobby und Impulskontrolle

Manchmal bin ich leicht beeinflussbar. Sei es, dass mir Freunde etwas empfehlen, das genau in eine Hobby-Kerbe schlägt oder ein YouTuber nebenbei erwähnt, dass gerade Hero Quest preiswert zu haben ist. So geschah es diese Woche, dass ich mir ein Video von Midwinter Minis angeschaut habe, wie man einfach aber gut Skelette bemalen kann und Guy eben jenen Fakt erwähnt.

Kurz auf Amazon geschaut und Vergleichsportale befragt und schon war festgestellt, dass es tatsächlich keine 60 € kosten würde, sich das Basisset zu besorgen. 40 % gespart. Da ist es doch nur sinnvoll, gleich eine der Erweiterungen mitzubestellen, die ebenfalls coole und interessante Miniaturen enthalten. Wie das Foto unten beweist, dauerte es also nicht lange und die beiden Boxen kamen bei mir an.

Die Boxen kamen in einem mit Kartonverstrebungen stabilisierten Umkarton an, was ich bisher auch noch nicht oft gesehen habe. Die Inhalte des Basissets und der Erweiterung sind ebenfalls wunderbar angeordnet. Eine Plastikhülle dient als Unterbringung für die Miniaturen, sodass diesen nichts passieren kann. Die Karten und Anleitungen sind auf hochwertigem Papier gedruckt, und das Spielfeld macht einen stabilen Eindruck. Auch die Details an den Miniaturen und die allgemeine Qualität sind ansprechend und brauchen sich vor Warhammer Figuren nicht zu verstecken.

Ich freue mich schon darauf, die ersten Figuren zu bemalen, aber erst einmal wollen andere, bereits angefangene Projekte, fertiggestellt werden. Aber sobald die Ersten fertig sind, werde ich auf jeden Fall davon berichten.

Nun muss man allerdings wissen, dass das Warhammer-Hobby, zumindest was das Bemalen von Figuren angeht, meist nur theoretisch bei mir stattfindet. Heißt: Ich kaufe gerne coole Figuren und Boxsets und nutze gerne Angebote, doch tatsächlich bemalen tue ich sie relativ selten. Das ist auch ein Grund, warum ich in den vergangenen Monaten immer wieder durch kleine Kniffs versucht habe, Barrieren zu entfernen, die mir eventuell einen Strich durch die Rechnung machen könnten.

Sei es eine Mal-Station zu besorgen, die man komfortabel verstauen kann, die aber alle notwendigen Farben, Pinsel und Zubehör in sich aufnehmen kann. Dadurch dauert es nur ein paar Minuten, um diese aufzubauen und zum Malen anzufangen. Aber der Esstisch in der Küche ist nur eine suboptimale Lösung für solch ein Hobby. Es kann durchaus vorkommen, dass dieser mit Zeug vollgeräumt ist, doch ein Dauerzustand soll es auch nicht gerade sein. Immerhin muss er auch als Büroalternative herhalten, wo ich beispielsweise die Blog-Artikel schreibe.

Also habe ich mir am Wochenende einen großen Eckschreibtisch bei Ikea besorgt, wo ich nicht nur malen kann, sondern auch noch meine Burg Blaustein unterbringe (inkl. zukünftiger Erweiterungen – hoffe ich zumindest). Dies war auch eine gute Gelegenheit, um mal wieder die Wohnung etwas neu zu gestalten. Besonders zum Jahreswechsel hin bekomme ich immer wieder den Drang, etwas neu gestalten oder einrichten zu müssen.

Aber was das Malen als Hobby angeht, muss ich erst noch herausstellen, ob der neue Arbeitsplatz dafür auch die Regelmäßigkeit erhöht, mit der ich einen Pinsel in die Hand nehme. Zumindest freue ich mich schon darauf, diesen neuen Arbeitsplatz nutzen zu können. Jetzt muss ich nur noch die Zeit dazu finden. Ungünstigerweise wurde diese Woche der erste DLC zu Final Fantasy XVI veröffentlicht. Aber dazu später einmal mehr.

Weihnachtliche Keks-Vorbereitungen

Das Mehl steht bereit. Die Eier sind geschlagen. Die Butter leicht erwärmt. Zucker verteilt sich über die Arbeitsplatte. Die Küchenmaschine quält sich an der übervollen Schüssel an Teig ab. An jedem Finger kleben Teigreste. Aber irgendwann ist die Masse angerührt und sie durfte noch etwas ruhen, bevor man sich an den Tisch setzt und beginnt den Teig auszurollen. Es beginnt das große Kekse-Auszustechen. Legt diese anschließend behutsam auf ein Blatt Backpapier und befördert dieses mitsamt Backblech in einen Ofen. Langsam aber sicher füllt sich die Wohnung mit einem angenehmen süßen Geruch. Nach der ersten Ladung geht es dann Schlag auf Schlag. Vanillekipferl. Mit Schokolade überzogen. Mit Marmelade gefüllt. Mit Mandeln getoppt. Geschnittene und getunkte Nussecken. Aus einer alten Maschine von Oma gepresste Kekse. Lebkuchen. Es füllen sich die vorbereiteten Keksdosen langsam aber sicher.

Am Ende des Tages sitzt man schließlich zufrieden, ob der getanen Arbeit auf dem Sofa und genießt die ersten Kekse des Jahres. Selbstgemacht, schön. Stolz, aber auch müde legt man sich später ins Bett und freut sich auf den erholsamen Schlaf.

So, oder so ähnlich hätte es dieses Jahr aussehen können. Stattdessen habe ich mich von verschiedenen Bäckern in der Umgebung bedient und mir dort die “selbst gemachten” Kekse gekauft. In die eigene Keksdose habe ich sie dennoch gelegt und man könnte fast meinen, sie stammen aus dem hauseigenen Ofen und wurden von den eigenen Händen geformt. Tja, dieses Jahr nicht.

Ein bis zwei Sorten habe ich die letzten Jahre immer gemacht, primär freue ich mich jedes Jahr auf Lebkuchenkekse. Mit einem Teig vom Bäcker ausgestattet. Die fertigen Kekse reifen dann im Idealfall ein bis zwei Wochen in der Keksdose, damit sie schön weich werden. Sie gehören durchaus zu meinen Favoriten. Dicht gefolgt von Nussecken (die sehr einfach und schnell gemacht sind, da man quasi nur Teig auf ein Blech schüttet und in den Ofen steckt).

Der diesjährige Dezember fühlt sich allerdings irgendwie anders an. Zum einen ist er mit mehr Terminen und Aufgaben gefüllt als üblich. Zum anderen macht es auch Spaß, sich durch die örtlich ansässigen Bäcker zu probieren. Es macht doch jeder die Kekse auf eigene Art und Weise. Mal größer, mal kleiner, verschiedene Sorten und natürlich auch unterschiedliche Preise gehören dazu. Aber auch alle durchaus gut und empfehlenswert.

Wer weiß, vielleicht bewahrheitet sich die oben geschilderte Szene im nächsten Jahr. Wir lassen uns überraschen.

Käse im Überfluss

In Salzburg gibt es abseits der Linzergasse ein unscheinbares Weinlokal namens Coquette. Betrieben von einem ausgesprochen netten Paar, bin ich mit Freund J. vor einigen Jahren an einem verregneten Abend durch die Tür gestolpert und seither finden wir uns im Durchschnitt sicherlich jedes zweite Wochenende dort wieder. Es ist charmant, man wird kompetent und freundlich beraten, man fühlt sich wohl – wie ein zweites Wohnzimmer.

Die geheimen Helden dieses Weinlokals sind allerdings nicht die Weine oder die französischen Säfte und Eistees. Sie sind fantastisch und ich entdecke immer wieder etwas Neues dort, aber das Beste an dem Lokal ist das Essen (verbunden mit den Weinen).

Eine einfache Antipasti-Platte in diesem Lokal gehört zu den Top drei Speisen, die in Salzburg zu finden sind. Und über die Jahre war ich in schon sehr vielen Lokalen und kenne so einige Küchen. Nur wenige kommen an das kulinarische, geschmackliche und sensorische Erlebnis vom Coquette heran.

Auf den ersten Blick ist es nichts Besonderes. Prosciutto, Schinken, Salami, umgeben von verschiedenen Käsesorten, angerichtet mit Oliven und etwas Gemüse, begleitet mit Olivenöl und Baguette. Doch jede einzelne Zutat dieser Platte ist von herausragender Qualität, das Olivenöl kann man buchstäblich trinken und die Käsesorten (die sich je nach Saison und was gerade verfügbar ist, abwechseln) haben mir eine vollkommen neue Welt des Geschmacks eröffnet.

Als ich vor nicht allzu langer Zeit schließlich lernte, von wo sie ihren Käse beziehen, war es also nur eine Frage der Zeit, bis ich mir den Namen gegoogelt hatte. So kam es letztens, dass ich beim Tölzer Kasladen eine Bestellung um zu viel Geld tätigte. Meiner Coronaerkrankung und anderen Verhinderungen habe ich es zu verdanken, dass ich es nun schon länger nicht mehr in das Weinlokal geschafft habe. So beschloss ich selbst etwas von diesen fantastischen Sachen zu Hause haben zu wollen. Dazu noch etwas von dem feinen Feigen- bzw. Birnen-Senf, und das nächste Abendessen ist gerettet.

Die Bestellung kam diese Woche an und zweieinhalb Kilogramm Käse sind doch mehr, als man vermuten würde, wie das Foto meiner Käselade (formerly known as Gemüselade) beweist. Ich habe jedenfalls bis Ende des Jahres erst einmal genug Käse zu Hause und bin schon gespannt, was ich alles entdecke. Der erste kleine Einblick beim Mittagessen war jedenfalls sehr vielversprechend.

Throwback Thursday: Ultimate Spider-Man – Eine Einführung

Eigentlich hatte ich meinen ersten Blog (geek-planet) mit der Absicht erstellt, mich eingehender mit Spider-Man zu beschäftigen. Mich durch die verschiedenen Comic-Iterationen, Autoren und Künstler, die den Charakter über die letzten Jahrzehnte geprägt haben, zu arbeiten und darüber zu schreiben. Es kamen am Ende auch sehr viele Artikel über Spider-Man zustande, aber den Anfang bildete die folgende Einführung. Wenn man ehrlich ist, vielleicht ein überflüssiger Artikel, da es immerhin Wikipedia für solche Sachen gibt, aber ich wollte es mir damals einfach nicht entgehen lassen, eine kleine Einführung zu schreiben. Danach ging es mit den Rezensionen zu diversen Comics weiter. Aber hier erst einmal meine Einführung zu Ultimate Spider-Man.

Der Artikel wurde zum ersten Mal am 01.06.2014 veröffentlicht und wird hier in nicht editierter Originalform wiedergegeben.


Nicht nur durch The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro hat der Marvel-Superheld in letzter Zeit wieder an Beliebtheit und Nachfrage gewonnen. Auch der Neustart der Amazing Spider-Man Comic-Reihe hat das Interesse gesteigert (Mit über 500k Bestellungen einer der erfolgreichsten Comic-Hefte). Ich habe mich zum Einstieg etwas intensiver mit dem Ultimate Universum von Spider-Man auseinandergesetzt und möchte hier die Ergebnisse meiner Recherchen zusammenfassen. Achtung: Spoilers! 

Faktencheck 

Ultimate Spider-Man ist eine von Marvel Comics monatlich, seit Oktober 2000 erscheinende Comic Serie, welche ein alternatives Universum zu dem “gewöhnlichen” Marvel-Kosmos (auch bekannt als Earth-616) darstellt. Seit dem ersten Heft zeigt sich Brian Michael Bendis als Writer verantwortlich. Als Artists seien hier Mark Bagley (#1 – #111, #156 – #160), Stuart Immonen (#111 bis #133), David Lafuente (#134 bis #155) und Sara Pichelli (Ultimate Comics: Spider-Man) genannt. 

“I was into Comics because these were my real male role models, even though at the time, I didn’t know it.” B.M. Bendis 

Mit großer Macht… 

Bevor Brian Michael Bendis mit seiner Arbeit bei Marvel begann, war er bei Image Comics tätig. Der Verlag ist unter anderem für die Veröffentlichung der Spawn Comics verantwortlich. Hier hat Bendis das Spin-off Sam and Twitch betreut. Im Jahr 2000 bat ihn ein Freund (David Mack) für die Marvel Knights Reihe um Rat. Daraufhin wurde er vom Chefredakteur Joe Quesada empfohlen, um Ultimate Spider-Man einzuführen und in weiterer Hinsicht das gesamte Ultimate Universum auszubauen. Für diese Aufgabe tat er sich mit Mark Bagley zusammen. Dieser hatte bereits Erfahrung mit Spider-Man sammeln können, da er für das große Zugpferd Amazing Spider-Man als Artist gearbeitet hatte. 

Mit der ersten Ausgabe von Ultimate Spider-Man, die im Oktober 2000 erschien, begann die Geschichte des kompletten Ultimate Universums, das auch als Earth-1610 bekannt ist. Marvel wollte das neue Universum einführen, um den Einstieg für neue Leser zu vereinfachen und den Helden eine Frischzellenkur zu verpassen und so in das moderne Zeitalter zu holen. Daher folgten dem Wandkrabbler noch weitere Helden, wie die Fantastic Four, Avengers und X-Men mit eigenen Serien. Da es sich um ein alternatives Universum handelt hatten Bendis und Bagley die Möglichkeit, den Charakteren ihren eigenen Stempel aufzudrücken. So ist der Mann unter dem Kostüm zwar immer noch Peter Parker, doch dieser wird nicht von einer radioaktiven, sondern einer genetisch veränderten Spinne gebissen. Ferner sind manche Origin-Stories, Charaktereigenschaften und Kostüme von Antagonisten different zu Earth-616. Dies machte die Serie nicht nur für Comic-Neueinsteiger interessant, sondern auch für Profis, da es spannend ist die beiden Spider-Man Welten zu vergleichen und zu analysieren. Es wird auch der ein oder andere Charakter genauer unter die Lupe genommen, als in bisher veröffentlichten Geschichten bzw. sind deren Intentionen andere.
Das bringt mich gleich auf die eigentliche Entstehungsgeschichte von Spider-Man. Stan Lee hatte bei dessen ersten Auftritt in Amazing Fantasy #15 gerade einmal 11 Seiten benötigt, um aus dem jungen Parker unseren rot-blau kostümierten Helden zu machen. Bendis, bereits bekannt für seinen langsameren Erzählstil, fügte einige Details hinzu und so kam seine Version auf 180 Seiten. Bei späteren Story-Arcs ließ sich der Autor ebenso mehr Zeit und man findet in den Ultimate Spider-Man Comics nur Geschichten, die sich über mehrere Ausgaben erstrecken.
Bendis und Bagley haben bis zur Ausgabe #111 zusammengearbeitet. Bei Marvel ist dies die längste Zusammenarbeit eines Kreativ-Teams. Stan Lee und Jack Kirby waren bis zu diesem Zeitpunkt die Rekordhalter, mit ihrer Kooperation bei den Fantastic Four. Die #111 hat Bagley gemeinsam mit seinem Nachfolger Stuart Immonen entworfen. Sie haben sich die Ausgabe geteilt: den ersten Akt übernahm Bagley, den Zweiten Immonen. Dieser hat die Serie dann bis zu Ihrem ersten Relaunch begleitet. Wobei weiterhin Bendis als Writer fungierte. 

Relaunch 

Im Laufe der Zeit hat es nicht nur einen Relaunch der Serie gegeben. Der erste Versuch eines solchen wurde nach der 133. Ausgabe unternommen. Um diesen Neustart zu verdeutlichen wurde auch der Artist gewechselt und so übernahm David Lafuente den Part. Der Neustart war jedoch nicht sehr erfolgreich und Marvel hat sich entschlossen die Nummerierung der ursprünglichen Serie, mit der #16 des Relaunch, wieder aufzunehmen. Ultimate Spider-Man ging dann weiter bis zur 160. Ausgabe. Für das Finale hat sich Bendis ein einzigartiges, fulminantes Story-Arc überlegt. Mark Bagley kehrte für das Finale als Artist zurück und so wurden die letzten fünf Ausgaben von demjenigen gezeichnet, der vor fast elf Jahren das Ultimate Universum begründete.
Genauere Details zum Ende kann und möchte ich hier nicht verraten. 

Doch schon im September 2011 trat der junge Schüler Miles Morales das Erbe von Peter Parker an. Im Zuge dessen wurde auch der Name der Comic-Reihe angepasst in Ultimate Comics: Spider-Man. Bendis, inspiriert durch die Wahl Barack Obamas als den ersten afroamerikanischen Präsidenten, entschied sich, dass es Zeit für einen großen Schritt war und so führte er mit Miles den ersten afroamerikanischen Spider-Man ein. Auch dieser wurde von einer genetisch veränderten Spinne gebissen und erhielt so ähnliche Fähigkeiten wie Peter Parker. Zwei Jahre später, mit den Ereignissen des so genannten Cataclysm Story-Arcs, wurde die Serie um Miles beendet. Sie brachte es auf 28 Ausgaben. 

2014 begann eine neue Serie mit einem älteren Miles. Seit Mai nennt sie sich Miles Morales: Ultimate Spider-Man. 

Bilanz 

Das Ultimate Universum von Spider-Man bietet einiges zum entdecken. Ich werde demnächst mit der ersten Collected Edition (Volume 1: Power and Responsibility) starten und Reviews zu einigen Ausgaben schreiben. Ich denke, ich habe in der Zusammenfassung alle wichtigen Punkte aufgelistet, die einem die Entscheidung erleichtern sollen, ob es sich lohnt mit dem Lesen zu beginnen.


Was ich mir bis heute noch nicht angeeignet habe und auch ein Kaufgrund für die Premiumversion von LanguageTool war: die Regeln der Beistrichsetzung. Entweder ich setze zu wenige oder zu viele – meine Intuition lässt mich hier im Stich. Rechtschreibung war manchmal auch optional, wie mir scheint. Und Terminologie war mir damals ohnehin ein Fremdwort, da ich die Englischen und Deutschen Begriffe unregelmäßig und ohne Konzept gemischt und durcheinander geworfen habe. Mal ganz davon abgesehen, dass ich nicht eine einzige Quelle angegeben habe, für die Informationen, die ich hier präsentiere. Habe ich mir das ausgedacht, aus Büchern entnommen oder nur Wikipedia zusammengefasst? Who knows.

Auch die sogenannte Bilanz ist etwas nichtssagend und könnte man getrost weglassen. Heute würde ich so einen Einführungsartikel sehr viel kürzer halten und eher meine Absichten und Intentionen beschreiben, sowie meine persönliche Geschichte mit dem Charakter erzählen. Dies baut eventuell eine bessere Beziehung mit meiner Leserschaft auf und macht auch klar, warum ich das mache. Vielleicht sollte ich das in Zukunft mal nachholen.

Commonplace books

Für manche Begriffe gibt es keine einfache Übersetzung. Das gilt wahrscheinlich für jede Sprache. Seien es Sprichwörter, Wortphrasen oder spezielle Bezeichnungen. Ein solcher Begriff ist der, um den es mir heute geht: commonplace books.

Darüber bin ich vor wenigen Wochen gestolpert und das Konzept hat es mir ehrlicherweise etwas angetan. Aufgaben und Termine habe ich gerne digital bei mir am iPhone. So kann ich jederzeit darauf zurückgreifen und mir immer Notizen bzw. Erinnerungen schreiben, sollte mir spontan etwas einfallen.

Womit ich aber tatsächlich seit Jahren kämpfe, ist ein System, um Informationen aus Webseiten, Notizen und Abschnitte aus Büchern, Zitate und dergleichen festzuhalten. Zwar gibt es in jedem Browser Lesezeichen, aber das nimmt früher oder später überhand. Außerdem können Webseiten verschwinden. Interessante Artikel und Newsletter, die ich konzentriert lesen will, speichere ich mir in Instapaper. In Büchern markiere ich Abschnitte und Passagen mithilfe von Post-its und dergleichen. Das alles sind aber getrennte Systeme und eigentlich muss man wissen, wo etwas abgelegt ist, damit man darauf zugreifen kann.

Für einen Teil dieses „Problems“ habe ich nun das Konzept der commonplace books für mich entdeckt. Ich befinde mich hier zwar noch in der Testphase, allerdings finde ich es ansprechend, alle Informationen mehr oder weniger strukturiert in einem Notizbuch ablegen zu können.

Wie das im Detail funktioniert, kann sich jede*r auf YouTube ansehen. Es gibt genug Erklärungen dazu. Mir geht es darum, das Konzept an sich etwas zu erläutern, um einen besseren Überblick zu bekommen.

So schreibe ich mir Passagen aus Büchern heraus, kommentiere diese gegebenenfalls, schreibe Zitate und Schnipsel aus Artikeln darin auf. Am Anfang des Notizbuchs gibt es ein kleines Inhaltsverzeichnis mit den Büchern und Texten, die dieses beinhaltet, und dann geht es auch schon los. Dieses zwang- und formlose Notieren von Inhalten hilft auch dabei, das Gelesene auf eine andere Art zu verarbeiten und prägt einem die Inhalte besser ein. Und ich kann jederzeit darauf zurückgreifen und weiß genau, wo ich eventuelle Notizen finde. Ein interessantes Konzept, das sich zu testen lohnt. 

Abo-Falle?

Grundsätzlich habe ich nichts dagegen für Apps eine Abo-Gebühr zu bezahlen. Vor allem, wenn ich den Dienst ausführlich nutze. Die Entwickler sollen immerhin etwas für ihre Arbeit bekommen, und ich erwarte schließlich als Nutzer auch, dass die Apps mit jeder neuen iOS-Generation weiterhin funktionieren und verbessert werden.

Was ich allerdings nicht verstehe, sind Apps, die einen bereits beim ersten Mal Öffnen mit einem Abo-Bildschirm begrüßen und 70 € von einem Verlangen. Zwar bekommt man immer auch eine gewisse Testperiode mit, trotzdem empfinde ich es als abschreckend. Ist es nicht möglich, einfach zu sagen: „Hey, hier hast du sieben Tage um die App vollumfänglich zu nutzen, danach musst du bezahlen.“

Zwar kündige ich vorsichtshalber das Abo immer gleich nach dem Abschließen, damit sich nichts automatisch verlängert, was ich eigentlich nicht mehr nutze, aber übersehen kann man immer etwas.

Es muss eine bessere Lösung für die Testphase geben, als gleich vom Nutzer Geld zu verlangen, ohne dass er oder sie überhaupt die Möglichkeit hatte die ersten Buttons zu drücken oder die ersten Einstellungen vorzunehmen. Nur so eine Idee.