Schon seit einiger Zeit nehme ich mir vor, mal über eines der besten Spiele des vergangenen Jahres zu schreiben, bin aber irgendwie nie dazu gekommen. Dem will ich heute Abhilfe schaffen. Lasst uns also über Final Fantasy XVI reden.
Mein erster Durchlauf hat bei diesem Spiel gut 50h beansprucht. Eine Zeitspanne, die ich über vergleichsweise sehr wenige Wochen absolviert habe. Aber allein schon die erste Sequenz zieht einen in den Bann und lässt nicht mehr los, bis die Credits laufen. Es ist mein erstes Final Fantasy Spiel, und ich hätte mir keinen besseren Einstieg wünschen können. Die Charaktere sind hervorragend ausgearbeitet, mit nachvollziehbaren Motivationen, einer Vergangenheit, die sich im Laufe des Spiels immer mehr herauskristallisiert, und einzigartigen Designs. Die Geschichte zieht einen immer weiter hinein, mit allen möglichen überraschenden Wendungen.
Dabei wollte ich es zuerst gar nicht selbst spielen. Ein Hindernis war beispielsweise, dass ich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch keine PS5 besaß. Für ein PS5-exklusives Spiel eine kleine Herausforderung. Doch das Gameplay von TheRadBrad war so fantastisch, ich wollte einfach selbst die Geschichte erleben und nicht nur zuschauen. Bei den meisten Spielen macht mir das eigentlich nichts aus, aber es gibt doch immer wieder welche, wo ich einfach selbst Hand anlegen möchte. So war es bei Blasphemous II oder dem neuesten Prince of Persia und nun eben bei Final Fantasy XVI. Zufälligerweise gab es ein PS5-Bundle mit dem Spiel und da ich schon seit Monaten eine PS5 wollte, allerdings nie eine ergattern konnte, war das der richtige Zeitpunkt für mich.
PS5 ausgepackt, angeschlossen und auf den neuesten Stand gebracht, konnte es auch schon losgehen. Naja, fast, denn erstmal wollten die über 100 GB an Daten heruntergeladen werden. Aber gleich danach ging es los. Was mir von der ersten Sequenz am meisten in Erinnerung geblieben ist, sind die Musik und die Chöre. Sie sind eines der herausstechenden Elemente des Spiels, die zugleich allerdings auch untergehen können, wenn man nicht darauf achtet. Die epochale, teils feine Musik zeichnet FF16 aus, genauso wie das fantastische Design. Der Score ist punktgenau aufbereitet und untermalt perfekt die Szenerien und Geschehnisse.
Aber nicht nur die Musik zieht einen sofort in den Bann, sondern die gewaltigen Monster, die gegeneinander antreten. Der Prolog zeigt Kulissen, die ich nicht erwartet hatte; es werden Schläge verteilt und Ruinen vernichtet, die ihresgleichen suchen. Es sind nur wenige Minuten, aber sie kündigen das an, was die geneigten Spieler*innen in den nächsten zig-Stunden erwartet. Und das sind nur die großen epischen Höhepunkte, gar nicht zu reden von den intimeren Charaktermomenten, die die Großen umso gefühlvoller, ja schmerzhafter machen.
Clive, der Protagonist des Spiels, erhält im Laufe der Geschichte immer mehr Fähigkeiten, die visuell fantastisch umgesetzt sind. Selbst wenn man teilweise die Geschehnisse am Bildschirm nicht mehr sieht, weil epische Wirbelstürme wüten, Staub aufgewirbelt wird und die Effekte der Fähigkeiten sich überlappen, kann man nicht umhin, diese nicht zu bewundern. Es wird nie langweilig.
Selbst die Nebenmissionen machen durchaus Spaß, vor allem jene, die am Ende mit besonderen Goodies belohnen. Seien es neue Rüstungsteile und Waffen oder Fertigkeiten, die Clive dazulernt. Besonders mit diesen Nebenmissionen lernt man diverse Nebencharaktere von einer neuen, überraschenden Seite kennen. So wird die Welt immer weiter ausgefüllt, wirkt lebendiger und man merkt, mit wie viel Liebe zum Detail die Entwickler*innen gearbeitet haben.
Einziger Wermutstropfen und Kritikpunkt, den ich am Spiel habe, sind die späteren Nebenmissionen, die nicht mit dem »+«-Zeichen versehen sind und so zu neuen Gegenständen führen. Denn zumeist ist das Prinzip immer dasselbe: Person A braucht etwas von Person B und statt dass sie selbst miteinander reden, muss Clive als Mittelsmann fungieren. Man rennt oft hin und her, es ist unnötig und da hätte ich mir mehr Kreativität gewünscht.
Ansonsten ist es ein für mich perfektes Spiel. Die Jagd auf gewisse Monster und Trophäen macht Spaß und sind durchaus herausfordernd. Besonders aber die Verbindung zwischen Clive und seinem Bruder Joshua ist hervorragend ausgearbeitet. Man wird selbst in dieses Band, dass die beiden verbindet hineingezogen und die Geschehnisse um die beiden sind mit sehr viel Gefühl erzählt.
Final Fantasy XVI wird mir noch lange in Erinnerung bleiben, gerade auch deshalb, weil ich mitten im zweiten Durchlauf bin. Aufgrund neuer Spiele, die leider regelmäßig erscheinen, und meiner neu entdeckten Liebe zur Dead Space-Reihe verzögert sich dieser allerdings laufend. Aber es sind zwei DLCs erschienen, die ich auf jeden Fall spielen will, da komme ich nicht umhin, es nochmal im »Final Fantasy Modus« durchspielen zu wollen. Ich freue mich schon darauf, den Zeitpunkt der Geschichte zu erreichen, wo das jeweilige DLC stattfindet und zu erfahren, wie sie sich in die größeren Ereignisse der Handlung eingliedern – wie sie die Mythologie weiter ausbauen.
Jedenfalls bin ich angefixt und vielleicht muss ich mir noch die Neuauflagen von Final Fantasy VII zu Gemüte führen, aber das ist eine Aufgabe meines Zukunfts-Ichs. Erstmal wollen die drei Dead Space Teile genossen werden und andere interessante Spiele stehen ebenfalls noch auf der Liste.