Hauteng

Technische Geräte zu individualisieren, ist wahrscheinlich ein grundlegendes Bedürfnis. Besonders diejenigen, mit denen man tagtäglich zu tun oder die man des Öfteren in der Hand hat. Die Geräte werden zu Hunderttausenden und Millionen produziert. Da schadet etwas Personalisierung nicht. Das Ding zu meinem machen. Das geht auf vielfältige Weise.

Beispielsweise statte ich meine MacBooks über die Jahre mit vielen Stickern aus. Mein letztes MacBook Pro hatte ich gut 10 Jahre. Es hat mir in dieser Zeit sehr gute Dienste geleistet. Irgendwann habe ich angefangen, Sticker anzubringen. Die sehe ich zwar nur im zugeklappten Zustand, trotzdem macht es das MacBook noch einmal mehr zu meinem. Gleiches mache ich bei meinem aktuellen. Immer mal wieder begegnen mir Sticker, die mir gefallen, oder man bekommt welche geschenkt. Dann bringe ich sie an. Es ist eine kleine Zeitkapsel zu den Interessen, Begegnungen, Hobbys und noch viel mehr, die man im Laufe der Jahre hatte.

Eine weitere Möglichkeit der Individualisierung sind sogenannte Skins. Also flächendeckende Aufkleber, die ein Gerät mal mehr, mal weniger komplett einhüllen. Die Marke dbrand ist wahrscheinlich der bekannteste Hersteller solcher Skins. Mittlerweile bieten sie auch für alle möglichen Geräte millimetergenau produzierte Designs an. Ich habe mir für mein Steam Deck eines besorgt. Immer nur einen schwarzen Klotz in der Hand zu haben, ist auf Dauer langweilig. Es darf schon etwas Farbe sein.

Mich hat die große Auswahl an Design überrascht. Es sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Zuerst wollte ich schon einen visuell aufregenderen Skin bestellen, habe mich aber dann doch für etwas Ruhigeres entschieden. Immerhin sollte der Skin nicht vom eigentlichen Spielerlebnis ablenken. Nebenbei bemerkt habe ich mir Sticker mitbestellt, von denen nur ein paar mein MacBook schmücken. Das Marketing von dbrand ist noch eines der unterhaltsameren, und die Zusätze, die man so bestellen kann, sind spaßig gemacht. Meine Schwester darf sich beispielsweise an dem „unmöglichen“ Puzzle von dbrand die Zähne ausbeißen.

Blieb also am Ende nur mehr die Herausforderung, den Skin ordentlich und möglichst genau passend am Steam Deck anzubringen. Zum Glück gibt es von dbrand selbst entsprechende Videos, die den Prozess begleiten. Da ich nicht nur einen Skin für die Vorderseite, sondern auch für die Rückseite bestellt habe, war dies ein etwas längerer Prozess von etwa einer Stunde. Mit Föhn und Mikrofasertuch bewaffnet habe ich mich also an die Arbeit gemacht. Es war zugleich einfacher und schwieriger als erwartet. Besonders die Rundungen bekam ich nicht so perfekt zustande, wie es die nette Dame im Video vorgemacht hat. Der Rest klappte allerdings sehr gut.

Das Ergebnis kann sich dennoch sehen lassen. Ich bin zufrieden. Das Steam Deck kam anschließend aber trotzdem noch in die Hülle. Es soll immerhin ordentlich geschützt werden und auf den ausklappbaren Stand möchte ich nicht mehr verzichten. Es macht jetzt etwas mehr her und ist etwas farbenfroher. Mal sehen, ob hier auch noch der ein oder andere Sticker seinen Platz findet.

Konzerte Filmen

Eine Sache, die ich nie verstehen werde, ist das Filmen bei Konzerten. Es führt nicht nur dazu, dass ich Teile des Erlebnisses verpasse. Außerdem lenkt es ab und ich schaue mehr aufs Smartphone, mit dem gefilmt wird, als auf die eigentliche Bühne. Ich war letztens bei einem Konzert von Hans Zimmer. Er ist gerade mit seiner Band auf der »The Next Level«‑Tour. Hans Zimmer ist für manche der ikonischsten Soundtracks verantwortlich. In dem über drei Stunden dauernden Konzert konnte er so einiges aufbieten. Selbst neue Stücke fanden Platz.

Ich war sehr positiv davon überrascht, dass um mich herum kaum jemand das Smartphone gezückt hatte. Die meisten saßen einfach nur da und haben die audiovisuelle Erfahrung auf sich wirken lassen. Einzige Ausnahme war eine Dame, die eine Reihe vor mir saß und ein Stück weiter rechts. Sie hatte ständig das Smartphone in der Hand und filmte mit. Die Hälfte des Konzerts findet sich wohl auf diesem Smartphone wieder. Aber nicht im Ganzen. Sondern nur Teile davon. Ein Anfang dieses Stücks, die Mitte jenes Gesangs und der Abschluss des Solos. Die Frage, die ich mir stelle: Wann schaut sie sich das jemals wieder an?

Hans Zimmers Konzerte kann man in guter Qualität streamen. Entweder man leiht sie sich aus, kauft sie oder besorgt sich die Blu-Rays. Wenn es mir um die Musik geht, ist diese bei allen gängigen Musik-Streaming-Diensten verfügbar. In einer besseren Qualität als die mitgefilmten Schnipsel. Des Weiteren stellt sich die Frage, was partiell aufgezeichnete Stücke bringen. Dass ich ein paar Sekunden meines Favoriten aufnehme oder ein paar Fotos mache, das lasse ich mir noch einreden. Aber ich stelle ernsthaft infrage, was diese Dame bei dem Konzert gemacht hat.

Der Gipfel des Ganzen war, als sie mit ihrem Freund Arm in Arm dasaß. Sie hatte den Kopf auf seiner Schulter, er legte den Kopf an sie. Ich weiß nicht mehr, welcher Soundtrack gerade gespielt wurde, aber ich glaube, ein vergleichsweise ruhiger. Sie haben allerdings nicht auf die Bühne geschaut. Denn sie hatte das Smartphone gezückt und filmte mit (hochkant natürlich). Der Bildschirm direkt vor ihren Gesichtern. Wie romantisch.

Und wie man an diesem Text hier merkt: Das lenkt natürlich auch andere ab. Ein Bildschirm leuchtet nun einmal hell. Besonders im finsteren Bereich des Publikums. Ich habe gar nichts mitgefilmt und auch keine Fotos gemacht. Ich habe einfach nur die Show genossen und bin sehr froh darüber. Nur ganz am Anfang, als ich die Halle betrat, habe ich die Bühne fotografiert. Das reicht mir vollkommen aus. Meine Erinnerungen behalte ich mir im Kopf und in Form des Tickets. Alles andere kann ich per Streaming nachholen.

It takes two

Wer in der Kindheit Videospiele gespielt hat, wird es kennen: Coop-Spiele. Man sitzt zu zweit viel zu nahe vor dem Röhrenfernseher, die Ansicht ist in zwei Hälften unterteilt und man bestreitet gemeinsam ein Abenteuer. Oder man bekämpft sich aufs Blut in Fighting-Games wie Tekken oder Street Fighter. Bis einer den Controller erbost beiseitelegt. Ich kann Fighting-Games nicht ausstehen. Ich haue immer wild und planlos auf den Buttons herum, in der Hoffnung, eine der unmöglich langen Kombos zu schaffen und doch noch ein paar Schläge unterzubringen, bevor mich mein Gegenüber erbarmungslos besiegt. Meine Geduld für Videospiele ist groß. Sie sind ein Hobby und sollen Spaß machen. Aber Fighting-Games wie Tekken können mich sehr schnell zur Weißglut bringen. Deshalb habe ich sie schon lange nicht mehr gespielt.

Viel lieber sind mir kollaborative Coop-Spiele. Man stellt sich zu zweit dem Abenteuer und den Leveln, die die Entwickler*innen sich ausgedacht haben. Zwar kann man das auch online machen, aber noch lieber sind mir lokale Coop-Spiele. Also diejenigen mit Splitscreen. Seit ein paar Wochen sitze ich einmal die Woche mit Freund C. zusammen. Wir spielen gerade »It takes two«.

Das Spiel ist mittlerweile über vier Jahre alt und wurde von Hazelight Studios entwickelt. Kurz gesagt geht es darum, dass ein Ehepaar kurz davor ist, sich scheiden zu lassen. Sie haben eine jüngere Tochter, der sie die Situation erklären. Daraufhin geht sie in ihr Zimmer. Sie hat zwei kleine Puppen, die ihren Eltern nachempfunden sind. Sie fängt an zu weinen und wünscht sich, dass sich die Eltern nicht scheiden lassen. Mit ihren Tränen wird ihr der Wunsch gewährt. Aber so einfach ist es dann doch nicht. Denn das Bewusstsein der Eltern wird in die Puppen transferiert. Um sich wieder aus der Situation zu befreien, müssen die beiden lernen, zusammenzuarbeiten, und so gewisse Hindernisse überwinden. Man arbeitet, kämpft und abenteuert sich durch den Garten, das Haus und alle möglichen Gegenstände und Orte.

Ich wusste nicht, was mich bei »It takes two« erwarten würde. Dass es eines der kreativsten Spiele sein wird, das ich seit langer Zeit gespielt habe, war jedenfalls nicht auf der Liste. Die Biome, die man im Laufe des Spiels sieht und überwindet, sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Egal, ob Vordergrund oder Hintergrund oder die Gegenstände, mit denen man interagieren kann, alles wirkt durchdacht. Man findet immer wieder Details und Kleinigkeiten, die das Spielerlebnis auf die nächste Stufe heben. Mit jedem Biom kommen auch neue Werkzeuge, die man verwenden kann. So sind nicht nur die Biome äußerst abwechslungsreich, auch die Spielmechaniken wechseln immer wieder. Und wiederholt sich nichts. Es ist wirklich erstaunlich.

Doch nicht nur auf spielerischer Ebene ist »It takes two« durchdachter und detailverliebter, als man dem Spiel zutrauen würde. Oder zumindest ausgefeilter, als ich es dem Spiel zugetraut hätte. Denn die Beziehung der Eltern wird im Laufe des Spiels aufgearbeitet. Dabei dient ein südamerikanisch angehauchtes, manchmal etwas perverses, manchmal etwas übergriffiges Beziehungsratgeberbuch als eine Art Therapeut. Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn nervig, klug geschrieben oder einfach alles dazwischen finde. Jedenfalls sorgt es für kurzweilige Zwischensequenzen. Das Spiel scheut dabei nicht davor zurück, in die Tiefe zu gehen. Worum geht es in einer Ehe? Was macht zwischenmenschliche Beziehungen aus?

»It takes two« ist ein grandioses Spiel. Die Welt ist durchdacht, man fiebert mit den Charakteren mit und die Herausforderungen sind nicht immer leicht zu meistern. Die Rätsel machen Spaß und wenn man sich auf die Geschichte einlässt, bekommt man ein tolles Gesamtpaket. Das Einzige, das ich bemängeln würde, sind die Mini-Games im Spiel, aber das ist nur eine Kleinigkeit und muss man auch nicht machen. Ansonsten habe ich bei »It takes two« nichts auszusetzen.

Everything X-Men | Über Comics

Wie jeden Donnerstag sehen wir uns auch heute wieder einen alten Text von mir an. Wir setzen unsere Reise durch mein Projektstudium fort. Dieses habe ich während meines Medienwissenschaftsstudiums geschrieben. Darin habe ich angefangen, die X-Men-Comics chronologisch zu besprechen. Mit den Comics an sich geht es allerdings erst nächste Woche los. Erst einmal habe ich bei der Abgabe des Projektes ein wenig Kontext und Einordnung liefern müssen. Deshalb gibt es heute das Vorwort, welches sich mit dem Konzept »Comics« befasst hat.


Comics sind ein faszinierendes Medium. Oberflächlich betrachtet sind sie die Verbindung von Bild und Text, mit dem Ziel, eine Geschichte zu erzählen. Doch hinter dieser stumpfen Betrachtungsweise steckt sehr viel mehr als das. Autoren wie Will Eisner und Scott McCloud, die nicht nur selbst Comics kreiert haben, und dies sehr erfolgreich, sondern sich auch auf der Metaebene dem Medium nähern, haben Bücher damit gefüllt, wie sie funktionieren. Vieles scheint intuitiv zu funktionieren, doch im Hintergrund laufen Prozesse ab, die es uns ermöglichen, die Bilder und Texte miteinander zu kombinieren und so eine kontinuierliche Geschichte zu erleben.

Die Einteilung des Mediums ist nicht so einfach, besonders da durch das Internet Webcomics in allen möglichen Formen entstehen und präsentiert werden können. Doch grob kann folgende Einteilung erfolgen (basierend auf William Eisner): newspaper strips (kurze, meist humorvolle Sequenzen, die in Zeitungen und ähnlichen Medien anzutreffen sind), graphic novels (typischerweise in sich geschlossene Geschichten in variierender Länge) und comic books (regelmäßig, meist monatlich erscheinende Hefte, die eine fortlaufende Geschichte von einem oder mehreren Protagonist*innen erzählen und später in so genannten collected editions oder trade paperbacks gesammelt werden).

Diese Einteilung, wie auch die folgende Definition, was Comics sind, ist eine neutrale Beschreibung, wie sie auch Scott McCloud in Understanding Comics anbietet. Sie beinhaltet weder Stil noch Genre noch ein empfohlenes Alter der Leser*innen. Ebenso kein Format, Druckprozess oder zu verwendende Materialien. Hinzu kommt, dass mit neuen Technologien auch neue Möglichkeiten entstehen, wie Comics umgesetzt werden, und Definitionen, die heute als aktuell und vollständig gelten, können morgen bereits überholt sein. Dabei erweitert McCloud den von Will Eisner eingeführten Begriff „Sequential Art“ auf „juxtaposed pictorial and other images in deliberate sequence“, da, wie er selbst sagt, Eisners Definition für den Großteil von Comics gilt, jedoch auch speziellere Arten existieren, die einer genaueren Beschreibung bedürfen, welche er mit den Erweiterungen abdecken möchte.

Diese Beschreibung umfasst sämtliche Bildsequenzen, also auch Warnhinweise, Mangas, Webcomics, Sicherheitshinweise, Beschreibungen und Anleitungen, wie auch das klassische Verständnis des Comic Books, nämlich die monatlich bzw. regelmäßig erscheinenden Hefte von Verlagen wie DC Comics, Marvel oder Image. Es sollen im Folgenden die englischen Begriffe verwendet werden, da Comics als Medium verstanden werden und es keine deutsche Entsprechung für das Konzept des Comic Books bzw. der Graphic Novel gibt. Dabei wird außen vor gelassen, ob diese digital oder analog auf Papier veröffentlicht werden.

Was jedoch allen Comics gleich ist, ist die eigene Sprache, die sie im Laufe der Zeit entwickelt und die Leser*innen gelernt haben, zu decodieren. Wie jedes Medium kommen auch Comics mit eigenen Regeln, einer eigenen Grammatik, die Will Eisner in den Kapiteln zwei bis fünf von »Comics and Sequential Art« detailliert beschreibt. Er konzentriert sich dabei vor allem darauf, was innerhalb des Rahmens der Panels oder auf der Seite des einzelnen Comic-Books passiert. Scott McCloud hat später diese Theorie erweitert, indem er auch dem „Gutter“, dem Platz zwischen den einzelnen Panels, eine zentrale Rolle zuschreibt. Mit dem von ihm selbst etablierten Begriff des „Closure“ beschreibt er außerdem dessen Funktion, nämlich von uns wahrgenommene Fragmente mental zusammenzusetzen, so dass ein komplettes, vollständiges Bild entsteht. Dabei geht es nicht nur um das Erkennen von Mustern (der Mensch ist beispielsweise dazu prädestiniert, in allen möglichen einfachen Strukturen Gesichter zu erkennen) und das Vervollständigen von Bewegungen (Panels bieten ausgewählte Positionen, die einen kompletten Bewegungsablauf simplifiziert darstellen und durch die Einordnung in eine Sequenz verstanden werden). Closure meint auch einen Erkenntnisprozess, der entsteht, wenn eine Sequenz aus scheinbar nicht zusammenpassenden Bildern mental zu einem sinnvollen Bild zusammengesetzt wird.

So viel sei zu Comics gesagt. Es scheint mir immer wichtig zu sein, erst zu erklären, was Comics sind und wie komplex das Medium sein kann. Dies wird einem auch bewusst, wenn man sich Nick Sousanis Werk »Unflattening« ansieht. Die Art und Weise, wie er darin nicht nur das Medium beschreibt, sondern den menschlichen Wahrnehmungsprozess, beeindruckt immer wieder aufs Neue.

Die Verdammung der Jugend

»Von den leiblichen Begierden sind es vorzugsweise die des Liebesgenusses, denen sie nachgehen, und in diesem Punkt sind sie alle ohne Selbstbeherrschung. […] zornmütig und leidenschaftlich aufwallend in ihrem Zorne. Auch sind sie nicht imstande, ihren Zorn zu bemeistern, denn aus Ehrgeiz ertragen sie es nicht, sich geringschätzig behandelt zu sehen, sondern sie empören sich, sobald sie sich beleidigt glauben.« – Aristoteles

Wenn ich mir eines aus dem Philosophiestudium gemerkt habe, dann dass sich bereits Aristoteles über die Jugend seiner Zeit aufregte. Das zeigt das obere Zitat sehr gut. Diese spezielle Nachrichtensau wird seit tausenden Jahren durch das Dorf getrieben. Aber wann vergisst man, dass man selbst jung, naiv und völlig selbstüberschätzend in die Welt hinauszog? Wann tritt es ein, dass man die jungen Leute von heute als Nichtsnutze bezeichnet und als unfähig betrachtet, einen Bleistift zu spitzen?

Im Standard war neulich ein Text über Booktok und Co. Also spezielle Strömungen oder Nischen in sozialen Medien und YouTube, die sich der Besprechung und Analyse von Büchern widmen. Besonders Literatur, die sich an junge Erwachsene richtet, ist hoch im Kurs. Wenn man in einen Buchladen geht, findet man nicht selten eine Ecke, die speziell die Bücher hervorhebt, die in den dortigen Kanälen rauf und runter gelobt werden. Warum auch nicht? Es wäre doch blöd, von den Läden auf diese Trends nicht aufzuspringen. Und nur weil ein Buch über BookTok oder BookTube empfohlen und an Reichweite gewonnen hat, muss es nicht gleich schlecht sein. Das sieht Nico Hoppe, Verfasser des Standard-Artikels, jedoch ganz anders.

In einem durchaus elegant formulierten Text wird alles an diesem Phänomen zerrissen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Ich verstehe diese Position nicht. Was ist sein Ziel? Sollen alle von Anfang an Tolstoi, Dostojewski, Goethe und Mann lesen? Ich glaube nicht, dass Hoppes erstes Buch »Krieg und Frieden« war, sondern eher ein buntes Kinderbuch mit vielen Bildern und sehr wenig Text. Mag vielleicht weit hergeholt klingen, finde ich aber einen angebrachten Vergleich. Vorlieben beim Lesen entwickeln sich mit der Zeit. Ich habe dutzende Stephen-King-Romane in meiner Jugend gelesen und genieße sie heute noch. Dazwischen mag ich Fantasy oder Science-Fiction. Lese genauso queere Geschichten wie Sachbücher über das Mittelalter oder mitreißende Klassiker. Oder Comics. Ich habe tausende Comics gelesen. Superheldengeschichten genauso wie Horror, Slice-of-Life oder all die anderen Genres, die es gibt.

Booktok zu verurteilen, nur weil sich junge Leser*innen gerne in den Geschichten repräsentiert sehen wollen, sich nach Sichtbarkeit sehnen und manchmal vielleicht etwas voreilig, doch manchmal auch berechtigterweise „Klassiker“ kritisieren, ist eine äußerst gewagte These. Ich lese auch gerne queere Geschichten, weil ich mich selbst in Geschichten wiederfinden will. Meine Erlebnisse, meine Gedanken, meine Erfahrungen und Ängste, Sorgen und Sehnsüchte. Die finde ich nicht in »Krieg und Frieden«. Sollte wirklich »Der Tod in Venedig« die einzige queere Repräsentation sein, die ich kenne und die man mal mehr, mal weniger zwischen den Zeilen herauslesen muss? Es ist ein gutes Buch, aber auch ein Mahnmal und nichts, was ich bereits als naiver Jugendlicher hätte lesen wollen. Ich möchte andere, vielschichtige Sichtweisen, und die finde ich in moderneren Geschichten und Büchern und Comics und Filmen und Serien, die eben auch in Booktok und Co. verhandelt werden.

Hoppe schreibt: „Es ist diese selbstmitleidige Identitätsliteratur, die die Menschen in ihrem vermeintlichen Sosein bestärken will und in einen Zustand pädagogischer Benommenheit lullt.“ Was für ein absoluter Schwachsinn. Wer sieht sich nicht gerne in seiner jugendlichen Naivität bestärkt und sucht sich Lektüre, die die eigene Lebenswelt abbildet? Natürlich will ich in meiner Queerness bestärkt werden. Hat Herr Hoppe kürzlich Nachrichten gelesen? Es ist eine beängstigende Welt für queere Menschen. Nicht nur in fernen Ländern. Bücher zu besprechen und sich selbst zu feiern, sich Sicherheit in Form von bestärkender Literatur zu beschaffen, ist alles andere als verwerflich.

Er schreibt auch: »Wenn Booktuber in Videoessays über toxische Charaktere schwadronieren oder in zahllosen Booktok-Schnipseln über die angebliche Romantisierung problematischer Verhaltensweisen und Wertesysteme in klassischen Romanen geschimpft wird, dann soll Literatur und wohl Kunst im Allgemeinen allein der Selbstbestätigung dienen.« Ich würde gerne die Beispiele sehen, die kritisiert werden. Könnte es sein, dass klassische Romane manchmal problematisch mit weiblichen Figuren umgehen, insofern sie überhaupt vorkommen? Oder mit Minderheiten? Nur mal eine Frage, die man sich stellen könnte, aber dazu war wohl im Artikel kein Platz mehr.

Natürlich sind nicht alle Bücher gut, die auf BookTok und Co. besprochen werden. Natürlich gibt es für alles Negativbeispiele oder verwerfliche Verhaltensweisen. Aber die Generalisierung des Artikels geht mir zu weit. Und jungen Menschen absprechen zu wollen, Bücher zu lesen, weil sie ihnen gefallen, sie bestärken und vielleicht nach den immer gleichen Mustern arbeiten, finde ich äußerst gewagt. Man sollte doch lieber froh sein, dass noch gelesen wird und diverse Sondereditionen von Büchern gedruckt werden, weil sie bei der Zielgruppe beliebt sind. Und wer weiß, was diese Menschen in Zukunft lesen werden. Geschmäcker wandeln sich mit der Zeit. Manchmal bleiben sie gleich.

Aber Hauptsache, man hat sich mal wieder über die Jugend beschwert. Über sie gerichtet, von oben herab, anstatt sich mit ihr auseinanderzusetzen. Man hätte ja vielleicht etwas Neues gelernt. Aber wer möchte das schon?

Immer dem Lamm nach

Ich kann ja auch nichts dafür. Manchmal kann man aus der eigenen Haut einfach nicht heraus und muss sich den eigenen Vorlieben hingeben. Einfach akzeptieren, weitermachen und, wenn möglich, ein bisschen ausbrechen. Natürlich ist die Rede von Soulslikes. Wobei diese Spielekategorie schon seit Jahren sehr schwammig ist. Sobald jemand ein Spiel schwer findet, Gegner immer wieder respawnen, man die gegebene Währung beim Tod zu verlieren droht oder es ein düsteres Setting ist, wird von einem Soulslike gesprochen. Ich möchte nicht behaupten, dass »Cult of the Lamb« eines ist. Es ist weit entfernt davon. Aber ich möchte nur meine Nähe zu diesem Spielegenre klarmachen.

Denn eigentlich wollte ich mir mal die Kategorie von Cozy Games genauer anschauen. Also Spiele, die man zwischendurch zocken kann. Die vielleicht gar kein definiertes Ende haben oder dieses zumindest etwas weiter weg ist. Es geht um das gemütliche Spielen, um Entspannung. Ich habe auch ein paar Spiele gefunden. »Spiritfarer« zum Beispiel. Dieses habe ich gerne gespielt, aber wirklich fesseln konnte es mich am Ende dann doch nicht. Dann gab es auf Steam einen Sale und ich musste mir leider »Cult of the Lamb« zum dritten Mal kaufen (nach Xbox und Playstation jetzt also auch fürs Steam Deck). Das Steam Deck eignet sich für solche Spiele perfekt. Zwischendurch ein bisschen um die eigene Sekte kümmern oder einen Erkundungstrip starten oder ein paar Stunden am Stück zocken. Alles ist mit dem Steam Deck möglich. Na ja, vieles.

Für mich ist »Cult of the Lamb« tatsächlich zu einem Cozy Game geworden. Irrwitzigerweise »Hollow Knight« auch. Dafür habe ich mittlerweile zwar nicht unbedingt eine unendliche Geduld für solche Spiele, aber besonders beim wiederholten Durchspielen gehe ich stets entspannter an die Sache heran. Wie dem auch sei, nicht zuletzt die Accessibility-Einstellungen machen »Cult of the Lamb« zu einem wahren Cozy Game. Man kann das Fischen automatisieren und das Kochen. Man kann einstellen, dass man bei den Erkundungstrips nicht mehr sterben kann und noch ein paar Einstellungen mehr ausprobieren. Ich mag das, wenn Spiele einem mannigfaltige Möglichkeiten bieten. Immerhin muss man sie nicht nutzen, aber allein die Möglichkeit zu haben, macht schon viel aus.

Ich habe mir das Spiel auch zum jetzigen Zeitpunkt noch einmal gekauft, weil ich vor dem nächsten großen DLC, welcher nächstes Jahr erscheinen wird, noch ein paar Durchgänge starten wollte. Zumindest zwei. Denn man kann sich immer wieder entscheiden, wie man die eigenen Follower und Anhänger behandeln möchte. Zwar empfinde ich es als interessant, einen »bösen« Run zu machen, wenn man das so bezeichnen möchte. Am Ende bin ich aber dann doch (meist) nett und lande auf der guten Seite. So gut man eben als Sektenführer in Form eines anthropomorphisierten Lamms sein kann. Das ist nämlich das Gemeine am »Cult of the Lamb«. Alle haben mehr oder weniger süß aussehende Tierformen. Entsprechend schwer fällt es, ein böser Anführer zu sein. Zumindest geht es mir so.

In »Cult of the Lamb« kann man endlose Stunden verbringen (fast hätte ich »vergeuden« geschrieben). Aber es macht tatsächlich Freude, sich um alle zu kümmern. Besonders die Besorgungstouren machen es abwechslungsreich und wenn man möchte, kann man noch eine absurd düstere Geschichte mitnehmen. Ich freue mich schon sehr auf das nächste DLC. Es verspricht, eine große Erweiterung zu werden.

Die Stärke, „Nein“ zu sagen

Egal, welche Apps, Webseiten, Services oder Geräte man aktuell ansieht oder nutzt, überall kommt KI zum Einsatz. Im Deutschen kürzt man künstliche Intelligenz, entgegen dem, was man mancherorts lesen mag, mit KI und nicht mit AI ab. Aber das nur am Rande. Sei es Apple Intelligence, Googles Gemini oder wie sie auch alle heißen mögen, alle bauen irgendwie KI in ihr Portfolio ein.

Dabei steht KI lange nicht mehr für ein wahrlich „intelligentes“ Stück Software, sondern kann von Machine Learning über Large Language Models hin zu Bildgenerierung alles sein. Es ist ein Sammelbegriff, der mittlerweile so schwammig ist, dass es teilweise schwierig ist, zu verstehen, was nun in einem speziellen Fall tatsächlich mit KI gemeint ist. Dabei wird oft außen vor gelassen, dass es sich hierbei nicht um eine Eier legende Wollmilchsau handelt. Stattdessen wird eine spezielle Version einer KI für eine besondere Aufgabe eingesetzt. Wobei der Fortschritt in den vergangenen Monaten wirklich erstaunlich ist und diese Einordnung schon morgen wieder hinfällig sein kann. Darum geht es mir allerdings nicht wirklich.

Mir geht es eher darum, dass ich KI schon nicht mehr sehen kann. Ich brauche keine 137 verschiedenen KI-Assistenten, die mich unterstützen. Sollte es nicht eine KI geben, die das macht? War das nicht einmal unser Traum? Sollte sie nicht Dinge vereinfachen und sie nicht noch komplizierter machen? Natürlich ist sie für manche Bereiche praktisch, trotzdem muss sie nicht alles und jeder überall einbauen. Ganz davon abgesehen, wie manche Firmen ihre KI trainieren und Diebstahl in großem Umfang betreiben (seien es Bücher, Texte, Bilder und noch viel mehr, was ohne Absprache genutzt wird).

Man findet sie auf Apple-Geräten und in Apps. Ich habe die meisten KI-Systeme deaktiviert. Wenn ich etwas nutzen möchte, wie ChatGPT, was ich durchaus gerne mache, dann öffne ich die ChatGPT-App dafür und frage nicht zuerst Siri. Ich bin wirklich gespannt, was aus dieser Thematik wird. Besonders, da viele große Firmen absurde Geldbeträge in die Entwicklung dieser Systeme stecken. Wird das irgendwann platzen wie eine viel zu große Blase? Ich hoffe nicht.

Jedenfalls halte ich es für eine Stärke, wenn Unternehmen oder Anbieter nicht gleich KI auf ihr Produkt schreiben, nur weil ein gutes Machine Learning dahintersteckt. Absurd wird es an anderen Stellen. Letztens bin ich sogar über meinen Proteinshaker gestolpert, der als „smartshake“ beworben wird. Es ist ein Plastikteil, das verhindern soll, dass Klumpen entstehen – meistens funktioniert es. So etwas mit „Smart“ zu betiteln, ist gewagt. Ob das wirklich dazu führt, dass mehr von den Dingern verkauft werden, möchte ich doch stark bezweifeln. Aber vielleicht lassen sich wirklich manche von diesen exponentiell verwendeten KI-Begriffen beeindrucken und damit auch manipulieren.

Steam Deck Basteleien

Das Steam Deck von Valve ist ein beeindruckendes Stück Hardware. Die Handheld-Konsole hat einen regelrechten Trend ausgelöst. Man könnte es vielleicht sogar als Wettrennen bezeichnen. Welcher Hersteller kann den besten Handheld herstellen? Formfaktor, Gewicht, Display, Akkulaufzeit, Steuerung und Software werden hier versucht, zu einem überzeugenden und zufriedenstellenden Gaming-Erlebnis zusammenzustellen. Besonders da SteamOS nun nicht mehr exklusiv dem Steam Deck vorbehalten ist, muss man sich nicht unbedingt mit einem Windows-Handheld herumschlagen. Man kann andere Hersteller ausprobieren und vergleichen, ob sie in der Lage sind, das „Original“ in den Schatten zu stellen.

Bisher, wenn man Testberichten glauben darf, ist das eher nur mäßig gelungen. Natürlich gibt es mittlerweile Geräte mit deutlich mehr Leistung. Diese geht aber meist mit einer komplizierteren oder nicht ganz so reibungslosen Spielerfahrung einher. Das liegt zum Teil daran, dass es noch keine Version von Windows gibt, die speziell für Handhelds angepasst ist und mit diesen Anforderungen zurechtkommt. Es gibt zwar ein Xbox-Handheld, aber hier muss sich erst noch zeigen, wie sich das im Vergleich zu den anderen schlägt.

SteamOS ist eben speziell für ein Handheld entwickelt worden und wird ständig optimiert, verbessert und mit zusätzlichen Features ausgestattet. Das macht es nicht nur benutzerfreundlich, es funktioniert einfach. Man lädt die Spiele herunter, die man spielen möchte, und legt los. Die Spiele muss man zum Pausieren nicht beenden, man versetzt das Steam Deck einfach in den Standby-Modus. Später macht man genau da weiter, wo man aufgehört hat. Mittlerweile ist das Steam Deck fast zu meiner Lieblingskonsole geworden. Das hätte ich mir selbst vor ein paar Monaten noch nicht denken können. Doch das Prinzip „einschalten und loslegen können“ ist sehr überzeugend.

Das Einzige, was noch nicht reibungslos funktioniert oder wo ich mir von Valve mehr Unterstützung erhoffe, sind tatsächlich Mods. Ich hatte versucht, für Elden Ring Mods zu installieren, aber das ist äußerst kompliziert und aufwendig. Ich bin daran gescheitert und wollte mich irgendwann nicht mehr damit auseinandersetzen. Wenn es hier eine einfachere Möglichkeit gäbe, out-of-the-box quasi, Mods von der Webseite Nexusmods einfacher handhaben zu können, wäre das ein großer Gewinn. Ich tüftle gerne herum, probiere Dinge aus und setze manche Geräte auch wieder zurück, wenn ich scheitern sollte oder etwas so verändere, dass ich es selbst nicht mehr rückgängig machen kann. Aber auch das hat Limits.

Mods für Spiele zu installieren, sodass es für Spieler*innen nachvollziehbar und schnell geht, wäre sicherlich noch ein großes Verkaufsargument für das Steam Deck. Mods sind aktuell Spiele-PCs vorenthalten. SteamOS basiert auf Linux, was bisher im Gaming eher eine Nebenrolle spielte. Daher gibt es nur wenige detaillierte Anleitungen, wie man Mods installiert. Vor allem wenig gute Anleitungen, die aktuell gehalten werden und in jedem Schritt komplett nachvollziehbar sind. Das wird sich mit Sicherheit in den nächsten Monaten und Jahren noch ändern. Trotzdem wäre es nett, wenn Valve selbst dieses Potenzial sehen und bedienen würde.

Apple One

Vor ein paar Wochen habe ich mich dazu entschlossen, auf ein Apple-One-Abo upzugraden. Seit Jahren zahle ich separat für mehr iCloud-Speicher, Apple Fitness+ und immer mal wieder für Apple TV+. Doch die 200 GB wurden langsam knapp, dank meiner äußerst umfangreichen Fotobibliothek. Bevor ich also noch einmal upgrade, habe ich mir gedacht, ich zahle pro Monat etwas mehr, dafür bekomme ich noch Apple Music, Arcade und TV+ dazu.

Zugegeben, knapp 35 € im Monat sind nicht gerade günstig. Doch 2 TB Speicher und die restlichen Dienste in einem Paket zu haben, ist äußerst praktisch. Seither nutze ich Apple Music sehr regelmäßig und bin durchaus angetan. Es ist schon Jahre her, dass ich dem Musikdienst von Apple das letzte Mal eine echte Chance gegeben habe. Zwar war ich bislang mit YouTube-Musik auch zufrieden, aber so richtig geil zu bedienen ist der Dienst auch nicht. Außerdem ist der Dienst mit YouTube verbandelt und nicht ordentlich getrennt. Das macht es manchmal nervig. Bei Apple TV+ auf der anderen Seite muss ich zwar noch genauer reinschauen, aber die Serien hatten in der Vergangenheit eine äußerst hohe Qualität und Rezensionen fallen durchweg positiv aus.

Es ist immer die Frage, wie viel man bereit ist, pro Monat für gewisse Dienste aufzubringen. Vor allem stellt sich die Frage nach der tatsächlichen Nutzung. Deshalb ist meine Philosophie, Streamingdienste, besonders solche wie Netflix, Disney+ und Co., nur einen Monat zu abonnieren und sofort wieder zu kündigen. So spart man sich ärgerliche, automatische Verlängerungen. Des Weiteren gibt es mir genug Zeit, die Handvoll Episoden einer Serie oder den Film anzuschauen, den ich sehen will. Dass jetzt bei Apple geändert zu haben, geht aus der Vielfalt der Dienste hervor. Über die nächsten Monate wird sich zeigen, wie sehr ich die Dienste tatsächlich nutze und ob es sich für mich auszahlt.

112 %

Manche Spiele lassen einen nicht mehr los. Für mich ist das beispielsweise »Elden Ring«. Das Meisterwerk von Hidetaka Miyazaki und FromSoftware. Oder »Lies of P«, das beste Soulslike abseits der Spiele von FromSoftware, den Erfindern des Genres. Aber seit ein paar Monaten gesellt sich das mittlerweile acht Jahre alte Metroidvania und mit Soulslike-Elementen versehene »Hollow Knight« dazu. Bisher habe ich es nur einmal durchgespielt. Ich habe dabei kein „geheimes Ende“ oder so freigeschaltet. Ich habe einfach nur versucht, durchzukommen. Doch ich möchte mehr von dem Spiel.

Ich möchte alles sehen. Bei Hollow Knight wird so ein Durchlauf als 112-%-Run bezeichnet. Denn wenn man das Hauptspiel inklusive der DLCs spielt, kommt man auf diese Zahl. Doch wie sollte man am besten bei so einem Run vorgehen? Gibt es Quests, die zu erfüllen sind? Kann ich etwas verpassen, Gegenstände oder NPCs beispielsweise, die bei einem gewissen Spielfortschritt verschwinden oder woanders zu finden sind? Deshalb habe ich mir einen Walkthrough herausgesucht. Es gibt durchaus ein paar auf YouTube zu finden, bei denen man die Spieler*innen von Anfang bis Ende begleitet. Ich habe einfach mal einen gestartet.

Gelandet bin ich beim Kanal »HorizonShield«. Erst war es mir etwas fremd, dass der Typ, der den Run macht (ich kenne leider den Namen nicht), wenig erklärt und quasi nebenbei das Spiel spielt, während er sich mit Leuten in der Umgebung unterhält. Doch mittlerweile bin ich bei Video 5 oder 6 angekommen und mag das Format sehr gerne. Es hat etwas Entspannendes an sich. Ich sitze auf der Couch, am Fernseher laufen die Videos nacheinander ab, ich spiele am Steam Deck parallel mit und der Spieler unterhält sich nebenbei ein bisschen. Natürlich wird zwischendurch mal etwas erläutert, aber eher selten. Der Spieler kennt Hollow Knight sichtlich auswendig und damit ist es ein gemütlicher Durchlauf des Spiels. Eine tolle Atmosphäre.

Das soll aber nicht heißen, dass es leicht ist. Es ist immer noch Hollow Knight. Manche Levelabschnitte meinen es nicht gut mit einem und gewisse Bosse fordern mich auch beim zweiten Mal noch. Aber es ist leichter als beim ersten Durchlauf. Immerhin kenne ich das Spiel schon und weiß, was mich erwartet. Erstaunlicherweise fallen mir sogar Parcours- und Sprungpassagen leichter. Beim ersten Mal habe ich das Steuerkreuz verwendet, nun spiele ich mit dem Analog-Stick. Eigentlich, dachte ich mir zumindest, müsste es mit dem Steuerkreuz präziser funktionieren, doch der Analog-Stick fühlt sich für mich um einiges besser an. Ich freue mich schon fast auf die Herausforderungen, die da noch auf mich zukommen. Diese Einsicht wird sich aber rasant ändern, wenn ich beim »Path of Pain« angekommen bin.

Es gibt Spiele, die mich nicht loslassen. Ich will sie meistern. Ich will die Bosse ohne Hilfe bezwingen (das steht in Elden Ring noch bei ein paar aus), die Welt kennen, die Geschichte und eine gewisse Leichtigkeit erlangen, die doch im Hintergrund so unglaublich schwer ist. Hollow Knight hat es mir angetan. Das Design, der Soundtrack, einfach alles greift hier wunderbar ineinander und bietet ein einzigartiges Erlebnis.

  • YouTube | HorizonShield | Hollow Knight 112% Walkthrough